die Epoche des Barock ist bei mir bislang etwas zu kurz gekommen, da mein Interessenschwerpunkt auf anderen Gebieten liegt. Abgesehen von den bekannten Komponisten wie Bach, Händel, Telemann, Scarlatti und Vivaldi habe ich hier also wenig Erfahrung.
Klammert man die o.g. Namen aus, bleiben immer noch sehr viele Barockmeister, die man zumindest mit ausgewählten Werken kennen gelernt haben sollte. Ich denke z.B. an Marais und Rameau, mit denen ich mich schon länger beschäftigen wollte. Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Meine Vorlieben sind inzwischen bekannt, deshalb würde ich mich über Empfehlungen freuen, die nicht gerade in Richtung Vokal- und Orgelmusik gehen. Werke mit Flöte, Klarinette, Horn, Harfe o.ä. als Soloinstrument dürfen auch gerne ausgelassen werden. Damit wäre das Gebiet deutlich eingegrenzt. Ich hoffe, es bleibt überhaupt noch etwas übrig.
Herzlichen Dank und viele Grüße, Cosima
Rachmaninov (27.05.2006, 12:40): Original von Cosima Ich denke z.B. an Marais und Rameau, mit denen ich mich schon länger beschäftigen wollte. Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Rameau ist sicherlich einer der Komponisten mit denen Du Dich einmal beschäftigen kannst/solltest!
Vor einiger Zeit habe ich mit eine Aufnahme von Pierre Hantai mit Werken von Girolamo Frescobaldi (* 9. September 1583 in Ferrara; † 1. März 1643 in Rom) bestellt. Allerdings auf dem Cembalo!
LEIDER, gibt es keine Aufnahme auf dem modernen Klavier. Wäre aber sicherlich ein Genuss Pletnev oder Sokolov damit zu hören.
Jack Bristow (27.05.2006, 13:28): Original von Cosima die Epoche des Barock ist bei mir bislang etwas zu kurz gekommen, da mein Interessenschwerpunkt auf anderen Gebieten liegt. Abgesehen von den bekannten Komponisten wie Bach, Händel, Telemann, Scarlatti und Vivaldi habe ich hier also wenig Erfahrung.
Klammert man die o.g. Namen aus, bleiben immer noch sehr viele Barockmeister, die man zumindest mit ausgewählten Werken kennen gelernt haben sollte. Ich denke z.B. an Marais und Rameau, mit denen ich mich schon länger beschäftigen wollte. Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Meine Vorlieben sind inzwischen bekannt, deshalb würde ich mich über Empfehlungen freuen, die nicht gerade in Richtung Vokal- und Orgelmusik
Es ist natürlich so, dass im Barock eigentlich Vokalsmusik, nämlich Oper und geistliche Musik (oder auch weltliche Vokalmusik) sehr klar dominiert, jedenfalls aus der Sicht der Zeitgenossen war Instrumentalmusik nachrangig. Zu Zelenka kann Mitglied Zelenka sicher mehr sagen, ich empfehle die Triosonaten (hauptsächlich Oboen, Cembalo, Bass, ich hoffe das wird toleriert). Zu frz. Barockmusik kann ich wenig sagen, ich würde in je eine Cembalo-Auswahl von Rameau und Couperin reinhören. Zumindest von Couperin gibt es auch sehr schöne Kammermusik. Ein weiterer interessanter Komponist ist Heinrich Iganz Franz Biber, Manze spielt diese Sonaten so, dass sie fast etwas jazzartiges haben, die Giardino Armonico CD mit farbiger "Programmmusik" ist nur gebraucht zu bekommen, aber sehr schön.
Cosima (27.05.2006, 13:57): Von Biber besitze ich diese CD mit dem Combattimento Consort Amsterdam / Jan Willem de Vriend. Sie war einmal überschwänglich gelobt worden, sagt mir jedoch nicht besonders zu. Nicht etwa, weil mir die Stücke nicht gefielen, aber die Interpretationen klingen mir allzu glatt und modern. Seitdem habe ich keinen Anlauf mehr mit Biber gemacht.
Manze mit den Violinsonaten ist ganz sicher ein guter Tipp, danke. Giardino Armonico ist auch interessant – ich besitze zwei CDs mit unterschiedlichen Komponisten. Beide empfehlenswert.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/4200936.jpg und http://www.wom.de/image/cover/front/0/3202671.jpg
Gruß, Cosima
Cosima (27.05.2006, 15:33): Der letzten FF lag eine CD des frz. Labels „Zig-Zag“ bei. Ich hörte sie eben erstmalig. Ein Ausschnitt der 3. Violinsonate von Johann Paul von Westhoff (1656-1705) ließ mich aufhorchen. Auf wdr.de fand ich dies hier:
„Etwa dreißig Jahre vor Bach geboren, war Westhoff bislang nur eine Randerscheinung im Lexikon. Die Zeit, in der die Sonaten für Violine und Basso continuo von Westhoff ein Schattendasein führten, ist mit der vorliegenden Einspielung von David Plantier und Les plaisirs du Parnasse nun sicherlich vorüber. Auch Zeitgenossen wie Johann Jacob Walther und Heinrich Ignaz Biber haben für diese im Barock überaus beliebte Besetzung komponiert. Westhoff grenzt sich von ihnen durch eine erstaunliche Vielfalt an Formen und musikalischen Charakteren ab. Vor allem ihre italienischen Einflüsse verrät die Musik. Viele Stücke sind dem Spektakel der Barock-Oper entsprungen und auf diese beliebte Besetzung für Solo-Violine und Basso continuo übertragen; darunter auf der Violine "gesungene" Arien, programmatische Stücke und Naturschilderungen. David Plantier hat seine Technik und Artikulation schon vor Jahren ganz auf die Barockmusik umgestellt. Seine Violine moderner Bauart tauschte er gegen jenes für die Aufnahme verwendete Tiroler Instrument aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ein. Die dynamische Bandbreite lotet er darauf bis ins Extrem aus.“
In die CD mit David Plantier habe ich reingehört (auf der jpc-Seite ist Track 8 der aus der FF-Beilage, der mir so gefiel), die kurzen Höreindrücke als auch die Rezension klingen sehr gut. Auch auf klassik.com hat diese CD in Sachen Interpretation und Klang allerbeste Bewertungen erhalten. Kennt jemand den Komponisten bzw. diese Aufnahme und kann die euphorischen Beurteilungen unterstützen?
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6337623.jpg
Gruß, Cosima
Mime (27.05.2006, 15:53): Hallo Cosima,
der Barockbedarf des Normalsterblichen dürfte mit Bach und Händel so ziemlich abgedeckt sein.Davon aber dann so viel Werke wie möglich. Von Bach hab ich das Gesamtwerk,von Händel die wichtigsten Vokalwerke,instrumental bin ich noch am aufrüsten.
Die Klarinette übrigens kommt in der Barockmusik noch nicht vor.Heute wird sie hin und wieder eingesetzt,original war bei Holz die Oboe tonangebend und die Traversflöte.
Den Durchbruch fand dieses schöne Instrument zu Mozarts Zeit.Sein Freund Stadler,dem er das A-Dur-Konzert gewidmet hat,war ein bekannter Klarinettenbauer. :hello
Jack Bristow (27.05.2006, 16:52): Original von Mime Die Klarinette übrigens kommt in der Barockmusik noch nicht vor.Heute wird sie hin und wieder eingesetzt,original war bei Holz die Oboe tonangebend und die Traversflöte.
Es gibt bei Telemann und Vivaldi mitunter Chalumeaux (salmoe), eine Vorform der Klarinette (z.B. in Vivaldis RV 558 hoffentlich stimmt die Nummer, einem Konzert für eine unglaubliche Mixtur von Instrumenten; ich empfehle ohnehin jedem, der nur seine Violinkonzerte kennt, sich mal einige der Konzerte per molti stromenti anzuhören!)
@ Cosima: von Westhoff habe ich noch NIE gehört...
vielel Grüße
J. Bristow
satie (27.05.2006, 17:53): Original von Mime der Barockbedarf des Normalsterblichen dürfte mit Bach und Händel so ziemlich abgedeckt sein.Davon aber dann so viel Werke wie möglich.
Das ist meines Erachtens nach nun aber eine sehr seltsame Empfehlung... Zumal man damit doch nur den Spätbarock abdeckt. Spricht da nicht doch eher der normalsterbliche Wagnerianer?? :-) Ich würde auf keinen Fall den Frühbarock außer Acht lassen. Schein, Scheidt, Schütz, Monteverdi, Gesualdo sind hochinteressant, ebenso Giovanni Gabrieli, Antonio de Cabezon und viele andere. Und was ist mit den Engländern Purcell und Dowland?
Original von Mime Die Klarinette übrigens kommt in der Barockmusik noch nicht vor.Heute wird sie hin und wieder eingesetzt,original war bei Holz die Oboe tonangebend und die Traversflöte. Den Durchbruch fand dieses schöne Instrument zu Mozarts Zeit.Sein Freund Stadler,dem er das A-Dur-Konzert gewidmet hat,war ein bekannter Klarinettenbauer. :hello
Erst gegen Ende des Barock verdrängt die Quer- oder Traversflöte die Blockflöte. Existiert hatte die Querflöte allerdings tatsächlich viel früher. Das gebräuchliche Flöteninstrument war aber im Barock die Blockflöte. Die Klarinette kommt in der Mannheimer Schule ins Orchester (Stamitz), wo Mozart sie hört und ganz begeistert ist. Ob sie damals noch so schrill geklungen haben wie das Chalumeau (clarinetto ist ja die kleine Trompete) weiß ich allerdings auch nicht...
Satie
Cosima (27.05.2006, 19:47): Hallo allerseits,
diese Sache mit der Klarinette ist mir nun etwas unangenehm. Aber danke für die Aufklärung! Um mich zu rehabilitieren, habe ich aber zumindest ein Werk eines Barockmeisters gefunden, bei dem die Klarinette schon eine Rolle spielte: Händel, Ouvertüre HWV 424, Besetzung: 2 Klarinetten und corni di caccia. Nun geht es mir wieder besser. :D
Um noch einmal auf die Auswahl zurück zu kommen: Ich beabsichtige nicht, allzu tief in die Barockepoche einzusteigen. Sehr vieles von Bach kenne ich natürlich, Händel interessiert mich weniger, Vivaldi (die Violinkonzerte) höre ich gern, ebenso Corelli und Locatelli. Von Westhoff schien mir in eine ähnliche Richtung zu gehen, deshalb meine Interesse.
Hättet Ihr konkrete Empfehlungen zu Marais und Rameau?
Gruß und vielen Dank, Cosima
Rachmaninov (27.05.2006, 20:00): @Cosima,
empfehlenswert bei Vivaldi sind übrigens ebenfalls die Cellokonzerte!
Bei Rameau kenne ich bisher "nur" eine Aufnahme, und das ist diese hier:
satie (27.05.2006, 20:03): Liebe Cosima, ich habe gerade eine Marais-CD im Player mit Laurence Dreyfus (Viola da Gamba) und Ketil Haugsand (Cembalo), darauf einige schöne Suiten und Folies d'Espagne. Das ist eine schöne Aufnahme mit Solostücken. Ansonsten empfehle ich hier natürlich meinen Liebling Jordi Savall.
Satie
Gerion (27.05.2006, 20:50): Liebe Cosima,
wenn Du von Bach schon die Brandenburgischen Konzerte kennst und magst, möchte ich Dir - natürlich neben Händels Concerti Grossi - die Dresden Concerti von Johann David Heinichen empfehlen:
Hast Du schonmal Musik von der Bach-Familie, insbes. den Söhnen, gehört?
Grüße, Gerion
Cosima (27.05.2006, 21:05): Original von Gerion Hast Du schonmal Musik von der Bach-Familie, insbes. den Söhnen, gehört?
Lieber Gerion,
die Brandenburgischen kenne ich natürlich, Händels Concerti Grossi auch. Was die Bach-Söhne anbelangt: Hier kenne ich bislang nur die Sonaten und Rondos von C.P.E. Bach. Die sind sehr gut! Ich habe eine Aufnahme von Pletnev. Den Namen Heinichen lese ich gerade zum ersten Mal.
Vielen Dank für all die tollen Anregungen, die bislang schon kamen!
Gruß, Cosima
Jack Bristow (27.05.2006, 21:17): Die Bach-Söhne gehören auch nicht wirklich mehr zum Barock, eher zu Vorklassik/Frühklassik/Klassik (was nicht heißt, dass man von CPE nicht einiges kennen sollte, es gibt eine tolle CD mti Klaviertrios bei jpc (cpo Trio 1790) für 4,99. Die MAK/Heinchen-Empfehlung unterstütze ich ausdrücklich (ich hab eine Doppel-CD, weiß nicht ob das überlappt), sehr fetzig, farbig und unterhaltsam (AFAIK eine "Ausgrabung" von Goebel selbst). Zu Marais kann ich nur den Film mit Depardieu (pere et fils) erwähnen (tous le matins du monde/Die siebte Saite), falls Du den nicht kennst. Nichts Spektakuläres, aber sehenswert (soundtrack mit Savall).
viele Grüße
J. Bristow
Cosima (27.05.2006, 21:25): Original von Jack Bristow Zu Marais kann ich nur den Film mit Depardieu (pere et fils) erwähnen (tous le matins du monde/Die siebte Saite), falls Du den nicht kennst. Nichts Spektakuläres, aber sehenswert (soundtrack mit Savall).
Den Soundtrack hatte ich mir auch einmal zugelegt, weil ich Depardieu sehr gut finde - also weniger wegen der Musik.
