"Der am höchsten Geschätzte Musiker"

daniel5993 (02.05.2007, 08:13):
Hallo allezusammen :hello,

„Der Musiker, den ich am meisten schätze!“.

Mich würde mal interessieren, welcher Musiker euch am meisten fasziniert und damit meine ich nicht nur die Musik, Wie ER oder Sie sie spielt, egal wie gut oder wie schlecht Sie Ihr Handwerk ausüben!“ Einfach auch andere Gründe, z.B die Person, Ansicht, oder oder! Ich hab z.B einen Kumpel der hat sich auf den Pianisten Emil Gilels versteift! Alles was er fabriziert ist für Ihn das Größte! Einfach nur so, weil diese Person aus irgentwelchen Gründen solch einen enormen Eindruck auf Ihn ausübt! Das Vorbild von Anfang an! Einfach Musiker, die einem aus unerklärlichen Gründen ans Herz gewachsen sind und man desshalb die Musik des „eigenen Größten“ bevorzugt, auch wenn es bessere Interpretationen von anderen Musikern gibt!


Beim mir kann ich da , 2 aus meiner Sicht große Persöhnlichkeiten nennen, welche mich mit Ihrem dasein enorm beeindruckt haben! Das ist in erster Linie der Geiger Yehudi Menuhin! Für mich der Größte Geiger unter dem Musikhimmel des 20-Jahrhunderts! Seine bescheidene und charismatische Persönlichkeit, war es, welche mich so beeindruckt hat! Seine Interpretationen von z.b Bachs Konzert für zwei Violinen 1043, Bruchs Violinkonzert oder besonders das Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy, op 64 habe ich nirgends besser gehört, aber vielleicht liegt das auch daran, das ich seine „Kunst in der Musik“ schon von vorn herein als Maßstab ansetze!?

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Die zweite Person, welche ebenso Charismatisch ist und mir auch besonders durch das Lesen von seiner Biographie ans Herz gewachsene, ist der Dirigent Leonard Bernstein!
Ein immer besorgter und Gutmütiger Mensch, welchen ich leider wie Menuhin, nur aus Büchern (Biographien) und alten Zeitschriften kenne! Je mehr man sich auch über seine „Vorbilder“ informiert, desto mehr kann man auch die Musik verstehen, welche Sie zu Interpretieren versuchen! Und je mehr Sie deinen Eigenen Ansprüchen, Ansichten, Lebensweisen entsprechen, desto mehr lernt man Sie schätzen! Sie selbst, sowie Ihre Musikinterpretation! Da können andere Musiker noch so viel besser sein!

Mit Musiker, meine ich in erster Linie Pianisten, Violinisten, Cellisten usw. , aber auch Dirigenten! Einfach Große Persöhnlichkeiten aus eurer Sicht!

Ich denke, das jeder solche „Musikervorlieben“ hat!
Mich würde interessieren, wer es bei euch ist!


Gruß :rofl
daniel
Jürgen (02.05.2007, 09:00):
Hallo zusammen,

bei mir ist es eindeutig Georg Solti.
http://www.new-video.de/co/soltireh.m.jpg
Zum einen bedingt durch seine Aufnahmen.

Sein Ring, sein Elgar, Holst aber auch sein Mahler (zumindest 6 und 8) sind bei mir die Referenzaufnahmen bzw.dicht dran.

Ich habe den Eindruck, er schaffte es aus einem Weltklasseorchester oftmals etwas mehr herauszukitzeln, als manch ein Kollege. (Wiener Philharmoniker beim Ring)

Ich habe aber auch Filmaufnahmen von Proben zur Götterdämmerung gesehen. Hier erlebte ich, wie gut er Menschen führen konnte.
Interviews jüngeren Datums unterstrichen noch, dass er ein sehr sympathischer Typ war. Darüber hinaus war er wohl ein workaholic. Bis tief in die Nacht studierte er die Partituren und bereitete den nächsten Aufnahmetag vor. Hier will ich keinem Dirigenten unterstellen, dass er das nicht auch mache. Ich weiss es bloß nicht.

Zuletzt habe ich beobachten können, dass er auch bei großen Weltstars seine Vorstellungen durchsetzen konnte. Er wollte z.B dass die Sänger in einer Szene der Götterdämmerung einen gewissen Abstand zu den Mikrophonen einhalten. Birgit Nilsson schmeckte das ganz offensichtlich nicht, sie mokierte sich später darüber.

Als krasses Gegenstück habe ich Ozawa in Erinnerung. Ich sah mal eine Dokumentation zu seiner Carmen-Aufnahme mit Jessey Norman. Er hat ihr ja ständig die Füße geküsst: "Bin ich zu langsam? Bin ich zu schnell?"
Das war ja schon fast widerlich.



Bei Bernstein schließe ich mich Daniel an. Ich habe mal seinen Aufsatz über Mahler: "His time will come" gelesen, der mich sehr beeindruckt hat.


Grüße
Jürgen
satie (02.05.2007, 11:05):
Original von Jürgen

Als krasses Gegenstück habe ich Ozawa in Erinnerung. Ich sah mal eine Dokumentation zu seiner Carmen-Aufnahme mit Jessey Norman. Er hat ihr ja ständig die Füße geküsst: "Bin ich zu langsam? Bin ich zu schnell?"
Das war ja schon fast widerlich.


Lieber Jürgen,
wenn Du wüsstest, welche Verträge die Dirigenten unterzeichnen müssen, wenn die Norman auftritt, dann würdest Du Dich nicht mehr wundern. Ozawa hatte wohl gar keine andere Wahl, als ihr die Füße zu küssen. Es gab schon Fälle, wo der Dirigent Jessye Norman gar nie direkt ansprechen durfte, sondern die Kommunikation allein über einen Assistenten lief. Überhaupt kommt die Norman in der Regel zur Generalprobe und basta. Die nur zur Erklärung, so abstoßend und kurios es auch sein mag...

S A T I E
Jürgen (02.05.2007, 12:09):
Hallo Satie,

ich habe in der Tat nicht den blassesten Schimmer.

Ich kenne keinen einzigen Vertrag weder von Dirigenten, noch von Sängern. Aber was Du dort andeutest macht mich neugierig.

Da wir in der glücklichen Lage sind, einen Wissenden hier im Forum zu haben, solltest Du einen neuen Thread zu diesem Thema eröffnen.

Sicherlich bin ich nicht der Einzige, der zwar nichts dazu beitragen kann aber das Thema mit Interesse verfolgen würde.

Danke
Jürgen
karajan (03.05.2007, 10:47):
Original von Satie
Original von Jürgen

Als krasses Gegenstück habe ich Ozawa in Erinnerung. Ich sah mal eine Dokumentation zu seiner Carmen-Aufnahme mit Jessey Norman. Er hat ihr ja ständig die Füße geküsst: "Bin ich zu langsam? Bin ich zu schnell?"
Das war ja schon fast widerlich.


Lieber Jürgen,
wenn Du wüsstest, welche Verträge die Dirigenten unterzeichnen müssen, wenn die Norman auftritt, dann würdest Du Dich nicht mehr wundern. Ozawa hatte wohl gar keine andere Wahl, als ihr die Füße zu küssen. Es gab schon Fälle, wo der Dirigent Jessye Norman gar nie direkt ansprechen durfte, sondern die Kommunikation allein über einen Assistenten lief. Überhaupt kommt die Norman in der Regel zur Generalprobe und basta. Die nur zur Erklärung, so abstoßend und kurios es auch sein mag...

S A T I E
Hallo
Als die folgende Aufnahme entstand 1987 in Salzburg, ein Jahr vor Karajans 80.Geburtstag fragte Karajan seinen Berater Dr. Uli Märkle (leider auch schon Tod starb am 29.01.2005) ob denn Jessye Norman schon in Salzburg angekommen ist. Er sagte ja sie werde morgen früh um 8.00 zur Probe kommen. Karajan ließ sie um 8.00 erst mal warten begrüßte noch Freunde aus Japan, erzählte dann von seinem neuen Porsche den er bestellt hat. Der Japaner fragte den Maestro wann er denn kommt. Karajan lachte ich habe Nr.92 und die Nr.2 wird gerade ausgeliefert. Nach einigen Technischen Details etwa 3 sek. auf 100,konnte der Japaner erst nicht richtig glauben ging er in die Probe. Die Wiener und Norman wartete schon, als er rein kam wurde er mit großem Beifall begrüßt. Die Norman bekam Anweisung sich zu setzen und einfach nur zuzuhören. Nach etwa 90min wurde die Norman entlassen (ohne ein Wort zu singen) Karajan sagte bis morgen um 8.00.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5235504.jpg

Als die Norman gefragt wurde wie die Probe war lachte sie und sagte so eine Probe hat sie noch nie erlebt. Er ließ mich nur zu hören.
Am nächsten morgen durfte sie singen. Und wie schön sie ihre Stimme einsetzte einfach himmlisch. Das Konzert das Live auf CD mitgeschnitten wurde war ein Erfolg für alle. Für die Konzertbesucher,der Norman,Karajan und alle Musikliebhaber. Die Aufnahme gehört in jede Sammlung egal ob man Karajan schätzt oder nicht.
Gruß Andreas
Rachmaninov (03.05.2007, 13:57):
Hallo,

also ich liebe und schätze Jascha Heifetz.

Seine ersten Auftritte waren bereits eine Sensation und seine Aufnahmen über eine ganzes Leben hinweg ein beeindruckendes Dokument.
Man höre nur seine Aufnahmen und staune bei diese Perfektion, die zwar etwas kühl wirken mag aber dafür nicht als Ausdrucksmittel ein ewiges Dauervibrato einsetzt.

Ein Künstler muss es ersteinmal schaffen über seine gesamte Karriere ein derartiges Niveau.
hier geht es zum Thread!
Ganong (03.05.2007, 18:35):
Liebe Forumsmitglieder ,

diese Frage lösen zu wollen ist wie die Quadratur des Kreises .

Meiner Meinung nach muss man in ganz besonderer Weise mit der Persönlichkeit der Künstlerin / des Künstlers wenn möglich persönlich so gut wie möglich beaknnt und sogar vertraut sein . Dem Gesamtumfeld etc. .

Dies dürfte nur in sehr wenigen Fällen möglich sein .

Selbst dann , wenn ich versuche , einen Künstler auf das nachschaffende seines Tuns zu reduzieren , wird dies nicht gehen , ohne sich versuchsweise mit der Persönlichkeit des Interpreten auseinenderzusetzen . Ich möchte einfach mehr über einen Künstler wissen , neu und tiefer kennenlernen , dessen Interpretationen mir eben subjektiv ganz besonders zusagen .

Es ist als o immer eine höchst subjektvie Ansicht .

Wenn A den Künstler P wie immer persönlich sehr gut kennengelernt hat , dann macht jede Disdussion , nicht eine Künstlervorstellung !!! , mit Dritten kaum einen Sinn .

So gibt es z. B. Pianisten oder Geiger , die ich mit ganz bestimmten Werken ausserordentlich schätze , bewundere , aber mit anderen Interpretationen eben nicht .

