D. Schostakowitsch: Violinenkonzert 1 a-Moll op.99
Rachmaninov (21.05.2006, 16:44): Hallo Forianer,
Dimitri Schostakowitsch schrieb insgesamt 6 Instrumentalkonzerte.
2 Klavierkonzerte 2 Cellokonzerte und 2 Violinenkonzerte.
Aus zwei wesentlichen Gründen möchte ich für die beiden Violinenkonzerte getrennte Threads anlegen:
Die Konzerte sind sehr unterschiedlich ebenso wie die Lebensumstände von D. Schostakowitsch und es gibt nur sehr wenige Aufnahmen wo beide Konzerte aufgenommen wurden.
Beriets 24.03.1948 vollendete Schostakowitsch sein 1. Violinenkonzert das er dem großen russischen Geiger D. Oistrach widmete, für den es auch bestimmt war.
Allerdings erfolgte die Uraufführung erst mehr als 7 Jahre später am 20.10.1955 in Leningrad. Geiger war David Oistrach der von den Leningrader Philharmoniker unter der Leitung von J. Mravinski begleitet wurde.
Ursache für die späte Aufführung war das s.g. Schdanov-Dekret das erste Instrumentalmusik quasi verbot. Nach dem Tod Stalins 1953 änderte sich dies ein wenig.
Wahrscheinlich war es der Courage von D. Oistrach zu verdanken, daß das Konzert aufgeführt wurde!
Das 1. Violinenkonzert ist ein grandioses sinfonisches Instrumentalkonzert.
Dem schwermütigem und mysteriösem Kopfsatz in a-Moll folgt ein Scherzo in der Tonart b-Moll. Im zweiten Satz ist auch das berühmte musikalische Monogramm D-Es-C-H enthalten. Der 3. Satz in f-Moll enthält eine der (für mich) emotionalsten Solokadenzen überhaupt bevor es dann in einem "positivem" Finale endet!
martin (23.05.2006, 18:02): Ich habe erst neulich wieder das 1. Violinkonzert von Schostakowitsch gehört. Ich habe die Naxoseinspielung, die mit sehr gut gefällt. Nur leider, ich habe meine CD schlecht behandelt, jedenfalls erlitt ich einen riesigen Schock, als mitten im wahrhaft himmlischen langsamen Satz die CD aussetzte. Eine brutale Erfahrung! Ist nicht zu beheben der Fehler. Nun muß ich mir die CD noch mal holen. Ärgerlich! Also jedenfalls ist dieses Konzert im allgemeinen und der langsame Satz insbesondere, einfach großartig.
Gruß Martin
Zelenka (23.05.2006, 18:14): Original von martin
Nur leider, ich habe meine CD schlecht behandelt, jedenfalls erlitt ich einen riesigen Schock, als mitten im wahrhaft himmlischen langsamen Satz die CD aussetzte. Eine brutale Erfahrung! Ist nicht zu beheben der Fehler.
Gruß Martin
Was hast Du der armen CD denn angetan?
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (23.05.2006, 18:21): Original von martin Also jedenfalls ist dieses Konzert im allgemeinen und der langsame Satz insbesondere, einfach großartig. Gruß Martin
@Martin,
schön das hier noch einer zu diesem Thread eine Antwort gibt.
Deine Aussage zu dem langsamen Satz kann ich nur unterstreichen. Eine Sternstunde der Kompositionen Schostakiwtschs. Kaum einer vermochte (IMO) deratige emotionale Abgründe ausleuchten wie er :down
Die Aufnahme mit dem sicherlich beeindruckensten langsamen Satz hat für mich L. Mordkovitch mit dem Scottish National Orchestra unter Järvi eingespielt. Tiefgreifender und emotionaler habe ich den Satz noch nie gehört.
Mordkovitch war nicht zu unrecht Oistrach's Lieblingschülerin. :D
Aber nicht nur deshalb zählt diese Aufnahme zu den absoluten Top Aufnahmen des ersten VK von Dimitri.
martin (23.05.2006, 19:53): Original von Zelenka Original von martin
Nur leider, ich habe meine CD schlecht behandelt, jedenfalls erlitt ich einen riesigen Schock, als mitten im wahrhaft himmlischen langsamen Satz die CD aussetzte. Eine brutale Erfahrung! Ist nicht zu beheben der Fehler.
Gruß Martin
Was hast Du der armen CD denn angetan?
Gruß,
Zelenka
Ich hatte es mir eine Zeit lang angewöhnt, gehörte CDs einfach aufeinanderzulegen und erst später in die CD Hüllen zurück zu tun. Das werde ich nie wieder tun! Auch ein paar andere CDs haben inzwischen Fehler. Ich bin da über die Jahre einfach zu leichtsinnig geworden. Da ich nun sicherlich 25 Jahre CDs höre und mir nie etwas ernsthaftes mit den CDs passiert ist, bin ich immer leichtfertiger geworden. Und nun rächt sich das. Was weiß ich, da muß mal irgend etwas völlig bescheuertes passiert sein. Wahrscheinlich hatte ich zunächst in den Honigropf gelangt, mir dann den Sand aus den Schuhen geschüttelt und dann meine CDs übereinandergestapelt. Ich stehe unter Schock! Hoffentlich ist wenigstens meiner "Krieg und Frieden" Oper mit Prokofjew nichts passiert, das wäre zu ärgerlich. Bisher halten sich die Verluste in Grenzen.
@ Rachmaninov. Da sind wir uns einig. Dieses Konzert ist wirklich toll!
Gruß Martin
Cosima (23.05.2006, 21:04): Hallo,
das 1. Violinkonzert op. 99 gehört - warum auch immer - nicht zu meinen liebsten Werken dieser Gattung. Insofern kenne ich auch nur die eine Aufnahme mit David Oistrakh und dem New Philharmonic Orchester unter Maxim Schostakowitsch (Les Introuvables, EMI, 1972). Es handelt sich hierbei um die zweite Fassung aus 1955.
Ich würde das Violinkonzert als sehr interessant bezeichnen, auch tief ergreifend in seiner Düsternis und Trostlosigkeit. Auch das fulminante Scherzo entkräftet nicht dieses Gefühl von Ausweglosigkeit. Der Beginn des 3. Satzes hat etwas Brutales, brachial zerstört er jeglichen vermeintlichen Hoffnungsschimmer aus dem Scherzo. Der 4. Satz wird seiner Bezeichnung (Burleske) sehr gerecht – in der Tat sehr kraftvoll und übermütig.
Oistrakh spielt das Konzert sehr gut.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (03.06.2006, 15:14): Eine der weiteren Topempfehlungen für Aufnahmen dieses Konzerts ist für mich ganz klar die von Vadim Repin mit dem Halle Orchestra unter Kent Nagano.
Jederzeit Herr der Lage und seine technischen Überlegenheit scheibar vollkommen sicher gelingt Repin eine der ausdrucksstärksten Deutungen des Violinenparts überhaupt. Dazu noch das richtig gut geleitete Orchester ergeben eine insgesamt hochklassige und sehr empfehlenswerte Aufnahme.
ab (09.06.2006, 17:43): Original von Rachmaninov Die Aufnahme mit dem sicherlich beeindruckensten langsamen Satz hat für mich L. Mordkovitch mit dem Scottish National Orchestra unter Järvi eingespielt. Tiefgreifender und emotionaler habe ich den Satz noch nie gehört.
So sehr ich die Aufnahmen Järivs mit Schostakowitsch bei Chandos schätze (trotz so mancher Schlampigkeiten), die der Violinkonzerte mit Mordkovich konnte mich leider nicht begeister. Zum einen ist der Klang (sofern man den Hall und die Raumästehtik schätzt) deutlich unter dem Durchschnitt, was sonst dieses Labels zustande bringt. Zum anderen nervt mich dieses fast nuancierungslose breite Dauervibrato. Ferner schätze ich bei Schostakowitsch mehr einen Ausdruck, denn ich als "russisch" bezeichen würde, ihr Spiel empfinde ich eher als romatisch-beschönigend. (Das alles aus einer Erinnerung vor Jahren, als ich sie mir zum letzten Mal angehört hatte - ich sollte sie mir wohl wieder einmal zu Gemüte führen.)
Aber sicherlich hast Du ganz recht: Dies ist sehr emotional gespielt und jedenfalls tiefgreifend, womöglich mehr sogar als selbst die Aufnahmen von David Oistrach oder Leonid Kogan (beide kenne ich Live mit Kondrashin).
Die klanglich frustrierendste Aufnahme, die ich kenne, ist übrigens die von Dmitiri Sitkovetsky/Andrew Davies (Virgin), die sonst (vermutlich) zu den empfehlenswerten gehören würde, wenn man nicht meinte, statt der Musik eine Waschmaschine zu hören. Bei solchen Tontechnikern hilft auch das aktuellste technische Material nichts. Daziehe ich klanglich sogar noch die oben genannten historischen Konzertmitschnitte vor...
Rachmaninov (18.06.2006, 11:08): @ab,
ich kenne die L. Kogan Aufnahme aus der Kondrashin Box, die ich mir kürzlich zugelegt habe. Abersolute Aufnahme der Spitzenklasse was Kondrashin und Kogan da spielen.
Diese Mühelosigkeit mit der Kogan die Schwierigkeiten des Konzerts meistert und dabei noch so scheinbar unendlichen Spielraum für die Gesatalltung ausnutzt ist einfach KUNST! :down
Rachmaninov (05.07.2006, 11:55): Vor erst wenigen Wochen erschien eine Aufnahme der Violinenkonzerte Schostakowitsch's mit Daniel Hope mit dem BBC Symphony Prchestra unter der Leitung von Schostakowitschs Sohn Maxim.
Eine Homage zum 100. Geburtstag des eigenen Vaters.
IMO eine sehr sehr gute Aufnahme. Hope spielt sein geigerisches Potential voll aus, lotet Grenzen aus und gestalltet mit tollem Geigenton und Farbreichtum.
Dazu das vorzüglich geleitete Orchester. Macht Spaß!
Rachmaninov (11.07.2006, 11:27): Zu den richtig guten Aufnahmen des 1. Violinenkonzerts gehört ebenfalls die Aufnahme des Royal Philharmonic Orchestra unter Andre Previn.
Die Sologeige spielt V. Mullova.
Mullova's Geigenton passt fantastisch zu dem Charakter des Werks und ihre gestallterischen Fähigkeiten lassen wirklich das Herz höher schlagen.
Dazu ein gut geleitetes Orchester.
Rachmaninov (22.07.2006, 08:19): Eine Aufnahme die ich ausdrücklich nicht empfehlen kann ist die Ilya Gringolts mit dem Isreal Philharmonic Orchstra unter Itzhak Perlman.
Perlman's als Dirigent hat das Werk wirklich gar nicht verstanden und zwingt Orchester und Geiger in eine Einspielung, die wirklich unnötig ist und einen durchaus guten Geiger schlecht "anhören" lässt.