Gruß, Cosima
AcomA (27.05.2006, 21:33): liebe Cosima und alle anderen freunde,
für mich haben die werke der frühbarocken deutschen meister eine sehr hohe bedeutung. sie führen zur instrumentalkunst auf höchstem niveau und stimulieren leib und seele gleichermaßen durch ihren 'stylus phantasticus' !
dietrich buxtehude, johann adam reincken und franz ignaz biber
gruß, siamak :engel
Daniel Behrendt (27.05.2006, 22:14): Liebe Leute,
hab' ich ihn überlesen oder fehlt hier etwas noch:
Henry Purcell?
Wenn nicht: Ich habe mir gerade runde 3 Stunden Purcell über Kopfhörer gegeben - nach so einer Session wird mir wieder ma klar, warum ich Purcell so liebe...
LG! Daniel
satie (27.05.2006, 22:37): Doch, auf Purcell hatte ich schon hingewiesen. Da allerdings Cosima eher wenig an Vokalmusik interessiert ist, ist er vielleicht doch nicht so der richtige. Bzw.: was gibt es eigentlich sonst so von ihm? Ich kenne praktisch nur Vokalmusik, bzw. instrumentales aus Opern. Einige Einzelstücke, ja, einige Grounds oder ähnliches, allerdings sind das nicht so unbedingt die beeindruckendsten Kompositionen. Also was gibt es noch von ihm? Würde mich auch interessieren!
Satie
martin (27.05.2006, 23:17): Ja, Purcell liebe ich auch sehr. Aber wenn man halt Vokalmusik nicht mag ist da nichts zu machen. Es gibt allerdings von Hyperion die 3 CD Collection mit dem Parley of Instruments Orchestra unter Roy Goodman mit den "Complete Ayres" for the Theatre. Also alles Nichtvokale aus den Opern. Eigentlich war das heller Wahnsinn dieses teure Ding zu kaufen, aber da war halt ein bestimmtes Stück drauf, ein Wahnsinnsteil aus dem Timon von Athen, das gefiel uns halt so sehr, als wir es mit dem Goodman im Radio hörten. Das ist toll, aber wenn ich offen bin, habe ich die CDs bisher selten gehört, weil ich halt die Vokalmusik sehr liebe. Aber wenn Cosima eine ausgesprochene Abneigung vor dem Vokalen hat, kann sie das ja in Erwägung ziehen. Ich müßte es eigentlich selber noch mal hören, um ein Urteil zu fällen. Dieses eine Stück aus dem Timon von Athen ist jedenfalls supergeil, klingt fast so wie eine Art Barocktango - umwerfend.
Gruß Martin
Jack Bristow (27.05.2006, 23:29): Original von Satie Doch, auf Purcell hatte ich schon hingewiesen. Da allerdings Cosima eher wenig an Vokalmusik interessiert ist, ist er vielleicht doch nicht so der richtige. Bzw.: was gibt es eigentlich sonst so von ihm? Ich kenne praktisch nur Vokalmusik, bzw. instrumentales aus Opern. Einige Einzelstücke, ja, einige Grounds oder ähnliches, allerdings sind das nicht so unbedingt die beeindruckendsten Kompositionen. Also was gibt es noch von ihm? Würde mich auch interessieren!
Weil mir zunächst auch nur Vokalmusik einfiel, bin ich auf Purcell auch nicht eingegangen. Es gibt etliches an Cembalostücken und (sehr kurzen) Suiten; gefällt mir sehr gut, sind aber in Umfang und Anspruch eher bescheidene Stücke. Dann gibt es ca. 2 dutzend Triosonaten (Sonatas in three and four parts, aber die unterscheiden sich nicht groß, beide sind für 2 Geigen, tiefes Streichinstrument und Cembalo). Es gibt ein preiswertes Duo bei harmonia mundi (London Baroque)
Wenn Cosima die Gambensachen von Marais & Co gefallen haben, dann sind jedoch die "Fantazias" für Gamben-Consort Pflicht, einer damals eigentlich schon altmodischen Gattung. Sie passen auf eine CD; ich kenne nur diese Aufnahme des Ensembles Fretwork:
ich habe eben nochmal in die erste der Goodmanscheiben reingehört und mir gefiel sie jetzt beim Wiederhören doch sehr gut. Da sind einige Geniestreiche dabei. Worauf man sich aber schon einstellen muß: Diese Stücke sind alle sehr kurz. Das sind 50, 51 Stücke pro CD auf den ersten beiden Scheiben. Und da ist dann schon mal eine Ouvertüre dabei, die 3 Minuten dauert, aber viele Stücke, die manchmal nur eine knappe Minute dauern. Die Intonation der Bläser in der tollen Ouvertüre zur Fairy Queen schien mir nicht so sauber zu sein wie bei meiner Naxoseinspielung, anderseits will ich nicht griesgrämig sein, das ist schon sehr stimmungsvoll.
Aber die Stücke sind halt oft sehr kurz, Du bist gerade dabei zu sagen: Was für ein tolles Stück ist das, dann ist es auch schon wieder vorbei. Wiegesagt, mir persönlich gefallen diese Stücke schon besser im Zusammenhang der vollständigen Opern. Aber die liegen Dir ja nicht. Was die CDs kosten, weiß ich nicht, ich glaube irgendwas zwischen Hoch und Midprice.
Gruß Martin
Cosima (28.05.2006, 09:21): Hallo allerseits!
Ich glaube, mit Purcell und mir wird es nichts werden. Erst kürzlich habe ich Dido & Aeneas (Les Arts Florissants, Christie) wieder verkauft. Welches sind denn jeweils die „Hauptwerke“ der bekanntesten Barockkomponisten? Soll heißen: In welcher Musikgattung waren sie „Spezialist“. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Kann man das überhaupt so einfach definieren (wie z.B. Chopin = Klaviermusik; Wagner = Oper)?
Bach klammern wir aus. Purcell und Oper, das ist klar. Scarlatti – Cembalosonaten (die kenne ich, wie gesagt) Biber – Violinsonaten? Von Boyce habe ich die 8 Symphonien, op. 2. Frescobaldi – Orgelmusik? Locatelli, Tartini, Corelli und Vivaldi bringe ich zuerst mit Werken für Violine in Verbindung. Aber vielleicht sehe ich das zu einseitig.
Bleiben u.a. Couperin, Rameau und Marais. Um diese CD schleiche ich auch schon eine Weile herum:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/8102030.jpg
Kennt die jemand? Ein Ausschnitt seinerzeit – auch auf einer FF-Beilage – klang sehr viel versprechend.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (28.05.2006, 09:28): Original von Cosima Frescobaldi – Orgelmusik?
@Cosima,
also ich hatte in dem Zusammenhang nichts von Orgel geschrieben! :cool
Cosima (28.05.2006, 10:10): Original von Rachmaninov Original von Cosima Frescobaldi – Orgelmusik?
@Cosima,
also ich hatte in dem Zusammenhang nichts von Orgel geschrieben! :cool
Lieber Richard,
ich weiß, aber ich meinte in diesem Zusammenhang auch etwas anderes: Ist Frescobaldi nicht vor allem wegen seiner Orgelmusik so berühmt? So wie Purcell wegen seiner Opern? Ich möchte vermeidern, mich mit „Nebenwerken“ der jeweiligen Komponisten zu befassen. Zum Beispiel denkt man bei Bruckner sofort an seine Symphonien, ich besitze aber auch eine CD mit Klaviermusik von ihm. Die ist sehr ulkig, aber nicht unbedingt eine Meisterleistung. :rofl
Ich hoffe, mich nun verständlicher ausgedrückt zu haben.
Gruß, Cosima
Jack Bristow (28.05.2006, 10:52): Original von Cosima Ich glaube, mit Purcell und mir wird es nichts werden. Erst kürzlich habe ich Dido & Aeneas (Les Arts Florissants, Christie) wieder verkauft. Welches sind denn jeweils die „Hauptwerke“ der bekanntesten Barockkomponisten? Soll heißen: In welcher Musikgattung waren sie „Spezialist“. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Kann man das überhaupt so einfach definieren (wie z.B. Chopin = Klaviermusik; Wagner = Oper)?
Bach klammern wir aus. Purcell und Oper, das ist klar. Scarlatti – Cembalosonaten (die kenne ich, wie gesagt) Biber – Violinsonaten? Von Boyce habe ich die 8 Symphonien, op. 2. Frescobaldi – Orgelmusik? Locatelli, Tartini, Corelli und Vivaldi bringe ich zuerst mit Werken für Violine in Verbindung. Aber vielleicht sehe ich das zu einseitig.
Bleiben u.a. Couperin, Rameau und Marais. Um diese CD schleiche ich auch schon eine Weile herum:
Es gibt im Barock diese "Spezialisierung" wie man sie etwa im 19. Jhd. findet sehr selten. Ich glaube, der einzige berühmte Komponist, der seinerzeit nur Instrumentalmusik komponierte, war Corelli. Von Vivaldi gibt es viele Opern und Kirchenmusik, obwohl er vermutlich schon damlas hauptsächlich für sein Konzerte berühmt war. Couperin hat Kirchen- und Instrumentalmusik komponiert, Rameau Opern (bzw. diese französischen Balettopern), dann v.a. Cembalo- und etwas Kammer- u. Orchestermusik. Ich habe oben eine Couperin-CD mit Kammermusik genannt. Von Rameau würde ich noch die Suite aus Les Indes galantes empfehlen (Orchester), sehr farbig und unterhaltsam. Cembalomusik der beiden gibt es einiges, ich kenne mcih nicht aus, irgendeine Auswahl-CD reicht gewiß, um einen Eindruck zu erhalten (Rousset, Baumont, Hantai sind jüngere franz. Cembalisten). (Bei Marais kann ich nicht weiterhelfen) Übrigens höre ich gerade Purcells Triosonaten. Wenn dir die von Corelli gefallen haben, wären sie auch einen Versuch wert, obwohl sie nicht so ins Zentrum seines Schaffens gehören wie Opern und Oden. Was gefiel Dir denn an Dido & Aeneas eigentlich nicht?
viele Grüße
J. Bristow
Cosima (28.05.2006, 11:49): Hallo Jack,
Du schriebst:
Es gibt im Barock diese "Spezialisierung" wie man sie etwa im 19. Jhd. findet sehr selten.
Ja, dieser Hinweis hilft mir schon weiter. Ich war also auf einer falschen Fährte.
Couperin hat Kirchen- und Instrumentalmusik komponiert,
Eben erst fiel mir auf, dass es mindestens zwei verschiedene Couperins gab, die ganze Familie war wohl musikalisch sehr aktiv. Entsprechend besitze ich zwei CDs: Erstens von dem berühmteren Francois Couperin (1668-1733) diese Aufnahme mit Cembalo-Werken, gespielt von Angela Hewitt, Piano (Hyperion).
Zweitens diese Einspielung mit Werken seines Cousins Armand-Louis Couperin (1725-1789), der vornehmlich für das Cembalo komponierte, gespielt von Harald Hoeren (cpo) auf dem Cembalo.
Was gefiel Dir denn an Dido & Aeneas eigentlich nicht?
Ich hatte beschlossen, Prioritäten zu setzen und den Teil meiner Sammlung aufzulösen, den ich einst zwar aus Interesse, aber mehr im Sinne einer Pflichtübung gekauft hatte. Das heißt, dieser Aufräumaktion fiel fast der gesamte Bereich Oper und überhaupt Vokalmusik zum Opfer. Es hat also nicht speziell mit Dido & Aeneas zu tun, sondern generell mit meiner Abneigung gegen Vokalmusik.
Gruß, Cosima
martin (28.05.2006, 12:25): Liebe Cosima,
da Du Dich ja für Marais interessierst, ich habe diese CD:
Auf dem Bild ist natürlich gar nichts zu erkennen. Es handelt sich um die Naxos CD Marin Marais, Sainte Colombe "The greatest Masterworks". Gespielt vom Spectre de la Rose. Besetzung des Ensembles: 3 Gamben, eine Barockvioline, Theorbe und Barockgitarre, Cembalo.
Mir hat diese CD gefallen. Vielleicht ( auch unter Kostengesichtspunkten) kein schlechter Einstieg. Dem Penguinsguide gefiel diese CD auch und es sollen auf ihr wohl auch jene Stücke vertreten sein, die in dem bewußten Film über das Leben von Marais und Sainte-Colombe ( den ich nicht gesehen habe) gespielt worden sind.
Gruß Martin
Cosima (28.05.2006, 13:06): Lieber Martin,
danke für den Tipp, aber Jack sprach ja schon den Soundtrack (Tous les matins du monde / Jordi Savall) an. Ich schrieb weiter oben, dass ich ihn auch besitze. Ein kurzer Abgleich ergab, dass viele Werke auf der Naxos-CD auf meiner bereits enthalten sind. Sie ist übrigens sehr gut, ich hörte sie heute schon:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/4350374.jpg
Gruß, Cosima
Rachmaninov (28.05.2006, 18:58): Original von Cosima
wie schätzt Du die Couperin Aufnahme von A. Hewitt ein?
Daniel Behrendt (28.05.2006, 21:41): ... ich bin zwar nicht Cosima, aber die drei Couperin-Scheiben von Angie finde ich durchweg sehr schön. Ihr expressives, ungemein feinmechanisches Spiel prädestiniert sie geradezu für die Clavecinisten. Auch der Flügelklang ist erste Sahne - dank dem fabelhaften (übrigens auch in Hannover lebenden) Klaviertechniker Gerd Finkenstein. Erlesenes Kavierspiel - aber ob's gleich drei Alben sein mussten? Falls du nur eine Scheibe haben willst: Nimm Vol. 1.
Übrigens: Angeblich soll Angie auch Rameau-Suiten in Planung haben - beschwören will ich's allerdings nicht...
LG! Daniel
satie (28.05.2006, 21:47): Nur zur Sicherheit, da ich gerade etwas verwirrt bin: ist das eine Aufnahme mit Cembalo oder nicht?
