Chopin - Die Preludes

Tangua (19.08.2006, 12:56):
Hallo,
ich habe heute Nacht Friedrich Gulda mit einigen Preludes im BR 3 gesehen und dabei festgestellt, dass mich diese Kompositionen doch sehr interessieren.
Ich besitze "nur" eine Einspielung von Idil Biret auf Naxos, zu der es möglicherweise noch bessere Alternativen gibt.
Wer würde mir wozu raten?
ab (19.08.2006, 14:13):
Alles nicht mein Geschmack aber dennoch:

Legendär ist zu Recht die Pollini Aufnahme:


Ich höre gelegentlich gerne folgende von Moura Lympany, die auch grandiosen die Rach. Préludes vorgelegt hat:
Jeremias (19.08.2006, 18:03):
Bei den preludes empfehle ich ansonsten Sokolov oder Pogorelich. Auch beides ebenfalls Klassiker!
Rachmaninov (19.08.2006, 19:19):
Oft höre ich die Preludes nichtm aber wenn dann greife ich auch sehr geren zur live Aufnahme mit G. SOkolov aus Paris 1990.
fohlenfanatiker (19.08.2006, 22:06):
Für viele Klassikfans gilt diese hier als eine Referenzaufnahme. Ich find sie auch sehr gelungen. Sie enthält aber eben nur die Präludien und nichts anderes und ist wie alles von Pogorelich immer noch recht teuer.

http://images.amazon.com/images/P/B000001GC8.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1133542885_.jpg


Als ebenfalls hervorragend gilt noch diese, die ich aber leider (noch) nicht besitze

http://images.amazon.com/images/P/B000060O5B.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1133499869_.jpg
Jeremias (19.08.2006, 22:22):
Stimmt, Martha ist auf jeden Fall noch zu nennen! Sehr energisch und packend, v.a. Nr.16 und 24. Und bei dem preis kann man auch nichts sagen!
Zelenka (20.08.2006, 09:44):
Meine Favoriten: Cortot, Martha und Sokolov!

Gruß,

Zelenka
ab (20.08.2006, 11:56):
Original von Jeremias
Stimmt, Martha ist auf jeden Fall noch zu nennen!

Ich meine mich zu erinnern, dass das "eigentliche" Debut-Album nach dem Chopin-Wettbewerb bei EMI aufgenommen worden ist, dass dann wegen des Vertrags mit der DG erst vor eher kurzer Zeit erstmalig veröffentlicht worden ist. Dieser, so die Rezensionen, sei wesentlich besser.
AcomA (21.08.2006, 19:56):
hallo,

mein topscorer ist pogorelichs aufnahme von 1989.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5058233.jpg

ivo pogorelichs spiel zeichnet sich durch folgende eigenschaften aus:

große dynamische bandbreite, sonorer klang, ausgefeiltes non-legato-spiel, starke linke hand, ausgeprägtes rhythmisches feeling, der drang zum exzentrischen mit zunehmendem lebensalter.

diese fähigkeiten kommen gerade bei einem zyklus wie den preludes entgegen. diese aufnahme steht pianistisch extrem oberhalb des guten, so dass man das kaum richtig formulieren kann. natürlich gibt es einige super-aufnahmen dieses werkes: a. rubinstein, c. arrau, m. argerich und m. pollini. aber pogorelich sprengt den rahmen. es gibt zum beispiel rubati in rubati. verzögerungen von bruchteilen einer sekunde in einer übergeordneten gesamtverzögerung, wie ich sie vielleicht noch von pletnev kenne. die arabesken werden bis ins ppp abgestuft.

zum beispiel das prelude nr. 12 gis-moll: ich hörte es zum erstenmal als jugendlicher als erkennungsstück für eine damalige jugend-kriniserie im fernsehen, 'das haus der krokodile'. es geht eine beispielhafte bedrohung von diesem stück aus. entweder wird es mit betonung der linien gespielt wie bei arrau, dann ist es aber kein presto, wie vorgeschrieben. argerich z.b. macht es presto, aber die linien sind nicht mehr gut kenntlich. bei pogorelich ist alles vorhanden, das presto, die linien und die bedrohung. und so könnte man für jedes prelude fortfahren...

gruß, siamak :engel
Ganong (26.08.2006, 16:41):
Lieber Günter ,

ich stimme Dir und dem langjährigen Manager von Ivo Pogorelich , Michel Glotz ( Paris ; "La Note bleue .Une vie pour la musique" ;Lattès ,Paris ; 2002 ) ohne jeden Abstrich zu , dass es sich hierbei um eine der aussergewöhnlichsten Aufnahmen nicht nur der"Préludes" handelt .

Eine der wichtigsten Einspielungen der DGG überhaupt , wie ich früher geschrieben und begründet habe .

Martha Argerich folgt dann mit einem gewissen Abstand wie Jorge Bolet in seinem New Yorker Recital .

Viele Grüsse ,
Frank
Ganong (26.08.2006, 16:47):
Lieber ab ,

genauso war es. Und allen Versuchen der DGG die Fakten zu verkehren. Das Debut-Recital erfolgte bei der guten alten Dame EMI . Argerich war bei diesen Studioproduktionen viel spontaner . Ihre Mazurken gehören zu dem besten , das sie je aufgenommen hat . Die h-Moll-Sonate von Chopin ist mit einem Feuer und doch einer typisch Chopinschen Intimität gespielt , dass man sich nicht nur damals fragen musste: Wie mag diese Karriere wohl weitergehen ( können ) ? Das "Largo" ist dann eine nochmalige interpretatorische Steigerung und wischt alle Zweifler beiseite,die Senora Argerich noch heute ihre enorme Fähigkeit bestreiten , langsame Sätze aussergewöhnlich spielen zu können. So auch in Chopins b-Moll-Sonate mit dem ja nicht unproblematischen "Trauermarsch" . Ganz grosses Klavierspiel ! Chapeau , Madame !

Frank
nikolaus (27.08.2006, 13:19):
Das "Largo" ist dann eine nochmalige interpretatorische Steigerung und wischt alle Zweifler beiseite,die Senora Argerich noch heute ihre enorme Fähigkeit bestreiten , langsame Sätze aussergewöhnlich spielen zu können.

Ja, sie wird immer festgelegt auf Energie und Schnelligkeit, und die oft wunderschönen langsamen Sätze der Klavierkonzerte, die sie spielt, werden oft vergessen!

