Blöde aber ernst gemeinte Frage...

Solitaire (12.11.2010, 18:58):
Mich treibt seit geraumer Zeit eine Frage um, auf die ich keine Antwort finde, und ich hoffe, ihr könnt mir helfen.
Die Frage lautet: „Warum?“ Warum tun sie es?
Eva Mei tut es. Marina Domashenko tut es. Ildebrando D’Arcangelo und Bryn Terfel tun es, Barbara Fritolli tut es und Renee Fleming tut es auch.
Sie alle singen im Studio mit Andrea Bocelli. Und zwar keineswegs auf irgendwelchen Crossover-Alben, das kann ja Spaß machen und wem es gefällt, nur zu. Aber nein, wir haben es mit Opern zu tun. Bocelli singt „Werther“, Bocelli singt „Carmen“ , Bocelli singt "La Boheme", Bocelli singt Verdis Requiem und seine Partner sind die oben genannten.
Wieso? Ist Andrea Bocelli ein ganz, ganz toller Sänger und ich ein Idiot? Hat er oben erwähnte Kollegen mit schmutzigen Fotos erpresst? Hat er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen sodaß niemand ablehnt wenn er anfragt? Sind das wirklich gute Aufnahmen?
Hat sie jemand gehört? Und das überlebt?
Um Antwort bittet eine ratlose Mina-Solitaire.
Und das ist kein Gag, ich sinne schon länger darüber nach... :B
Honoria Lucasta (13.11.2010, 12:05):
Liebe Solitaire,
ich fürchte, es ist der haigleich gierige Blick des jeweiligen Künstler-Agenten auf den schnöden Mammon - nach dem Motto: "Mach das mal kurz, tut ja nicht weh, und die CD verkauft sich zu Weihnachten bestimmt ganz gut".

Und wenn auch Bocelli sicher nicht der beste Tenor aller Zeiten ist, so gibt es, glaube mir, erheblich schwächere; ich spreche aus leidvoller Erfahrung mit Provinzbühnen in aller Welt.

Und: in Zeiten der verpflichtenden political correctness ist eine Aufnahme mit einem blinden Sänger per se GUT - wer würde es wagen, daran herumzukritteln, wenngleich die Blindheit mit der Güte der Stimme nun wirklich nichts zu tun hat...

Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles. Ach. Wir Armen. (Rate, was ich gerade höre - richtig: einen Faust, allerdings den von Boito (Mefistofele)).

Grüße!

Honoria
miranda (13.11.2010, 20:12):
Liebe Solitaire,
in einer Welt, in der alles, auch Höchstes und Heiligstes, einen in Geld bezifferbaren Warencharakter annimmt, wäre es naiv zu glauben, dass ausgerechnet die klassische Musik von den entsprechenden Deformationen verschont bleibt. Die gesellschaftlichen Schichten, die fähig sind, Klassik pur zu würdigen und genießen, sind zahlenmäßig zu unbedeutend, um die Musikindustrie am Leben zu halten. Es kommt also in immer größerem Umfang zu einer Vermengung der Klassik mit der massenmediengesteuerten Eventkultur.
Die Frage, die jeder Künstler für sich beantworten muss, ist, wieweit er oder sie zu gehen bereit ist, um seine oder ihre Popularität zu steigern. Ich habe den großartigen Placido Domingo beim Duett mit Schlagersängern erlebt, dass es mich vor Grausen geschüttelt hat. Der mir ursprünglich ganz sympathische Andre Rieu hat innerhalb eines Jahrzehnts den Abstieg von Johann Strauß zu DJ Ötzi vollzogen. Und dass sowohl bei Sängern als auch bei Instrumentalsolisten die physische Attraktivität, zelebriert mit glamourös gestalteten Covern, Voraussetzung für eine Karriere geworden ist, lässt sich doch schwerlich ignorieren.
Wer das alles schlecht findet, müsste sich eigentlich für eine Gesellschaft einsetzen, in der nicht das Profitinteresse alle Lebensbereiche bestimmt.
Oder?
Alles Liebe,
Miranda
Holger (13.11.2010, 21:40):
Original von miranda

... in einer Welt, in der alles, auch Höchstes und Heiligstes, einen in Geld bezifferbaren Warencharakter annimmt, wäre es naiv zu glauben, dass ausgerechnet die klassische Musik von den entsprechenden Deformationen verschont bleibt. Die gesellschaftlichen Schichten, die fähig sind, Klassik pur zu würdigen und genießen, sind zahlenmäßig zu unbedeutend, um die Musikindustrie am Leben zu halten. Es kommt also in immer größerem Umfang zu einer Vermengung der Klassik mit der massenmediengesteuerten Eventkultur.

Hallo,

ich kann Mirandas Argumentation nur allzu gut nachvollziehen, gebe jedoch zu bedenken, daß prinzipiell eher klassikfernen Menschen wie mir die Strahlkraft und Schönheit, die dieser Musik innewohnen kann, ohne solche medialen Hypes wohl verschlossen bliebe.

Ich habe z. B. nicht die leiseste Ahnung, ob Paul Potts in den Augen der Fachwelt ein "guter" oder "schlechter" Sänger ist. Fest steht, daß auch ich mich durch den Telekom-Werbespot habe ergreifen lassen und unbedingt wissen wollte, aus welcher Oper die Arie (von der ich nicht einmal wußte, wie sie heißt!) stammt. Seinerzeit schrieb ich deshalb sogar eine Mail an die Telekom. Seither besitze ich eine Aufnahme von "Nessun dorma", und "Turandot" von Giacomo Puccini steht auf der To-Do-Liste der Opern, die ich gern kennenlernen möchte.