Ich muss mir selbst die innere Freiheit bewahren , damit auch kritisch mir selbst gegenüber umgehen zu können .

Ich hatte es hier kurz nach Eröffnu g des Forums schon einmal geschrieben , dass eine persönliche , sogar länger dauernde Beegnung , die sich u. U. sogar mehrfach wiederholen kann , dazu führen kann , dass man plötzlich ein ganz anderes , völlig neues Bild von einem Menschen , vor allem , und einem Künstler bekommt .

Solche persönlichen Begenungen etwa hier zu beschreiben , verbietet sich fast wegen der Diskretion , die man doch stets bewahren sollte .

Eine Begründung für die Bevorzugung , Sympathie , Wertschätzung etc. eines Künstlers / einer Künstlerin zu nennen , ist ohnehion nur für jemanden nachzuvollziehen , der diese Menschen auch gut kennengelernt hat .

Auch solche "Beziehungen" sind Schwankungen unterworfen . Bei wirklich freundschaftlichen Beziehungen bleiben die inneren Werte eines Menschen in aller Regel auch über Jahrzehnte erhalten . Daher verändert sich solche eine Zusammenstellung von ganz persönlich geschätzten Namen auch kaum .


Viele Grüsse ,

Frank
Jeremias (04.05.2007, 00:15):
Zu nennen ist hier auch Mstislaw Rostropovich! Sein Engagement für die Demokratie in Russland bleibt unvergessen!
Rachmaninov (04.05.2007, 09:44):
@Jeremias,

dann "musst" Du aber noch auf Oistrach und Richter verweisen, die gemeinsam mit Rostropovich ein Trio bildeten und gemeinsam eine politische Einstellung vertraten und vor allem für einander einstanden.

R
Walter (04.05.2007, 09:59):
Für mich ist Martha Argerich eine Künstlerin die mich immer durch ihre ausdrucksstarken, gefühlvollen und zugleich emotionalen Interpretationen erreicht.

Es fällt mir aber trotz der Freude an ihren Aufnahmen leicht mich auch für andere zu begeistern!

Gruß an Alle!
nikolaus (04.05.2007, 20:28):
Original von Walter
Für mich ist Martha Argerich eine Künstlerin die mich immer durch ihre ausdrucksstarken, gefühlvollen und zugleich emotionalen Interpretationen erreicht.

Es fällt mir aber trotz der Freude an ihren Aufnahmen leicht mich auch für andere zu begeistern!

Gruß an Alle!

Dito!! :D

Nikolaus.
karajan (09.05.2007, 23:01):
Original von daniel5993
Hallo allezusammen :hello,

„Der Musiker, den ich am meisten schätze!“.



Ich denke, das jeder solche „Musikervorlieben“ hat!
Mich würde interessieren, wer es bei euch ist!


Gruß :rofl
daniel
Hallo Daniel
Ohne Frage ist das bei mir Herbert von Karajan!!
http://www.gedankenspiele.com/blog/content/binary/karajan.jpg
Zwischen 1977 und 1984 habe ich Karajan vierzehn mal Live in Berlin erlebt. Diese Konzerte bleiben für mich in ewiger Erinnerung. Das 15. Karajan Konzert für mich war in Frankfurt in der Alten Oper am 06.Mai 1984. Auf dem Programm Mozart Divertimento KV 334 und für mich eine unvergessene 6. Symphonie von Tschaikowsky. Die Frankfurter Kritik habe ich mal dazu gelegt. Nach dem Konzert tobte das Publikum, Karajan sehr gerührt konnte kaum laufen. Während dem Konzert ließ sich der Maestro nichts anmerken. Karajan verließ das Podium nach dem Konzert nicht und nahm den tosenden Beifall unter seinen Berlinern auf. Ich hatte mich am Seiteneingang gleich nach dem Konzert postiert. Karajan kam bald heraus gestützt von Uli Märkle und zwei weiteren Begleitern und seiner Frau Eliette. Der Maestro war trotz großer Schmerzen bei bester Laune gab mir ein Autogramm ( das war mein drittes die anderen zwei bekam ich durch Siegfried Lauterwasser, Karajans Hauptfotograf ) Der Maestro war erstaunlicher Weise sehr gesprächig absolut freundlich und nicht in Eile. Nach etwa 10 min gab er mir die Hand, sagte mir die Zeit wird knapp und war schon wieder unterwegs in Richtung Stuttgart wo am anderen Tag das nächste Konzert statt fand. Richard Strauss eine Alpensinfonie, leider habe ich für das Konzert keine Karte mehr bekommen. Dieses Frankfurter Konzert war das letzte Karajankonzert für mich leider!! Die 200,00 DM für die Karte waren eine gute Investition, für 1984 schon viel Geld.

http://www.karajan.org/img/research_txt/2222.jpg
Bis zum heutigen Tag ist der Maestro für mich immer wieder ein Erlebnis, mit Sicherheit gibt es Werke die Karajan nicht so lagen. Ich besitze bis auf wenige Ausnahmen alle Tonträger auf CD, und DVD in allen Aufnahmen von 1940 bis 1989,sämtliche Bücher und Zeitungsmaterial. Die restlichen Aufnahmen werden folgen. Besonders die letzten Bruckneraufnahmen mit den W.Ph. waren Karajan absolute Höhepunkte, die Werke Richard Strauss ein absoluter Hörgenuß, Karajans Beethoven von 1963 und 1977. Ich höre auch seinen Beethoven mit dem Philharmonia Orchestra sehr oft. Zum 100 Geburtstag 2008 wird es noch einige nicht veröffentlichte Werke geben. Der Techniker Karajan hat mich auch immer beeindruckt ob Television-Fliegen-Autos-Rennjachten-Aufnahmetechniken Karajan war immer dabei.
http://www.geocities.com/immortalbruckner/image/karajan.jpg
Der Maestro mit seiner Mannschaft auf der Helisara 6
http://www.karajan.co.uk/images-other%20activities/sailing7.jpg
Gruß ab :hello
Andreas
daniel5993 (10.05.2007, 13:19):
Hallo,

Als der Karajan seine Letzten Jahre hatte, war ich noch ein Baby!
Leider habe ich keine der Dirigenten oder allgemein Musiker, die ich Heute sehr hoch schätze irgentwie miterlebt! Da ich ja LP's höre, sind 90% der Musiker aus diesen Jahren bereits von uns gegangen! Was hätte ich nicht alles gegeben, wenn ich Leonard Bernstein einmal live miterlebt hätte? Am Besten noch bei Mahler's 2ten Symphonie! Oder Karl Böhm, bei der 39 von Mozart oder die 9 von Beethoven unter Karajan. Keinen von denen, die mir ans Herz gewachsen sind (Bernstein, Böhm, Karajan), habe ich je live miterlebt! Keinen!
Solche Erinnerungen wie das das du beschrieben hast, sind doch unvergessliche Momente. Einer der letzten, der jetzt noch lebt und welchen ich auch sehr schätze ist Claudio Abbado!
Ich habe übrigens auch die Beethovenaufnahmen von Karajan von 1977 und 1963(61,62 Aufgenommen).
Der Beste Beethoven-Zyklus ist für mich der unter Karajan(1961,1962)!
Und das eindeutig! Der schönste Beethoven legt sich da einem zu Füßen!

Gruß
daniel :)
Ganong (12.05.2007, 18:39):
Liebe Forumsmitglieder ,

ich hatte meine Meinung vor kurzem in diesem Faden schon dargelegt .

Der "Wert" eines Musikers kann sich doch niemals an dem Presis einer Eintritsskarte oder gar einer Rezesnion messen lasen .

Falls dazu einer aus den diversen Foren in der Lage sein sollte , dann doch nur jemand , der den betreffenden nachschöpfenden Künstler wirklich mindestens längere Zeit und intensiv kennengelernt hat und auch persönlich erleben konnte .

Niemals kann eine einizige Aufnahme oder Aufnahemreihe dies leisten , weil mit moderenen Technik fast alle manipulierbar ist .


Herbert von Karajan , den ich sonst nicht gering schätzte und der sicherlich sehr viel Feinfühligkeit , sehr viel pädagogisches Einfühlungsvermögen hatte , hat doch gerade bei Beethovens Symphonien keine einzige hinterlassen ( bei immerhin mehreren Zyklen ! plus Live-Mitschnitten ) , die unter die TOP THREE gelangen dürfte , könnte , würde .

es soll mir jemand dezidiert mitteilen , anhand von Notenbeispielen , Vergleichen mit anderen Aufnahmen , bei welcher Symphonie Karajan wirklich aus der Masse seiner Kollegen tatsächlich herausragt !

Man wird keine sinnvolle Antwort bekommen ( können ) .

Grüsse,

Frank
karajan (12.05.2007, 21:07):
Original von Ganong


Herbert von Karajan , den ich sonst nicht gering schätzte und der sicherlich sehr viel Feinfühligkeit , sehr viel pädagogisches Einfühlungsvermögen hatte , hat doch gerade bei Beethovens Symphonien keine einzige hinterlassen ( bei immerhin mehreren Zyklen ! plus Live-Mitschnitten ) , die unter die TOP THREE gelangen dürfte , könnte , würde .


Frank
Die frage die hier von Daniel gestellt wurde lautete !Mich würde mal interessieren, welcher Musiker euch am meisten fasziniert und damit meine ich nicht nur die Musik, Wie ER oder Sie sie spielt, egal wie gut oder wie schlecht Sie Ihr Handwerk ausüben!“ Einfach auch andere Gründe, z.B die Person, Ansicht, oder oder!
Musik,Notenbeispiele usw das fragte er garnicht. Mir ist auch egal ob du Karajan magst oder nicht, ob du seinen Beethoven liebst oder nicht. Hier zählt die eigene Empfindung ob ich jemanden bevorzuge oder nicht.
Zweitens ist Karajans Beethoven von 1963 bis heute der meistverkaufte Beethovenzyklus überhaupt. Mit nichten kommt das nicht von allein denn diese Aufnahmen sind bis heute sehr beliebt. Wenn du sie nicht magst ist es dein Geschmack wird akzeptiert. Ich finde die Bläserverdoppelungen und der breite volle Klang absolut klasse. Genau so mag ich die Einspielung von 1977 aber auch die Digitale. Egal was Puristen immer wieder gegen den Maestro zu meckern haben besonders aber seine Landsleute die Österreicher, für mich bleibt und ist er der Jahrhundertdirigent. Es war einfach großartig ihn beim dirigieren zu beobachten, nicht wie viele Wackeldirigenten von heute.

Andreas
satie (12.05.2007, 21:50):
Ich möchte hier ergänzen:
obwohl ich persönlich Karajan nicht unbedingt so hoch schätze: die Berliner Philharmoniker sind unter ihm definitiv in ihrer Höchstform gewesen, und die haben sie nach ihm so nicht mehr erreicht, nicht unter Abbado, noch weniger unter Rattle. Einen solchen Klang hat das Orchester nicht mehr. Ich habe sie hier in Berlin ja nun schon öfters unter verschiedenen Maestri gehört und war eigentlich jedesmal etwas mehr enttäuscht. Das zumindest mein subjektiver Eindruck.

