Beethoven: Alle Neune - Die Symphonien

Rolf Scheiwiller (01.04.2006, 11:24):
Schönen 1. April zusammen!

Beethovens 9 Sinfonien im Schuber.
Nicht jeder bekannte Dirigent bekommt oder bekam die Chance dieses grosse Risiko einzugehen. Ein Risiko in mehrerer Hinsicht. Auch für den Produzenten, seine Firma.

Mitte der 50 er Jahre kam meines Wissens der erste Gesamtzyklus heraus.
Karajas Londoner Einspielung mit hochkarätigen Solisten in der 9.
Eine schlanke, lebendige Mono - Einspielung. Nur die 8. war bereits in Stereo aufgezeichnet. EMI

Dann die Klemperer Gesamtaufnahme.
Wunderbare, monumentale wie aus Granit gehauene Aufnahme.
Sensationell das Philharmonia Orchester und der Chor.
Erstklassige Solisten auch hier. EMI

Weitere die folgten waren Eugen Jochum ( gibt es noch nicht auf CD )
Sowie Rudolf Kempe und andere.


Karajans 2. Einspielung erschien 1963. Ein Bestseller auch heute noch!
Seine 3. 1977 und die letzte gegen Ende seines Lebens, ca. 1986.
Hätte er länger gelebt, wer weiss,könnten wir uns noch an einer weiteren Gesamtaufnahme erfreuen!


Auch die Vertreter des Originalklangs haben Gesamtaufnahmen herausgebracht.
Die wichtigen stammen von J. E. Gardiner und N. Harnoncourt.


Wir können aus einer grossen Anzahl von Beethovens unsterblichen Werken auswählen.


Welche würdet Ihr wählen ?
Oder kauft Ihr lieber Einzel CD ?

Gruss.
Rolf.
Telramund (01.04.2006, 13:16):
Hallo Rolf,

ein Thema, zu dem man Bücher schreiben könnte. :wink

Wenn's ein Gesamtzyklus sein soll, dann steht an erster Stelle René Leibowitz.


Was Leibowitz 1961 und 1962 an Details herausholte, wie sehr er Beethoven gegen den damals romantisierenden Strich bürstete, ist auch heute noch einzigartig. Zudem leierte die Noten nicht einfach nur runter (wie Zinman bisweilen), sondern er gestattet dem Royal Philharmonic Orchestra spürbare Spielfreude.

"Gegenpol" zu Leibowitz ist Klemperer


Wie ich im Klemperer-Thread bereits schrieb: Ein Beethoven wie aus Granit.

Zwischen beiden liegt Günter Wand


Ein wunderbar ausgewogener Beethoven, der zudem sehr gut klingt.

Weiterhin könnte ich über Bernstein philosophieren, Harnoncourt loben oder mich über Zinmans "Diktat des Moetronoms" auslassen, aber dazu fehlt momentan die Zeit...
Ganong (01.04.2006, 14:12):
Lieber Rolf ,
eigentlich bevorzuge ich den Kauf von Einzel-CDs .
Müsste ich mich für e i n e Gesamtaufnahme entscheiden müssen , so würde ich wahrscheinlich die mit André Cluytens und den Berliner Philharmonikern ( EMI ) wählen . Die Aufnahme mit Leibowitz ist wohl nicht mehr erhältlich - oder ?
Grüsse , Ganong
Cosima (01.04.2006, 14:58):
Hallo Rolf,

Gesamtaufnahmen kaufe ich generell nur in Ausnahmefällen. Von Carlos Kleiber hätte ich eine gekauft, von Leibowitz gibt es zwar eine, aber hier habe ich schon vier Einzelaufnahmen.
Obwohl sich bei den Beethoven-Sinfonien bei mir noch Furtwängler, Giulini, Wand und Friscay tummeln, greife ich fast immer zu den beiden erst genannten Dirigenten. Von Klemperer möchte ich mir irgendwann noch eine Einzelaufnahme zulegen. Welche wäre hier denn besonders empfehlenswert? Ansonsten bin ich mit dem derzeitigen Bestand ganz zufrieden.

Lieben Gruß,
Cosima
Telramund (02.04.2006, 00:56):
Original von Ganong
Die Aufnahme mit Leibowitz ist wohl nicht mehr erhältlich - oder ?


Oh, aber sicher, z.B. bei JPC.
Mit knapp unter 50€ ist die Gesamtaufnahme alles andere als ein billiges Vergnügen, aber die künstlerische Qualität entschädigt für den hohen Preis. Zudem wurde der Zyklus in den Abbey Road Studios neu remastered und klingt, insbesondere wenn man das Alter berücksichtigt, sehr gut.

@Cosima: Für den Anfang würde ich Dir entweder die 3. oder die 9. Symphonie ans Herz legen.
Bei der "Eroica" kommt "Klemperers Granit" besonders deutlich zur Geltung. Trotz der langsamen Tempi begreift man die Radikalität, mit der Beethoven die symphonische Welt verändert hat.
Die 9. ist eine der herausragenden Aufnahmen dieses Werkes, bei dem übrigens alle Wiederholungen im Scherzo gespielt werden. Zudem verfügte Klemperer mit Aase Nordmo Lövberg, Christa Ludwig, Waldemar Kemntt und Hans Hotter über sehr gute Solisten.
Ganong (02.04.2006, 18:34):
Lieber Telramund ,
es ist wichtig gewesen , dass Du auf die Sänger(innen) im Schlussatz von Beethovens 9ter hingewisen hast .
Nicht ganz selten "kippt" eine ansonsten gute Interpretation an dem Sängerensemble .
Grüsse , Ganong
Cosima (02.04.2006, 18:39):
Original von Telramund
@Cosima: Für den Anfang würde ich Dir entweder die 3. oder die 9. Symphonie ans Herz legen.


Hallo Telramund,

habe ich mir notiert, vielen Dank! Die 3. wäre mir am liebsten. Gibt es verschiedene Einspielungen? Oder kann ich blind auf die EMI-Aufnahme (Great Recordings of the Century) zurückgreifen?

Gruß, Cosima
Telramund (02.04.2006, 22:26):
Hallo Cosima,

es gibt in der Tat verschiedene Einspielungen mit Klemperer.

Wenn Du diese Aufnahme meinst

die ist Mono. Ich bezog mich auf die Stereo-Aufnahme von 1959, die aber wohl einzeln momentan nicht erhältlich ist.
Cosima (02.04.2006, 22:30):
Hallo Telramund,

meinst Du diese hier?

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000DFO0.03.MZZZZZZZ.jpg

Falls ja: Die könnte ich gerade günstig gebraucht bekommen.

Gruß, Cosima
Telramund (02.04.2006, 22:34):
Hallo Cosima,

die Aufnahmen der Klemperer legacy sollten Stereo-Aufnahmen sein.

Gruß

Telramund
Cosima (02.04.2006, 22:41):
Ja, es müsste sich um die Stereo-Aufnahme aus 1961 handeln, gekoppelt mit der 1955-er Orchesterversion der Großen Fuge (auch Stereo). Aber Du schriebst oben 1959?

Nachtrag: Ich habe eben noch schnell recherchiert: 1959 stimmt, aber als P-Jahr steht da wohl irgendwo 1961. Deshalb die Verwirrung.
Mime (03.04.2006, 08:02):
Günter Wand hat mit dem NWR-Symphonieorchester eine sehr gute Einspielung herausgebracht.Lediglich das Sängerquartett in der IX. entspricht nicht dem sonst hohen Qualitätsstandard.Trotzdem empfehlenswert.
Orfeo (10.04.2006, 20:19):
Als Gesammtaufnahme würde meine erste Wahl auch auf René Leibowitz oder André Cluytens fallen.

Klemperer war einst mein Einstieg in die Symphonien Beethovens. Ganz gerne höre ich von ihm noch die Fünfte, die Siebte und die Neunte.

Karajan schätze ich an sich in vielen Fällen ausserordentlich, jedoch konnte er mich gerade mit den Beethoven Symphonien in keinem Fall sonderlich beeindrucken.
Ganong (11.04.2006, 18:39):
Lieber Orfeo ,
und wie hälst Du es mit den Giulini - Aufnahmen ?
Et mit der "ERoica" ( DGG ) , der A-Dur-Symphonie ( nr. 7 ) ( EMI ) und den drei mir bekannten verschiedenen Aufnahmen der Pastorale ? Wie beurteilst Du Giulinis Sängerensemble in der 9ten , das ja sehr kontrovers besprochen wird ?
Ud was ist mit Mutis Zyklus in Philadelphia oder Tennstedts herrlicher 7ter in London ( BBC Legends ) ?
Grüsse , Frank
Orfeo (11.04.2006, 19:16):
Giulinis dritte Beethoven Symphonie halte ich für die eindeutige Referenzaufnahme.

