Die privaten Wagner-Festspiele - Eure Empfehlungen

Jeremias (16.09.2006, 11:39):
Liebe Forianer,

bislang gibt es einen Thread über Tannhäuser, einen über eine erschienene historische Gesamtaufnahme sowie einen über generellen Zugang zu seiner Musik. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es doch einige unter Euch gibt, die hin und wieder zu Aufnahmen seiner Opern greifen. Hiervon gibt es ja mittlerweile doch reichlich und mit diesem Thread sollen die herausragendsten vorgestellt werden.

Bei mir wird heute folgende laufen, über die ich irgendwann in ein paar Stunden oder morgen berichten werde:

http://images.amazon.com/images/P/B00006469U.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1057227662_.jpg
Ganong (16.09.2006, 15:14):
Lieber Jeremias ,

die "Meistersinger" haben , wie ich schon früher begründend geschrieben habe , vor Solti eine überragende Interpretation erfahren . es handelt sich um dier erste von Karajan mit fast nur jungen Sängern bei EMi und Edelemann in einer superben Fporm . Demn Sachs sang später , unter Keilbert in München , überragend Otto Wiener .

Ich halte die Solti - Aufnahmenicht für seine beste wagnerinterpretation . Un dunter den "Meistersinger"-Aufnahmen würde ich sie keinesfalls unter den ersten fünft plazieren .

Vile Grüsse ,

Frank
Jürgen (16.09.2006, 18:59):
Hallo Jeremias,

ich nehme an, dass es sich bei Deiner Meistersinger Aufnahme um die jüngere mit Heppner als Stolzing handelt. Mir gefällt sie auch nicht besonders. Dennoch rangiert sie bei mir, anders als bei Frank, unter den Top 5. Das liegt aber daran, dass ich nur 6 Aufnahmen habe/kenne.

Mein Favorit ist, und hier stimme ich mit Frank überein, Karajan (EMI). Ich muß aber die ältere Solti nochmal hören, die habe ich nur auf LP.


Grüße
Jürgen
Ganong (17.09.2006, 17:14):
Lieber Jürgen ,

aber w e l c h e der beiden EMI-Karajan-Aufnahmen würdest Du ( im Zweifelsfall ) kaufen / hören .

Ich bevorzuge mit Abstand die Aufnahme mit Otto Edelamm et al. .

Die Kontroversen darüber sind ja unter Wagnerianern gross und dauern seit ewigen zeiten an .

Otto Wiener als Sachs m u s s man gehört haben . Er galt sehr viele Hare als d e r Sachs überhaupt . Dies kommt nicht von ungefähr .


Meine privaten Wagner - festspiele würde ich dann mit dem Lohengrin fortsetzen .


Es gibt noch immer die Aufnahme schlechthin : mit Leisndorf ; Sandor Konya u.a. ( RCA / BMG ) . Die Technik ist von der LP übertragen wirklich unverändert frisch . Und die Sängerinnen und Sänger wohl kaum in ihrem Leistungspotential zu überbieten . Eine der grossen Wagneraufnahmen . Zweifelsfrei .

Viele, Grüsse ,

Frank
sennahresor (18.09.2006, 12:16):
Hallo allerseits,

von Solti ist "Meistersinger" (in beiden Aufnahmen!) sicher nicht die beste Wagner-Oper, aber mal ehrlich: wo bekommt man so etwas heute noch zu hören? Unter den momentan "führenden" Wagner-Dirigenten würde ich höchstens Barenboim in dieselbe Liga einordnen. Und von den Sängern in Soltis beiden Meistersingern würde ich keinen als wirkliche Fehlbesetzung bezeichnen.
A propos: Schade, daß sich Abbado bislang um die Meistersinger gedrückt hat, das würde ich mir sehr spannend vorstellen.

