D. Schostakowitsch: Sinfonie 5 d-Moll op.47 ".....das Werden der Persönlichkeit"
Rachmaninov (03.06.2006, 10:59): Hallo Forianer,
seit Tagen hatte ich überlegt ob ich einen allgemeinen Thread zu den Sinfonien Schostakowitsch erstellen soll oder hier nach und nach gezielt auf einzelne seiner Sinfonien eingehen soll.
Nun, ich habe ich zu Letzterem entschlossen, da für mich Schostakowitsch wohl zu den größten Sinfonikern des 20. Jahrhunderts zählt und seine insgesamt 15 Sinfonien doch im Laufe eine sehr bewegten Lebens entstanden sind und daher sehr unterschiedlich sind. Außerdem sind ja nun nicht alle Sinfonien reine Instrumentalwerke, auch wenn sie hier unter Instrumentalmusik besprochen werden sollten, da sie ja dennoch Sinfonien sind.
Als erstes möchte ich genauer auf deie Sinfonie Nr.5 d-Moll op.47 eingehen.
1936 erhillt D. Schostakowitsch durch die Prawda innerhalb von 10 Tagen zwei völlig vernichtende Kritiken für seine Oper "Lady Macbeth von Mcensk" und seine Ballett "Der helle Bach". Schostakowitsch hatte verständliche Angst um seine Familie und so hatte er ernsthafte Sorge um sein Überleben, und das nicht nur im rein künstlerischen Sinne. Als "talentierten" Komponisten ergab man ihm die Möglichkeit der "Rehabilitierung". So erhilt die Sinfonie den Untertitel "Die praktische schöpferische Antwort eines sowjetischen Künstlers auf die berechtigte Kritik". So jedenfalls die nicht vom Komponisten stammende aber in der Öffentlichkeit verwendete Deutung. Schostakowitsch gab den Mächtigen im Lande das was sie "erwarteten": heroische Klarheit und Schönheit sowie unerbitterlichen Kampf.
Wer aber Schostakowitsch kennt weiß das er der Meister der Ironie ist und der "Doppelbödigkeit".
Wer die 5. Sinfonie genauer hört wird erkennen wie er hier immer wieder in seiner genialen unnachamlichen Art Sprache und Struktur der Sinfonie verändert.
Und so äußerte sich Schostakowitsch selber zu 5. Sinfonie mit den Worten: "Thema meiner Sinfonie ist das Werden der Persönlichkeit!"
Uraufführung der 4 sätzigen Sinfonie war der 21. November 1937 in Leningrad unter der Leitung von Evgenij Mravinskij
Mir gefällt die 5. Sinfonie ausgesprochen gut.
40 Jahre später äußerte sich Schostakowitsch gegenüber Solomon Volkow eindeutig über die wahre Botschaft seines Werkes.
Glücklicherweise haben die Mächtigen die Botschaft nicht verstanden. Die Sinfonie war ein "Erfolg" für Dimitri.
martin (03.06.2006, 13:18): Lieber Rachmaninov,
vielen Dank für Deine Einführung in diese Sinfonie. Es stimmt schon, diese Sinfonie ist tatsächlich konservativer als die Sinfonien 2-4. Aber so schrecklich konservativ finde ich sie gar nicht. Es ist unklar, inwieweit dieser Konservativismus tatsächlich unter Zwang entstanden ist, es ist auch möglich, daß dahinter auch eine natürliche musikalische Entwicklung stand, wiewohl dem Jubel des letzte Satzes doch etwas erzwungenes doppelbödiges anhaftet.
Dem Titel der Sinfonie würde ich wirklich überhaupt nichts beimessen ( wie etwa auch im Falle der "Kriegssinfonie" Nummer 7).
Ich kenne drei Einspielungen der Sinfonie: Rahbari, Haitink und Bashai.
Die Naxosaufnahme von Rahbari gefällt mir am besten. Barshai ist im ersten Satz schon recht schnell und auch schroff, weniger schön, ich lasse sie aber als alternative Version gelten. Haitink war mir im ersten Satz zu langsam. Haitink und Rahbari wurden beide vom Penguins guide als beste Versionen dieser Kopplung bewertet ( mir der 9.). Sie sind günstig erhältlich.
Gruß Martin
Holger S. (03.06.2006, 14:51): Hallo Rachmaninov!
Zunächst einmal: sicher war es eine gute Entscheidung, die Sinfonien Schostakowitschs jede für sich zu betrachten statt alle 15 auf einmal. Die Bedeutung Schostakowitschs rechtfertigt dies voll und ganz, zudem ist, wie du auch geschrieben hast, jede Sinfonie Schostakowitschs "eine Sache für sich".
Was die Fünfte betrifft: diese ist bekanntlich eine von Schostakowitschs populärsten Sinfonien (wenn nicht sogar die populärste), und dies zu Recht. Die Themen der Sinfonien gehen sehr leicht ins Ohr, das Werk hat richtig Schwung und steckt voller emotionaler Kraft. Da die Musiksprache insgesamt betrachtet schon ein Stück konservativer als in den vorherigen Sinfonien ist, mag das Werk weniger "sperrig" wirken und erschließt sich dem Hörer relativ leicht. Der immense Erfolg dieser Sinfonie spricht Bände. Schostakowitsch hat mit diesem Werk immerhin auch viele andere Komponisten nachhaltig beeinflusst, ich kenne schon ein paar Werke, die sich deutlich auf diese Sinfonie beziehen.
Ich habe die Version mit Haitink, die insgesamt sicher eine gute Wahl ist. Aber du hast Recht, Martin, im ersten Satz schleppt Haitink schon ein wenig. In meiner Sammlung ist auch noch eine Version mit Mrawinski. Ich muss aber gestehen, dass ich mir diese noch gar nicht angehört habe, eigentlich hatte ich mir die CD wegen eines anderen Werkes (Mjaskowski Sinfonie Nr.15) gekauft und zunächst nur dieses gehört. Nun ja, wenn ich die Sinfonie das nächste Mal höre, ist Mrawinski dran.
Zum politischen Gehalt dieses Stückes: Ich sage ganz ehrlich, so etwas interessiert mich überhaupt nicht. Was auch immer Schostakowitsch mit der Sinfonie gemeint hat oder auch nicht, ich höre mir das Stück gerne an, weil es gute Musik ist und nicht, weil es irgendwelche chiffrierten Botschaften enthält. In wie weit Volkovs Zeugenaussagen als authentisch betrachtet werden können, ist de facto ungeklärt. Anders als es oft behauptet wird, wurde dieses Buch nicht nur von offizieller sowjetischer Seite verdammt. Auch zum Beispiel Boris Tischtschenko, der als Lieblingsschüler Schostakowitschs gilt und dessen Werke eigentlich ganz und gar nicht dem von offizieller Seite eingeforderten Stil folgen, hat noch nach dem Zusammenbruch der UdSSR verlauten lassen: "Es ist unethisch, den Namen Volkov in Zusammenhang mit Schostakowitsch zu nennen." Wie auch immer... Etwas provokant gesagt, neige ich zu der Ansicht, dass Schostakowitschs Musik zunächst von kommunistischer Seite, später dann von antikommunistischer Seite instrumentalisiert wurde bzw. wird. Eine neutrale Sicht scheint derzeit keine Lobby zu haben.
Viele Grüße Holger
Rachmaninov (03.06.2006, 15:20): @Martin, Holger,
schön auf Resonaz zu treffen bei der ersten Vorstellung einer der Sinfonie von Dimitri :leb
Original von Holger S. Zunächst einmal: sicher war es eine gute Entscheidung, die Sinfonien Schostakowitschs jede für sich zu betrachten statt alle 15 auf einmal. Die Bedeutung Schostakowitschs rechtfertigt dies voll und ganz, zudem ist, wie du auch geschrieben hast, jede Sinfonie Schostakowitschs "eine Sache für sich".
Danke für den Zuspruch
Was die Fünfte betrifft: diese ist bekanntlich eine von Schostakowitschs populärsten Sinfonien (wenn nicht sogar die populärste), und dies zu Recht. Die Themen der Sinfonien gehen sehr leicht ins Ohr, das Werk hat richtig Schwung und steckt voller emotionaler Kraft. Da die Musiksprache insgesamt betrachtet schon ein Stück konservativer als in den vorherigen Sinfonien ist, mag das Werk weniger "sperrig" wirken und erschließt sich dem Hörer relativ leicht.
Da hast Du sicherlich recht! Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.
