Aufnahmen auf "anderen" Instrumenten

ab (13.11.2008, 10:26):
Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

in den letzen Jahrzehnten schien es fast so als wäre Steinway auf dem Siegeszug, alles an anderen Klavierfabrikationen aus dem Tonstudio (und auch dem Konzertpodium) zu verbannen. Allenfalls war noch Bösendorfer ein kleiner Raum eingeräumt.

Inwzischen scheint sich die Lage geändert zu haben: Ja es gibt sie noch, die Piansiten, die der Allmach trotzen. In diesem Faden soll es darum gehen, auf Aufnahmen aufmerksam zu machen, die auf anderen Flügeln als Steinway oder Bösendorfer gemacht werden (oder wurden).




Im Faden hier soll es, eingeschränkt, um s.g. moderne Konzertflügel gehen - also nicht um s.g. historische Instrumente à la Hammerflügle etc.

Außerdem möchte ich den Faden gerne auf Solo-Klaviermusik-Aufnahmen einschränken.
ab (13.11.2008, 10:31):
Artur Pizarro
Ravel, Maurice: Sämtliche Klavierwerke Vol. 2
Linn Records

Hier ist der Einsatz eines Blüthner-Flügels zu verzeichen, während Pizarro in Vol. 1 noch einen Steinway bemühte.

Hier wird diese Aufnahme und auch der Klang gewürdigt.

http://magazin.klassik.com/records/covers/13775_400x400.jpg
Rachmaninov (13.11.2008, 11:58):
@ab,

ein sehr schöner Thread.
Vor einiger Zeit hatte ich die Idee einen Tread zu starten zu den verschiedenen Instrumenten. Ich bin ein großen Freund des Klanges der Fazioli Klaviere. Die Italiener können einfach eins wirklich gut, schöne Dinge kreieren! Auch die Geschichte des Unternehmens ist interessant.

Dein Thread finde ich geeigneter als den damals von mir erdachten, da er auch auf entsprechende Aufnahmen eingeht.

Wenn ich mich nicht irre spielte A. Hewitt ihre Rameau Aufnahme auf einem Fazioli ein. Muss ich nochmals nachlesen!

Im Konzertsaal bei Fazioli entstehen auch zahlreiche bekannte Aufnahmen!
satie (13.11.2008, 12:30):
Lieber ab,

eine hervorragende Idee ist dieser Thread!
Ich habe gleich mal ein wenig geforscht, ob man irgendwo etwas über die Eigenheiten der Instrumente an sich finden kann (schließlich ist der Schlüssel zum jeweils eigenen Klang eines Klaviers die genaue Verteilung der Obertöne im Klangspektrum, und das kann gewaltige Unterschiede ausmachen, auch wenn die Anschlagsstelle nur einen Millimeter weiter gegen Mitte der Saiten liegt).
Die ernüchternde Erkenntnis: nichts, nada, niente, rien, nothing!!
Nirgends konnte ich ein Spektrum finden, nicht einmal eine Beschreibung, welche Obertöne besonders stark bei den tiefen Saiten hervortreten. Daher kann dieser Thread eine wunderbare Gelegenheit sein, einfach durchs eigene Hören einmal solche Unterschiede aufzulisten, eventuell kann es gelingen, einen gültigen instrumentenbaulichen Vergleich im Hören zu finden.
Zwar wird es letztlich sehr schwierig, weil es a) viele verschiedene Modelle einer Marke gibt, die ihrerseits wieder anders klingen b) jedes Klavier ohnehin auch ein Unikat ist (trotzdem: Steinway klingt nach Steinway, und Bösendorfer klingt nach Bösendorfer). Und natürlich: letztlich dürften doch die manuellen Fähigkeiten der Interpreten für die Aufnahme entscheidend sein. Bei gewissen Werken aber könnte geradezu ein ganz neuer Klangcharakter entstehen, wenn nur einmal ein Instrument mit einem sehr präsenten 7. Oberton genommen würde (nur als Beispiel).
Insofern freue ich mich auf möglichst viele Vergleiche vor allem derselben Werke; es wäre wunderbar, eine Liste mit Aufnahmen von bsp. Schuberts Impromptus und dazu den Instrumentenangaben zu haben, denn so könnte man ganz direkt und gezielt vergleichen.