Bei Karajan würde ich eigentlich beide Aufnahmen (Bayreuth und Dresden) in die Top 5-Liste aufnehmen. Interessant auch, wie unterschiedlich sie sind. Bei der früheren mögen die Sänger etwas besser sein, aber die Klangpracht der späteren aus Dresden beeindruckt mich immer wieder. Opulent und doch nicht zu schwer.

Ergänzen würde ich meine Top 5-Liste noch um folgende Aufnahmen:
Knappertsbusch bei Decca mit den Wiener Philharmonikern (1950/51) mit Paul Schöffler (Sachs), Karl Dönch (Beckmesser) und Hilde Güden (Eva). Das ist meine Lieblings-Aufnahme.
Dazu noch: Furtwänglers nicht ganz vollständig erhalte live-Aufnahme von 1943 mit Jaro Prohaska als Sachs und Max Lorenz als Stolzing. Stammt zwar aus dem Nazi-BAyreuth, klingt aber überhaupt nicht danach. Und schließlich Rafael Kubelik mit dem Symphonieorchster des BR 1967 mit Thomas Stewart (Sachs), Sandor Konya (Stolzing), Gundula Janowitz (Eva), Gerhad Unger (David) und Brigitte Fassbaender (Magdalene).

Zur Eröffnung meiner Wagner-Festspiele müsste aber unbedingt die Walküre :engel erklingen. Obwohl ich alle Wagner-Opern mag, ist die mir die liebste. Gelungene Aufnahmen gibt da ja zuhauf, einen Favoriten kann ich da kaum benennen. Vielleicht Karajan aus Berlin, ich mag aber auch sehr die viel geschmähte Aufnahme aus Dresden unter Janowski, mit der formidablen Jessey Norman als Sieglinde.

Viele Grüße, Hannes
Ganong (18.09.2006, 17:05):
Lieber Hannes ,

zunächst Dank für Deine Hinweise .

Auch wenn DSu die Walküre von allen wagneropern am meisten schätzt , so sollten wir dann diese Oper zweimal hören . Das erste Mal einzeln und das zweite Mal ( in anderer Besetzung ??? ) im Rahmen des "Ringes" .

Inmitten unserer fiktiven Wagner - Festspiel sollten wir dann eine Besprechung durchführen mit dem "Siegfrid"-Idyll als Ausklang .

ich weiss nur nicht , welche "Götterdämmerung" un d wleche "Tristan und Isolde" ich nehmen würde .

Mödl , Varnay oder Silja als Isolde und Windgassen , dieser absolut ! , als Tristan . Böhm als feinerviger Dirigent .

Grüsse ,

Frank
Jürgen (19.09.2006, 07:15):
Original von Ganong
Lieber Jürgen ,

aber w e l c h e der beiden EMI-Karajan-Aufnahmen würdest Du ( im Zweifelsfall ) kaufen / hören .

Ich bevorzuge mit Abstand die Aufnahme mit Otto Edelamm et al. .

Die Kontroversen darüber sind ja unter Wagnerianern gross und dauern seit ewigen zeiten an .

Otto Wiener als Sachs m u s s man gehört haben . Er galt sehr viele Hare als d e r Sachs überhaupt . Dies kommt nicht von ungefähr .


Noch einen Nachtrag zu den Meistersingern, da ich gefragt wurde.

Lieber Frank,

hören würde ich z.Zt. nur die jüngere EMI-Karajan-Aufnahme mit Kollo, weil ich nur die besitze.
Kaufen würde bzw. werde ich irgendwann die ältere aus Bayreuth. Von der hört man allerdings, dass es unterschiedlichste Tonqualitäten gibt, je nach Remastering. Bevor ich also zuschlage, werde ich mich diesbezüglich unbedingt noch schlau machen.

Grüße
Jürgen
sennahresor (03.10.2006, 09:55):
Original von Ganong

Inmitten unserer fiktiven Wagner - Festspiel sollten wir dann eine Besprechung durchführen mit dem "Siegfrid"-Idyll als Ausklang .

ich weiss nur nicht , welche "Götterdämmerung" un d wleche "Tristan und Isolde" ich nehmen würde .