Nikolaus.
Anna-Marie (08.09.2006, 11:11):
Hallo,
mir ist Maurizio Pollini in erster Linie als begnadeter Anwalt moderner Komponisten bekannt geworden, seine Préludes würde ich auch in die Riege der besten Chopin-Einspielungen stellen, genauso wie seine Nocturnes, Études, Polonaisen und das 1. Klavierkonzert aus den 60ern.
LG,
Anna-Marie
AcomA (08.09.2006, 18:22):
herzlich willkommmen in diesem forum. ja, pollinis einspielung der preludes gehört auch IMO in die höchste kategorie. mit dieser aufnahme hatte ich als schüler diesen zyklus kennengelernt.

gruß, siamak :)
Ganong (05.10.2006, 18:00):
Liebe Mitglieder des Forums ,

können wir Chopins "Préludes" als das seiner Werke ansehen , anhören , das man in erster Linie und am meisten unter seiner Maxime vom Soublesse avant ! ( Geschmeidigkeit vor allem ! ) musikästhetisch und interpretationsgeschichtlich analysieren sollte .

Vlado Perlemuter ( BBC Legends ; Live London ; 6. Juli 1972 ) , eine äusserst feinsinniger Pianist hat dies in dieser Aufnahme , die äusserst hörenswert ist , getan .

Überhaupt wird man Vlado Perlemuter unter der Maxime Chopins heraus zu dessen grössten Interpreten zählen müssen , wie dies auch die iNterpreattion der h - Moll - Sonate beweist !

Grüsse ,

Frank
ab (10.10.2006, 09:12):
Zu Cortos habe ich gerade hier eine Rezension gefunden, nämlich von Konzertaufnahmen, die bei naxos behutsam restauriert worden sein sollen.
Rachmaninov (14.03.2007, 19:04):
Original von AcomA
hallo,

mein topscorer ist pogorelichs aufnahme von 1989.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5058233.jpg

ivo pogorelichs spiel zeichnet sich durch folgende eigenschaften aus:

große dynamische bandbreite, sonorer klang, ausgefeiltes non-legato-spiel, starke linke hand, ausgeprägtes rhythmisches feeling, der drang zum exzentrischen mit zunehmendem lebensalter.

diese fähigkeiten kommen gerade bei einem zyklus wie den preludes entgegen. diese aufnahe steht pianistisch extrem oberhalb des guten, so dass man das kaum richtig formulieren kann. natürlich gibt es einige super-aufnahmen dieses werkes: a. rubinstein, c. arrau, m. argerich und m. pollini. aber pogorelich sprengt den rahmen. es gibt zum beispiel rubati in rubati. verzögerungen von bruchteilen einer sekunde in einer übergeordneten gesamtverzögerung, wie ich sie vielleicht noch von pletnev kenne. die arabesken werden bis ins ppp abgestuft.
l

@Siamak, @Frank,

es hat lange gedauert aber nun besitze ich auch seit heute diese Aufnahme, nachdem auch Walter davon geschwärmt hatte, endlich!

Euren Worten muß man kaum etwas hinzufügen!
Es handelt sich in der Tat um eine der ganz großen Aufnahmen der Klaviermusik.

Pogorelich als Genius! :engel

R
Jeremias (15.03.2007, 08:00):
Ich hörte ihn sogar einmal live mit dem Zyklus, das ist jetzt 9 Jahre her. Damals war es der CD sehr ähnlich. Mich würde einmal interessieren, was er heute aus den Preludes macht...
Rachmaninov (15.03.2007, 09:08):
Original von Jeremias
Ich hörte ihn sogar einmal live mit dem Zyklus, das ist jetzt 9 Jahre her. Damals war es der CD sehr ähnlich. Mich würde einmal interessieren, was er heute aus den Preludes macht...

@Jeremias,

sofern er denn auftreten SOLLTE kann ich mir nicht vorstellen, dass er derzeit eine derartige Leistung erbringen würde.
Wünschen würde ich es mir! Sicherlich war er ein Genius aber so wie es scheint mag ja selbst bei der DG keiner eine neue Aufnahme mit ihm veröffentlichen, oder er selber mag nicht.
Ganong (08.04.2007, 19:04):
Sehr empfehlenswert Anna Malikova !

Einsame Spitze bleibt aber Ivo Pogorelich ( DGG ) .

Frank
ab (04.07.2007, 11:44):
Heute las ich hier von eine sehr gelobten Neu- und Debut-Aufnahme, nämlich durch Jean-Francois Latour. Wer hörte bereits diesen Piansiten im Konzert, wer diese Aufnahme?

http://magazin.klassik.com/records/covers/10696_400x400.jpg
Rachmaninov (26.11.2007, 16:15):
Chopin-Freunde,

ich muss sagen, daß ich nach einigen Hörsitzungen sehr beeindruckt bin von R. Blechacz Debut Einspielung bei der DG.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6978086.jpg

Man höre einfach mal die tiefen melancholischen Züge wie in #2, #4, #6.
Das geht wirklich unter die Haut. Klasse

Und dann dieses leichte, brilliante und vor allem durchdachte Spiel, mit Schwung und Spielfreude wir z.B. #3.

Sein ganzen Spiel klingt einfach so fließend, frei, leicht! Aber dennoch tief durchdacht :down

Man höre einmal #1. Einfach wunderschön, Schmelz, fast schon gesanglich wirkt das und dann Spannung und Brillianz bei #12.