Herzlich,
S A T I E
Rachmaninov (13.11.2008, 12:35):
Sehr interessant die Kommentare der Pianisten bei Fazioli auf der Seite zu lesen :D
satie (13.11.2008, 13:18):
Leider auch hier nichts zu den klanglichen Eigenheiten... :(
ab (13.11.2008, 13:40):
An der Grenze zwischen historischen und modernen Flüglen steht wohl die Firma Erard.

Ich habe jüngst in die Aufnahme von Jos van Immerseel mit Musik von Debussy auf dem Erard-Flügel hineingehört (Channel Classics): wie betörend anders klingt doch diese Musik mit einem solchen Instrument!
:engel

Immerseels Aufnahme soll auch deshalb so interessant sein, weil er sich die Piano-Rollen-Aufnahmen, die Debussy selbst eingespielt hat, in puncto subtiler Pedal-Phrasierung ganz genau angesehen hat und versucht, diese sehr genau umzusetzen. Mir kam jedenfalls vor, dass er dabei immer noch Musik macht.

Um übrigens noch einmal darauf hinzuweisen: Debussys Eigeneinspielung wird wohl noch dieses Jahr bei TACET erscheinen, gepaart mit ebensolchen Ravels, aber auf einem Steinway-D mechanisch eingespielt. (Klanglich sicherlich deutlich erfreulicher als Rachmaninoffs erfreuliche Eigeneinspielungen bei Telarc.)

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41JS3T2DCSL._AA240_.jpg

Diese Aufnahme steht jedenfalls (schon viel zu lange) auf meinem (viel zu langen) Wunschzettel.
:hello

Joan Chissell von Grammophone schrieb zu den Préludes Buch I einst 1993:
Immerseel reminds us of the composer's own delicacy of approach, his constant striving to make listeners believe that the piano was an instrument without hammers. Sometimes I missed the bolder dynamic range and sharper, more crystalline outlines and contrasts obtainable from keyboards of today, and notably, of course, in ''Ce qu'a vu le vent d'Ouest'' and ''Les collines d'Anacapri''. But whenever a gentler, impressionistic dans une brume kind of sonority is required, then there is far more to enjoy in this well-recorded disc than I'd dared to hope—even if Immerseel's tempo is once or twice dangerously slower than requested.' l
ab (13.11.2008, 13:45):
Original von Satie
Leider auch hier nichts zu den klanglichen Eigenheiten... :(

Fazioli baut Klaviere, die den Diskant betont, also jene Bereich der Klaviatur, der dem Umfang der menschlichen Stimme entspricht. Steinway dagegen ist brilliant von unten bis oben und Bösendorfer schmiert den Bassbereich auf. So lax gesprochen...
HenningKolf (13.11.2008, 13:55):
Pletnev macht nicht nur für Blüthner Werbung, sondern er spielt auch Flügel dieser Marke. Jedenfalls die KK von Beethoven sind damit eingespielt, wenn ich es richtig erinnere. Auch ein schöner Klang. Die Art der Interpretation mit gewissen Eigenheiten muss man halt mögen - oder eben nicht

Fazioli mag ich ebenfalls sehr. Ich empfinde sie als "mittenbetont", ein wenig ähnlich als wenn es eine "loudness" - Taste am Steinway gäbe.

