Camille Saint-Saens. Die Klavierkonzerte

ab (31.05.2006, 11:31):
Ich habe heute im Radio zum ersten Mal das Finale des Klavierkonzert Nr.3 mit Aldo Ciccolini und dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Serge Baudo gehört und war beeindruckt.

Ich kenne diese romatisch-virtuosen Konzerte gar nicht. Was könnt ihr mir da empfehlen?
Cosima (31.05.2006, 12:43):
Diese hier:

http://www.wom.de/image/cover/front/0/4202411.jpg

Fantastische Einspielung aller fünf Konzerte, in jeder Beziehung.

Gruß, Cosima
Zelenka (31.05.2006, 12:52):
Auch sehr gut (vielleicht auch besser, weil mit mehr Wärme gespielt) und erheblich billiger:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000JQXY.01.LZZZZZZZ.jpg

Gruß,

Zelenka
ab (31.05.2006, 13:01):
Original von Zelenka
Auch sehr gut (vielleicht auch besser, weil mit mehr Wärme gespielt) und erheblich billiger


...besser und wärmer gespielt und billiger als wer: Ciccolini oder Hough?

Wie ist das Zusammenspiel zwischen Collard und Previn? Begleitet er`bloß, musiziert er mit, ist er gleichwärtiger Partner?

Wie verhält es sich diesbezüglich bei Hough & Oramo?

Danke!
Zelenka (31.05.2006, 13:32):
Original von ab
Original von Zelenka
Auch sehr gut (vielleicht auch besser, weil mit mehr Wärme gespielt) und erheblich billiger


...besser und wärmer gespielt und billiger als wer: Ciccolini oder Hough?

Wie ist das Zusammenspiel zwischen Collard und Previn? Begleitet er`bloß, musiziert er mit, ist er gleichwärtiger Partner?

Wie verhält es sich diesbezüglich bei Hough & Oramo?

Danke!

Lieber ab:

Mein Vergleich bezog sich auf die Empfehlung von Cosima, die Aufnahmen von Ciccolini kenne ich leider nicht, sie scheinen im Moment auch vergriffen zu sein. In der Hyperion-Aufnahme sitzt der Solist aufnahmetechnisch mehr im Vordergrund, allein schon aus diesem Grund entsteht ein leichter Eindruck der Ungleichwertigkeit zwischen Solist und Begleitung . Houghs Spiel ist perkussiver als das von Collard, man könnte vielleicht auch sagen "unromantischer". Und sowohl Solist als auch Begleiter ignorieren im einzelnen manches, was die Partitur vorschreibt. Gegen Previns Begleitung weiß ich nichts vorzubringen, sie ist exzellent. Die Aufnahmequalität ist recht gut. Was will man mehr? Anderswo im Forum ist auch die Aufnahme des "Ägyptischen Konzerts" (No. 5) von Richter sehr gelobt worden, ich kenne sie leider nicht. Ein kompletter Durchgang durch die Konzerte von Rogé und Dutoit ist auch nicht schlecht, aber nicht Collard vorzuziehen. Ich hatte Rogé früher einmal, er mußte Collard weichen.

Gruß,

Zelenka
Orfeo (31.05.2006, 19:18):
... mit Aldo Ciccolini und dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Serge Baudo gehört und war beeindruckt.


Ich auch! Deshalb empfehle ich diese!
martin (31.05.2006, 20:36):
Ich habe die Roge/ Dutoit aufnahmen von Decca. Ich habe schon mal anderswo gelesen, daß die ein bißchen glatt sein soll. Mag sein. Aber Spitzenaufnahmen sind das ganz sicherlich. Ich bin damit zufrieden.

Mir gefallen die Saint Saens konzerte schon sehr gut. Gefallen mir eigentlich besser als die Sinfonien ( abgesehen von der 3. natürlich). Ich müßte allerdings gerade das 4. und das 5. mal öfter hören. Die erten drei habe ich sehr häufig gehört.

Sonst habe ich noch 2. Kavierkonzert eine Aufnahme von Celice Licad und dem London Philharmonic Orchestra unter Previn. Auf einer schönen CD, wo auch noch das erste Cellokonzert und das 3. Violinkonzert drauf ist ( eine CBS aufnahme, empfohlen von Penguins Guide). Ich glaube diese Interpretation des 2. Klavierkonzerts gefällt mir noch besser.

Gruß Martin
embe (01.06.2006, 09:47):
Hallo,
es scheint eine Geschmacksfrage zu sein.

Stephen Hough macht den fetzigsten Saint Saens, aber nicht verhudelt.
Ok, etwas entromantisiert ist das schon, bekommt einigen Stellen aber gut. :wink

Ciccolini der Altmeister mit dem ich die Konzerte zum 1. mal komplett hörte.
Auch heute noch gerne :down

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000024XYR.03.LZZZZZZZ.jpg

Dann noch Frau Malikova mit Thomas Sanderling, wieder etwas ruhiger,
ja auch verträumter, dazu noch exorbitante Klangqualität :down

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6517317.jpg

Könnte mich für nicht für eine Einsameinselbox entscheiden...eher für ein Gemisch aus allen Dreien, aber es gibt da ja noch die schönen Einzelaufnahmen von anderen Künstlern... :D