Ähnlich erging es mir mit der Titelmusik von "Spiegel-TV". Sieh an, die Ouvertüre zu "Rienzi" von Wagner! Mittlerweile habe ich den "Tannhäuser" und den "Parsifal" gehört (wenn auch nicht gesehen) und das zu Tränen rührende Vorspiel zu "Lohengrin" kennengelernt. Und ohne den Film "Amadeus" würde ich mich heute nicht die Bohne für Mozarts Opern interessieren. Nicht auszudenken, was ich versäumt hätte!

Kurzum: Ich habe auf diesen Umwegen, so fragwürdig oder gar anrüchig sie ob ihrer kommerziellen Natur erscheinen mögen, "Höchstes und Heiligstes" kennenlernen dürfen - eine Welt, die mir normalerweise wohl verschlossen geblieben wäre. Und ich bin dankbar dafür.

Ich hoffe, all das ist nicht zu sehr OT.

Liebe Grüße von Holger
Solitaire (14.11.2010, 13:01):
Danke für eure Antworten!
Tja, es wird wohl auch das Geld sein und natürlich hat Miranda recht: es wäre dumm zu glauben, daß Musker bessere, edlere Menschen sind, die einzig und allein ihrem künstlerischen Ideal leben und sich nicht auch mal vom glanz des Goldes verführen lassen.
Ich war nur fassungslos alsi ch gesehen habe, daß ein Andrea Bocelli Werther singt.
Im übrigen magi ch Bocelli wenn er seine Crossoversongs singt ja auch ganz gern, "Vivo per lei" z.B. wird jedesmal laut mitgeträllert wenn es im Radio läuft, und daß er nicht schlechter signt als so mancher Provinztenor stimmt schon. Ich lebe ja auch in der Provinz...
Mich wundert auch weniger, daß Bocelli gerne Rodolfo singen möchte, mich wundert mehr, daß Barbara Fritolli als seine Mimè mitmacht. Aber gut.

Lieber Holger!
Du hast einen Schritt vollzogen, den viele Leute die sich für "Werbestars" begeistern nicht vollziehen: du hast durch Paul Potts Opernmusik kennengelernt und dich danach NÄHER DAMIT BESCHÄFTIGT. Genau das tun eben viele andere nicht, und das müssen sie ja auch nicht, wer mit Paules "Nessun dorma" glücklich ist soll das ruhig sein, aber den größeren Gewinn haben schon die Leute, die die "Arbeit" auf sich nehmen mehr über die Musik erfahren zu wollen die sie so begeistert hat und die anfangen, sich für die Werke zu interessieren. Paule ist schon in Ordnung, er ist nur eben nicht der Weisheit letzter Schluß wie viele seiner Fans glauben, aber wenn er Menschen dazu bringt, sich für die oper zu interessieren, danni st das aller Ehren wert.
Severina (14.11.2010, 13:39):
Liebe Mina,

so ist es, ich denke, dass viele Sänger die "hehre Kunst" viel profaner sehen als so mancher Opernenthusiast, der sich in "heiligen Hallen" wähnt, sobald er die Oper betritt. Luis Lima schockte z.B. einst seine Fans mit dem ungeschminkten Bekenntnis, nur deshalb Opernsänger zu sein, weil er damit mehr Geld scheffelt als in jedem anderen Beruf und ihm diese Kohle ermöglicht, seine wahre Leidenschaft zu finanzieren, nämlich Mustangs zu züchten. Und ich denke, es gibt noch so einige andere, die ähnlich "unedle" Motive auf die Bühne treibt, nur sagen sie's nicht so brutal.
Und selbst diejenigen, in denen wirklich und wahrhaftig die heilige Flamme der Kunst brennt, werden den pekuniären Aspekt nicht völlig außer Acht lassen. Denn eines muss man doch auch bedenken: Ein 40jähriges Bühnenjubiläum im (beinahe) Vollbesitz der Stimme ist nur Ausnahmesängern vergönnt, für die meisten sind die fetten Jahre nach 10, 20 Jahren vorbei - und was dann? Ich verurteile daher keinen Sänger, der die Gelegenheit zum Geldverdienen nützt, so lange die Karriere läuft. Wenn das Einkommen von etwas so Fragilem wie zwei Stimmbändern abhängt, denkt man wahrscheinlich nicht ganz so edel, wenn das große Geld lockt.
Holger hat außerdem völlig Recht, dass gerade die Projekte/Sänger, bei denen viele von uns "Auskennern" die Nasen rümpfen, weil ihnen das Odeur des Seichten, Unwürdigen anhaftet, der Klassik neues Publikum gewinnt. Denn so wie Holger ist ein Paul Potts oft die Initialzündung, sich ernsthaft mit Oper zu beschäftigen.
Ich werde nie den Kommentar eines Ehepaares bei Villazóns "Rigoletto" vergessen: "Wir wollten sehen, wo der sonst noch so singt!", denn bis dahin kannten sie ihn nur aus dem Hallenstadion (Die berühmte "Traumpaar-der-Oper"-Tournee...) oder von Thomas Gottschalks roter Couch. Sie waren zum ersten Mal in der WSO (obwohl Wiener!!!), aber, wie sie mir versicherten, sicher nicht zum letzten Mal.