Rachmaninov (20.08.2006, 17:48): Als ich letztlich im Kölner Saturn war hörte ich in drei recht neue Aufnahme des Konzerts rein
Leila Josefowicz - Birmingham SO, Sakari Oramo
Baiba Skride - RSO Berlin - Marek Janowski
Sarah Chang - Berlin PO - Simon Rattle
Während Josefowicz und Skride mich gar nicht überzeugten klang immerhin die Aufnahme von S. Chang mit den, oder dank der Berliner Philharmoniker, durch aus interessant. Allerdings auch wiederum nicht so sehr das ich mir die x-te Aufnahme zum Vollpreis gekauft hätte! :wink
Rachmaninov (21.08.2006, 12:43):
Also um es kurz zu machen. Meine Erinnerungen an diese Aufnahme waren nicht sonderlich gut. Aus diesem Grund hört ich sei eben nochmals. Alledings nur bis zur Mitte des dritten Satzes.
Rostropovich Leitung des LSO ist einfach nur grausig, träge, klebrig und so etwas von dröge.
Dazu kommt noch dieses gequälte grauenhafte Spiel von Vengerov.
Wie Kaugummi das ganze und im dritten Satz war es mir dann einfach zu viel. Grausig!!! :S
Zelenka (21.08.2006, 12:54): Original von Rachmaninov
Also um es kurz zu machen. Meine Erinnerungen an diese Aufnahme waren nicht sonderlich gut. Aus diesem Grund hört ich sei eben nochmals. Alledings nur bis zur Mitte des dritten Satzes.
Rostropovich Leitung des LSO ist einfach nur grausig, träge, klebrig und so etwas von dröge.
Dazu kommt noch dieses gequälte grauenhafte Spiel von Vengerov.
Wie Kaugummi das ganze und im dritten Satz war es mir dann einfach zu viel. Grausig!!! :S
Gewann 1995 einen "Gramophone Award" ...
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (21.08.2006, 14:01): Original von Zelenka Original von Rachmaninov
Also um es kurz zu machen. Meine Erinnerungen an diese Aufnahme waren nicht sonderlich gut. Aus diesem Grund hört ich sei eben nochmals. Alledings nur bis zur Mitte des dritten Satzes.
Rostropovich Leitung des LSO ist einfach nur grausig, träge, klebrig und so etwas von dröge.
Dazu kommt noch dieses gequälte grauenhafte Spiel von Vengerov.
Wie Kaugummi das ganze und im dritten Satz war es mir dann einfach zu viel. Grausig!!! :S
Gewann 1995 einen "Gramophone Award" ...
Gruß,
Zelenka
Mag sein, aber nicht den "das-Klassikforum.de"-Admin Award :rofl
fohlenfanatiker (21.08.2006, 15:26): Ich besitze diese Aufnahme auch, kenne auch die Kritik, muss aber sagen, dass ich diese Einschätzung nicht teile. Ich habe es auch seit längerer Zeit nicht mehr gehört, hab es aber nicht aus "grauselig" in Erinnerung. Werde mir vielleicht in Kürze nochmal Hillary anhören. Das Problem bei Schostakovich ist für mich, dass man für diese Musik Zeit und Ruhe braucht, davon hab ich nicht immer so viel :I :I :I :I :I
Rachmaninov (16.09.2006, 20:35): Hier ist eine Besprechung einer der vielen Aufnahmen mit D. Oistrach zu finden!
Wotan (17.09.2006, 19:40): Hallo,
ich schätze die Aufnahme mit Oistrach und Mravinsky. Meine absolute Lieblingsaufnahme ist allerdings die mit Janowski und Hilary Hahn. Orchester zwar nicht so stark wie bei Mravinsky, aber Hahn ist absolut unglaublich!
Frau Steinbacher wird von einem hervorragenden Orchester unterstützt - leider begleitet Frau Steinbacher recht häufig das Orchester. Auch wirkt ihr Spiel oft sehr angestrengt - gerade im dritten Satz gelingt es ihr kaum noch neben dem Spiel Emotionen zu wecken und dieses Schaudern bei uns zu erreichen, das uns Sergey Khachatryan zugefügt hat :down - Masur hält das Orchestra National de France an der kurzen Leine. Manchmal würde ich mir mehr Präsenz und Fülle wünschen. Ich denke aber Masur macht das mit voller Absicht um seinem Virtuosen die verdiente Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Und der macht wirklich alles richtig - Gänsehaut pur! Wer mit mehr Vibrato bei der Geige leben kann und auch einen etwas groberen Geigenton verträgt, der wird (wie ich) von Oistrakh begeistert sein. Er kommt gut mit dem forsch spielenden New York Philharmonic Orchestra zurecht. Für mich eine Top Aufnahme.
Hillary Hahn spielt die Violine perfekt. Super schnell fliegt sie über sämtliche Schwierigkeiten nie würde ihr ein technischer Fehler unterlaufen. Aber IMO spielt sie keinen Shostakovich. Ich warte noch mal 10 - 20 Jahre und wenn sie das Konzert noch mal aufnimmt, dann bin ich gespannt!
Wahnsinn, was der Sergey Khachatryan da abliefert :times10 :down :down
Gruss,
Rachmaninov (16.01.2007, 18:46): Als Sergey Khachatryan im Jahr 2005 den Queen Elizabeth Wettbewerb in Brüssel gewonnen hatte war dies sicherlich keine Üverraschung. Der Armenier, der bereits zuvor den Sibelius Wettbewerb gewonnen hatte, war der klare Favorit bei dem Wettbewerb und konnte sich eigentlich nur selber schlagen.
Wahrscheinlich war er der beste Teilnehmen den die Jury seit dem Wettbewerb mit der Teilnahme Vadim Repin (1. Platz) und A. Suwanai (2. Platz hinter Repin) gehört hatten.
Ziemlich schnell wurde anschließend klar, daß es eine Veröffentlichung mit dem Schostakowitsch Violinenkonzerten geben würde.
Ein Radiomitschnitt ließ damals Großes hoffen.
Als klar wurde das K. Masur die Leitung des Orchsters übernehmen würde war ich zunächst skeptisch.
Dies änderte sich auch zunächst nicht bei den ersten Höreindrücken!
Anfangs erschien mir das Orchseter wenig agil und zu sehr im Hintergrund.
Nach einigen Hörsitzungen ist mir aber klar Kurt Masur hat einfach eine hoch intelligente Aufnahme vorgelegt. Das Orchester tritt unter seinem Dirigat niemals über gebühr in den Vordergrund. Warum auch? Schostakowitsch schrieb das Konzert für D. Oistrach und es ist primär ein Werk für einen Geiger der im Vordergrund steht. So erlaubt Masur dem Orchster nur in den Passagen "Oberhand" zu gewinnen in denen der Sologeiger schweigt. Clever! Masur weiß nämlich eins: Sergey Khachatryan ist der perfekte Geiger für dieses Konzert. Kein anderer Geiger den ich jemals gehört habe, weder Oistrach, Repin, Kogan, Mordkovich, Mullova, Hahn, Kagan, Hope, Steinbacher usw. usw.), haben jemals eine derart vollkommende Leistung vollbracht was die Perfektion hinsichtlich der technischen Anforderungen in Kombination mit einer derartigen Ausdruckstiefe angeht.
Man höre sich nur den dritten Satz an der mit der Solokadenz abschließt. Diesen tief bewegenden Anfang des Satzes spielt der junge Geiger mit einer emotionalen Präsenz, die einem im Mark erschüttert. Und das ohne einem unangenehmen Dauervibrato, sondern aus einer Tiefe eines Schostakowitsch_verständnisses heraus, das einem "angst und bange" macht! Dies ist eins der erdrückendsten Darstellungen der emotionalen Verfassung des Komponisten, die ich jemals gehört habe. Was dazu kommt ist diese Perfektion in der technischen Ausführung. Da verweise ich nur auf die Kadanz. Kein anderer Geiger hat aus meiner sicht die Kadenz jemals derart sauber gespielt.
Das alles erinnert an die technische Meisterschaft eines J. Heifetz in Symbiose mit der Ausdrukcskraft eines Oistrachs oder Kogans.
Sie überstrahlt bei weitem alles was ich von diesem Konzert jemals gehört habe. Sie erweitert IMO die Bewertungsskala für dieses Werk um eine erhebliche größe.
Dagegen verblassen ALLE mir bekannten Aufnahmen des Konzerts. Genialer Geiger, hoch intelligente geführtes und agierendes Orchster:
Wer einmal erfahren will wie die emotionale Welt des D. Schostakowitsch sein gewesen mag kann 1000 Seiten lesen und wird bei weitem nicht das vermittelt bekommen und erfahren was diese Aufnahme innerhalb von weniger als 40 Minuten vermittelt!
Interpretatiopn: beyond 10 +++ Klang: 8-9
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8795946.jpg
Orchestra National de France, Kurt Masur
nikolaus (16.01.2007, 20:19): Original von Walter
Hillary Hahn spielt die Violine perfekt. Super schnell fliegt sie über sämtliche Schwierigkeiten nie würde ihr ein technischer Fehler unterlaufen. Aber IMO spielt sie keinen Shostakovich. Ich warte noch mal 10 - 20 Jahre und wenn sie das Konzert noch mal aufnimmt, dann bin ich gespannt!
Wahnsinn, was der Sergey Khachatryan da abliefert :times10 :down :down
Gruss,
Schade, jetzt habe ich mir doch die Aufnahme von Hilary Hahn zugelegt, obwohl ich noch gezögert hatte. Ich stimme mit dir überein, daß sie perfekt spielt, vielleicht aber zu perfekt!?
Na ja, wenn's der Geldbeutel wieder zuläßt, wird sich der Khachatryan dazugesellen :W
Nikolaus.
Rachmaninov (16.01.2007, 20:43): Original von nikolaus Original von Walter
Hillary Hahn spielt die Violine perfekt. Super schnell fliegt sie über sämtliche Schwierigkeiten nie würde ihr ein technischer Fehler unterlaufen. Aber IMO spielt sie keinen Shostakovich. Ich warte noch mal 10 - 20 Jahre und wenn sie das Konzert noch mal aufnimmt, dann bin ich gespannt!
Wahnsinn, was der Sergey Khachatryan da abliefert :times10 :down :down
Gruss,
Schade, jetzt habe ich mir doch die Aufnahme von Hilary Hahn zugelegt, obwohl ich noch gezögert hatte. Ich stimme mit dir überein, daß sie perfekt spielt, vielleicht aber zu perfekt!?
Na ja, wenn's der Geldbeutel wieder zuläßt, wird sich der Khachatryan dazugesellen :W
@Nikoluas,
die Aussagen hier stellen Meinungen dar! D.h. nicht, daß die Hahn Aufnahme ein schlechter Kauf war. DIe Aufnahme ist sicherlich keine schlechte Aufnahme.
Nikolaus.
nikolaus (16.01.2007, 20:52): Original von Rachmaninov
@Nikoluas,
die Aussagen hier stellen Meinungen dar! D.h. nicht, daß die Hahn Aufnahme ein schlechter Kauf war. DIe Aufnahme ist sicherlich keine schlechte Aufnahme.
Nein, natürlich ist es keine schlechte Aufnahme, sie hat mir ja auch etwas gesagt, sonst hätte ich sie nicht genommen. Aber wie gesagt, vielleicht ist sie fast zu gut/perfekt.
Nikolaus.
Rachmaninov (18.02.2007, 11:26): @Walter,
ich muss Dir einfach zustimmen!