Herzlich,
S A T I E
daniel5993 (12.05.2007, 23:08):
Hallo :hello!

Der Beethoven-Zyklus unter Herbert von Karajan, von 1963 ist, wie ich es immer wieder gern betone, die Aufnahme, die mich am Meisten überzeugt hat!
Und ich bin glücklich darüber, das selbst diejenigen, die Karajan aus welchen Gründen auch immer, nicht besonders mögen, zum Größten Teil auch diese Meinung vertreten!
Selbst so manchem Großen Kritiker, hat er mit diesem Zyklus die Augen geöffnet!
Übrigens, was mir da gerade einfällt, Eine Sendung auf NDR-Kultur (Sitz in Hamburg, Radiosender) setzt sich gerade mit dem Thema Karajan auseinander, den ganzen Mai, jeden Sonntag von 18-19 Uhr! Es geht nur um Karajan, sein Schaffen, seine Kritiker, seine Anhänger! Ist sehr interessant!
Falls Ihr diesen Sender reinbekommt, wo auch immer Ihr seid, emfehle ich dabei zu sein!

Gruß
daniel :leb :leb
Ganong (13.05.2007, 17:42):
Lieber Andreas ,

wenn ein Werk , ein Zyklus am meisten verkauft wird , som besagt dies nichts über seinen künstlerischen Rang .

Die Bläserverdopplung. Ein alter Streitstoff . Jeder soll es halten wie er es eben am liebsten hört .Karajan hat sich von dieder Erde mit einer wundervoll interpretierten Bruckner - Symphonie ( musiuklaisch ) verabschiedet .

Ritter von Karajan hatte vor allem griecische Wurzeln . Ob man ihn als "Österreicher" bezeichnen sollte , ja darf , das überlasse ich dann lieber der individuellen Feinfühligkeit .

Das er fast allen aktuellen Dirigenten um Lichtjahre voraus gewesen ist ( schliesst den Herrn mit dem strengen uns ewig an Österreich erinnernden Herrn , der in München wirkt mit ein ) , ist wohl selbst in einem Zustand satiescher Angetrunkenheit nicht zu leugnen .

Die Einwände gegen Karajan bleiben .

Damit Du aber zufrieden bist :

Für mich ist unter den Dirirgenten mit doch deutlichenm Abstand Maestro Carlo Maria Giulini d e r Diriegnt des 20. Jahrhunderts und wird es mit seinen Aufnahmen auch bleiben .

Frank
Jürgen (14.05.2007, 13:24):
Original von Ganong
wenn ein Werk , ein Zyklus am meisten verkauft wird , som besagt dies nichts über seinen künstlerischen Rang .



Einspruch, Frank. Da besteht schon ein Zusammenhang, wenn auch eher statistischer Natur. Lass es mich mal so formulieren:

Wenn ich mir eine Aufnahme eines Werkes kaufe, das bisher am häufigsten verkauft wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit, mir eine Einspielung von hohem künstlerischen Rang zugelegt zu haben wesentlich größer, als wenn ich mir eine gekauft hätte, die weltweit erst 20-mal verkauft wurde.


Wenn ein Werk seit Jahrzehnten, sämtlichen Modetrends zum Trotz, immer noch in den oberen Verkaufsrängen liegt, dann kann es so verkehrt nicht sein.

Natürlich ist da noch der Einfluss des Marketing. Aber wenn die Qualität nicht stimmt, hat es auch das beste Marketing schwer.

Grüße
Jürgen
Ganong (14.05.2007, 16:28):
Lieber Jürgen !

Einspruch , natürlich .

Du verwechselst einfach Quantität mit Qualität .

Im übrigen umgehst Du , wie auch der selbsternannte "Karjan" jede Begründung zu den einzelnen neun Symphonien . Das ist eindfach schlecht .

Die Realität sieht anders aus .

Norman Lebrecht hat in seinem gerade weltweit erschienen Buch ( auch in deutscher Sprache erhältlich ) den Fall von Riccardo Mutis "Aida" beschrieben . Eine der serh guten Aufnahmen . In alen mir bekannten Foren sogar d i e Aufnahme überhaupt .

Tatsacxhe ist , dass wohl kaum eine Aufnahme , lt. Mr. Lebrecht , bezüglich ihres Verkaufs-"Erfolges" dermassen schwächselt wie diese .

Es gibt in den führen Klassikmagazinen , wozu allerdinmgs kein deutschsprachiges zählt , keine einzige Negativkritik . Auch nicht bei sehr diffenzierter Besprechung .


Es gibt zig weitere Beispiele dieser Art .

Anna Malikova, eine jetzt überwiegend in Deutschland lebende Pianistin , der wir eine überragende Interpretation von Schuberts Klavierrsonate B - Dur D 960 verdanken , ist mit fast allen ihren Aufnahmen ständig "Sold Out !" . So als "sänge" selbst Barbra Streisand , was sie mangels Geldeinnahme nicht tut , im Frankfurter Waldsatdion .



Trot Fra Malikovas eindringlicher , überzeugende r , filgraner , und wo angebracht , doch so zupackender Kunst , die uns an die Schule von Neuhaus erinnert ( siehe dazu dessen Lehrbuch ) hat sie den internationalen DSurchbruch leider nicht geschafft - Ihre CDS werden zu horrenden Preisen gehandelt .

Was mag der Gruns sein ?

Gruss ,

Frank

PS.:

Was Herbert von Karjan anbelangt , sobleibt es selbstverständlich bei meinen ersten Sätzen zu u8nd über ihn , sein Gattin und seine Kinder .

Die abgebildete Maschone ist ein französisches Flugzeug , das Karakan stets bewvorzugte . F:
satie (14.05.2007, 17:37):
Lieber Doktor Ganong,

Im übrigen umgehst Du , wie auch der selbsternannte "Karjan" jede Begründung zu den einzelnen neun Symphonien .

Mir fehlen von Dir bisher ebenso die Argumente für Deine favorisierten Aufnahmen.

Eine der serh guten Aufnahmen . In alen mir bekannten Foren sogar d i e Aufnahme überhaupt .

Das bedeutet also: wenn diese Aufnahme sich gut verkaufen würde über Jahrzehnte hinweg, dann wäre das eine schlechte Quantität, wird sie aber in allen Foren gelobt, so ist das eine gute Quantität, die ergo identisch mit Qualität ist. Das ist sehr interessant. Würde jetzt also die Karajan-Aufnahme in jedem deutschen Forum gelobt, so wäre sie eine gute Aufnahme. Nun, sie wurde aber doch hier schon gelobt und sicherlich auch anderswo. Also muss sie doch gut sein nach dieser Logik. Vielleicht ist es aber ein Makel, dass Mister Lebrecht sie nicht gelobt hat. Hätte er den Karajan für gut befunden, sähe es wahrscheinlich mit der Quantität ganz anders aus, vielleicht wäre diese dann eine gute, wer weiss. Immerhin: die Aufnahme wurde gleichzeitig hier gelobt und dennoch verkaufte sie sich gut. Wir stehen also vor einem klassischen Paradoxon, welches wir mit gewöhnlicher Logik gar nicht zu lösen im Stande sind. Haben wir hier keinen Zen-Meister unter uns, der uns eine noch verwirrendere Antwort darauf geben könnte?

S A T I E
Jürgen (14.05.2007, 18:21):
Original von Ganong
Du verwechselst einfach Quantität mit Qualität .


Nein, mache ich nicht. Lies bitte meinen fett gedruckten Satz noch einmal in Ruhe durch.

Ich weiss, was Du meinst: Kaufe ich einen Bestseller, dann habe ich noch lange keine Garantie, dass es ein gutes Buch ist.
Dem will ich und habe ich auch nicht widersprochen. Ich ergänze nur: Bei einem Bestseller ist die Wahrscheinlichkeit höher.

Das heisst ja nicht, dass es auch Bücher und Musiken gibt, die kaum einer kennt (und gekauft hat), die trotzdem meisterhaft sind.


Original von Ganong
Im übrigen umgehst Du , wie auch der selbsternannte "Karjan" jede Begründung zu den einzelnen neun Symphonien . Das ist eindfach schlecht .


Ich brauche gar keine Begründung abgeben, da ich gar keine Behauptung zu Beethovens Sinfonien aufgestellt habe. Mein Statement war viel allgemeiner gehalten.

Grüße
Jürgen
Ganong (15.05.2007, 16:17):
Früher dachte ich einmal , dasses sich um ein Musikforum handeln würde , in dem nicht "Statements" abgegeben werden , sondern über klassische Musik sinnvoll und differnziert diskutiert würde .

Wahrscheinlichkeitsannahmen ( nicht Wahrscheinlichkeitsberechungungen ! ) gehören sicherlich nicht dazu .

Frank
daniel5993 (15.05.2007, 17:44):
Hallo Ganong!

Ohne jetzt diesen Thread zu einem Beethoven- Thread zu machen! Ich möchte gerne (und wirklich nur kurz) mal wissen, welchen Beethoven-Zyklus du bevorzugst, damit ich mir auch mal diese Gesamtausgeabe zur Brust nehme, falls ich den Genannten nicht schon kenne!

Gruß
daniel :beer
Ganong (16.05.2007, 16:14):
Lieber Daniel ,

wenn ich mich entscheidden müsste , so würde ich die erste GA duch Karajan knapp vor seiner letzten wählen .

Aber wie gesagt , ich würde keine GA kaufen , sondernb mir die Symphonien einzeln zusammenstellen .

Da wäre Herr von Karakjan auf keinen Fall dabei .

Das heisst nicht ( s. o. ) , das er nicht beachtliche Qualitäten hatte !

Aber damit Du eine Antwort auf die 9 Symphonien bekommst , die ich aktuell empfehlen möchte :

1. Monteux
2. Walter
3. Giulini
4. Walter
5. Reiner
6. Giulini ( SONY )
7. Steinberg
8. Oramndy
9. Furtwängler ( Bayreuth ) .

Gruss ,

Frank
daniel5993 (16.05.2007, 19:41):
Hallo Ganong!

Ich höre auch nicht nur die GA von Karajan, je nach Laune und Interpretationsschnelligkeit, höre ich immer mit verschiedenen Dirigent! Mal aus der GA von Böhm, mal aus der GA Bernstein, Konwitschny,Furtwängler usw., aber am meisten Karajan! Übrigens kann ich dir bei der Neuten unter Furtwängler nur zustimmen, die ist zwar länger als so manche andere 9te, gefällt mir aber auch sehr sehr Gut!

Gruß
daniel :hello
Amadé (19.05.2007, 15:01):
@Daniel

Furtwängler hat die 9. fast jedes Jahr dirigiert, in Wien und Berlin meist als Sonderkonzert für das jeweilige Pensionskasse des Orchesters, demententsprechend sind etliche Mitschnitte vorhanden. Ich würde mich nicht wundern, wenn noch weitere bisher nicht publizierte eines Tages dazukommen. In meinem Archiv befinden sich zur Zeit neun Aufnahmen, die älteste aus London mit den Berliner Philharmonikern von 1937 und die "jüngste" aus seinem Todesjahr 1954 von den Bayreuther Festspielen (08.August). Zuletzt dirigierte er die 9. am 22.Aug.54 mit dem Philharmonia Orchestra LOndon zwei Wochen nach der Bayreuther Aufführung bei den Luzerner Festwochen, diese Aufnahme besitze ich nicht. Die Luzerner Aufnahmen aus dieser Zeit haben leider fast allesamt technische Mängel.