Ich glaube also nicht, dass diese "Ich-und-Bocelli"-Aufnahmen der klassischen Musik Schaden zufügen, denn die richtigen Opernfans lassen in der Regel die Finger davon, und die ihre Freude daran haben, denen sei's gegönnt. Ich finde es nicht verwerflicher als die Tingelei der "Drei Tenöre", wo doch auch niemand ernsthaft glaubte, dabei ginge es um mehr als nur groß abzucashen.

lg Sevi :hello
Fairy Queen (14.11.2010, 17:55):
Ja, Sänger spiegeln doch auch nur die allgemeinen gesellschaftlichen verhältnsise wider und sind nur in den besten Fällen von einer grossen künstlerischen Ethik geleitet. Ich fürchte, die fidnet man sogar eher unter Instrumentalisten als unter Sängern. wenn ich mir so ansehen, wer es in dieser Branche nach oben schafft und wer auf der Strecke bleibt..... Selten jedenfalls die grössten Künstler sondern oft genug die mit den spitzesten Ellenbogen und den abgehärtetsten Nerven. eien erhöhte sensibilität wird eher bestraft als belohnt, es sei denn man ist shcon gazn oben angekommen oder hat wahnsinniges Glück mit Förderern und Wegbereitern, die einem die ärgsten Unbilden aus dem Weg räumen .
Wenige kônnen und wollen sich leisten gegen den Strom zu schwimmen, das gesetz des Markts ist hart und wie Severina ja sagt: wer an seine Altersversorgung denken muss, kann nciht sonderlich zimperlich sein.

Im Falle Bocelli kann es allerdings auch sein, dass er einfach ein besonders sympathischer Mensch ist und es Freude macht, etwas mit ihm zusammen zu machen- und sei es auch aus Mitgefühl für seine Behinderung, die nun wirklich nichts mit der Stimme zu tun hat!
Ich habe ebenfalls auf Opernbühnen schon viel schlechtere Tenöre gehört- im leichten Fach kônnte er ohne weiteres in den Provinzbûhnen mithalten!

Wirklich angemessen fand ich seine CD mit Sarah Brightman: sie ist ebenfalls eine zunâchst klassisch ausgebildete Cross-Over-Sängerin und ich denke, das kann dann Leuten, die noch nie in der Oper waren, wirklich Lust auf Neuentdeckungen machen.

Wir Cracks müssen das ja nun wahrlich nciht kaufen. Wir kennen halt bessere interpretaionen von "Ebben n'andro lontano" oder "O mio babbino caro"...... :D :engel
Jimi (15.11.2010, 13:39):
Original von Solitaire
Mich treibt seit geraumer Zeit eine Frage um, auf die ich keine Antwort finde, und ich hoffe, ihr könnt mir helfen.
Die Frage lautet: „Warum?“ Warum tun sie es?
Eva Mei tut es. Marina Domashenko tut es. Ildebrando D’Arcangelo und Bryn Terfel tun es, Barbara Fritolli tut es und Renee Fleming tut es auch.
Sie alle singen im Studio mit Andrea Bocelli. Und zwar keineswegs auf irgendwelchen Crossover-Alben, das kann ja Spaß machen und wem es gefällt, nur zu. Aber nein, wir haben es mit Opern zu tun. Bocelli singt „Werther“, Bocelli singt „Carmen“ , Bocelli singt "La Boheme", Bocelli singt Verdis Requiem und seine Partner sind die oben genannten.
Wieso? Ist Andrea Bocelli ein ganz, ganz toller Sänger und ich ein Idiot? Hat er oben erwähnte Kollegen mit schmutzigen Fotos erpresst? Hat er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen sodaß niemand ablehnt wenn er anfragt? Sind das wirklich gute Aufnahmen?
Hat sie jemand gehört? Und das überlebt?
Um Antwort bittet eine ratlose Mina-Solitaire.
Und das ist kein Gag, ich sinne schon länger darüber nach... :B

Blöde aber ernst gemeinte Antwort... :


Mich treibt seit geraumer Zeit eine Frage um, auf die ich keine Antwort finde, und ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Die Frage lautet: „Warum?“ Warum tun sie es?
Patricia Ciofi tut es. Vivica Genaux tut es. Diana Damrau und Joyce DiDonato tun es, und Philippe Jaroussky tut es auch. Sie alle singen im Studio mit Rolando Villazon. Und zwar keineswegs auf irgendwelche lustigen Mexico-Alben, das kann ja Spaß machen und wem es gefällt, nur zu. Aber nein, wir haben es mit Barockoper zu tun. "Rolllllando" singt Vivaldis "Ercole su'l Termodonte" und seine Partner sind die oben genannten.
Wieso? Ist Rolando Villazon ein ganz, ganz toller (Vivaldi)Sänger und ich ein Idiot? Hat er oben erwähnte Kollegen mit schmutzigen Fotos erpresst? Hat er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen sodaß niemand ablehnt wenn er anfragt? Ist das wirklich eine gute Aufnahme?
Hat sie jemand gehört?* Und das überlebt?
Um Antwort bittet ein ratloser Jimi.
Und das ist kein Gag, ich sinne schon länger darüber nach... :B


*Ok, ich weiß die Aufnahme ist noch nicht auf dem Markt, aber man kann im Internet reinhören

Noch eine blöde Frage von mir, wenn du schon extra einen Thread für "doofe Fragen" aufmachst, warum stellst du deine "blöde Frage" nicht dort? (oder darf man bei den "doofen Fragen" keine "blöde Frage" stellen ?( :D

:hello Jimi
Solitaire (15.11.2010, 14:40):
Ich habe den "doofe Fragen" Thread vergessen und bitte vielmals um Verzeihung.