:hello
Henning
Rachmaninov (13.11.2008, 20:40):
Das Thema ist übrigends immerhin so interessant, dass die Damen und Herren von Piano News extra darauf hingewiesen haben, dass sie künftig sofern möglich bei den Aufnahmebesprechungen darauf hinweisen ......
satie (13.11.2008, 20:48):
Original von ab
Original von Satie
Leider auch hier nichts zu den klanglichen Eigenheiten... :(

Fazioli baut Klaviere, die den Diskant betont, also jene Bereich der Klaviatur, der dem Umfang der menschlichen Stimme entspricht. Steinway dagegen ist brilliant von unten bis oben und Bösendorfer schmiert den Bassbereich auf. So lax gesprochen...

Ich hätte das schon gerne etwas genauer gewusst. Eine Veränderung der Obertonvereilung im Spektrum ist etwas ganz anderes. Die von Dir angesprochenen Unterschiede scheinen mir eher woanders zu liegen, in der Resonanz, der Härte der Hämmer oder ähnlichem. Die Obertöne hingegen hätten eher Auswirkungen wie die Formanten bei Vokalen, sprich die grundlegende Klangfarbe würde mich interessieren und wodurch sie entsteht. Ein Jammer, dass heute kaum mehr so große Klavierausstellungen stattfinden wie vor etwa 20 Jahren (zumindest nicht in meiner Gegend, oder ich kriegs einfach nicht mehr mit...). Damals konnte ich so gut wie alle Fabrikate ausprobieren, aber ich interessierte mich noch nicht für das Warum hinter dem Klang.

Übrigens ist beim Fazioli eine Sache besonders interessant (bei welchen Modellen weiß ich jetzt gerade nicht): das vierte Pedal. Jenes führt den modernen Flügel nämlich wieder dahin, wo das Hammerklavier einmal war und eröffnet weitere dynamische Möglichkeiten. Ob die Pianisten allerdings diesen Vorteil zu schätzen wissen, bleibt fraglich, kenne ich doch auch solche, die nicht einmal das linke Pedal benutzen, weil sie es für "Betrug" halten, mit diesem Mittel leiser zu spielen (und eben gar nicht begreifen, dass es auch um die Klangfarbenregister gehen könnte). Aber das ist eine andere Geschichte...

Herzlich,
S A T I E
ab (09.12.2008, 14:04):
Claire Chevallier spielt Satie auf einem Instrument aus dem Jahre 1905. Dazu hier.

http://magazin.klassik.com/records/covers/14026_400x400.jpg
Amadé (09.12.2008, 21:31):
Das erinnert mich eher an ein Etikett einer Flasche alten französischen Weins.

Gruß Amadé :D
ab (10.12.2008, 10:49):
Original von Amadé
Das erinnert mich eher an ein Etikett einer Flasche alten französischen Weins.

Gruß Amadé :D

alter Wein in neuen Schläuchen :D

Möge uns mit dieser Rezension reiner Wein eingeschenkt worden sein und wir darüber nicht nach einem Selberhören Wasser in den Wein schütten müssen.
:J
Cosima (10.12.2008, 22:25):
Claire Chevallier war doch schon zusammen mit Immerseel auf einer Scheibe zu hören "Pieces A Deux Pianos". Die fand ich hervorragend! Und dann wieder ein Erard... und Satie... das kann eigentlich nur gut werden. :J
ab (10.12.2008, 22:36):
..und auch auf der grandiosen Ravel-CD von Immerseel als Solistin des Klavierkonzerts..
:hello
Cosima (10.12.2008, 22:48):
Original von ab
..und auch auf der grandiosen Ravel-CD von Immerseel als Solistin des Klavierkonzerts..


Stimmt, hatte ich vergessen. Die ist auch klasse! Hach, dieser Bolero... :down... dass ich den heute gelegentlich sehr gern höre, habe ich ausschließlich Immerseel zu verdanken.

:hello
Gerd Linden (11.12.2008, 19:37):
Insofern freue ich mich auf möglichst viele Vergleiche vor allem derselben Werke; es wäre wunderbar, eine Liste mit Aufnahmen von bsp. Schuberts Impromptus und dazu den Instrumentenangaben zu haben, denn so könnte man ganz direkt und gezielt vergleichen.