Mödl , Varnay oder Silja als Isolde und Windgassen , dieser absolut ! , als Tristan . Böhm als feinerviger Dirigent .

Frank


Hallo,

die Wagner-Begeisterung hier im Forum scheint ja gar nicht sooo groß zu sein?! ?(

beim Siegfried-Idyll würde ich zu Karajans Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern von 1987 greifen.

Bei Götterdämmerung ist mein Favorit Böhms Bayreuther Mitschnitt, den ich übrigens auch als die stimmigste G e s a m t -Aufnahme wählen würde. Böhm trifft gas Tragische am Ring so gut, ohne daß falsches Pathos aufkommt.

Tristan ist wirklich schwierig. Böhm wäre natürlich auch toll, aber warum nicht wieder eine von den beiden Karajan-Aufnahmen (Bayreuth/Berlin) oder den guten alten Furtwängler aus London? Wenn ich mich wirklich nur für einen entscheiden dürfte, dann wohl Furtwängler.
Schade, daß nie eine Gesamtaufnahme mit Jessey Norman veröffentlicht wurde, das wäre sicher die beste Isolde unserer Tage.

Viele Grüße, Hannes
Jeremias (16.09.2006, 11:39):
Liebe Forianer,

bislang gibt es einen Thread über Tannhäuser, einen über eine erschienene historische Gesamtaufnahme sowie einen über generellen Zugang zu seiner Musik. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es doch einige unter Euch gibt, die hin und wieder zu Aufnahmen seiner Opern greifen. Hiervon gibt es ja mittlerweile doch reichlich und mit diesem Thread sollen die herausragendsten vorgestellt werden.

Bei mir wird heute folgende laufen, über die ich irgendwann in ein paar Stunden oder morgen berichten werde:

http://images.amazon.com/images/P/B00006469U.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1057227662_.jpg
Ganong (16.09.2006, 15:14):
Lieber Jeremias ,

die "Meistersinger" haben , wie ich schon früher begründend geschrieben habe , vor Solti eine überragende Interpretation erfahren . es handelt sich um dier erste von Karajan mit fast nur jungen Sängern bei EMi und Edelemann in einer superben Fporm . Demn Sachs sang später , unter Keilbert in München , überragend Otto Wiener .

Ich halte die Solti - Aufnahmenicht für seine beste wagnerinterpretation . Un dunter den "Meistersinger"-Aufnahmen würde ich sie keinesfalls unter den ersten fünft plazieren .

Vile Grüsse ,

Frank
Jürgen (16.09.2006, 18:59):
Hallo Jeremias,

ich nehme an, dass es sich bei Deiner Meistersinger Aufnahme um die jüngere mit Heppner als Stolzing handelt. Mir gefällt sie auch nicht besonders. Dennoch rangiert sie bei mir, anders als bei Frank, unter den Top 5. Das liegt aber daran, dass ich nur 6 Aufnahmen habe/kenne.

Mein Favorit ist, und hier stimme ich mit Frank überein, Karajan (EMI). Ich muß aber die ältere Solti nochmal hören, die habe ich nur auf LP.


Grüße
Jürgen
Ganong (17.09.2006, 17:14):
Lieber Jürgen ,

aber w e l c h e der beiden EMI-Karajan-Aufnahmen würdest Du ( im Zweifelsfall ) kaufen / hören .

Ich bevorzuge mit Abstand die Aufnahme mit Otto Edelamm et al. .

Die Kontroversen darüber sind ja unter Wagnerianern gross und dauern seit ewigen zeiten an .

Otto Wiener als Sachs m u s s man gehört haben . Er galt sehr viele Hare als d e r Sachs überhaupt . Dies kommt nicht von ungefähr .


Meine privaten Wagner - festspiele würde ich dann mit dem Lohengrin fortsetzen .