Arabella Steinbacher - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks - Andris Nelsons
Zu Anfang etwas positives. Die Tontechniker setzten das Orchester durch die Aufstellung der Microphone ins rechte Licht. Dadurch sind alle Instrumentengruppen sauber zu hören und jederzeit transparant und sauber wahrnehmbar. Dies ermöglicht eine recht schöne Darstellung der Orchesterpartitur, obwohl ich sagen muss das es schon stärkere Leistungen hinsichtlich der Spannung und des emotionalen Ausdruck unter anderen Dirigenten gab.
Eine Enttäuschung ist für mich die Solistin. Man höre nur den dritten und vierten Satz und es zeigt sich offensichtlich, dass A. Steinbacher den nötigen Einblick in die Welt Schostakowitsch erlangt. Für meinen Geschmack zu ausdrucksschwach und oberflächlich im dritten Satz. Teilweise auch von Orchester überspielt. Bei der Kadenz erscheint sie mir, wie auch stellenweise im vierten Satz, am Limit. Sowohl im Ausdruck als auch in der Technik.
Man höre einfach mal im Vergleich die gelungenen Aufnahmen mit anderen Geigern und es ist offensichtlich:
Interpretation: 6 Klang: 8
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9954953.jpg
nikolaus (18.02.2007, 22:38): Ich habe am Freitagabend im Auto einen Konzertmitschnitt mit Vadim Repin und der Dresdner Staatskapelle unter ? (habe ich vergessen) gehört. Eigentlich wollte ich CDs hören, aber es war eine spannende Interpretation von Repin, die mir sehr gut gefiel!
Nikolaus.
Rachmaninov (19.02.2007, 06:25): Original von nikolaus Ich habe am Freitagabend im Auto einen Konzertmitschnitt mit Vadim Repin und der Dresdner Staatskapelle unter ? (habe ich vergessen) gehört. Nikolaus.
Kent Nagano
Also ich empfehle ich nochmals nachdrücklich die Warner 10 CD Box mit Repin wo u.A. auch diese CD drauf ist! :engel
nubar (19.02.2007, 22:55): Lieber Rachmaninov,
war das nicht das Halle-Orchester, oder irre ich?
Grüße, nubar
Rachmaninov (20.02.2007, 06:13): Original von nubar Lieber Rachmaninov,
war das nicht das Halle-Orchester, oder irre ich?
Grüße, nubar
Ja "Halle",
war "nur" auf den Dirigenten konzentriert und habe das Orchester glatt überlesen!
ab (15.03.2007, 11:50): Kennt jemand von euch diese Aufnahme: Dmitri Kogan & Maxim Shostakovich (Delos)
hierbei soll es sich um die erste studio-einspielung des konzertes überhaupt handeln. die mono-aufnahme entstand 1956 in der carnegie hall. die akustik ist zwar nicht überragend, aber neben dem brillianten und intensiven d. oistrach ist das orchestrale spiel der new yorker unter dimitri mitropoulos ergreifend. der dritte satz, die passacaglia, wird eindringlichst formuliert.
gruß, siamak :engel
Rachmaninov (17.08.2007, 14:36): Original von AcomA hallo,
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6607071.jpg
hierbei soll es sich um die erste studio-einspielung des konzertes überhaupt handeln. die mono-aufnahme entstand 1956 in der carnegie hall. die akustik ist zwar nicht überragend, aber neben dem brillianten und intensiven d. oistrach ist das orchestrale spiel der new yorker unter dimitri mitropoulos ergreifend. der dritte satz, die passacaglia, wird eindringlichst formuliert.
gruß, siamak :engel
@Siamak,
zugegeben, eine recht gute Aufnahme. Wie von Dir betont insb. auch der Orchesterpart. Allerdings, obwohl Oistrach Widmungsträger ist, ich tue mich ein wenig schwer mit der Aufnahme bzw. DEN Oistrach-Aufnahmen des Konzerts. Alles top, aber sein "Dauervibrato" übersteigt oftmals das was ich ertragen kann bzw. was mit persönlich gefällt.
das Schostakowitsch: Violinkonzert Nr.1 op.99 ist mein absolutes Lieblings-Violinkonzert und gehört zu den größten und besten, tiefgehensten Werken dieser Gattung überhaupt.
In diesem Thread sind einige Aufnahmen verrissen worden, die ich gar nicht so übel finde: Sitovetzky / Davis (Virgin) finde ich angemessen und auch vom Orchester mit der richtigen Schlagkraft unterstützt. Die Prokofieff-Violinkonzerte auf dieser Doppel-CD sind tatsächlich klanglich besser als die von Schostakowitsch. Ich finde eine der besten "Westaufnahmen".
Vengerov / Rostropowitsch (Teldec) ist von dem, dem man es eigendlich zutrauen sollte nicht angemessen begleitet worden und Vengerov hat auch nicht die Tiefe eines Oistrach zu bieten.
Die Aufnahmen mit Mordkovitch / Järvi (Chandos) hatte ich auch im Auge, aber wenn diese so überromantisiert sind, wie hier beschrieben, dann lasse ich meinen Kaufplan lieber fallen.
:) Eine andere sehr gute Aufnahme des Violinkonzertes Nr.1 auf EMI ist mit Perlmann/Metha (EMI), die an Tiefe und Ausdruck Oistrach schon sehr nahe kommt.
:down Für mich gibt es keine bessere Interpretation, als die vom Widtmungsträger David Oistrach. Leider hat Oistrach vom Vio Nr.1 keine Stereo-Aufnahme gemacht, dafür mehrere in den USA und in Russland, die alle leider vor 1957/8 erfolgten.
Leider ist gerade auf der bekannten Eurodisc-CD das Violinkonzert Nr.1 (Aufnahme 1957 mit Leningrader PH/Mrawinsky) in MONO und das Violinkonzert Nr.2 mit Kondraschin / Moskauer PH (Aufnahme 1967) zum Glück in Stereo. (Ich habe diese CD vom franz.Label Harmonia Mundi ergattern können, da die Eurodisc-CD seinerzeit nicht greifbar war.)
:W Bei Brillant ist dann diese Neuauflage erschienen: http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7646581.jpg Diese Brillant - Concerto - 3CD - Box hatte ich mir gekauft um die Violinkonzerte Nr. 1 und 2 mit Oistrach in einer besseren Klangqualität zu haben.
:beer Meine Vermutung vor dem Kauf war goldrichtig: Brillant verwendet das Remastering der BMG-Eurodisc-Version und ist klanglich weitaus besser als das französische Harmonia-Mundi-Remastering, von der ich die HarmoniaMundi-CD habe. Diese Sternstunden der CD-Geschichte in besserer Klangqualität zu haben sind den Kauf der Brillant-Box für 6,99 allemale Wert und man bekommt noch die beiden Cellokonzerte mit Ivashkin in einer guten Vergleichs-Interpretation auch klanglich TOP und die Klavierkonzerte mit Ortiz sind auch OK (wenn auch auch nicht so vollendet wie mit E.List/M.Schostakowitsch), aber sogar in DDD.
Schostakowitsch: Violinkonzert Nr.1 mit Oistrach/Leningrader PH/Mrawinsky - Aufnahme 1959 (MONO, man vergisst das beim Hören dieser großartigen Wiedergabe total - (eine Außnahmeerscheinung bei mir, der sonst nur Stereo hört))
Schostakowitsch: Violinkonzert Nr.2 mit Oistrach / Moskauer PH/Roshdestwensky - Aufnahme 1968 (Stereo), daher auch eine Ergänzung zur ebenfalls großen Kondraschin-Aufnahme bei der HM-CD.
:cool Der Klang der russischen Orchester überzeugt mich auch hier mehr als sämtliche west-und amerikanischen Aufnahmen. Mrawinsky, Roshdestwensky und Kondraschin sind hier wieder die Konzertbegleiter, die Schostakowitsch "die" Autentizität verleihen.
Rachmaninov (09.10.2007, 12:44): Original von teleton :down Für mich gibt es keine bessere Interpretation, als die vom Widtmungsträger David Oistrach. Leider hat Oistrach vom Vio Nr.1 keine Stereo-Aufnahme gemacht, dafür mehrere in den USA und in Russland, die alle leider vor 1957/8 erfolgten.
Darf ich fragen welche Du sonst so kennst und hier mit berücksichtigst?
teleton (09.10.2007, 13:19): Hallo Rachmaninov,
ich kenne fast alle in diesem Thread beschrieben und die in meinem Beitrag genannten, habe ich auf CD.
Die empfohlene Aufnahme mit Khatchatryrian soll auch nach deiner Empfehlung TOP sein, die würde mich auch noch interessieren.
Eine der David Oistrach sehr nahe stehende Aufnahme, die eigendlich meine liebste ist, habe ich noch nicht erwähnt, da ich diese nur auf einer Eurodisc-LP besitzte und auf die CD-Veröffentlichung warte:
:engel Es ist die Aufnahme des Violinkonzertes Nr.1 mit Igor Oistrach / Moskauer PH, Maxim Schostakowitsch (Eurodisc - LP) .
?( Warum sind solche Schätze nicht auf CD zu haben, zumal eine Klangqaulität in gutem Stereo vorliegt.
ab (09.10.2007, 13:32): Original von teleton
Brillant verwendet das Remastering der BMG-Eurodisc-Version und ist klanglich weitaus besser als das französische Harmonia-Mundi-Remastering, von der ich die HarmoniaMundi-CD habe.
Jedenfalls ist einschränkend zu sagen, dass Brilliant Classics eher wenig sensibel die alten Aufnahmen bearbeitet und leider einiges vom Dynamikspektrum, welches die Musikalität hörbar machen würde, einem aufgefetteterem Klang und überflüsiger Rauschreduzierung opfert. :S
teleton (09.10.2007, 13:38): Hallo ab,
das ist Richtig, denn Brillant verwendet nur das Material, was auch eingekauft wird. Ich denke mal das die keine der vertriebenen Aufnahmen selber remastern.
Aber hier beim Schostakowitsch Viiolinkonzert ist das richtige BMG-Remastering "eingekauft" worden, sodaß eine klare Verbesserung zu dem französischen Schrott bei Harmonia Miundi erfolgte.
Das ist übrigens nicht meine erste HarmoniaMundi-CD, die ich später bei Eurodisc in wesentlich bessere Qualität bekommen habe. Ein Bsp.: Khatchaturain-Vilionkonzert mit Oistrach / Moskauer PH / Khatchaturian (Eurodisc) - weitaus besser als der HM-Müll.
ab (09.10.2007, 13:50): Original von teleton Hallo ab,
das ist Richtig, denn Brillant verwendet nur das Material, was auch eingekauft wird. Ich denke mal das die keine der vertriebenen Aufnahmen selber remastern.
Ich dachte, dies seien dieselben Aufnahmen wie in der "The Russian Archives"-Boxen und diese sind russische Linzenzaufnahmen von Gostelradiofund, nicht aber von BMG. Ergo: die BMG-Ausgaben sind wohl eher auch von dort eingekauft worden.
Jedenfalls sind diese Aufnahmen bei Brilliant, obwohl vermutlich neuer transferiert, leider, leider klanglich deulich schechter als dies zB das Label History zur früheren Zeiten zuwege gebracht hat, und das, obwohl die Programme damals noch längst nicht so gut wie heute waren.
ab (09.10.2007, 13:56): Original von teleton Das ist übrigens nicht meine erste HarmoniaMundi-CD, die ich später bei Eurodisc in wesentlich bessere Qualität bekommen habe. Ein Bsp.: Khatchaturain-Vilionkonzert mit Oistrach / Moskauer PH / Khatchaturian (Eurodisc) - weitaus besser als der HM-Müll.