Kurz: Anhören!!!
Tangua (19.08.2006, 12:56):
Hallo,
ich habe heute Nacht Friedrich Gulda mit einigen Preludes im BR 3 gesehen und dabei festgestellt, dass mich diese Kompositionen doch sehr interessieren.
Ich besitze "nur" eine Einspielung von Idil Biret auf Naxos, zu der es möglicherweise noch bessere Alternativen gibt.
Wer würde mir wozu raten?
ab (19.08.2006, 14:13):
Alles nicht mein Geschmack aber dennoch:

Legendär ist zu Recht die Pollini Aufnahme:


Ich höre gelegentlich gerne folgende von Moura Lympany, die auch grandiosen die Rach. Préludes vorgelegt hat:
Jeremias (19.08.2006, 18:03):
Bei den preludes empfehle ich ansonsten Sokolov oder Pogorelich. Auch beides ebenfalls Klassiker!
Rachmaninov (19.08.2006, 19:19):
Oft höre ich die Preludes nichtm aber wenn dann greife ich auch sehr geren zur live Aufnahme mit G. SOkolov aus Paris 1990.
fohlenfanatiker (19.08.2006, 22:06):
Für viele Klassikfans gilt diese hier als eine Referenzaufnahme. Ich find sie auch sehr gelungen. Sie enthält aber eben nur die Präludien und nichts anderes und ist wie alles von Pogorelich immer noch recht teuer.

http://images.amazon.com/images/P/B000001GC8.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1133542885_.jpg


Als ebenfalls hervorragend gilt noch diese, die ich aber leider (noch) nicht besitze

http://images.amazon.com/images/P/B000060O5B.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1133499869_.jpg
Jeremias (19.08.2006, 22:22):
Stimmt, Martha ist auf jeden Fall noch zu nennen! Sehr energisch und packend, v.a. Nr.16 und 24. Und bei dem preis kann man auch nichts sagen!
Zelenka (20.08.2006, 09:44):
Meine Favoriten: Cortot, Martha und Sokolov!

Gruß,

Zelenka
ab (20.08.2006, 11:56):
Original von Jeremias
Stimmt, Martha ist auf jeden Fall noch zu nennen!

Ich meine mich zu erinnern, dass das "eigentliche" Debut-Album nach dem Chopin-Wettbewerb bei EMI aufgenommen worden ist, dass dann wegen des Vertrags mit der DG erst vor eher kurzer Zeit erstmalig veröffentlicht worden ist. Dieser, so die Rezensionen, sei wesentlich besser.
AcomA (21.08.2006, 19:56):
hallo,

mein topscorer ist pogorelichs aufnahme von 1989.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5058233.jpg

ivo pogorelichs spiel zeichnet sich durch folgende eigenschaften aus:

große dynamische bandbreite, sonorer klang, ausgefeiltes non-legato-spiel, starke linke hand, ausgeprägtes rhythmisches feeling, der drang zum exzentrischen mit zunehmendem lebensalter.

diese fähigkeiten kommen gerade bei einem zyklus wie den preludes entgegen. diese aufnahme steht pianistisch extrem oberhalb des guten, so dass man das kaum richtig formulieren kann. natürlich gibt es einige super-aufnahmen dieses werkes: a. rubinstein, c. arrau, m. argerich und m. pollini. aber pogorelich sprengt den rahmen. es gibt zum beispiel rubati in rubati. verzögerungen von bruchteilen einer sekunde in einer übergeordneten gesamtverzögerung, wie ich sie vielleicht noch von pletnev kenne. die arabesken werden bis ins ppp abgestuft.

zum beispiel das prelude nr. 12 gis-moll: ich hörte es zum erstenmal als jugendlicher als erkennungsstück für eine damalige jugend-kriniserie im fernsehen, 'das haus der krokodile'. es geht eine beispielhafte bedrohung von diesem stück aus. entweder wird es mit betonung der linien gespielt wie bei arrau, dann ist es aber kein presto, wie vorgeschrieben. argerich z.b. macht es presto, aber die linien sind nicht mehr gut kenntlich. bei pogorelich ist alles vorhanden, das presto, die linien und die bedrohung. und so könnte man für jedes prelude fortfahren...

gruß, siamak :engel
Ganong (26.08.2006, 16:41):
Lieber Günter ,

ich stimme Dir und dem langjährigen Manager von Ivo Pogorelich , Michel Glotz ( Paris ; "La Note bleue .Une vie pour la musique" ;Lattès ,Paris ; 2002 ) ohne jeden Abstrich zu , dass es sich hierbei um eine der aussergewöhnlichsten Aufnahmen nicht nur der"Préludes" handelt .

Eine der wichtigsten Einspielungen der DGG überhaupt , wie ich früher geschrieben und begründet habe .

Martha Argerich folgt dann mit einem gewissen Abstand wie Jorge Bolet in seinem New Yorker Recital .

Viele Grüsse ,
Frank
Ganong (26.08.2006, 16:47):
Lieber ab ,

genauso war es. Und allen Versuchen der DGG die Fakten zu verkehren. Das Debut-Recital erfolgte bei der guten alten Dame EMI . Argerich war bei diesen Studioproduktionen viel spontaner . Ihre Mazurken gehören zu dem besten , das sie je aufgenommen hat . Die h-Moll-Sonate von Chopin ist mit einem Feuer und doch einer typisch Chopinschen Intimität gespielt , dass man sich nicht nur damals fragen musste: Wie mag diese Karriere wohl weitergehen ( können ) ? Das "Largo" ist dann eine nochmalige interpretatorische Steigerung und wischt alle Zweifler beiseite,die Senora Argerich noch heute ihre enorme Fähigkeit bestreiten , langsame Sätze aussergewöhnlich spielen zu können. So auch in Chopins b-Moll-Sonate mit dem ja nicht unproblematischen "Trauermarsch" . Ganz grosses Klavierspiel ! Chapeau , Madame !

Frank
nikolaus (27.08.2006, 13:19):
Das "Largo" ist dann eine nochmalige interpretatorische Steigerung und wischt alle Zweifler beiseite,die Senora Argerich noch heute ihre enorme Fähigkeit bestreiten , langsame Sätze aussergewöhnlich spielen zu können.

Ja, sie wird immer festgelegt auf Energie und Schnelligkeit, und die oft wunderschönen langsamen Sätze der Klavierkonzerte, die sie spielt, werden oft vergessen!

Nikolaus.
Anna-Marie (08.09.2006, 11:11):
Hallo,
mir ist Maurizio Pollini in erster Linie als begnadeter Anwalt moderner Komponisten bekannt geworden, seine Préludes würde ich auch in die Riege der besten Chopin-Einspielungen stellen, genauso wie seine Nocturnes, Études, Polonaisen und das 1. Klavierkonzert aus den 60ern.
LG,
Anna-Marie
AcomA (08.09.2006, 18:22):
herzlich willkommmen in diesem forum. ja, pollinis einspielung der preludes gehört auch IMO in die höchste kategorie. mit dieser aufnahme hatte ich als schüler diesen zyklus kennengelernt.

gruß, siamak :)
Ganong (05.10.2006, 18:00):
Liebe Mitglieder des Forums ,

können wir Chopins "Préludes" als das seiner Werke ansehen , anhören , das man in erster Linie und am meisten unter seiner Maxime vom Soublesse avant ! ( Geschmeidigkeit vor allem ! ) musikästhetisch und interpretationsgeschichtlich analysieren sollte .