Badura-Skoda hat eine Aufnahme mit den Schubert-Impromtus auf Bösendorfer. Mir gefällt es nicht; das liegt aber wahrscheinlich weniger am Instrument als an der etwas schlampigen Einspielung.
ab (26.02.2010, 11:42):
Sehr anhörenswert, weniger sogar noch als das wunderbare Insrument, scheint mir vor allem die Interpretation des Französischen Pianisten Roger Murari beim Label Accord von UniversalFrance.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41HV5Z56D8L._SL500_AA240_.jpg
Gamaheh (05.03.2010, 11:03):
Original von ab
Sehr anhörenswert, weniger sogar noch als das wunderbare Insrument, scheint mir vor allem die Interpretation des Französischen Pianisten Roger Murari beim Label Accord von UniversalFrance.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41HV5Z56D8L._SL500_AA240_.jpg

Das ist so typisch eine Aufnahme, die ich Schwierigkeiten habe bis zum Ende anzuhören, weil mir hier das Gewicht zu ausschließlich auf Schönklang zu liegen scheint. Im ersten Moment betörend, wird mir sowas schnell zu viel (mit Stimmen geht es mir ebenso).

Beste Grüße,
Gamaheh

Roger Muraro ist übrigens in dem die Rekorde liebenden Frankreich dafür bekannt, daß er alle Vingt regards sur l'enfant Jésus an einem Abend im Konzert spielt.
ab (05.03.2010, 11:51):
Original von Gamaheh
Das ist so typisch eine Aufnahme, die ich Schwierigkeiten habe bis zum Ende anzuhören, weil mir hier das Gewicht zu ausschließlich auf Schönklang zu liegen scheint. Im ersten Moment betörend, wird mir sowas schnell zu viel (mit Stimmen geht es mir ebenso).


bei Stimmen geht es mir genauso; bei Klaviermusik hingegen schätze ich das sehr - ohne natürlich auf Alternativeinspielungen verzichten zu wollen.

(Dann ist vermutlich Radislav Kvapil und vielleicht auch Alexei Lubimov nichts für Dich!)

Schade bei der Aufnahme Muraros ist es, dass die Techniker den Klang des Faziolis so schlecht eingefangen haben, dass seine Stärken eigentlich gar nicht zum Tragen kommen.

Hast Du ihn einmal im Konzert gehört?
:hello
Gamaheh (05.03.2010, 14:21):
Original von ab
Original von Gamaheh
Das ist so typisch eine Aufnahme, die ich Schwierigkeiten habe bis zum Ende anzuhören, weil mir hier das Gewicht zu ausschließlich auf Schönklang zu liegen scheint. Im ersten Moment betörend, wird mir sowas schnell zu viel (mit Stimmen geht es mir ebenso).


bei Stimmen geht es mir genauso; bei Klaviermusik hingegen schätze ich das sehr - ohne natürlich auf Alternativeinspielungen verzichten zu wollen.

(Dann ist vermutlich Radislav Kvapil und vielleicht auch Alexei Lubimov nichts für Dich!)

Schade bei der Aufnahme Muraros ist es, dass die Techniker den Klang des Faziolis so schlecht eingefangen haben, dass seine Stärken eigentlich gar nicht zum Tragen kommen.

Hast Du ihn einmal im Konzert gehört?
:hello

Lieber ab,

von Radislav Kvapil habe ich leider noch nie gehört, und auch Alexei Lubimov kenne ich nur vom Hörensagen; wenn letzteres allerdings stimmt, hast Du sicher recht.

Woran merkst Du, daß die Techniker den Klang schlecht eingefangen haben, und welche Stärken meinst Du?

Ich habe Muraro leider noch nicht im Konzert gehört, hoffe aber, daß sich mal die Gelegenheit ergibt.