Seine 9te kenne ich nicht. Interessant?
martin (11.04.2006, 20:50):
Ich kenne vier Zyklen der Beethovensinfonien. Als junger Mann hatte ich die Wiener Philharmoniker mit Krips auf LP. Das war eine hervorragende Einspielung. Nur habe ich diese LPs dann leider irgendwann verschenkt. Wenn der mal billig auf CD erschiene, würde ich ihn mir holen! Ich habe ihn mal auf CD gesehen, aber sehr teuer, und das war es mir einfach nicht wert ( zumal dies alte Aufnahmen sind, die nicht mehr auf dem technisch neusten Stand sind).

Auf CD holte ich mir den Kegelzyklus. Der ist auch wirklich nicht schlecht, aber den Krips fand ich besser.

Enttäuschend fand ich den Bruno Walter Zyklus. Ich hatte mir davon mehr versprochen, aber irgendwie hatte das überhaupt keinen Biß.

Dann habe ich mir schließlich noch als vierten Zyklus die Blomstedteinspielung auf Brilliant geholt. Die fand ich auch sehr gut und sie ist sehr billig. Junge oder auch ältere Leute mit wenig Geld sollten sich diesen Zyklus zu dem günstigen Preis wirklich holen!

Dann habe ich noch ein paar Einzelaufnahmen von Szell und Karajan. Der Szell, von dem ich die 4. und 7. habe, scheint mir sehr gut zu sein!

Gruß Martin
Ganong (12.04.2006, 16:56):
Lieber Martin ,
Bruno Walters 5te und 7te sind doch hervorragend eInterpretationen .
Seine von ihm immer wider besprochene und herausgehoben e "Pastorla" "durchrast" er leider für mich . Auch wenn er vielleicht damit an Beethovens Zeitvorstellungen herankommen mag . Aber es fehlt doch völlig diese Naturliebe , die Traumversunkenheit , diese ganz natürlich eFreude , dieses Nachempfinden des innigen und ausgelassenne Landlebens . Dieses können wir besonder sin Giulinis letzter Deutung ( Sony) , Abbado ( DGG ) ud mit einem fast zu schönen Lnag bei Muti hören . Und eine Delikatesse sind die Aufnahmen durch Cluytens ud Leibowitz .
Josef Krip s... ja, das war noch eine Zeit . Ein Skandal , dass solche Aufanehmen gestrichen sind . Der Plattenindustrie würde es besser gehen ( können ) !
Grüsse , Frank
Ganong (12.04.2006, 16:59):
Lieber Orfeo ,
es gibt mehrere Einspielungen .
Die geschlossenste ist die erste Aufnahme bei EMI . habe sie vor kurzenm wegen der Frage der Sänger(innen) nochmals angehört (EMI ) . Diese Aufnahmeist empfehlenswert .
bei dem gamnz späten Giulini irritieren kich ( noch mehr allerdings bei Brahms !!! ) die Tempi und einige offensichtlich Erkenntnisse , die Giulini wohl im Notentext "gelesen" hat .
Viele Grüsse , Frank
Rachmaninov (18.12.2006, 11:34):
Mittlerweile habe ich mir, teilweise mehrfach, die 3.,5. und 7. Sinfonie aus der Gesamtaufnahme der Sinfonien von H. von Karajan mit den Berliner Philharmonikern angehört.



Respekt!

Bin nun wahrlich kein großer Kenner der Beethoven Sinbfonien aber die Gesamtaufnahme aus dem Jahr 1963 überzeugt mich wirklich.
Der Klang ist absolut i.O. und das Dirigat von Karajan erfreut mich.

Schön die Melodieführung und die klare und deutliche Hörbarkeit der einzelnen Instrumentengruppen.

Da geht nicht verloren.

Toll!
Wotan (18.12.2006, 19:35):
Hallo,

was die 5te und die 7te von Beethoven angeht muss ich sagen, dass keine Einspielung (bei der 4ten auch) an die von Carlos Kleiber herankommt. Die gelungenste Gesamtaufnahme ist meiner Meinung nach die von Arturo Toscanini. Erst dann kommt für mich Karajan. Nebenbei: bei der 9ten lege ich jedem die Aufnahme von Fricsay ans Herz - einmalig und unter dem Wust von zahllosen Aufnahmen die unschlagbar Beste!!!

MfG
Wotan
Rachmaninov (18.12.2006, 19:46):
Original von Wotan
Hallo,

was die 5te und die 7te von Beethoven angeht muss ich sagen, dass keine Einspielung (bei der 4ten auch) an die von Carlos Kleiber herankommt. Die gelungenste Gesamtaufnahme ist meiner Meinung nach die von Arturo Toscanini. Erst dann kommt für mich Karajan. Nebenbei: bei der 9ten lege ich jedem die Aufnahme von Fricsay ans Herz - einmalig und unter dem Wust von zahllosen Aufnahmen die unschlagbar Beste!!!

MfG
Wotan

@Wotan,

die Kleiberaufnahme der #5 und #7 sowie die #9 mit Fricsay sind in der Tat vorzüglich! :hello
nubar (18.12.2006, 19:46):
@Wotan:
Du hast wohl schon alle Aufnahmen der Neunten durchgehört? :D

Grüße, nubar
nubar (18.12.2006, 22:15):
Lieber Wotan,

ich hoffe, ich habe dich nicht mit meiner Antwort verstimmt? Ich wollte nur die Relativität deiner Aussage deutlich machen.

Zu Beethovens 9:
Die von dir empfohlene Aufnahme ist auf jeden Fall eine gute Wahl, wenn man eine entschlackte Einspielung haben möchte und auch sonst sehr empfehlenswert. Aber es lohnt sich natürlich, auch andere Interpretationsansätze kennen zu lernen, die nicht weniger gut oder schlecht geraten sind. Leider habe ich es noch nicht geschafft, alle mir zur Verfügung stehenden Aufnahmen zu vergleichen. Ich möchte aber dennoch zwei Empfehlungen aussprechen: Zum einen die Karajanaufnahme aus seinem ersten Zyklus und zum anderen die Furtwängleraufnahme aus Bayreuth. Letztere ist unter Livebedingungen entstanden und hat im dritten Satz einige schwere Patzer der Instrumentalisten sowie eine etwas schlechtere Tonqualität (dem Festspielhaus geschuldet), trotzdem sehr spannend. Bei Gelegenheit möchte ich mir aber noch von Furtwängler zwei Aufnahmen zulegen. Die erste aus dem Jahre 1939, die sehr existentiell sein soll, und eine Aufnahme aus Luzern (ich meine mich zu erinnern 1953), die sehr ausgewogen sein soll und nicht die Fehler der Bayreuther Aufnahme aufweist. Von neueren Aufnahmen interessiert mich vor allen Dingen Tennstedts Interpretation auf BBC Legends, aber das liebe Geld und vor allen Dingen die liebe Zeit... :A

Grüße, nubar
nubar (19.12.2006, 11:57):
Nachtrag:
Natürlich ist Karajans erster Stereozyklus gemeint.

Grüße, nubar
ab (19.12.2006, 13:51):
Original von Rachmaninov
die #9 mit Fricsay sind in der Tat vorzüglich!

Wahrlich! Aber: Der langsame Satz ist - wie damals üblich - verhätlnismäßig langsam und somit die Einheit der ganzen Sinfonie beträchtlich gestört. Oder?

Ich hoffe immer noch, dass die Aufnahme der 9. Sinfonie mit Jos van Immerseel mit Anima Aeterna (die ja einen schrecklich öden Schubert aufgenommen haben) endlich einmal bei Sony billig wieder veröffentlich werden wird. Es wird der Klang alter Instrumente verwendet, dennoch die gerastenTempi gemieden, Klangsinnlichkeit geboten und mit Ausdruck musiziert. Diese CD habe ich vom kurzen Hineinhören in bester Erinnerung behalten. Ich möchte so gerne überprüfen, ob mich mein Eindruck damals getäuscht hat.
Amadé (20.12.2006, 19:01):
Hallo Wotan,

danke für Deinen Hinweis auf die hochkarätige Aufnahme von Ferenc Fricsay, die auch eine meiner liebsten Aufnahmen der 9. ist. Beim letzten Satz stört mich allerdings etwas Fischer-Dieskau, der sich schon mal in den Vordergrund singt. Dies hätte die Tontechnik beheben müssen, übrigens einen weiteren Fehler gleich zu Beginn seines Einsatzes: "Elysior"!
Diese Aufnahme war die erste Stereo-Produktion der DGG und entstand, wenn ich mich nicht irre, im Anschluss an öffentliche Aufführungen.

Bei der 9. halte ich es wie bei Mahlers 3. Sinfonie: 1. Abteilung, 2. Abteilung.
Bei MAhler 1. Abteilung 1. Satz, 2. Abteilung Sätze 2-6.
Bei Beethoven 1. Abteilung Satz 1-3, 2. Abteilung der Schlusssatz.

Es gibt viele Musikfreunde die der Meinung sind, nach dem 3. Satz sei die Sinfonie für sie zu Ende. Der Schlusssatz falle doch sehr ab. Es gibt in der Tat einige sehr gute Aufnahmen mit geglückter 1. Abteilung und problematischer 2. Abteilung. Einige Gründe für letzteres: Solisten passen stimmlich nicht zueinander, ihr Deutsch ist schlecht zu verstehen, der Chor ist naja und/oder besitzt eine schlechte deutsche Aussprache, Beethovens formaler Plan wird nicht wahrgenommen oder nicht oder unzureichend umgesetzt, die Temporelationen unter den einzelnen Abschnitten lassen zu wünschen übrig. Man könnte dies noch fortsetzen. Gute Interpretationen des 4.Satzes (sowie der ganzen Sinfonie) hat Furtwängler hinterlassen.