Vlado Perlemuter ( BBC Legends ; Live London ; 6. Juli 1972 ) , eine äusserst feinsinniger Pianist hat dies in dieser Aufnahme , die äusserst hörenswert ist , getan .

Überhaupt wird man Vlado Perlemuter unter der Maxime Chopins heraus zu dessen grössten Interpreten zählen müssen , wie dies auch die iNterpreattion der h - Moll - Sonate beweist !

Grüsse ,

Frank
ab (10.10.2006, 09:12):
Zu Cortos habe ich gerade hier eine Rezension gefunden, nämlich von Konzertaufnahmen, die bei naxos behutsam restauriert worden sein sollen.
Rachmaninov (14.03.2007, 19:04):
Original von AcomA
hallo,

mein topscorer ist pogorelichs aufnahme von 1989.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5058233.jpg

ivo pogorelichs spiel zeichnet sich durch folgende eigenschaften aus:

große dynamische bandbreite, sonorer klang, ausgefeiltes non-legato-spiel, starke linke hand, ausgeprägtes rhythmisches feeling, der drang zum exzentrischen mit zunehmendem lebensalter.

diese fähigkeiten kommen gerade bei einem zyklus wie den preludes entgegen. diese aufnahe steht pianistisch extrem oberhalb des guten, so dass man das kaum richtig formulieren kann. natürlich gibt es einige super-aufnahmen dieses werkes: a. rubinstein, c. arrau, m. argerich und m. pollini. aber pogorelich sprengt den rahmen. es gibt zum beispiel rubati in rubati. verzögerungen von bruchteilen einer sekunde in einer übergeordneten gesamtverzögerung, wie ich sie vielleicht noch von pletnev kenne. die arabesken werden bis ins ppp abgestuft.
l

@Siamak, @Frank,

es hat lange gedauert aber nun besitze ich auch seit heute diese Aufnahme, nachdem auch Walter davon geschwärmt hatte, endlich!

Euren Worten muß man kaum etwas hinzufügen!
Es handelt sich in der Tat um eine der ganz großen Aufnahmen der Klaviermusik.

Pogorelich als Genius! :engel

R
Jeremias (15.03.2007, 08:00):
Ich hörte ihn sogar einmal live mit dem Zyklus, das ist jetzt 9 Jahre her. Damals war es der CD sehr ähnlich. Mich würde einmal interessieren, was er heute aus den Preludes macht...
Rachmaninov (15.03.2007, 09:08):
Original von Jeremias
Ich hörte ihn sogar einmal live mit dem Zyklus, das ist jetzt 9 Jahre her. Damals war es der CD sehr ähnlich. Mich würde einmal interessieren, was er heute aus den Preludes macht...

@Jeremias,

sofern er denn auftreten SOLLTE kann ich mir nicht vorstellen, dass er derzeit eine derartige Leistung erbringen würde.
Wünschen würde ich es mir! Sicherlich war er ein Genius aber so wie es scheint mag ja selbst bei der DG keiner eine neue Aufnahme mit ihm veröffentlichen, oder er selber mag nicht.
Ganong (08.04.2007, 19:04):
Sehr empfehlenswert Anna Malikova !

Einsame Spitze bleibt aber Ivo Pogorelich ( DGG ) .

Frank
ab (04.07.2007, 11:44):
Heute las ich hier von eine sehr gelobten Neu- und Debut-Aufnahme, nämlich durch Jean-Francois Latour. Wer hörte bereits diesen Piansiten im Konzert, wer diese Aufnahme?

http://magazin.klassik.com/records/covers/10696_400x400.jpg
Rachmaninov (26.11.2007, 16:15):
Chopin-Freunde,

ich muss sagen, daß ich nach einigen Hörsitzungen sehr beeindruckt bin von R. Blechacz Debut Einspielung bei der DG.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6978086.jpg

Man höre einfach mal die tiefen melancholischen Züge wie in #2, #4, #6.
Das geht wirklich unter die Haut. Klasse

Und dann dieses leichte, brilliante und vor allem durchdachte Spiel, mit Schwung und Spielfreude wir z.B. #3.

Sein ganzen Spiel klingt einfach so fließend, frei, leicht! Aber dennoch tief durchdacht :down

Man höre einmal #1. Einfach wunderschön, Schmelz, fast schon gesanglich wirkt das und dann Spannung und Brillianz bei #12.

Kurz: Anhören!!!
Absolut (04.03.2008, 11:43):
Hallo zusammen,

nachdem es in diesem Thread erst einmal ausschließlich um Interpretationsvergleich gegangen ist, bin ich mir nicht sicher, ob es zulässig ist, der Diskussion eine völlig andere Wendung zu geben. Da mich diese Stücke aber seit Weihnachten nicht mehr loslassen und ich mich inzwischen auch ein wenig mit dem Notentext selbst auseinandergesetzt habe, möchte ich es doch wagen, über die Komposition als solche zu sprechen.

Mich persönlich hat als erstes die Knappheit der einzelnen Preludes beeindruckt sowie die Tatsache, daß in jedem Stück eine Idee, ein Gedanke komponiert und exemplarisch auf den Punkt gebracht wird. Damit steht Chopin natürlich in der Tradition des romantischen Charakterstücks, aber dennoch ist die geradezu lakonische Kürze mancher Stücke (man denke etwa an das Prelude Nr.7 in A-Dur) sowohl in seinem eigenen Werk als auch in seiner Zeit etwas Singuläres und zutiefst Beeindruckendes. Auffallend ist zudem die große emotionale Bandbreite, die von zartester Lyrik bis zum wildesten Gefühlausbruch reicht.

Mich würde (als ein erster Versuch, tiefer in diese Musik einzusteigen) interessieren, welche der Preludes Euch besonders gut gefallen habenund welche Ihr schwerer zugänglich oder auch vollkommen unverständlich findet, und vor allem interessiert mich dabei das Warum. Denn, wie Carl Dahlhaus einmal in seiner unverwechselbaren Art dargelegt hat, Geschmack ist mitnichten etwas, worüber sich nicht streiten läßt, sondern hat durchaus seine rationalen Wurzeln, die sich dann wiederum in Begriffe fassen und diskutieren lassen.