Zu Villazón: er hat nach wie vor mächtig viele Probleme, an denen er selber nicht schuldlos ist, und der liebe Himmel mag wissen, ob er sich jemals davon erholen wird, aber im Gegensatz zu Bocelli war (??? :I :I :I) er einmal ein herausragender Sänger, der völlig zu recht in den größten Opernhäusern und mit den größten Kollegen gesungen hat. Ich kann verstehen, wenn Händel- und Vivaldi-Kenner mit seinem Stil nicht glücklich sind, aber ich sehe einen Unterschied zwischen einem Sänger dessen Stil nicht jedem gefällt, und das vielleicht zu Recht, und einem Sänger, der als Crossover-Star bekannt ist, und die im Studio aufgenommenen Rollen nie komplett auf Bühne oder (in diesem speziellen Fall wegen der Behinderung) dem Konzertpodium gesungen hat.
Ich habe RV sowohl mit sowohl Händel als auch mit Vivialdi gehört, und mir gefällt beides sehr, aber ich bin kein Maßstab da Fan, was ich gerne und ohne zart zu erröten zugebe.
Emanuelle Haim fand ihn offenbar auch nicht schlecht für dieses Repertiore. Kann natürlich sein, daß sie einfach nur kohlegeil war und sich gedacht hat "Wo Villazón drauf steht, das geht weg wie warme Semmeln." :engel
Severina (15.11.2010, 14:57):
Solitaire hat's auf den Punkt gebracht, genauso sehe ich das auch.
Boccelli mit Villazón in einen Topf zu werfen ist ungefähr so wie der Vergleich André Rieu und Julian Rachlin (oder ein anderer Geiger seines Kalibers)

lg Sevi :hello
Fairy Queen (15.11.2010, 19:35):
Liebe Mimi, ich fidne leider das Audioclip vom Hercule nciht, aber ich gehöre zu denen die Villazon im Barockrepertoire einstens superb fanden- wäre er um Himmels willen nur viel lânger dabei geblieben! Als er mit Haïm den Monteverdi aufgenommen hat, war er noch nicht berühmt und diese Dirigentin nimmt nicht in erster Linie brühmte Namen sondern schône Stimmen. Ich fand R.V. wie gesagt umwerfend udn das, obschon ich im Barock viel eher zum HIP-klang als zu grossen voluminösen Besetzungen neige.
Und Bocceli hat mit Villazon wahrlich wenig gemeint, ich finde wie Solitaire und Sevi, dass dieser Vergleich hinkt. Bocelli konnte nie besser singen als er es eben tut, Villazon hat zwar ernsthafte Stimmprobleme aber ein vollkommen anderes Potential.

F.Q.
Ingrid (15.11.2010, 23:37):
Original von Fairy Queen
Villazon hat zwar ernsthafte Stimmprobleme aber ein vollkommen anderes Potential.

F.Q.

Im Moment hat man aber das Gefühl, dass er sein vorhandenes Potential und seinen Ruf mit dieser Mexiko-Geschichte und dem ganzen Werbegedöns drumherum (s. seine HP) total ruiniert. Da blutet einem wirklich das Herz. Er wirkt inzwischen wie ein überdrehter, aber dabei ganz unglücklicher Clown :I

Traurige Grüße
Ingrid
Jimi (16.11.2010, 12:14):
Original von Severina
Boccelli mit Villazón in einen Topf zu werfen ist ungefähr so wie der Vergleich André Rieu und Julian Rachlin (oder ein anderer Geiger seines Kalibers)


Original von Fairy Queen
Und Bocceli hat mit Villazon wahrlich wenig gemeint, ich finde wie Solitaire und Sevi, dass dieser Vergleich hinkt


Mööönsch Leute, entspannt euch mal, ich dachte ein fettgedrucktes "blöde Antwort" würde genügen um klar zu machen: das ist nicht bierernst gemeint .

Also gut noch mal ernsthaft von Vorne:

Die Frage von Solitaire war warum "richtige Opernsänger" sich "herablassen" mit Crossoversänger AB Opernaufnahmen wie zb den Werther zu machen.
Die eigentliche Frage ist doch warum hat man für den Werther nicht auch einen "richtigen Opernsänger" (mit Bühnenerfahrung) genommen, der die Rolle wahrscheinlich besser als AB interpretiert hätte?
Die Antwort liegt auf der Hand und wurde ja auch schon beantwortet, es sind rein kommerzielle Gründe. Andrea Bocelli hat eben eine riesige Fangemeide(laut Wiki 70 Millionen verkaufte Alben), die meisten davon sicher nicht ausgesprochene Opernfans die sonst nie auf die Idee kommen würden sich einen Werther zu kaufen.

Das Prinzip ist also allgemein ausgedrückt : Man nehme einen sehr bekannten Sänger setzt ihn in einem für ihn nicht typischen Bereich ein( ungeachtet dessen ob es nicht andere (unbekanntere) Interpreten gibt die dafür aus rein künstlerischen Gründen besser geeignet wären) und bringt so seine Fans dazu sich ein Werk zu kaufen das sie nicht kennen.

