ab (27.11.2006, 18:32): Gerade sehe ich, dass das Label united archives eine 4-CD-Box mit den Columbia-Recordings von Arrau herausgegeben hat: http://www.united-archives.com/catalog/images/couvarraunet.jpg
Drauf findet sich: Beethoven “Waldstein” Recorded: October 2, 1947, November 14, 1947 and February 25, 1949 “Les Adieux” Recorded: September 30, 1947 and February 17, 1949
Franz Schubert Allegretto in C minor, D. 915 Recorded: February 25, 1949
Robert Schumann Kreisleriana, Op. 16 Recorded: December 16, 1946 Arabesque in C major, Op. 18 Recorded: August 15, 1947
Claude Debussy Pour le Piano Recorded on March 29, 1949 Estampes Recorded on March 3, 4, 5, 29 & 30, 1949 Images Recorded on August 16, 1949
Maurice Ravel Gaspard de la Nuit Recorded on August 19, 1949
Isaac Albeniz Iberia Recorded: December 18, 1946; August 12, 15 & 28 and October 2, 1947
Was ist davon zu halten, was darüber zu sagen, wie zu empfehlen?
Rachmaninov (19.01.2007, 17:51): @ab,
in der aktuellen Piano Nesw gint es einen Artikel "Von vergangenen Klavier-Seelen". U.A. wird dort auch auf die angesprochene Aufnahme eingegangen.
Ließt sich durchaus positiv. Natürlich muß man Arrau's Klavierspiel schätzen.
Amadé (20.01.2007, 17:42): Lieber ab,
die CDs sind, das ist auf den ersten Blick das Erstaunlichste, ganz aus schwarzem Kunststoff gefertigt, wie eine LP. Auch die beschriebene Rückseite, nicht wie die CDs der "Originals"-Serien. Als ich dies nach dem Auspacken bemerkte, war ich recht skeptisch, aber die CDs laufen tadllos, wie "normale".
Es handelt sich hier um mono-Aufnahmen, die aber bereits mit Tonband aufgenommen wurden, nicht auf Wachsmatritzen festgehalten, wie es die englische Schwesterfirma noch bis in die frühen 50er praktizierte. Sie klingen nach dem Stand der damaligen Technik etwas stumpf, aber unser Ohr stellt sich jedoch bald darauf ein und empfindet dies nicht als Manko. An lauten Stellen stelle ich leichte Klirrneigung fest. Insgesamt gesehen ist der Klang nicht so kernig wie bei späteren Aufnahmen bei EMI oder Philips. Arraus Repertoire war zeitlebens riesig, auf Schallplatten aber nur eingeschränkt abrufbar: Bach erst in seinen spätesten Aufnahmenjahren, Ravel oder Albeniz soviel ich das überblicke überhaupt nicht mehr. Von ihm gewünschte Mozart-Konzerte blieben ünerfüllt. Fazit: Gute bis sehr gute Interpretationen in bekannter Arrauscher Manier, sehr genau, sorgfältig, niemals überhitzt. Iberia ist eine Arrau-Rarität. Vom Gaspard sind nur die beiden ersten Stücke dabei. Insgesamt eher etwas für Arrau-Sammler.
Gruß Amadé
Ganong (21.01.2007, 15:36): Lieber amadé ,
ich teile Deine Meinung im grossen und ganzen .
Interessant sind vor allem Debussys "Images" und der Albeniz .
Man sollte , bevor man sich die , teuren , CDs kauft auch unbedingt überprüfen , ob man nicht schon einige der Aufnahmen ( Schumann , den ich nicht so überzeugend finde , oder Beethoven , der einen Vergleich zu den späten Philipsaufnahmen nicht sonderlich lohnt ) hat .
VieleGrüsse ,
Frank
ab (07.03.2007, 12:12): eine neue Rezension findet sich hier.
ab (27.11.2006, 18:32): Gerade sehe ich, dass das Label united archives eine 4-CD-Box mit den Columbia-Recordings von Arrau herausgegeben hat: http://www.united-archives.com/catalog/images/couvarraunet.jpg
Drauf findet sich: Beethoven “Waldstein” Recorded: October 2, 1947, November 14, 1947 and February 25, 1949 “Les Adieux” Recorded: September 30, 1947 and February 17, 1949
Franz Schubert Allegretto in C minor, D. 915 Recorded: February 25, 1949
Robert Schumann Kreisleriana, Op. 16 Recorded: December 16, 1946 Arabesque in C major, Op. 18 Recorded: August 15, 1947
Claude Debussy Pour le Piano Recorded on March 29, 1949 Estampes Recorded on March 3, 4, 5, 29 & 30, 1949 Images Recorded on August 16, 1949
Maurice Ravel Gaspard de la Nuit Recorded on August 19, 1949
Isaac Albeniz Iberia Recorded: December 18, 1946; August 12, 15 & 28 and October 2, 1947
Was ist davon zu halten, was darüber zu sagen, wie zu empfehlen?
Rachmaninov (19.01.2007, 17:51): @ab,
in der aktuellen Piano Nesw gint es einen Artikel "Von vergangenen Klavier-Seelen". U.A. wird dort auch auf die angesprochene Aufnahme eingegangen.
Ließt sich durchaus positiv. Natürlich muß man Arrau's Klavierspiel schätzen.
Amadé (20.01.2007, 17:42): Lieber ab,
die CDs sind, das ist auf den ersten Blick das Erstaunlichste, ganz aus schwarzem Kunststoff gefertigt, wie eine LP. Auch die beschriebene Rückseite, nicht wie die CDs der "Originals"-Serien. Als ich dies nach dem Auspacken bemerkte, war ich recht skeptisch, aber die CDs laufen tadllos, wie "normale".