Zum politischen Gehalt dieses Stückes: Ich sage ganz ehrlich, so etwas interessiert mich überhaupt nicht. Was auch immer Schostakowitsch mit der Sinfonie gemeint hat oder auch nicht, ich höre mir das Stück gerne an, weil es gute Musik ist und nicht, weil es irgendwelche chiffrierten Botschaften enthält.
So sehe ich das im Wesentlichen auch. Zunächst einmal muss mir die Musik gefallen. Und mal ganz ehrlich, was genau Schostakowitsch sich bei dieser Sinfonie gedacht hat weiß nur er selber.
Ich besitze derzeit 2 Aufnahmen. Dmitrij Kitajenko mit dem Gürzenich Orchester Köln und K. Kondrashin (ein Freund Schostakowitsch's) mit den Moscow Philharmonic Symphony Orchestra.
Werde noch berichten! :engel
Zelenka (03.06.2006, 18:50): Herzlichen Dank an Rachmaninov für die Eröffnung des Fadens über Schostakowitschs 5. Eine sehr schöne Einführung (44 min.) mit einer Fülle von Hörbeispielen ist hier zu finden (unter Shostakovitch):
Es handelt sich um eine Sendung der BBC-Reihe "Discovering Music". U.a. wird Schostakowitschs Verwendung von thematischem Material seiner Vertonung des Puschkin-Gedichts "Wiedergeburt", die er kurz vorher komponiert hatte, demonstriert.
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (04.06.2006, 13:41): Kirill Kondrashin mit dem Moscow Philharmonic Symphony Orchestra
Bereits die ersten Töne dieser Aufnahme lassen Kondrashins Sichtweise auf diese 5. Sinfonie klar erkennen. In den schnellen Passagen voller Dynamik, scharf artikulierende Streicher, schallende Bläser und ein Vorwärtstrieb sind die Kennzeichen dieser Aufnahme. Besonders die einzelnen Instrumente / Instrumentegruppen arbeitet Kondrashin sauber herraus ohne dabei den Zusammenhalt zu verlieren.
Da wo es geboten erscheint kann Kondrashin und die Moskauer aber aus "raus nehmen" wie z.B. im dritten Satz.
So entsteht eine für mich sehr packende, kraftvolle und spannende Sichtweise auf die Fünfte.
ab (04.06.2006, 14:02): Original von Rachmaninov Da hast Du sicherlich recht! Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.
Für einen Neuling, der gerne in Romantik schwelgt, halte ich die 7. wohl für geeigneter. Ich würde jemandem, dem die Klassik näher als die Romantik liegt, eher die 9. zum Kennenlernen ans Herz legen. Am geeignetesten halte ich selbst, übrigens, die wunderbare 6., mit ihrern zwei tänzerischen Sätzen nach dem langen enormen, langsamen Kopfsatz. (Außerdem vermute ich, dass die 10. populärer als die 5. sein dürfte.)
Auf jenden Fall gehört die 5. zu den eingängisten. Gerade auch wegen des politischenen Zugangs im letzten Satz - sofern er getroffen wird (ich hörte einst im Konzert Jansons, der - trotz enormer Mängel - wirklich den Irrsinn herauszuarbeiten verstand und diese Sinfonie in geschickten Zusammenhang mit Straussens Zaratustra stellte!)
die Symphonien dieses Komponisten kenne ich zwar, im Sinne von „ich hörte sie mehrmals“, aber ich habe mich bislang nicht eingehender damit auseinander gesetzt. Eine gute Gelegenheit also für mich, dies nachzuholen.
Gergiev hat für seine Schostakowitsch-Einspielungen sehr unterschiedliche Beurteilungen erhalten. Der Hauptkritikpunkt wird zumeist mit Schlampigkeit begründet – diese 5. ist ihm jedoch sehr gut gelungen. Mit der von Gergiev gewohnten Intensität interpretiert, ist sie m.E. darüber hinaus vom Kirov Orchestra auch sehr sauber gespielt. Aufgefallen ist mir heute beim erneuten Hören, dass der ironisch-hintergründige Humor sehr schön herauszuhören ist.
Vergleichsweise werde ich demnächst noch einmal meine Alternativ-Aufnahme unter Barshai hören.
Gruß, Cosima
martin (05.06.2006, 10:13): Original von ab Original von Rachmaninov Da hast Du sicherlich recht! Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.
Für einen Neuling, der gerne in Romantik schwelgt, halte ich die 7. wohl für geeigneter. Ich würde jemandem, dem die Klassik näher als die Romantik liegt, eher die 9. zum Kennenlernen ans Herz legen. Am geeignetesten halte ich selbst, übrigens, die wunderbare 6., mit ihrern zwei tänzerischen Sätzen nach dem langen enormen, langsamen Kopfsatz. (Außerdem vermute ich, dass die 10. populärer als die 5. sein dürfte.)
Auf jenden Fall gehört die 5. zu den eingängisten.
Im großen und ganzen gebe ich Dir Recht und wir sollten daraus, was man zuerst und was man später hört auch kein großes Thema machen. Daß man bei der 7. "in Romantik schwelgt", finde ich allerdings keine so passende Aussage. Sie mag jedoch für manchen auch ein guter Einstieg sein, ist sie doch gerade im ersten Satz ein Werk, daß in höchstem Maße fasziniert und diese Faszination erschließt sich schnell. Aber mit schwelgerischer Romantik hat das nun wirklich nicht das geringste zu tun. Auch empfinde ich die 9. nicht als klassizistisch, sondern der Klassizismus ist nur vordergründig, dahinter verbirgt sich Sarkasmus, den muß man heraus hören, sonst kann die 9. für den Schostakowitscheinsteiger auch enttäuschend sein. Und die 10. ist gut und auch sehr angesehen, aber schon schwierigerer Stoff. Auch die 8. ist schon schwieriger. Die 6. ist ein tolles Werk, da gebe ich Dir recht und man braucht nicht lange einen Bogen um sie zu machen.
Gruß Martin
ab (05.06.2006, 11:25): Original von martin Daß man bei der 7. "in Romantik schwelgt", finde ich allerdings keine so passende Aussage. ... Aber mit schwelgerischer Romantik hat das nun wirklich nicht das geringste zu tun. Auch empfinde ich die 9. nicht als klassizistisch, sondern der Klassizismus ist nur vordergründig, dahinter verbirgt sich Sarkasmus, den muß man heraus hören, sonst kann die 9. für den Schostakowitscheinsteiger auch enttäuschend sein.
Ich fürchte, hier wurde ich falsch verstanden: Ich behaupte weder, dass die die 7. "in Romantik schwelgt", noch dass die 9. "als klassizistisch" zu verstehen ist. Ich wollte nur sagen, dass ich jemandem, die Klassikneuling ist und von der ich weiß, dass sie gerne in romantischer Musik schwelgt, eher die 7. als die 5. zum Kennenlernen empfehlen würden. Wüsste ich hingegen, dass ihr Zugang aus der Epoche der Klassik stammt, würde ich ihr erst die 9. ans Herz legen.
Ich empfinde es als richtig, bei Aufnahmenempfehlungen auf den bisherigen Erfahrungskontext dessen zu auchten, für dem die Empfehung gedacht ist. Ich glaube das ist enorm wichtig um nicht kontraproduktiv zu sein! (Jemanden zB eine lyrisch zurückhaltende Aufnahmen zu empfehlen, wo er mitreißende Musik liebt, wo auf teufelkommraus alles gewagt und riskiert wird, wäre töricht.)
Was Du inhaltlich geschrieben hast, Martin, stimme wir, meine ich, in allem überein!
Rachmaninov (05.06.2006, 11:29): Original von Cosima
Vergleichsweise werde ich demnächst noch einmal meine Alternativ-Aufnahme unter Barshai hören.
Ja bitte, da würden mich Deine Eindrücke interessieren :cool
martin (05.06.2006, 12:59): Lieber ab,
tut mir leid, Dich falsch verstanden zu haben. Ich hätte etwas genauer lesen sollen. Du hast natürlich recht, jeder hat seinen Hintergrund, vom dem her er sich etwas neues erschließt. Aber wir sind ja wie ich sehe wirklich einer Meinung. Im übrigen: Schostakowitsch ist so ein toller Komponist, wer ihn nur deshalb nicht hört, weil er versucht hat, mit dem für ihn falschen Werk in diesen musikalischen Kosmos einzusteigen, hat m.E. sowieso selber schuld.
