Amy Beach

tapeesa (26.01.2020, 15:12):
Amy Marcy Beach, geb. Cheney, amerikanische Komponistin und Pianistin
* 5. September 1867 in Henniker, New Hampshire, † 27. Dezember 1944 in New York

Amy galt als "Wunderkind" mit absolutem Gehör und exaktem Gedächtnis. Die musikalische Begabung stammt vermutlich aus der Familie.
Sie konnte früh Lieder genau singen, wenig später Gegenmelodien improvisieren. Hat sich selbst mit 3 Jahren das Lesen beigebracht.
Hat als Kind bereits "mental" komponiert, die Stücke später nachgespielt.

Die Mutter versuchte erst zu verhindern, dass Amy Klavier spielte (Autoritätsängste), überhaupt stieß Amy mit ihren musikalischen Wünschen auf familiäre Gegenwehr.
Mit 6 erhielt sie aber Klavierunterricht von ihrer Mutter.
Erste öffentliche Auftritte mit Werken von Händel, Beethoven, Chopin und eigenen Stücken.
Vorgeschlagene Konzertreisen lehnten die Eltern ab. Ebenso eine Ausbildung in Europa.

Klavierlehrer waren vor Ort:
Ernst Perabo und Carl Baermann (Schüler von Franz Liszt)
1881 / 81 für Harmonie und Kontrapunkt: Junius W. Hill

Offizielles Konzertdebüt mit 16, 1883 in der Boston Music Hall mit extrem positiver kritischer Reaktion und begeisterter Zuhörerschaft.

Heirat 1885 mit Dr. Henry Harris Aubrey Beach. Viele an die Ehe gebundene Einschränkungen: nur zwei Auftritte pro Jahr, Honorar an Wohltätigkeitsvereine verschenken.
Kein Studium bei professionellen Lehrern. Keinen Klavierunterricht geben.
Das Komponieren hat sie sich weitestgehend im Selbststudium beigebracht. Die Kompositionen erlaubte ihr Mann unter dem Namen Mrs. H. H. A. Beach zu veröffentlichen.

Erst nach dem Tod ihres Mannes, 1910, gab sie dann wieder mehr Konzerte.

1911 - 1914 - Auftritte und Bekanntmachung ihrer eigenen Werke in Europa unter dem Namen Amy Beach.

Mitbegründerin und Vorsitzende der “Association of American Women Composers”.

Ihr Werk besteht aus 300 oft großformatigen Werken - alle wurden veröffentlicht und aufgeführt.
Der Musikstil wird der Spätromantik zugeordnet. Mit folkloristischen Elementen.
Sie war Mitglied der "Second New England School", gehörte zu den "Boston Six" (John Knowles Paine, Arthur Foote, George Chadwick, Amy Beach, Edward MacDowell, Horatio Parker).

Sie komponierte als erste Amerikanerin eine Sinfonie.
Am bekanntesten war sie wohl für ihre 150 Lieder.

Zu einer Liste mit ihren Kompositionen verlinke ich jetzt einfach mal:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_compositions_by_Amy_Beach

1892: Uraufführung Messe in Es-Dur, Orchester der Händel- und Haydn-Gesellschaft
1896 Uraufführung "gälische" Symphonie, Boston Symphony Orchestra
1899 Uraufführung Klavierkonzert cis-moll, Boston Symphony Orchestra, Selbstregie

Verschiedene Publikationen für Zeitschriften, Zeitungen, u. a. -
z. B.: "To the Girl who Wants to Compose", "Emotion Versus Intellect in Music."

Obwohl sie zu Lebzeiten, sehr hohe Anerkennung erfuhr, verschwanden ihre Werke nach ihrem Tod eher "in der Versenkung".
Mittlerweile erfährt sie wieder mehr Aufmerksamkeit.

(Habe bisher nur im Internet zu Amy Beach recherchiert: Wikipedia, FemBio , und worüber ich zufällig gestolpert bin. Zitate habe ich nicht verwandt, deswegen braucht es vermutlich keine ganz genauen Quellenangaben.
Ich hoffe, dass die Fakten soweit stimmen - )

Zum Schluss noch ein Biographie-Hinweis:

Amy Beach - Passionate Victorian, The Life and Work of an American Composer1867 - 1944
von Adrienne Fried Block
tapeesa (26.01.2020, 15:29):
Ganz durch und intensiver habe ich bisher nur 2 CDs gehört -
es ist das erste Mal, dass ich Lust habe, tiefer in ein Werk von jemand einzusteigen.

Ich habe bisher sehr situativ gehört - geschaut, wozu ich in Resonanz gehe - selten etwas mehrmals - und diese CDs könnte ich momentan immer und immer wieder hören.

Eine Komponistin zu finden, die ich mag, die mich anspricht, fand ich gar nicht so leicht. Viele kenne ich aber auch noch nicht.
Bei den Komponistinnen, von denen ich bisher etwas gehört habe, hat mir etwas gefehlt, was ich schwer benennen kann.
Eine Aussage zu Amys Werk ist, dass es sowohl männliche wie weibliche Elemente hat und ich glaube genau das ist, was ich gesucht und bei ihr auch gefunden habe.

1 - Best Amy Beach
Emma Kirkby, Steven Isserlis, Stephen Hough
Romantic Chamber Group of London

2 - By the Still Waters
Joanne Polk, Klavier