Es gibt noch immer die Aufnahme schlechthin : mit Leisndorf ; Sandor Konya u.a. ( RCA / BMG ) . Die Technik ist von der LP übertragen wirklich unverändert frisch . Und die Sängerinnen und Sänger wohl kaum in ihrem Leistungspotential zu überbieten . Eine der grossen Wagneraufnahmen . Zweifelsfrei .

Viele, Grüsse ,

Frank
sennahresor (18.09.2006, 12:16):
Hallo allerseits,

von Solti ist "Meistersinger" (in beiden Aufnahmen!) sicher nicht die beste Wagner-Oper, aber mal ehrlich: wo bekommt man so etwas heute noch zu hören? Unter den momentan "führenden" Wagner-Dirigenten würde ich höchstens Barenboim in dieselbe Liga einordnen. Und von den Sängern in Soltis beiden Meistersingern würde ich keinen als wirkliche Fehlbesetzung bezeichnen.
A propos: Schade, daß sich Abbado bislang um die Meistersinger gedrückt hat, das würde ich mir sehr spannend vorstellen.

Bei Karajan würde ich eigentlich beide Aufnahmen (Bayreuth und Dresden) in die Top 5-Liste aufnehmen. Interessant auch, wie unterschiedlich sie sind. Bei der früheren mögen die Sänger etwas besser sein, aber die Klangpracht der späteren aus Dresden beeindruckt mich immer wieder. Opulent und doch nicht zu schwer.

Ergänzen würde ich meine Top 5-Liste noch um folgende Aufnahmen:
Knappertsbusch bei Decca mit den Wiener Philharmonikern (1950/51) mit Paul Schöffler (Sachs), Karl Dönch (Beckmesser) und Hilde Güden (Eva). Das ist meine Lieblings-Aufnahme.
Dazu noch: Furtwänglers nicht ganz vollständig erhalte live-Aufnahme von 1943 mit Jaro Prohaska als Sachs und Max Lorenz als Stolzing. Stammt zwar aus dem Nazi-BAyreuth, klingt aber überhaupt nicht danach. Und schließlich Rafael Kubelik mit dem Symphonieorchster des BR 1967 mit Thomas Stewart (Sachs), Sandor Konya (Stolzing), Gundula Janowitz (Eva), Gerhad Unger (David) und Brigitte Fassbaender (Magdalene).

Zur Eröffnung meiner Wagner-Festspiele müsste aber unbedingt die Walküre :engel erklingen. Obwohl ich alle Wagner-Opern mag, ist die mir die liebste. Gelungene Aufnahmen gibt da ja zuhauf, einen Favoriten kann ich da kaum benennen. Vielleicht Karajan aus Berlin, ich mag aber auch sehr die viel geschmähte Aufnahme aus Dresden unter Janowski, mit der formidablen Jessey Norman als Sieglinde.

Viele Grüße, Hannes
Ganong (18.09.2006, 17:05):
Lieber Hannes ,

zunächst Dank für Deine Hinweise .

Auch wenn DSu die Walküre von allen wagneropern am meisten schätzt , so sollten wir dann diese Oper zweimal hören . Das erste Mal einzeln und das zweite Mal ( in anderer Besetzung ??? ) im Rahmen des "Ringes" .

Inmitten unserer fiktiven Wagner - Festspiel sollten wir dann eine Besprechung durchführen mit dem "Siegfrid"-Idyll als Ausklang .

ich weiss nur nicht , welche "Götterdämmerung" un d wleche "Tristan und Isolde" ich nehmen würde .

Mödl , Varnay oder Silja als Isolde und Windgassen , dieser absolut ! , als Tristan . Böhm als feinerviger Dirigent .

Grüsse ,

Frank
Jürgen (19.09.2006, 07:15):
Original von Ganong
Lieber Jürgen ,

aber w e l c h e der beiden EMI-Karajan-Aufnahmen würdest Du ( im Zweifelsfall ) kaufen / hören .