Gruß Amadé
Wotan (20.12.2006, 19:34):
Die Einteilung in Abschnitte bei der 9ten ist auf jeden Fall ein interessanter Aspekt, weil eben dass mein größtes Problem war. Eine Aufnahme zu finden, in der beides, die Sätze 1-3 und der 4, wirklich gelungen sind. Beispiel Tosanini: Die ersten drei Sätze sind grandios, aber der Gesang im 4ten ist grausam oder auch amüsant, wenn man hört, wie sich die Amerikaner mit den deutschen quälen (tendiert dann eben nach Tageslaune). Bei Fricsay habe ich die -bisher- einzige Aufnahme gefunden, die mich in allen Punkten befriedigt.

MfG
Wotan

P.S: Schade, dass Kleiber keine 9te hinterlassen hat!
Gerion (21.12.2006, 17:38):
Liebe Forianer,

was haltet Ihr denn von der Gesamteinspielung von David Zinman (Tonhalle Orchestra Zürich) und Einspielungen von Nicolaus Harnoncourt?

Meine persönliche Lieblings-Gesamtaufnahme (wurde bereits genannt) ist die von Günther Wand mit dem NDR-SO.

Die 63er-Karajans habe ich auch. Sie sagen mir kaum zu. Sie sind sicherlich perfekt eingespielt, aber irgendwie glatt, leer und nicht fasslich. Wie von einer anderen Welt, abschreckend "perfekt heruntergespielt". Finde ich zumindest.
Jack Bristow (21.12.2006, 19:09):
Original von Gerion
Liebe Forianer,

was haltet Ihr denn von der Gesamteinspielung von David Zinman (Tonhalle Orchestra Zürich) und Einspielungen von Nicolaus Harnoncourt?

Meine persönliche Lieblings-Gesamtaufnahme (wurde bereits genannt) ist die von Günther Wand mit dem NDR-SO.

Die 63er-Karajans habe ich auch. Sie sagen mir kaum zu. Sie sind sicherlich perfekt eingespielt, aber irgendwie glatt, leer und nicht fasslich. Wie von einer anderen Welt, abschreckend "perfekt heruntergespielt". Finde ich zumindest.

Zinman ist mitreißend aufgrund der rasanten Tempi, teils jedoch etwas flach/undramatisch (solange man nicht schnell mit dramatisch gleichsetzt) und enthält einige Seltsamkeiten (komische Triller in der 2., solistische Streicher in einer Variation im Finale der Eroica). Ähnliche Tempi mit mehr Wucht findet man m.E. bei Gielen (EMI) und besonders Leibowitz (diverse, u.a. Readers Digest), die ich u.a. deshalb vorziehe.
Harnoncourt ist wie immer recht eigen, aber größtenteils sehr spannend. Die ersten vier und die 7. und 8. gefallen mir am besten; die Pastorale ist mir im Kopfsatz zu langsam, die 5. nicht massiv genug. Die 9. habe ich zu lange nicht gehört, um was sagen zu können.
Alle Aufnahmen wurden live eingespielt und man spürt die Spannung und Begeisterung des jungen Ensembles.
Da Harnoncourts Aufnahmen immer mal wieder zum, Spottpreis zu haben sind, kann ich sie nur empfehlen. Sie ist mit ihren aufregenden und teils unkonventionellen Details gewiß eine schöne Ergänzung zu Wand.

Wand ist sehr solide und auf seine Weise gewiß hervorragend. Mir fehlt in einigen Sätzen das letzte bißchen Dramatik (z.B. nach drei sehr schönen Sätzen läßt seine 2. im Fainale doch einiges an Verve, besonders gegenüber Toscanini oder Harnoncourt vermissen...)

viele Grüße

J Bristow
Rachmaninov (21.12.2006, 19:52):
Welche "interessanten" Gesamteinspielungen entstehen dezeit eigentlich?

Haitink mit dem LSO und Osmo Vänskä mit den Minnesota Chorale & Orchestra.

Wie wird die Rattle Einspielung eingeschätzt?
nikolaus (21.12.2006, 20:16):
Für sehr interessant halte ich die angekündigte Gesamtaufnahme von Pletnev mit dem russischen Nationalorchester, das ich sehr schätze.

Rattle ist ja schon etwas älter, kam soweit ich mich erinnere, nicht so gut weg in den Kritiken. Ich hatte sie seinerzeit meinen Eltern geschenkt, die eigenltich ganz begeistert waren (obwohl v.a. meine Mutter auf Bernstein schwört). Ich werde Weihnachten sicher mal reinhören... :D

Nikolaus.
Ganong (26.12.2006, 17:40):
Lieber nubar ,

Dank für Deinen Hinweis auf die Aufnahmen von Klaus Tennstedt ! .

Er ist vor allem im Vereinigten Königreich ( und Nordirland . So heisst es ja offiziell ) noch immer einer der geschätztesten Dirigenten überhaupt .

Tennstedts Mahler - Zyklus ist von einer ganz beeindrcukenden Geschlossenheit . Er stellt sicherlich , wenn jemand eine GA kaufen möchte , eine erste Wahl dar .

Tennstedts Beethoven ist , Du erwähnst zu recht die Aufnahme bei BBC Legends , beeindruckend Eine absolute Kaufempfehlung !

Leider ist Tennstedt in Deutschland ( West wie Ost ) schnell in Vergessenheit geraten . Dies dürfte nicht seinem künstlerischen , und nicht künstlichen , Rang entsprechen .

Nebenbei : es heisst korreekt nicht"v. Beethoven" ! Richtig ist immer van Beethoven. Das "van" ist nicht mit dem "von" = "v." vergleichbar .

Viele Grüsse ,

Frank
Amadé (02.01.2007, 21:00):
Hallo Rudolf Schweiwiller, Martin, Ganong und andere Beethoven-Liebhaber,

ich habe mich erst jetzt intensiver mit diesem Thread beschäftigt und möchte auch einiges dazu schreiben.
Der 1. wirkliche Gesamtzyklus entstand in den 40er Jahren für die amerikanische Columbia mit Bruno Walter und dem New York Phil.Orch., bei der 6. spielte allerdings das Philadelphia Orch. Diese Aufnahme wird heute bei M&A vertrieben.
Die zweite Gesamtaufnahme erstellte Josef Krips mit dem London Symphony Orchestra (nicht mit den WPh) für das englische Label Pye. Krips war damals gerade Chefdirigent des Orchesters geworden. Die Aufnahmen wurden von allen möglichen Labels in Lizenz vertrieben, so in de BRD vom Lingen-Verlag. Auf CDs veröffentlichte ca 1985 die Deutsche Austroton die Sinfonien, später dann ein Label Bescol, heute sind sie wohl nicht greifbar, schade! Die Pastorale gefällt mir sehr gut.
Dann kam für EMI die Karajan-Produktion mit dem Philharmonia Orchestra. Gleich darauf erstellte auch Otto Klemperer mit dem selben Orchester Aufnahmen von Beethoven Sinfonien, Nr.5 1955, Nr.3 und 7 1956 noch in mono. Ein Jahr später wurden dann die restlichen in stereo eingespielt, nochmals nun in stereo die 3. und 5. 1959 und zuletzt die 7. ein Jahr später. In diesem Jahr 1960 spielte Klemperer bei den Wiener Festwochen einen vollständigen Beethoven-Zyklus, der vom österrischen Rundfunk mitgeschnitten wurde und auch teilweise auf CD herauskam (ital.Pressungen), übringes sang damals Fritz Wunderlich das Tenorsolo in der 9. Die Aufnahme ist 2 Min. schneller als die Studio-Produktion.
Es freut mich, dass ein Forianer die Aufnahmen mit André Cluytens und den Berliner Philh. bei EMI/Electrola nicht vergessen hat, bei dem Riesen-Angebot gerät schnell etwas in Vergessenheit, wie zum Beispiel die schwungvoll dirigierte Serie mit Carl Schuricht und dem Pariser Conservatoire Orchester, 1958 ebenfalls für EMI/Pathè marconi. SEhr gut die Eroica und die Pastorale.
Leider hat war es Erich KLeiber nicht vergönnt, mehr Beethoven-Sinfonien aufzunehmen. In die Spitzengruppe gehören wie bei Schuricht die Eroica, sowohl die mit dem Concertgebouw Orchester als auch die mit den Wiener Philharmonikern, dann die Pastorale, schöner und belebter kann man sie nicht spielen.

Gruß Amadé
Ganong (03.01.2007, 16:34):
Lieber Amadé ,

die Aufnahme mit André Cluytens ist eine der in sich geschlossensten überhaupt !


Dazu kommt noch die Aufnahme der "Pastorale" ( plus Schuberts "Unvollendeter" ) bei dem Label TESTAMENT .