Gruß Martin
@ Cosima
Es würde mich auch mal interessieren, was Du zum Barshai sagst. Ich fand diese 5. gar nicht schlecht. Dazu muß ich sagen, daß ich den Schostakowitsch von Barshai am Anfang überhaupt nicht mochte, ihn für maßlos überschätzt hielt. Die 5. fand ich aber wiegesagt gar nicht schlecht und das war für mich der Beginn, mich mit dem Barshai ein bißchen anzufreunden.
Der Barshai ist natürlich sehr preiswert und man sollte ihn haben. Aber ich glaube speziell nach der enthusiastischen Bewertung von Classicstoday mit einer 10/10 Wertung stieg der Stern dieser Aufnahmen wirklich sehr hoch, wie ich meine zu hoch.
Ich finde auch den Klang zu trocken, was mich in der 5. nicht weiter gestört hat, aber bei der 7. schon sehr, die ja im ersten Satz ein geradezu ekstatisches Erlebnis ist, aber bei dem trockenen Klang ( der vermutlich aus einer zu nahen Aufstellung der Mikrophone resultiert) kam dies für mich überhaupt nicht rüber. Aber auch diese Aufnahme werde ich mir noch mal anhören.
Cosima (05.06.2006, 15:00): Original von Rachmaninov Original von Cosima
Vergleichsweise werde ich demnächst noch einmal meine Alternativ-Aufnahme unter Barshai hören.
Ja bitte, da würden mich Deine Eindrücke interessieren :cool
Im Vergleich zu der Gergiev-Aufnahme würde ich sie als gut bezeichnen. Mir gefällt jedoch nicht nur der „russische“ Klang des Kirov Orchesters besser, vor allem weiß Gergiev, subtiler die Doppeldeutigkeit, also die zweite Ebene der Ironie, herauszustellen. Barshai und seine Mannen empfinde ich zudem als weniger ausdrucksstark, obwohl die Interpretation auch sehr kraftvoll ist. Gergiev hat m.E. ein sehr gutes Gespür gerade für diese Symphonie bewiesen. Und das sage ich nicht nur als Gergiev-Fan. :)
Gruß, Cosima
embe (06.06.2006, 10:20): Hallo, meine Aufnahmen der 5.: Meine 1. Begegnung mit der 5., lief damals im TV und wurde eine meiner ersten CDs.
Ich finde auch den Klang zu trocken, was mich in der 5. nicht weiter gestört hat, aber bei der 7. schon sehr, die ja im ersten Satz ein geradezu ekstatisches Erlebnis ist, aber bei dem trockenen Klang ( der vermutlich aus einer zu nahen Aufstellung der Mikrophone resultiert) kam dies für mich überhaupt nicht rüber. Aber auch diese Aufnahme werde ich mir noch mal anhören.
ich empfinde das bei Barshai genauso! Daher lese ich gerade aufmerksam den Thread, um mir ein paar Ideen für etwas emotionalere Interpretationen zu holen - wobei wie Du schon sagst, gerade die 5. noch am stimmigsten auf mich wirkt.
@Sergejewich
wie empfindest Du den Unterschied zwischen Barshai und Kondarashin?
Gruß Walter
Rachmaninov (16.06.2006, 12:28): Die Aufnahme des Gürzenich Orchester Köln unter der Leitung von Dmitrij Kitajenko ist vom Ansatz her völlig anders angelegt als z.B. die Aufnahme vom K. Kondrashin.
Während Kondrashin fast wie eine "Dampfwalze" mit straffen Streichern und schrill klingenden Blechbläsern durch die schnellen Sätze rauscht legt es Kitajenko mehr auf einen gesamtheitlichen Sinfonischen Ansatz an.
Das gefällt durchaus insb. da die superbe Klangtechnik es wirklich erlaubt die einzelnen Instrumente bzw. Instrumentengruppen gut raus zu hören!
Dennoch kann ich mir vorstellen, daß die Aufnahme einigen etwas zu "zarm" erscheinen wird. Besonders wenn sie eher "kraftvolle" und "dynamische" Einspielungen kennen und schätzen.
Als Alternative in meiner Sammlung ist sie mir allerdings sehr willkommen :cool
ab (16.06.2006, 12:47): Original von Rachmaninov Die Aufnahme des Gürzenich Orchester Köln unter der Leitung von Dmitrij Kitajenko ist vom Ansatz her völlig anders angelegt als z.B. die Aufnahme vom K. Kondrashin. Während Kondrashin fast wie eine "Dampfwalze" mit straffen Streichern und schrill klingenden Blechbläsern durch die schnellen Sätze rauscht legt es Kitajenko mehr auf einen gesamtheitlichen Sinfonischen Ansatz an.
Könntest Du vielleicht ein bisschen weiter auszuführen versuchen, was Du mit "einen gesamtheitlichen Sinfonischen Ansatz" meinst; ich kann mir darunter gar nichts vorstellen - gerade weil es auch als Gegensatz zu Kondrashin steht, dessen Spiel ich bei meinem Sprachgefühl und ganz vage gelassen ohne weiteres als "gesamtheitlich" und "sinfonisch" bezeichnen würde .
Rachmaninov (16.06.2006, 12:56): @ab,
Kondrashin arbeitet mit scharf artikulierenden Instrumentengruppen, die kraftvoll "zuschlagen" und dadurch einen "Knalleffekt" erzeugen!
Wie z.B. am Beginn des ersten und letzten Satzes.
Kondrashins Aufnahme gefällt mir wirklich richtig gut, aber er überzeichnet, je nach meinem subjektivem Empfinden und meiner Stimmung, diese Stellen!
Dies passiert bei Kitajenko nicht! Er führt IMO keine Instrumentengruppe in derartige "Überzeichnungen". Dadurch wirkt die Aufnahme etwas "glatter" und das Orchester wirkt nicht so stürmisch wie bei Kondrashin!
Hoffe es wurd klarer ?(
ab (16.06.2006, 13:10): Original von Rachmaninov Dadurch wirkt die Aufnahme etwas "glatter" und das Orchester wirkt nicht so stürmisch wie bei Kondrashin!
Danke für die Erläuterung; ich selbst hätte diese Aspekte wohl kaum mit "gesamtheitlicher" und "sinfonischer" in Verbindung gebracht, aber nun ist mir klar, was Du meinst.
Sind eigentlich diese Kitajenko-Scheiben Neuaufnahmen von Capriccio oder bloß eine Neuabmischung für die SACS von älteren Aufnahmen (aus den 90ern?)?
Danke!
Rachmaninov (16.06.2006, 13:15): Original von ab Sind eigentlich diese Kitajenko-Scheiben Neuaufnahmen von Capriccio oder bloß eine Neuabmischung für die SACS von älteren Aufnahmen (aus den 90ern?)?
Soweit ich es gerade überblicken kann besteht die Box aus Aufnahmen aus den Jahren 2002-2004!
Welche Aufnahme der Sinfonie #5 kennst und schätzt Du?
ab (16.06.2006, 15:34): Original von Rachmaninov Welche Aufnahme der Sinfonie #5 kennst und schätzt Du?
Ich kenne zahlreiche: von Mravinsky über Kondrashin, Järvi und Rostenstwensky, Barshai und Haitink, Rostropovich (DG & Teldec) oder Jansons etc. Tatsächlich zuhause habe ich bloß jene mit Rostropovich (DG), die ich gar nicht überragend finde - jedoch habe ich bislang nichts gefunden, ,was mich restos überzeugt hätte bei #5 und daher bin ich immer noch auf der Suche. Es eilt mir aber nicht, denn so übrragend halte ich diese Sinfonie nun wirklich nicht...
Cosima (21.06.2006, 20:48): In der letzten FF ist die kürzlich erschienene Aufnahme der 5. und 6. Symphonie unter Yuri Temirkanov sehr euphorisch rezensiert worden. Besitzt jemand diese Einspielung oder plant deren Anschaffung? Eindrücke würden mich interessieren.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/7786507.jpg
Gruß, Cosima
Rachmaninov (29.06.2006, 16:53): Mittlerweile habe ich mir die Barshai Aufnahme mit dem WDR Sonfonieorchester mehrfach angehört.
IMO schafft es Barshai mit dem Orchester nicht die nötige Spannung auf zu bauen. All zu oft erscheint es mir als würde mit dem "Weichspülprogramm" musiziert.
Im Vergleich mit der Kondrashin Aufnahme sind mir hier die Spannungsbögen und die Dynamik deutlich zu schwach ausgeprägt.
Sicherlich keine schlechte Aufnahme, aber eben IMO keine Top Einspielung. Jedenfalls bzgl. der 5. Sinfonie.