Ich bevorzuge mit Abstand die Aufnahme mit Otto Edelamm et al. .

Die Kontroversen darüber sind ja unter Wagnerianern gross und dauern seit ewigen zeiten an .

Otto Wiener als Sachs m u s s man gehört haben . Er galt sehr viele Hare als d e r Sachs überhaupt . Dies kommt nicht von ungefähr .


Noch einen Nachtrag zu den Meistersingern, da ich gefragt wurde.

Lieber Frank,

hören würde ich z.Zt. nur die jüngere EMI-Karajan-Aufnahme mit Kollo, weil ich nur die besitze.
Kaufen würde bzw. werde ich irgendwann die ältere aus Bayreuth. Von der hört man allerdings, dass es unterschiedlichste Tonqualitäten gibt, je nach Remastering. Bevor ich also zuschlage, werde ich mich diesbezüglich unbedingt noch schlau machen.

Grüße
Jürgen
sennahresor (03.10.2006, 09:55):
Original von Ganong

Inmitten unserer fiktiven Wagner - Festspiel sollten wir dann eine Besprechung durchführen mit dem "Siegfrid"-Idyll als Ausklang .

ich weiss nur nicht , welche "Götterdämmerung" un d wleche "Tristan und Isolde" ich nehmen würde .

Mödl , Varnay oder Silja als Isolde und Windgassen , dieser absolut ! , als Tristan . Böhm als feinerviger Dirigent .

Frank


Hallo,

die Wagner-Begeisterung hier im Forum scheint ja gar nicht sooo groß zu sein?! ?(

beim Siegfried-Idyll würde ich zu Karajans Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern von 1987 greifen.

Bei Götterdämmerung ist mein Favorit Böhms Bayreuther Mitschnitt, den ich übrigens auch als die stimmigste G e s a m t -Aufnahme wählen würde. Böhm trifft gas Tragische am Ring so gut, ohne daß falsches Pathos aufkommt.

Tristan ist wirklich schwierig. Böhm wäre natürlich auch toll, aber warum nicht wieder eine von den beiden Karajan-Aufnahmen (Bayreuth/Berlin) oder den guten alten Furtwängler aus London? Wenn ich mich wirklich nur für einen entscheiden dürfte, dann wohl Furtwängler.
Schade, daß nie eine Gesamtaufnahme mit Jessey Norman veröffentlicht wurde, das wäre sicher die beste Isolde unserer Tage.

Viele Grüße, Hannes
Basstibariton (24.07.2008, 10:46):
Ich hab da noch so 'ne Asbach-Uralt-Aufnahme der Meistersinger:




Hans Hotter, Gre Brouwenstijn, Wolfgang Windgassen, Georgine von Milinkovic, Gerhard Stolze, Karl Schmitt-Walter, Josef Greindl, Dietrich Fischer-Dieskau, Chor & Orchester der Bayreuther Festpiele, André Cluytens


Das ist der Mitschnitt der Skandal-Inszenierung von Wieland Wagner, derentwegen man Bayreuth damals die Subventionen kürzen wollte. Vor allem deswegen hab ich sie gekauft.. aber Achtung: der Klang ist zum Niederknien... allerdings nur, damit man nicht im Stehen *

Admin Rachmaninov: Bitte ein gewisses Niveau in den Beiträgen bewahren. Desweiteren habe ich den Link auf die private HP gelöscht, da hier im Forum kein Interesse an einem Link auf die dortigen Inhalte besteht. Gleiches gilt für das Profil.
Dr. Schön (17.08.2008, 12:42):
Meine privaten Wagner-Festspiele sähen im Moment wie folgt aus:

Im Falle des fligenden Holländers mag ich Otto Klemperer (EMI) besonders. Die expressionistschen Klangballungen und die Gesammtspannung dieser Aufnahme sind einfach ein Ereignis.