Beste Grüße,
Gamaheh
ab (08.03.2010, 11:05):
Original von Gamaheh
Woran merkst Du, daß die Techniker den Klang schlecht eingefangen haben, und welche Stärken meinst Du?
h

irgendwo haben wir einen eigenen Faden dazu, wo ich schon schrieb, dass Fazioli Klaviere baut, die den Diskant betonen und die Bässen und Höhen nicht wie bei Steinway brilliant macht, sondern sehr weich.
Bei der Muraro-Aufnahme kommt es mir vor, als wären die Techniker zu nahe an das Instrument herangegangen oder zumindest hätten sie die Micros zu ungünstig dort positioniert, so dass das Instrument irgendwie nicht ausgewogen von Unten bis Oben klingt sowie viel des Sonoren verloren geht (aber das alles natürlich bloß unter den Vorbehalten meiner bisherigen Erfahrung, vom stark reduzierten Klang aus dem Internet auf den Klang über CD und Anlage schließen zu können.)
:hello

Ps. Jetzt würde es mich aber doch brennend interessieren, was Du zu meiner heimlichen Liebe der Préludes von Debussy, nämlich in der sphärischen ("religiösen" - und daher höchst einseitigen) Aufnahme von Jean-Rodolphe Kars auf Bösendorfer (Decca) sagen würdest :D
Das ist nämlich purer Schönklang, aber eben nicht "rein auf Schönklang", sondern viel mehr...)
:hello
Gamaheh (09.03.2010, 21:53):
Original von ab
Original von Gamaheh
Woran merkst Du, daß die Techniker den Klang schlecht eingefangen haben, und welche Stärken meinst Du?
h

irgendwo haben wir einen eigenen Faden dazu, wo ich schon schrieb, dass Fazioli Klaviere baut, die den Diskant betonen und die Bässen und Höhen nicht wie bei Steinway brilliant macht, sondern sehr weich.
Sicher, das ist dieser Faden !

Bei der Muraro-Aufnahme kommt es mir vor, als wären die Techniker zu nahe an das Instrument herangegangen oder zumindest hätten sie die Micros zu ungünstig dort positioniert, so dass das Instrument irgendwie nicht ausgewogen von Unten bis Oben klingt sowie viel des Sonoren verloren geht (aber das alles natürlich bloß unter den Vorbehalten meiner bisherigen Erfahrung, vom stark reduzierten Klang aus dem Internet auf den Klang über CD und Anlage schließen zu können.)
Sehr schwierig zu entscheiden, was am Pianisten, was am Instrument, was an der Akustik des Aufnahmeraums, was am Techniker, was an den Mikrofonen, was an der Nachbearbeitung liegt, würde ich sagen. Grundsätzlich stelle ich mir immer vor, daß bei einer doch eher einfachen Konstellation wie einem Klavier ein halbwegs erfahrener Techniker weiß, wo er die Mikrofone aufstellen muß ... Aber ich bilde mir nicht ein, etwas davon zu wissen oder das heraushören zu können. Es gab mal eine Zugabe von einer Zeitschrift, auf der unterschiedliche Flügel vorgestellt wurden - muß sie mal heraussuchen.

Ps. Jetzt würde es mich aber doch brennend interessieren, was Du zu meiner heimlichen Liebe der Préludes von Debussy, nämlich in der sphärischen ("religiösen" - und daher höchst einseitigen) Aufnahme von Jean-Rodolphe Kars auf Bösendorfer (Decca) sagen würdest :D
Das ist nämlich purer Schönklang, aber eben nicht "rein auf Schönklang", sondern viel mehr...)

Leider kenne ich nichts von Jean-Rodolphe Kars, und auch in der Bibliothek ist nichts da ... "Spärisch" klingt interessant, aber wie sich Debussy mit dem Religiösen versteht, weiß ich mir nicht vorzustellen ...