Nun zu der Bayreuther Aufnahme zur Eröffnung der ersten Festspiele nach dem 2. Weltkrieg. Sie wurde von der EMI mitgeschnitten, deshalb war auch HMV-Produzent Walter Legge anwesend war, außerdem sang seine Frau Elisabeth Schwarzkopf den Sopran-Part in der 9. sowie die Woglinde.
W. Legge äußerte sich nach der Vorstellung kritisch über Furtwänglers Aufführung, auch dieser war nicht recht zufrieden, ohne genau zu wissen warum. Furtwängler wünschte auch keine Veröffentlichung, warum es dann trotzdem geschah, darüber kann man nur mutmaßen. Viele Kritiker preisen seitdem die Platte, es war lange Jahre die einzige bekannte Furtwängler-Aufnahme der 9.!
Nachden nun im Zeitalter der CD auch andere Furtw.-Mitschnitte veröffentlicht wurde, sollte man differenzieren und die Vorzüge und Nachteile abwägen. Leider geschieht dies noch sehr selten. EMI möchte aus verständlichen kommerziellen Gründen seinen Schatz zu Geld machen. Deshalb erscheint die Bayreuther Aufnahme von 51 immer wieder in neuen Serien mit neuer Verpackung.
Für mein Dafürhalten sind die Aufnahmen vom März 1942 aus Berlin und vom 31.Mai aus Wien am gelungendsten. Beide wurden auch später als von Piraten-Firmen, dafür aber mit besserem Klang, von der DGG veröffentlicht. Diese Aufnahmen sollte man unbedingt kennen!

Gruß Amadé
daniel5993 (20.05.2007, 12:48):
Hallo Amade oder sollte ich sagen "Lexikon"-Amade?,

Die vom März 1942 muss ich mir wohl auf CD holen! Von der Aufnahme habe ich auch schon von anderen gehört!

Gruß
daniel
ab (04.07.2007, 11:27):
Original von Ganong
Es gibt zig weitere Beispiele dieser Art .

Anna Malikova, eine jetzt überwiegend in Deutschland lebende Pianistin , der wir eine überragende Interpretation von Schuberts Klavierrsonate B - Dur D 960 verdanken , ist mit fast allen ihren Aufnahmen ständig "Sold Out !" .


Trot Fra Malikovas eindringlicher , überzeugende r , filgraner , und wo angebracht , doch so zupackender Kunst , die uns an die Schule von Neuhaus erinnert ( siehe dazu dessen Lehrbuch ) hat sie den internationalen DSurchbruch leider nicht geschafft - Ihre CDS werden zu horrenden Preisen gehandelt .


Hatte ich nicht bereits einmal erwähnt, dass die Aufnahmen Malikovas, die ich wiederholt im Konzert hören konnte, beim Italienischen Label Reals Sound (soviel ich informiert bin, leitet es ihr Österreischer Ehemann) alle noch erhältlich sind, nämlich hier?
daniel5993 (02.05.2007, 08:13):
Hallo allezusammen :hello,

„Der Musiker, den ich am meisten schätze!“.

Mich würde mal interessieren, welcher Musiker euch am meisten fasziniert und damit meine ich nicht nur die Musik, Wie ER oder Sie sie spielt, egal wie gut oder wie schlecht Sie Ihr Handwerk ausüben!“ Einfach auch andere Gründe, z.B die Person, Ansicht, oder oder! Ich hab z.B einen Kumpel der hat sich auf den Pianisten Emil Gilels versteift! Alles was er fabriziert ist für Ihn das Größte! Einfach nur so, weil diese Person aus irgentwelchen Gründen solch einen enormen Eindruck auf Ihn ausübt! Das Vorbild von Anfang an! Einfach Musiker, die einem aus unerklärlichen Gründen ans Herz gewachsen sind und man desshalb die Musik des „eigenen Größten“ bevorzugt, auch wenn es bessere Interpretationen von anderen Musikern gibt!


Beim mir kann ich da , 2 aus meiner Sicht große Persöhnlichkeiten nennen, welche mich mit Ihrem dasein enorm beeindruckt haben! Das ist in erster Linie der Geiger Yehudi Menuhin! Für mich der Größte Geiger unter dem Musikhimmel des 20-Jahrhunderts! Seine bescheidene und charismatische Persönlichkeit, war es, welche mich so beeindruckt hat! Seine Interpretationen von z.b Bachs Konzert für zwei Violinen 1043, Bruchs Violinkonzert oder besonders das Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy, op 64 habe ich nirgends besser gehört, aber vielleicht liegt das auch daran, das ich seine „Kunst in der Musik“ schon von vorn herein als Maßstab ansetze!?

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41V187W04CL._AA240_.jpg

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Die zweite Person, welche ebenso Charismatisch ist und mir auch besonders durch das Lesen von seiner Biographie ans Herz gewachsene, ist der Dirigent Leonard Bernstein!
Ein immer besorgter und Gutmütiger Mensch, welchen ich leider wie Menuhin, nur aus Büchern (Biographien) und alten Zeitschriften kenne! Je mehr man sich auch über seine „Vorbilder“ informiert, desto mehr kann man auch die Musik verstehen, welche Sie zu Interpretieren versuchen! Und je mehr Sie deinen Eigenen Ansprüchen, Ansichten, Lebensweisen entsprechen, desto mehr lernt man Sie schätzen! Sie selbst, sowie Ihre Musikinterpretation! Da können andere Musiker noch so viel besser sein!

Mit Musiker, meine ich in erster Linie Pianisten, Violinisten, Cellisten usw. , aber auch Dirigenten! Einfach Große Persöhnlichkeiten aus eurer Sicht!

Ich denke, das jeder solche „Musikervorlieben“ hat!
Mich würde interessieren, wer es bei euch ist!


Gruß :rofl
daniel
Jürgen (02.05.2007, 09:00):
Hallo zusammen,

bei mir ist es eindeutig Georg Solti.
http://www.new-video.de/co/soltireh.m.jpg
Zum einen bedingt durch seine Aufnahmen.

Sein Ring, sein Elgar, Holst aber auch sein Mahler (zumindest 6 und 8) sind bei mir die Referenzaufnahmen bzw.dicht dran.

Ich habe den Eindruck, er schaffte es aus einem Weltklasseorchester oftmals etwas mehr herauszukitzeln, als manch ein Kollege. (Wiener Philharmoniker beim Ring)

Ich habe aber auch Filmaufnahmen von Proben zur Götterdämmerung gesehen. Hier erlebte ich, wie gut er Menschen führen konnte.
Interviews jüngeren Datums unterstrichen noch, dass er ein sehr sympathischer Typ war. Darüber hinaus war er wohl ein workaholic. Bis tief in die Nacht studierte er die Partituren und bereitete den nächsten Aufnahmetag vor. Hier will ich keinem Dirigenten unterstellen, dass er das nicht auch mache. Ich weiss es bloß nicht.

Zuletzt habe ich beobachten können, dass er auch bei großen Weltstars seine Vorstellungen durchsetzen konnte. Er wollte z.B dass die Sänger in einer Szene der Götterdämmerung einen gewissen Abstand zu den Mikrophonen einhalten. Birgit Nilsson schmeckte das ganz offensichtlich nicht, sie mokierte sich später darüber.

Als krasses Gegenstück habe ich Ozawa in Erinnerung. Ich sah mal eine Dokumentation zu seiner Carmen-Aufnahme mit Jessey Norman. Er hat ihr ja ständig die Füße geküsst: "Bin ich zu langsam? Bin ich zu schnell?"
Das war ja schon fast widerlich.



Bei Bernstein schließe ich mich Daniel an. Ich habe mal seinen Aufsatz über Mahler: "His time will come" gelesen, der mich sehr beeindruckt hat.


Grüße
Jürgen
satie (02.05.2007, 11:05):
Original von Jürgen

Als krasses Gegenstück habe ich Ozawa in Erinnerung. Ich sah mal eine Dokumentation zu seiner Carmen-Aufnahme mit Jessey Norman. Er hat ihr ja ständig die Füße geküsst: "Bin ich zu langsam? Bin ich zu schnell?"
Das war ja schon fast widerlich.


Lieber Jürgen,
wenn Du wüsstest, welche Verträge die Dirigenten unterzeichnen müssen, wenn die Norman auftritt, dann würdest Du Dich nicht mehr wundern. Ozawa hatte wohl gar keine andere Wahl, als ihr die Füße zu küssen. Es gab schon Fälle, wo der Dirigent Jessye Norman gar nie direkt ansprechen durfte, sondern die Kommunikation allein über einen Assistenten lief. Überhaupt kommt die Norman in der Regel zur Generalprobe und basta. Die nur zur Erklärung, so abstoßend und kurios es auch sein mag...

S A T I E
Jürgen (02.05.2007, 12:09):
Hallo Satie,

ich habe in der Tat nicht den blassesten Schimmer.

Ich kenne keinen einzigen Vertrag weder von Dirigenten, noch von Sängern. Aber was Du dort andeutest macht mich neugierig.

Da wir in der glücklichen Lage sind, einen Wissenden hier im Forum zu haben, solltest Du einen neuen Thread zu diesem Thema eröffnen.

Sicherlich bin ich nicht der Einzige, der zwar nichts dazu beitragen kann aber das Thema mit Interesse verfolgen würde.

Danke
Jürgen
karajan (03.05.2007, 10:47):
Original von Satie
Original von Jürgen

Als krasses Gegenstück habe ich Ozawa in Erinnerung. Ich sah mal eine Dokumentation zu seiner Carmen-Aufnahme mit Jessey Norman. Er hat ihr ja ständig die Füße geküsst: "Bin ich zu langsam? Bin ich zu schnell?"
Das war ja schon fast widerlich.


Lieber Jürgen,
wenn Du wüsstest, welche Verträge die Dirigenten unterzeichnen müssen, wenn die Norman auftritt, dann würdest Du Dich nicht mehr wundern. Ozawa hatte wohl gar keine andere Wahl, als ihr die Füße zu küssen. Es gab schon Fälle, wo der Dirigent Jessye Norman gar nie direkt ansprechen durfte, sondern die Kommunikation allein über einen Assistenten lief. Überhaupt kommt die Norman in der Regel zur Generalprobe und basta. Die nur zur Erklärung, so abstoßend und kurios es auch sein mag...