Für Aufklärung dankt Satie
Cosima (28.05.2006, 22:49): Hallo Richard,
nun hat Daniel ja schon geantwortet, danke! Ich habe beide CDs noch einmal hintereinander gehört. Das sollte man nicht tun, wie ich herausfand. Die eine, auf dem Cembalo gespielt, die andere, auf dem modernen Flügel - das wirkt irritierend im Bezug auf die Musik an sich. Eigentlich ziehe ich den Klang eines modernen Instrumentes vor, fand aber für diese Barockmusik die Hoeren-Aufnahme adäquater. Sie wirkt lebendiger, farbiger und inspirierter, obgleich ich denke, dass Angela Hewitt ihre Sache sehr gut macht, sie hat ein schönes Gefühl für die kleinen, zarten Verzierungen. Deshalb würde ich die Aufnahme auch empfehlen. Aber insgesamt wirkt sie vergleichsweise wegen des Instruments im Ausdruck „flacher“.
Gruß, Cosima
Daniel Behrendt (28.05.2006, 23:19): Hallo Satie,
Zitat Satie: Nur zur Sicherheit, da ich gerade etwas verwirrt bin: ist das eine Aufnahme mit Cembalo oder nicht?
Falls sich deine Frage auf Angela Hewitts Aufnahmen bezieht: Nein, nein, sie spielt auf dem Flügel. Natürlich muss man gegenüber dem Cembalo ein paar Abstriche in Puncto Geschmeidigkeit der Triller und üppigen Ornamente machen, aber die steinwaysche Klangfülle hat immerhin auch ihren Reiz. Aber, wie gesagt: Alle drei Scheiben muss man für meinen Geschmack wirklich nicht besitzen...
LG! Daniel
Zelenka (29.05.2006, 13:24): Original von Daniel Behrendt Hallo Satie,
Zitat Satie: Nur zur Sicherheit, da ich gerade etwas verwirrt bin: ist das eine Aufnahme mit Cembalo oder nicht?
Falls sich deine Frage auf Angela Hewitts Aufnahmen bezieht: Nein, nein, sie spielt auf dem Flügel. Natürlich muss man gegenüber dem Cembalo ein paar Abstriche in Puncto Geschmeidigkeit der Triller und üppigen Ornamente machen, aber die steinwaysche Klangfülle hat immerhin auch ihren Reiz. Aber, wie gesagt: Alle drei Scheiben muss man für meinen Geschmack wirklich nicht besitzen...
LG! Daniel
Ich habe mich einfach nicht entschließen können, die drei Couperin-Folgen von A. Hewitt zu kaufen, nachdem ich Proben gehört habe. Der moderne Flügel scheint mir letztlich nicht geegnet für die Musik. Hewitt hat zwar flinke Finger, aber das Instrument ist nicht schnell genug, und ihre Ornamentierungen unterbrechen eher den Fluß der Musik. Man sollte eher zu Cembalo-Einspielungen greifen. Empfehlen kann man z.B. diese Auswahl:
zu deiner zeit gab es ja nur das cembalo bzw. noch nicht den modernen flügel ! :rofl
aber im ernst, ich hörte damals das gesamte cembalo-werk couperins (le grand) mit huguette dreyfuss. nach spätestens 45 minuten geht IMO das 'gezirpe', wie gieseking es nannte, auf die nerven ! :(
ich finde die realisation duch hewitt vorzüglich ! das sie die verzierungen nicht adäquat formulieren kann, höre ich nicht !
gruß, siamak :)
Zelenka (29.05.2006, 14:06): Original von AcomA hallo Jan Dismas,
zu deiner zeit gab es ja nur das cembalo bzw. noch nicht den modernen flügel ! :rofl
aber im ernst, ich hörte damals das gesamte cembalo-werk couperins (le grand) mit huguette dreyfuss. nach spätestens 45 minuten geht IMO das 'gezirpe', wie gieseking es nannte, auf die nerven ! :(
ich finde die realisation duch hewitt vorzüglich ! das sie die verzierungen nicht adäquat formulieren kann, höre ich nicht !
gruß, siamak :)
Lieber Siamak:
Ja, mit dem neumodischen Flügel, der zu meiner Zeit noch nicht erfunden war, habe ich immer noch meine Schwierigkeiten. Kann mich einfach in Couperins Musik nicht an ihn gewöhnen (bei Bach geht es ganz gut). Das "Gezirpe" ist ja noch relativ harmlose Kritik am Cembalo, schlimmer ist der alte Spruch von den auf einem Blechdach kopulierenden Skeletten. Jedenfalls verfällt der Ton eines Cembalos schneller als der eines neumodischen Flügels, und zu meiner Zeit hat man u.a. allein aus dem Grund Verzierungen angebracht, um mehr Ton oder Klang zu haben. Beim Flügel ist das ein wenig überflüssig und anachronistisch. Und in Hewitts Fall zweifle ich zusätzlich ein wenig, ob sie ganz den Witz der Couperinschen Kompositionen erfaßt hat ... Sempé hat es.
Beste Grüße,
J.D.Z.
Zelenka (29.05.2006, 15:33): Original von Cosima Der letzten FF lag eine CD des frz. Labels „Zig-Zag“ bei. Ich hörte sie eben erstmalig. Ein Ausschnitt der 3. Violinsonate von Johann Paul von Westhoff (1656-1705) ließ mich aufhorchen. Auf wdr.de fand ich dies hier:
In die CD mit David Plantier habe ich reingehört (auf der jpc-Seite ist Track 8 der aus der FF-Beilage, der mir so gefiel), die kurzen Höreindrücke als auch die Rezension klingen sehr gut. Auch auf klassik.com hat diese CD in Sachen Interpretation und Klang allerbeste Bewertungen erhalten. Kennt jemand den Komponisten bzw. diese Aufnahme und kann die euphorischen Beurteilungen unterstützen?
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6337623.jpg
Gruß, Cosima
Liebe Cosima:
Doch, die euphorischen Beurteilungen kann ich im Prinzip nur unterstützen. Westhoff ist sicher eine sehr schöne Wiederentdeckung! Seine Musik hat dem Sonnenkönig schon gefallen. Die Sonaten sind wunderschön abwechslungsreich, und der Virtuose, der Westhoff war, kann zeigen, was er alles kann. Westhoff scheint später Professor für moderne Sprachen in Wittenberg geworden zu sein. Ob noch mehr Kompositionen erhalten sind, weiß ich nicht. (Ich habe die CD auch mal in "Was höre ich gerade jetzt?" plaziert, aber leider kommentarlos und daher ziemlich nutzlos.) Würde aber allen, die sich in diesem Bereich neu tummeln wollen, erst einmal immer noch eher Biber empfehlen.
Gruß,
Zelenka
satie (29.05.2006, 15:40): Eigentlich soll es ja darum hier nicht gehen... aber dennoch: man vergisst sehr oft, dass die Bezeichnung Klavier bis hin zu Mozart meist das Clavichord meint! Natürlich nur bei Solostücken, denn gegen ein Orchester hat das Instrument nun gar keine Chance mehr. Der Klang allerdings ist weitaus weniger ermüdend als der des Cembalos, welches aufgrund seiner extremen Obertönigkeit diesen charakteristischen Klang hat. Mir stellt sich hier wieder einmal auch die Frage nach dem Tempo, denn auf einem Clavichord kann man, zumindest wenn es ein gebundenes Instrument ist (sprich: mit einer Saite mehrere Töne erzeugt werden) nicht gerade rasend schnell spielen. Allerdings sind Couperins Werke sicher viel mehr für das Cembalo gedacht. Ich persönlich finde hier den authentischeren Klang auch besser als den modernen Flügel. Es ist auf jeden Fall wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass im Barock mit Klavier (Clavier) verschiedene Instrumente (auch manchmal die Orgel) gemeint sein können. Der Hammerflügel gehört wie bereits bemerkt noch nicht dazu. Bei wirklich für die Kammer komponierten Stücken muss man eigentlich davon ausgehen, dass sie sowohl auf dem Cembalo wie auch auf dem Clavichord gespielt wurden. Je polyphoner, desto eher muss es ein Cembalostück sein (bzw. je dicker der Satz). Natürlich bleibt es aber Geschmackssache, ob man das Cembalo mag oder nicht. Es ist dasselbe wie mit der Blockflöte, die viele Hörer auch nicht leiden können, obwohl sie die richtige Flöte für die meisten Barockwerke ist. Etwas ähnliches gilt auch noch für den Continuosatz, den man mit Cello oder auch Fagott als Bassinstrument hören kann. Auch hier wird der Mehrzahl das Fagott unangenehmer sein...
Satie
martin (29.05.2006, 15:52): Original von Satie Es ist dasselbe wie mit der Blockflöte, die viele Hörer auch nicht leiden können, obwohl sie die richtige Flöte für die meisten Barockwerke ist.
Satie
Lieber Satie,
das hat glaube ich wirklich einen ganz anderen Grund. Da Blockflöte nun mal dieses typische Kinderinstrument geworden ist, etwa indem Du schon in jungen Jahren vom Blockflötengedudel Deines Bruders malträtiert wirst und dieses Instrument aus Schule, Musikerziehung usw. kennst, ist es etwas völlig Selbstverständliches, daß Du schon in frühen Jahren zu diesem Instrument eine vollkommen natürlich Haßbeziehung entwickelst und es dann auch später nicht mehr hören möchtest ...
Gruß Martin
Zelenka (29.05.2006, 18:15): Original von Cosima Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Liebe Cosima:
Zelenka ist eher das, was meinen Kleinmeister nennen würde. Er muß sicher einigen Größeren erst einmal den Vortritt lassen.
Gruß,
Zelenka
Zelenka (29.05.2006, 19:04): Die Aufgabe, die Cosima zur Eröffnung des Fadens gestellt hat, ist nicht leicht. Das barocke Feld ist weit, andererseits soll vieles, das vielleicht am schönsten ist, die Vokalmusik überhaupt z.B., außen vor bleiben. Ausgeschlossen ist Großmeister Bach und Musik, in der Blech und Wimmerhölzer aller Art zum Einsatz kommen. Mehr wahllos greife ich einen Komponisten heraus, den ich den größeren rechne: Heinrich Ignaz Franz (von) Biber (1644-1704). Sofort fallen hier seine Kirchenkompositionen mit Stimme heraus, etwa die Missa Salisburgensis, die sehr nett von Paul McCreesh eingespielt wurde, oder die Missa Bruxellensis, um die sich Savall verdient gemacht hat. Was bleibt? Z.B. die Harmonia Artificioso Ariosa:
Kraemer, Valetti, Rare Fruits Council DDD Auvidis Astrée E8572
Eine ohne Einschränkungen zu empfehlende Aufnahme von höchst abwechslungsreicher Musik, mit Verve vorgetragen. Die fast noch schönere Schwesterplatte (Sonatae tam aris quam aulis servientes) des Ensembles ist hier nicht zugelassen, da stellenweise Trompeten geblasen werden.
Dann die berühmten Rosenkranz-Sonaten, die wohl billigste Aufnahme erfüllt sehr wohl ihren Zweck
8 Sonatae a Violino Solo, Salzburg 1681: Nos. III, IV, VI, VII, Sonatas No. 81 in A major, No. 84 in E major Holloway, Assenbaum, Mortensen ECM New Series 4720842
Nett auch einge teils repräsentative Musik (u.a. Schlachtengetümmel, Kirchgang der Bauern), die Harnoncourt sehr schön eingespiel hat (Vorsicht: teilweise Blasinstrumente):
Sonata III a 5 violae, Sonata prima a 8, 2 clarini, 6 violae, Ballettae a 4 violettae, Battalia, Sonata a 7, 6 tromb, tramburin con organo Ao. 1668, Sonata IV a 5 violae, Sonata seconda a 8, 2 clarini, 6 violae, Sonata a 6 "Peasants' Church-Going" Concentus musicus Wien, Harnoncourt Teldec Das alte Werk 4509979142
Sehr schön auch eine CD, auf der eine Karnevalsfeier in Kremsier rekonstruiert, wo Biber zeitweise wirkte (Vorsicht: Blasinstrumente), herrlicher Klamauk stellenweise:
Trombet- undt Musicalischer Taffeldienst à 4, Arien à 4, Harmonia Romana, Balletti, Arien à 4, Balletti, Balletti Lamentabili à 4 Ars Antiqua Austria, Letzbor Symphonia SY95143
(wird fortgesetzt)
Gruß,
Zelenka
Cosima (29.05.2006, 19:12): Original von Zelenka Ausgeschlossen ist Großmeister Bach und Musik, in der Blech und Wimmerhölzer aller Art zum Einsatz kommen.
:D :D :D
Lieber Zelenka,
ich weiß ja, dass es nicht einfach mit mir ist, obgleich der Bereich doch so sehr schön eingegrenzt ist. Vielen Dank für die Hinweise - Manze und Biber, das klingt z.B. schon mal sehr gut. Ich werde einfach all die Hinweise sammeln und nach und nach in die Aufnahmen reinhören.
Würde aber allen, die sich in diesem Bereich neu tummeln wollen, erst einmal immer noch eher Biber empfehlen.
So ganz neu ist dieser Bereich ja nicht mehr für mich, nur eben etwas vernachlässigt worden. Und eine Biber-Aufnahme habe ich ja immerhin schon.