Es handelt sich hier um mono-Aufnahmen, die aber bereits mit Tonband aufgenommen wurden, nicht auf Wachsmatritzen festgehalten, wie es die englische Schwesterfirma noch bis in die frühen 50er praktizierte. Sie klingen nach dem Stand der damaligen Technik etwas stumpf, aber unser Ohr stellt sich jedoch bald darauf ein und empfindet dies nicht als Manko. An lauten Stellen stelle ich leichte Klirrneigung fest. Insgesamt gesehen ist der Klang nicht so kernig wie bei späteren Aufnahmen bei EMI oder Philips. Arraus Repertoire war zeitlebens riesig, auf Schallplatten aber nur eingeschränkt abrufbar: Bach erst in seinen spätesten Aufnahmenjahren, Ravel oder Albeniz soviel ich das überblicke überhaupt nicht mehr. Von ihm gewünschte Mozart-Konzerte blieben ünerfüllt. Fazit: Gute bis sehr gute Interpretationen in bekannter Arrauscher Manier, sehr genau, sorgfältig, niemals überhitzt. Iberia ist eine Arrau-Rarität. Vom Gaspard sind nur die beiden ersten Stücke dabei. Insgesamt eher etwas für Arrau-Sammler.
Gruß Amadé
Ganong (21.01.2007, 15:36): Lieber amadé ,
ich teile Deine Meinung im grossen und ganzen .
Interessant sind vor allem Debussys "Images" und der Albeniz .
Man sollte , bevor man sich die , teuren , CDs kauft auch unbedingt überprüfen , ob man nicht schon einige der Aufnahmen ( Schumann , den ich nicht so überzeugend finde , oder Beethoven , der einen Vergleich zu den späten Philipsaufnahmen nicht sonderlich lohnt ) hat .
VieleGrüsse ,
Frank
ab (07.03.2007, 12:12): eine neue Rezension findet sich hier.
ab (16.12.2008, 13:32): Weil wir sonst keinen eigenen Arrau-Faden haben, sei hier folgende Adresse genannt, wo man eine Übersicht über seinen Aufnahmen incl. Coverabbildungen findet.
:hello
sahrapa92 (06.12.2011, 08:58): vom carnaval gibts eine feurige aufnahme von 1935, arrau at its best. die alten aufnahmen von ihm durchweg in einem affenzahn, alles viel zu schnell, mit atemberaubender technik. die jahre ab 1945 bis 1965 seine beste phase, wer sein voluminöses armspiel mag, wird sich an den aufnahmen erfreuen. arrau und bach: was heute kaum noch einer weiß: arrau hat in den dreißiger jahren am sternschen konservatorium den gesamten klavierbach an 12 abenden (auswendig) gespielt, eine gewaltleistung. es gibt eine aufnahme der goldbergvariationen, die lange nicht veröffentlicht wurde, weil er wanda landowska den vortritt ließ. er war übrigens kein "schnipsler", aufnahmen spielte er zur freude der tonmeister in einem guss ein. er war übrigens der meinung, dass es in beethovens musik keine komik gebe, welch ein irrtum. entsprechend klingen seine beethoveneinspielungen (für mich) steril. über alles zählte für ihn die partitur. mit der gewissenhaftigkeit eines bahnwärters setzte er sie in musik um. bei arrau gibt es keine schummeltricks, oder stimmen. furchtbar hat er sich aufgeregt über eine studentin, die in einer liszt-paganinietude statt 32igstel irgendwas spielte. bewunderungswürdig: im alter von 72 hat er die etudes tranzendantes eingespielt, mit einem können und einer meisterschaft, die nur wenigen zu eigen ist. in mittleren jahren ein wandelnder notenschrank, 80 klavierabende und nocheinmal 80 abendfüllende programme im kopf. ich habe selbst erlebt, wie er zu einer probe für das erst klavierkonzert von brahms nach berlin kam. dort erfuhr er, dass das zweite gemeint war. ohne einmal in die noten zu schauen, spielte er halt das zweite. im alter reduzierte er sein programm und auch seine übungsstunden, verliebte sich zunehmend in die langsamkeit. einsamer tiefpunkt ist die aufnahme der h-mollsonate von chopin, in der er die exposition wiederholte, ein einziger zähflüssiger brei. mit ihm starb die alte liszt-sauer-krauss tradition, nenneswerte nachwuchspianisten aus dieser schule sind mir nicht bekannt. sahra
Amadé (06.12.2011, 20:23): Hallo Saphra,
danke, dass Du an diesen fleißigen und völlig uneitlen Pianisten erinnerst, den ich selbst noch am Anfang seiner Spätphase 1968 im Konzertsaal erleben durfte (Beethoven, Debussy, Liszt).
Beziehst Du Dich bei Deinen Ausführungen auf diese 4 CD-Box?
sahrapa92 (10.12.2011, 14:32): hallo amadé, nein aber etliche aufnahmen habe ich bestimmt gehört. wie gesagt, sein beethoven ist nicht mein ding. die chopin preludes spielt er technisch souverän. wer debussy dampfend mag,ist gut bedient. die albeniz aufnahme kenne ich, nur wenige wagen sich daran, arrau bewältigts mit meisterschaft. auch ich habe ihn in den sechziger jahren mehrmals im konzert erlebt. er war der lehrer meines lehrers, dem die große gnade gewährt war, "den meister", wie er ihn mit serviler stimme nannte, durch berlin zu fahren. auch als konzertpianist war arrau überaus fleißig: im schnitt spielte er 180 konzerte im jahr.
leider nicht wieder aufgelegt ist seine aufnahme der chopinetuden, die beim hören etwas zu langsam erscheinen. aber nein, er hält sich genau an die chopinschen metronomangaben. ich kenne keine aufnahme , die musikalisch und technisch besser ist. sahra