Rachmaninov (12.07.2006, 12:10): Seit ein paar Tagen besitze ich nun die Haitink Box mit den Schostakowitsch Sinfonien und habe mit mittlerweile die Sinfonie #5 mehrfach angehört.
Die Aufnahme gefällt mir sehr sehr gut. Zwar geht Haitink insb. den ersten Satz deutlich langsamer an als Barshai, Kondrashin und Kitajenko deutlich langsamer an, aber dadurch verliert er nach meiner Meinung nicht an Spannung. Herrlich wie dynamisch Haitink das Concertgebouw Orchstra führt und wie transparent er die einzelnen Instrumente darstellt ohne den Zusammenhalt zu verlieren oder den Fluß zu stören.
Dazu noch ein richtig guter Klang der es erlaubt die Leistung auf richtig zu hören.
IMO eine TOP Aufnahme.
Da fällt insb. Barshai gegenüber ab und auch die übertrieben schnelle Deutung des ersten Satzes bei Kondrashin gefallen mir dann doch deutlcih weniger.
Von den Vier genannten derzeit klar meine liebste Aufnahme :D
Barshai
I: 15'29", II: 5'33", III: 13'19", IV: 11'14"
Haitink
I: 18'02", II: 5'22", III: 15'41", IV: 10'35"
Kitajenko
I: 16'32", II: 5'38", III: 14'26", IV: 11'36"
Kondrashin
I: 13'37", II: 5'15", III: 12'07", IV: 10'46"
Rachmaninov (13.07.2006, 11:18): Original von Cosima In der letzten FF ist die kürzlich erschienene Aufnahme der 5. und 6. Symphonie unter Yuri Temirkanov sehr euphorisch rezensiert worden. Besitzt jemand diese Einspielung oder plant deren Anschaffung? Eindrücke würden mich interessieren.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/7786507.jpg
Gruß, Cosima
@Cosima,
dies ist mitlerweile Yuri Temirkanov's 3. Einspielung der Sinfonie #5 wenn ich mich nicht täusche! Sofern es sich um eine echte Neueinspielung handelt!?
1981 legte er mit dem USSR State Symphony Orchestra (live) ein vor und im Jahr 1995 mit dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra eine weiter!
Beide bekamen soweit ich es weiß recht gute Kritiken!
Die Frage ist: Konnte er ca. 10 Jahre später neue Erkenntnisse einfließen lassen bzw. eine neue Sichtweise darstellen?
Cosima (13.07.2006, 12:16): Original von Rachmaninov Die Frage ist: Konnte er ca. 10 Jahre später neue Erkenntnisse einfließen lassen bzw. eine neue Sichtweise darstellen?
Tja, lieber Richard, das wirst Du bestimmt herausfinden, Du bist ja derzeit kaum zu bremsen in Deinem Schostakowitsch-Fieber.
Ich harre also der Zeilen, die nach Deinen Eindrücken irgendwann folgen werden.
Gruß, Cosima :)
Walter (20.08.2006, 19:58): http://www.wom.de/image/middle/front/0/4167950.jpg
Hallo, ich habe Heute die 5. von Gergiev zum ersten Mal gehört. Ich empfinde sie als deutlich emotionalere Interpretation im Gegensatz zu Barshai. Sie entspricht viel deutlicher der Vorstellung, die ich von der 5. habe. Die Spannung die Shostakovich aufbaut wird greifbar.
Ich glaube der Barshai wird jetzt im Schrank bleiben.
Rachmaninov (21.08.2006, 18:47): @Walter, embe,
ich muß euch einfach zustimmen!
Die Aufnahme der 5. Sinfonie mit Gergiev ist einfach eine der Spitzenaufnahmen der Sinfonie! Ohne wenn und aber :down
Walter (01.09.2006, 08:24): Ich habe gestern die Aufnahme von Kondrashin gehört:
Da geht es stellenweise zu wie auf dem Jahrmarkt - dann wieder gefühlvoll und beherrscht. Außerdem hatte ich bei dieser Aufnahme wirklich häufig das Gefühl, Shostakovich hielte der Gesellschaft Spiegel vors Gesicht. Ihr habt von doppelbödigen Elementen gesprochen. Hier höre ich sie überdeutlich.
Die Symphonie zeigt sich mir unter einem ganz anderen Blickwinkel als bei Gergiev, wobei mir Gergiev insgesamt besser "gefallen" hat.
Rachmaninov (01.09.2006, 08:42): @Walter,
treffend formuliert!
Die Kondrashin Aufnahme ist klasse, aber "spezieller" als die vielleicht "altagstaugliche" Gergiev Aufnahme.
:cool
nikolaus (10.12.2006, 20:26): Wahrscheinlich für einen "Neuling" der einfachste Einstieg in die Sinfonik von Schostakowitsch.
Prima, dann habe ich es ja richtig gemacht. Welche Sinfonie würde sich denn als nächste empfehlen, um weiter in Schostakowitschs Sinfonik einzutauchen?
Besten Dank für Empfehlungen, Nikolaus.
Rachmaninov (16.02.2007, 07:53): Original von embe Hallo, meine Aufnahmen der 5.: Meine 1. Begegnung mit der 5., lief damals im TV und wurde eine meiner ersten CDs.
die Sony Aufnahme der 5. Sinfonie mit Bernstein habe ich mir gestern auch angehört. Irgendwann hatte ich den Eindruck die Tempi wären langsamer, aber ein Vergleich zeigte das er die Sätze genauso spielt wie z.B. Haitink. Teilweise spielt er mir die Sinfonie ein wenig zu "romantisch" und auf "Klangschönheit" ausgerichtet. Da geht IMO ein wenig die Spannung verloren.
Mal sehen wie es ist wenn ich die Aufnahme öfters gehört habe!
Wotan (07.03.2007, 13:45): Hallo miteinander,
mir ist aufgefallen das die Einspielungen von Maxim Shostakovich bislang noch so gut wie nie angesprochen wurden. ich kenne sie leider noch nicht, gibt es jemanden, der sich näher damit befasst hat? Immerhin müsste Maxim als Shostakovichs Sohn doch auch eine gute Interpretation abliefern.
MfG Wotan
ab (07.03.2007, 22:17): Original von Wotan Hallo miteinander,
mir ist aufgefallen das die Einspielungen von Maxim Shostakovich bislang noch so gut wie nie angesprochen wurden. ich kenne sie leider noch nicht, gibt es jemanden, der sich näher damit befasst hat? Immerhin müsste Maxim als Shostakovichs Sohn doch auch eine gute Interpretation abliefern.
MfG Wotan
Hallo Wotan,
ich kenne diesen neuen Zyklus aus Prag leider noch nicht; aber ein Freund, (selbst Komponist und großer Mahler- und Schostakowitschverehrer), der vielfacher Gesamt- und Einzelausgabenbesitzer ist, meinte zu mir nach dem ersten Anhörern, dass ihm besonders die 3.,4.,8.,10.,13. und 15.Sinfonie in erster Erinnerung geblieben wäre, die ihm alle neue Aspekte vermittelt hätten. Das klang sehr positiv im Vergleich zum kurz zuvor von ihm erstandenen Kitajenko-Zyklus bei Capriccio - oder davor gar der Barshai-Zyklus (mit einer von meinem Freund sehr gelobten 3.) (BilliantClassics). (Ich bin schon sehr gespannt, weil ja Komponisten natürlich ganz anders eine Aufnahme hören als Musiker oder gar "bloße" Hörliebhaber.)
Die Aufnahmen bislang, die ich mit Maxim von Chandos kenne, haben mich genauso wenig überzeugt wie jüngst die Violinkonzerte mit Hope (Warner).
ab (07.03.2007, 22:30): Kennt jemand von euch die Aufnahme, die Dimitri Mitropoulos mit dem New York Philharmonic gemacht hat?
Rachmaninov (07.03.2007, 22:55): Original von ab Kennt jemand von euch die Aufnahme, die Dimitri Mitropoulos mit dem New York Philharmonic gemacht hat?
@ab, sofern dies die Aufnahme ist, die auch bei SONY erschienen ist kann ich immerhin behauptewn sie einmal gehört zu haben.
Werde ich wiederholen und berichten!
Rachmaninov (07.03.2007, 22:57): Original von Wotan Hallo miteinander,
mir ist aufgefallen das die Einspielungen von Maxim Shostakovich bislang noch so gut wie nie angesprochen wurden. ich kenne sie leider noch nicht, gibt es jemanden, der sich näher damit befasst hat? Immerhin müsste Maxim als Shostakovichs Sohn doch auch eine gute Interpretation abliefern.