Gruß
embe
nubar (01.06.2006, 16:01):
Hallo,

ich selbst besitze zwei Gesamtaufnahmen, die beide hier noch nicht genannt wurden. Ad eins wäre dies Philippe Entremont mit dem Toulouser Stadtorchester unter Michel Plasson, eine Aufnahme, die von einigen als Referenz angesehen wird, wahrscheinlich auch weil sie eine der ersten war. Sie ist auch insgesamt sehr gut gelungen, aber man hört doch einige kleine Schnitzer im Orchester (die nicht weiter stören) und mir gefällt der Anschlag Entremonts nicht immer, er ist manchmal zu hart, ich möchte fast sagen zu "deutsch-rational", er müsste mehr blühen. Deswegen ist mein persönlicher Favorit auch folgende Aufnahme:
Gabriel Tacchino, Orchestra of Radio Luxembourg, Louis de Froment
Wunderschön leicht gespielt und mit französischer Eleganz, wie ich es mir für Saint-Saens wünsche.
Sonst besitze ich nur noch eine Aufnahme des 2.Klavierkonzertes mit Gilels, habe ihn aber noch nicht vergleichend gehört, so aus der Erinnerung würde ich sagen, dass er im Ansatz eher Entremont gleicht, ohne jedoch zu hart zu werden.
Ja und zum Schluss noch eine Aufnahme selbigen Konzertes, die ich mir noch zulegen will, nämlich jene mit Rubinstein, der ein legendärer Ruf vorauseilt. Man sieht hier auch schon, welches Konzert bei Pianisten präferiert wird, weil es dem romantischen Virtuosenkonzert noch am nächsten kommt. Das heißt nicht, dass die anderen unbedingt leichter sind, aber es fällt halt nicht so auf :D. Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(

Gruß
nubar
martin (01.06.2006, 16:47):
Original von nubar

Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(

Gruß
nubar

Lieber Nubar,

bei diesem letzten Satz grüble ich nach, wie Du ihn eigentlich gemeint hast. Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß Saint-Saens sein Talent als Komponist nicht richtig nutzte?

Gruß Martin
Jack Bristow (01.06.2006, 16:56):
Original von martin
Original von nubar

Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(


bei diesem letzten Satz grüble ich nach, wie Du ihn eigentlich gemeint hast. Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß Saint-Saens sein Talent als Komponist nicht richtig nutzte?


Es muß wohl bedeuten, dass St Saens hätte besser komponieren können sollen oder wollen. Die Qualität seiner Stücke entspricht nicht seinem kompositorischen Potential.
Woraus man das schließen oder woran erkennen kann, ist mir aber auch nicht klar. Kenne zu wenig von ihm, um eine eigene Meinung zu haben.

viele Grüße

J. Bristow
martin (01.06.2006, 20:31):
Original von Jack Bristow
Original von martin
Original von nubar

Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(


bei diesem letzten Satz grüble ich nach, wie Du ihn eigentlich gemeint hast. Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß Saint-Saens sein Talent als Komponist nicht richtig nutzte?


Es muß wohl bedeuten, dass St Saens hätte besser komponieren können sollen oder wollen. Die Qualität seiner Stücke entspricht nicht seinem kompositorischen Potential.
Woraus man das schließen oder woran erkennen kann, ist mir aber auch nicht klar. Kenne zu wenig von ihm, um eine eigene Meinung zu haben.

viele Grüße

J. Bristow

So habe ich es eigentlich auch verstanden, es kam mir nur etwas merkwürdig vor, deshalb dachte ich, es wäre vielleicht doch anders gemeint. Ein Saint Saens Fachmann bin ich auch nicht. Kenne aber doch inzwischen schon so einiges von ihm, aber nicht alles gründlich. Ich denke schon, daß er ein wirklich großer Komponist ist. Ich finde ihn sehr oft ausgesprochen schön, wenn auch sagen wir mal Brahms, Bruckner, Mahler schon tiefgründiger waren ( jedenfalls von mir so empfunden werden, vielleicht ist das auch nur so eine Augenblickseinstellung von mir).

Vielleicht hat ja die bevorstehende WM Nubar zu solchen Äußerungen inspiriert, so nach dem Motto: Saint Saens kam zur zweiten Halbzeit und spielte nicht schlecht, konnte sein Leistungspotential aber nie völlig abrufen.

Gruß Martin
Rachmaninov (01.06.2006, 21:06):
@embe,

ich schließe mich Deiner Meinung zu Malikova Aufnahme an und freue mich, daß sie hier genannt wurde.

Verträumt und romantische Aufnahmen aller Konzerte hat Fr. Malikova hier vorgelegt. Sehr gut begleitet durch das WDR SO Köln unter K. Sanderling.

Durchaus eine der Gesamtaufnahmen, die man in Betracht ziehen sollte / muss.



Klanglich auf sehr gutem Niveau :)
martin (01.06.2006, 22:34):
Und ich habe heute wieder einmal Saint Saens Klavierkonzert 4 und 5 gehört ( mit Pascal Roge). Hat mir sehr gut gefallen. Außerdem seine 2. Sinfonie. Und da habe ich wieder gedacht: Na ja, die hat ihre Momente, aber eigentlich finde ich es nicht doll. Das war genauso wie mit der ersten Sinfonie, die ich vor einigen Monaten hörte und die mich auch nicht vom Hocker riß. Dann gibts noch zwei weitere Sinfonien von Saint Saens, unnummerierte, die ich irgendwann mal gehört habe und mal wieder hören müßte.

Aber eigentlich ist es doch mein Eindruck: Saint Saens hat eigentlich nur die Orgelsinfonie geschrieben. Da zeigt er denn doch, daß er ein ganz guter Sinfoniker ist. Aber eigentlich fühlt er sich in der Gattung Sinfonie nicht wirklich zu Hause. Da hat er auch nicht von vorneherein den Anspruch, den man erwarten müßte ( wie lange hat Brahms an seiner ersten Sinfonie geschrieben!). Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, daß er Franzose ist.