Soweit so gut. Meiner Meinung nach wurde RV in Vivaldis "Ercole su'l Termodonte" primär aus den selben Gründen eigesetzt.
So sicher wie es bessere Werther als AB gibt, gibt es auch besser Vivaldisänger als RV, (wer das nicht glaubt sollte sich mal mit der ausgezeichneten Vivaldi-Edition von Naive beschäftigen ), die allerdings beiweiten nicht den Bekanntheitsgrad wie RV haben, fragt doch einfach mal einen "normalen Opernfan" ob er zb"Stefano Ferrari" kennt. Warum also RV ? Klar weil er jede Menge Fans hat die sich normalerweise nie,nie nie eine so unbekannte Vivaldi Oper kaufen würden es aber wegen seiner Mitwirkung tun. Klingeling und schon klingelt die Kasse.

Ich will den guten Rolando gar nichts böses er ist nur ein Beispiel unter vielen . Künstler die sehr bekannt geworden sind und dann aus kommerziellen Gründen Aufnahmen gemacht haben die sie unter künstlerischen Gesichtspunkten besser nicht gemacht hätten gibt es leider reichlich.
Nur ein Beispiel : das Duett von Florez mit Domingo aus Rossinis Otello von Florez vorletzter Cd. Nur ein Wort Grausam( ich meine damit nur Domingo) . Keine Frage dass er das vor 30-40 Jahren sehr gut gesungen hätte. Wenn man im Vergleich dazu Florez live mit Gregory Kunde hört ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Wiebitte...? Warum Kunde nicht anstelle von Domingo auf der Cd gesungen hat? Naja Begründung wie oben.

:hello Jimi
Severina (16.11.2010, 12:35):
Lieber Jimi,

da gebe ich Dir völlig Recht, dass bei vielen CD-Produktionen name-dropping eine wesentliche Rolle spielt. Und ich stimme auch völlig mit Dir überein, dass Villazón für Barockpuristen sicher nicht die erste Wahl ist. Obwohl ich bekennender RV-Fan bin, fehlt z.B. seine Händelaufnahme immer noch in meiner Sammlung, ich kann mich einfach nicht dazu entschließen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass er Händel so interpretiert, wie ich ihn liebe. Aus den gleichen Gründen werde ich wahrscheinlich auch auf den Vivaldi verzichten.
"Il combattimento" hingegen liebe ich sehr, da passt für mich Villazóns empathisches Singen ausgezeichnet.

Und keine Sorge - ich brauch mich nicht entspannen :wink, denn selbst wenn Du Deinen Beitrag bierernst gemeint hättest, kann ich gut damit leben, wenn jemand meine Lieblinge nicht so toll findet. :D

lg Sevi :hello
Jimi (16.11.2010, 15:08):
Hi Sevi,
da bin ich ja beruhigt das du nicht unentspannt bist :wink


Original von Fairy Queen
Liebe Mimi, ich fidne leider das Audioclip vom Hercule nciht



Hi Fairy, ich nehme an du meinst mich und nicht Mimi die in diesem Thread bisher noch nichts geschrieben hat. Egal, die Audioclips findest du unter amazon.uk das ist aber für eine wirkliche Beurteilung zuwenig darum ging es mir aber auch gar nicht.


Original von Fairy Queen
Als er mit Haïm den Monteverdi aufgenommen hat, war er noch nicht berühmt
.

Das habe ich anders in Erinnerung, zumindest in Deutschland war er zu dem Zeitpunkt schon der Shootingstar schlechthin, mit seinem ersten Album erschienen 02/2004 und daraus resultierenden Fernsehauftritten ist er sehr schnell zurecht bekannt geworden. "Combattimento" ist über 2,5 Jahre später erschienen.

Original von Fairy Queen
Als er mit Haïm den Monteverdi aufgenommen hat, war er noch nicht berühmt und diese Dirigentin nimmt nicht in erster Linie brühmte Namen sondern schône Stimmen
.

Die Schönheit der Stimme ist ja auch nicht das Problem sondern die Stilistik, ein Kritiker hat es mal recht zutreffend als "Montepuccini" bezeichnet.

Original von Fairy Queen
Bocelli konnte nie besser singen als er es eben tut, Villazon hat zwar ernsthafte Stimmprobleme aber ein vollkommen anderes Potential


Auf dieser Aufnahme singt Bocelli live in München im Theater "Celeste Aida", seine Stimme ist für die Partie natürlich zu leicht, ich kenne viele Aufnahmen der Arie die besser interpretiert sind, aber hört euch mal das Diminuendo auf dem berühmten Schluß-b an, mir fallen jetzt spontan nicht viele Tenöre ein die das so singen können, schon gar nicht in dem letzten 20-30 Jahren(Und Villazon ganz bestimmt nicht auch nicht vor seiner Krise).
Bei einer Studioaufnahmehat Bocellli dieses b ähnlich gesungen, was die supergescheiten Kritiker natürlich sofort zu der Mutmaßung geführt hat "da muß mit Studiotechnik nachgeholfen worden sein, denn ein Bocelli kann das ja wohl unmöglich so singen." Tja so kann man sich irren.
Also ich glaube ohne Behinderung hätte er durchaus das Potential zu einer richtigen Opernkarriere gehabt. Damit keine Irrtümer entstehen hier noch mal fettgedruckt:
Nein ich bin wirklich kein Bocelli-Fan :D