Die Hinweise auf Bruno Walter ( die Aufnahme gibt es wohl noch ) ist ebenso wichtig wie die auf Josef KRIPS .

Und dann natürlich Arturo TOSCANINI .

Carlo Maria GIULINI ( EMI ; Philh. Orchestra London ) und
seine Exegese der "EROICA" ( Los Angeles Philh. Orchestra ; DGG ) sowei seine späten nicht abgeschlossenen Einspielungen mit dem Orchester der Mailänder Scala ( SONY ) verdienen in der vordersten Reihe plaziert zu werden .

Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (25.02.2007, 21:52):
Soeben hörte ich die Sinfonie in der Aufnahme des Minnesota Orchestra unter Osmo Vänskä.

Zwei der bisher drei veröffentlichten Aufnahmen habe ich mir bereits gekauft.
Darunter die Aufnahme der Sinfonie #4 und #5, sowie die Aufnahme der Sinfonie #9.

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/2686451.jpg http://www.jpc.de/image/middle/front/0/6368599.jpg

Bisher muss ich sagen wirklich äußerst hocklassisch und mir erscheint als würde hier ein großer und unbedingt nennenswerter Zyklus eingespielt.

Die Aufnahme der Sinfonie #3 und #8 werde ich mir gleich bestellen. Bleibt zu hoffen, daß die fehlenden Einspielungen (1.,2.6., und 7. Sinfonie) auf diesem Niveau bleiben :engel
uhlmann (08.03.2007, 22:41):
kürzlich habe ich diese gesamtaufnahme erworben:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5018271.jpg

die aufnahmen stammen aus den späten 80ern.
wie nicht anders zu erwarten, bürstet norrington beethoven ordentlich gegen den strich. auch unter den hip-aufnahmen nimmt diese eine, sagen wir "exponierte" stellung ein.

was mich bei norrington fesselt, ist die sehr differenzierte dynamik. da werden steigerungen zu wahren vulkanen, und einen moment später ist wieder absolute ruhe. man hört hier beethoven teilweise ganz neu.

wenn ich lust auf beethoven habe, greife ich seit kurzem eigentlich nur mehr zu norrington.
ab (08.03.2007, 23:46):
Was ist eigentlich hiervon
http://www.zweitausendeins.de/www_articles_images/large/605457.jpg
oder davon
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B0000D8HDF.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
zu halten?
Rolf Scheiwiller (01.04.2006, 11:24):
Schönen 1. April zusammen!

Beethovens 9 Sinfonien im Schuber.
Nicht jeder bekannte Dirigent bekommt oder bekam die Chance dieses grosse Risiko einzugehen. Ein Risiko in mehrerer Hinsicht. Auch für den Produzenten, seine Firma.

Mitte der 50 er Jahre kam meines Wissens der erste Gesamtzyklus heraus.
Karajas Londoner Einspielung mit hochkarätigen Solisten in der 9.
Eine schlanke, lebendige Mono - Einspielung. Nur die 8. war bereits in Stereo aufgezeichnet. EMI

Dann die Klemperer Gesamtaufnahme.
Wunderbare, monumentale wie aus Granit gehauene Aufnahme.
Sensationell das Philharmonia Orchester und der Chor.
Erstklassige Solisten auch hier. EMI

Weitere die folgten waren Eugen Jochum ( gibt es noch nicht auf CD )
Sowie Rudolf Kempe und andere.


Karajans 2. Einspielung erschien 1963. Ein Bestseller auch heute noch!
Seine 3. 1977 und die letzte gegen Ende seines Lebens, ca. 1986.
Hätte er länger gelebt, wer weiss,könnten wir uns noch an einer weiteren Gesamtaufnahme erfreuen!


Auch die Vertreter des Originalklangs haben Gesamtaufnahmen herausgebracht.
Die wichtigen stammen von J. E. Gardiner und N. Harnoncourt.


Wir können aus einer grossen Anzahl von Beethovens unsterblichen Werken auswählen.


Welche würdet Ihr wählen ?
Oder kauft Ihr lieber Einzel CD ?

Gruss.
Rolf.
Telramund (01.04.2006, 13:16):
Hallo Rolf,

ein Thema, zu dem man Bücher schreiben könnte. :wink

Wenn's ein Gesamtzyklus sein soll, dann steht an erster Stelle René Leibowitz.


Was Leibowitz 1961 und 1962 an Details herausholte, wie sehr er Beethoven gegen den damals romantisierenden Strich bürstete, ist auch heute noch einzigartig. Zudem leierte die Noten nicht einfach nur runter (wie Zinman bisweilen), sondern er gestattet dem Royal Philharmonic Orchestra spürbare Spielfreude.

"Gegenpol" zu Leibowitz ist Klemperer


Wie ich im Klemperer-Thread bereits schrieb: Ein Beethoven wie aus Granit.

Zwischen beiden liegt Günter Wand


Ein wunderbar ausgewogener Beethoven, der zudem sehr gut klingt.

Weiterhin könnte ich über Bernstein philosophieren, Harnoncourt loben oder mich über Zinmans "Diktat des Moetronoms" auslassen, aber dazu fehlt momentan die Zeit...
Ganong (01.04.2006, 14:12):
Lieber Rolf ,
eigentlich bevorzuge ich den Kauf von Einzel-CDs .
Müsste ich mich für e i n e Gesamtaufnahme entscheiden müssen , so würde ich wahrscheinlich die mit André Cluytens und den Berliner Philharmonikern ( EMI ) wählen . Die Aufnahme mit Leibowitz ist wohl nicht mehr erhältlich - oder ?
Grüsse , Ganong
Cosima (01.04.2006, 14:58):
Hallo Rolf,

Gesamtaufnahmen kaufe ich generell nur in Ausnahmefällen. Von Carlos Kleiber hätte ich eine gekauft, von Leibowitz gibt es zwar eine, aber hier habe ich schon vier Einzelaufnahmen.
Obwohl sich bei den Beethoven-Sinfonien bei mir noch Furtwängler, Giulini, Wand und Friscay tummeln, greife ich fast immer zu den beiden erst genannten Dirigenten. Von Klemperer möchte ich mir irgendwann noch eine Einzelaufnahme zulegen. Welche wäre hier denn besonders empfehlenswert? Ansonsten bin ich mit dem derzeitigen Bestand ganz zufrieden.

Lieben Gruß,
Cosima
Telramund (02.04.2006, 00:56):
Original von Ganong
Die Aufnahme mit Leibowitz ist wohl nicht mehr erhältlich - oder ?


Oh, aber sicher, z.B. bei JPC.
Mit knapp unter 50€ ist die Gesamtaufnahme alles andere als ein billiges Vergnügen, aber die künstlerische Qualität entschädigt für den hohen Preis. Zudem wurde der Zyklus in den Abbey Road Studios neu remastered und klingt, insbesondere wenn man das Alter berücksichtigt, sehr gut.

@Cosima: Für den Anfang würde ich Dir entweder die 3. oder die 9. Symphonie ans Herz legen.
Bei der "Eroica" kommt "Klemperers Granit" besonders deutlich zur Geltung. Trotz der langsamen Tempi begreift man die Radikalität, mit der Beethoven die symphonische Welt verändert hat.
Die 9. ist eine der herausragenden Aufnahmen dieses Werkes, bei dem übrigens alle Wiederholungen im Scherzo gespielt werden. Zudem verfügte Klemperer mit Aase Nordmo Lövberg, Christa Ludwig, Waldemar Kemntt und Hans Hotter über sehr gute Solisten.
Ganong (02.04.2006, 18:34):
Lieber Telramund ,
es ist wichtig gewesen , dass Du auf die Sänger(innen) im Schlussatz von Beethovens 9ter hingewisen hast .
Nicht ganz selten "kippt" eine ansonsten gute Interpretation an dem Sängerensemble .
Grüsse , Ganong
Cosima (02.04.2006, 18:39):
Original von Telramund
@Cosima: Für den Anfang würde ich Dir entweder die 3. oder die 9. Symphonie ans Herz legen.


Hallo Telramund,

habe ich mir notiert, vielen Dank! Die 3. wäre mir am liebsten. Gibt es verschiedene Einspielungen? Oder kann ich blind auf die EMI-Aufnahme (Great Recordings of the Century) zurückgreifen?

Gruß, Cosima
Telramund (02.04.2006, 22:26):
Hallo Cosima,

es gibt in der Tat verschiedene Einspielungen mit Klemperer.

Wenn Du diese Aufnahme meinst

die ist Mono. Ich bezog mich auf die Stereo-Aufnahme von 1959, die aber wohl einzeln momentan nicht erhältlich ist.
Cosima (02.04.2006, 22:30):
Hallo Telramund,

meinst Du diese hier?

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000DFO0.03.MZZZZZZZ.jpg

Falls ja: Die könnte ich gerade günstig gebraucht bekommen.

Gruß, Cosima
Telramund (02.04.2006, 22:34):
Hallo Cosima,

die Aufnahmen der Klemperer legacy sollten Stereo-Aufnahmen sein.