Die Eurodisc-CD habe ich klanglich ganz entsetzlich in Erinnerung - gut dass ich die HM-Überspielung gar nicht kenne!
Von HM gabs übrigens auch einmal CDs, auf der die doppelte Zeit untergebracht wurde, indem die Monostück auf je einen Kanal gepresst waren. Da freut sich jeder, der nicht bei seiner Anlage die Kanäle trennen kann :leb
HenningKolf (09.10.2007, 19:50): Original von teleton
David Oistrach.
:W Bei Brillant ist dann diese Neuauflage erschienen: http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7646581.jpg Diese Brillant - Concerto - 3CD - Box hatte ich mir gekauft um die Violinkonzerte Nr. 1 und 2 mit Oistrach in einer besseren Klangqualität zu haben.
:beer Meine Vermutung vor dem Kauf war goldrichtig: Brillant verwendet das Remastering der BMG-Eurodisc-Version und ist klanglich weitaus besser als das französische Harmonia-Mundi-Remastering, von der ich die HarmoniaMundi-CD habe. Diese Sternstunden der CD-Geschichte in besserer Klangqualität zu haben sind den Kauf der Brillant-Box für 6,99 allemale Wert und man bekommt noch die beiden Cellokonzerte mit Ivashkin in einer guten Vergleichs-Interpretation auch klanglich TOP und die Klavierkonzerte mit Ortiz sind auch OK (wenn auch auch nicht so vollendet wie mit E.List/M.Schostakowitsch), aber sogar in DDD.
Schostakowitsch: Violinkonzert Nr.1 mit Oistrach/Leningrader PH/Mrawinsky - Aufnahme 1959 (MONO, man vergisst das beim Hören dieser großartigen Wiedergabe total - (eine Außnahmeerscheinung bei mir, der sonst nur Stereo hört))
:cool Der Klang der russischen Orchester überzeugt mich auch hier mehr als sämtliche west-und amerikanischen Aufnahmen. Mrawinsky, Roshdestwensky und Kondraschin sind hier wieder die Konzertbegleiter, die Schostakowitsch "die" Autentizität verleihen.
Die Box habe ich auch und bin damit höchst zufrieden. Es gibt allerdings auch eine für mich genausogute Aufnahme mit einem nichtrussischen Orchester
ich habe eine andere Ausgabe von icone, ist aber die gleiche Aufnahme glaube ich....eine Liveaufnahme, Stadler hat sogar unüberhörbar Probleme, glaube er liegt auch ein oder zweimal daneben, aber mir gefällt der Geigenton und die Emotion, die alle Beteiligten an den Tag legen
dagegen von der Kritik gelobt, aber mit einem in meinen Ohren fürchterlichen Geigenton und einem Orchester ohne Gefühl für diese Musik:
ich habe diese CD nur halb gehört und hatte auch keine Lust mehr, in den Janacek hineinzuhören. Möglicherweise sieht das mancher ganz anders, aber mir sträubten sich buchstäblich die Nackenhaare, aber aufgrund einer allergischen Reaktion, nicht wegen eines wohligen Gefühls
Mit den drei anderen Aufnahmen bin ich derart zufrieden, dass ich beschlossen habe, es einfach dabei zu belassen und lieber Geld in bestehende Lücken zu investieren.
Henning
Rachmaninov (09.10.2007, 19:53): Original von HenningKolf dagegen von der Kritik gelobt, aber mit einem in meinen Ohren fürchterlichen Geigenton und einem Orchester ohne Gefühl für diese Musik:
ich habe diese CD nur halb gehört und hatte auch keine Lust mehr, in den Janacek hineinzuhören. Möglicherweise sieht das mancher ganz anders, aber mir sträubten sich buchstäblich die Nackenhaare, aber aufgrund einer allergischen Reaktion, nicht wegen eines wohligen Gefühls
Henning
@Henning,
die Skride Aufnahme hat es auch nicht in meine Sammlung geschafft!
:D
teleton (10.10.2007, 07:25): Hallo Henning,
ja, die Aufnahme mit D.Oistrach / New Yorker PH / Mitropolis (CBS) hat die gleiche hohe interpretatorische Qualität wie die Oistrach / Mrawinsky-MONO-Aufnahme (Eurodisc). Leider ist diese auch in MONO und da diese sich nicht wesentlich unterscheidet und habe ich diese nicht auf CD angeschafft.
Interessant sicher auch die unbekannte russsische Liveaufnahme mit Stadler. Aber ich denke genau wie Du: Wenn man mal eine gute Aufnahme gefunden hat, dann kann man sich anderen musikalischen Neuheiten zuwenden.
Thema für einen Schosty-Cellokonzert-Thread: Die Aufnahme des Cellokonzertes mit Rostropowitsch / Philadelphia O. / Ormandy (CBS) auf Deiner Heritage-CD habe ich in einer anderen CBS-Zusammenstellung mit den beiden Klavierkonzerten auf CD - eine wunderbare Aufnahme (die beste Interpretation die ich kenne) - leider rauscht die Aufnahme von 1959 aber sehr stark. Obwohl auf deiner SONY-Heritage-CD etwas von MONO ERA steht ist dies aber schon eine Stereo-Aufnahme.
Rachmaninov (10.10.2007, 07:49): Original von teleton Hallo Henning,
ja, die Aufnahme mit D.Oistrach / New Yorker PH / Mitropolis (CBS) hat die gleiche hohe interpretatorische Qualität wie die Oistrach / Mrawinsky-MONO-Aufnahme (Eurodisc). Leider ist diese auch in MONO und da diese sich nicht wesentlich unterscheidet und habe ich diese nicht auf CD angeschafft.
@teleton, @henning,
meine Begeisterung für Oistrach hält sich in Grenzen. Zwar schätze ich seinen Zugang, allerdings komme ich mit seinem Dauervibrato, besonders im dritten Satz, eher weniger zurecht.
Was den Solisten angeht ist IMO Khachatryan unbedingt zu beachten.
Zwar schätze ich seinen Zugang, allerdings komme ich mit seinem Dauervibrato, besonders im dritten Satz, eher weniger zurecht. Es gibt Dinge die zwischen dem Widmungsträger David Oistrach und seinem Freund Dmitri Schostakowitsch abgesprochen sind. Ein lästiges oder störendes Vibrato ist mir nie aufgefallen - das ist von beiden Oistrach´s so gespielt wie es sein muß, vom Komponisten gewollt ist und wie es autentischer nicht sein könnte.
:beer Ich bin ja immer noch auf der Suche nach meiner Lieblingsaufnahme auf CD mit Igor Oistrach / Maxim Schostakowitsch. Ich ziehe diese nur deshalb David Oistrach vor, weil diese einfach klangtechnisch besser ist und in Stereo; der höchst autentische Interpretationsansatz ist der Gleiche, hier mit Schosty´s Sohn.
Rachmaninov (10.10.2007, 08:23): Original von teleton Guten Morgen Rachmaninov,
Zwar schätze ich seinen Zugang, allerdings komme ich mit seinem Dauervibrato, besonders im dritten Satz, eher weniger zurecht. Es gibt Dinge die zwischen dem Widmungsträger David Oistrach und seinem Freund Dmitri Schostakowitsch abgesprochen sind. Ein lästiges oder störendes Vibrato ist mir nie aufgefallen - das ist von beiden Oistrach´s so gespielt wie es sein muß, vom Komponisten gewollt ist und wie es autentischer nicht sein könnte.
Also, zur Widmung hat wohl eher die großartige Freundschaft und die Tatsache, dass Oistrach wohl der größte Geiger im damaligen Russland war geführt. Sein vibratolastiges Spiel ist nicht aufgrund genauer Absprachen nur hier im Konzert so, es ist eine grundlegende Eigenschaft seines Spiels.
die neusten Aufnahmen der Schostakowitsch-Violinkonzerte mit Daniel Hope von 2004 wird in der Kritik in zahlreichen Besprechnungen sehr gelobt. Diese von Rachmaninov bereits letztes Jahr (2006) vorgestellte CD habe ich zufällig superbillig gefunden. Warum diese CD jetzt (auch bei jpc für 5,99€) schon verrasmscht wird, wundert mich ?!?
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8385819.jpg Violinkonzerte Nr. 1 & 2 (opp. 99 & 129) +Romanze aus "The Gadfly" Daniel Hope, BBC SO, Maxim Schostakowitsch Label: Warner , DDD, 2004
Die TOP-Kritik des bekannten Klassikkritikers BenChors habe ich auch gefunden, wenngleich ich diese nicht in allen Punkten teile. Zitat: Nach der großartigen Einspielung der Klaviertrios von Schostakowitsch mit dem Beaux Arts Trio (Warner Classics 2564 62514 2) zeigt der Geiger Daniel Hope nun anhand der Violinkonzerte erneut, was für ein vorzüglicher Schostakowitsch-Interpret er ist. Hope verfügt über einen warmen, weichen Geigenton, ein reich differenziertes Vibrato und verhilft insbesondere dem diskreten Portamento zu seinem Recht, das von vielen Geigern verschmäht wird. Im wahrsten Sinne des Wortes kongenial begleitet wird er dabei vom BBC Symphony Orchestra unter Maxim Schostakowitsch, dem Sohn des Komponisten. Die langsamen Teile der beiden Konzerte haben eine große, quasi nach innen geöffnete Weite. Die dramatischen Passagen erklingen mit einer derart bohrenden Intensität, wie ich sie so seit Mrawinsky (und vielleicht der fünften Sinfonie unter Bernstein live aus Tokyo 1976) nicht mehr gehört habe und bei vielen eher weich gespielten Schostakowitsch-Aufnahmen der heutigen Zeit vermisse.
Daniel Hope und Maxim Schostakowitsch musizieren zupackend und mitreißend. Auch die Balance zwischen Solist und Orchester ist sehr gelungen – ein Wunder, wie es Maxim Schostakowitsch versteht, die Streicher und Holzbläser stets hervortreten zu lassen und das beim BBC Symphony Orchestra oft zu dominante Blech weitestgehend zurückzuhalten. Die Hörner lassen allerdings gern ihre Muskeln spielen; sie haben die Power, das ganze Orchester an die Wand zu drücken (vergl. z. B. Anfang Tr. 3). Schade auch, daß die Holzblasinstrumente vergleichsweise farbarm klingen; manche bläserbetonte Stellen (z. B. Anfang Tr. 2 und 5) hätten noch charakteristischer herauskommen können. Die knalligen Pauken schließlich decken das Orchester leicht zu. Der runde, glatte Klang der Produktion steht dem Interpretationskonzept hörbar entgegen, hätte weniger verhallt und um einiges grobkörniger sein dürfen. Gleichwohl setzt die CD vom Geigerischen und der Interpretation her Maßstäbe. Eine vielleicht allzu schöne Zugabe die Romanze aus der Filmmusik Die Hornisse (was auf einem Übersetzungsfehler beruht; eigentlich ist eine Stechfliege, eine Bremse gemeint...). An den Anfang des Albums gestellt, hätte sie die Grausamkeiten des ersten Konzerts im Kontrast noch stärker verdeutlichen können.