Bei den Klavierkonzerten ist das wirklich anders. Das ist wirklich ein verdammt guter, vom 1. bis zum 5. Klavierkonzert beachtlicher Zyklus. In dieser Musikgattung fühlt sich Saint Saens wirklich zu Hause, da fällt er nie unter ein bestimmtes Niveau. Und so haben mir denn heute auch wieder das 4. und 5. Klavierkonzert sehr gut gefallen. Die ersten drei Klavierkonzerte gefallen mir sowieso. Das vierte ist aber wirklich ein richtiger Klassiker, mit unheimlich einprägsamen Melodien. Das fünfte ist nicht ganz so eingängig, aber besonders der langsame Satz ist sehr farbig.

Gruß Martin
AcomA (01.06.2006, 23:11):
hallo,

sicherlich ist das 2. konzert das populärste, es findet einen direkt-unkomplizierten weg zum hörenden. da gibt es einige legendäre interpretationen, quasi die präsentation als 'schlachtross'! ein lieblingskonzert des arthur rubinstein. wunderbar pianistisch ausgespielt auch durch den emil gilels der 50er jahre, francois-rene duchable und im WDR vor vielen jahren aufgezeichnet: andre watts ! :down

http://www.aaregistry.com/eimage/AndreWatts(ClassicPiano).gif

was dieser andre watts dort abbrennt ist sensationell, die pure entfaltung von sturm und drang. ich habe festgestellt, dass es eine recht aktuelle einspielung des 2. konzertes mit watts bei Telarc gibt. die habe ich jedoch nicht gehört.

die hyperion-aufnahme der konzerte mit stephen hough ist sensationell stark. das bedeutet auch, dass man die anderen konzerte (also 1, 3-5) und einige werke f. klavier und orchester (z.b. africa) auch so präsentiert bekommt, dass sie gegenüber dem 2. nicht abfallen ! da ergibt sich genau der eindruck aller konzerte, wie ihn Martin beschrieb.

gruß, siamak :engel
Holger S. (02.06.2006, 08:12):
Original von martin
Aber eigentlich ist es doch mein Eindruck: Saint Saens hat eigentlich nur die Orgelsinfonie geschrieben. Da zeigt er denn doch, daß er ein ganz guter Sinfoniker ist. Aber eigentlich fühlt er sich in der Gattung Sinfonie nicht wirklich zu Hause. Da hat er auch nicht von vorneherein den Anspruch, den man erwarten müßte ( wie lange hat Brahms an seiner ersten Sinfonie geschrieben!). Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, daß er Franzose ist.

Hallo Martin!

Meine Meinung zum Thema Saint-Saens und die Sinfonie: Man sollte nicht außer Acht lassen, dass die ersten vier Sinfonien im Prinzip Jugendwerke sind. Saint-Saens hat nur seine Orgelsinfonie im reifen Alter komponiert, die A-Dur-Sinfonie mit 15 Jahren, die 2. (chronologisch vierte) mit 24 Jahren. Da finde ich es schon irgenwie logisch, dass diese Werke noch nicht der Höhepunkt seines Schaffens sind - obwohl mir auch die vier ersten Sinfonien allemal reizvoll erscheinen.

Bei den fünf Klavierkonzerten verhält es sich hingegen so, dass sich Saint-Saens dieser Gattung fast über sein ganzes Leben verteilt gewidmet hat. Das erste ist von 1858 (als er schon drei Sinfonien komponiert hatte), das letzte von 1896. Daher wundert mich das höhere Niveau dieser Werke im Vergleich zu seinen Sinfonien (als Gesamtheit betrachtet) nicht sonderlich. Ich habe die Gesamtaufnahme mit Collard. Damit bin ich eigentlich recht zufrieden, andererseits kenne ich keine anderen Aufnahmen und kann somit keine Vergleiche ziehen.

Nubars Aussage über Saint-Saens' kompositorische Qualität würde ich jedenfalls nicht zustimmen. Ich halte ihn wie Martin schon für einen ausgezeichneten Komponisten, kenne seine Violin-, Klavier-, Cellokonzerte, Sinfonien, auch Kammermusik. Mit Brahms oder Bruckner würde ich ihn nicht ohne weiteres vergleichen. Offensichtlich hatte Saint-Saens andere Intentionen und kompositorische Zielsetzungen als diese.

Viele Grüße
Holger
Rachmaninov (02.06.2006, 19:14):
Hallo,

die bereits hier öfters genannte Aufnahme von S. Hough besitze ich ebenfalls und kann mich den hier gemachten positiven Äußerungen nur anschließen. Eine recht gelungene Aufnahme, die man bei der Suche nach einer Gesamaufnahme sicherlich mit in Betrahct ziehen muss. :engel
Rachmaninov (03.06.2006, 08:19):
Original von AcomA
hallo,

sicherlich ist das 2. konzert das populärste, es findet einen direkt-unkomplizierten weg zum hörenden. da gibt es einige legendäre interpretationen, quasi die präsentation als 'schlachtross'! ein lieblingskonzert des arthur rubinstein. wunderbar pianistisch ausgespielt auch durch den emil gilels der 50er jahre

Von A. Rubinstein besitze ich eine Aufnahme des 2. Klavierkonzerts und hatte ihn einmal in hohem Alter damit im TV gesehen in einer Aufzeichnung.