Mit seinem "Ring des Nibelungen" begann meine Begeisterung für den Dirigenten Pierre Boulez. Hier kommt das Ganze so klar, klangfarbig und voller Innenspannung. Die Zwischenmusiken erscheinen fast in einem anderen Aggregatzustand. Die Handlung bzw. das Bühengeschen wird musikalisch so graphisch und dramaturgisch exakt nachvollzogen. Viele Kleinigkeiten werden hier erst hörbar. Dabei wirkt das ganze nie analytisch oder kalt, sondern ich empfinde viele Passaagen erst hier auf eine völlig natürliche und unpathetische Art wirklich bewegend zB das Finale der Walküre, wirkte auf mich erstmals hier auch wirklich menschlich tragisch.
Ich möchte andere Ringe daneben nicht abqualifizieren oder in ihrer Bedeutung schmälern. Aber der Boulz-Ring ist mein Ring.

Bei "Tristan & Isolde" finde ich, was das Dirigat betrifft, Carlos Kleiber unerreicht. Die Karl Böhm Einspielung ist natürlich eine grandiose Gesammtleistung (oft auch recht zügig), die ich daneben schon nicht missen möchte. Zumal mich Karl Böhm in diesem Moment auch wirklich sehr überzeugt.

"Die Meistersinger von Nürnberg" höre ich mangels gefundener Alternativen (aber nicht nur deshalb) bevorzugt unter Karajan (Dresden EMI). Womit mich Karajan überzeugt ist seine vergleichsweise moderne Musizierhaltung. Es entsteht nicht so sehr der Eindruck eines - nennen wir es - "nationalen Musikmonumentes", wie er manchen Meistersingern etwas anhaftet.
Dazu ist diese Einspielung wirklich von einer beeindruckenden inneren Geschlossenheit. Die Dresder spielen ganz wundervolll und der durch die Bank eher lyrische Sprechgesang der hier geboten wird hat auch einiges für sich.

Beim "Parsifal" streiten sich ganze 3 Einspielungen.
Für Boulez gilt etwa das gleiche wie für seinen Ring. Mit drei kleinen Einschränkungen. Vokal ist er problematischer, das Orchester der Bayreuther Festspiele scheint seinen Anforderungen nicht ganz gewachsen und, wie das live sein kann, wirkt die Balance etwas ungünstig verschoben. Boulez' Konzeption kommt aber insgesammt durch. Das entscheidet.
Herbert Kegels "Parsifal" halte ich für eine vokal sehr gelungene Einspielung. In dem Sinne wie es mir gefällt. Kegel lässt auch recht zügig musizieren, strebt aber nicht wie Boulez sowas wie "pre-Debussy"-Klangfarben an, sondern kommt sehr streng, konstruktiv, geradezu architektonisch daher und erzeugt eine sehr emotionale Spannung.
Dann gefällt mir auch Hans Knappertsbusch 1962er "Parsifal" sehr gut. Hier geht es sehr langsam zu und folgt wohl eher der "Weihespiel" Tradition. Es gibt Pausen oder Unterbrechungen, als auratische Momente der Einkehr und Besinnung. Jedes Wort wird ein Psalm, jede Geste ein Gebet.

Bei den anderen Opern suche ich noch.
Jürgen (18.08.2008, 09:19):
Hallo Dr. Schön

Ich habe gerade, und das nicht zum ersten mal, gelesen, dass der Knappertsbusch - Parsifal von 1962 als sehr langsam angesehen wird.
Hier liegt sicherlich eine Verwechslung vor. Knappertsbusch haftet wohl der Nimbus des Weihevollen und Langsamen an. Das trifft für seine Aufnahme aus dem Jahre 1951 sicherlich zu. Seine bekanntere Aufnahme von 1962 liegt bezüglich Laufzeit jedoch eher im schnelleren Mittelfeld.