Benjamin G. Cohrs (26.04.2006)
Die Balance zwischen Solist und Orchester wirkt auf mich bei Maxim so, als wenn er den Solisten niemals übertönen möchte. Da finde ich die Aufnahme mit gleichem Orchester und Sitovetzky/Andrew Davis beim VC Nr.1 viel durchschlagender und eindringlicher in der Orchesterbehandlung. Daher für meinen Geschmack auch hier von Maxim eine Begleitung, die ich nicht als Kongenial bezeichnen würde.
Chors meint, der Klang sei verhallt. Ich hingegen finde den BBC-Orchester-Klang sehr trocken und durchsichtig. Ich war überrascht, dass das gleiche Orchester mit A.Davis(Virgin) so verhallt klingt, was mich dort aber nicht stört, da ducrh den Hall der Klangeindruck dem der russischen Orchester (wie bei Euodisc/Melodiya) mehr gewahrt ist und der russischen Stimmung daher näher kommt.
Gar nicht gefallen hat mit die Solokadenz im VC Nr.1 von Daniel Hope. Er macht unheimlich lange Generalpausen, wodurch die Stimmung auseinanderfällt und an Spannung verliert. Man höre dagegen Oistrach/Mrawinsky(Brillant und Melodiya), Sitowetky/Davis (Virgin) und die Aufnahme, die mir von den gut klingenden neueren am besten gefällt mit Perlmann/Metha (EMI) dagegen an, welche virtuose Spannung dort aufgebaut wird.
Geigerisch ist Daniel Hope fantastisch, mit großem Einfühlungsvermögen. Es sind aber zu viele Dinge, die meine Begeisterung einschränken und ich daher diese Aufnahme des VC Nr.1 nur als gut bezeichnen würde.
Das VC Nr.2 habe ich mit Hope noch nicht gehört. Ich lasse mich überraschen und werde ggf. meine Eindrücke berichten.
Rachmaninov (12.11.2007, 11:36): Original von teleton Es sind aber zu viele Dinge, die meine Begeisterung einschränken und ich daher diese Aufnahme des VC Nr.1 nur als gut bezeichnen würde.
Also, ich finde die Aufnahme wahrlich nicht sonderlich überzeugend :ignore
ab (06.12.2007, 10:02): Original von Walter Wahnsinn, was der Sergey Khachatryan da abliefert :times10 :down :down
Gruss,
Hier ganz neu eine Rezension seiner Einspielung, die doch schon lange Zeit am Markt ist.
Diese Besprechung habe ich heute auch bereits gelesen. Äußerst treffend wie ich meine!
teleton (06.12.2007, 12:08): Hallo ab und rachmaninov,
ich glaube Euch gerne, dass Sergey Khachatryan ein fantastischer Solist für das Werk ist. Für mich ist aber allgemein bei Solo-Konzerten eine gute angemessene Orchesterbegleitung genau so wichtig, wie der solistische Auftritt. Gerade bei Schostakowitsch geht ohne gutes Orchesterspiel gar nichts !
:( Dieser Satz in der Besprechnung sagt alles und macht diese Aufnahme für mich uninteressant: Kurt Masur begnügt sich mit einer sehr konventionellen, ja uninteressanten Lesart des Orchesterparts, die bezüglich der instrumentalen Leistungen zwar tadellos ist und zumindest in ihrer dynamischen Differenzierung mit der Gestaltung des Violinparts mithalten kann, jedoch klanglich an vielen Stellen enttäuscht und gerade im Hinblick auf die Intensität der eingesetzten Klangfarben besser ausgehört sein müsste.
Rachmaninov (06.12.2007, 12:51): Original von teleton Hallo ab und rachmaninov,
ich glaube Euch gerne, dass Sergey Khachatryan ein fantastischer Solist für das Werk ist. Für mich ist aber allgemein bei Solo-Konzerten eine gute angemessene Orchesterbegleitung genau so wichtig, wie der solistische Auftritt. Gerade bei Schostakowitsch geht ohne gutes Orchesterspiel gar nichts !
:( Dieser Satz in der Besprechnung sagt alles und macht diese Aufnahme für mich uninteressant: Kurt Masur begnügt sich mit einer sehr konventionellen, ja uninteressanten Lesart des Orchesterparts, die bezüglich der instrumentalen Leistungen zwar tadellos ist und zumindest in ihrer dynamischen Differenzierung mit der Gestaltung des Violinparts mithalten kann, jedoch klanglich an vielen Stellen enttäuscht und gerade im Hinblick auf die Intensität der eingesetzten Klangfarben besser ausgehört sein müsste.
@Teleton,
kann ich verstehen, bedauer es aber! KEINER hat nämlich als Solist das Werk so interpretiert wie er.
Rachmaninov (13.12.2007, 21:18): gerade nochmals intensiv in diese CD reingehört.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8666699.jpg
Leila Josefowicz (Violine), Birmingham SO, Sakari Oramo
Also ich weiss nicht, irgendwie ist mit das Geigenspiel von Josefowicz zu fragil, da entsteht in der Rezitativ der Passacagalia einfach keine Spannung und keine Dramatik auf. Irgendwie entsteht das in mir kein Gefühl. Diese ausdruckslose Geigenton bewirkt nichts in mir.
Sicherlich insgesamt keine schlechte Aufnahme, aber keine, die man bei der Vielzahl guter Aufnahmen, wirklich im Schrank haben muss.
Poztupimi (25.02.2008, 21:10): Original von Rachmaninov @Walter,
ich muss Dir einfach zustimmen!
Arabella Steinbacher - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks - Andris Nelsons
Zu Anfang etwas positives. Die Tontechniker setzten das Orchester durch die Aufstellung der Microphone ins rechte Licht. Dadurch sind alle Instrumentengruppen sauber zu hören und jederzeit transparant und sauber wahrnehmbar. Dies ermöglicht eine recht schöne Darstellung der Orchesterpartitur, obwohl ich sagen muss das es schon stärkere Leistungen hinsichtlich der Spannung und des emotionalen Ausdruck unter anderen Dirigenten gab.
Eine Enttäuschung ist für mich die Solistin. Man höre nur den dritten und vierten Satz und es zeigt sich offensichtlich, dass A. Steinbacher den nötigen Einblick in die Welt Schostakowitsch erlangt. Für meinen Geschmack zu ausdrucksschwach und oberflächlich im dritten Satz. Teilweise auch von Orchester überspielt. Bei der Kadenz erscheint sie mir, wie auch stellenweise im vierten Satz, am Limit. Sowohl im Ausdruck als auch in der Technik.
Man höre einfach mal im Vergleich die gelungenen Aufnahmen mit anderen Geigern und es ist offensichtlich:
Interpretation: 6 Klang: 8
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9954953.jpg
@Rachmaninov, Walter
Gerade habe ich das erste Mal diese Aufnahme gehört, so manches, was Ihr geschrieben habt, finde ich beim Hören wieder.
Mangelnde Ausdrucksfähigkeit oder begrenzte technische Möglichkeiten sind aber nicht die Begriffe, die mir beim 1. Konzert einfallen. Schöner Ton, sowohl intensiv als auch "lyrisch"-sanft oder auch zupackend.
Was mir - insbesondere im dritten Satz eher ein "Manko" zu sein scheint, ist, daß es ihr hier für mein Empfinden teilweise nicht gelingt, sich gegen das - sicher brilliante - etwas sehr stark im Vordergrund agierende Orchester durchzusetzen. Dies fällt mir insbesondere im Vergleich zur Aufnahme mit Khachatryan ein, bei der ich das Orchester aber dann doch sogar etwas zu zurückgenommen fand. Letztere Aufnahme ist aber nach wie vor meine erste Wahl, dann wohl Mullova.
Etwas mehr als 6/8 darf es schon sein (6,5/8 :D), "Empfehlung des Monats" trifft es für mein Empfinden aber auch nicht so ganz.
Fazit: keine Enttäuschung, aber kein großartiges Aha-Erlebnis.
die 2006 von Rachmaninov von der David Oistrach-Lieblingsschülerin Lydia Mordkowitsch gemachte Chandos-Aufnahme der Violinkonzerte Nr.1 und 2 fand ich vor ein paar tagen auf einem CD-Sonderangebotstisch in Bonn für 5,-Euro. :cool Sowas läßt man nicht liegen !
Die Aufnahmen finde ich wirklich sehr gut, besonders in den ergreifenden Sätzen 3 und 4 (VC Nr.1) mit der satzüberleitenden Solokadenz. Da merkt man direkt wer der Lehrer war. Einzig der überdrehte 2.Satz kommt nicht ganz so feurig, wie man es unter Mrawinsky und Metha kennt. Aber das laste ich Järvi mehr an als der Soliustin. Aber ansonsten ist gerade Järvi der, der in beiden VC einen fabelhaften ausgehorchten, präzisen und mit ganz neuen Orchesterklängen behafteten Gesamtklang bietet, der bei anderen Aufnahmen wünschenswert wäre. Järvi läßt fabelhaft mit feinen und farbigen Orchesterfarben begleiten, das es eine Freude ist die Solistin so farbig eingebettet zu hören. Die Chandos-Klangtechnik macht diese CD zu den klangbesten Aufnahmen der Schostakowitsch-VC.
So eine Qualität hätte ich mit von Vengerow/Rostropowitsch auch erwartet. Stattdessen zugekleisterte Orchesterbegleitung. Vengerow selber finde ich nicht so übel, wie er in diesem Thread bereits dargestellt wurde.
Fazit: :leb Ein Megaschnäppchen, das nach Oistrach/Mrawinsky (Nr.1) Oistrach/Kondraschin (Nr.2) und zusammen mit Perlmann/Metha für mich zu den schönsten Aufnahmen beider Schostakowitsch-VC gehört.
HenningKolf (24.04.2008, 12:42): Wie schrieb ab irgendwo - in anderem Zusammenhang, nicht auf Schostakowitsch bezogen - ? Mordkowitsch mit ihrem "Dauervibrato". Na ja, Oistrach- Schule - und ich mag Oistrach sehr und habe wenig gegen Vibrato...werde ich mir glaube ich auch gönnen, die Aufnahme, vor allem auch weil ich Järvi einen guten Orchesterpart zutraue (Masur ist es, der mich bisher davon abgehalten hat, mir Khachatryan zuzulegen) - wobei ich fast sicher bin, dass die Oistrach-Aufnahmen für immer meine Lieblingseinspielungen bleiben werden.
ab (24.04.2008, 12:54): Original von teleton http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5171464.jpg
Fazit: Ein Megaschnäppchen, das nach Oistrach/Mrawinsky (Nr.1) Oistrach/Kondraschin (Nr.2) und zusammen mit Perlmann/Metha für mich zu den schönsten Aufnahmen beider Schostakowitsch-VC gehört.
Das extrem ausladende Vibrato stört Dich wriklich nicht?
(Mir geht es immer noch gleich wie Henning. Sogar Dmitri Sitkovetsky würde ich Mordkovich vorziehen.