Gruß

Telramund
Cosima (02.04.2006, 22:41):
Ja, es müsste sich um die Stereo-Aufnahme aus 1961 handeln, gekoppelt mit der 1955-er Orchesterversion der Großen Fuge (auch Stereo). Aber Du schriebst oben 1959?

Nachtrag: Ich habe eben noch schnell recherchiert: 1959 stimmt, aber als P-Jahr steht da wohl irgendwo 1961. Deshalb die Verwirrung.
Mime (03.04.2006, 08:02):
Günter Wand hat mit dem NWR-Symphonieorchester eine sehr gute Einspielung herausgebracht.Lediglich das Sängerquartett in der IX. entspricht nicht dem sonst hohen Qualitätsstandard.Trotzdem empfehlenswert.
Orfeo (10.04.2006, 20:19):
Als Gesammtaufnahme würde meine erste Wahl auch auf René Leibowitz oder André Cluytens fallen.

Klemperer war einst mein Einstieg in die Symphonien Beethovens. Ganz gerne höre ich von ihm noch die Fünfte, die Siebte und die Neunte.

Karajan schätze ich an sich in vielen Fällen ausserordentlich, jedoch konnte er mich gerade mit den Beethoven Symphonien in keinem Fall sonderlich beeindrucken.
Ganong (11.04.2006, 18:39):
Lieber Orfeo ,
und wie hälst Du es mit den Giulini - Aufnahmen ?
Et mit der "ERoica" ( DGG ) , der A-Dur-Symphonie ( nr. 7 ) ( EMI ) und den drei mir bekannten verschiedenen Aufnahmen der Pastorale ? Wie beurteilst Du Giulinis Sängerensemble in der 9ten , das ja sehr kontrovers besprochen wird ?
Ud was ist mit Mutis Zyklus in Philadelphia oder Tennstedts herrlicher 7ter in London ( BBC Legends ) ?
Grüsse , Frank
Orfeo (11.04.2006, 19:16):
Giulinis dritte Beethoven Symphonie halte ich für die eindeutige Referenzaufnahme.

Seine 9te kenne ich nicht. Interessant?
martin (11.04.2006, 20:50):
Ich kenne vier Zyklen der Beethovensinfonien. Als junger Mann hatte ich die Wiener Philharmoniker mit Krips auf LP. Das war eine hervorragende Einspielung. Nur habe ich diese LPs dann leider irgendwann verschenkt. Wenn der mal billig auf CD erschiene, würde ich ihn mir holen! Ich habe ihn mal auf CD gesehen, aber sehr teuer, und das war es mir einfach nicht wert ( zumal dies alte Aufnahmen sind, die nicht mehr auf dem technisch neusten Stand sind).

Auf CD holte ich mir den Kegelzyklus. Der ist auch wirklich nicht schlecht, aber den Krips fand ich besser.

Enttäuschend fand ich den Bruno Walter Zyklus. Ich hatte mir davon mehr versprochen, aber irgendwie hatte das überhaupt keinen Biß.

Dann habe ich mir schließlich noch als vierten Zyklus die Blomstedteinspielung auf Brilliant geholt. Die fand ich auch sehr gut und sie ist sehr billig. Junge oder auch ältere Leute mit wenig Geld sollten sich diesen Zyklus zu dem günstigen Preis wirklich holen!

Dann habe ich noch ein paar Einzelaufnahmen von Szell und Karajan. Der Szell, von dem ich die 4. und 7. habe, scheint mir sehr gut zu sein!

Gruß Martin
Ganong (12.04.2006, 16:56):
Lieber Martin ,
Bruno Walters 5te und 7te sind doch hervorragend eInterpretationen .
Seine von ihm immer wider besprochene und herausgehoben e "Pastorla" "durchrast" er leider für mich . Auch wenn er vielleicht damit an Beethovens Zeitvorstellungen herankommen mag . Aber es fehlt doch völlig diese Naturliebe , die Traumversunkenheit , diese ganz natürlich eFreude , dieses Nachempfinden des innigen und ausgelassenne Landlebens . Dieses können wir besonder sin Giulinis letzter Deutung ( Sony) , Abbado ( DGG ) ud mit einem fast zu schönen Lnag bei Muti hören . Und eine Delikatesse sind die Aufnahmen durch Cluytens ud Leibowitz .
Josef Krip s... ja, das war noch eine Zeit . Ein Skandal , dass solche Aufanehmen gestrichen sind . Der Plattenindustrie würde es besser gehen ( können ) !
Grüsse , Frank
Ganong (12.04.2006, 16:59):
Lieber Orfeo ,
es gibt mehrere Einspielungen .
Die geschlossenste ist die erste Aufnahme bei EMI . habe sie vor kurzenm wegen der Frage der Sänger(innen) nochmals angehört (EMI ) . Diese Aufnahmeist empfehlenswert .
bei dem gamnz späten Giulini irritieren kich ( noch mehr allerdings bei Brahms !!! ) die Tempi und einige offensichtlich Erkenntnisse , die Giulini wohl im Notentext "gelesen" hat .
Viele Grüsse , Frank
Jascha Horenstein (17.04.2006, 18:05):
1. /
2. Leibowitz
3. Giulini
4. Karajan
5. Cluytens (!!!!) / Reiner
6. Cluytens (Ich kenne nicht sämtliche Aufnahmen Giulinis, aber wie herrlich ist hier der zweite Satz!)
7. Reiner
8. Monteux
9. Furtwängler / Leibowitz (gleichrangig)
10. Morris
Orfeo (20.04.2006, 22:41):
Lieber Ganong,

kennst du Beethoven Aufnahmen von Guido Cantelli?
Rachmaninov (18.12.2006, 11:34):
Mittlerweile habe ich mir, teilweise mehrfach, die 3.,5. und 7. Sinfonie aus der Gesamtaufnahme der Sinfonien von H. von Karajan mit den Berliner Philharmonikern angehört.



Respekt!

Bin nun wahrlich kein großer Kenner der Beethoven Sinbfonien aber die Gesamtaufnahme aus dem Jahr 1963 überzeugt mich wirklich.
Der Klang ist absolut i.O. und das Dirigat von Karajan erfreut mich.

Schön die Melodieführung und die klare und deutliche Hörbarkeit der einzelnen Instrumentengruppen.

Da geht nicht verloren.

Toll!
Wotan (18.12.2006, 19:35):
Hallo,

was die 5te und die 7te von Beethoven angeht muss ich sagen, dass keine Einspielung (bei der 4ten auch) an die von Carlos Kleiber herankommt. Die gelungenste Gesamtaufnahme ist meiner Meinung nach die von Arturo Toscanini. Erst dann kommt für mich Karajan. Nebenbei: bei der 9ten lege ich jedem die Aufnahme von Fricsay ans Herz - einmalig und unter dem Wust von zahllosen Aufnahmen die unschlagbar Beste!!!

MfG
Wotan
Rachmaninov (18.12.2006, 19:46):
Original von Wotan
Hallo,

was die 5te und die 7te von Beethoven angeht muss ich sagen, dass keine Einspielung (bei der 4ten auch) an die von Carlos Kleiber herankommt. Die gelungenste Gesamtaufnahme ist meiner Meinung nach die von Arturo Toscanini. Erst dann kommt für mich Karajan. Nebenbei: bei der 9ten lege ich jedem die Aufnahme von Fricsay ans Herz - einmalig und unter dem Wust von zahllosen Aufnahmen die unschlagbar Beste!!!

MfG
Wotan

@Wotan,

die Kleiberaufnahme der #5 und #7 sowie die #9 mit Fricsay sind in der Tat vorzüglich! :hello
nubar (18.12.2006, 19:46):
@Wotan:
Du hast wohl schon alle Aufnahmen der Neunten durchgehört? :D

Grüße, nubar
nubar (18.12.2006, 22:15):
Lieber Wotan,

ich hoffe, ich habe dich nicht mit meiner Antwort verstimmt? Ich wollte nur die Relativität deiner Aussage deutlich machen.

Zu Beethovens 9:
Die von dir empfohlene Aufnahme ist auf jeden Fall eine gute Wahl, wenn man eine entschlackte Einspielung haben möchte und auch sonst sehr empfehlenswert. Aber es lohnt sich natürlich, auch andere Interpretationsansätze kennen zu lernen, die nicht weniger gut oder schlecht geraten sind. Leider habe ich es noch nicht geschafft, alle mir zur Verfügung stehenden Aufnahmen zu vergleichen. Ich möchte aber dennoch zwei Empfehlungen aussprechen: Zum einen die Karajanaufnahme aus seinem ersten Zyklus und zum anderen die Furtwängleraufnahme aus Bayreuth. Letztere ist unter Livebedingungen entstanden und hat im dritten Satz einige schwere Patzer der Instrumentalisten sowie eine etwas schlechtere Tonqualität (dem Festspielhaus geschuldet), trotzdem sehr spannend. Bei Gelegenheit möchte ich mir aber noch von Furtwängler zwei Aufnahmen zulegen. Die erste aus dem Jahre 1939, die sehr existentiell sein soll, und eine Aufnahme aus Luzern (ich meine mich zu erinnern 1953), die sehr ausgewogen sein soll und nicht die Fehler der Bayreuther Aufnahme aufweist. Von neueren Aufnahmen interessiert mich vor allen Dingen Tennstedts Interpretation auf BBC Legends, aber das liebe Geld und vor allen Dingen die liebe Zeit... :A

Grüße, nubar
nubar (19.12.2006, 11:57):
Nachtrag:
Natürlich ist Karajans erster Stereozyklus gemeint.