MfG Wotan
@Wotan,
besitze 2 Aufnahmen mit Maxim. U.A. die von "ab" genannte. Auch hier muß ich abe rgestehen erst 1-2 Hörsitzung als "Erfahrung" nennen zu können. Berichte folgen!
Rachmaninov (14.03.2007, 21:14): Original von ab Die Aufnahmen bislang, die ich mit Maxim von Chandos kenne, haben mich genauso wenig überzeugt wie jüngst die Violinkonzerte mit Hope (Warner).
@ab,
es soll eine Aufnahme der #5 bei Chandos geben mit Maxim Schostakowitsch? Mir unbekannt!
ab (15.03.2007, 11:29): Original von Rachmaninov
es soll eine Aufnahme der #5 bei Chandos geben mit Maxim Schostakowitsch? Mir unbekannt!
eine 5. gibts bei Melodyia und bei Collins, die ich aber beide nicht kenne. Gemeint habe ich bei Chandos folgende:
diese beiden Chandos Aufnahmen kenne ich! Die Collins nicht soweit ich mich erinnern kann.
Rachmaninov (18.03.2007, 10:19): @ab, Forianer,
die Aufnahme mit dem NYP unter Dimitri Mitropoulos ist sicherlich eine recht ordentliche Aufnahme, allerdings kommt sie bei weitem nicht an die Topeinspielungen, wie z.B. Haitink, herran. Leider verliert Dimitri Mitropoulos hier und da einfach den Spannungsbogen, da fehlt mir persönlich dann doch zu sehr die Kraft, die Dynamik und einfach die Spannung, die einfach jederzeit greifbar sein muss, auch, oder sogar besonders im dritten Satz. Wobei dieser noch recht gut gelingt.
es brennt einen unter den Fingern, wenn man manche Beiträge in diesem Thred verfolgt. Aber aus Zeitgründen will ich mich kurz fassen.
:) Es wird in deiesem Thread bemängelt, dass Kondraschin (Melodyia/Eurodisc) bei der Sinfonie Nr.5 zu schnell über den ersten Satz wegfegt. Da gerade dies meine erste Aufnahme war auf EURODISC-LP habe ich diese Sinfonie so schätzen gelernt und ich mag diese auch die Doppelbödiglkeiten dieser Sinfonie Nr.5 voll auf den Punkt treffenden Aufnahme sehr.
Die Kondraschin-Aufnahmen sind in zwei guten Remasteringveröffentlichungen erhältlich. 1. AULOS Das sind koreanische Remasteringkünstler, die die Aufnahmen von 1964-1974 fantastisch auf CD bekommen haben, sodaß man Stellenweise den Eindruck einer reinen Digitalaufnahme hat. 2. Melodyia Die GA ist auch von den Russen 2006 neu remastert worden und soll genau so gut sein, wie die AULOS-GA (die ich habe).
:) Die Roshdestwensky-Aufnahmen (Eurodisc) sind durchweg die wildesten Interpretationen. :down So ist auch die Sinfonie Nr.5 wieder mit Roshdestwensky mein Favorit. Der erste Satz ist nicht so schnell genommen wie Kondraschin, aber an Spannung kaum zu übertreffen - hier stimmt einfach alles. Auch die Klagqualität der DDD-Aufnahmen von 1984 ist als ordentlich bis gut zu bezeichnen. Wenn man so die Meinungen darüber ließ gehen diese die Klangqualität betreffend etwas auseinander, aber ich finde: Genau so möchte ich diese Sinfonie Nr.5 (und auch die anderen) hören, da diese Aufnahmen den rüssischen Orchesterklang autentisch und direkt wiedergeben. Klar das eine DDD-Aufnahme von 1984 besser klingt als Kondraschin von 1964.
http://ec1.images-amazon.com/images/I/41TD4YWMKKL._AA240_.jpg Leider habe ich das Cover der Nr.5 nicht gefunden, aber die CD´s der 15Sinfonien, die ich alle als Einzel-CD´s habe, sehen alle so aus. Das als Beantwortung der Frage von HenningKolf im "Ewigkeiten-Thread" wie die Eurodisc-Cover aussehen. Eurodisc, 1984, DDD
:) Barshai mit dem Kölner RSO (Brillant) finde ich voll gelungen und ebenfalls den Kern treffend. Barshai war Freund von Schostakowitsch, er kennt seine Werke und die Interpretation ist IMO voll gelungen. Zwar ist hier mit dem Kölner RSO nicht der russische Orchesterklang gegeben, aber die Kölner haben schon schwer was drauf.
:( Kitaenko hat die SACD-Qualität für sich zu verbuchen, aber das war es auch schon. Diese Aufnahme besitze ich nicht-kenne sie aber und will diese nicht haben. Kitaenko war zu seiner Zeit in Russland noch ein Dirigent der seine Landsleute in TOP-Manier zu interpretien wußte. Seit er im Westen ist, ist er sehr zahm geworden. Dies einmal mehr sehr deutlich bei den Prokofieff-Klavierkonzerten mit Krainew: Die Frankfurter Aufnahme ist sehr gut und pianistisch eine Spitzenleistung, aber welche Wucht in der Jahre zuvor Aufgenommenen mit der Moskauer PH und auch mit Krainew.
:) Die von embe abgebildete Bernstein-Aufnahme (CBS) ist die LIVE-Aufnahme aus Tokio 1975. Mir ist inzwischen klar, das Bernstein die Sinfonie anders versteht und nicht die Doppelbödigkeit so trifft, wie Schostakowitsch es vorgesehen hat. Trotzdem gefallen mir die beiden Bernsteinaufnahmen mit den New Yorker PH (die andere ist von 1959 (SONY)) sehr gut und die Toyo-Aufnahme ist im letzten Satz an wildem überbordendem Wahnsinn kaum zu übertreffen - (von wegen hier geht die Spannung verloren, wie ich es irgendwo hier gelesen habe). In einem anderen Forum habe ich mal geschrieben: :D Die japanischen Zuhörer müssen bei der Liveaufführung von ihren Hockern gefallen sein !
:) Die Haiting-Aufnahme (Decca) habe ich mir erst letzes Jahr zugelegt (ich habe 6,7,8,9,11,12 als Einzel-CD), muß aber klar sagen das für mein Hörempfinden der erste Satz zu sehr auseinanderfällt und damit die Spannung zu oft abreißt - er ist mir zu langsam - die Sätze 2-4 sind OK. Die Klangqualität ist natürlich Decca-Like TOP. Die auf der CD enthaltene Sinfonie Nr.9 gefällt mir gar nicht - da ist Kondraschin mein absoluter Favorit.
:) Die Maxim Schostakowitsch-GA habe ich mir 2006 auch zugelegt. Die Interprtetaion ist gut, aber IMO bringt das Prager SO nicht das rüber, das man von Roshdestwensky und Kondraschin her gewohnt ist. Die Klangqiaulität der DDD-Liveaufnahme ist auch nicht vom feinsten. Ich hatte mir mehr erwartet vom Sohn des Komponisten. Mit dem Kölner RSO hätte er es wie Barshai besser hinbekommen - das behaupte ich einfach mal frech !
Rachmaninov (05.10.2007, 09:09): Original von teleton :) Barshai mit dem Kölner RSO (Brillant) finde ich voll gelungen und ebenfalls den Kern treffend. Barshai war Freund von Schostakowitsch, er kennt seine Werke und die Interpretation ist IMO voll gelungen.
Aber dennoch hat die Meister Ur-Aufführungen wohl Evgeni Mravinsky geleitet. Auch bei der 5. Sinfonie und daher darf mal wohl unterstellen, daß er wohl Schostakowitsch Meinung mit am besten repräsentierte. Oder? :engel
teleton (05.10.2007, 10:20): Hallo Rachmaninoff,
ja da hast Du schon Recht mit Mrawinsky und seiner Schostakowitsch-Komperenz. Leider sind die Mrawinsky-Aufnahmen der Schostakowitsch-Sinfonien nur in Ausnahmefällen mal von einer etwas besserer technischen Qualtität. Aus diesem Grunde habe ich in meiner CD-Sammlung wenige Schostakowitsch-Aufnahmen mit Mrawinsky, den ich sonst überaus schätze.
Ich habe die Schostakowitsch - Sinfonien in den Aufnahmen mit Kondraschin und Swetlanow kennengelernt (Eurodisc-LP´s) - das war ein großartiger Einstieg, wie er kaum besser sein könnte. Ein oder zwei Platten waren auch mal mit Mrawinsky, bei dem ich einfach keinen großen Durchbruch zum Werk erreicht habe. Der Grund war klar die schlechte Klangqualität (für mich ist das immer sehr wichtig (Mono kann ich gar nicht gebrauchen)).