:hello Jimi
Solitaire (16.11.2010, 15:36):
Welch eine spannende Diskussion! Vielleicht kann jemand den Thread umbenennen, denn die Frage warum manche Partien besetzt werden wie sie besetzt werden ist ja eigentlich keine blöde Frage.
Zum Thema:
Ich denke auch, daß bei der Besetzungspolitik der Opernhäuser und Plattenfirmen Geld eine Rolle spielt, und vermutlich sogar eine wichtige, aber ich schätze dennoch, daß man es sich zu einfach macht, wenn man nur den finanziellen Aspekt sieht.
Warum, um beim Beispiel Vilalzón zu bleiben, singt er die Dichterliebe, mit der er sich (auch unabhängig von Stimmkrise ja oder nein) noch nie leicht getan hat? Warum will Anna Netrebko auf Teufel komm raus Belcantopartien singen, obgleich ihre Stimme sich schon seit geraumer Zeit eher in Richtung Tosca oder Desdemona entwickelt? Warum singt Natalie Dessay die Violetta, von der sie selber sagt, daß sie für sie an der Grenze des Machbaren liegt. Warum singt Bryn Terfel den Gounod-Mephisto (und in Auszügen auch andere Vertonungen)und sagt im aktuellen Fono-Forum-Interview, daß er sehr genau wisse, daß seiner Stimme dafür manchmal die wirklich düsteren Farben in der Tiefe fehlen ,da er eben kein waschechter Baß sei. Etc.,etc.etc.
Ich nehme mal an, Sänger haben Rollen, die sie unbedingt mal singen möchten, und ich denke, im besten Fall sind ihre Gründe künstlerischer Natur: sie lieben die Musik, sie sind vom darzustellenden Charakter fasziniert, es gibt ordentlich was zu spielen etc.
Ein opernhaus oder eine Plattenfirma wiederum wird sich vermutlich freuen, den weltbekannten Künstler XYZ in seinem/ihrem Rollendebut präsentieren zu dürfen und wird ihn oder sie engagieren wenn die Aussicht besteht, daß er oder sie die Herausforderung auch nur halbwegs meistert, auch wenn XYZ mehr oder weniger außerhalb des Stimmfaches singt.
Ich weiß nicht ob es so ist, aber ich könnte es mir vorstellen.
Solange dabei Stimme und Reputation eines Sängers, einer Sängerin keinen Schaden nehmen finde ich das auch nicht weiter tragisch. Es gibt Leute, die lieben Anna Netrebko als Lucia, ich hingegen würde mir nie eine Aufnahme mit ihr in dieser Rolle kaufen und bleibe lieber bei Callas und Dessay und alle sind wir glücklich damit, so what?
Und vielleicht tue ich Andrea Bocelli ja auch wirklich unrecht, kann schon sein...
Severina (16.11.2010, 16:00):
Original von Jimi




Auf dieser Aufnahme singt Bocelli live in München im Theater "Celeste Aida", seine Stimme ist für die Partie natürlich zu leicht, ich kenne viele Aufnahmen der Arie die besser interpretiert sind, aber hört euch mal das Diminuendo auf dem berühmten Schluß-b an, mir fallen jetzt spontan nicht viele Tenöre ein die das so singen können, schon gar nicht in dem letzten 20-30 Jahren(Und Villazon ganz bestimmt nicht auch nicht vor seiner Krise).
Nein ich bin wirklich kein Bocelli-Fan :D

:hello Jimi

Hallo Jimi,

27.4.1984 (Geht sich knapp aus mit Deinen 30 Jahren :wink) Luciano Pavarotti an der WSO (Ein Schlusston, der nicht von dieser Welt war - nein, ich bin kein Pavarottifan :wink), aber der singt ja auch schon bei den himmlischen Chören mit!
Villazón hat sich gottlob nie an "Celeste Aida" versucht, denn das ist definitiv nicht seines!
Die letzten Radames, die ich live zu hören kriegte, waren allerdings wirklich meilenweit von einem Diminuendo dieser Güte entfernt, das muss ich gestehen. Hm, wer könnte das aktuell wirklich ? (Aber diese Frage führt und wohl zu weit OT :S )
lg Sevi :hello
Jimi (16.11.2010, 16:50):
Original von Severina

Hallo Jimi,

27.4.1984 (Geht sich knapp aus mit Deinen 30 Jahren :wink) Luciano Pavarotti an der WSO (Ein Schlusston, der nicht von dieser Welt war - nein, ich bin kein Pavarottifan :wink), aber der singt ja auch schon bei den himmlischen Chören mit!


Also gut wir einen, aber sonst sind wie ziemlich stabil( frei nach "Das Leben des Prian")
Oder besser ich verkürze auf 25 Jahre, ich kenne eine Aufnahme von Big P von 86 da plärrt er das b endlos fortissimo raus.

Original von Solitaire
Ich denke auch, daß bei der Besetzungspolitik der Opernhäuser und Plattenfirmen Geld eine Rolle spielt, und vermutlich sogar eine wichtige, aber ich schätze dennoch, daß man es sich zu einfach macht, wenn man nur den finanziellen Aspekt sieht.


Hi Solitaire,
von "nur finanzieller Aspekt" war nicht die Rede ich habe geschrieben:

Original von Jimi
Meiner Meinung nach wurde RV in Vivaldis "Ercole su'l Termodonte" primär aus den selben Gründen eingesetzt.


Außerdem habe ich nie behauptet das dass, was ich geschrieben habe allgemein für alle Künstler und die Besetzungspolitik aller Plattenfirmen gilt. Wir wollen doch hoffen das die Besetzung einer Rolle nur nach finanziellen Aspekten die Ausnahme bleibt.