Grüße, nubar
ab (19.12.2006, 13:51):
Original von Rachmaninov
die #9 mit Fricsay sind in der Tat vorzüglich!

Wahrlich! Aber: Der langsame Satz ist - wie damals üblich - verhätlnismäßig langsam und somit die Einheit der ganzen Sinfonie beträchtlich gestört. Oder?

Ich hoffe immer noch, dass die Aufnahme der 9. Sinfonie mit Jos van Immerseel mit Anima Aeterna (die ja einen schrecklich öden Schubert aufgenommen haben) endlich einmal bei Sony billig wieder veröffentlich werden wird. Es wird der Klang alter Instrumente verwendet, dennoch die gerastenTempi gemieden, Klangsinnlichkeit geboten und mit Ausdruck musiziert. Diese CD habe ich vom kurzen Hineinhören in bester Erinnerung behalten. Ich möchte so gerne überprüfen, ob mich mein Eindruck damals getäuscht hat.
Amadé (20.12.2006, 19:01):
Hallo Wotan,

danke für Deinen Hinweis auf die hochkarätige Aufnahme von Ferenc Fricsay, die auch eine meiner liebsten Aufnahmen der 9. ist. Beim letzten Satz stört mich allerdings etwas Fischer-Dieskau, der sich schon mal in den Vordergrund singt. Dies hätte die Tontechnik beheben müssen, übrigens einen weiteren Fehler gleich zu Beginn seines Einsatzes: "Elysior"!
Diese Aufnahme war die erste Stereo-Produktion der DGG und entstand, wenn ich mich nicht irre, im Anschluss an öffentliche Aufführungen.

Bei der 9. halte ich es wie bei Mahlers 3. Sinfonie: 1. Abteilung, 2. Abteilung.
Bei MAhler 1. Abteilung 1. Satz, 2. Abteilung Sätze 2-6.
Bei Beethoven 1. Abteilung Satz 1-3, 2. Abteilung der Schlusssatz.

Es gibt viele Musikfreunde die der Meinung sind, nach dem 3. Satz sei die Sinfonie für sie zu Ende. Der Schlusssatz falle doch sehr ab. Es gibt in der Tat einige sehr gute Aufnahmen mit geglückter 1. Abteilung und problematischer 2. Abteilung. Einige Gründe für letzteres: Solisten passen stimmlich nicht zueinander, ihr Deutsch ist schlecht zu verstehen, der Chor ist naja und/oder besitzt eine schlechte deutsche Aussprache, Beethovens formaler Plan wird nicht wahrgenommen oder nicht oder unzureichend umgesetzt, die Temporelationen unter den einzelnen Abschnitten lassen zu wünschen übrig. Man könnte dies noch fortsetzen. Gute Interpretationen des 4.Satzes (sowie der ganzen Sinfonie) hat Furtwängler hinterlassen.

Gruß Amadé
Wotan (20.12.2006, 19:34):
Die Einteilung in Abschnitte bei der 9ten ist auf jeden Fall ein interessanter Aspekt, weil eben dass mein größtes Problem war. Eine Aufnahme zu finden, in der beides, die Sätze 1-3 und der 4, wirklich gelungen sind. Beispiel Tosanini: Die ersten drei Sätze sind grandios, aber der Gesang im 4ten ist grausam oder auch amüsant, wenn man hört, wie sich die Amerikaner mit den deutschen quälen (tendiert dann eben nach Tageslaune). Bei Fricsay habe ich die -bisher- einzige Aufnahme gefunden, die mich in allen Punkten befriedigt.

MfG
Wotan

P.S: Schade, dass Kleiber keine 9te hinterlassen hat!
Gerion (21.12.2006, 17:38):
Liebe Forianer,

was haltet Ihr denn von der Gesamteinspielung von David Zinman (Tonhalle Orchestra Zürich) und Einspielungen von Nicolaus Harnoncourt?

Meine persönliche Lieblings-Gesamtaufnahme (wurde bereits genannt) ist die von Günther Wand mit dem NDR-SO.

Die 63er-Karajans habe ich auch. Sie sagen mir kaum zu. Sie sind sicherlich perfekt eingespielt, aber irgendwie glatt, leer und nicht fasslich. Wie von einer anderen Welt, abschreckend "perfekt heruntergespielt". Finde ich zumindest.
Jack Bristow (21.12.2006, 19:09):
Original von Gerion
Liebe Forianer,

was haltet Ihr denn von der Gesamteinspielung von David Zinman (Tonhalle Orchestra Zürich) und Einspielungen von Nicolaus Harnoncourt?

Meine persönliche Lieblings-Gesamtaufnahme (wurde bereits genannt) ist die von Günther Wand mit dem NDR-SO.

Die 63er-Karajans habe ich auch. Sie sagen mir kaum zu. Sie sind sicherlich perfekt eingespielt, aber irgendwie glatt, leer und nicht fasslich. Wie von einer anderen Welt, abschreckend "perfekt heruntergespielt". Finde ich zumindest.

Zinman ist mitreißend aufgrund der rasanten Tempi, teils jedoch etwas flach/undramatisch (solange man nicht schnell mit dramatisch gleichsetzt) und enthält einige Seltsamkeiten (komische Triller in der 2., solistische Streicher in einer Variation im Finale der Eroica). Ähnliche Tempi mit mehr Wucht findet man m.E. bei Gielen (EMI) und besonders Leibowitz (diverse, u.a. Readers Digest), die ich u.a. deshalb vorziehe.
Harnoncourt ist wie immer recht eigen, aber größtenteils sehr spannend. Die ersten vier und die 7. und 8. gefallen mir am besten; die Pastorale ist mir im Kopfsatz zu langsam, die 5. nicht massiv genug. Die 9. habe ich zu lange nicht gehört, um was sagen zu können.
Alle Aufnahmen wurden live eingespielt und man spürt die Spannung und Begeisterung des jungen Ensembles.
Da Harnoncourts Aufnahmen immer mal wieder zum, Spottpreis zu haben sind, kann ich sie nur empfehlen. Sie ist mit ihren aufregenden und teils unkonventionellen Details gewiß eine schöne Ergänzung zu Wand.

Wand ist sehr solide und auf seine Weise gewiß hervorragend. Mir fehlt in einigen Sätzen das letzte bißchen Dramatik (z.B. nach drei sehr schönen Sätzen läßt seine 2. im Fainale doch einiges an Verve, besonders gegenüber Toscanini oder Harnoncourt vermissen...)

viele Grüße

J Bristow
Rachmaninov (21.12.2006, 19:52):
Welche "interessanten" Gesamteinspielungen entstehen dezeit eigentlich?

Haitink mit dem LSO und Osmo Vänskä mit den Minnesota Chorale & Orchestra.

Wie wird die Rattle Einspielung eingeschätzt?
nikolaus (21.12.2006, 20:16):
Für sehr interessant halte ich die angekündigte Gesamtaufnahme von Pletnev mit dem russischen Nationalorchester, das ich sehr schätze.

Rattle ist ja schon etwas älter, kam soweit ich mich erinnere, nicht so gut weg in den Kritiken. Ich hatte sie seinerzeit meinen Eltern geschenkt, die eigenltich ganz begeistert waren (obwohl v.a. meine Mutter auf Bernstein schwört). Ich werde Weihnachten sicher mal reinhören... :D

Nikolaus.
Ganong (26.12.2006, 17:40):
Lieber nubar ,

Dank für Deinen Hinweis auf die Aufnahmen von Klaus Tennstedt ! .

Er ist vor allem im Vereinigten Königreich ( und Nordirland . So heisst es ja offiziell ) noch immer einer der geschätztesten Dirigenten überhaupt .

Tennstedts Mahler - Zyklus ist von einer ganz beeindrcukenden Geschlossenheit . Er stellt sicherlich , wenn jemand eine GA kaufen möchte , eine erste Wahl dar .

Tennstedts Beethoven ist , Du erwähnst zu recht die Aufnahme bei BBC Legends , beeindruckend Eine absolute Kaufempfehlung !

Leider ist Tennstedt in Deutschland ( West wie Ost ) schnell in Vergessenheit geraten . Dies dürfte nicht seinem künstlerischen , und nicht künstlichen , Rang entsprechen .

Nebenbei : es heisst korreekt nicht"v. Beethoven" ! Richtig ist immer van Beethoven. Das "van" ist nicht mit dem "von" = "v." vergleichbar .