S A T I E
Hallo
Als die folgende Aufnahme entstand 1987 in Salzburg, ein Jahr vor Karajans 80.Geburtstag fragte Karajan seinen Berater Dr. Uli Märkle (leider auch schon Tod starb am 29.01.2005) ob denn Jessye Norman schon in Salzburg angekommen ist. Er sagte ja sie werde morgen früh um 8.00 zur Probe kommen. Karajan ließ sie um 8.00 erst mal warten begrüßte noch Freunde aus Japan, erzählte dann von seinem neuen Porsche den er bestellt hat. Der Japaner fragte den Maestro wann er denn kommt. Karajan lachte ich habe Nr.92 und die Nr.2 wird gerade ausgeliefert. Nach einigen Technischen Details etwa 3 sek. auf 100,konnte der Japaner erst nicht richtig glauben ging er in die Probe. Die Wiener und Norman wartete schon, als er rein kam wurde er mit großem Beifall begrüßt. Die Norman bekam Anweisung sich zu setzen und einfach nur zuzuhören. Nach etwa 90min wurde die Norman entlassen (ohne ein Wort zu singen) Karajan sagte bis morgen um 8.00.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5235504.jpg

Als die Norman gefragt wurde wie die Probe war lachte sie und sagte so eine Probe hat sie noch nie erlebt. Er ließ mich nur zu hören.
Am nächsten morgen durfte sie singen. Und wie schön sie ihre Stimme einsetzte einfach himmlisch. Das Konzert das Live auf CD mitgeschnitten wurde war ein Erfolg für alle. Für die Konzertbesucher,der Norman,Karajan und alle Musikliebhaber. Die Aufnahme gehört in jede Sammlung egal ob man Karajan schätzt oder nicht.
Gruß Andreas
Rachmaninov (03.05.2007, 13:57):
Hallo,

also ich liebe und schätze Jascha Heifetz.

Seine ersten Auftritte waren bereits eine Sensation und seine Aufnahmen über eine ganzes Leben hinweg ein beeindruckendes Dokument.
Man höre nur seine Aufnahmen und staune bei diese Perfektion, die zwar etwas kühl wirken mag aber dafür nicht als Ausdrucksmittel ein ewiges Dauervibrato einsetzt.

Ein Künstler muss es ersteinmal schaffen über seine gesamte Karriere ein derartiges Niveau.
hier geht es zum Thread!
Ganong (03.05.2007, 18:35):
Liebe Forumsmitglieder ,

diese Frage lösen zu wollen ist wie die Quadratur des Kreises .

Meiner Meinung nach muss man in ganz besonderer Weise mit der Persönlichkeit der Künstlerin / des Künstlers wenn möglich persönlich so gut wie möglich beaknnt und sogar vertraut sein . Dem Gesamtumfeld etc. .

Dies dürfte nur in sehr wenigen Fällen möglich sein .

Selbst dann , wenn ich versuche , einen Künstler auf das nachschaffende seines Tuns zu reduzieren , wird dies nicht gehen , ohne sich versuchsweise mit der Persönlichkeit des Interpreten auseinenderzusetzen . Ich möchte einfach mehr über einen Künstler wissen , neu und tiefer kennenlernen , dessen Interpretationen mir eben subjektiv ganz besonders zusagen .

Es ist als o immer eine höchst subjektvie Ansicht .

Wenn A den Künstler P wie immer persönlich sehr gut kennengelernt hat , dann macht jede Disdussion , nicht eine Künstlervorstellung !!! , mit Dritten kaum einen Sinn .

So gibt es z. B. Pianisten oder Geiger , die ich mit ganz bestimmten Werken ausserordentlich schätze , bewundere , aber mit anderen Interpretationen eben nicht .

Ich muss mir selbst die innere Freiheit bewahren , damit auch kritisch mir selbst gegenüber umgehen zu können .

Ich hatte es hier kurz nach Eröffnu g des Forums schon einmal geschrieben , dass eine persönliche , sogar länger dauernde Beegnung , die sich u. U. sogar mehrfach wiederholen kann , dazu führen kann , dass man plötzlich ein ganz anderes , völlig neues Bild von einem Menschen , vor allem , und einem Künstler bekommt .

Solche persönlichen Begenungen etwa hier zu beschreiben , verbietet sich fast wegen der Diskretion , die man doch stets bewahren sollte .

Eine Begründung für die Bevorzugung , Sympathie , Wertschätzung etc. eines Künstlers / einer Künstlerin zu nennen , ist ohnehion nur für jemanden nachzuvollziehen , der diese Menschen auch gut kennengelernt hat .

Auch solche "Beziehungen" sind Schwankungen unterworfen . Bei wirklich freundschaftlichen Beziehungen bleiben die inneren Werte eines Menschen in aller Regel auch über Jahrzehnte erhalten . Daher verändert sich solche eine Zusammenstellung von ganz persönlich geschätzten Namen auch kaum .


Viele Grüsse ,

Frank
Jeremias (04.05.2007, 00:15):
Zu nennen ist hier auch Mstislaw Rostropovich! Sein Engagement für die Demokratie in Russland bleibt unvergessen!
Rachmaninov (04.05.2007, 09:44):
@Jeremias,

dann "musst" Du aber noch auf Oistrach und Richter verweisen, die gemeinsam mit Rostropovich ein Trio bildeten und gemeinsam eine politische Einstellung vertraten und vor allem für einander einstanden.

R
Walter (04.05.2007, 09:59):
Für mich ist Martha Argerich eine Künstlerin die mich immer durch ihre ausdrucksstarken, gefühlvollen und zugleich emotionalen Interpretationen erreicht.

Es fällt mir aber trotz der Freude an ihren Aufnahmen leicht mich auch für andere zu begeistern!

Gruß an Alle!
nikolaus (04.05.2007, 20:28):
Original von Walter
Für mich ist Martha Argerich eine Künstlerin die mich immer durch ihre ausdrucksstarken, gefühlvollen und zugleich emotionalen Interpretationen erreicht.

Es fällt mir aber trotz der Freude an ihren Aufnahmen leicht mich auch für andere zu begeistern!

Gruß an Alle!

Dito!! :D

Nikolaus.
karajan (09.05.2007, 23:01):
Original von daniel5993
Hallo allezusammen :hello,

„Der Musiker, den ich am meisten schätze!“.



Ich denke, das jeder solche „Musikervorlieben“ hat!
Mich würde interessieren, wer es bei euch ist!


Gruß :rofl
daniel
Hallo Daniel
Ohne Frage ist das bei mir Herbert von Karajan!!
http://www.gedankenspiele.com/blog/content/binary/karajan.jpg
Zwischen 1977 und 1984 habe ich Karajan vierzehn mal Live in Berlin erlebt. Diese Konzerte bleiben für mich in ewiger Erinnerung. Das 15. Karajan Konzert für mich war in Frankfurt in der Alten Oper am 06.Mai 1984. Auf dem Programm Mozart Divertimento KV 334 und für mich eine unvergessene 6. Symphonie von Tschaikowsky. Die Frankfurter Kritik habe ich mal dazu gelegt. Nach dem Konzert tobte das Publikum, Karajan sehr gerührt konnte kaum laufen. Während dem Konzert ließ sich der Maestro nichts anmerken. Karajan verließ das Podium nach dem Konzert nicht und nahm den tosenden Beifall unter seinen Berlinern auf. Ich hatte mich am Seiteneingang gleich nach dem Konzert postiert. Karajan kam bald heraus gestützt von Uli Märkle und zwei weiteren Begleitern und seiner Frau Eliette. Der Maestro war trotz großer Schmerzen bei bester Laune gab mir ein Autogramm ( das war mein drittes die anderen zwei bekam ich durch Siegfried Lauterwasser, Karajans Hauptfotograf ) Der Maestro war erstaunlicher Weise sehr gesprächig absolut freundlich und nicht in Eile. Nach etwa 10 min gab er mir die Hand, sagte mir die Zeit wird knapp und war schon wieder unterwegs in Richtung Stuttgart wo am anderen Tag das nächste Konzert statt fand. Richard Strauss eine Alpensinfonie, leider habe ich für das Konzert keine Karte mehr bekommen. Dieses Frankfurter Konzert war das letzte Karajankonzert für mich leider!! Die 200,00 DM für die Karte waren eine gute Investition, für 1984 schon viel Geld.

http://www.karajan.org/img/research_txt/2222.jpg
Bis zum heutigen Tag ist der Maestro für mich immer wieder ein Erlebnis, mit Sicherheit gibt es Werke die Karajan nicht so lagen. Ich besitze bis auf wenige Ausnahmen alle Tonträger auf CD, und DVD in allen Aufnahmen von 1940 bis 1989,sämtliche Bücher und Zeitungsmaterial. Die restlichen Aufnahmen werden folgen. Besonders die letzten Bruckneraufnahmen mit den W.Ph. waren Karajan absolute Höhepunkte, die Werke Richard Strauss ein absoluter Hörgenuß, Karajans Beethoven von 1963 und 1977. Ich höre auch seinen Beethoven mit dem Philharmonia Orchestra sehr oft. Zum 100 Geburtstag 2008 wird es noch einige nicht veröffentlichte Werke geben. Der Techniker Karajan hat mich auch immer beeindruckt ob Television-Fliegen-Autos-Rennjachten-Aufnahmetechniken Karajan war immer dabei.
http://www.geocities.com/immortalbruckner/image/karajan.jpg
Der Maestro mit seiner Mannschaft auf der Helisara 6
http://www.karajan.co.uk/images-other%20activities/sailing7.jpg
Gruß ab :hello
Andreas
daniel5993 (10.05.2007, 13:19):
Hallo,

Als der Karajan seine Letzten Jahre hatte, war ich noch ein Baby!
Leider habe ich keine der Dirigenten oder allgemein Musiker, die ich Heute sehr hoch schätze irgentwie miterlebt! Da ich ja LP's höre, sind 90% der Musiker aus diesen Jahren bereits von uns gegangen! Was hätte ich nicht alles gegeben, wenn ich Leonard Bernstein einmal live miterlebt hätte? Am Besten noch bei Mahler's 2ten Symphonie! Oder Karl Böhm, bei der 39 von Mozart oder die 9 von Beethoven unter Karajan. Keinen von denen, die mir ans Herz gewachsen sind (Bernstein, Böhm, Karajan), habe ich je live miterlebt! Keinen!
Solche Erinnerungen wie das das du beschrieben hast, sind doch unvergessliche Momente. Einer der letzten, der jetzt noch lebt und welchen ich auch sehr schätze ist Claudio Abbado!
Ich habe übrigens auch die Beethovenaufnahmen von Karajan von 1977 und 1963(61,62 Aufgenommen).
Der Beste Beethoven-Zyklus ist für mich der unter Karajan(1961,1962)!
Und das eindeutig! Der schönste Beethoven legt sich da einem zu Füßen!

Gruß
daniel :)
Ganong (12.05.2007, 18:39):
Liebe Forumsmitglieder ,

ich hatte meine Meinung vor kurzem in diesem Faden schon dargelegt .

Der "Wert" eines Musikers kann sich doch niemals an dem Presis einer Eintritsskarte oder gar einer Rezesnion messen lasen .

Falls dazu einer aus den diversen Foren in der Lage sein sollte , dann doch nur jemand , der den betreffenden nachschöpfenden Künstler wirklich mindestens längere Zeit und intensiv kennengelernt hat und auch persönlich erleben konnte .

Niemals kann eine einizige Aufnahme oder Aufnahemreihe dies leisten , weil mit moderenen Technik fast alle manipulierbar ist .