Beste Grüße,
Gamaheh
Gamaheh (09.03.2010, 22:01):
Heureka ! Es handelt sich um eine Zugabe zur Nr. 3 von "Partituren", wobei mir - da ich Steinway Konzertflügel und Pollini sehe - einfällt, daß zu den Veränderlichen natürlich auch noch der Klaviertechniker kommt ...

Folgende Instrumente werden vorgestellt:

Cristofori/Ferrini 1730 (Nachbau)
Broadwood 1792
Anton Walter ca.1785 (Nachbau)
Blüthner Konzertflügel Modell 1
Fazioli Konzertflügel
Bechstein Konzertflügel E 1973/74
Bösendorfer Imperial
Erard, London 1851
Steinway Konzertflügel D 274

Leider habe ich im Moment keine Zeit, mir das konzentriert anzuhören - vielleicht später.

Grüße,
Gamaheh
ab (10.03.2010, 09:30):
Original von Gamaheh
Heureka ! Es handelt sich um eine Zugabe zur Nr. 3 von "Partituren", wobei mir - da ich Steinway Konzertflügel und Pollini sehe - einfällt, daß zu den Veränderlichen natürlich auch noch der Klaviertechniker kommt ...

Folgende Instrumente werden vorgestellt:

Cristofori/Ferrini 1730 (Nachbau)
Broadwood 1792
Anton Walter ca.1785 (Nachbau)
Blüthner Konzertflügel Modell 1
Fazioli Konzertflügel
Bechstein Konzertflügel E 1973/74
Bösendorfer Imperial
Erard, London 1851
Steinway Konzertflügel D 274


Interessant! War das eine beigelegte CD? Kann man die noch irgendwo bekommen?

Historische Instrumente werden auch als Bonus-CD beim "bargain of the century", der Haydn-Klaviersonaten-GA von Christine Schornsheim bei Capriccio verglichen:
Dowd Cembalo
Dulcken-Cembalo
Clavichord
Kirckman-Cembalo
Broadwood-Fügel

:hello
ab (10.03.2010, 09:49):
Original von Gamaheh
Sehr schwierig zu entscheiden, was am Pianisten, was am Instrument, was an der Akustik des Aufnahmeraums, was am Techniker, was an den Mikrofonen, was an der Nachbearbeitung liegt, würde ich sagen. Grundsätzlich stelle ich mir immer vor, daß bei einer doch eher einfachen Konstellation wie einem Klavier ein halbwegs erfahrener Techniker weiß, wo er die Mikrofone aufstellen muß ...


In der Tat, das ist schwierig, aber zunehmende Hörerfahrunge verhilft zu einem besseren Urteil, ganz gleich wie bei Urteilen über Interpretationen.
So wie es Klassikforen gibt, in denen manche sehr genau die Unterschiede der Interpretationen in Worte zu fassen suchen, so gibt es dasselbe auch für Technikforen. Auch dort werden Fehler, Mängel und Desaster minutiös besprochen. Soches kann man genauso heraushören lernen - wenn man nur wollte. (Ich kenne sogar ein paar Musikfreaks, denen es immer zuerst um den Klang der Aufnahme geht (und nur allenfalls hionterher auch um die Interpretation selbst): De gustibus non est disputandum.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass der Techniker viel zu wenig weiß oder zu wenig Erfahrung hat oder - im schlimmsten Falle - es ihm gleichgültig ist, wo die Mikrophone zu positionieren wären.
:hello
ab (10.03.2010, 09:53):
Chopin auf einem Erard-Flügel:
Sheila Arnold spielt die Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23, die 24 Préludes op. 28 sowie die Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52 (Avie)

hier rezensiert.

http://www.klassik-heute.de/covers/9/19599g.jpg
ab (10.03.2010, 14:36):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51XsK-ALurL._SL500_AA240_.jpg