Lliebend gerne aber würde ich einmal Julian Sitkoventsky, dessen Vater damit hören :I Er soll so etwas wie der Daniil Shafran der Geige gewesen sein, mit einer lipattischen Verklärtheit)
JULIAN SITKOVETSKY Educated prior, and during the second World War, he was one of the former Soviet Union's most gifted and revered virtuosos. Many Russian music authorities regarded him as the brightest violin star of a generation that included Leonid Kogan (a class mate), David Oistrakh, Michael Waiman, and Boris Goldstein. A pupil of Abram Yampolsky, the famed Russian pedagogue, Sitkovetsky's path and struggle to artistic recognition proved an arduous one and in the end, only partially successful. In the West he remained little known and several violin competitions, in Russia and abroad, brought him only 2nd prize. In one or two of them there were rumours of political manipulations which allegedly deprived him of the first prizes ( The 1952 Wieniawski Competition in Poznan and The 1955 Queen Elizabeth Competition in Belgium) , although in his early days he did share the coveted place with his mate Leonid Kogan in The 1945 Russian Competition. I
Rachmaninov (24.04.2008, 13:01): Original von ab Original von teleton http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5171464.jpg
Fazit: Ein Megaschnäppchen, das nach Oistrach/Mrawinsky (Nr.1) Oistrach/Kondraschin (Nr.2) und zusammen mit Perlmann/Metha für mich zu den schönsten Aufnahmen beider Schostakowitsch-VC gehört.
Das extrem ausladende Vibrato stört Dich nicht?
@ab,
Du hast sicherlich recht, Mordkovich hat ein sehr ausgeladenes Vibrato. Dennoch ist dies sicherlich eine der guten Aufnahmen des Konzert's und ich denke für den Preis eine lohnende Aufnahme.
R
ab (24.04.2008, 13:05): Wenigestens auch klanglich auch besser als deren gemeinsame Prokovieffeinspielung.
HenningKolf (24.04.2008, 13:39): @ab
ich habe eigentlich nichts gegen Mordkowitsch, jedenfalls nicht grundsätzlich, ich habe nur Dich zitiert (ich glaube damals ging es um Respighi?)
Die Schostakowitsch-Aufnahme mit ihr kenne ich gar nicht, aber Oistrach ist mir bei Schosta der liebste und der spielt nun auch nicht gerade vibratoarm.............deshalb könnte mir teletons Empfehlung durchaus gefallen
Gruß Henning
teleton (25.04.2008, 11:13): Das extrem ausladende Vibrato stört Dich wriklich nicht? Hallo ab,
ich empfinde ihr Vibrato gar nicht so extrem ausladend. Sie ist zwar nicht immer so perfekt wie Oistrach, aber man erkennt den Lehrer. Der packende straffe Zugriff ohne Tempoverschleierungen mit farbigem Orchesterklang finde ich bei Mordkowitsch/Järvi jedenfalls der Hope/M.Schostakowitsch-Aufnahme haushoch überlegen - bei beiden VC.
Du erwähnst auch Sitowetzky/Davis (VIRGIN) und schreibst "sogar besser als ..." An anderer Stelle hattest Du schonmal geschrieben, das Du die klanglich schlechte VIRGIN-CD-Version hast. Ich bin von meiner neuen VIRGIN-CD auch klanglich begeistert und kann nur sagen - auch Sitowetzky liefert eine fabelhafte Interpretation, die sich zu den Besten nach Oistrach, Perlmann, Mordkowitsch einreihen kann.
ab (25.04.2008, 11:42): Original von teleton Der packende straffe Zugriff ohne Tempoverschleierungen mit farbigem Orchesterklang finde ich bei Mordkowitsch/Järvi jedenfalls der Hope/M.Schostakowitsch-Aufnahme haushoch überlegen - bei beiden VC.
sehe ich auch so!
Rachmaninov (20.01.2011, 19:43): Original von Cantus Arcticus ...ah ja, und da wir gerade bei Shostakovich und Werken für Streicher sind habe ich hier noch etwas in meinen Schätzen entdeckt:
Ebenfalls auf Chandos kam einmal diese Aufnahme seiner beiden Violinkonzerte heraus:
nikolaus (14.02.2011, 20:49): Anlässlich eines Berichts über dieses Werk in dem hier allseits gemiedenen habe ich diesen thread noch einmal kurz überflogen.
Einmal mehr erstaunlich, wie sehr die Meinungen auseinandergehen.
Leider habe ich den Artikel gerade nicht zur Hand, aber ich meine, Kai Luehrs-Kaiser hat in geschrieben.
Für ihn ist Oistrach die Referenz, Mordkovich und Steinbacher (!) zählen auch zu den besten Einspielungen. Khachatryan erwähnt er gar nicht, hat ihn möglicherweise nicht gehört. Hahn kommt bei ihm nicht so besonders gut weg, Hope noch weniger.
Nikolaus (sich hoffentlich richtig erinnernd).
teleton (15.02.2011, 13:30): Hallo Nikolaus,
ich habe ebenfalls nochmal diesen Thread, der in meinem Augen und für meinen Musikgeschmack die beiden besten und wichtigsten VC des 20.Jhd bekeuchtet, überflogen.
Die Meinungen gehen in der Tat seht weit auseinander.
In einem müssen wir uns aber einig sein: :thanks Das David Oistrach als Widmungsträgerin allen seiner Aufnahmen referenzwürdiges und autentisches abgeliefert hat. Nur die Orchesterbegleitung und die Aufnahmequalität (beim VC1 meist in Mono) sind sehr unterschiedlich.
:hello Ich möchte in Kürze auf die wichtigsten Oistrach-Aufnahmen, die ich jetzt besitze, eingehen, aber auch anbdere lojnende dazu entgegensetzen.
:engel Diese VC sind mir sehr wichtig und das VC Nr.1 ist mein absolutes Lieblings-VC !
Cantus Arcticus (15.02.2011, 14:53): Original von teleton Hallo Nikolaus,
ich habe ebenfalls nochmal diesen Thread, der in meinem Augen und für meinen Musikgeschmack die beiden besten und wichtigsten VC des 20.Jhd bekeuchtet, überflogen.
Die Meinungen gehen in der Tat seht weit auseinander.
In einem müssen wir uns aber einig sein: :thanks Das David Oistrach als Widmungsträgerin allen seiner Aufnahmen referenzwürdiges und autentisches abgeliefert hat. Nur die Orchesterbegleitung und die Aufnahmequalität (beim VC1 meist in Mono) sind sehr unterschiedlich.
:hello Ich möchte in Kürze auf die wichtigsten Oistrach-Aufnahmen, die ich jetzt besitze, eingehen, aber auch anbdere lojnende dazu entgegensetzen.
:engel Diese VC sind mir sehr wichtig und das VC Nr.1 ist mein absolutes Lieblings-VC !
Lieber teleton ich bin gespannt auf die Oistrach-Aufnahmen, die Du oben erwähnt hast. Eine für mich neben Shostakovich sehr bedeutende Aufnahme ist Khachaturians VC:
für das Khatchaturian-VC möchte ich Dich auf den entsprechenden Thread hier im Klassikforum aufmerksam machen. (Da must Du hier bei Instrumentalaufnahmen etwas nach hinten blättern (auf Seite 4). Natürlich ist auch hier der Widmungsträger David Oistrach der Autentischste. *** Die Oistrach-Aufnahme mit der Moskauer PH, die ich hier empfehle hat den Vorzug in gutem räumlichen STEREO zu sein (nicht MONO, wie die EMI-Aufnahme mit dem Philharmonia Orchestra):
Khatchaturian: Violionkonzert D-Moll (1940)
Hallo Khatchaturian-Freunde,
wenn man eine LP vom Khatchaturian: Violinkonzert d-moll (1940) besitzt, mit David Oistrach, dem das Konzert, genau wie beide Schostakowitsch-Violinkonzerte, gewidtmet ist; der das Konzert fantastisch interpretiert; und der Dirigent der Komponist selber ist; mit einem famosen den russischen Klang voll unterstützenden Orchester - der Moskau Pilharmonie; braucht man dann noch eine andere Aufnahme ???
Ich war froh diese Referenzinterpretation später auch auf CD zu bekommen - leider war es eine HarmoniaMundi-CD, die schlecht remastert war und klanglich der LP eindeutig nachstand.
Wie froh war ich die Eurodisc-CD zu bekommen, die sauber remastert ist. -- Leider ist auch das Bild der CD, das ich im Khatchaturian-VC-Beitrag eingestellt hatte auch dort nicht mehr verfügbar --
In der Zwischenzeit hatte ich einige CD´s von geliebten Khatchaturian-Violinkonzert gekauft und wieder abgesetzt - im Prinzip hat mir nur eine davon wirklich gut gefallen (habe ich auch behalten), die auch den russischen Ton trifft: Perlmann / Israel PO / Metha (EMI).
Diesen Beitrag habe ich auch deshalb geschrieben, weil eine Forianer aus Insbruck gerade diese Oistrach-Eurodisc-CD in einem anderen Thread (bei den Schostakowitsch-Vio) als klanglich schlecht abgetan hatte, was ich nun gar nicht nachvollziehn kann. Das eine 60er-Jahre-Aufnahme natürlich keine DDD-Qualitäten aufweisen kann ist klar, aber das Wunder Oistrach und das fantastische Orchesterspiel unter Khatchaturian macht diese wenig störenden Differenzen wieder voll wett, finde ich. Der Violinklang ist wunderbar auf dieser Eurodisc-CD.
:times10 Weil Du jetzt auf Khatchturian-VC gekommen bist, passt dies gut zum Thema dieses Threads, da sich das Schostakowitsch VC Nr.1 auf der gleichen EMI-CD in der Perlman-Edition befindet. Dazu mein Beitrag:
VC 1: Die Perfekte Was alleine den Solopart des VC Nr.1 angeht, so kommt neben der Aufnahme mit Oistrach Sohn Igor/mit Maxim Schostkowitsch nur noch der Geiger Itzhak Perlman so nah an den autentischen Widmungsträger David Oistrach heran. Von dieser Oistrach Nähe sind die ansonsten guten bis sehr guten Aufnahmen mit Mordkowitsch, Spivakow, Mullova und auch Vengerov (der Spannenste) weit entfernt !
Zubin Metha gestaltet das VC 1 mit großem Gespür für diese Werke. Der Orchesterpart erscheint nie langweilig oder zu sehr im Hintergrund und wirkt schlichtweg perfekt. Auch die Passacaglia wird wie bei Roshdestwensky fetzig eingeleitet. Ich schreibe fast ungerne, das Metha hier mit dem Israel PO arbeitet. Aber ich sage nur: Wenn man diesem Orchester einen guten Dirigenten voranstellt, dann kommen wahre Klangwunder zum Vorschein (mit Bernstein auch schon mehrfach auf CD erlebt). Der Klang zwischen Solovioline und Orchester ist präzise und sehr ausgewogen - Metha und Perlmann in Hochspannung.
Die Klangqualität der EMI-Aufnahmen ist sehr gut und wirkt perfekt. Wenn das VC 1 zuende ist, dann hält man es nicht für möglich
Klatschen und Riesenbeifall - es handelt sich um eine LIVE-Aufnahme. Davon ist im spannenden Verlauf des VC nichts zu hören. Das nenne ich vorbildliche Aufnahmequalität, bei dem Solist und Orchester präzise rüberkommen, das vorbildlich Publikum still bleibt. :engel Hier gehen Interpretation und Aufnahmequalität perfekt zusammen.
teleton (16.02.2011, 13:09): Ich möchte jetzt zur Vengerov / Rostropowitsch - Aufnahme (ELATUS) von 1994 kommen. Dieser Aufnahme wurde hier im Klassikforum durch Rachmaninow eine weniger gute Beurteilung zuteil. Auch an anderer Stelle wurde sie zweispältig beurteilt.