Herbert von Karajan , den ich sonst nicht gering schätzte und der sicherlich sehr viel Feinfühligkeit , sehr viel pädagogisches Einfühlungsvermögen hatte , hat doch gerade bei Beethovens Symphonien keine einzige hinterlassen ( bei immerhin mehreren Zyklen ! plus Live-Mitschnitten ) , die unter die TOP THREE gelangen dürfte , könnte , würde .

es soll mir jemand dezidiert mitteilen , anhand von Notenbeispielen , Vergleichen mit anderen Aufnahmen , bei welcher Symphonie Karajan wirklich aus der Masse seiner Kollegen tatsächlich herausragt !

Man wird keine sinnvolle Antwort bekommen ( können ) .

Grüsse,

Frank
karajan (12.05.2007, 21:07):
Original von Ganong


Herbert von Karajan , den ich sonst nicht gering schätzte und der sicherlich sehr viel Feinfühligkeit , sehr viel pädagogisches Einfühlungsvermögen hatte , hat doch gerade bei Beethovens Symphonien keine einzige hinterlassen ( bei immerhin mehreren Zyklen ! plus Live-Mitschnitten ) , die unter die TOP THREE gelangen dürfte , könnte , würde .


Frank
Die frage die hier von Daniel gestellt wurde lautete !Mich würde mal interessieren, welcher Musiker euch am meisten fasziniert und damit meine ich nicht nur die Musik, Wie ER oder Sie sie spielt, egal wie gut oder wie schlecht Sie Ihr Handwerk ausüben!“ Einfach auch andere Gründe, z.B die Person, Ansicht, oder oder!
Musik,Notenbeispiele usw das fragte er garnicht. Mir ist auch egal ob du Karajan magst oder nicht, ob du seinen Beethoven liebst oder nicht. Hier zählt die eigene Empfindung ob ich jemanden bevorzuge oder nicht.
Zweitens ist Karajans Beethoven von 1963 bis heute der meistverkaufte Beethovenzyklus überhaupt. Mit nichten kommt das nicht von allein denn diese Aufnahmen sind bis heute sehr beliebt. Wenn du sie nicht magst ist es dein Geschmack wird akzeptiert. Ich finde die Bläserverdoppelungen und der breite volle Klang absolut klasse. Genau so mag ich die Einspielung von 1977 aber auch die Digitale. Egal was Puristen immer wieder gegen den Maestro zu meckern haben besonders aber seine Landsleute die Österreicher, für mich bleibt und ist er der Jahrhundertdirigent. Es war einfach großartig ihn beim dirigieren zu beobachten, nicht wie viele Wackeldirigenten von heute.

Andreas
satie (12.05.2007, 21:50):
Ich möchte hier ergänzen:
obwohl ich persönlich Karajan nicht unbedingt so hoch schätze: die Berliner Philharmoniker sind unter ihm definitiv in ihrer Höchstform gewesen, und die haben sie nach ihm so nicht mehr erreicht, nicht unter Abbado, noch weniger unter Rattle. Einen solchen Klang hat das Orchester nicht mehr. Ich habe sie hier in Berlin ja nun schon öfters unter verschiedenen Maestri gehört und war eigentlich jedesmal etwas mehr enttäuscht. Das zumindest mein subjektiver Eindruck.

Herzlich,
S A T I E
daniel5993 (12.05.2007, 23:08):
Hallo :hello!

Der Beethoven-Zyklus unter Herbert von Karajan, von 1963 ist, wie ich es immer wieder gern betone, die Aufnahme, die mich am Meisten überzeugt hat!
Und ich bin glücklich darüber, das selbst diejenigen, die Karajan aus welchen Gründen auch immer, nicht besonders mögen, zum Größten Teil auch diese Meinung vertreten!
Selbst so manchem Großen Kritiker, hat er mit diesem Zyklus die Augen geöffnet!
Übrigens, was mir da gerade einfällt, Eine Sendung auf NDR-Kultur (Sitz in Hamburg, Radiosender) setzt sich gerade mit dem Thema Karajan auseinander, den ganzen Mai, jeden Sonntag von 18-19 Uhr! Es geht nur um Karajan, sein Schaffen, seine Kritiker, seine Anhänger! Ist sehr interessant!
Falls Ihr diesen Sender reinbekommt, wo auch immer Ihr seid, emfehle ich dabei zu sein!

Gruß
daniel :leb :leb
Ganong (13.05.2007, 17:42):
Lieber Andreas ,

wenn ein Werk , ein Zyklus am meisten verkauft wird , som besagt dies nichts über seinen künstlerischen Rang .

Die Bläserverdopplung. Ein alter Streitstoff . Jeder soll es halten wie er es eben am liebsten hört .Karajan hat sich von dieder Erde mit einer wundervoll interpretierten Bruckner - Symphonie ( musiuklaisch ) verabschiedet .

Ritter von Karajan hatte vor allem griecische Wurzeln . Ob man ihn als "Österreicher" bezeichnen sollte , ja darf , das überlasse ich dann lieber der individuellen Feinfühligkeit .

Das er fast allen aktuellen Dirigenten um Lichtjahre voraus gewesen ist ( schliesst den Herrn mit dem strengen uns ewig an Österreich erinnernden Herrn , der in München wirkt mit ein ) , ist wohl selbst in einem Zustand satiescher Angetrunkenheit nicht zu leugnen .

Die Einwände gegen Karajan bleiben .

Damit Du aber zufrieden bist :

Für mich ist unter den Dirirgenten mit doch deutlichenm Abstand Maestro Carlo Maria Giulini d e r Diriegnt des 20. Jahrhunderts und wird es mit seinen Aufnahmen auch bleiben .

Frank
Jürgen (14.05.2007, 13:24):
Original von Ganong
wenn ein Werk , ein Zyklus am meisten verkauft wird , som besagt dies nichts über seinen künstlerischen Rang .



Einspruch, Frank. Da besteht schon ein Zusammenhang, wenn auch eher statistischer Natur. Lass es mich mal so formulieren:

Wenn ich mir eine Aufnahme eines Werkes kaufe, das bisher am häufigsten verkauft wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit, mir eine Einspielung von hohem künstlerischen Rang zugelegt zu haben wesentlich größer, als wenn ich mir eine gekauft hätte, die weltweit erst 20-mal verkauft wurde.


Wenn ein Werk seit Jahrzehnten, sämtlichen Modetrends zum Trotz, immer noch in den oberen Verkaufsrängen liegt, dann kann es so verkehrt nicht sein.

Natürlich ist da noch der Einfluss des Marketing. Aber wenn die Qualität nicht stimmt, hat es auch das beste Marketing schwer.

Grüße
Jürgen
Ganong (14.05.2007, 16:28):
Lieber Jürgen !

Einspruch , natürlich .

Du verwechselst einfach Quantität mit Qualität .

Im übrigen umgehst Du , wie auch der selbsternannte "Karjan" jede Begründung zu den einzelnen neun Symphonien . Das ist eindfach schlecht .

Die Realität sieht anders aus .

Norman Lebrecht hat in seinem gerade weltweit erschienen Buch ( auch in deutscher Sprache erhältlich ) den Fall von Riccardo Mutis "Aida" beschrieben . Eine der serh guten Aufnahmen . In alen mir bekannten Foren sogar d i e Aufnahme überhaupt .

Tatsacxhe ist , dass wohl kaum eine Aufnahme , lt. Mr. Lebrecht , bezüglich ihres Verkaufs-"Erfolges" dermassen schwächselt wie diese .

Es gibt in den führen Klassikmagazinen , wozu allerdinmgs kein deutschsprachiges zählt , keine einzige Negativkritik . Auch nicht bei sehr diffenzierter Besprechung .


Es gibt zig weitere Beispiele dieser Art .

Anna Malikova, eine jetzt überwiegend in Deutschland lebende Pianistin , der wir eine überragende Interpretation von Schuberts Klavierrsonate B - Dur D 960 verdanken , ist mit fast allen ihren Aufnahmen ständig "Sold Out !" . So als "sänge" selbst Barbra Streisand , was sie mangels Geldeinnahme nicht tut , im Frankfurter Waldsatdion .



Trot Fra Malikovas eindringlicher , überzeugende r , filgraner , und wo angebracht , doch so zupackender Kunst , die uns an die Schule von Neuhaus erinnert ( siehe dazu dessen Lehrbuch ) hat sie den internationalen DSurchbruch leider nicht geschafft - Ihre CDS werden zu horrenden Preisen gehandelt .

Was mag der Gruns sein ?

Gruss ,

Frank

PS.:

Was Herbert von Karjan anbelangt , sobleibt es selbstverständlich bei meinen ersten Sätzen zu u8nd über ihn , sein Gattin und seine Kinder .

Die abgebildete Maschone ist ein französisches Flugzeug , das Karakan stets bewvorzugte . F:
satie (14.05.2007, 17:37):
Lieber Doktor Ganong,

Im übrigen umgehst Du , wie auch der selbsternannte "Karjan" jede Begründung zu den einzelnen neun Symphonien .

Mir fehlen von Dir bisher ebenso die Argumente für Deine favorisierten Aufnahmen.

Eine der serh guten Aufnahmen . In alen mir bekannten Foren sogar d i e Aufnahme überhaupt .

Das bedeutet also: wenn diese Aufnahme sich gut verkaufen würde über Jahrzehnte hinweg, dann wäre das eine schlechte Quantität, wird sie aber in allen Foren gelobt, so ist das eine gute Quantität, die ergo identisch mit Qualität ist. Das ist sehr interessant. Würde jetzt also die Karajan-Aufnahme in jedem deutschen Forum gelobt, so wäre sie eine gute Aufnahme. Nun, sie wurde aber doch hier schon gelobt und sicherlich auch anderswo. Also muss sie doch gut sein nach dieser Logik. Vielleicht ist es aber ein Makel, dass Mister Lebrecht sie nicht gelobt hat. Hätte er den Karajan für gut befunden, sähe es wahrscheinlich mit der Quantität ganz anders aus, vielleicht wäre diese dann eine gute, wer weiss. Immerhin: die Aufnahme wurde gleichzeitig hier gelobt und dennoch verkaufte sie sich gut. Wir stehen also vor einem klassischen Paradoxon, welches wir mit gewöhnlicher Logik gar nicht zu lösen im Stande sind. Haben wir hier keinen Zen-Meister unter uns, der uns eine noch verwirrendere Antwort darauf geben könnte?

S A T I E
Jürgen (14.05.2007, 18:21):
Original von Ganong
Du verwechselst einfach Quantität mit Qualität .


Nein, mache ich nicht. Lies bitte meinen fett gedruckten Satz noch einmal in Ruhe durch.

Ich weiss, was Du meinst: Kaufe ich einen Bestseller, dann habe ich noch lange keine Garantie, dass es ein gutes Buch ist.
Dem will ich und habe ich auch nicht widersprochen. Ich ergänze nur: Bei einem Bestseller ist die Wahrscheinlichkeit höher.

Das heisst ja nicht, dass es auch Bücher und Musiken gibt, die kaum einer kennt (und gekauft hat), die trotzdem meisterhaft sind.