Gruß, Cosima
Zelenka (03.06.2006, 15:02): Um den friedlich schlummernden Barockfaden etwas wiederzubeleben, dachte ich spontan an einen Telemann-Eintrag, weil ich mich einigermaßen gut bestückt glaube, was diesen Groß-Meister angeht. Erschreckend zu sehen, wie meine Sammlung von Telemann-CDs (etwa 70) im Einklang mit den anzulegenden Kriterien (keine menschliche Stimme, keine Blasintrumente) zusammengeschmolzen ist. Deprimierend! Immer wieder kommt die Flöte z.B dazwischen. Die oft entzückenden Pariser Quartette fallen komplett weg. In einer Sammlung wie der Tafelmusik bleiben nur wenige Stücke, ebenso im getreuen Music-Meister und in den Essercizii Musici. Immer wieder Blasinstrumente.
Garantiert bläserfrei sind diese CDs von Musica Antiqua Köln:
Ebenso Kammermusik in einer Aufnahme des Freiburger Barockorchester Consort (Carus 83300) und der brave Harald Hoeren mit Cembalomusik (VI Ouverturen nebst zween Folgesätzen TWV 32: 5-10) bei CPO (9996452). Beides eher nicht zum Einstieg in Telemann empfohlen.
Gruß,
Zelenka
Cosima (04.06.2006, 10:51): Original von Zelenka Erschreckend zu sehen, wie meine Sammlung von Telemann-CDs (etwa 70) im Einklang mit den anzulegenden Kriterien (keine menschliche Stimme, keine Blasintrumente) zusammengeschmolzen ist. Deprimierend! Immer wieder kommt die Flöte z.B dazwischen.
Lieber Zelenka,
ich fürchte, hier hast Du etwas missverstanden: Ich sprach ja von Soloinstrumenten, im Sinne von Flötenkonzerten, Hornkonzerten etc. Aber natürlich darf hin und wieder ein solches Instrument zu hören sein.
Vokalmusik in jeglicher Richtung scheidet komplett aus, ja.
Danke für die Vorschläge!
Gruß, Cosima :)
Jeff Klein (04.06.2006, 19:29): Hallo Cosima, auch wenn ich wohl noch viel weniger Ahnung von Barock Musik habe als du :wink, würde ich folgende CD empfehlen wenn du an Jean-Baptiste Lully interessiert bist (sie dürfte auch deinen Kriterien entsprechen):
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1574487.jpg
@Zelenka: Ich wäre an ein paar Empfehlungen bezüglich barocker Opern interessiert, sofern es mir Cosima nicht übel nimmt dass ich ihren Thread "missbrauche" :A!
Gruss, Jeff :hello
Zelenka (04.06.2006, 19:38): Original von Cosima Original von Zelenka Erschreckend zu sehen, wie meine Sammlung von Telemann-CDs (etwa 70) im Einklang mit den anzulegenden Kriterien (keine menschliche Stimme, keine Blasintrumente) zusammengeschmolzen ist. Deprimierend! Immer wieder kommt die Flöte z.B dazwischen.
Lieber Zelenka,
ich fürchte, hier hast Du etwas missverstanden: Ich sprach ja von Soloinstrumenten, im Sinne von Flötenkonzerten, Hornkonzerten etc. Aber natürlich darf hin und wieder ein solches Instrument zu hören sein.
Vokalmusik in jeglicher Richtung scheidet komplett aus, ja.
Danke für die Vorschläge!
Gruß, Cosima :)
Liebe Cosima:
Besten Dank für die Klarstellung, da muß ich dann wohl etwas mißverstanden haben. Im Moment fürchte ich allerdings, daß die Zahl der Empfehlungen nicht wesentlich vermehrt werden kann - wenn überhaupt. Würde doch zögern, Dir die gelegentliche bläserische Nachempfindung von z.B. Froschgequake ("Konzertierende Frösche und Krähen", "Alster"- Suite TWV 55: F 11) zu empfehlen :D.
Gruß,
Zelenka
Cosima (04.06.2006, 20:09): Original von Zelenka Würde doch zögern, Dir die gelegentliche bläserische Nachempfindung von z.B. Froschgequake ("Konzertierende Frösche und Krähen", "Alster"- Suite TWV 55: F 11) zu empfehlen :D.
Das klingt nun doch sehr interessant... :rofl
Gruß, Cosima
Zelenka (04.06.2006, 20:14): Original von Cosima Original von Zelenka Würde doch zögern, Dir die gelegentliche bläserische Nachempfindung von z.B. Froschgequake ("Konzertierende Frösche und Krähen", "Alster"- Suite TWV 55: F 11) zu empfehlen :D.
Zelenka (06.06.2006, 17:21): Original von Jeff Klein
@Zelenka: Ich wäre an ein paar Empfehlungen bezüglich barocker Opern interessiert, sofern es mir Cosima nicht übel nimmt dass ich ihren Thread "missbrauche" :A!
Gruss, Jeff :hello
Lieber Jeff:
Ich habe erst jetzt Deine Anfrage entdeckt. Ich bitte um Vergebung für meine Unaufmerksamkeit :down! Und ich bitte auch noch ein wenig um Geduld! Auf jeden Fall muß etwas mehr für die Barockzeit getan werden!
Willkommen im Forum!
Gruß,
Zelenka
Jeff Klein (06.06.2006, 17:29): Original von Zelenka Original von Jeff Klein
@Zelenka: Ich wäre an ein paar Empfehlungen bezüglich barocker Opern interessiert, sofern es mir Cosima nicht übel nimmt dass ich ihren Thread "missbrauche" :A!
Gruss, Jeff :hello
Lieber Jeff:
Ich habe erst jetzt Deine Anfrage entdeckt. Ich bitte um Vergebung für meine Unaufmerksamkeit :down! Und bitte noch ein bißchen um Geduld! Auf jeden Fall muß etwas mehr für die Barockzeit getan werden!
Willkommen im Forum!
Gruß,
Zelenka
Hallo Zelenka! Macht nichts :), es lag wohl daran dass meine Beiträge zuerst von der Moderation kontrolliert werden.Deshalb ist mein Beitrag später erschienen als dein letzter obwohl ich meinen früher geschrieben habe! Ich habe Zeit! :thanks
Gruss, Jeff
Zelenka (06.06.2006, 17:48): Lieber Jeff:
Ich habe gerade gesehen, daß es bei der Vokalmusik einen Thread "OPER im Barockzeitalter" gibt, der am 14. April eingeschlafen ist. Möglicherweise ist er wiederbelebungsfähig ...
Gruß,
Zelenka
Jeff Klein (06.06.2006, 18:44): Original von Zelenka Lieber Jeff:
Ich habe gerade gesehen, daß es bei der Vokalmusik einen Thread "OPER im Barockzeitalter" gibt, der am 14. April eingeschlafen ist. Möglicherweise ist er wiederbelebungsfähig ...
Gruß,
Zelenka
Lieber Zelenka,
soeben ist wohl wieder das gleiche passiert :)!Ich habe den Thread gefunden, allerdings enthält er keine CD-Empfehlungen und ich kann leider nichts dazu beitragen, weil ich keine einzige CD Aufnahme von einer barocken Oper besitze !Daher wäre ich für ein paar konkrete Empfehlungen dankbar, später könnte ich mich dann dazu äussern im entsprechenden Thread.
Gruss, Jeff
Zelenka (06.06.2006, 19:00): Original von Jeff Klein
Hallo Zelenka! Macht nichts :), es lag wohl daran dass meine Beiträge zuerst von der Moderation kontrolliert werden.Deshalb ist mein Beitrag später erschienen als dein letzter obwohl ich meinen früher geschrieben habe! Ich habe Zeit! :thanks
Gruss, Jeff
O je, die gestrenge Moderation! Hoffe, Du wirst bald in die wunderschöne Welt der Realzeit entlassen. Barockinteressierte werden dringend gebraucht!
Beste Grüße,
Zelenka
Jeff Klein (06.06.2006, 19:07): Original von Zelenka Original von Jeff Klein
Hallo Zelenka! Macht nichts :), es lag wohl daran dass meine Beiträge zuerst von der Moderation kontrolliert werden.Deshalb ist mein Beitrag später erschienen als dein letzter obwohl ich meinen früher geschrieben habe! Ich habe Zeit! :thanks
Gruss, Jeff
O je, die gestrenge Moderation! Hoffe, Du wirst bald in die wunderschöne Welt der Realzeit entlassen. Barockinteressierte werden dringend gebraucht!
Beste Grüße,
Zelenka
Ab sofort bin ich ein "freier Mann".Besten Dank an die Moderation :down :down :down Ich bin für alle Vorschläge offen, nur Aufnahmen auf historischen Instrumenten sollten es sein!
Danke, Jeff
Cosima (06.06.2006, 19:37): Original von Zelenka Auf jeden Fall muß etwas mehr für die Barockzeit getan werden!
Lieber Zelenka,
ja, das sehe ich auch so. Ein wenig bin ich überfordert mit den vielen Hinweisen, vor lauter Fröschen sehe ich kein Land mehr. :)
Vielleicht sollten wir zu den bekannteren Barockmeistern Einzel-Threads eröffnen. Hierzu fühle ich mich aber überhaupt nicht in der Lage. Zelenka, gehe Du voran!
Eine echte Entdeckung für mich (ich schrieb bereits weiter vorne im Thread etwas dazu; da hörte ich sie aber noch nicht)! Diese Westhoff-Aufnahme ist wirklich großartig – ich bin ganz begeistert! :down
Die Kompositionen sind virtuos und abwechslungsreich, zuweilen poetischer und lautmalerischer Natur. David Plantier spielt mit Freude am Detail, toller Technik und expressiv, so wie ich Barockmusik gerne höre. Die Klangqualität ist vorbildlich. Sogar ich – als relativer Barock-Muffel – kann diese CD sehr empfehlen!
Gruß, Cosima
Carola (12.06.2006, 17:28): Original von Zelenka
Dann die berühmten Rosenkranz-Sonaten, die wohl billigste Aufnahme erfüllt sehr wohl ihren Zweck
Leider kenne ich die Rosenkranz-Sonaten bisher nur dem Namen nach. Was ist das denn überhaupt für eine Besetzung? Cembalo plus irgendwas? Triosonaten? Oder gar Orgelmusik? (hoffentlich nicht, die kann ich nämlich nicht leiden).
Punktuell gänzlich unwissend,
Carola
Zelenka (12.06.2006, 17:42): Original von Carola Original von Zelenka
Dann die berühmten Rosenkranz-Sonaten, die wohl billigste Aufnahme erfüllt sehr wohl ihren Zweck
Leider kenne ich die Rosenkranz-Sonaten bisher nur dem Namen nach. Was ist das denn überhaupt für eine Besetzung? Cembalo plus irgendwas? Triosonaten? Oder gar Orgelmusik? (hoffentlich nicht, die kann ich nämlich nicht leiden).
Punktuell gänzlich unwissend,
Carola
Liebe Carola:
Immer diese ja weitverbreitete Abneigung gegen die Orgel! Sie ist doch die Königin der Instrumente! - Die 15 Rosenkranz-Sonaten sind Violinsonaten. Eine Continuo-Gruppe bestehend aus Orgel (ganz kleines Örgelchen!)/Cembalo, Laute/Chitarrone, Viola da Gamba/Lirone und Harfe ist auf dieser Einspielung auch dabei.
Punktuell wissend,
Zelenka
Carola (12.06.2006, 17:56): Lieber Zelenka,
ein "ganz kleines Örgelchen" als Continuo-Instrument ist erträglich - sonst könnte ich ja nicht mal die Matthäuspassion mit Freude anhören.
Hauptsache nicht dieser brausend-majestätische Orgelklang. Und die "Königin der Instrumente" ist seit kurzem ohnehin das digitale Klavier, wusstest Du das noch nicht? :D
Carola, immer auf dem neuesten Stand
Zelenka (12.06.2006, 18:08): Original von Carola
Und die "Königin der Instrumente" ist seit kurzem ohnehin das digitale Klavier, wusstest Du das noch nicht? :D
Carola, immer auf dem neuesten Stand
Liebe Carola:
Pardon, Du hast natürlich recht! Mir war diese Tatsache vorübergehend entglitten.
Von Aussetzern geplagt,
Zelenka
Carola (25.08.2006, 18:00): Original von Cosima http://www.wom.de/image/middle/front/0/6337623.jpg
Eine echte Entdeckung für mich (ich schrieb bereits weiter vorne im Thread etwas dazu; da hörte ich sie aber noch nicht)! Diese Westhoff-Aufnahme ist wirklich großartig – ich bin ganz begeistert! :down
Die Kompositionen sind virtuos und abwechslungsreich, zuweilen poetischer und lautmalerischer Natur. David Plantier spielt mit Freude am Detail, toller Technik und expressiv, so wie ich Barockmusik gerne höre. Die Klangqualität ist vorbildlich. Sogar ich – als relativer Barock-Muffel – kann diese CD sehr empfehlen!
Gruß, Cosima
Gerade gesehen: Bei jpc gibt´s die CD im Moment und bis zum 31.10.06 ermäßigt für 9,99 €.
Mit Gruß von Carola
Cosima (27.05.2006, 12:26): Hallo,
die Epoche des Barock ist bei mir bislang etwas zu kurz gekommen, da mein Interessenschwerpunkt auf anderen Gebieten liegt. Abgesehen von den bekannten Komponisten wie Bach, Händel, Telemann, Scarlatti und Vivaldi habe ich hier also wenig Erfahrung.
Klammert man die o.g. Namen aus, bleiben immer noch sehr viele Barockmeister, die man zumindest mit ausgewählten Werken kennen gelernt haben sollte. Ich denke z.B. an Marais und Rameau, mit denen ich mich schon länger beschäftigen wollte. Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Meine Vorlieben sind inzwischen bekannt, deshalb würde ich mich über Empfehlungen freuen, die nicht gerade in Richtung Vokal- und Orgelmusik gehen. Werke mit Flöte, Klarinette, Horn, Harfe o.ä. als Soloinstrument dürfen auch gerne ausgelassen werden. Damit wäre das Gebiet deutlich eingegrenzt. Ich hoffe, es bleibt überhaupt noch etwas übrig.