Die gleiche hohe Kompetenz und Kenntnis des Freundes Werk trifft auch auf den großen Cellisten Rostropowitsch zu, von dem ich auch mehrere Einzelaufnahmen der Schostakowitsch-Sinfonien habe. Leider hat auch er nicht das richtige Orchester zur Verfügung. Die Aufnahmen mit dem Washington SO klingen für manch einen Schostakowitsch - Kenner in den Blech-Bläsern wie Brasssound. Nach meiner persönlichen Auffassung würde ich dies nicht so eng sehen, da mir seine Aufnahmen der Sinfonie Nr.5 und 8 ebenfalls gut gefallen, aber Roshdestwensky, Kondraschin und interpretatorisch Mrawinsky werden dann doch nicht ganz erreicht.
ab (05.10.2007, 10:30): Mich würde insbesondere interessieren, wie ihr Kondraschin im Gegensatz zu Swetlanow einschätzen würdet! Ein paar Worte dazu wären schön!
Danke!
Außerdem noch einmal meine Frage von früher wiederholt: Roschdéstwenskij gibts in einer neuen Box bei Melodiya. Wer kann mir sagen, ob bei dieser neuen Ausgabe im Unterschied zu der oben abgebildeten die damalige Spielereien des Tonmeisters, einzelne Instrumentengruppen künstlich hervorzuheben, bereinigt worden sind?
Danke!
Rachmaninov (05.10.2007, 10:47): Original von teleton Hallo Rachmaninoff,
ja da hast Du schon Recht mit Mrawinsky und seiner Schostakowitsch-Komperenz. Leider sind die Mrawinsky-Aufnahmen der Schostakowitsch-Sinfonien nur in Ausnahmefällen mal von einer etwas besserer technischen Qualtität. Aus diesem Grunde habe ich in meiner CD-Sammlung wenige Schostakowitsch-Aufnahmen mit Mrawinsky, den ich sonst überaus schätze.
Die 8. (BBC) ist vom Klang her und der Interpretation beeindruckend! Solltest Du manl bei Gelegenheit reinhören....
Ich habe die Schostakowitsch - Sinfonien in den Aufnahmen mit Kondraschin und Swetlanow kennengelernt (Eurodisc-LP´s) - das war ein großartiger Einstieg, wie er kaum besser sein könnte.
Irgendwo hatte ich mal in einem Artikel ein Statement von M.Jansons gelesen zum Thema unterschiedliche Interpretationen bzw. Deutung von Schosta's Werken. Zu Kondrashin meinte er (sinngemäß):"Da steckt schon ziemlich viel Attacke" drin. Empfinde ich auch oft so. Gefällt mir durchaus, aber nicht immer.
Ein oder zwei Platten waren auch mal mit Mrawinsky, bei dem ich einfach keinen großen Durchbruch zum Werk erreicht habe. Der Grund war klar die schlechte Klangqualität (für mich ist das immer sehr wichtig (Mono kann ich gar nicht gebrauchen)).
Da hast Du recht, die Genialität seiner Komposition kann man kaum wirklich erahnen wenn der Klang nicht stimmt. Das macht die Haitink Box auch so wertvoll :P
teleton (05.10.2007, 19:25): Das macht die Haitink Box auch so wertvoll Zunge raus :P
Ja Rachmaninov,
:beer die Haitink-GA ist die beste Westaufnahme und auch ich habe mit Nr.5,6,7,8,9,11,12 eine ganze Reihe Einzelaufnahmen daraus, mit denen ich sehr zufrieden bin, kenne aber durch ausleihen fast alle. Aber bei einigen Sinfonien kommt er ganz und gar nicht an die großen Russen heran.
Es ist auch bekannt, dass Haitink nicht zu allen Sinfonien den gleichen Zugang hatte - die Aufnahmen erfolgten nur alle wegen des Decca-Vertrages ! Bei den Aufnahmen der Nr.2 und 3 merkt man dies deutlich, das ist mehr ein Muss als ein Wollen - höre dagegen mal Roshdestwensky ! Auch 13 und 14 haben keinesfalls die russische Seele - soetwas geht offenbar nur mit der Leningrader PH oder mit einem der Moskauer Orchester.
Die Sinfonien Nr.1 und 9 enthalten unbändigen Spielwitz - höre Dir im Vergleich Kondraschin an und Du weißt wie diese zu klingen haben.
Der Sinfonie Nr.15 fehlt bei Haitink das Fernorchester, diese Orchesterstimmen sind einfach ins normale Orchester integriert, sodass der Effekt und die Athmosphäre ganz ausbleibt. ?( Ein starkes Stück war die Kanalvertauschung auf meinem von einem T-Kollegen ((T=Telekom)) geliehenen Decca-Exemplar - ich weiss nicht ob das überall falsch rum ist.
Rachmaninov (29.10.2007, 20:22): Die 5. mit Wiggelsworth und dem BBC National Orchestra of Wales hatte ich bereits einmal vor einiger Zeit gehört.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9795466.jpg
Eben hört ich den erste Satz der 5. Sinfonie dann nochmals.
Tempi sind sicherlich nicht alles, auch andere haben sich durchaus Zeit gelassen bei der Darstellung des ersten Satzes, aber was Wiggelsworth hier in ersten Satz an kaugummiartigem völlig drögem, auf eine nicht Existenz reduzierten Spannungsbogen reduizerten Schostakowitsch abliefert ist schon wirklich kaum zu ertragen.
Da möchte man fast aufspringen und die Bläser aufmuntern endlich einmal zu misizieren.
Der Begriff mittelmäßig erscheint mir hier einfach zu freundlich, so ein Schostakowitsch brauche ich nicht .... vermutlich keiner, oder?!
P.S.: Ich hoffe die Orchestermitglieder sind aus dem Dornröschenschlaf irgendwann wieder erwacht! :haha
HenningKolf (12.11.2007, 08:27): Original von ab
Roschdéstwenskij gibts in einer neuen Box bei Melodiya.
Danke!
Wo?????? Ich such schon länger, finde aber nur gelegentlich im marketplace Angebote von 150 € und mehr....das sind aber keine Neuauflagen.
Ich kenne nur eine neue Melodia-Box mit Kondraschins Aufnahmen. Oder besser: Ich kenne nicht, ich weiß dass es sie gibt (wenn ich meinen Kondraschin wegen der teils mäßigen Klangqualität jemals austauschen würde, würde ich nach allem was ich bisher gelesen habe, eher zum Aulos-Remastering greifen, btw.)
Wäre wirklich toll, wenn Rosch neuaufgelegt sein würde...................
Gruß Henning
ab (12.11.2007, 09:59): Original von HenningKolf Original von ab
Roschdéstwenskij gibts in einer neuen Box bei Melodiya.
Danke!
Wo?????? Ich such schon länger, finde aber nur gelegentlich im marketplace Angebote von 150 € und mehr....das sind aber keine Neuauflagen.
Sie sieht so aus: http://img.hmv.co.jp/image/jacket/190/14/4/0/100.jpg
und wäre da zu bestellen. Angeblich stets problemlos.
Bei uns dauert es wohl noch etwas, bis es sie auch bei uns geben wird. Angeblich sind die einstigen Hervorhebungen der verschiedenen Instrumentengruppen, die noch die erste CD-Ausgabe beeinträchtigt haben, revidiert worden. Zum Glück!
HenningKolf (12.11.2007, 18:29): @ ab
recht herzlichen Dank für den link. Die behaupten zwar nicht die hätten die GA auf Lager, meinen aber sie könnten das über den import reinkriegen. Im übrigen haben die da sehr viele Raritäten.
@ alle
Frage an die deutschen Forianer: Weiss zufällig jemand, wieviel Prozent Zoll sich unser Staat einverleibt. Die Zollfreigrenze war glaube ich bei 20 € wenn ich mich recht entsinne, und natürlich kommt mich das teurer
Gruß Henning
HenningKolf (13.11.2007, 22:41): Original von HenningKolf
Frage an die deutschen Forianer: Weiss zufällig jemand, wieviel Prozent Zoll sich unser Staat einverleibt. Die Zollfreigrenze war glaube ich bei 20 € wenn ich mich recht entsinne, und natürlich kommt mich das teurer
Gruß Henning
öffentliche Fragen kann ich dann ja auch selbst öffentlich beantworten, wenn ich der Antwort näher gekommen bin: internetangaben schwanken zwischen 2 und 4 Prozent, dazu käme die Einfuhrumsatzsteuer. Bis 23 € soll es zollfrei bleiben, wobei Versankosten mitzählen...soviel off topic dazu
Rachmaninov (31.03.2008, 18:27): Kurt Sanderling war 1937 bei einer Aufführung der 5. Sinfonie in Moskau. 1992 sagte er in einem Interview:"... wir blickten uns schon nach dem ersten Satz bedeutungsvoll an: Würden wir nach dem Anhören dieser Sinfonie verhaftet werden, alleine nur deshalb, weil wir dieses Werk überhaupt gehört hatten?