Beides hat mir richtig gut gefallen :D



Die Aufnahme mit E. Gilels besitze ich auch, muß aber gestehen sie bisher gar nicht gehört zu haben. Wohl ein Fehler. Werde ich bald nachholen :beer
Cosima (03.06.2006, 10:51):
Original von Rachmaninov
Eine recht gelungene Aufnahme, die man bei der Suche nach einer Gesamaufnahme sicherlich mit in Betrahct ziehen muss. :engel

Lieber Richard,

ich meine, dass Du hier maßlos untertreibst. Die Aufnahmen sind doch großartig!

Ich besitze aber auch noch Einzelaufnahmen mit Entremont, Richter, Duchable und Gilels. Bei Gelegenheit werde ich etwas dazu schreiben. Die Richter-Aufnahme wurde schon - zu Recht - lobend erwähnt.

Gruß, Cosima :)
Engelbert (29.06.2006, 07:28):
Es wundert mich nun wirklich, was sich da im Laufe der Zeit an Interpretationen der Klavierkonzerte von Camille alles an Einzel- und Gesamtaufnahmen angesammelt hat. Für jeden französischen Pianisten scheint es eine Herzensangelegenheit zu sein, diese Werke einzuspielen.

Ich höre seine Klavierwerke am liebsten am Sonntag-Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und orientiere mich an den Einspielungen unter Philippe Entremont.

Als Komponisten schätze ich ihn auch nicht sehr hoch ein. Er hängt zwischen Klassizismus und Romantik herum, war musikgeschichtlich gesehen weder Vollender noch Erneuerer, sondern lediglich fleißig.

Seine schönsten Einfälle hat er über die Oper "Samson und Dalila"
ausgestreut. Die Bacchanale sind geschickt orchestriert, aber
von der ersten bis zur letzten Note geklaut. Sie sind musikalisches
Erbe und im ganzen Orient - von Marokko bis Persien - bis zum Nachsummen bekannt.

Saint-Saens und Debussy - mochten die sich eigentlich?

Gruß
Engelbert
:engel
Ganong (31.03.2007, 13:43):
Zu den bisherigen Beiträgen :

1.
Stephen Hough sein ein "romnatischer" Pianist . Man mag darunter verstehen was man will , aber Hough ist in allen seinen mir bekannten Aufnahmen , am extremsten bei seinem Schubert geradezu der perkussiv vorwärtstreibende , unangemessen hart anschlagende und mit gleichbleibender minimalistischer Klangdiffrenzierung ;

3.


Aldo Ciccoloninis Interpretationen sind einzigartig kultiviert ; technisch - pianistsich auf höchstem Niveau ;

1 B. ) Hough II . Endlich räumt ein Autor , hier "ZELENKA" mit dem Vorurteil auf , Stephen Hough sei eine "riomantischer" Pianist . Hough ist , besonders bei seiener Schubertsicher , geradezu der anti - "romantische" Interpret der a ktuellen Garde der durch sein Hauslabel gepushte Interpret .

4. Auch der vor zehn Jahren so hochlobte Tastenvirtuose Collard erschreckt uns geredezu durch die fast unnatürliche Härte seinees wie immer schnellen Spielens . Nicht durch einen Differenzierten Klang und das erfassen grosser Bögen .
Wie dies bei Camille Sain - Saens Klavierkonzerten geht haben zwei Pianisten vorgemacht , die von ihrer Herkunft , pianistischen Ausbildung und Alter kaum unterschiedlicher sein könnten :

a. Arthur Rubinstein u n d

b. die junge Anna Malikova ( GA ) überzeugen durch subtilstes Spiel , wenn es sein muss notengetexttreu mit packendem Zugriff und einer Klangfaerbung , die in der Aufnahme - Geschiuchte der Klavierkonzerte ihresgleichen sucht . Lediglich
Aldo Ciccolini gehört in diesen wahrhaft erlauchten Kreis grösster Pianistik .

Grüsse ,

FRank
Cosima (06.12.2007, 16:27):
Ich möchte auf die relativ neue Aufnahme der Konzerte 2 und 5 mit Jean-Yves Thibaudet hinweisen. Frischer, virtuoser, charmanter und spritziger habe ich diese Konzerte noch nie gehört! Neben seiner „Aria“-CD eine CD, die mich absolut begeistert hat!

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51SNZi-cmTL._AA240_.jpg

Gruß, Cosima
Jeremias (06.12.2007, 16:32):
Ich habe in die Aufnahme neulich reingehört und sie hat mich irgendwie nicht überzeugt. Irgendwas fehlt ihm, es ist alles so unspontan.... ich höre beim 5. Konzert am liebsten Richter in der alten Kondrashin-Einspielung :down
Zelenka (06.12.2007, 16:39):
Original von Jeremias
Ich habe in die Aufnahme neulich reingehört und sie hat mich irgendwie nicht überzeugt. Irgendwas fehlt ihm, es ist alles so unspontan.... ich höre beim 5. Konzert am liebsten Richter in der alten Kondrashin-Einspielung :down

Vielleicht reicht hier ein bloßes Reinhören nicht. Unspontan kommen mit Thibaudet und Dutoit nun wirklich nicht vor (allerdings werden sie ein wenig vorher geprobt haben ...). Dies ist eine ganz großartige CD!

Gruß, Zelenka
ab (31.05.2006, 11:31):
Ich habe heute im Radio zum ersten Mal das Finale des Klavierkonzert Nr.3 mit Aldo Ciccolini und dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Serge Baudo gehört und war beeindruckt.