Original von Ganong
Im übrigen umgehst Du , wie auch der selbsternannte "Karjan" jede Begründung zu den einzelnen neun Symphonien . Das ist eindfach schlecht .


Ich brauche gar keine Begründung abgeben, da ich gar keine Behauptung zu Beethovens Sinfonien aufgestellt habe. Mein Statement war viel allgemeiner gehalten.

Grüße
Jürgen
Ganong (15.05.2007, 16:17):
Früher dachte ich einmal , dasses sich um ein Musikforum handeln würde , in dem nicht "Statements" abgegeben werden , sondern über klassische Musik sinnvoll und differnziert diskutiert würde .

Wahrscheinlichkeitsannahmen ( nicht Wahrscheinlichkeitsberechungungen ! ) gehören sicherlich nicht dazu .

Frank
daniel5993 (15.05.2007, 17:44):
Hallo Ganong!

Ohne jetzt diesen Thread zu einem Beethoven- Thread zu machen! Ich möchte gerne (und wirklich nur kurz) mal wissen, welchen Beethoven-Zyklus du bevorzugst, damit ich mir auch mal diese Gesamtausgeabe zur Brust nehme, falls ich den Genannten nicht schon kenne!

Gruß
daniel :beer
Ganong (16.05.2007, 16:14):
Lieber Daniel ,

wenn ich mich entscheidden müsste , so würde ich die erste GA duch Karajan knapp vor seiner letzten wählen .

Aber wie gesagt , ich würde keine GA kaufen , sondernb mir die Symphonien einzeln zusammenstellen .

Da wäre Herr von Karakjan auf keinen Fall dabei .

Das heisst nicht ( s. o. ) , das er nicht beachtliche Qualitäten hatte !

Aber damit Du eine Antwort auf die 9 Symphonien bekommst , die ich aktuell empfehlen möchte :

1. Monteux
2. Walter
3. Giulini
4. Walter
5. Reiner
6. Giulini ( SONY )
7. Steinberg
8. Oramndy
9. Furtwängler ( Bayreuth ) .

Gruss ,

Frank
daniel5993 (16.05.2007, 19:41):
Hallo Ganong!

Ich höre auch nicht nur die GA von Karajan, je nach Laune und Interpretationsschnelligkeit, höre ich immer mit verschiedenen Dirigent! Mal aus der GA von Böhm, mal aus der GA Bernstein, Konwitschny,Furtwängler usw., aber am meisten Karajan! Übrigens kann ich dir bei der Neuten unter Furtwängler nur zustimmen, die ist zwar länger als so manche andere 9te, gefällt mir aber auch sehr sehr Gut!

Gruß
daniel :hello
Amadé (19.05.2007, 15:01):
@Daniel

Furtwängler hat die 9. fast jedes Jahr dirigiert, in Wien und Berlin meist als Sonderkonzert für das jeweilige Pensionskasse des Orchesters, demententsprechend sind etliche Mitschnitte vorhanden. Ich würde mich nicht wundern, wenn noch weitere bisher nicht publizierte eines Tages dazukommen. In meinem Archiv befinden sich zur Zeit neun Aufnahmen, die älteste aus London mit den Berliner Philharmonikern von 1937 und die "jüngste" aus seinem Todesjahr 1954 von den Bayreuther Festspielen (08.August). Zuletzt dirigierte er die 9. am 22.Aug.54 mit dem Philharmonia Orchestra LOndon zwei Wochen nach der Bayreuther Aufführung bei den Luzerner Festwochen, diese Aufnahme besitze ich nicht. Die Luzerner Aufnahmen aus dieser Zeit haben leider fast allesamt technische Mängel.

Nun zu der Bayreuther Aufnahme zur Eröffnung der ersten Festspiele nach dem 2. Weltkrieg. Sie wurde von der EMI mitgeschnitten, deshalb war auch HMV-Produzent Walter Legge anwesend war, außerdem sang seine Frau Elisabeth Schwarzkopf den Sopran-Part in der 9. sowie die Woglinde.
W. Legge äußerte sich nach der Vorstellung kritisch über Furtwänglers Aufführung, auch dieser war nicht recht zufrieden, ohne genau zu wissen warum. Furtwängler wünschte auch keine Veröffentlichung, warum es dann trotzdem geschah, darüber kann man nur mutmaßen. Viele Kritiker preisen seitdem die Platte, es war lange Jahre die einzige bekannte Furtwängler-Aufnahme der 9.!
Nachden nun im Zeitalter der CD auch andere Furtw.-Mitschnitte veröffentlicht wurde, sollte man differenzieren und die Vorzüge und Nachteile abwägen. Leider geschieht dies noch sehr selten. EMI möchte aus verständlichen kommerziellen Gründen seinen Schatz zu Geld machen. Deshalb erscheint die Bayreuther Aufnahme von 51 immer wieder in neuen Serien mit neuer Verpackung.
Für mein Dafürhalten sind die Aufnahmen vom März 1942 aus Berlin und vom 31.Mai aus Wien am gelungendsten. Beide wurden auch später als von Piraten-Firmen, dafür aber mit besserem Klang, von der DGG veröffentlicht. Diese Aufnahmen sollte man unbedingt kennen!

Gruß Amadé
daniel5993 (20.05.2007, 12:48):
Hallo Amade oder sollte ich sagen "Lexikon"-Amade?,

Die vom März 1942 muss ich mir wohl auf CD holen! Von der Aufnahme habe ich auch schon von anderen gehört!

Gruß
daniel
ab (04.07.2007, 11:27):
Original von Ganong
Es gibt zig weitere Beispiele dieser Art .

Anna Malikova, eine jetzt überwiegend in Deutschland lebende Pianistin , der wir eine überragende Interpretation von Schuberts Klavierrsonate B - Dur D 960 verdanken , ist mit fast allen ihren Aufnahmen ständig "Sold Out !" .


Trot Fra Malikovas eindringlicher , überzeugende r , filgraner , und wo angebracht , doch so zupackender Kunst , die uns an die Schule von Neuhaus erinnert ( siehe dazu dessen Lehrbuch ) hat sie den internationalen DSurchbruch leider nicht geschafft - Ihre CDS werden zu horrenden Preisen gehandelt .


Hatte ich nicht bereits einmal erwähnt, dass die Aufnahmen Malikovas, die ich wiederholt im Konzert hören konnte, beim Italienischen Label Reals Sound (soviel ich informiert bin, leitet es ihr Österreischer Ehemann) alle noch erhältlich sind, nämlich hier?
HenningKolf (15.03.2008, 20:18):
Um mal wieder zum Thema des Fadens zurückzukehren:

Als Mensch beeindruckt mich unbedingt Thomas Quasthoff (Auch wenn das Liedgut nicht zu den von mir bevorzugten Genres gehört). Welche Kraft, welche positive Lebenseinstellung bei denkbar schlechten Startbedingungen!

Eine Dokumentation, die auf Arte und auch auf 3sat lief hat mich tief beeindruckt. Alle Kraft schöpft dieser Mann aus der Musik. Traurig war er nur für einen kurzen Augenblick, als er meinte, er wünsche sich trotz Behinderung eine Lebenspartnerin - ich hoffe der Wunsch erfüllt sich.

Menschlich beeindruckende Persönlichkeiten? Hier fallen mir spontan Rubinstein, Menuhin und Rostropowitsch ein, wobei ich Menuhin im übrigen als Menschen deutlich mehr schätze denn als Musiker.

Und schließlich sind Komponisten ja auch Musiker und dürfen deshalb hier genannt werden. Da ist für mich Schostakowitsch beeindruckend - trotz eines Lebens, dessen Weg ständig von Gulag und/oder Selbstverleugnung bedroht war, ein Mensch von ungeheurer Schaffenskraft.




Gruß
Henning
Cantus Arcticus (14.07.2011, 09:36):
Hallo Forianer
ich bin nicht sicher, ob dieser Post wirklich hierher passt :), aber nun denn.

Ich habe mich auf die Suche nach einer Publikation des berühmten Zitats Erich Gilels an Eugene Ormandy gemacht: "Warten sie ab, bis Sie Richter gehört haben!"

Hier habe ich einen Spiegel-Artikel aus dem Jahre 1962 online ausgegraben.

Das bringt mich wieder einmal dazu, Fragen zu stellen:
Wie steht es eigentlich heute mit der Bescheidenheit von Künstlern? Ist dies in der heutigen Marktsituation ein Kriterium? Wie nützlich/schädlich ist es, ein Künstler mit Marotten zu sein und diese offensiv zu vermarkten? Ohne zu werten: Sind "Geigenpunks" à la Nigel Kennedy oder Cross-Over allgemein geeignet, Menschen die Klassische Musik näher zu bringen?

Ich hatte unlängst eine lustige Begegnung mit einem Mitarbeitenden in unserer Firma:
Ich: "Ich war gestern im Konzert."
Er: "Ah ja? Was hast Du gehört?"
Ich: "Beethovens 5. Symphonie. Weisst Du, die mit dem Anfang: Tatata-Taaa...."
Er: "Oh ja, die kenne ich. Ich war übrigens auch an einem klassischen Konzert letzte Woche."
Ich: "Toll, was stand auf dem Programm?"
Er: "Rondo Veneziano...War echt fetzig, der Sound!!"

Dem ist nichts hinzuzufügen :rofl :rofl :rofl :rofl !!!

Grüsse
Stefan
Heike (16.07.2011, 08:26):
Halllo Stefan,
Wie steht es eigentlich heute mit der Bescheidenheit von Künstlern? Ist dies in der heutigen Marktsituation ein Kriterium? Wie nützlich/schädlich ist es, ein Künstler mit Marotten zu sein und diese offensiv zu vermarkten? Ohne zu werten: Sind "Geigenpunks" à la Nigel Kennedy oder Cross-Over allgemein geeignet, Menschen die Klassische Musik näher zu bringen?
Diese interessanten Fragen haben wir schon öfter diskutiert, lies mal z.B. den Thread "Der Künstler als Markenname"; oder auch im Lang Lang Thread oder zur Frage der Bescheidenheit unlängst hier am Beispiel von Sängern.

Interessant und themenverwandt auch der Strang "Erotik und klassische Musik" - denn bekanntermaßen gibts natürlich sinnliche Aspekte in vielen Werken, aber auch viel Werbung mit Erotik, die mehr mit dem Künstler als der Musik zu tun hat

Vielleicht kannst du da oder dort neue Aspekte einbringen?
:hello
Heike
Cantus Arcticus (17.07.2011, 12:36):
Original von Heike
Halllo Stefan,

Diese interessanten Fragen haben wir schon öfter diskutiert, lies mal z.B. den Thread "Der Künstler als Markenname"; oder auch im Lang Lang Thread oder zur Frage der Bescheidenheit unlängst hier am Beispiel von Sängern.

Interessant und themenverwandt auch der Strang "Erotik und klassische Musik" - denn bekanntermaßen gibts natürlich sinnliche Aspekte in vielen Werken, aber auch viel Werbung mit Erotik, die mehr mit dem Künstler als der Musik zu tun hat

Vielleicht kannst du da oder dort neue Aspekte einbringen?
:hello
Heike

Liebe Heike
Vielen Dank für die Hinweise. Eigentlich war es ja klar, dass diese Themen schon existieren (-> Erde an Stefan: Gehirn einschalten. Erst Lesen, dann Denken und zuletzt Schreiben. Nicht umgekehrt..)