Viele Grüsse ,

Frank
Amadé (02.01.2007, 21:00):
Hallo Rudolf Schweiwiller, Martin, Ganong und andere Beethoven-Liebhaber,

ich habe mich erst jetzt intensiver mit diesem Thread beschäftigt und möchte auch einiges dazu schreiben.
Der 1. wirkliche Gesamtzyklus entstand in den 40er Jahren für die amerikanische Columbia mit Bruno Walter und dem New York Phil.Orch., bei der 6. spielte allerdings das Philadelphia Orch. Diese Aufnahme wird heute bei M&A vertrieben.
Die zweite Gesamtaufnahme erstellte Josef Krips mit dem London Symphony Orchestra (nicht mit den WPh) für das englische Label Pye. Krips war damals gerade Chefdirigent des Orchesters geworden. Die Aufnahmen wurden von allen möglichen Labels in Lizenz vertrieben, so in de BRD vom Lingen-Verlag. Auf CDs veröffentlichte ca 1985 die Deutsche Austroton die Sinfonien, später dann ein Label Bescol, heute sind sie wohl nicht greifbar, schade! Die Pastorale gefällt mir sehr gut.
Dann kam für EMI die Karajan-Produktion mit dem Philharmonia Orchestra. Gleich darauf erstellte auch Otto Klemperer mit dem selben Orchester Aufnahmen von Beethoven Sinfonien, Nr.5 1955, Nr.3 und 7 1956 noch in mono. Ein Jahr später wurden dann die restlichen in stereo eingespielt, nochmals nun in stereo die 3. und 5. 1959 und zuletzt die 7. ein Jahr später. In diesem Jahr 1960 spielte Klemperer bei den Wiener Festwochen einen vollständigen Beethoven-Zyklus, der vom österrischen Rundfunk mitgeschnitten wurde und auch teilweise auf CD herauskam (ital.Pressungen), übringes sang damals Fritz Wunderlich das Tenorsolo in der 9. Die Aufnahme ist 2 Min. schneller als die Studio-Produktion.
Es freut mich, dass ein Forianer die Aufnahmen mit André Cluytens und den Berliner Philh. bei EMI/Electrola nicht vergessen hat, bei dem Riesen-Angebot gerät schnell etwas in Vergessenheit, wie zum Beispiel die schwungvoll dirigierte Serie mit Carl Schuricht und dem Pariser Conservatoire Orchester, 1958 ebenfalls für EMI/Pathè marconi. SEhr gut die Eroica und die Pastorale.
Leider hat war es Erich KLeiber nicht vergönnt, mehr Beethoven-Sinfonien aufzunehmen. In die Spitzengruppe gehören wie bei Schuricht die Eroica, sowohl die mit dem Concertgebouw Orchester als auch die mit den Wiener Philharmonikern, dann die Pastorale, schöner und belebter kann man sie nicht spielen.

Gruß Amadé
Ganong (03.01.2007, 16:34):
Lieber Amadé ,

die Aufnahme mit André Cluytens ist eine der in sich geschlossensten überhaupt !


Dazu kommt noch die Aufnahme der "Pastorale" ( plus Schuberts "Unvollendeter" ) bei dem Label TESTAMENT .

Die Hinweise auf Bruno Walter ( die Aufnahme gibt es wohl noch ) ist ebenso wichtig wie die auf Josef KRIPS .

Und dann natürlich Arturo TOSCANINI .

Carlo Maria GIULINI ( EMI ; Philh. Orchestra London ) und
seine Exegese der "EROICA" ( Los Angeles Philh. Orchestra ; DGG ) sowei seine späten nicht abgeschlossenen Einspielungen mit dem Orchester der Mailänder Scala ( SONY ) verdienen in der vordersten Reihe plaziert zu werden .

Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (25.02.2007, 21:52):
Soeben hörte ich die Sinfonie in der Aufnahme des Minnesota Orchestra unter Osmo Vänskä.

Zwei der bisher drei veröffentlichten Aufnahmen habe ich mir bereits gekauft.
Darunter die Aufnahme der Sinfonie #4 und #5, sowie die Aufnahme der Sinfonie #9.

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/2686451.jpg http://www.jpc.de/image/middle/front/0/6368599.jpg

Bisher muss ich sagen wirklich äußerst hocklassisch und mir erscheint als würde hier ein großer und unbedingt nennenswerter Zyklus eingespielt.

Die Aufnahme der Sinfonie #3 und #8 werde ich mir gleich bestellen. Bleibt zu hoffen, daß die fehlenden Einspielungen (1.,2.6., und 7. Sinfonie) auf diesem Niveau bleiben :engel
uhlmann (08.03.2007, 22:41):
kürzlich habe ich diese gesamtaufnahme erworben:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5018271.jpg

die aufnahmen stammen aus den späten 80ern.
wie nicht anders zu erwarten, bürstet norrington beethoven ordentlich gegen den strich. auch unter den hip-aufnahmen nimmt diese eine, sagen wir "exponierte" stellung ein.

was mich bei norrington fesselt, ist die sehr differenzierte dynamik. da werden steigerungen zu wahren vulkanen, und einen moment später ist wieder absolute ruhe. man hört hier beethoven teilweise ganz neu.

wenn ich lust auf beethoven habe, greife ich seit kurzem eigentlich nur mehr zu norrington.
ab (08.03.2007, 23:46):
Was ist eigentlich hiervon
http://www.zweitausendeins.de/www_articles_images/large/605457.jpg
oder davon
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B0000D8HDF.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
zu halten?
Literaturen (02.09.2011, 08:56):
Ich würde entweder Karajan oder Norrington empfehlen. Das sind zwei sehr verschiedene Aufnahmen. Beide sind jedoch inzwischen recht günstig zu haben und so kann man einen guten Eindruck bekommen, was für unterschiedliche Aufführungspraxen es gibt und jeweils eine günstige Referenzaufnahme erwerben.

Hier steht noch mehr zu dem Thema: Beethoven-Referenzaufnahmen (Sinfonien)
Literaturen (03.09.2011, 16:29):
Original von Rolf Scheiwiller
Beethovens 9 Sinfonien im Schuber. (...)
Welche würdet Ihr wählen ? Oder kauft Ihr lieber Einzel CD ?

Ich habe hier einen Artikel zu dem Thema entdeckt, der sich bei den GA für Bernsteins 70er- und Karajans 60er-Jahre-Einspielung ausspricht, gewissermaßen als Gegenpole, die das 'ganze' Beethoven-Spektrum abdecken. Hinzukommt noch Norrington, dessen historische Aufführungspraxis einen weiteren Kontrast bildet, der die Reihe gut ergänzt.

Hier geht es zu dem Artikel, vielleicht ist der ja für irgendwen interessant!? Referenzaufnahmen Beethoven Sinfonien.
Jürgen (05.09.2011, 09:43):
Ich möchte hier auf einen Thread zur Pastorale hinweisen: Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande, den ich vor 2 Jahren gestartet hatte.

Damals lobte ich Herbert Blomstedt mit der Staatkapelle Dresden, unter dessen Stabsführung ich auch die anderen Beethoven-Sinfonien besitze und schätze.

http://2.bp.blogspot.com/-M-fWeDERxeA/Tdtjx92bkJI/AAAAAAAAATU/86yxfvdtvh0/s400/cover.jpg

Grüße
Jürgen
teleton (08.09.2011, 19:59):
Hallo Jürgen,

an Blomstedt´s Beethoven habe ich nur auszusetzen, dass die Tempi mir zu ausgedehnt sind.
Von den Vorbildern, die sich den beethovenschen Metronomangaben deutlich näher stehen ist bei ihm wenig zu spüren !
Einzig die Sinfonie Nr.8 finde ich auch mit Blomstedt genial gut, da in dieser Aufnahme die Pauken wunderbar direkt rüber kommen, wie in wenigen Vergleichsaufnahmen !

:thanks Ich stehe also den Interpretationen deutlich näher die straffer klingen, als Blomstedt.
Dazu gehören von den Älteren Leibowitz (Chesky), Szell (SONY), Karajan (DG, 1963 und 1977) und für meinen Geschmack ganz herausragend Bernstein/New Yorker PH (Sony) .
Im anklickbaren Referenzenbeitrag von "Literaturen" (vor Deinem Beitrag) ist Bernstein/Wiener PH (DG) als Referenz erwähnt. Diese GA schätze ich auch (besonders die Eroika), aber insgesant sind mir auch dort die Tempi auch zu ausgewalzt. Ich ziehe daher seine (o.g.) frühere absolut packende aus New York weit vor !

Von den neueren Aufnahmen sind es Mackerras / Liverpol PO (EMI) und P.Järvi (RCA) und noch besser P.Järvi (SONY-DVD Live vom Beethovenfest 2010) mit der hervorragend disponierten Bremer Kammerphilharmonie.
Paavo Järvi bietet einen packenden Beethoven mit etwas kleinerer Besetzung (aber im Prinzip keiner HIP-Besetzung). Auch hier hört man Paukenstellen, die man so noch nie zuvor wahrgenommen hatte - einfach fantastisch.
Übertrieben gesagt wird in der Kritik: "Järvi bietet einen neuen bisher ungehörten Beethoven."
Da ist schon was wahres dran. Es macht jedenfalls unheimlich Freude besonders die DVD-Aufnahmen zu hören und zu sehen - - - Ja, da geht absolut "die Post ab".
Amadé (08.09.2011, 20:17):
Liebe Forianer,

Bernstein-NY 11:05, 13:42, 5:27, 3:43, 10:13
Bernstein-WP 11:38, 13:25, 5:24, 3:44, 10:12
Blomstedt 9:31 (o.W.), 12:40, 5:44, 3:41, 9:51
Leibowitz 11:30, 12:49, 5:03, 3:32, 9:41
Böhm-WP 12:22, 14:02, 5:50, 3:42, 9:49
Kegel 10:45, 13;26, 5:24, 3:52, 8:20

von ausgedehnten Tempi bei Blomstedt kann also keine Rede sein, auch im 1.Satz, obwohl die Whlg. fehlt. Was mich bei ihm so gefällt ist, dass alles so selbstverständlich kommt!