Herzlichen Dank und viele Grüße, Cosima
Rachmaninov (27.05.2006, 12:40): Original von Cosima Ich denke z.B. an Marais und Rameau, mit denen ich mich schon länger beschäftigen wollte. Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Rameau ist sicherlich einer der Komponisten mit denen Du Dich einmal beschäftigen kannst/solltest!
Vor einiger Zeit habe ich mit eine Aufnahme von Pierre Hantai mit Werken von Girolamo Frescobaldi (* 9. September 1583 in Ferrara; † 1. März 1643 in Rom) bestellt. Allerdings auf dem Cembalo!
LEIDER, gibt es keine Aufnahme auf dem modernen Klavier. Wäre aber sicherlich ein Genuss Pletnev oder Sokolov damit zu hören.
Jack Bristow (27.05.2006, 13:28): Original von Cosima die Epoche des Barock ist bei mir bislang etwas zu kurz gekommen, da mein Interessenschwerpunkt auf anderen Gebieten liegt. Abgesehen von den bekannten Komponisten wie Bach, Händel, Telemann, Scarlatti und Vivaldi habe ich hier also wenig Erfahrung.
Klammert man die o.g. Namen aus, bleiben immer noch sehr viele Barockmeister, die man zumindest mit ausgewählten Werken kennen gelernt haben sollte. Ich denke z.B. an Marais und Rameau, mit denen ich mich schon länger beschäftigen wollte. Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Meine Vorlieben sind inzwischen bekannt, deshalb würde ich mich über Empfehlungen freuen, die nicht gerade in Richtung Vokal- und Orgelmusik
Es ist natürlich so, dass im Barock eigentlich Vokalsmusik, nämlich Oper und geistliche Musik (oder auch weltliche Vokalmusik) sehr klar dominiert, jedenfalls aus der Sicht der Zeitgenossen war Instrumentalmusik nachrangig. Zu Zelenka kann Mitglied Zelenka sicher mehr sagen, ich empfehle die Triosonaten (hauptsächlich Oboen, Cembalo, Bass, ich hoffe das wird toleriert). Zu frz. Barockmusik kann ich wenig sagen, ich würde in je eine Cembalo-Auswahl von Rameau und Couperin reinhören. Zumindest von Couperin gibt es auch sehr schöne Kammermusik. Ein weiterer interessanter Komponist ist Heinrich Iganz Franz Biber, Manze spielt diese Sonaten so, dass sie fast etwas jazzartiges haben, die Giardino Armonico CD mit farbiger "Programmmusik" ist nur gebraucht zu bekommen, aber sehr schön.
Cosima (27.05.2006, 13:57): Von Biber besitze ich diese CD mit dem Combattimento Consort Amsterdam / Jan Willem de Vriend. Sie war einmal überschwänglich gelobt worden, sagt mir jedoch nicht besonders zu. Nicht etwa, weil mir die Stücke nicht gefielen, aber die Interpretationen klingen mir allzu glatt und modern. Seitdem habe ich keinen Anlauf mehr mit Biber gemacht.
Manze mit den Violinsonaten ist ganz sicher ein guter Tipp, danke. Giardino Armonico ist auch interessant – ich besitze zwei CDs mit unterschiedlichen Komponisten. Beide empfehlenswert.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/4200936.jpg und http://www.wom.de/image/cover/front/0/3202671.jpg
Gruß, Cosima
Cosima (27.05.2006, 15:33): Der letzten FF lag eine CD des frz. Labels „Zig-Zag“ bei. Ich hörte sie eben erstmalig. Ein Ausschnitt der 3. Violinsonate von Johann Paul von Westhoff (1656-1705) ließ mich aufhorchen. Auf wdr.de fand ich dies hier:
„Etwa dreißig Jahre vor Bach geboren, war Westhoff bislang nur eine Randerscheinung im Lexikon. Die Zeit, in der die Sonaten für Violine und Basso continuo von Westhoff ein Schattendasein führten, ist mit der vorliegenden Einspielung von David Plantier und Les plaisirs du Parnasse nun sicherlich vorüber. Auch Zeitgenossen wie Johann Jacob Walther und Heinrich Ignaz Biber haben für diese im Barock überaus beliebte Besetzung komponiert. Westhoff grenzt sich von ihnen durch eine erstaunliche Vielfalt an Formen und musikalischen Charakteren ab. Vor allem ihre italienischen Einflüsse verrät die Musik. Viele Stücke sind dem Spektakel der Barock-Oper entsprungen und auf diese beliebte Besetzung für Solo-Violine und Basso continuo übertragen; darunter auf der Violine "gesungene" Arien, programmatische Stücke und Naturschilderungen. David Plantier hat seine Technik und Artikulation schon vor Jahren ganz auf die Barockmusik umgestellt. Seine Violine moderner Bauart tauschte er gegen jenes für die Aufnahme verwendete Tiroler Instrument aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ein. Die dynamische Bandbreite lotet er darauf bis ins Extrem aus.“
In die CD mit David Plantier habe ich reingehört (auf der jpc-Seite ist Track 8 der aus der FF-Beilage, der mir so gefiel), die kurzen Höreindrücke als auch die Rezension klingen sehr gut. Auch auf klassik.com hat diese CD in Sachen Interpretation und Klang allerbeste Bewertungen erhalten. Kennt jemand den Komponisten bzw. diese Aufnahme und kann die euphorischen Beurteilungen unterstützen?
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6337623.jpg
Gruß, Cosima
Mime (27.05.2006, 15:53): Hallo Cosima,
der Barockbedarf des Normalsterblichen dürfte mit Bach und Händel so ziemlich abgedeckt sein.Davon aber dann so viel Werke wie möglich. Von Bach hab ich das Gesamtwerk,von Händel die wichtigsten Vokalwerke,instrumental bin ich noch am aufrüsten.
Die Klarinette übrigens kommt in der Barockmusik noch nicht vor.Heute wird sie hin und wieder eingesetzt,original war bei Holz die Oboe tonangebend und die Traversflöte.
Den Durchbruch fand dieses schöne Instrument zu Mozarts Zeit.Sein Freund Stadler,dem er das A-Dur-Konzert gewidmet hat,war ein bekannter Klarinettenbauer. :hello
Jack Bristow (27.05.2006, 16:52): Original von Mime Die Klarinette übrigens kommt in der Barockmusik noch nicht vor.Heute wird sie hin und wieder eingesetzt,original war bei Holz die Oboe tonangebend und die Traversflöte.
Es gibt bei Telemann und Vivaldi mitunter Chalumeaux (salmoe), eine Vorform der Klarinette (z.B. in Vivaldis RV 558 hoffentlich stimmt die Nummer, einem Konzert für eine unglaubliche Mixtur von Instrumenten; ich empfehle ohnehin jedem, der nur seine Violinkonzerte kennt, sich mal einige der Konzerte per molti stromenti anzuhören!)
@ Cosima: von Westhoff habe ich noch NIE gehört...
vielel Grüße
J. Bristow
satie (27.05.2006, 17:53): Original von Mime der Barockbedarf des Normalsterblichen dürfte mit Bach und Händel so ziemlich abgedeckt sein.Davon aber dann so viel Werke wie möglich.
Das ist meines Erachtens nach nun aber eine sehr seltsame Empfehlung... Zumal man damit doch nur den Spätbarock abdeckt. Spricht da nicht doch eher der normalsterbliche Wagnerianer?? :-) Ich würde auf keinen Fall den Frühbarock außer Acht lassen. Schein, Scheidt, Schütz, Monteverdi, Gesualdo sind hochinteressant, ebenso Giovanni Gabrieli, Antonio de Cabezon und viele andere. Und was ist mit den Engländern Purcell und Dowland?
Original von Mime Die Klarinette übrigens kommt in der Barockmusik noch nicht vor.Heute wird sie hin und wieder eingesetzt,original war bei Holz die Oboe tonangebend und die Traversflöte. Den Durchbruch fand dieses schöne Instrument zu Mozarts Zeit.Sein Freund Stadler,dem er das A-Dur-Konzert gewidmet hat,war ein bekannter Klarinettenbauer. :hello
Erst gegen Ende des Barock verdrängt die Quer- oder Traversflöte die Blockflöte. Existiert hatte die Querflöte allerdings tatsächlich viel früher. Das gebräuchliche Flöteninstrument war aber im Barock die Blockflöte. Die Klarinette kommt in der Mannheimer Schule ins Orchester (Stamitz), wo Mozart sie hört und ganz begeistert ist. Ob sie damals noch so schrill geklungen haben wie das Chalumeau (clarinetto ist ja die kleine Trompete) weiß ich allerdings auch nicht...
Satie
Cosima (27.05.2006, 19:47): Hallo allerseits,
diese Sache mit der Klarinette ist mir nun etwas unangenehm. Aber danke für die Aufklärung! Um mich zu rehabilitieren, habe ich aber zumindest ein Werk eines Barockmeisters gefunden, bei dem die Klarinette schon eine Rolle spielte: Händel, Ouvertüre HWV 424, Besetzung: 2 Klarinetten und corni di caccia. Nun geht es mir wieder besser. :D
Um noch einmal auf die Auswahl zurück zu kommen: Ich beabsichtige nicht, allzu tief in die Barockepoche einzusteigen. Sehr vieles von Bach kenne ich natürlich, Händel interessiert mich weniger, Vivaldi (die Violinkonzerte) höre ich gern, ebenso Corelli und Locatelli. Von Westhoff schien mir in eine ähnliche Richtung zu gehen, deshalb meine Interesse.
Hättet Ihr konkrete Empfehlungen zu Marais und Rameau?
Gruß und vielen Dank, Cosima
Rachmaninov (27.05.2006, 20:00): @Cosima,
empfehlenswert bei Vivaldi sind übrigens ebenfalls die Cellokonzerte!
Bei Rameau kenne ich bisher "nur" eine Aufnahme, und das ist diese hier:
satie (27.05.2006, 20:03): Liebe Cosima, ich habe gerade eine Marais-CD im Player mit Laurence Dreyfus (Viola da Gamba) und Ketil Haugsand (Cembalo), darauf einige schöne Suiten und Folies d'Espagne. Das ist eine schöne Aufnahme mit Solostücken. Ansonsten empfehle ich hier natürlich meinen Liebling Jordi Savall.
Satie
Gerion (27.05.2006, 20:50): Liebe Cosima,
wenn Du von Bach schon die Brandenburgischen Konzerte kennst und magst, möchte ich Dir - natürlich neben Händels Concerti Grossi - die Dresden Concerti von Johann David Heinichen empfehlen:
Hast Du schonmal Musik von der Bach-Familie, insbes. den Söhnen, gehört?
Grüße, Gerion
Cosima (27.05.2006, 21:05): Original von Gerion Hast Du schonmal Musik von der Bach-Familie, insbes. den Söhnen, gehört?
Lieber Gerion,
die Brandenburgischen kenne ich natürlich, Händels Concerti Grossi auch. Was die Bach-Söhne anbelangt: Hier kenne ich bislang nur die Sonaten und Rondos von C.P.E. Bach. Die sind sehr gut! Ich habe eine Aufnahme von Pletnev. Den Namen Heinichen lese ich gerade zum ersten Mal.
Vielen Dank für all die tollen Anregungen, die bislang schon kamen!
Gruß, Cosima
Jack Bristow (27.05.2006, 21:17): Die Bach-Söhne gehören auch nicht wirklich mehr zum Barock, eher zu Vorklassik/Frühklassik/Klassik (was nicht heißt, dass man von CPE nicht einiges kennen sollte, es gibt eine tolle CD mti Klaviertrios bei jpc (cpo Trio 1790) für 4,99. Die MAK/Heinchen-Empfehlung unterstütze ich ausdrücklich (ich hab eine Doppel-CD, weiß nicht ob das überlappt), sehr fetzig, farbig und unterhaltsam (AFAIK eine "Ausgrabung" von Goebel selbst). Zu Marais kann ich nur den Film mit Depardieu (pere et fils) erwähnen (tous le matins du monde/Die siebte Saite), falls Du den nicht kennst. Nichts Spektakuläres, aber sehenswert (soundtrack mit Savall).
viele Grüße
J. Bristow
Cosima (27.05.2006, 21:25): Original von Jack Bristow Zu Marais kann ich nur den Film mit Depardieu (pere et fils) erwähnen (tous le matins du monde/Die siebte Saite), falls Du den nicht kennst. Nichts Spektakuläres, aber sehenswert (soundtrack mit Savall).
Den Soundtrack hatte ich mir auch einmal zugelegt, weil ich Depardieu sehr gut finde - also weniger wegen der Musik.
Gruß, Cosima
AcomA (27.05.2006, 21:33): liebe Cosima und alle anderen freunde,
für mich haben die werke der frühbarocken deutschen meister eine sehr hohe bedeutung. sie führen zur instrumentalkunst auf höchstem niveau und stimulieren leib und seele gleichermaßen durch ihren 'stylus phantasticus' !
dietrich buxtehude, johann adam reincken und franz ignaz biber
gruß, siamak :engel
Daniel Behrendt (27.05.2006, 22:14): Liebe Leute,
hab' ich ihn überlesen oder fehlt hier etwas noch:
Henry Purcell?
Wenn nicht: Ich habe mir gerade runde 3 Stunden Purcell über Kopfhörer gegeben - nach so einer Session wird mir wieder ma klar, warum ich Purcell so liebe...
LG! Daniel
satie (27.05.2006, 22:37): Doch, auf Purcell hatte ich schon hingewiesen. Da allerdings Cosima eher wenig an Vokalmusik interessiert ist, ist er vielleicht doch nicht so der richtige. Bzw.: was gibt es eigentlich sonst so von ihm? Ich kenne praktisch nur Vokalmusik, bzw. instrumentales aus Opern. Einige Einzelstücke, ja, einige Grounds oder ähnliches, allerdings sind das nicht so unbedingt die beeindruckendsten Kompositionen. Also was gibt es noch von ihm? Würde mich auch interessieren!