Ein weiterer Ansatz für eine Diskussion wäre die Frage, ob die Preludes als Zyklus konzipiert sind in dem Sinne, daß die einzelnen Stücke tonartlich wie emotional aufeinander bezogen sind oder ob es sich um eine Sammlung von Einzelstücken handelt.

Ich hoffe, jetzt niemanden abgeschreckt zu haben, und freue mich auf Eure Antworten.

Gruß Absolut
Tranquillo (04.03.2008, 16:24):
Original von Absolut
Mich würde (als ein erster Versuch, tiefer in diese Musik einzusteigen) interessieren, welche der Preludes Euch besonders gut gefallen habenund welche Ihr schwerer zugänglich oder auch vollkommen unverständlich findet, und vor allem interessiert mich dabei das Warum. Denn, wie Carl Dahlhaus einmal in seiner unverwechselbaren Art dargelegt hat, Geschmack ist mitnichten etwas, worüber sich nicht streiten läßt, sondern hat durchaus seine rationalen Wurzeln, die sich dann wiederum in Begriffe fassen und diskutieren lassen.

Hallo Absolut,

mag sein, aber letztlich ist eine Auswahl immer subjektiv, auch wenn man sie mehr oder weniger gut begründen kann. Klaviermusik und Chopin ist nicht mein Schwerpunkt, aber ich fange einfach mal an, weil ich es spannend und wichtig finde, über die Musik selbst etwas zu sagen und nicht nur Interpretationen zu vergleichen.

Besonders gut gefallen mir:

- Nr. 6 wegen der ausdrucksvollen kantablen Melodie im Bass (klingt fast wie ein Cello)
- Nr. 13 wegen der quasi-ostinaten Figur in der linken Hand
- Nr. 15 wegen der Tonwiederholungen als Motiv, die sich auch durch den Mittelteil ziehen, trotz ganz anderer Stimmung

Weniger gut gefallen mir die Stücke, wo das Spieltechnisch-Etüdenhafte im Vordergrund steht - das ist meiner Meinung nach eher Musik für den Spieler als für den Hörer. Weniger gut gefallen mir auch die kurzen Stücke - bevor man sich als Hörer richtig hineingefunden hat, sind sie schon vorbei. Nr. 7 ist da ein besonders gutes Beispiel. Ich habe bei diesem Stück immer den Eindruck, es müsse eigentlich noch etwas folgen...

Ein weiterer Ansatz für eine Diskussion wäre die Frage, ob die Preludes als Zyklus konzipiert sind in dem Sinne, daß die einzelnen Stücke tonartlich wie emotional aufeinander bezogen sind oder ob es sich um eine Sammlung von Einzelstücken handelt.

Ich empfinde sie eindeutig als Sammlung von Einzelstücken, die nur über die Anordnung der Tonarten (Mollparallele, Quintenzirkel) im Zusammenhang stehen. Einen Zusammenhang oder eine "grosse Linie" über die Einzelstücke hinaus vermag ich nicht zu erkennen.

Viele Grüsse
Andreas
Absolut (05.03.2008, 17:21):
Hallo Andreas,

danke für Deine rasche Antwort. Ich war mir gar nicht so sicher, ob dieser Faden überhaupt noch "lebt". :D

Zur Zyklusfrage: Eigentlich sind es gerade die "zu kurzen" Stücke, die mich in diese Richtung denken lassen, weil ich mir kaum vorstellen kann, daß sie als Einzelstücke konzipiert sind und bestehen können, neben Nr.7 v.a. Nr.10 und Nr.20. Dann empfinde ich die Nr.2 ebenso wie Nr.7 als ausgesprochen "überleitend", auch haben manche Stücke direkte Anknüpfungen an das Vorangehende, so etwa Nr.4 und Nr.5, in denen der Schluß- oder Zentralton des vorangehenden Stückes aufgegriffen wird, oder verknüpfende Einleitungen, wie etwa Nr.16.
Rein vom Hören her empfinde ich die Nummern 1-8 als sehr geschlossen, danach hat man eher den Eindruck von Zweier-Gruppen, die als Gegensatzpaare fungieren, auch werden die einzelnen Nummern tendenziell länger (mit Ausnahme vielleicht von Nr.20) und damit selbständiger.

Ich persönlich habe beim Hören wie beim Lesen Probleme mit Nr.5 sowie mit Nr.21, die ich beide einfach noch nicht verstehe. Was die Etudenhaftigkeit mancher Nummern angeht, lohnt es sich, glaube ich, über die Herkunft des Begriffes Prelude (nämlich vom barocken Präludium) nachzudenken. Da lassen sich, glaube ich, Parallelen finden, die zum Verständnis mancher Preludes hilfreich sein können.

Gruß Absolut

PS: Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand mir computer-unbegabtem Neuling kurz erklären könnte, wie man eine Antwort mit Zitat erstellt. Bin da grandios gescheitert. ?(
Rachmaninov (05.03.2008, 17:25):
Original von Absolut
Hallo Andreas,

danke für Deine rasche Antwort. Ich war mir gar nicht so sicher, ob dieser Faden überhaupt noch "lebt". :D


Doch, doch.... sonst hilft auch Wiederbeleben!


PS: Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand mir computer-unbegabtem Neuling kurz erklären könnte, wie man eine Antwort mit Zitat erstellt. Bin da grandios gescheitert. ?(

Schau mal hier in den Mitgliederbereich.
Dort finden sich zahlreiche Erklärungen wie zu Deiner Frage!
Cosima (05.08.2008, 19:09):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EB26V6QRL._SL500_AA240_.jpg

Die läuft bei mir gerade, zum zweiten Mal heute. Sie ist m.E. richtig gut, sehr elegant und trotzdem leidenschaftlich ! Nunmehr meine vierte CD von Lugansky: Seinen Beethoven fand ich nicht ganz so gelungen, die Prokofiev-Scheibe schon besser. Seine Rachmaninov-Aufnahme mit den Études-Tableaux ist fantastisch, ebenso diese Chopin-Préludes! Er spielt auch mein Lieblings-Nocturne op. 27 Nr. 2 – sehr innig, ganz wunderschön!