Original von Solitaire
Ich nehme mal an, Sänger haben Rollen, die sie unbedingt mal singen möchten, und ich denke, im besten Fall sind ihre Gründe künstlerischer Natur: sie lieben die Musik, sie sind vom darzustellenden Charakter fasziniert, es gibt ordentlich was zu spielen etc.

Im allgemeinen magst du ja Recht haben, aber zu dem speziellen von mir angesprochenen Fall sag ich mal etwas ironisch:
Ja klar, Villazon hat schon immer davon geträumt die weltberühmte Traumrolle jedes Tenors :cool, den "ERCOLE" von Vivaldi zu singen, natürlich nur aus den künstlerischen Gründen die du aufgezählt hast.
Naja in dieser Inszenierung würde ich mir RV auf jeden Fall geben(Mr Bean als Nackedei :leb)
Komisch das er sonst immer von Tosca und Hoffmann usw als Traumrollen geschwärmt hat.

:hello Jimi
Solitaire (16.11.2010, 18:22):
Hallo Jimi!
DU hast den Rrrrolando ins Spiel gebracht :D :beer
Und natürlich hast du recht mit deiner Anmerkung, im allgemeinen träumt der normale Tenor wohl eher von Cavaradossi und Manrico als von Ercole. Ist ja gut! "Pace, pace mio dolce tesoro..." :D
Vor einiger Zeit wurde "Combattimento"im Fernsehen übertragen, und zwar in der Besetzung der CD: Emanuelle Haim und ihre Mannen, dazu Villazón, Topi Lehtipuu und Patrizia Ciofi. In einem Interviewausschnitt hat Frau Haim gesagt, daß es tatsächlich die Stimme war, die sie auf die Idee gebracht hat, ihn für "Combattimento" zu besetzen. Ich weiß natürlich nicht, ob man dem Luder trauen darf, oder ob es andere Gründe gab :P :wink
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam :D
Severina (16.11.2010, 19:12):
Original von Jimi
[
Naja in dieser Inszenierung würde ich mir RV auf jeden Fall geben(Mr Bean als Nackedei :leb)

:hello Jimi

Lieber Jimi,

mit DER Stimme hat's der Typ auch wirklich nötig, auf Secundärmotivation zu setzen, damit sich jemand seinen Auftritt antut :haha So schlimm ist es um Rolando hoffentlich noch nicht bestellt, obwohl ihm ein Nacktauftritt sicherlich Spaß machen würde :D.
(Ich seh ihn allerdings doch lieber angezogen, aber wenn Du gerne an ihm anatomische Studien betreiben möchtest, gönne ich es Dir natürlich von Herzen :D :D :D :D)
lg Sevi :hello
Jimi (16.11.2010, 20:31):
Original von Severina

(Ich seh ihn allerdings doch lieber angezogen, aber wenn Du gerne an ihm anatomische Studien betreiben möchtest, gönne ich es Dir natürlich von Herzen :D :D :D :D)


:B :B :B :B Urghs, nein an anatomische Studien habe ich dabei nicht gedacht, eher daran mich bei Mr Bean´s unbestreitbaren darstellerischen Fähigkeiten mal eine Opernvorstellung lang totzulachen :rofl :rofl :rofl

Da fällt mir ein Clip von Rolllllando ein mit einer genial komischen Scene ich werd ihn mal gleich im RV-Thread posten

Ach ja, Solitaire ganz wichtig es heißt "Rolllllando"( ganz wichtig mit 5 l) und nicht Rrrrolando oder RRoolaaado oder sonstwie :J

:hello Jimi
Solitaire (17.11.2010, 09:49):
Original von Jimi

Ach ja, Solitaire ganz wichtig es heißt "Rolllllando"( ganz wichtig mit 5 l) und nicht Rrrrolando oder RRoolaaado oder sonstwie :J

:hello Jimi
Okay, werde ich mir merken. Ich dachte nur wegen "Ich grrrrolle nicht, und wenn das Herrrrz auch brrrricht..." :cool
Jimi (17.11.2010, 11:04):
Original von Solitaire
Original von Jimi

Ach ja, Solitaire ganz wichtig es heißt "Rolllllando"( ganz wichtig mit 5 l) und nicht Rrrrolando oder RRoolaaado oder sonstwie :J

:hello Jimi
Okay, werde ich mir merken. Ich dachte nur wegen "Ich grrrrolle nicht, und wenn das Herrrrz auch brrrricht..." :cool

Wiie wäre es mit "Grrrrollllando" :ignore

Ok, ich höre jetzt mir dem Blödsinn auf und werde ab jetzt nur noch ernsthafte Beiträge verfassen, versprochen! :A :I

:hello Jimi
Solitaire (20.11.2010, 08:29):
Nochmal zu Bocelli: ich habe gerade Jimis Aida-Link gehört und ich muß sagen: schlechter als unsere Provinztenöre singt er in der tat nicht. Vielleicht sogar besser, ich habe neulich in Remscheid eine ziemlich schauderhafte (konzertante) "Aida" gehört, bei der der Tenor mit soviel Druck und Kraft gesungen hat, daß selbst mir als Laien der Hals schon beim zuhören weh getan hat :B
Bocelli ist immerhin in der Lage, innerhal der Grenzen seiner stimmlichen Möglichkeitenzu bleiben nud diese zu skzeptieren. Und das Diminuendo ist wirkluch wunderschön :thanks Hätte ich ihm nicht zugetraut... auch das hat "unser" Radamès einfach nurrausgebrüllt. Und alle fanden's toll.
Wieder einmal hat der große Sir Peter recht: "Achtung! Vorurteil!" :I
Gamaheh (21.11.2010, 13:53):
Original von miranda
Wer das alles schlecht findet, müsste sich eigentlich für eine Gesellschaft einsetzen, in der nicht das Profitinteresse alle Lebensbereiche bestimmt.
Sicher, und zwar jeder für sich.