Satie
martin (27.05.2006, 23:17): Ja, Purcell liebe ich auch sehr. Aber wenn man halt Vokalmusik nicht mag ist da nichts zu machen. Es gibt allerdings von Hyperion die 3 CD Collection mit dem Parley of Instruments Orchestra unter Roy Goodman mit den "Complete Ayres" for the Theatre. Also alles Nichtvokale aus den Opern. Eigentlich war das heller Wahnsinn dieses teure Ding zu kaufen, aber da war halt ein bestimmtes Stück drauf, ein Wahnsinnsteil aus dem Timon von Athen, das gefiel uns halt so sehr, als wir es mit dem Goodman im Radio hörten. Das ist toll, aber wenn ich offen bin, habe ich die CDs bisher selten gehört, weil ich halt die Vokalmusik sehr liebe. Aber wenn Cosima eine ausgesprochene Abneigung vor dem Vokalen hat, kann sie das ja in Erwägung ziehen. Ich müßte es eigentlich selber noch mal hören, um ein Urteil zu fällen. Dieses eine Stück aus dem Timon von Athen ist jedenfalls supergeil, klingt fast so wie eine Art Barocktango - umwerfend.
Gruß Martin
Jack Bristow (27.05.2006, 23:29): Original von Satie Doch, auf Purcell hatte ich schon hingewiesen. Da allerdings Cosima eher wenig an Vokalmusik interessiert ist, ist er vielleicht doch nicht so der richtige. Bzw.: was gibt es eigentlich sonst so von ihm? Ich kenne praktisch nur Vokalmusik, bzw. instrumentales aus Opern. Einige Einzelstücke, ja, einige Grounds oder ähnliches, allerdings sind das nicht so unbedingt die beeindruckendsten Kompositionen. Also was gibt es noch von ihm? Würde mich auch interessieren!
Weil mir zunächst auch nur Vokalmusik einfiel, bin ich auf Purcell auch nicht eingegangen. Es gibt etliches an Cembalostücken und (sehr kurzen) Suiten; gefällt mir sehr gut, sind aber in Umfang und Anspruch eher bescheidene Stücke. Dann gibt es ca. 2 dutzend Triosonaten (Sonatas in three and four parts, aber die unterscheiden sich nicht groß, beide sind für 2 Geigen, tiefes Streichinstrument und Cembalo). Es gibt ein preiswertes Duo bei harmonia mundi (London Baroque)
Wenn Cosima die Gambensachen von Marais & Co gefallen haben, dann sind jedoch die "Fantazias" für Gamben-Consort Pflicht, einer damals eigentlich schon altmodischen Gattung. Sie passen auf eine CD; ich kenne nur diese Aufnahme des Ensembles Fretwork:
ich habe eben nochmal in die erste der Goodmanscheiben reingehört und mir gefiel sie jetzt beim Wiederhören doch sehr gut. Da sind einige Geniestreiche dabei. Worauf man sich aber schon einstellen muß: Diese Stücke sind alle sehr kurz. Das sind 50, 51 Stücke pro CD auf den ersten beiden Scheiben. Und da ist dann schon mal eine Ouvertüre dabei, die 3 Minuten dauert, aber viele Stücke, die manchmal nur eine knappe Minute dauern. Die Intonation der Bläser in der tollen Ouvertüre zur Fairy Queen schien mir nicht so sauber zu sein wie bei meiner Naxoseinspielung, anderseits will ich nicht griesgrämig sein, das ist schon sehr stimmungsvoll.
Aber die Stücke sind halt oft sehr kurz, Du bist gerade dabei zu sagen: Was für ein tolles Stück ist das, dann ist es auch schon wieder vorbei. Wiegesagt, mir persönlich gefallen diese Stücke schon besser im Zusammenhang der vollständigen Opern. Aber die liegen Dir ja nicht. Was die CDs kosten, weiß ich nicht, ich glaube irgendwas zwischen Hoch und Midprice.
Gruß Martin
Cosima (28.05.2006, 09:21): Hallo allerseits!
Ich glaube, mit Purcell und mir wird es nichts werden. Erst kürzlich habe ich Dido & Aeneas (Les Arts Florissants, Christie) wieder verkauft. Welches sind denn jeweils die „Hauptwerke“ der bekanntesten Barockkomponisten? Soll heißen: In welcher Musikgattung waren sie „Spezialist“. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Kann man das überhaupt so einfach definieren (wie z.B. Chopin = Klaviermusik; Wagner = Oper)?
Bach klammern wir aus. Purcell und Oper, das ist klar. Scarlatti – Cembalosonaten (die kenne ich, wie gesagt) Biber – Violinsonaten? Von Boyce habe ich die 8 Symphonien, op. 2. Frescobaldi – Orgelmusik? Locatelli, Tartini, Corelli und Vivaldi bringe ich zuerst mit Werken für Violine in Verbindung. Aber vielleicht sehe ich das zu einseitig.
Bleiben u.a. Couperin, Rameau und Marais. Um diese CD schleiche ich auch schon eine Weile herum:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/8102030.jpg
Kennt die jemand? Ein Ausschnitt seinerzeit – auch auf einer FF-Beilage – klang sehr viel versprechend.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (28.05.2006, 09:28): Original von Cosima Frescobaldi – Orgelmusik?
@Cosima,
also ich hatte in dem Zusammenhang nichts von Orgel geschrieben! :cool
Cosima (28.05.2006, 10:10): Original von Rachmaninov Original von Cosima Frescobaldi – Orgelmusik?
@Cosima,
also ich hatte in dem Zusammenhang nichts von Orgel geschrieben! :cool
Lieber Richard,
ich weiß, aber ich meinte in diesem Zusammenhang auch etwas anderes: Ist Frescobaldi nicht vor allem wegen seiner Orgelmusik so berühmt? So wie Purcell wegen seiner Opern? Ich möchte vermeidern, mich mit „Nebenwerken“ der jeweiligen Komponisten zu befassen. Zum Beispiel denkt man bei Bruckner sofort an seine Symphonien, ich besitze aber auch eine CD mit Klaviermusik von ihm. Die ist sehr ulkig, aber nicht unbedingt eine Meisterleistung. :rofl
Ich hoffe, mich nun verständlicher ausgedrückt zu haben.
Gruß, Cosima
Jack Bristow (28.05.2006, 10:52): Original von Cosima Ich glaube, mit Purcell und mir wird es nichts werden. Erst kürzlich habe ich Dido & Aeneas (Les Arts Florissants, Christie) wieder verkauft. Welches sind denn jeweils die „Hauptwerke“ der bekanntesten Barockkomponisten? Soll heißen: In welcher Musikgattung waren sie „Spezialist“. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Kann man das überhaupt so einfach definieren (wie z.B. Chopin = Klaviermusik; Wagner = Oper)?
Bach klammern wir aus. Purcell und Oper, das ist klar. Scarlatti – Cembalosonaten (die kenne ich, wie gesagt) Biber – Violinsonaten? Von Boyce habe ich die 8 Symphonien, op. 2. Frescobaldi – Orgelmusik? Locatelli, Tartini, Corelli und Vivaldi bringe ich zuerst mit Werken für Violine in Verbindung. Aber vielleicht sehe ich das zu einseitig.
Bleiben u.a. Couperin, Rameau und Marais. Um diese CD schleiche ich auch schon eine Weile herum:
Es gibt im Barock diese "Spezialisierung" wie man sie etwa im 19. Jhd. findet sehr selten. Ich glaube, der einzige berühmte Komponist, der seinerzeit nur Instrumentalmusik komponierte, war Corelli. Von Vivaldi gibt es viele Opern und Kirchenmusik, obwohl er vermutlich schon damlas hauptsächlich für sein Konzerte berühmt war. Couperin hat Kirchen- und Instrumentalmusik komponiert, Rameau Opern (bzw. diese französischen Balettopern), dann v.a. Cembalo- und etwas Kammer- u. Orchestermusik. Ich habe oben eine Couperin-CD mit Kammermusik genannt. Von Rameau würde ich noch die Suite aus Les Indes galantes empfehlen (Orchester), sehr farbig und unterhaltsam. Cembalomusik der beiden gibt es einiges, ich kenne mcih nicht aus, irgendeine Auswahl-CD reicht gewiß, um einen Eindruck zu erhalten (Rousset, Baumont, Hantai sind jüngere franz. Cembalisten). (Bei Marais kann ich nicht weiterhelfen) Übrigens höre ich gerade Purcells Triosonaten. Wenn dir die von Corelli gefallen haben, wären sie auch einen Versuch wert, obwohl sie nicht so ins Zentrum seines Schaffens gehören wie Opern und Oden. Was gefiel Dir denn an Dido & Aeneas eigentlich nicht?
viele Grüße
J. Bristow
Cosima (28.05.2006, 11:49): Hallo Jack,
Du schriebst:
Es gibt im Barock diese "Spezialisierung" wie man sie etwa im 19. Jhd. findet sehr selten.
Ja, dieser Hinweis hilft mir schon weiter. Ich war also auf einer falschen Fährte.
Couperin hat Kirchen- und Instrumentalmusik komponiert,
Eben erst fiel mir auf, dass es mindestens zwei verschiedene Couperins gab, die ganze Familie war wohl musikalisch sehr aktiv. Entsprechend besitze ich zwei CDs: Erstens von dem berühmteren Francois Couperin (1668-1733) diese Aufnahme mit Cembalo-Werken, gespielt von Angela Hewitt, Piano (Hyperion).
Zweitens diese Einspielung mit Werken seines Cousins Armand-Louis Couperin (1725-1789), der vornehmlich für das Cembalo komponierte, gespielt von Harald Hoeren (cpo) auf dem Cembalo.
Was gefiel Dir denn an Dido & Aeneas eigentlich nicht?
Ich hatte beschlossen, Prioritäten zu setzen und den Teil meiner Sammlung aufzulösen, den ich einst zwar aus Interesse, aber mehr im Sinne einer Pflichtübung gekauft hatte. Das heißt, dieser Aufräumaktion fiel fast der gesamte Bereich Oper und überhaupt Vokalmusik zum Opfer. Es hat also nicht speziell mit Dido & Aeneas zu tun, sondern generell mit meiner Abneigung gegen Vokalmusik.
Gruß, Cosima
martin (28.05.2006, 12:25): Liebe Cosima,
da Du Dich ja für Marais interessierst, ich habe diese CD:
Auf dem Bild ist natürlich gar nichts zu erkennen. Es handelt sich um die Naxos CD Marin Marais, Sainte Colombe "The greatest Masterworks". Gespielt vom Spectre de la Rose. Besetzung des Ensembles: 3 Gamben, eine Barockvioline, Theorbe und Barockgitarre, Cembalo.
Mir hat diese CD gefallen. Vielleicht ( auch unter Kostengesichtspunkten) kein schlechter Einstieg. Dem Penguinsguide gefiel diese CD auch und es sollen auf ihr wohl auch jene Stücke vertreten sein, die in dem bewußten Film über das Leben von Marais und Sainte-Colombe ( den ich nicht gesehen habe) gespielt worden sind.
Gruß Martin
Cosima (28.05.2006, 13:06): Lieber Martin,
danke für den Tipp, aber Jack sprach ja schon den Soundtrack (Tous les matins du monde / Jordi Savall) an. Ich schrieb weiter oben, dass ich ihn auch besitze. Ein kurzer Abgleich ergab, dass viele Werke auf der Naxos-CD auf meiner bereits enthalten sind. Sie ist übrigens sehr gut, ich hörte sie heute schon:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/4350374.jpg
Gruß, Cosima
Rachmaninov (28.05.2006, 18:58): Original von Cosima
wie schätzt Du die Couperin Aufnahme von A. Hewitt ein?
Daniel Behrendt (28.05.2006, 21:41): ... ich bin zwar nicht Cosima, aber die drei Couperin-Scheiben von Angie finde ich durchweg sehr schön. Ihr expressives, ungemein feinmechanisches Spiel prädestiniert sie geradezu für die Clavecinisten. Auch der Flügelklang ist erste Sahne - dank dem fabelhaften (übrigens auch in Hannover lebenden) Klaviertechniker Gerd Finkenstein. Erlesenes Kavierspiel - aber ob's gleich drei Alben sein mussten? Falls du nur eine Scheibe haben willst: Nimm Vol. 1.
Übrigens: Angeblich soll Angie auch Rameau-Suiten in Planung haben - beschwören will ich's allerdings nicht...
LG! Daniel
satie (28.05.2006, 21:47): Nur zur Sicherheit, da ich gerade etwas verwirrt bin: ist das eine Aufnahme mit Cembalo oder nicht?
Für Aufklärung dankt Satie
Cosima (28.05.2006, 22:49): Hallo Richard,
nun hat Daniel ja schon geantwortet, danke! Ich habe beide CDs noch einmal hintereinander gehört. Das sollte man nicht tun, wie ich herausfand. Die eine, auf dem Cembalo gespielt, die andere, auf dem modernen Flügel - das wirkt irritierend im Bezug auf die Musik an sich. Eigentlich ziehe ich den Klang eines modernen Instrumentes vor, fand aber für diese Barockmusik die Hoeren-Aufnahme adäquater. Sie wirkt lebendiger, farbiger und inspirierter, obgleich ich denke, dass Angela Hewitt ihre Sache sehr gut macht, sie hat ein schönes Gefühl für die kleinen, zarten Verzierungen. Deshalb würde ich die Aufnahme auch empfehlen. Aber insgesamt wirkt sie vergleichsweise wegen des Instruments im Ausdruck „flacher“.