Gruß, Cosima
Rachmaninov (05.08.2008, 19:16):
Original von Cosima
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EB26V6QRL._SL500_AA240_.jpg

Die läuft bei mir gerade, zum zweiten Mal heute. Sie ist m.E. richtig gut, sehr elegant und trotzdem leidenschaftlich ! Nunmehr meine vierte CD von Lugansky: Seinen Beethoven fand ich nicht ganz so gelungen, die Prokofiev-Scheibe schon besser. Seine Rachmaninov-Aufnahme mit den Études-Tableaux ist fantastisch, ebenso diese Chopin-Préludes! Er spielt auch mein Lieblings-Nocturne op. 27 Nr. 2 – sehr innig, ganz wunderschön!

Gruß, Cosima

Glaube Lugansky ist einer der wirklich nennenswerten jungen Pianisten.
Sein Beethoven ist auch richtig gut.
Sollte mal die Preludes hören!
Amadé (05.08.2008, 19:32):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41JRMGMSBHL._SL500_AA240_.jpg

Seine erste CD war m.E. eine gelungene CD mit sämtlichen Etüden (op.10, 25, 3 neue) von Chopin, die ich empfehlen kann.

Grüße Amadé
Heike (24.02.2010, 23:06):
Ich hab heute bunt gemischt nochmal verschiedene Prelude-Aufnahmen (teilweise) angehört, es ist einfach faszinierend, wie sich mitunter je nach Interpret in wenigen Minuten völlig verschiedene Welten auftun. Da wird manchmal sogar die Melodie woanders gesehen, die Betonung ist völlig neu und das Tempo variiert gespenstisch.

Was mir dabei so aufgefallen ist: Bei den Prelude - Einspielungen mag ich eigentlich fast nur die modernen Interpretationen anhören, irgendwie langweilen mich die alten bzw. mittelalten Aufnahmen fast alle. Aber Demidenko, Blecharcz, Pogorelich, Sokolov - das ist einfach zauberhaft, was die daraus machen, dieses expressive und ziemlich irre Wechselspiel zwischen ausgelassen-wild und lyrischem Gesang, das berührt mich ungeheuer.
Heike
AcomA (25.02.2010, 11:16):
liebe Heike,

es gibt auch spannende und eigentlich sehr moderne 'alte' einspielungen:

arthur rubinstein (50er jahre, rca) und stefan askenase (50er jahre, DG) !

gruß, siamak
AcomA (28.03.2010, 15:06):
hallo,

hochinteressant: chopins preludes mit firedrich gulda !!!

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947787242.jpg

die aufnahme ist aus ende der 50er jahre. phänomenal das rubato-spiel und die unabhängigkeit de linken hand.

sehr empfehlenswert für gulda-fans und diejenigen, die chopins prelude mit jedem schon gehört haben.

gruß, siamak
Amadé (28.03.2010, 18:58):
Hallo Acoma,

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947787242.jpg

ist die etwa identisch mit der RIAS-Aufnahme von 1959 veröffentlicht kürzlich bei audite?

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51l-iY3xGeL._SL500_AA300_.jpg


Gruß Amadé
AcomA (29.03.2010, 21:21):
lieber Amadé,

ich kenne die Audite-bo nicht.

gruß, siamak
AcomA (30.03.2010, 23:39):
lieber Amadé,

ich habe jetzt nachgeschaut. die preludes auf der neuen DG-CD sind live-aufnahmen aus graz und zürich 1957, also eine andere aufnahme.

LG, siamak
Amadé (31.03.2010, 15:10):
Lieber siamak,

ich habe inzwischen die Homepage der DGG konsultiert, da gibt man jedoch das Aufnahmejahr 1955 an. Die 4 Balladen wurden bereits in VOL II - Gulda der Serie "Great Pianists of the 20th Century veröffentlicht, es sind auch live-Aufnahmen (aus Triest 1955). In derselben DCD wie auch in der Neuausgabe der DGG findet sich auch die Aufnahme des 1. Chopin-Konzerts mit Sir Adrian, aber in einem mir sonst nirgends noch bekannten Arrangement von Mili Balakirev!! Ich bereite gerade eine neue WEb-Seite in www.klassik-prisma.de mit Chopins 1.Konzert vor, da werde ich mich dann genauer zu dieser Bearbeitung äußern.

Gruß Amadé
Armin70 (24.04.2010, 20:01):
Hallo,

da ich mich mit Klaviermusik nicht ganz so gut auskenne wie beispielsweise bei Orchestermusik frage ich mal so die Klavierexperten hier im Forum, welche neueren Aufnahmen von Chopins Preludes besonders zu empfehlen sind, weil ich mit dem Gedanken spiele, mir eine Aufnahme zuzulegen.

Im Internet las ich zwar schon, dass die Aufnahmen von z. B. Pollini, Pogorelich, Lugansky, Demidenko etc. viele positive Kritiken bekamen aber gibt es eine Aufnahme, die man jemanden wie mich, der dieses Werk kaum bis gar nicht kennt, unbedingt empfehlen würde ?

Im voraus schon mal besten Dank.

Gruß
Armin
Heike (24.04.2010, 20:07):
Mir gefallen am besten:
Demidenko, Sokolov, Pogorelich und Blecharz.
Jede Aufnahme ist völlig anders, eigentlich mag ich an den Preludes genau diesen Vergleich zwischen den Interpretationen besonders. Daher fällt es mir schwer, einen Favoriten zu nennen unter den 4 genannten - vielleicht doch Demidenko, weil er am radikalsten ist und das finde ich bei diesen Miniaturen ungeheuer spannend.
Heike
Armin70 (24.04.2010, 20:13):
Original von Heike
Mir gefallen am besten:
Demidenko, Sokolov, Pogorelich und Blecharz.
Jede Aufnahme ist völlig anders, eigentlich mag ich an den Preludes genau diesen Vergleich zwischen den Interpretationen besonders. Daher fällt es mir schwer, einen Favoriten zu nennen unter den 4 genannten - vielleicht doch Demidenko, weil er am radikalsten ist und das finde ich bei diesen Miniaturen ungeheuer spannend.
Heike

Danke für den Tipp. Dann werde ich mir mal Herrn Demidenkos Interpretation demnächst zulegen.
Amadé (24.04.2010, 21:51):
Nicht so hastig! Mir gefällt nach wie vor die geraffte und doch auch intensive Darstellung mit Martha Argerich, heute in dieser Kopplung preiswert zu erwerben:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41GZDMRKMAL._SL500_AA300_.jpg

Die Preludes sind so packend so interessant, dass es meist jedoch nicht bei einer Aufnahme bleibt !