Grüße,
Gamaheh
Solitaire (28.03.2012, 22:12):
Ich poste das Folgende einfach auch mal unter "Blöde aber ernstgemeinte Frage":
Wie wäre „La Bohème“ wohl verlaufen, wenn unsere Helden Handy, Computer und Internet gehabt hätten?
Vermutlich nicht viel anders als Anno 1830, aber man hätte eventuel mehr geschrieben und telefoniert, und weniger gesungen…ich habe mir da mal so meine Gedanken gemacht.

Boheme 2.0
1. Akt

24.12. 20 h sms Schaunard an Coline

wird später. Der blöde vogel lebt noch, geht schon mal vor.
S.

20.04 h

Mimì an Mandy

„Immer diese doofe Mailbox. Ja, hallo Mandy. Mimì hier. Is echt blöd, Heiligabend allein. Hm. Wo bist du denn? Ruf mich mal an, ja? Ciao!“

20.30 h
rodolfo@derarmepoet.com an ilcastor@kultur.aol

Wg.: Deadline

Man Leute, was stresst ihr mich so? Ich tippe mir schon die Finger blutig, was soll ich denn machen wenn der PC bei der Saukälte ständig abstürzt? Keine Sorge, ihr kriegt euren Artikel. RECHTZEITIG.
Rodolfo

21 h
Benoit auf Anrufbeantworter von Rodolfo

Hallo? Junger Mann? Sind sie zuhause? Geh’n sie doch mal bitte an ihr Telefon, ich hätte da was mit Ihnen zu bereden. Haalllooo! Ich höre doch, dass sie zuhause sind. Na gut, wenn sie es nicht anders wollen, dann komm ich jetzt runter.

22.30 h

rodolfo@derarmepoet.com an ilcastor@kultur.aol

Wg. Artikel
So ihr Lieben, da habt ihr den Artikel. Ich schicke ihn euch im Anhang als pdf.
Seid so gut und kürzt mir nicht wieder die Hälfte weg, ja?
Happy Xmas und einen guten Rutsch.
Ich geh jetzt mit den Jungs einen saufen.
Rodolfo

23.30 h
sms Marcello an Rodolfo
Wo bleibst du????

23.45 h
sms Rodolfo an Marcello
Bin unterwegs. Hab ein Mädel klargemacht. Halt zwei Plätze frei!

2. Akt

25.12.

1.06 h
Mimìs Handy bimmelt.
Düdellüüt, düdellüüt, düdellütt

„Jaaa? Was? Ach du Scheiße Mandy, weißt du wie spät…ja stimmt, habe ich gesagt.
Ja, danke.
Nein, kann ich nicht, ich bin nicht allein. Nee... Jaaa…nee…mein Nachbar.
Was?... Ja haben wir… Ja dann lass es eben….was? Ja, ICH. Ja, am Heiligen Abend…
Sehr witzig… Ja wie Wie war’s? Gut schätze ich. …hab ja nicht so viele Vergleichs…was?...
Nein, hat es nicht… Ja, ich ruf dich morgen an… Ja mit allen Einzelheiten….jaha, die auch. Ja du hattest recht…nein ich werde nicht als Jungfrau sterben. Ja bis morgen. Ciao!
…Was? Ja danke, dir auch!“

3. Akt

25.2.
5.45 h
Handyanruf Mimì an Marcello

„Hallo Marcello? Schon wieder diese blöde Mailbox…hör mal, ruf mich mal an, ja? Ich muß mit dir reden.“



18.15 h
Marcello auf Facebook
Beziehungsstatus ändern
Beziehungsstatus: ledig

4. Akt

15. August

18.00 h
Gespräch, Marcello-Rodolfo

„Ey guck mal wer mir auf Facebook ne Freundschaftsanfrage geschickt hat: Mimì.
Mann, die sieht echt scharf aus. Bisschen blaß, aber die Klamotten…alter Schwede! Der ihr neuer Freund hat wohl richtig Schotter, was?“

„Ach halt die Klappe. Guck dir lieber mal die peinliche Homepage von DEINER Ex an und laß meine in Ruhe“

19.00 h
sms Schaunard an Marcello

habt ihr was zu saufen? Komm gleich mal vorbei. Bin pleite


21.45 h
Handyanruf Musetta an Rodolfo

„Scheiß Mailbox. Rodolfo, ruf mich SOFORT zurück. Mimì hat so komisches Zeig im Internet geschrieben…ich mach mir echt Sorgen. Ich geh die jetzt suchen und wenn ich sie gefunden habe bring ich sie zu dir. Ihr zwei habt echt nen Knall!“
Billy Budd (23.08.2014, 00:32):
Ich bin grad zufällig auf den letzten Beitrag hier gestoßen:
:rofl :rofl :rofl :rofl HAHAHAHAHAHAHAHAHAHA :rofl :rofl :rofl :rofl