Gerion (29.04.2008, 08:28): Original von HenningKolf
öffentliche Fragen kann ich dann ja auch selbst öffentlich beantworten, wenn ich der Antwort näher gekommen bin: internetangaben schwanken zwischen 2 und 4 Prozent, dazu käme die Einfuhrumsatzsteuer. Bis 23 € soll es zollfrei bleiben, wobei Versankosten mitzählen...soviel off topic dazu
Darf ich - off topic - ergänzen: Wenn ich mich nicht irre, sind es 3,5 % auf CDs und DVDs, vgl. diese FAQ-Seite der Zollbehörden.
Grüße, Gerion
teleton (29.04.2008, 12:02): Hallo P.Ruckmann,
an anderer Stelle hast Du Dich schonmal über Schostakowitsch-5-Haitink geäußert. :hello Willkommen auch hier im Forum, :haha :wink wenngleich Du auch nicht zu den Vielschreibern gehörst !
Wegen zahlreicher Meinungen und Threads in verschiedenen Foren habe ich mir Oktober 2006 die Haitink-Decca-Aufnahme, die mit der Sinf.Nr.9 gekoppelt ist noch als Vergleich zugelegt und mich intensiv damit beschäftigt:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6800086.jpg Concertgebouw Orchestra, London PO, Haitink Decca 1980/81 DDD
:( Mir gefällt die langsame Tempowahl Haitinks im 1.Satz überhaupt nicht. Der Anfang fällt genau so auseinander, wie das Finale (des 1.Satzes). Einzig der Durchführungsteil wird gepeitscht um dann wieder zu bremsen. Da finde ich rund 15Minuten bei Roshdestwensky (meiner Favoritenaufnahme) wesentlich angemesser. Der 2.Satz ist OK, den versteht er nicht als Ländler sondern mit seinem scharfen Sarkasmus. Der 3.Satz klingt im Vergleich zu Roshdestwensky vielleicht zu mahlerisch auch für meinen Geschmack etwas zu langsam, das mag aber auch am westlichen Orchester liegen, da klingt es aus Moskau einfach russischer. Der 4.Satz läßt IMO kaum wünsche offen. Diese Durchsetztungskraft hätte ich mir von Haitink im 1.Satz gewünscht. Positiv ist die Decca-Klangqualität.
:beer Zustimmen könnte ich Dir ohne wenn und aber bei Bernsteins Tokyo-CBS-Aufnahme von 1979: (ich weiss das Du die Aufnahme kennst). Mir gefallen beide Interpretationen von Bernstein: 1. 1959 NewYorker PH und 2. 1979 mit den NewYorker PH-LIVE in Tokyo (der absolute unbändige Wahnsinn) auch sehr gut. Bernstein hat vor der 1959er-CBS-Aufnahme der Sinfonie Nr.5 das Werk in Gegenwart und mit großer Zustimmung des Komponisten in Russland dirigert. :times10 Schostakowitsch war zu Tränen gerührt. Eine INFO, die natürlich für Bernstein spricht.
Bei meiner CD steht noch CBS drauf und nicht wie hier SONY:
:) Bei allem Wohlwollen für Bernstein möchte ich unbedingt auf meine AULOS-Aufnahme mit Kondraschin/ Moskauer PH aufmerksam machen, die technische sehr gut remastert ist und somit wesentlich besser klingt als auf der alten Melodia-CD und LP. Das Remastering auf der im deutschen Sprachraum erhältlichen neuen Melodia-Schostakowitsch-Sinfonien-Kondraschin-GA genausogut sein wie bei AULOS. Na denn !
:times10 Die Kondraschin-Interpretation (Eurodisc oder AULOS) ist gemeinsam mit Roshdestwensky auf Melodia (1984 DDD) eigendlich ein MUSS für alle Schostakowitsch-Freude. Hier erhält man die Fünfte als eine autentisch russische Interpretation mit ebensolchem russischem Orchesterklang.
Rachmaninov (29.04.2008, 18:22): Original von teleton Bernstein hat vor der 1959er-CBS-Aufnahme der Sinfonie Nr.5 das Werk in Gegenwart und mit großer Zustimmung des Komponisten in Russland dirigert. :times10 Schostakowitsch war zu Tränen gerührt. Eine INFO, die natürlich für Bernstein spricht.
Ich wäre hier sehr vorsichtig mit solchen Schlußfolgerungen. Nicht immer ist das was einer sagt auch das was er genau meinte. Glazunov hat fast immer etwas freundliches unverbindliches gesagt. Schostakowitsch hat sich dies auch zu eigen gemacht. Mal schauen was zu dieser Begegnung so alles geschrieben wurde. Bedeutet natürlich nicht das es nicht tatsächlich so gewesen sein kann....
teleton (30.04.2008, 20:16): Hallo Rachmaninov,
wenn Du Bernstein in seinen beiden Aufnahmen bei SONY hörst, egal ob die 1959er oder die 1979er, dann kannst Du nur allzugut ermessen, das auch der Komponist absolut begeistert gewesen sein muß.
:wink Vergleiche mal Bernstein mit Haitink (Sinf.Nr.5,1.Satz) und dann ist die Antwort gegeben !
Rachmaninov (30.04.2008, 21:13): Original von teleton Hallo Rachmaninov,
wenn Du Bernstein in seinen beiden Aufnahmen bei SONY hörst, egal ob die 1959er oder die 1979er, dann kannst Du nur allzugut ermessen, das auch der Komponist absolut begeistert gewesen sein muß.
:wink Vergleiche mal Bernstein mit Haitink (Sinf.Nr.5,1.Satz) und dann ist die Antwort gegeben !
MICH begeistert Bernstein eben nicht so sehr
HenningKolf (30.04.2008, 21:42): Original von Rachmaninov Original von teleton Hallo Rachmaninov,
wenn Du Bernstein in seinen beiden Aufnahmen bei SONY hörst, egal ob die 1959er oder die 1979er, dann kannst Du nur allzugut ermessen, das auch der Komponist absolut begeistert gewesen sein muß.
:wink Vergleiche mal Bernstein mit Haitink (Sinf.Nr.5,1.Satz) und dann ist die Antwort gegeben !
MICH begeistert Bernstein eben nicht so sehr
dto.
Rachmaninov (30.03.2009, 19:57): Mravisnky gilt wohl nicht zu unrecht als großer Schostakowitsch dirigent und zumindest einige Zeit vertraute DSch ihm wohl auch. Einige Uraufführungen wurden ihm zuteil.
der 5. Sinfonie nicht wirklich eine eingehende Bewertung zu. Zu vieles kommt einfach nicht rüber. Zu viele Details, zu viele dynamische Abstufungen. So bleibt nur eine Eindruck dessen was hier zu vermitteln gedacht war. Interessant, aber zu wenig um eine "objektive" Bewertung abzugeben.... :I
teleton (31.03.2009, 11:27): Hallo rachmaninov,
ja, die von Dir gezeigte Aufnahme wird die Mrawinsky-Aufnahmenvon 1954 sein. Da fehlt klangtechnisch eine Menge um wirklich Spaß an der Interpretation zu verspüren.
In den 80er-90er-Jahren habe ich aus diesem Grunde alle Mrawinsky-Aufnahmen gemieden, weil diese nur selten klanglich zufriedenstellend waren.
Erst seit etwa 2000 habe ich durch Kritiken doch gemerkt, das man Mrawinsky nicht unbeachtet lassen darf. Da gibt es so einige Leckerbissen (Hindemith, Honegger, Schostakowitsch, Tschaikowsky,.....).