Gruß Amadé
Armin70 (24.04.2010, 22:45):
Original von Amadé
Nicht so hastig! Mir gefällt nach wie vor die geraffte und doch auch intensive Darstellung mit Martha Argerich, heute in dieser Kopplung preiswert zu erwerben:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41GZDMRKMAL._SL500_AA300_.jpg

Die Preludes sind so packend so interessant, dass es meist jedoch nicht bei einer Aufnahme bleibt !

Gruß Amadé

Keine Sorge, noch habe ich nichts gekauft, bestellt oder downloaded. Ich werde mir sowieso vorher im Internet bzw. im CD-Geschäft einige Aufnahmen probeweise anhören, weil so hilfreich Tipps und Empfehlungen auch sind, letztlich zählt dann doch nur der persönliche Höreindruck.

Gruß
Armin
Wooster (24.04.2010, 22:47):
Ich habe diese Stücke mit Argerich kennengelernt und das war lange Zeit auch meine einzige Aufnahme. Jedenfalls hörenswert und ich kann auch keine andere ausdrücklich empfehlen. Aber sie ist stellenweise wirklich wahnsinnig schnell unterwegs und es mag durchaus poetischere Lesarten geben. Den Sokolov habe ich noch nicht so lange, finde ich stellenweise seltsam und extrem langsam in den getrageneren Stücken (wie dem Des-Dur); meine anderen sind alle in Boxen und historisch, die taugen zum Einstieg nicht.
Da in der momentanen Chopin-Angebotswelle auch Pollini, Pogorelich u.a. für einen Zehner zu haben sind, würde ich mehr zum Einstieg jedenfalls nicht ausgeben.

:hello

Wooster

PS: 2001 hat die Preludes in einer anderen Kopplung mit Argerich und die Sonaten auf einer weiteren. Da bekäme man auf zwei CDs für je 5,99 fast alle ihrer Solo-Chopin-Aufnahmen für DG.
Die beiden Scherzi lohnen nämlich jedenfalls auch!
Gamaheh (27.04.2010, 22:05):
Original von Armin70
Hallo,

da ich mich mit Klaviermusik nicht ganz so gut auskenne wie beispielsweise bei Orchestermusik frage ich mal so die Klavierexperten hier im Forum, welche neueren Aufnahmen von Chopins Preludes besonders zu empfehlen sind, weil ich mit dem Gedanken spiele, mir eine Aufnahme zuzulegen.

Im Internet las ich zwar schon, dass die Aufnahmen von z. B. Pollini, Pogorelich, Lugansky, Demidenko etc. viele positive Kritiken bekamen aber gibt es eine Aufnahme, die man jemanden wie mich, der dieses Werk kaum bis gar nicht kennt, unbedingt empfehlen würde ?
Lieber Armin,

ich kenne leider keine neueren Aufnahmen. Von Blechacz habe ich die Préludes vor ein paar Jahren im Konzert gehört, und die haben mich nicht überzeugt; seine Aufnahme kenne ich nicht.

Von den Aufnahmen, die ich habe (Serkin, Francois, Bolet, Pollini) und von anderen, die ich gehört habe, gebe ich der von Bolet den Vorzug und würde sie uneingeschränkt empfehlen, ob Einsteigern oder nicht, weil sie die Vorzüge hat, die ich eben besonders schätze; ich habe weiter oben - glaube ich - darüber geschrieben. Sie war mal sehr günstig (für ein paar Euro) in der Reihe "La Collection Classique" von Decca zu haben.

Beste Grüße,
Gamaheh
Gamaheh (28.04.2010, 23:26):
...
Amadé (18.10.2011, 16:01):
lange nichts mehr von den Preludes gehört, jetzt diese mit einer mir bislang unbekannten Künstlerin:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51hK7XunSdL._SL500_AA300_.jpg

Das, was als Motto auf der Vorderseite der CD vermerkt ist, "Heart", vermisse ich hier total, Herz, insofern Thema verfehlt, da ich keine Verbindung zwischen Herz und Händen samt Fingern festzustellen vermag. Wenig Esprit, wenig Duft, teilweise zu mechanisch, zu vorsichtig, die Spannung wird nicht immer gehalten.
Das einzig Interessante an dieser CD ist die Kopplung der 24 Preludes von Chopin mit denen von Scriabin.

Gruß Amadé
Rachmaninov (18.10.2011, 16:05):
Original von Amadé
lange nichts mehr von den Preludes gehört, jetzt diese mit einer mir bislang unbekannten Künstlerin:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51hK7XunSdL._SL500_AA300_.jpg

Das, was als Motto auf der Vorderseite der CD vermerkt ist, "Heart", vermisse ich hier total, Herz, insofern Thema verfehlt, da ich keine Verbindung zwischen Herz und Händen samt Fingern festzustellen vermag. Wenig Esprit, wenig Duft, teilweise zu mechanisch, zu vorsichtig, die Spannung wird nicht immer gehalten.
Das einzig Interessante an dieser CD ist die Kopplung der 24 Preludes von Chopin mit denen von Scriabin.

Gruß Amadé

Wird den wenigstens ein Bezug zwischen den Werken hergestellt?
Amadé (25.10.2011, 10:35):
Original von Rachmaninov
Wird den wenigstens ein Bezug zwischen den Werken hergestellt?

Scriabins Preludes werden im Konzertsaal sowie auf dem Plattenmarkt meist nur in Häppchen gereicht, und da sind es vor allem die alten Kämpen, die sich ihrer immer wieder angenommen haben: Horowitz und Sofronitzki. Die erste mir bekannte Gesamtaufnahme hat uns Gieseking (!!!!), von dem man dies kaum erwartet hätte, hinterlassen. Mittlerweile kann man auf mehrere Gesamtaufnahmen zurück greifen. Dieselbe Kopplung wie Natalia Nikolai, also Chopin op.28 und Scriabin op.11 bietet der mir nicht bekannte Pianist Boris Schoenleber auf dem Label Kreuzberg an.
Jetzt zu Deiner Frage: 2 Scriabin Preludes besitzen eine gewisse Ähnlichkeit, oder man hört Anklänge an solche des polnischen Klaviermeisters, es sind diese:
Scri. Nr.14 es-moll erinnert an Chop.Nr.8 fis-moll und die letzte Scri. Nr.24 d-moll erinnert an Chop. letzte Nr.24 d-moll, allerdings ist Scriabins Prelude viel knapper gearbeitet, eher ein Aphorismus, nicht ein Stück, dass klar den Schluss des Werkes markiert.
Übrigens verwendet Scriabin dieselben Tonarten in genau derselben Reihenfolge wie Chopin. Inwiefern Frau Nikolai Scriabins Tonfall besser trifft als den Chopins, kann ich noch nicht beurteilen. Subjektiv gehört gefiel mir ihr Vortrag jedoch besser.