Ich kenne diese romatisch-virtuosen Konzerte gar nicht. Was könnt ihr mir da empfehlen?
Cosima (31.05.2006, 12:43):
Diese hier:

http://www.wom.de/image/cover/front/0/4202411.jpg

Fantastische Einspielung aller fünf Konzerte, in jeder Beziehung.

Gruß, Cosima
Zelenka (31.05.2006, 12:52):
Auch sehr gut (vielleicht auch besser, weil mit mehr Wärme gespielt) und erheblich billiger:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000JQXY.01.LZZZZZZZ.jpg

Gruß,

Zelenka
ab (31.05.2006, 13:01):
Original von Zelenka
Auch sehr gut (vielleicht auch besser, weil mit mehr Wärme gespielt) und erheblich billiger


...besser und wärmer gespielt und billiger als wer: Ciccolini oder Hough?

Wie ist das Zusammenspiel zwischen Collard und Previn? Begleitet er`bloß, musiziert er mit, ist er gleichwärtiger Partner?

Wie verhält es sich diesbezüglich bei Hough & Oramo?

Danke!
Zelenka (31.05.2006, 13:32):
Original von ab
Original von Zelenka
Auch sehr gut (vielleicht auch besser, weil mit mehr Wärme gespielt) und erheblich billiger


...besser und wärmer gespielt und billiger als wer: Ciccolini oder Hough?

Wie ist das Zusammenspiel zwischen Collard und Previn? Begleitet er`bloß, musiziert er mit, ist er gleichwärtiger Partner?

Wie verhält es sich diesbezüglich bei Hough & Oramo?

Danke!

Lieber ab:

Mein Vergleich bezog sich auf die Empfehlung von Cosima, die Aufnahmen von Ciccolini kenne ich leider nicht, sie scheinen im Moment auch vergriffen zu sein. In der Hyperion-Aufnahme sitzt der Solist aufnahmetechnisch mehr im Vordergrund, allein schon aus diesem Grund entsteht ein leichter Eindruck der Ungleichwertigkeit zwischen Solist und Begleitung . Houghs Spiel ist perkussiver als das von Collard, man könnte vielleicht auch sagen "unromantischer". Und sowohl Solist als auch Begleiter ignorieren im einzelnen manches, was die Partitur vorschreibt. Gegen Previns Begleitung weiß ich nichts vorzubringen, sie ist exzellent. Die Aufnahmequalität ist recht gut. Was will man mehr? Anderswo im Forum ist auch die Aufnahme des "Ägyptischen Konzerts" (No. 5) von Richter sehr gelobt worden, ich kenne sie leider nicht. Ein kompletter Durchgang durch die Konzerte von Rogé und Dutoit ist auch nicht schlecht, aber nicht Collard vorzuziehen. Ich hatte Rogé früher einmal, er mußte Collard weichen.

Gruß,

Zelenka
Orfeo (31.05.2006, 19:18):
... mit Aldo Ciccolini und dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Serge Baudo gehört und war beeindruckt.


Ich auch! Deshalb empfehle ich diese!
martin (31.05.2006, 20:36):
Ich habe die Roge/ Dutoit aufnahmen von Decca. Ich habe schon mal anderswo gelesen, daß die ein bißchen glatt sein soll. Mag sein. Aber Spitzenaufnahmen sind das ganz sicherlich. Ich bin damit zufrieden.

Mir gefallen die Saint Saens konzerte schon sehr gut. Gefallen mir eigentlich besser als die Sinfonien ( abgesehen von der 3. natürlich). Ich müßte allerdings gerade das 4. und das 5. mal öfter hören. Die erten drei habe ich sehr häufig gehört.

Sonst habe ich noch 2. Kavierkonzert eine Aufnahme von Celice Licad und dem London Philharmonic Orchestra unter Previn. Auf einer schönen CD, wo auch noch das erste Cellokonzert und das 3. Violinkonzert drauf ist ( eine CBS aufnahme, empfohlen von Penguins Guide). Ich glaube diese Interpretation des 2. Klavierkonzerts gefällt mir noch besser.

Gruß Martin
embe (01.06.2006, 09:47):
Hallo,
es scheint eine Geschmacksfrage zu sein.

Stephen Hough macht den fetzigsten Saint Saens, aber nicht verhudelt.
Ok, etwas entromantisiert ist das schon, bekommt einigen Stellen aber gut. :wink

Ciccolini der Altmeister mit dem ich die Konzerte zum 1. mal komplett hörte.
Auch heute noch gerne :down

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000024XYR.03.LZZZZZZZ.jpg

Dann noch Frau Malikova mit Thomas Sanderling, wieder etwas ruhiger,
ja auch verträumter, dazu noch exorbitante Klangqualität :down

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6517317.jpg

Könnte mich für nicht für eine Einsameinselbox entscheiden...eher für ein Gemisch aus allen Dreien, aber es gibt da ja noch die schönen Einzelaufnahmen von anderen Künstlern... :D