Ich selber habe die hohen Qualitäten dieser Interpretwtionen auch erst nicht in voller Gänze erkannt und diese in Beiträgen zuerst auch nicht ganz so überschwenglich beurteilt. :cool Diese erste Sicht auf diese Interpretationen der VC Nr. 1 und 2 bedürfen einer Revision meinerseits:
Der Schostakowitsch-Kenner Rostropowitsch und Freund des Komponisten war nämlich in der Lage den Orchesterpart unheimlich ausdrucksstark und tief empfunden zu gestalten. Das (nur zwei Kritiker aufweiter Flur !) dieser Aufnahme eine klebrige Orchesterbegleitung andichtete, liegt an der Aufnahmetechnik, die bei dichteren Orchesterpassagen nicht alles so deutlich zeichnet, sodass dann der Gesamtklang des Orchesters in diesen Passagen dominieren. Was mich auch zunächst störte und in mich nur zu Aussage "VC 1= ganz OK bis TOP" verleitet, waren auch die etwas mulmigen und nicht so präsenten Pauken zu Beginn der Passacaglia. Ein Vorzeigeobjekt für Detailreichtum ist das VC 2 mit Kremer/Ozawa (DG), eine Spitzenaufnahme in jeder Hinsicht, die nur in Punkto Spannug doch noch hinter Elatus zurückbleibt.
:thanks Rostropowitsch, dem die beiden Cellokonzerte gewidtmet sind, findet sich fantastisch und mit großem Verständnis in diese Orchesterpartituren ein. Er weis die hohen Emotionen, die in diesen Konzerten stecken ideal umzusetzen und hat mit Vengerov einen umwerfenden Partner gefunden, der zum Teil ein aberwitziges Tempo (bis kurz vor dem Verhaspeln) durchzieht. Nachdem Vergleich dieser Aufnahme mit Weiteren (auch mit den BBC-Live-Aufnahmen, die mir durch das laute, ungehobelte Publikum etwas madig gemacht wurde), muss ich feststellen, dass die BBC-Aufnahmen bei aller referenzwürdigen Qualitäten des Solisten Oistrach (bei den BBC-Live-Aufnahmen) dagegen wie ein laues Lüftchen wirken. Die Passagaclia im VC1 erfährt bei Vengerov/Rostropowitsch eine unglaublich angespannte Entwicklung, die sich im Verlauf bis zum Bersten steigert, bis dann attacca die Kadenz vor dem 4.Satz einsetzt. Auch die Kadenz wird im Hinblick auf den wilden 4.Satz Burleske entsprechend von Vengerov mit einer ungehörten Intensität und Spannung vorbereitet. :beer Die Aufnahme ist im Vergleich zu vielen Anderen der Wahnsinn !
Ähnliche Spannungsbögen finden sich auch im VC 2, die im 3.(Mega-)Satz Allegro mündet, bei dem Trommeln (mit harten Klöppeln) und Pauken klar voneinander abgesetzt sind. Vengerov und Rostropowitsch in absoluter Hochform - Spannung bis zum Bersten - Wahnsinn !
Das Oistrachs eigene Aufnahmen letztendlich noch autentischeren sein mögen, ist ein anderes Thema...
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B00006DIC5.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg ... http://ec2.images-amazon.com/images/P/B003QTBU8S.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg Erato, 1994, DDD ............................................ jetzt auch als APEX-CD
ich hatte mich nach einer begeisterten Äußerung eines Klassikhörers die BBC_CD der LIVE-Aufnahmen von September 1962 (VC Nr.1) aus der Usher Hall-Edinburg und August 1968 (VC Nr.2) aus der Royal Albert Hall gekauft. :) Schon deshalb um auch das VC Nr.1 mit David Oistrach endlich in Stereo zu haben !
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B000056QEK.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg BBC IMG, 1962/68, ADD
David Oistrach ist für diese VC, die ihm gewidtmet sind immer erste Wahl, was den Violinpart anbetrifft. Leider muste ich feststellen, das die referenzwürdigen Eigenschaften, die diese beiden LIVE-Aufnahmen mit Roshdestwensky (VC1) und Swetlanow (VC2) auszeichnet, jedoch durch das schrechlich undisziplinierte und laute britische Publikum stark eingeschränkt werden. Ich habe nichts gegen Live-Aufnahmen und die damit verbundene Liveathmosphäre, aber sowas ätzendes habe ich in meiner gesamten CD-Sammlung nicht vorliegen. In den Pausen wird sich dann extra laut geräupert, sodass die Satzanfänge stimmungsmäßig "vergeigt" sind und soviel Husten innerhalb der Musik ist doch wirklich daneben (ich schätze man kann auf der CD ca.200 Huster zählen). Ich dachte ja ndlich das VC Nr.1 mit Oistrach in stereo; aber die Aufnamequalität ist recht unausgewogen. das Orchester ist viel zu sehr im Hintergrund. Das fabelhate Wechselspiel zwischen Trommeln-Pauken-Solovioline im VC2-3.Satz ereicht aufnahmetechnisch viel zu lasch den Hörer, was gewiss nicht Swetlanow anzulasten ist. Ich finde das Oistrach selbst seine VC soweit sehr gut bis perfekt spielt. :wink Aber in seinen anderen Aufnahmen empfinde ich sein Timing doch noch geglückter.
Violinkonzert Nr.1: Im Textheft steht: Urauführung durch Mrawinsky. Und während Roshdestwensky nicht ganz an die eigenartige Weise heranreicht, mit der Mrawinsky Oistrachs tiefgründigkeit in der Passacaglia aufnahm ( stimmt genau), gewinnt er hingegen den Holzbläsern des Philharmonia Orchestras mehr stürmische erregung und russische Herbheit in den wilden Tänzen des Konzertes ab ( empfinde ich gar nicht so). Roshdestwensky geht am Anfang der Passcaglia viel zu schnell über die Paukenstellen hinweg, sodass sich Oistrach auf ein ganz neues und unangemessenes Timing einstellen muss - Spannungsabbruch ist die Folge, bis Oistrach solistisch alles wieder glättet ! Die Passacaglia ist eines der großartigsten Sätze - für mich in der gesamten VC-Literatur. Ich finde Oistrachs Aufnahme mit Mrawinsky / Leningrader PH von 1956, die ein Jahr nach der russischen Urauführung 1955 in gleicher Zusammensetzung gemacht wurde, um Längen vorzuziehen ist (das MONO ist hier, angesichts der fantastischen Interpretation von Mrawinsky und Oistrach gemeinsam, noch brauchbar). Als Referenz bleibt hier für mich (um bei Oistrach zu bleiben) Igor Oistrach / Moskauer PH / Maxim Schostakowitsch (Melodiya/Eurodisc).
Violinkonzert Nr.2: Orchestral ist die BBC-Stereo-Aufnahme viel zu sehr in den Hintergrund gedrängt - das klingt, als wenn das Orchester gar nicht groß beteiligt ist ! Am Schluss aplaudieren die englischen Proms-hörer direkt in den Schluss hinein, sodass die letzten drei Paukenschläge gar nicht mehr als solche hörbar sind. Eine Referenz sehe ich auch hier nicht, da Interpretation und Aufnahmequalität nicht zusammenkommen. 1. Man höre gegen dieses ungehobelte Hustenkonzert die Live-Aufnahme zu Hause in Russland mit Roshdestwensky / Moskauer PH vom September 1968 (Melodiya/Brillant) an. Da sind die Hörer diszipliniert - wie packend wird dort insgesamt und fetzig auch orchestral der 3.Satz geboten. 2. Noch packender und wirklich als Referenz zu bezeichnen, die Studioaufnahme mit Kondraschin / Moskauer PH von 1967 (Eurodisc/Melodiya). Gut, da konnten die Ausführenden nachbessern und deshalb ist diese wirklich perfekt. Absolut perfektes Schlagwerk, gute räumliche Aufteilung der Gruppen, Trommeln räumlich von Pauken getrennt und dann der himmlische Oistrach davor - :engel
Hier das Cover der russischen Oistrach-Aufnahmen, die sich meiner Meinung nach wirklich lohnen:
So ziemlich die von solistischer Seite blutlerste ausdruckloseste Aufnahme des 1. Schostakowitsch VK #1, die ich seit langem gehört habe.
Warum diese Aufnahme u.A. in UK so gelobt wird kann man sich wohl nur erklären wenn man auf der Insel isoliert lebt, eine nationale Brille trägt und auf blutlosigkeit und steht und dabei Milch in den tee schüttet. Da mag ich nicht einmal die Orchsterleistung ansprechen.
Interpretation: Unterirdische Ausdruckslosigkeit.
Man höre mal alleine die Passcaglia!
Nicolas_Aine (11.03.2012, 13:57): Original von Rachmaninov http://ecx.images-amazon.com/images/I/61NMeNJdj2L._SL500_AA300_.jpg
Grausamkeiten!
So ziemlich die von solistischer Seite blutlerste ausdruckloseste Aufnahme des 1. Schostakowitsch VK #1, die ich seit langem gehört habe.
Warum diese Aufnahme u.A. in UK so gelobt wird kann man sich wohl nur erklären wenn man auf der Insel isoliert lebt, eine nationale Brille trägt und auf blutlosigkeit und steht und dabei Milch in den tee schüttet. Da mag ich nicht einmal die Orchsterleistung ansprechen.
Interpretation: Unterirdische Ausdruckslosigkeit.
Man höre mal alleine die Passcaglia!
So wie du es beschreibst, wohl lieber nicht :ignore
nikolaus (18.03.2012, 22:31): Original von Rachmaninov Zu den richtig guten Aufnahmen des 1. Violinenkonzerts gehört ebenfalls die Aufnahme des Royal Philharmonic Orchestra unter Andre Previn.
Die Sologeige spielt V. Mullova.
Mullova's Geigenton passt fantastisch zu dem Charakter des Werks und ihre gestallterischen Fähigkeiten lassen wirklich das Herz höher schlagen.
Dazu ein gut geleitetes Orchester.
Ich habe diese Aufnahme gerade das erste Mal gehört: GROSSARTIG!
Im Gesamteindruck - heisst inklusive Orchester u. -leitung - gefällt sie mir spontan besser als Kachatryan unter Masur (dabei von Previn).
Auch das Prokofiev-Konzert ist sehr gut, aber das gehört nicht hierher.
Nikolaus.
Rachmaninov (30.10.2013, 12:41): Nach geraumer zeit habe ich mir heute nochmals die Aufnahme vom Lisa Batiashvili mit dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks unter Esa-Pekka Salonen angehört.
Wie bei den ersten Hörsitzungen ist mir auch dieses mal wieder aufgefallen wie sehr Salonen bei den Bläsern und den Percussion auf die Details achtet und diese, wohl auch aufnahmetechnisch, sehr in den Vordergrund geraten. Mir ist das persönlich einfach zu übertrieben, zu viel des Gutes.
Interpretatorisch kann mich diese Aufnahme weder überzeugen noch kann mich diese Aufnahme emotional erreichen.