Gruß Amadé
Falstaff (12.01.2018, 22:28):
Ich grabe aus aktuellem Anlass mal diesen alten Thread wieder aus. Der aktuelle Anlass ist, dass heute diese CD ins Haus geflattert ist:



Nun habe ich noch keinen richtigen Zugang zu den Préludes gefunden, bin aber nach dem ersten Hören sehr von Anda (und irgendwie auch vom Werk) angetan. Wie dieser Pianist mir überhaupt in der letzten Zeit immer besser gefällt.

Die Frage ist nun, wie beurteilt ihr ihn denn, gerade auch mit diesem Werk? Mir gefällt hier besonders diese gewisse Art von Selbstverständlichkeit, dieser natürliche Zugriff, ohne dass dabei der Bandbreite der Stücke nicht gerecht wird. Nun kenne ich allerdings kaum andere Aufnahmen und wenn, haben sie mich, wie gesagt, nie so richtig angesprochen.

Vielleicht findet sich hier ja doch noch einmal ein 'Klavier-Fan', der auch diese Aufnahme kennt.

:hello Falstaff
AcomA (13.01.2018, 06:45):
Lieber Falstaff,

Ich habe eine andere Aufnahme Andas mit Chopins Préludes Op.28. Es handelt sich um eine Aufnahme des WDR aus den 50er. Die CD wurde von Audite herausgegeben. Anda hat einen wunderbaren Anschlag und interpretiert in einer Mischung aus Analyse und Bewegtheit.

Tolle Alternativen sind Rubinstein, Pollini, Gulda, Pogorelich, Sokolov, Argerich und Blechacz.

LG Siamak
satie (13.01.2018, 14:12):
Bei Geza Anda ist man zunächst tatsächlich immer vom schönen Anschlag gefangen, allerdings ist er mir dann doch oft zu eindimensional. Ich weiß nicht, ob Siamaks Aufnahme dieselbe ist wie die von der DG (gekoppelt mit der der B-Moll-Sonate, gespielt von Tamas Vasary). Vom Alter her könnte es glaube ich passen. Wie die Live-Aufnahme ist, weiß ich leider nicht.
Bei der DG-Aufnahme jedenfalls missfällt mir bereits das Prelude nr. 1 in C-Dur: zu wenig ist das versetzte Echo in der Oktave der rechten Hand zu hören, auch rauscht das einfach so vorüber und ist mir keine rechte Eröffnung für diesen genialen Zyklus. Ich habe hier immer so meine Stichproben-Stücke: Nr. 1, dann Nr. 3 wegen der linken Hand (das ist schwer zu spielen, und jede Unwucht ist hörbar, ich höre einige bei Anda), Nr. 8 in Fis-Moll: wenns da nicht vor Leidenschaft rauscht, ist es verschenkt, bei Anda höre ich da viel Mittelstimme und ein wenig undefinierbares oben und unten herum, also wenig definierten Diskant und gar keinen Bass, ein Problem, an dem viele Leiden). Nr. 18 in F-Moll heißt nicht umsonst auch "Suizid-Prelude", so muss es dann auch klingen, das Notenbild sieht aus als wäre es ein Expressionistisches Klavierstück. Das spielt Anda gut, aber er scheut noch vor der Klippe, und er rennt in die Schlussakkorde rein wie die meisten... dabei steht davor eine lange Pause... Und dann natürlich das letzte in D-Moll: hier gefällt mir Anda sehr gut, lässt das Feuer voll entfachen.

Bei den Preludes bleibt mir Martha Argerich nach all den Jahren immer noch die Liebste! Siamaks Empfehlungen kann ich alle voll unterschreiben! Ich möchte noch meinen geliebten Cortot mit empfehlen!

Herzliche Grüße
Satie
Falstaff (13.01.2018, 23:46):
Tolle Alternativen sind Rubinstein, Pollini, Gulda, Pogorelich, Sokolov, Argerich und Blechacz.
Lieber AcomA, ich danke dir für deine Sicht auf Anda. Witzigerweise habe ich sogar die meisten von dir empfohlenen Aufnahmen: Argerich, Rubinstein, Pollini, Blechacz. Aber da ich bislang mit den 'Préludes' nicht so richtig etwas anfangen konnte, habe ich sie aber kaum gehört. Das wird sich jetzt wohl ändern.

LG Falstaff
Falstaff (14.01.2018, 00:01):
Ich habe hier immer so meine Stichproben-Stücke
Lieber Satie, auch dir Dank für diese Hilfestellung. Ich habe gleich einmal Nr. 1, 3 und 8 verglichen. Also jeweils teilweise Argerich, Francois, Blechacz, Cortot mit Anda. Allerdings weiterhin die '65iger Aufnahme aus Salzburg.

Bei der Nr. 1 höre ich das Echo bei ihm durchaus (keine Ahnung, wie es in den früheren Aufnahmen klingt), auch wenn es bei Argerich noch ein wenig deutlicher aufscheint. Bei Francois und der Nr.3 fasziniert mich dann wiederum die Klarheit und Exaktheit der linken Hand, die ich so bei Anda nicht höre. Und bei Nr.8 wurstelt Anda, verglichen mit Argerich, immer noch auch im Jahr 1965 a bisserl rum. Es geht doch nichts über das vergleichende Hören. :D

Trotzdem mag ich die Aufnahme mit Anda, weil er eben diesen empfindsamen und gleichzeitig recht sachlichen Zugang zu Chopin hat. (Aber vielleicht ist insgesamt 1965 ja auch ganz anders als die Aufnahmen aus den Fifties.)

Und letztlich sind wir ja nicht bei der Olympiade. Es gibt keinen objektiv Besten, sondern nur Aufnahmen, die uns ansprechen, die uns etwas mitteilen oder eben auch nicht.

Jedenfalls ist nun erstmal Vergleichshören bei mir angesagt. Und da sind deine Hinweise als erste Hilfestellung schon sehr wichtig.

LG Falstaff