Gruß
embe
nubar (01.06.2006, 16:01):
Hallo,

ich selbst besitze zwei Gesamtaufnahmen, die beide hier noch nicht genannt wurden. Ad eins wäre dies Philippe Entremont mit dem Toulouser Stadtorchester unter Michel Plasson, eine Aufnahme, die von einigen als Referenz angesehen wird, wahrscheinlich auch weil sie eine der ersten war. Sie ist auch insgesamt sehr gut gelungen, aber man hört doch einige kleine Schnitzer im Orchester (die nicht weiter stören) und mir gefällt der Anschlag Entremonts nicht immer, er ist manchmal zu hart, ich möchte fast sagen zu "deutsch-rational", er müsste mehr blühen. Deswegen ist mein persönlicher Favorit auch folgende Aufnahme:
Gabriel Tacchino, Orchestra of Radio Luxembourg, Louis de Froment
Wunderschön leicht gespielt und mit französischer Eleganz, wie ich es mir für Saint-Saens wünsche.
Sonst besitze ich nur noch eine Aufnahme des 2.Klavierkonzertes mit Gilels, habe ihn aber noch nicht vergleichend gehört, so aus der Erinnerung würde ich sagen, dass er im Ansatz eher Entremont gleicht, ohne jedoch zu hart zu werden.
Ja und zum Schluss noch eine Aufnahme selbigen Konzertes, die ich mir noch zulegen will, nämlich jene mit Rubinstein, der ein legendärer Ruf vorauseilt. Man sieht hier auch schon, welches Konzert bei Pianisten präferiert wird, weil es dem romantischen Virtuosenkonzert noch am nächsten kommt. Das heißt nicht, dass die anderen unbedingt leichter sind, aber es fällt halt nicht so auf :D. Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(

Gruß
nubar
martin (01.06.2006, 16:47):
Original von nubar

Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(

Gruß
nubar

Lieber Nubar,

bei diesem letzten Satz grüble ich nach, wie Du ihn eigentlich gemeint hast. Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß Saint-Saens sein Talent als Komponist nicht richtig nutzte?

Gruß Martin
Jack Bristow (01.06.2006, 16:56):
Original von martin
Original von nubar

Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(


bei diesem letzten Satz grüble ich nach, wie Du ihn eigentlich gemeint hast. Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß Saint-Saens sein Talent als Komponist nicht richtig nutzte?


Es muß wohl bedeuten, dass St Saens hätte besser komponieren können sollen oder wollen. Die Qualität seiner Stücke entspricht nicht seinem kompositorischen Potential.
Woraus man das schließen oder woran erkennen kann, ist mir aber auch nicht klar. Kenne zu wenig von ihm, um eine eigene Meinung zu haben.

viele Grüße

J. Bristow
martin (01.06.2006, 20:31):
Original von Jack Bristow
Original von martin
Original von nubar

Saint-Saens war übrigens selber ein sehr gute Klavier- und Orgelspieler, technisch auf einem sehr hohem Niveau (ich glaube, es gibt einen bewundernden Ausspruch Liszts), der aber sein Talent gerade als Komponist nie richtig nutzte - schade! :(


bei diesem letzten Satz grüble ich nach, wie Du ihn eigentlich gemeint hast. Was meinst Du damit, wenn Du sagst, daß Saint-Saens sein Talent als Komponist nicht richtig nutzte?


Es muß wohl bedeuten, dass St Saens hätte besser komponieren können sollen oder wollen. Die Qualität seiner Stücke entspricht nicht seinem kompositorischen Potential.
Woraus man das schließen oder woran erkennen kann, ist mir aber auch nicht klar. Kenne zu wenig von ihm, um eine eigene Meinung zu haben.

viele Grüße

J. Bristow

So habe ich es eigentlich auch verstanden, es kam mir nur etwas merkwürdig vor, deshalb dachte ich, es wäre vielleicht doch anders gemeint. Ein Saint Saens Fachmann bin ich auch nicht. Kenne aber doch inzwischen schon so einiges von ihm, aber nicht alles gründlich. Ich denke schon, daß er ein wirklich großer Komponist ist. Ich finde ihn sehr oft ausgesprochen schön, wenn auch sagen wir mal Brahms, Bruckner, Mahler schon tiefgründiger waren ( jedenfalls von mir so empfunden werden, vielleicht ist das auch nur so eine Augenblickseinstellung von mir).

Vielleicht hat ja die bevorstehende WM Nubar zu solchen Äußerungen inspiriert, so nach dem Motto: Saint Saens kam zur zweiten Halbzeit und spielte nicht schlecht, konnte sein Leistungspotential aber nie völlig abrufen.

Gruß Martin
Rachmaninov (01.06.2006, 21:06):
@embe,

ich schließe mich Deiner Meinung zu Malikova Aufnahme an und freue mich, daß sie hier genannt wurde.

Verträumt und romantische Aufnahmen aller Konzerte hat Fr. Malikova hier vorgelegt. Sehr gut begleitet durch das WDR SO Köln unter K. Sanderling.

Durchaus eine der Gesamtaufnahmen, die man in Betracht ziehen sollte / muss.



Klanglich auf sehr gutem Niveau :)
martin (01.06.2006, 22:34):
Und ich habe heute wieder einmal Saint Saens Klavierkonzert 4 und 5 gehört ( mit Pascal Roge). Hat mir sehr gut gefallen. Außerdem seine 2. Sinfonie. Und da habe ich wieder gedacht: Na ja, die hat ihre Momente, aber eigentlich finde ich es nicht doll. Das war genauso wie mit der ersten Sinfonie, die ich vor einigen Monaten hörte und die mich auch nicht vom Hocker riß. Dann gibts noch zwei weitere Sinfonien von Saint Saens, unnummerierte, die ich irgendwann mal gehört habe und mal wieder hören müßte.