Für mich spielt hier das Orchester UND Batiashvili. Für mich persönlich entsteht hier nicht der Eindruck eines miteinanders. Das erscheint mir nicht stimmig, heterogen.
Darüber hinaus gelingt es Batiashvili auch nicht mich emotional mit zu nehmen. Alles sauber, brav, routiniert. Da ist auch das massive vordergründige Orchester (vor allem die Bläser) in der Passacaglia extrem kontraproduktiv.
Da gibt es IMHO deutlich bessere Aufnahmen. u.A. Hahn, Mullova um Beispiele mit Geigerinnen zu nennen!
Interpretation: 6-7/10
abendroth (30.10.2013, 17:17): http://www.youtube.com/watch?v=1ZvV-dN0ufE Hier spielt Simone Lamsma zusammen mit ihrem Entdecker und Förderer Jaap van Zweden (leider nur) den Schlusssatz. Selbst habe ich das ganze Stück als DVD Mitschnitt vom niederländischen Fernsehen. Vielleicht bietet sich ihr die Möglichkeit es irgendwann auf CD aufzunehmen.
teleton (15.12.2013, 12:11): Vorigen Monat erfuhr ich an anderer Stelle von einer mir noch unbekannten Oistrach-Aufnahme des Violinkonzertes Nr.1 mit David Oistrach / Philharmonia Orchestra / Maxim Schostakowitsch (EMI, 11/1972, ADD). :cool Keine Frage für mich, dass ich diese EMI-CD umgehend bestellt habe, denn ich war bisher der Meinung das vom Widmungsträger David Oistrach als Stereoaufnahme nur die BBC-Live-Aufnahme von 09/1962 aus Edinburgh vorliegt, die ich in meinem vorigen Beitrag in diesem Thread vorstellte.
*** David Oistrach und Maxim Schostakowitsch liefern, wie nicht anders zu erwarten war, eine angemessen grosse Interpretation. Dennoch blieb der letzte Funke der Begeisterung bei mir aus ! Warum ? Es fehlt der Hochdruck, die unsagbare Eindringlichkeit, die die Vorgängeraufnahmen (Mrawinsky - Melodiya, 1956 und Roshdestwensky - BBC, 09/62) so autentisch packend macht - und das sowohl beim Solisten wie auch bei orchestraler Betrachtung. Die stürmische Erregung und die russische Herbheit kommt bei Mrawinsky / Leningrader PH (Melodiya, 1956), das ist die Studio-Aufnahme die kurz nach der UA entstand, einfach besser zum tragen. Da nützt diesesmal aller Stereosound dieser späteren Aufnahmen nicht - :( verdammt !
Klanglich wird bei der EMI-Aufnahme auch nicht ganz das geboten, was man aus dieser Zeit von EMI bereits erwarten konnte (von Decca und CBS ganz zu schweigen).
:engel CD-Edelsteine des Widmungsträgers David Oistrach bleiben Oistrachs Aufnahmen trotzdem allesamt: http://ec2.images-amazon.com/images/P/B000KWZ7YW.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg EMI, 11/1972, ADD
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B000026O00.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg oder gleiche Aufnahme bei Brillant: das VC 2 dann unter Roshd. Melodiya/Eurodisc, 1956 (VC1), 1967 (VC2), ADD
Natürlich weis ich, dass es noch eine weitere D.Oistrach-Aufnahme unter Mitropoulos' Leitung mit den New Yorker PH (amerikanische UA) gibt. Die ist aber in MONO und mir daher noch nicht bekannt. Dafür werde ich mich wohl auch noch intertessieren müssen ...
abendroth (16.12.2013, 10:59): Wieso bürgert sich eigentlich der meines Empfindens äusserst merkwürdige Ausdruck "Violinenkonzert" mehr und mehr ein?
Andréjo (16.12.2013, 20:02): Ich halte ihn schlicht für falsch - und man liest ihn eigentlich auch nur quasi auf privater Ebene.
:beerWolfgang
teleton (19.01.2014, 19:36): Original von Andréjo Ich halte ihn schlicht für falsch - und man liest ihn eigentlich auch nur quasi auf privater Ebene.
:beer Wolfgang Hallo Wolfgang und abendroth, über diesen Fehler ärgere ich mich schon seit Jahren. :wink Als Forumsleiter oder Moderator beim Klssikforum hätte ich dass gleich von Anfang an richtig verbessert.
So etwas macht leider einen sehr schlechten Eindruck für ein Klassikforum, dasseinen gewissen Anspruch für sich erfüllen möchte ...
abendroth (19.01.2014, 21:00): ....wobei man ja den Eindruck haben kann, dass das "Violinkonzert" von der Regel abweicht, denn man sagt ja "Flötenkonzert", "Klarinettenkonzert", "Trompetenkonzert" auch wenn nur ein Instrument solistisch beteiligt ist. Da es aber "Cellokonzert" heisst, dachte ich einen Augenblick, dass bei Streichern die Einzahl herrscht, aber es heisst natürlich "Bratschenkonzert". Ich weiss nicht ob dahinter eine verborgene Logik steckt. Einen Ausländer, der Deutsch lernt, muss so etwas doch zur Verzweiflung bringen. freundliche Grüsse abendroth
Andréjo (20.01.2014, 00:02): Ich nehme an, bin mir aber auch nicht hundertprozentig sicher (und habe jetzt keine Lust und Zeit, das zu eruieren, was schwierig sein dürfte), dass es sich bei dem "n" um ein sogenanntes Fugenelement handelt, welches die Aussprachebrücke zwischen dem Vokal und dem Konsonanten erleichtert - soweit das "n" ohnehin Wortbestandteil ist (eben beim Plural), was bei "Klavier" und "Cello" nicht der Fall ist.
Ich will aber nicht ausschließen, dass überhaupt keine Logik dahintersteht - Sprache lässt sich sehr häufig mit logischen Analogien nicht erfassen.
In jedem Fall - da hat abendroth schon Recht - erkennt man den Nicht-Muttersprachlicher schnell an entsprechenden Fehlern, die verdammt mühsam für ihn zu erkennen sind, während es in den Weltsprachen Englisch, Französisch und Spanisch solche Spezialprobleme bei Weitem seltener gibt.
:beerWolfgang
Cetay (inaktiv) (20.01.2014, 08:14): In die Richtung dachte ich auch, aber das ist nicht haltbar. Klar ist: wo das Instrument auf "e" endet wird pluralisiert, sonst nie. Aber wenn man das Plural-"n" bei der Violine weglassen kann, weil schon eins vor dem Vokal steht, dann gäbe es auch das Mandolinkonzert.
Andréjo (20.01.2014, 13:52): Aber wenn man das Plural-"n" bei der Violine weglassen kann, weil schon eins vor dem Vokal steht, dann gäbe es auch das Mandolinkonzert.
Ich fürchte, dass Du Recht hast! :D
:beerWolfgang
Florestan (20.01.2014, 15:55): Also Leute, Ihr habt Probleme.
Korrekt heißt es doch: Konzert für Violine und Orchester. Violinkonzert ist eine Abkürzung, um nicht zu sagen eine Verballhornung. Das passt eh nur bei einem Soloinstrument. Ab 2 Violinen kann man dann wieder Violinenkonzert sagen. Ihr könnt dann natürlich auch Geigenkonzert sagen, dann passt es wieder zum Violinenkonzert. :W Um alle nicht-Deutsch-Muttersprachler nicht zu verwirren ist "Konzert für .." die am wenigsten verwirrende Bezeichnung.
Florestan
abendroth (20.01.2014, 19:34): An dem Ausdruck 'Violinkonzert' ist überhaupt nichts inkorrekt. Aber man kann natürlich vermeiden, das Wort zu verwenden. Als Abkürzung oder Verballhornung würde ich es auch nicht gerade bezeichnen.
Rachmaninov (20.01.2014, 19:48): Original von abendroth An dem Ausdruck 'Violinkonzert' ist überhaupt nichts inkorrekt. Aber man kann natürlich vermeiden, das Wort zu verwenden. Als Abkürzung oder Verballhornung würde ich es auch nicht gerade bezeichnen.
Hallo,
die Diskussion hat mit dem Thema hier nichts zu tun!!!
X(
Cetay (inaktiv) (22.01.2014, 00:23): Sei doch nicht so streng. Das Leben verläuft selten in einbetonierten Bahnen und wir wollen doch ein lebendiges Forum bleiben. Immerhin hat das Obenhalten des Threads durch diese Seitendiskussion dazu geführt, dass ich mich mal wieder intensiv mit dem Werk beschäftigt habe und einige noch nicht genannte Aufnahmen vorstellen kann, die für den einen oder anderen Forianer interessant sein könnten.
Da wäre zunächst die im letzen Jahr erschienene Einspielung mit James Ehnes und dem Bournemouth Symphony Orchestra unter der Leitung von Kirill Karabits. Natürlich ist das technisch über jeglichen Zweifel erhaben, dabei trotzdem emotional, aber nicht zu sehr, so dass das immer aus dem Geist der Komposition heraus vermittelt wird. Falls nun jemand ob dieser Phrasendrescherei den Kopf schüttelt, so stimme ich mit ein. Ich habe lediglich mit eigenen Worten wiedergegeben, was die Kritik so schreibt, weil sie keinen Standpunkt beziehen kann oder will. Mein Standpunkt ist: Ich kann mit dieser Einspielung überhaupt nichts anfangen und weiß nicht, was mir die Interpreten vermitteln wollen. Ich tue mich mit dem Werk ohnehin schwer und höre kaum mehr als subjektive Bekenntnismusik ohne übergeordnete aus der Form hörend ableitbare Aussage (wie so oft bei Shostakovich, ausdrücklich ausgenommen sind die Streichquartette sowie die 6. und die letzen beiden Sinfonien). Und diese neue CD ändert daran nichts.
Genial finde ich den hier schon viel gelobten Sergey Khachatryan. Er bringt das als emotionales Drama mit einer solchen Zurücknahme (paradox, aber genau das ist Kunst), dass ich mich tatsächlich mit existentiellen Dingen konfrontiert sehe. Dabei gestaltet er höchstdifferenziert, ohne dass es je gewollt oder aufgesetzt wirkt. Großartig! Allerdings findet das Orchester schlichtweg nicht statt, so dass das unterm Strich sehr unbefriedigend bleibt. Es gibt mit Sergej Stadler einen Solisten der -wenn auch tonlich-technisch weit weniger souverän- ganz ähnlich an das Konzert herangeht und dabei mit den Leningrader Philharmonikern unter Ravil Martinov einen adäquaten Orchesterpartner zum dialogisieren und interagieren an der Seite hat. Das kann ich allen, die Khachatryan/Masur ähnlich zwiespältig sehen, als Alternative nahelegen:
Und dann gibt es noch die ganz bestimmte Aufnahme, bei der ich gar nicht sagen kann, warum da alles zusammenpasst. Emotion? Das richtige Maß. Tiefe? Was die Komposition her gibt. Der große Bogen? Plastisch herausgearbeitet. Bedeutung im Kleinen? Klar. Was gibt es zu bekritteln? Überhaupt nichts! Was sagt die Kritik dazu? Mir egal, ich will es genau so hören wie es Catherine Manoukian und das Armenische Philharmonieorchester und Eduard Topchjan darbieten...