Ich besitze heute die beiden Mrawinsky - CD Boxen von ERATO (12CD) und Brillant (10CD): Gerade der Sinfonie Nr.5 hat sich Mrawinsky des öfteren gewidtmet und daher haben wir auch TOP-Aufnahmen von ihm zur Verfügung. In beiden Boxen ist die Sinfonie Nr.5 in TOP-Qualität in gutem Stereo mit Mrawinsky vorhanden. Brillant 11/1982 14:20 - 04:58 - 12:14 - 10:29 ERATO 04/1984 15:01 - 05:10 - 13:09 - 10:51
:engel Mrawinsky gehört neben Roshdestwensky, Kondraschin und Swetlanow zu den größten Interpreten der Sinfonie Nr.5. Ich habe jetzt momentan nicht in Erinnerung welche der beiden o.g. Mrawinsky-Aufnahmen vorzuziehen ist. Ich meine es war sogar die Brillant-Veröffentlichung gewesen, die noch mehr Ausdruckskraft hatte. (Gerade in dieser Box steckt aber so manche desolate Mono-Aufnahme, die mich enttäuscht hat. ERATO iin der Box klanglich durchweg besser.)
Moderato assai (09.03.2025, 15:41): Schostakowitsch: 5. Sinfonie d-Moll
Überblick über 80 Aufnahmen
Es sind zwar schon über 15 Jahre her, dass zum Thema 5. Sinfonie was geschrieben wurde, aber vielleicht könnte es trotzdem für den einen oder anderen interessant sein, was ich in Sachen Schostakowitsch 5 ermitteln konnte. Dazu habe ich ungefähr 80 Aufnahmen verglichen und meine Ergebnisse niedergelegt. Es sind allerdings zu den Einspielungen auf Platte und CD auch ein paar unveröffentlichte Mitschnitte aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinzugekommen.
Wie man sich angesichts des Berges an Aufnahmen denken kann ist der Text ziemlich umfänglich geworden. Angesichts dem derzeit üblichen kurzen und knackigen Informationsaustausch mag das vielleicht überraschen, aber wenn man differenzieren will (oder muss, wenn es so viel Aufnahmen sind), bleibt einem nichts anderes übrig.
Allen Mutigen, die sich darauf einlassen, wünsche ich eine ordendliche Portion Standhaftigkeit beim Lesen. Vielleicht findet man ja dabei die neue Lieblingsaufnahme oder aber, wie es mir im Verlauf der Meinungsäußerungen zum Thema erscheint, man kann sich in der bereits gefundenen Meinung bestätigt sehen.
Andréjo (10.03.2025, 13:49): Das ist eine sehr schöne und umfangreiche Seite. Von den Werken her eine perfekte Erweiterung der Amadé-Seite (klassik prisma). :thumbup: :thumbup:
Gerade beim Sacre bin ich begeistert, da ich selber mehr als zehn Aufnahmen besitze.
Zwei Apercus : Bei Monteux warst Du sehr kritisch. Die nehme ich mir heute vor. Und bei Currentzis ändert sich nichts am Kaufabstand, den ich genommen habe.
Beste Grüße gleichfalls,
Wolfgang
Und gleich ein EDIT zu Monteux: Denn erst mal muss ich feststellen, welche seiner Einspielungen im Regal steht.
Sfantu (17.03.2025, 21:07): @Moderato assai
Auch von mir ein verspätetes Willkommen! Auch von mir ein ganz großes Kompliment für die Spitzenleistungen im klassik-kompass! Bei Sibelius, Schostakowitsch und Anderen werde ich mich bei Gelegenheit gern mit beteiligen - wenn auch kaum auf vergleichbar hohem Niveau. Und auf den Sacre habe auch ich nun wieder Appetit bekommen - merci, Andrejo. Auch, wenn ich nur acht Aufnahmen in meiner Sammlung habe (bin immer noch Sammler, kein Strömer). Allein bei Mahler werde ich mich heraushalten. Habe von jeder Sinfonie lediglich eine Aufnahme - einzig von der Vierten habe ich zwei. Ich konnte und kann mit seiner Musik manchmal wenig, meistens aber garnichts anfangen - übrigens ohne Leidensdruck. Allein - seine Nachwirkung ist zu bedeutend als daß man sein Werk zumindest als Referenzpunkt ignorieren könnte, wenn man ernsthaft über das mitreden wollte, das nach ihm kam.
Ich freue mich auf einen bereichernden Austausch!
Moderato assai (19.03.2025, 17:46): Ich freue mich auf einen bereichernden Austausch! Ganz herzlichen Dank für das freundliche Willkommenheißen. Ich freue mich auch.
Ich hatte mich auch noch bei einem anderen Forum angemeldet da verlief der Beginn zwar rege und es kam zu zahlreichen Aufrufen meiner Webseiten aber der Verlauf war nicht gerade vielversprechend. Zwar sind da auch viele freundliche und nette Menschen dabei, aber auch ein paar seltsame Linsenspalter, die offensichtlich vor allem auf Konflikt aus waren. Da habe ich mich lieber schnell wieder abgemeldet. Dazu ist die Lebenszeit einfach zu knapp bemessen.
Andréjo (01.07.2025, 18:34): Die Beiträge zur Fünften von Schostakowitsch hier im Thread will ich jetzt mal sichten. Eigentlich habe ich erst vor einer Woche und durch einen Interpretationsvergleich des BR dieses Werk wirklich für mich entdeckt und meine bislang drei CDs anschließend gehört - Mrawinski soll noch bestellt werden. Es scheint allenthalben diejenige Sinfonie des Meisters zu sein, bei der die Gelehrten am ausgepägtesten zwischen einer unmissverständlichen Doppelbödigkeit und einer weitaus weniger unmissverständlichen lavieren. Wenn man zur Kenntnis genommen hat, dass spätere Zeugnisse des Komponisten nicht nur mild schwanken zwischen Schein- und Wahrhaftigkeit - was man zur Entstehungszeit ohnehin nachvollziehen kann oder könnte, während es nach der Stalin-Ära schwieriger wird damit -, sondern vor allem in ihrer Authentizität überhaupt umstritten sind, dann wundert man sich über nichts mehr.
Mir selber fällt es nicht schwer, den Finalschluss als leeren Pomp zu empfinden - dröhnende Ostinati im Diskant, dazu recht simples melodisches Material ohne jedes Raffinement und tendenziell eine fehlende Mitte. Der Musikjournalist des BR bestätigt mich. Der vielleicht auch hier nicht unbekannte Detmolder Pianist Christian Köhn bestätigt mich durchaus nicht.
Ich war nie der ganz große Verehrer von Schostakowitsch und kann seiner Kammermusik, vor allem den trostlosen späten Sonaten am meisten abgewinnen. Jetzt steht er mir wieder näher - auch nichts Neues. Vielleicht melde ich mich zur Fünften ein weiteres Mal.
Denn irgendwie ist mir keineswegs Mozart entgangen (und auch anderes nicht wie der Sacre), aber Schostakowitsch dann doch, was Moderato assai' s pffige Seite anbelangt. :thumbup:
Andréjo (01.07.2025, 18:53): Dann melde ich mich gleich noch einmal quasi eher pauschal - vielleicht etwas genauer zu einem späteren Zeitpunkt.
Bislang kenne ich die Einspielungen LSO/ Svetlanov, Concertgebouw/ Haitink und Philadelphia/ Ormandy. Wenn fünf Punkte derart oft vergeben werden und auch im Hinblick auf das Bewertungssystem schlechthin - das ich aber jetzt nicht schon wieder oder noch einmal aus meiner Sicht erläutern möchte - dann sind vier Punkte eben nicht nur banal einer weniger als die Höchstpunktzahl, sondern damit einher geht sehr wohl Kritik im Prinzipiellen. Doch - ich kann sie nachvollziehen - beim braven Haitink mehr, bei Ormandy weniger. Und es könnte interessant für mich sein, die Sichtweisen zum Uraufführungsdirigenten Mrawinski durchzulesen, denn davon eine soll meine vierte CD werden.
Übrigens hat Robert Jungwirth auch Maxim Schostakowitsch neben Mrawinski auf den ersten Platz gesetzt. Zehn Aufnahmen wurden diskutiert. Gergiev - ich glaube mit Marinski - mochte er überhaupt nicht, Jansons oder Bernstein zum Beispiel sehr wohl. Fairerweise muss man dazusagen, dass das zweistündige Format zwar zu Ergebnissen und auch einem Ergebnis führen soll, aber dabei weder differenzierte Abstufungen vornehmen noch vielfach mehr als einen oder zwei typische Auszüge bieten kann. Das liegt in der Natur der Sache und darf insofern nicht mit dem Konzept von Moderato assai verglichen werden.
Philidor (01.07.2025, 19:05): Werter @Andréjo, kennst Du eventuell diese Seite? Dmitri Dmitriyevich Shostakovich
Andréjo (01.07.2025, 19:12): Nein! Vielen Dank, Meister Philidor!