Aber eigentlich ist es doch mein Eindruck: Saint Saens hat eigentlich nur die Orgelsinfonie geschrieben. Da zeigt er denn doch, daß er ein ganz guter Sinfoniker ist. Aber eigentlich fühlt er sich in der Gattung Sinfonie nicht wirklich zu Hause. Da hat er auch nicht von vorneherein den Anspruch, den man erwarten müßte ( wie lange hat Brahms an seiner ersten Sinfonie geschrieben!). Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, daß er Franzose ist.

Bei den Klavierkonzerten ist das wirklich anders. Das ist wirklich ein verdammt guter, vom 1. bis zum 5. Klavierkonzert beachtlicher Zyklus. In dieser Musikgattung fühlt sich Saint Saens wirklich zu Hause, da fällt er nie unter ein bestimmtes Niveau. Und so haben mir denn heute auch wieder das 4. und 5. Klavierkonzert sehr gut gefallen. Die ersten drei Klavierkonzerte gefallen mir sowieso. Das vierte ist aber wirklich ein richtiger Klassiker, mit unheimlich einprägsamen Melodien. Das fünfte ist nicht ganz so eingängig, aber besonders der langsame Satz ist sehr farbig.

Gruß Martin
AcomA (01.06.2006, 23:11):
hallo,

sicherlich ist das 2. konzert das populärste, es findet einen direkt-unkomplizierten weg zum hörenden. da gibt es einige legendäre interpretationen, quasi die präsentation als 'schlachtross'! ein lieblingskonzert des arthur rubinstein. wunderbar pianistisch ausgespielt auch durch den emil gilels der 50er jahre, francois-rene duchable und im WDR vor vielen jahren aufgezeichnet: andre watts ! :down

http://www.aaregistry.com/eimage/AndreWatts(ClassicPiano).gif

was dieser andre watts dort abbrennt ist sensationell, die pure entfaltung von sturm und drang. ich habe festgestellt, dass es eine recht aktuelle einspielung des 2. konzertes mit watts bei Telarc gibt. die habe ich jedoch nicht gehört.

die hyperion-aufnahme der konzerte mit stephen hough ist sensationell stark. das bedeutet auch, dass man die anderen konzerte (also 1, 3-5) und einige werke f. klavier und orchester (z.b. africa) auch so präsentiert bekommt, dass sie gegenüber dem 2. nicht abfallen ! da ergibt sich genau der eindruck aller konzerte, wie ihn Martin beschrieb.

gruß, siamak :engel
Holger S. (02.06.2006, 08:12):
Original von martin
Aber eigentlich ist es doch mein Eindruck: Saint Saens hat eigentlich nur die Orgelsinfonie geschrieben. Da zeigt er denn doch, daß er ein ganz guter Sinfoniker ist. Aber eigentlich fühlt er sich in der Gattung Sinfonie nicht wirklich zu Hause. Da hat er auch nicht von vorneherein den Anspruch, den man erwarten müßte ( wie lange hat Brahms an seiner ersten Sinfonie geschrieben!). Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, daß er Franzose ist.

Hallo Martin!

Meine Meinung zum Thema Saint-Saens und die Sinfonie: Man sollte nicht außer Acht lassen, dass die ersten vier Sinfonien im Prinzip Jugendwerke sind. Saint-Saens hat nur seine Orgelsinfonie im reifen Alter komponiert, die A-Dur-Sinfonie mit 15 Jahren, die 2. (chronologisch vierte) mit 24 Jahren. Da finde ich es schon irgenwie logisch, dass diese Werke noch nicht der Höhepunkt seines Schaffens sind - obwohl mir auch die vier ersten Sinfonien allemal reizvoll erscheinen.

Bei den fünf Klavierkonzerten verhält es sich hingegen so, dass sich Saint-Saens dieser Gattung fast über sein ganzes Leben verteilt gewidmet hat. Das erste ist von 1858 (als er schon drei Sinfonien komponiert hatte), das letzte von 1896. Daher wundert mich das höhere Niveau dieser Werke im Vergleich zu seinen Sinfonien (als Gesamtheit betrachtet) nicht sonderlich. Ich habe die Gesamtaufnahme mit Collard. Damit bin ich eigentlich recht zufrieden, andererseits kenne ich keine anderen Aufnahmen und kann somit keine Vergleiche ziehen.

Nubars Aussage über Saint-Saens' kompositorische Qualität würde ich jedenfalls nicht zustimmen. Ich halte ihn wie Martin schon für einen ausgezeichneten Komponisten, kenne seine Violin-, Klavier-, Cellokonzerte, Sinfonien, auch Kammermusik. Mit Brahms oder Bruckner würde ich ihn nicht ohne weiteres vergleichen. Offensichtlich hatte Saint-Saens andere Intentionen und kompositorische Zielsetzungen als diese.

Viele Grüße
Holger
Rachmaninov (02.06.2006, 19:14):
Hallo,

die bereits hier öfters genannte Aufnahme von S. Hough besitze ich ebenfalls und kann mich den hier gemachten positiven Äußerungen nur anschließen. Eine recht gelungene Aufnahme, die man bei der Suche nach einer Gesamaufnahme sicherlich mit in Betrahct ziehen muss. :engel
Rachmaninov (03.06.2006, 08:19):
Original von AcomA
hallo,

sicherlich ist das 2. konzert das populärste, es findet einen direkt-unkomplizierten weg zum hörenden. da gibt es einige legendäre interpretationen, quasi die präsentation als 'schlachtross'! ein lieblingskonzert des arthur rubinstein. wunderbar pianistisch ausgespielt auch durch den emil gilels der 50er jahre

Von A. Rubinstein besitze ich eine Aufnahme des 2. Klavierkonzerts und hatte ihn einmal in hohem Alter damit im TV gesehen in einer Aufzeichnung.