Von allen bisher abgehörten 31 Aufnahmen steht mit Abstand an der Spitze:



Bei Kegel bekommt man am meisten von Beethovens Musik, aber nicht oberlehrerhaft, sondern sehr lebendig und frisch dargeboten. Wo hört man schon mal deutlich die Fagotte in T.259-262?, nicht einmal bei Leibowitz, in dessen Aufnahme leider die Bläser schlecht abgebildet sind, auch ist das Orchester nicht top! DA bin ich enttäuscht. Das einzigste, was man Kegel vorwerfen könnte, sind die etwas schnellen Tempi in den Ecksätzen, Kegel rast jedoch nicht durch die Noten!

Gruß Amadé
nikolaus (08.09.2011, 22:14):
Original von teleton
... und noch besser P.Järvi (SONY-DVD Live vom Beethovenfest 2010) mit der hervorragend disponierten Bremer Kammerphilharmonie.
Paavo Järvi bietet einen packenden Beethoven mit etwas kleinerer Besetzung (aber im Prinzip keiner HIP-Besetzung). Auch hier hört man Paukenstellen, die man so noch nie zuvor wahrgenommen hatte - einfach fantastisch.
Übertrieben gesagt wird in der Kritik: "Järvi bietet einen neuen bisher ungehörten Beethoven."
Da ist schon was wahres dran. Es macht jedenfalls unheimlich Freude besonders die DVD-Aufnahmen zu hören und zu sehen - - - Ja, da geht absolut "die Post ab".

Jawohl, kann ich bestätigen.
Ich habe mir damals den ganzen Zyklus live gegönnt - es war wirklich ein Erlebnis!
Besonders berührend war für mich der Trauermarsch aus der 3. Sinfonie und einfach fantastisch der "drive", den das Orchester über die ganzen vier Abende aufrecht halten konnte und sogar in der abschliessenden 9. Sinfonie noch steigern konnten Fantastisch!

Nikolaus.
Bert (11.09.2011, 12:44):
Bin zwar kein Beethoven-Kenner/Liebhaber, aber auch in meiner Sammlung findet man Beethovens "Alle Neune" - etwas ältere Aufnahmen aus Ost und West:
Karajan und die Berliner Philharmoniker 1963; mit Gundula Janowitz, Hilde Rossel-Majdan, Waldemar Kmentt und Walter Berry
Masur und der Gewandhausorchester Leipzig 1974; mit Anna Tomova-Sintow, Annelies Burmeister, Peter Schreier und Theo Adam

Für mein Ohr klingt die Aufnahme von Karajan eindeutig strahlend und reiner; sicherlich, auch die Aufnahme von Kurt Masur darf man als hörenswert bezeichnen, aber wer sich nur für eine entscheiden darf, ist mit der von Karajan besser bedient.

Gruß, Bert
Cetay (inaktiv) (15.09.2011, 14:01):
Folgende Besonderheit, auf die ich bei meinen Recherchen zur Pastorale gestossen bin, möchte ich der Forengemeinde nicht vorenthalten. Rachel Porter hat mit einem rein weiblichen Orchester Alle Neue von Beethoven mit Gefühl eingespielt. Ob uns das suggerieren willl, dass gemischte Orchester ohne Gefühl spielen? Vielleicht gibt es ja bald Beethoven performed with Power mit dem All Male Symphonic Orchestra...

Beim Blindvergleich ist mir die 6. unter Porter weder besonders positiv noch negativ aufgefallen. Ich habe auch den Schlusssatz der 9. angehört, um zu sehen, wie weit der Puismus geht ... aber Bartion und Tenor waren ohrenscheinlich Männer (und -Gefühl hin oder her- ein klares KO-Kriteruim).

P.S. Die Aufnahmen sind scheinbar nur als Download käuflich zu erwerben.
P.S.S Ich habe es bei 2 Beispielbildern belassen, weil ich dem gemeinen Forenmitglied zutraue, sich die restlichen 7 selbst vorzustellen.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/4131kDCLkIL._SL500_AA240_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/41Rzn-iBt0L._SL500_AA240_.jpg
Jürgen (15.09.2011, 16:13):
Original von Cetay
.... Vielleicht gibt es ja bald Beethoven performed with Power mit dem All Male Symphonic Orchestra...


Solche Aufnahmen gibt es schon lange. Diese ist nur ein Beispiel unter Vielen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ZuApfr7UL._SL500_AA300_.jpg

Bei den Wiener Philharmonikern dürfen Frauen erst seit 1997 mitspielen.
Andere Sinfonie-Orchester spielen auch noch nicht wesentlich länger mit weiblicher Unterstützung. Ich hatte die Tschechische Philharmonie und die Dresdner Philharmonie ergoogelt, kann es aber leider nicht belegen.

Grüße
Jürgen
Cetay (inaktiv) (16.09.2011, 09:00):
(...) ein Beispiel unter Vielen:
Dem gezeigten Beispiel fehlt es aber eindeutig an Power. :D

Noch eine GA ist in 2011 rausgekommen und als Box für einen Obolus knapp über einer Hochpreis-CD zu haben:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51FdleBxlYL._SL500_AA300_.jpg

Krivines Einspielungen der Mozart-Sinfonien gehören für mich zu den Besten, dort geht er allerdings mit modernen Instrumenten zu Werke.
Hier bei Beethoven handelt es sich um echte HIP-Einspielungen auf Originalinstrumenten. Reviews sind mehr als wohlwollend, AMG zückt gar die -selten vergebene- Höchstnote.
nikolaus (17.09.2011, 20:57):
Und noch eine:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947827214.jpg

30.9.2011


Nikolaus.
Cetay (inaktiv) (13.10.2011, 19:00):
Ich habe unlängst den Schlusssatz der 4ten blind im Radio gehört und war sehr überrascht, dass Chailly dahintersteckt. Ich hatte diesen Dirigienten nachdem ich ihn mit Bruckner, Mahler und Messian gehört habe unter der Kategorie "mir nichts sagend" abgehakt.
Einen solchen Beethoven hätte ich von ihm nie und nimmer erwartet:

Ich zitiere aus einer Besprechung vom rbb-Kulturradio weil es (für den kurzen gehörten Ausschnitt) so wunderbar zutreffend ist.

Reizbar, aufbrausend, zuweilen auch hektisch (und seltener zu schnell) plädiert Chailly für ein in gewissem Sinne italienisches, sehr klanghomogenes und dunkelfarbiges Beethoven-Bild. Wundervoll die Binnenstrukturen, die wie Zeitbomben immer wieder zu Temperamentsausbrüchen und rasanten Gefühlsabstürzen führen. Großartig die klangvoll kantablen, nicht enden wollenden langen Bögen, die auf einem einzigen Atem gesungen scheinen. Hinreissend die Dialektik von Spannung, Farbigkeit und Fließenlassen.
Werde ich jetzt losrennen und die GA kaufen? Nein, denn die Beschreibung passt ebenso gut auf die von mir verhement propagierte Einspielung von Gustav Kuhn, die -vermutlich- mangels Namen von Dirigent und Orchester ("Hadyn Orchester Bozen & Trient - kann das was taugen?") in der Presse kaum Beachtung gefunden hat.
Rachmaninov (13.10.2011, 19:14):
Original von Cetay
Ich habe unlängst den Schlusssatz der 4ten blind im Radio gehört und war sehr überrascht, dass Chailly dahintersteckt. Ich hatte diesen Dirigienten nachdem ich ihn mit Bruckner, Mahler und Messian gehört habe unter der Kategorie "mir nichts sagend" abgehakt.

Ich auch. Auch wegen der Brahms Aufnahme mit Freire.
Bert (16.10.2011, 16:39):
Original von Jürgen
Bei den Wiener Philharmonikern dürfen Frauen erst seit 1997 mitspielen.
Andere Sinfonie-Orchester spielen auch noch nicht wesentlich länger mit weiblicher Unterstützung. Ich hatte die Tschechische Philharmonie und die Dresdner Philharmonie ergoogelt, kann es aber leider nicht belegen.


Es gab schon vor siebzig jahren emanzipierte Frauen:

Bereits 1937 dirigierte Vitezslava Kapralova im Alter von nur 22 Jahren(!) die Tschechische Philharmonie und ein Jahr später das BBC Symphony Orchestra.
Leider viel zu früh gestorben...

Gruß, Bert