Piano Pleyel, 1842

Trois nouvelles études
Sonate n°2 en si bémol mineur op.35
Valse n°5 en la bémol majeur op.42
Ballade n°2 en fa majeur
Valse n°12 en fa mineur OP.70/2
Prélude en ut dièse mineur op.45
Ballade n°3 en la bémol majeur
Valse n°7 en ut dièse mineur op.64/2
Prélude n°20 en ut mineur op.28
Gamaheh (11.04.2010, 11:15):
Original von ab
Original von Gamaheh
Sehr schwierig zu entscheiden, was am Pianisten, was am Instrument, was an der Akustik des Aufnahmeraums, was am Techniker, was an den Mikrofonen, was an der Nachbearbeitung liegt, würde ich sagen. Grundsätzlich stelle ich mir immer vor, daß bei einer doch eher einfachen Konstellation wie einem Klavier ein halbwegs erfahrener Techniker weiß, wo er die Mikrofone aufstellen muß ...
Auch dort werden Fehler, Mängel und Desaster minutiös besprochen. Soches kann man genauso heraushören lernen - wenn man nur wollte. (Ich kenne sogar ein paar Musikfreaks, denen es immer zuerst um den Klang der Aufnahme geht (und nur allenfalls hionterher auch um die Interpretation selbst): De gustibus non est disputandum.

Leute, denen es zuerst um den Klang des Instruments (und nicht in erster Linie bei Aufnahmen) geht, kenne ich auch: das sind Klavierbauer. Denen geht es aber meistens so sehr um den Klang, daß sie sich auf die Interpretation nicht mehr einlassen können oder wollen. Gleiches gilt für Phonetiker, die sich so auf die Eigenarten der Aussprache fixieren, daß sie für den Inhalt nicht mehr empfänglich sind. In beiden Fällen: Es sei denn, daß die Interpretation/die Aussage so interessant ist, daß die technischen Dinge nebensächlich werden.

Grüße,
Gamaheh
ab (31.01.2011, 21:07):
BEETHOVEN - KLAVIERSONATEN OP.109, 110, 111
LUBIMOV, ALEXEI
ZIG-ZAG TERRITOIRES

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/3760009292406.jpg

Nach seiner bemerkenswerten Einspielung der Impromptus von Schubert (ZZT100102) legt Alexei Lubimov mit den drei letzten Klaviersonaten Beethovens eine weitere Ikone der Klaviermusik im frühen 19. Jahrhundert vor. „Die Sonaten müssen ‚unbequem’ und ‚immateriell’ gespielt werden, nichts offenbart sich in ihnen von selbst, nichts spielt sich von selbst und es erfordert enormes Kopfzerbrechen, um sie für sich selbst auszuleuchten diese Sonaten haben sich vom Klavier losgelöst in sofern als sie das Instrument missachten, seine physische Natur überwinden ebenso wie tradierte musikalische Struktur.“ Lubimovs Äußerungen versprechen einmal mehr eine Aufsehen erregende Neuinterpretation klassischen Standardrepertoires, die über den bloßen Aha-Effekt der klanglichen Möglichkeiten des Hammerflügels von Conrad Graf hinausgeht und neue Einblicke in scheinbar wohlbekanntes Repertoire bietet.

Sehr witzig, im Text ist von Conrad Graf die Rede, am Cover von Alois Graff.
?(
Gamaheh (02.02.2011, 00:30):
Original von ab
BEETHOVEN - KLAVIERSONATEN OP.109, 110, 111
LUBIMOV, ALEXEI
ZIG-ZAG TERRITOIRES