Beides hat mir richtig gut gefallen :D



Die Aufnahme mit E. Gilels besitze ich auch, muß aber gestehen sie bisher gar nicht gehört zu haben. Wohl ein Fehler. Werde ich bald nachholen :beer
Cosima (03.06.2006, 10:51):
Original von Rachmaninov
Eine recht gelungene Aufnahme, die man bei der Suche nach einer Gesamaufnahme sicherlich mit in Betrahct ziehen muss. :engel

Lieber Richard,

ich meine, dass Du hier maßlos untertreibst. Die Aufnahmen sind doch großartig!

Ich besitze aber auch noch Einzelaufnahmen mit Entremont, Richter, Duchable und Gilels. Bei Gelegenheit werde ich etwas dazu schreiben. Die Richter-Aufnahme wurde schon - zu Recht - lobend erwähnt.

Gruß, Cosima :)
Engelbert (29.06.2006, 07:28):
Es wundert mich nun wirklich, was sich da im Laufe der Zeit an Interpretationen der Klavierkonzerte von Camille alles an Einzel- und Gesamtaufnahmen angesammelt hat. Für jeden französischen Pianisten scheint es eine Herzensangelegenheit zu sein, diese Werke einzuspielen.

Ich höre seine Klavierwerke am liebsten am Sonntag-Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und orientiere mich an den Einspielungen unter Philippe Entremont.

Als Komponisten schätze ich ihn auch nicht sehr hoch ein. Er hängt zwischen Klassizismus und Romantik herum, war musikgeschichtlich gesehen weder Vollender noch Erneuerer, sondern lediglich fleißig.

Seine schönsten Einfälle hat er über die Oper "Samson und Dalila"
ausgestreut. Die Bacchanale sind geschickt orchestriert, aber
von der ersten bis zur letzten Note geklaut. Sie sind musikalisches
Erbe und im ganzen Orient - von Marokko bis Persien - bis zum Nachsummen bekannt.

Saint-Saens und Debussy - mochten die sich eigentlich?

Gruß
Engelbert
:engel
Ganong (31.03.2007, 13:43):
Zu den bisherigen Beiträgen :

1.
Stephen Hough sein ein "romnatischer" Pianist . Man mag darunter verstehen was man will , aber Hough ist in allen seinen mir bekannten Aufnahmen , am extremsten bei seinem Schubert geradezu der perkussiv vorwärtstreibende , unangemessen hart anschlagende und mit gleichbleibender minimalistischer Klangdiffrenzierung ;

3.


Aldo Ciccoloninis Interpretationen sind einzigartig kultiviert ; technisch - pianistsich auf höchstem Niveau ;

1 B. ) Hough II . Endlich räumt ein Autor , hier "ZELENKA" mit dem Vorurteil auf , Stephen Hough sei eine "riomantischer" Pianist . Hough ist , besonders bei seiener Schubertsicher , geradezu der anti - "romantische" Interpret der a ktuellen Garde der durch sein Hauslabel gepushte Interpret .

4. Auch der vor zehn Jahren so hochlobte Tastenvirtuose Collard erschreckt uns geredezu durch die fast unnatürliche Härte seinees wie immer schnellen Spielens . Nicht durch einen Differenzierten Klang und das erfassen grosser Bögen .
Wie dies bei Camille Sain - Saens Klavierkonzerten geht haben zwei Pianisten vorgemacht , die von ihrer Herkunft , pianistischen Ausbildung und Alter kaum unterschiedlicher sein könnten :

a. Arthur Rubinstein u n d

b. die junge Anna Malikova ( GA ) überzeugen durch subtilstes Spiel , wenn es sein muss notengetexttreu mit packendem Zugriff und einer Klangfaerbung , die in der Aufnahme - Geschiuchte der Klavierkonzerte ihresgleichen sucht . Lediglich
Aldo Ciccolini gehört in diesen wahrhaft erlauchten Kreis grösster Pianistik .

Grüsse ,

FRank
Cosima (06.12.2007, 16:27):
Ich möchte auf die relativ neue Aufnahme der Konzerte 2 und 5 mit Jean-Yves Thibaudet hinweisen. Frischer, virtuoser, charmanter und spritziger habe ich diese Konzerte noch nie gehört! Neben seiner „Aria“-CD eine CD, die mich absolut begeistert hat!

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51SNZi-cmTL._AA240_.jpg

Gruß, Cosima
Jeremias (06.12.2007, 16:32):
Ich habe in die Aufnahme neulich reingehört und sie hat mich irgendwie nicht überzeugt. Irgendwas fehlt ihm, es ist alles so unspontan.... ich höre beim 5. Konzert am liebsten Richter in der alten Kondrashin-Einspielung :down
Zelenka (06.12.2007, 16:39):
Original von Jeremias
Ich habe in die Aufnahme neulich reingehört und sie hat mich irgendwie nicht überzeugt. Irgendwas fehlt ihm, es ist alles so unspontan.... ich höre beim 5. Konzert am liebsten Richter in der alten Kondrashin-Einspielung :down

Vielleicht reicht hier ein bloßes Reinhören nicht. Unspontan kommen mit Thibaudet und Dutoit nun wirklich nicht vor (allerdings werden sie ein wenig vorher geprobt haben ...). Dies ist eine ganz großartige CD!

Gruß, Zelenka