Ich lese mir die Threads gerne durch und zu "Erotik und klassische Musik" kann ich auch noch was einbringen.

Viele Grüsse aus dem verregneten Rapperswil am Zürichsee :hello
Stefan
Bert (11.09.2011, 10:57):
Original von Ganong
Meiner Meinung nach muss man in ganz besonderer Weise mit der Persönlichkeit der Künstlerin / des Künstlers wenn möglich persönlich so gut wie möglich beaknnt und sogar vertraut sein . Dem Gesamtumfeld etc.

Hallo Frank,

Bei einer (nur) Audioaufnahme (CD, Tonband) ist es ganz einfach, denn da spricht zu einem nur die Musik, das Instrument und das Können der Interpreten. (Im Konzert oder Theater kommt noch die ganze Atmosphäre - da hinterläßt ein verschnupfter Teilnehmer im Publikum häufig mehr Eindruck als die Künstler auf dem Podium, aber das ist ein anderes Kapitel...)
Da ich in den "gehobenen" künstlerischen Kreisen mit keinem persönlich verkehre, sind mir die Geschehnisse hinter den Kulissen gänzlich unbekannt, dennoch habe ich meine großen Lieblingsinterpreten. Laß es mich am Beispiel der Violine skizzieren.

Violinspiel gehört (neben Opern) zu meinem beliebtesten, so kommt es, daß ich einige Violinkonzerte in zahlreichen Interpretationen habe. Über Jahrzehnte "schwärmte" ich für David Oistrach, und ich glaubte ihn als den größten Geiger aller Zeiten (was objektiv gesehen als weit übertrieben bezeichnet werden darf). Persönlich habe ich ihn nie gesprochen, kenne nur seine Schallplatten/CD-Aufnahmen, aber seine Spielweise hat meinen musikalischen Geschmack über lange Zeit beeinflußt, und aus jedem Vergleich kam er als Sieger heraus. Bis ich vor einigen Jahren eine ältere Aufnahme von 1981 mit Anne-Sophie Mutter aufgelegt habe.
Anne-Sophie Mutter persönlich kenne ich ebenso wenig wie David Oistrach, nämlich gar nicht, ich höre nur ihre Geige und ihr Spiel, und plötzlich lege ich diese eine Aufnahme immer wieder auf, weil ich von ihr so fasziniert bin. Allein dieses Bekenntnis, von ihrem Spiel begeistert zu sein, schiebt mich in die Dilettanten-Ecke, weil Anne-Sophie Mutter keine gute Kritik in der Tagespresse/Internetforum erntet.

Nun, ich lasse mir nicht von schlechter Presse den Musikgenuß madig machen; Anne-Sophie Mutter spielt die VK von Mendelssohn-Bartholdy, Bruch und Brahms wie kein anderer; ihr Spiel und der Klang ihrer Geige erreicht meine Gefühle in einer Art, daß ich quasi "gezwungen" bin, Oistrach (sen. wie jun.) oder Hudecek verstauben, und die CDs mit Anne-Sophie Mutter zu der meistgespielten (Violin)Musik meiner Sammlung werden zu lassen.

Ich kann es rational nicht begründen, aber Liebe kann man weder erzwingen noch vernichten; sie entsteht "einfach so".

Als Wagnerianer darf ich in politisch korrekten Kreisen "den Mund erst gar nicht aufmachen". Richard Wagner mag gewesen sein, wie auch immer, aber er war es, der Tristan und Isolde komponierte, er war es, der in die deutsche Kulturgeschichte den Ring des Nibelungen schrieb. Kein anderer.

Und last but not least: Nur wenigen von uns sind die wahren Charaktere der Musiker bekannt. Der eine macht Schlagzeilen, der andere nicht. Ob die Schlagzeilen gut/schlecht sind, hat häufig mit dem Charakter des Künstler wenig zu tun, vielmehr entspricht es der journalistischen Kunst, den einen herauszubringen und den anderen zu vernichten.
Wieviel wir uns diesem journalistischen Einfluß entziehen können, sei dahingestellt.

Gruß, Bert
Cantus Arcticus (12.09.2011, 19:36):
Original von Bert

Hallo Frank,

Bei einer (nur) Audioaufnahme (CD, Tonband) ist es ganz einfach, denn da spricht zu einem nur die Musik, das Instrument und das Können der Interpreten. (Im Konzert oder Theater kommt noch die ganze Atmosphäre - da hinterläßt ein verschnupfter Teilnehmer im Publikum häufig mehr Eindruck als die Künstler auf dem Podium, aber das ist ein anderes Kapitel...)
Da ich in den "gehobenen" künstlerischen Kreisen mit keinem persönlich verkehre, sind mir die Geschehnisse hinter den Kulissen gänzlich unbekannt, dennoch habe ich meine großen Lieblingsinterpreten. Laß es mich am Beispiel der Violine skizzieren.

Violinspiel gehört (neben Opern) zu meinem beliebtesten, so kommt es, daß ich einige Violinkonzerte in zahlreichen Interpretationen habe. Über Jahrzehnte "schwärmte" ich für David Oistrach, und ich glaubte ihn als den größten Geiger aller Zeiten (was objektiv gesehen als weit übertrieben bezeichnet werden darf). Persönlich habe ich ihn nie gesprochen, kenne nur seine Schallplatten/CD-Aufnahmen, aber seine Spielweise hat meinen musikalischen Geschmack über lange Zeit beeinflußt, und aus jedem Vergleich kam er als Sieger heraus. Bis ich vor einigen Jahren eine ältere Aufnahme von 1981 mit Anne-Sophie Mutter aufgelegt habe.
Anne-Sophie Mutter persönlich kenne ich ebenso wenig wie David Oistrach, nämlich gar nicht, ich höre nur ihre Geige und ihr Spiel, und plötzlich lege ich diese eine Aufnahme immer wieder auf, weil ich von ihr so fasziniert bin. Allein dieses Bekenntnis, von ihrem Spiel begeistert zu sein, schiebt mich in die Dilettanten-Ecke, weil Anne-Sophie Mutter keine gute Kritik in der Tagespresse/Internetforum erntet.

Nun, ich lasse mir nicht von schlechter Presse den Musikgenuß madig machen; Anne-Sophie Mutter spielt die VK von Mendelssohn-Bartholdy, Bruch und Brahms wie kein anderer; ihr Spiel und der Klang ihrer Geige erreicht meine Gefühle in einer Art, daß ich quasi "gezwungen" bin, Oistrach (sen. wie jun.) oder Hudecek verstauben, und die CDs mit Anne-Sophie Mutter zu der meistgespielten (Violin)Musik meiner Sammlung werden zu lassen.

Ich kann es rational nicht begründen, aber Liebe kann man weder erzwingen noch vernichten; sie entsteht "einfach so".

Als Wagnerianer darf ich in politisch korrekten Kreisen "den Mund erst gar nicht aufmachen". Richard Wagner mag gewesen sein, wie auch immer, aber er war es, der Tristan und Isolde komponierte, er war es, der in die deutsche Kulturgeschichte den Ring des Nibelungen schrieb. Kein anderer.

Und last but not least: Nur wenigen von uns sind die wahren Charaktere der Musiker bekannt. Der eine macht Schlagzeilen, der andere nicht. Ob die Schlagzeilen gut/schlecht sind, hat häufig mit dem Charakter des Künstler wenig zu tun, vielmehr entspricht es der journalistischen Kunst, den einen herauszubringen und den anderen zu vernichten.
Wieviel wir uns diesem journalistischen Einfluß entziehen können, sei dahingestellt.

Gruß, Bert

Lieber Bert
Deinen Ausführungen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. :thanks
Ich habe im Bereich Violine ebenfalls diverseste Einspielungen verschiedener Künstler und Epochen. Ehrlich gesagt, kann ich mich manchmal dem Einfluss der Fachpresse nicht entziehen. Nur soviel: Ich habe Violinkonzerte, die von Maxim Vengerov unter Rostropovich auf TelDec eingespielt worden sind (Tschaikovski, Shostakovich usw.) gekauft, da sie von der Presse damals hochgelobt worden sind. Nun, Shostakovichs erstes VK unter Neeme Järvi und mit Lydia Mordkovitch gefällt mir um einiges besser :(.

Seither gehe ich nur noch nach meinem Geschmack.

Und was Wagner betrifft: Daniel Barenboim versucht ja schon seit einiger Zeit, gegen das scheinbar politische Element in dieser Musik anzugehen, indem er Wagners Werke aufführt. Für ihn zählt offensichtlich der musikalische Wert und nicht die Instrumentalisierung, die bestimmte Kreise in der Vergangenheit (leider mit gewissem Erfolg) versucht haben. Wenn dies kein Zeichen ist, dann weiss ich auch nicht...

Gruss
Stefan
Bert (13.09.2011, 23:42):
Original von Cantus Arcticus
Daniel Barenboim versucht ja schon seit einiger Zeit, gegen das scheinbar politische Element in dieser Musik anzugehen, indem er Wagners Werke aufführt. Für ihn zählt offensichtlich der musikalische Wert und nicht die Instrumentalisierung, die bestimmte Kreise in der Vergangenheit (leider mit gewissem Erfolg) versucht haben. Wenn dies kein Zeichen ist, dann weiss ich auch nicht...


Hallo Stefan,

sicherlich ist es ein gut gemeintes politisches Zeichen; ich habe nicht seine (Barenboims) Erfahrungen, daher kann ich nicht beurteilen, wie wichtig/nachhaltig sein politisches Engagement als Dirigent ist, aber ich vertraue ihm, daß er ein gutes Werk tut.
Doch als Musikliebhaber finde ich (generell) schon die Tatsache, daß an sich politisch neutrale Musik unter (welcher Art auch immer) politischem Einfluß stehen sollte, bedenklich.

Gruß, Bert
Cantus Arcticus (14.09.2011, 15:03):
Original von Bert
Hallo Stefan,

sicherlich ist es ein gut gemeintes politisches Zeichen; ich habe nicht seine (Barenboims) Erfahrungen, daher kann ich nicht beurteilen, wie wichtig/nachhaltig sein politisches Engagement als Dirigent ist, aber ich vertraue ihm, daß er ein gutes Werk tut.
Doch als Musikliebhaber finde ich (generell) schon die Tatsache, daß an sich politisch neutrale Musik unter (welcher Art auch immer) politischem Einfluß stehen sollte, bedenklich.

Gruß, Bert

Hallo Bert
Ich stimme Dir voll und ganz zu. À propos politischer Einfluss und vor allem der Widerstand dagegen, ist hier mehr als deutlich zum Ausdruck gekommen:

Hans Eisler - Deutsche Symphonie Op. 50

http://ecx.images-amazon.com/images/I/419SKDS37YL._SL500_AA300_.jpg
Mehr Informationen zu Hanns Eisler sind hier zu finden:

Viele Grüsse
Stefan