Gruß, Cosima
Daniel Behrendt (28.05.2006, 23:19): Hallo Satie,
Zitat Satie: Nur zur Sicherheit, da ich gerade etwas verwirrt bin: ist das eine Aufnahme mit Cembalo oder nicht?
Falls sich deine Frage auf Angela Hewitts Aufnahmen bezieht: Nein, nein, sie spielt auf dem Flügel. Natürlich muss man gegenüber dem Cembalo ein paar Abstriche in Puncto Geschmeidigkeit der Triller und üppigen Ornamente machen, aber die steinwaysche Klangfülle hat immerhin auch ihren Reiz. Aber, wie gesagt: Alle drei Scheiben muss man für meinen Geschmack wirklich nicht besitzen...
LG! Daniel
Zelenka (29.05.2006, 13:24): Original von Daniel Behrendt Hallo Satie,
Zitat Satie: Nur zur Sicherheit, da ich gerade etwas verwirrt bin: ist das eine Aufnahme mit Cembalo oder nicht?
Falls sich deine Frage auf Angela Hewitts Aufnahmen bezieht: Nein, nein, sie spielt auf dem Flügel. Natürlich muss man gegenüber dem Cembalo ein paar Abstriche in Puncto Geschmeidigkeit der Triller und üppigen Ornamente machen, aber die steinwaysche Klangfülle hat immerhin auch ihren Reiz. Aber, wie gesagt: Alle drei Scheiben muss man für meinen Geschmack wirklich nicht besitzen...
LG! Daniel
Ich habe mich einfach nicht entschließen können, die drei Couperin-Folgen von A. Hewitt zu kaufen, nachdem ich Proben gehört habe. Der moderne Flügel scheint mir letztlich nicht geegnet für die Musik. Hewitt hat zwar flinke Finger, aber das Instrument ist nicht schnell genug, und ihre Ornamentierungen unterbrechen eher den Fluß der Musik. Man sollte eher zu Cembalo-Einspielungen greifen. Empfehlen kann man z.B. diese Auswahl:
zu deiner zeit gab es ja nur das cembalo bzw. noch nicht den modernen flügel ! :rofl
aber im ernst, ich hörte damals das gesamte cembalo-werk couperins (le grand) mit huguette dreyfuss. nach spätestens 45 minuten geht IMO das 'gezirpe', wie gieseking es nannte, auf die nerven ! :(
ich finde die realisation duch hewitt vorzüglich ! das sie die verzierungen nicht adäquat formulieren kann, höre ich nicht !
gruß, siamak :)
Zelenka (29.05.2006, 14:06): Original von AcomA hallo Jan Dismas,
zu deiner zeit gab es ja nur das cembalo bzw. noch nicht den modernen flügel ! :rofl
aber im ernst, ich hörte damals das gesamte cembalo-werk couperins (le grand) mit huguette dreyfuss. nach spätestens 45 minuten geht IMO das 'gezirpe', wie gieseking es nannte, auf die nerven ! :(
ich finde die realisation duch hewitt vorzüglich ! das sie die verzierungen nicht adäquat formulieren kann, höre ich nicht !
gruß, siamak :)
Lieber Siamak:
Ja, mit dem neumodischen Flügel, der zu meiner Zeit noch nicht erfunden war, habe ich immer noch meine Schwierigkeiten. Kann mich einfach in Couperins Musik nicht an ihn gewöhnen (bei Bach geht es ganz gut). Das "Gezirpe" ist ja noch relativ harmlose Kritik am Cembalo, schlimmer ist der alte Spruch von den auf einem Blechdach kopulierenden Skeletten. Jedenfalls verfällt der Ton eines Cembalos schneller als der eines neumodischen Flügels, und zu meiner Zeit hat man u.a. allein aus dem Grund Verzierungen angebracht, um mehr Ton oder Klang zu haben. Beim Flügel ist das ein wenig überflüssig und anachronistisch. Und in Hewitts Fall zweifle ich zusätzlich ein wenig, ob sie ganz den Witz der Couperinschen Kompositionen erfaßt hat ... Sempé hat es.
Beste Grüße,
J.D.Z.
Zelenka (29.05.2006, 15:33): Original von Cosima Der letzten FF lag eine CD des frz. Labels „Zig-Zag“ bei. Ich hörte sie eben erstmalig. Ein Ausschnitt der 3. Violinsonate von Johann Paul von Westhoff (1656-1705) ließ mich aufhorchen. Auf wdr.de fand ich dies hier:
In die CD mit David Plantier habe ich reingehört (auf der jpc-Seite ist Track 8 der aus der FF-Beilage, der mir so gefiel), die kurzen Höreindrücke als auch die Rezension klingen sehr gut. Auch auf klassik.com hat diese CD in Sachen Interpretation und Klang allerbeste Bewertungen erhalten. Kennt jemand den Komponisten bzw. diese Aufnahme und kann die euphorischen Beurteilungen unterstützen?
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6337623.jpg
Gruß, Cosima
Liebe Cosima:
Doch, die euphorischen Beurteilungen kann ich im Prinzip nur unterstützen. Westhoff ist sicher eine sehr schöne Wiederentdeckung! Seine Musik hat dem Sonnenkönig schon gefallen. Die Sonaten sind wunderschön abwechslungsreich, und der Virtuose, der Westhoff war, kann zeigen, was er alles kann. Westhoff scheint später Professor für moderne Sprachen in Wittenberg geworden zu sein. Ob noch mehr Kompositionen erhalten sind, weiß ich nicht. (Ich habe die CD auch mal in "Was höre ich gerade jetzt?" plaziert, aber leider kommentarlos und daher ziemlich nutzlos.) Würde aber allen, die sich in diesem Bereich neu tummeln wollen, erst einmal immer noch eher Biber empfehlen.
Gruß,
Zelenka
satie (29.05.2006, 15:40): Eigentlich soll es ja darum hier nicht gehen... aber dennoch: man vergisst sehr oft, dass die Bezeichnung Klavier bis hin zu Mozart meist das Clavichord meint! Natürlich nur bei Solostücken, denn gegen ein Orchester hat das Instrument nun gar keine Chance mehr. Der Klang allerdings ist weitaus weniger ermüdend als der des Cembalos, welches aufgrund seiner extremen Obertönigkeit diesen charakteristischen Klang hat. Mir stellt sich hier wieder einmal auch die Frage nach dem Tempo, denn auf einem Clavichord kann man, zumindest wenn es ein gebundenes Instrument ist (sprich: mit einer Saite mehrere Töne erzeugt werden) nicht gerade rasend schnell spielen. Allerdings sind Couperins Werke sicher viel mehr für das Cembalo gedacht. Ich persönlich finde hier den authentischeren Klang auch besser als den modernen Flügel. Es ist auf jeden Fall wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass im Barock mit Klavier (Clavier) verschiedene Instrumente (auch manchmal die Orgel) gemeint sein können. Der Hammerflügel gehört wie bereits bemerkt noch nicht dazu. Bei wirklich für die Kammer komponierten Stücken muss man eigentlich davon ausgehen, dass sie sowohl auf dem Cembalo wie auch auf dem Clavichord gespielt wurden. Je polyphoner, desto eher muss es ein Cembalostück sein (bzw. je dicker der Satz). Natürlich bleibt es aber Geschmackssache, ob man das Cembalo mag oder nicht. Es ist dasselbe wie mit der Blockflöte, die viele Hörer auch nicht leiden können, obwohl sie die richtige Flöte für die meisten Barockwerke ist. Etwas ähnliches gilt auch noch für den Continuosatz, den man mit Cello oder auch Fagott als Bassinstrument hören kann. Auch hier wird der Mehrzahl das Fagott unangenehmer sein...
Satie
martin (29.05.2006, 15:52): Original von Satie Es ist dasselbe wie mit der Blockflöte, die viele Hörer auch nicht leiden können, obwohl sie die richtige Flöte für die meisten Barockwerke ist.
Satie
Lieber Satie,
das hat glaube ich wirklich einen ganz anderen Grund. Da Blockflöte nun mal dieses typische Kinderinstrument geworden ist, etwa indem Du schon in jungen Jahren vom Blockflötengedudel Deines Bruders malträtiert wirst und dieses Instrument aus Schule, Musikerziehung usw. kennst, ist es etwas völlig Selbstverständliches, daß Du schon in frühen Jahren zu diesem Instrument eine vollkommen natürlich Haßbeziehung entwickelst und es dann auch später nicht mehr hören möchtest ...
Gruß Martin
Zelenka (29.05.2006, 18:15): Original von Cosima Was ist mit Zelenka? Ein Mitglied dieses Forums hat sich diesen Namen gegeben, der Komponist ist mir unbekannt.
Liebe Cosima:
Zelenka ist eher das, was meinen Kleinmeister nennen würde. Er muß sicher einigen Größeren erst einmal den Vortritt lassen.
Gruß,
Zelenka
Zelenka (29.05.2006, 19:04): Die Aufgabe, die Cosima zur Eröffnung des Fadens gestellt hat, ist nicht leicht. Das barocke Feld ist weit, andererseits soll vieles, das vielleicht am schönsten ist, die Vokalmusik überhaupt z.B., außen vor bleiben. Ausgeschlossen ist Großmeister Bach und Musik, in der Blech und Wimmerhölzer aller Art zum Einsatz kommen. Mehr wahllos greife ich einen Komponisten heraus, den ich den größeren rechne: Heinrich Ignaz Franz (von) Biber (1644-1704). Sofort fallen hier seine Kirchenkompositionen mit Stimme heraus, etwa die Missa Salisburgensis, die sehr nett von Paul McCreesh eingespielt wurde, oder die Missa Bruxellensis, um die sich Savall verdient gemacht hat. Was bleibt? Z.B. die Harmonia Artificioso Ariosa:
Kraemer, Valetti, Rare Fruits Council DDD Auvidis Astrée E8572
Eine ohne Einschränkungen zu empfehlende Aufnahme von höchst abwechslungsreicher Musik, mit Verve vorgetragen. Die fast noch schönere Schwesterplatte (Sonatae tam aris quam aulis servientes) des Ensembles ist hier nicht zugelassen, da stellenweise Trompeten geblasen werden.
Dann die berühmten Rosenkranz-Sonaten, die wohl billigste Aufnahme erfüllt sehr wohl ihren Zweck
8 Sonatae a Violino Solo, Salzburg 1681: Nos. III, IV, VI, VII, Sonatas No. 81 in A major, No. 84 in E major Holloway, Assenbaum, Mortensen ECM New Series 4720842
Nett auch einge teils repräsentative Musik (u.a. Schlachtengetümmel, Kirchgang der Bauern), die Harnoncourt sehr schön eingespiel hat (Vorsicht: teilweise Blasinstrumente):
Sonata III a 5 violae, Sonata prima a 8, 2 clarini, 6 violae, Ballettae a 4 violettae, Battalia, Sonata a 7, 6 tromb, tramburin con organo Ao. 1668, Sonata IV a 5 violae, Sonata seconda a 8, 2 clarini, 6 violae, Sonata a 6 "Peasants' Church-Going" Concentus musicus Wien, Harnoncourt Teldec Das alte Werk 4509979142
Sehr schön auch eine CD, auf der eine Karnevalsfeier in Kremsier rekonstruiert, wo Biber zeitweise wirkte (Vorsicht: Blasinstrumente), herrlicher Klamauk stellenweise:
Trombet- undt Musicalischer Taffeldienst à 4, Arien à 4, Harmonia Romana, Balletti, Arien à 4, Balletti, Balletti Lamentabili à 4 Ars Antiqua Austria, Letzbor Symphonia SY95143
(wird fortgesetzt)
Gruß,
Zelenka
Cosima (29.05.2006, 19:12): Original von Zelenka Ausgeschlossen ist Großmeister Bach und Musik, in der Blech und Wimmerhölzer aller Art zum Einsatz kommen.
:D :D :D
Lieber Zelenka,
ich weiß ja, dass es nicht einfach mit mir ist, obgleich der Bereich doch so sehr schön eingegrenzt ist. Vielen Dank für die Hinweise - Manze und Biber, das klingt z.B. schon mal sehr gut. Ich werde einfach all die Hinweise sammeln und nach und nach in die Aufnahmen reinhören.
Würde aber allen, die sich in diesem Bereich neu tummeln wollen, erst einmal immer noch eher Biber empfehlen.
So ganz neu ist dieser Bereich ja nicht mehr für mich, nur eben etwas vernachlässigt worden. Und eine Biber-Aufnahme habe ich ja immerhin schon.
Gruß, Cosima
Zelenka (03.06.2006, 15:02): Um den friedlich schlummernden Barockfaden etwas wiederzubeleben, dachte ich spontan an einen Telemann-Eintrag, weil ich mich einigermaßen gut bestückt glaube, was diesen Groß-Meister angeht. Erschreckend zu sehen, wie meine Sammlung von Telemann-CDs (etwa 70) im Einklang mit den anzulegenden Kriterien (keine menschliche Stimme, keine Blasintrumente) zusammengeschmolzen ist. Deprimierend! Immer wieder kommt die Flöte z.B dazwischen. Die oft entzückenden Pariser Quartette fallen komplett weg. In einer Sammlung wie der Tafelmusik bleiben nur wenige Stücke, ebenso im getreuen Music-Meister und in den Essercizii Musici. Immer wieder Blasinstrumente.
Garantiert bläserfrei sind diese CDs von Musica Antiqua Köln:
Ebenso Kammermusik in einer Aufnahme des Freiburger Barockorchester Consort (Carus 83300) und der brave Harald Hoeren mit Cembalomusik (VI Ouverturen nebst zween Folgesätzen TWV 32: 5-10) bei CPO (9996452). Beides eher nicht zum Einstieg in Telemann empfohlen.