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/3760009292406.jpg

Nach seiner bemerkenswerten Einspielung der Impromptus von Schubert (ZZT100102) legt Alexei Lubimov mit den drei letzten Klaviersonaten Beethovens eine weitere Ikone der Klaviermusik im frühen 19. Jahrhundert vor. „Die Sonaten müssen ‚unbequem’ und ‚immateriell’ gespielt werden, nichts offenbart sich in ihnen von selbst, nichts spielt sich von selbst und es erfordert enormes Kopfzerbrechen, um sie für sich selbst auszuleuchten diese Sonaten haben sich vom Klavier losgelöst in sofern als sie das Instrument missachten, seine physische Natur überwinden ebenso wie tradierte musikalische Struktur.“ Lubimovs Äußerungen versprechen einmal mehr eine Aufsehen erregende Neuinterpretation klassischen Standardrepertoires, die über den bloßen Aha-Effekt der klanglichen Möglichkeiten des Hammerflügels von Conrad Graf hinausgeht und neue Einblicke in scheinbar wohlbekanntes Repertoire bietet.

Sehr witzig, im Text ist von Conrad Graf die Rede, am Cover von Alois Graff.
?(

Wer von einer "Ikone der Klaviermusik" spricht und überhaupt einen so blödsinnigen Text schreibt, darf auch solche Kleinigkeiten übersehen ...

Vielen Dank für den Hinweis - da werde ich wohl zulangen müssen, denn Lubimov schätze ich sehr!

Grüße,
Gamaheh
ab (02.02.2011, 09:29):
Original von Gamaheh
[
Sehr witzig, im Text ist von Conrad Graf die Rede, am Cover von Alois Graff.
?

Wer von einer "Ikone der Klaviermusik" spricht und überhaupt einen so blödsinnigen Text schreibt, darf auch solche Kleinigkeiten übersehen ...


:J

Es handelt sich, nach Nachfrage beim Vertrieb, tatsächlich um ein Instrument des Wiener Klavierbauers Alois Graf(f), von dem aber im Netz nichts zu erfahren ist, außer dass in einem Nürnberger Mueseum ein Exemplar stehen soll.

Bitte berichte doch, was im Booklet steht, danke! :hello

Kennst Du eigentlich auch seine Mozartaufnahmen auf hinstorischem Instrument? Die angesprochene Schubertaufnahme fand ich, mehrfach im Radio hoch gepriesen, nicht so übewältigend und mir zu eigensinnig.
Wooster (03.02.2011, 11:27):
Wenn das stimmt: "diese Sonaten haben sich vom Klavier losgelöst in sofern als sie das Instrument missachten", dann ist es auch egal, ob es ein Instrument von Conrad oder Alois ist :D:D:D
ab (04.04.2013, 19:53):
Ganz neu am Markt und hier höchst gelobt.


F. Felix Mendelssohn Bartholdy:
Lied ohne Worte
Ronald Brautigam, Klavier
BIS

mit einem wunderschön tönenden und offenbar mechanisch bestens funktionierenden Instrument des bewährten Paul McNulty, der sich mit seinem Projekt auf einen Pleyel von 1830 im Rekonstruktiven wie in technisch angemessen aktualisierender Hinsicht bezieht.

http://www.klassik-heute.de/covers/10/20624g.jpg
ab (07.10.2013, 23:23):
Beethoven, Ludwig van: Klaviersonaten Nr.14 Mondschein / 17 Der Sturm / 21 Waldstein
Lubimov, Alexei
Alpha 194

Gespielt auf einem Erard-Flügel

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51HH50t8eNL._SX300_.jpg

Zig, zag geht das heute mit dem Wechseln von Labels :W
Cetay (inaktiv) (08.10.2013, 06:41):
Original von ab
Zig, zag geht das heute mit dem Wechseln von Labels :W

:rofl
ab (02.06.2015, 22:34):
auf einem original Érard-Flügel von 1880

Debussy - Frühe Klavierwerke
Suite bergamasque, Tarantelle styrienne (Danse), Rêverie, Deux Arabesques
Danse bohèmienne, Valse romantique, Images oubliées Nr. 1-3
Hubert Rutkowski
PianoClassics

https://www.jpc.de/image/w600/front/0/5060385450260.jpg :hello