Gruß,
Zelenka
Cosima (04.06.2006, 10:51): Original von Zelenka Erschreckend zu sehen, wie meine Sammlung von Telemann-CDs (etwa 70) im Einklang mit den anzulegenden Kriterien (keine menschliche Stimme, keine Blasintrumente) zusammengeschmolzen ist. Deprimierend! Immer wieder kommt die Flöte z.B dazwischen.
Lieber Zelenka,
ich fürchte, hier hast Du etwas missverstanden: Ich sprach ja von Soloinstrumenten, im Sinne von Flötenkonzerten, Hornkonzerten etc. Aber natürlich darf hin und wieder ein solches Instrument zu hören sein.
Vokalmusik in jeglicher Richtung scheidet komplett aus, ja.
Danke für die Vorschläge!
Gruß, Cosima :)
Jeff Klein (04.06.2006, 19:29): Hallo Cosima, auch wenn ich wohl noch viel weniger Ahnung von Barock Musik habe als du :wink, würde ich folgende CD empfehlen wenn du an Jean-Baptiste Lully interessiert bist (sie dürfte auch deinen Kriterien entsprechen):
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1574487.jpg
@Zelenka: Ich wäre an ein paar Empfehlungen bezüglich barocker Opern interessiert, sofern es mir Cosima nicht übel nimmt dass ich ihren Thread "missbrauche" :A!
Gruss, Jeff :hello
Zelenka (04.06.2006, 19:38): Original von Cosima Original von Zelenka Erschreckend zu sehen, wie meine Sammlung von Telemann-CDs (etwa 70) im Einklang mit den anzulegenden Kriterien (keine menschliche Stimme, keine Blasintrumente) zusammengeschmolzen ist. Deprimierend! Immer wieder kommt die Flöte z.B dazwischen.
Lieber Zelenka,
ich fürchte, hier hast Du etwas missverstanden: Ich sprach ja von Soloinstrumenten, im Sinne von Flötenkonzerten, Hornkonzerten etc. Aber natürlich darf hin und wieder ein solches Instrument zu hören sein.
Vokalmusik in jeglicher Richtung scheidet komplett aus, ja.
Danke für die Vorschläge!
Gruß, Cosima :)
Liebe Cosima:
Besten Dank für die Klarstellung, da muß ich dann wohl etwas mißverstanden haben. Im Moment fürchte ich allerdings, daß die Zahl der Empfehlungen nicht wesentlich vermehrt werden kann - wenn überhaupt. Würde doch zögern, Dir die gelegentliche bläserische Nachempfindung von z.B. Froschgequake ("Konzertierende Frösche und Krähen", "Alster"- Suite TWV 55: F 11) zu empfehlen :D.
Gruß,
Zelenka
Cosima (04.06.2006, 20:09): Original von Zelenka Würde doch zögern, Dir die gelegentliche bläserische Nachempfindung von z.B. Froschgequake ("Konzertierende Frösche und Krähen", "Alster"- Suite TWV 55: F 11) zu empfehlen :D.
Das klingt nun doch sehr interessant... :rofl
Gruß, Cosima
Zelenka (04.06.2006, 20:14): Original von Cosima Original von Zelenka Würde doch zögern, Dir die gelegentliche bläserische Nachempfindung von z.B. Froschgequake ("Konzertierende Frösche und Krähen", "Alster"- Suite TWV 55: F 11) zu empfehlen :D.
Zelenka (06.06.2006, 17:21): Original von Jeff Klein
@Zelenka: Ich wäre an ein paar Empfehlungen bezüglich barocker Opern interessiert, sofern es mir Cosima nicht übel nimmt dass ich ihren Thread "missbrauche" :A!
Gruss, Jeff :hello
Lieber Jeff:
Ich habe erst jetzt Deine Anfrage entdeckt. Ich bitte um Vergebung für meine Unaufmerksamkeit :down! Und ich bitte auch noch ein wenig um Geduld! Auf jeden Fall muß etwas mehr für die Barockzeit getan werden!
Willkommen im Forum!
Gruß,
Zelenka
Jeff Klein (06.06.2006, 17:29): Original von Zelenka Original von Jeff Klein
@Zelenka: Ich wäre an ein paar Empfehlungen bezüglich barocker Opern interessiert, sofern es mir Cosima nicht übel nimmt dass ich ihren Thread "missbrauche" :A!
Gruss, Jeff :hello
Lieber Jeff:
Ich habe erst jetzt Deine Anfrage entdeckt. Ich bitte um Vergebung für meine Unaufmerksamkeit :down! Und bitte noch ein bißchen um Geduld! Auf jeden Fall muß etwas mehr für die Barockzeit getan werden!
Willkommen im Forum!
Gruß,
Zelenka
Hallo Zelenka! Macht nichts :), es lag wohl daran dass meine Beiträge zuerst von der Moderation kontrolliert werden.Deshalb ist mein Beitrag später erschienen als dein letzter obwohl ich meinen früher geschrieben habe! Ich habe Zeit! :thanks
Gruss, Jeff
Zelenka (06.06.2006, 17:48): Lieber Jeff:
Ich habe gerade gesehen, daß es bei der Vokalmusik einen Thread "OPER im Barockzeitalter" gibt, der am 14. April eingeschlafen ist. Möglicherweise ist er wiederbelebungsfähig ...
Gruß,
Zelenka
Jeff Klein (06.06.2006, 18:44): Original von Zelenka Lieber Jeff:
Ich habe gerade gesehen, daß es bei der Vokalmusik einen Thread "OPER im Barockzeitalter" gibt, der am 14. April eingeschlafen ist. Möglicherweise ist er wiederbelebungsfähig ...
Gruß,
Zelenka
Lieber Zelenka,
soeben ist wohl wieder das gleiche passiert :)!Ich habe den Thread gefunden, allerdings enthält er keine CD-Empfehlungen und ich kann leider nichts dazu beitragen, weil ich keine einzige CD Aufnahme von einer barocken Oper besitze !Daher wäre ich für ein paar konkrete Empfehlungen dankbar, später könnte ich mich dann dazu äussern im entsprechenden Thread.
Gruss, Jeff
Zelenka (06.06.2006, 19:00): Original von Jeff Klein
Hallo Zelenka! Macht nichts :), es lag wohl daran dass meine Beiträge zuerst von der Moderation kontrolliert werden.Deshalb ist mein Beitrag später erschienen als dein letzter obwohl ich meinen früher geschrieben habe! Ich habe Zeit! :thanks
Gruss, Jeff
O je, die gestrenge Moderation! Hoffe, Du wirst bald in die wunderschöne Welt der Realzeit entlassen. Barockinteressierte werden dringend gebraucht!
Beste Grüße,
Zelenka
Jeff Klein (06.06.2006, 19:07): Original von Zelenka Original von Jeff Klein
Hallo Zelenka! Macht nichts :), es lag wohl daran dass meine Beiträge zuerst von der Moderation kontrolliert werden.Deshalb ist mein Beitrag später erschienen als dein letzter obwohl ich meinen früher geschrieben habe! Ich habe Zeit! :thanks
Gruss, Jeff
O je, die gestrenge Moderation! Hoffe, Du wirst bald in die wunderschöne Welt der Realzeit entlassen. Barockinteressierte werden dringend gebraucht!
Beste Grüße,
Zelenka
Ab sofort bin ich ein "freier Mann".Besten Dank an die Moderation :down :down :down Ich bin für alle Vorschläge offen, nur Aufnahmen auf historischen Instrumenten sollten es sein!
Danke, Jeff
Cosima (06.06.2006, 19:37): Original von Zelenka Auf jeden Fall muß etwas mehr für die Barockzeit getan werden!
Lieber Zelenka,
ja, das sehe ich auch so. Ein wenig bin ich überfordert mit den vielen Hinweisen, vor lauter Fröschen sehe ich kein Land mehr. :)
Vielleicht sollten wir zu den bekannteren Barockmeistern Einzel-Threads eröffnen. Hierzu fühle ich mich aber überhaupt nicht in der Lage. Zelenka, gehe Du voran!
Eine echte Entdeckung für mich (ich schrieb bereits weiter vorne im Thread etwas dazu; da hörte ich sie aber noch nicht)! Diese Westhoff-Aufnahme ist wirklich großartig – ich bin ganz begeistert! :down
Die Kompositionen sind virtuos und abwechslungsreich, zuweilen poetischer und lautmalerischer Natur. David Plantier spielt mit Freude am Detail, toller Technik und expressiv, so wie ich Barockmusik gerne höre. Die Klangqualität ist vorbildlich. Sogar ich – als relativer Barock-Muffel – kann diese CD sehr empfehlen!
Gruß, Cosima
Carola (12.06.2006, 17:28): Original von Zelenka
Dann die berühmten Rosenkranz-Sonaten, die wohl billigste Aufnahme erfüllt sehr wohl ihren Zweck
Leider kenne ich die Rosenkranz-Sonaten bisher nur dem Namen nach. Was ist das denn überhaupt für eine Besetzung? Cembalo plus irgendwas? Triosonaten? Oder gar Orgelmusik? (hoffentlich nicht, die kann ich nämlich nicht leiden).
Punktuell gänzlich unwissend,
Carola
Zelenka (12.06.2006, 17:42): Original von Carola Original von Zelenka
Dann die berühmten Rosenkranz-Sonaten, die wohl billigste Aufnahme erfüllt sehr wohl ihren Zweck
Leider kenne ich die Rosenkranz-Sonaten bisher nur dem Namen nach. Was ist das denn überhaupt für eine Besetzung? Cembalo plus irgendwas? Triosonaten? Oder gar Orgelmusik? (hoffentlich nicht, die kann ich nämlich nicht leiden).
Punktuell gänzlich unwissend,
Carola
Liebe Carola:
Immer diese ja weitverbreitete Abneigung gegen die Orgel! Sie ist doch die Königin der Instrumente! - Die 15 Rosenkranz-Sonaten sind Violinsonaten. Eine Continuo-Gruppe bestehend aus Orgel (ganz kleines Örgelchen!)/Cembalo, Laute/Chitarrone, Viola da Gamba/Lirone und Harfe ist auf dieser Einspielung auch dabei.
Punktuell wissend,
Zelenka
Carola (12.06.2006, 17:56): Lieber Zelenka,
ein "ganz kleines Örgelchen" als Continuo-Instrument ist erträglich - sonst könnte ich ja nicht mal die Matthäuspassion mit Freude anhören.
Hauptsache nicht dieser brausend-majestätische Orgelklang. Und die "Königin der Instrumente" ist seit kurzem ohnehin das digitale Klavier, wusstest Du das noch nicht? :D
Carola, immer auf dem neuesten Stand
Zelenka (12.06.2006, 18:08): Original von Carola
Und die "Königin der Instrumente" ist seit kurzem ohnehin das digitale Klavier, wusstest Du das noch nicht? :D
Carola, immer auf dem neuesten Stand
Liebe Carola:
Pardon, Du hast natürlich recht! Mir war diese Tatsache vorübergehend entglitten.
Von Aussetzern geplagt,
Zelenka
Carola (25.08.2006, 18:00): Original von Cosima http://www.wom.de/image/middle/front/0/6337623.jpg
Eine echte Entdeckung für mich (ich schrieb bereits weiter vorne im Thread etwas dazu; da hörte ich sie aber noch nicht)! Diese Westhoff-Aufnahme ist wirklich großartig – ich bin ganz begeistert! :down
Die Kompositionen sind virtuos und abwechslungsreich, zuweilen poetischer und lautmalerischer Natur. David Plantier spielt mit Freude am Detail, toller Technik und expressiv, so wie ich Barockmusik gerne höre. Die Klangqualität ist vorbildlich. Sogar ich – als relativer Barock-Muffel – kann diese CD sehr empfehlen!
Gruß, Cosima
Gerade gesehen: Bei jpc gibt´s die CD im Moment und bis zum 31.10.06 ermäßigt für 9,99 €.
Mit Gruß von Carola
Tranquillo (19.03.2008, 16:14): Hallo zusammen,
einem freundlichen Hinweis unseres Admins folgend, werde ich mal versuchen, diesen Thread wiederzubeleben, nachdem ich die vorangegangenen Beiträge gelesen habe.
Die allgemein bekannten Komponisten des Hochbarock (Bach, Händel, Telemann, Vivaldi) sollen ausgeklammert werden. Für Frankreich wurden schon Rameau und die Couperins erwähnt, für Österreich Biber, für Italien Frescobaldi und für England Purcell.
Zunächst zu England: Neben Händel, dem importierten Sachsen, waren dort auch einige bedeutende einheimische Komponisten tätig - am bekanntesten davon ist sicher Henry Purcell. Seine Fantasien für Gambenconsort wurden bereits erwähnt, wobei ich folgende Aufnahme empfehle:
"Rose Consort of Viols" ist ein englisches Gamben-Ensemble, das sich auf englische Consort-Musik der Spätrenaissance und des Frühbarock spezialisiert hat und in diesem Bereich noch einige andere Aufnahmen gemacht hat (ich werde darauf zurückkommen). Eigentlich war Musik für Gambenconsort zur Purcells Zeit schon aus der Mode - er war der letzte, der für diese Besetzung komponiert hat. Seine Fantasien sind - ganz in der englischen Tradition - polyphon sehr kunstvoll gearbeitet, dabei aber gleichzeitig von einer unglaublichen harmonischen Kühnheit und einer Tiefe des Ausdrucks, die auch den heutigen Hörer noch unmittelbar anspricht.
Hier ist das Instrumentarium schon moderner (zwei Violinen und Basso continuo) und italienischer Einfluss spürbar. Auch diese Sonaten sind geprägt von kunstvoller Polyphone, kühner Harmonik und einer Tiefe des Ausdrucks, die sich auch heute noch mitteilt.