Hier einige Lauzeiten, zuerst die Schnellen:

Boulez 1970 219 Minuten
Kegel 1975 220 Minuten


Nun die (Mittel-)Mäßigen:

Thielemann 2005 242 Minuten
Knappertsbusch 1962 250 Minuten
Kubelik 19?? 253 Minuten
Karajan 1981 255 Minuten
Solti 1972 259 Minuten


Zuletzt die Langsamen:

Levine 1992 270 Minuten
Knappertsbusch 1951 271 Minuten
Levine 1985 278 Minuten



Grüße
Jürgen
Dr. Schön (18.08.2008, 13:42):
Lieber Jürgen,

das mit der Spielzeit stimmt. Auf diesen Sachverhalt wurde ich auch schonmal von einen befreundeten Wagnerianer hingewiesen. Dennoch vom reinen Empfinden her finde ich auch die späte Einspielung langsam.

Die 51er Einspielung habe ich vor einiger Zeit nur einmal gehört. Hat aber einen ziemlichen Eindruck hinterlassen. Scheint zudem im Vokalen der späteren etwas überlegen zu sein. Hätte aber auch hier, aus der Erinnerung heraus, geschworen, dass sich Knappersbuschs Ansatz zur 62er Version nur unwesentlich verändert hat. Werde mich beiden mal wieder widmen.

Wie sind eigentlich andere Knappertsbusch Wager Opern?
Es gibt ja jedenfalls noch ein paar Ringe und Meistersinger.

Von der alten Garde kenne ich sonst nur Keilberth und Furtwängler, sowie den historischen Auszug der Walküre unter Bruno Walter.

Gruß
Dr. Schön
uhlmann (18.08.2008, 15:44):
von knappertsbusch gibt es noch eine aufnahme des parsifal aus bayreuth, und zwar seine letzte aufführung in bayreuth aus dem jahr 1964. es singen jon vickers, hans hotter, barbra ericson, thomas stewart und gustav neidlinger.

ich mag die aufnahme v.a. wegen jon vickers grandiosem parsifal und hans hotters altersweisen gurnemanz. auch die anderen protagonisten sind durchwegs gut. knappertsbuschs dirigat ist dagegen nicht so mein ding: natürlich kann man den parsifal so machen, aber mir persönlich ist das zu weihevoll, zu tragend. sonst mag ich einen breit angelegten wagner eigentlich gerne, aber beim parsifal wird mir das schnell zuviel. da ist mir der weltlichere ansatz der oben genannten kegel und boulez lieber.

ansonsten habe ich von knappertsbusch noch einen mitschnitt der meistersinger aus bayreuth aus dem jahr 1952, mit otto edelmann, hans hopf, lisa della casa, heinrich pflanzl und kurt böhme. knappertsbuschs dirigat erscheint mir hier etwas oberflächlich, fast möchte ich sagen lustlos. da will der funke bei mir nicht so recht überspringen. die sänger sind in ordnung, lediglich hans hopfs knödelnden stolzing brauche ich nicht wirklich. im gesamten ist das eine mittelmäßige angelegenheit.
--
p.s.: meine bayreuth-aufnahmen sind übrigens fast alle aus den frühen neunzigern vom (italienischen?) label arkadia. die gibts heute glaube ich nicht mehr. dafür findet man viele aufnahmen bei cantus classics und walhall.
Dr. Schön (18.08.2008, 15:58):
Original von uhlmann
knappertsbuschs dirigat erscheint mir hier etwas oberflächlich, fast möchte ich sagen lustlos.

Ich habe auch mal gelesen, dass Knappertsbuschs Leistungen sehr geschwankt haben sollen. Ich kenne jedenfalls nur seine Parsifals (51 & 62). Hart auf Hart ziehe ich Kegel und Boulez auch vor, jedoch finde ich Kna als diamentral entgegengesetzte Haltung interessant und sehr gelungen.

Irgendeinen Ring oder nur Teile davon möchte ich mit Knappertsbusch auch mal gehört haben.

Danke für diese Warnung vor den Bayreuther Meistersingern. Ich finde das vom späten Wagner die Meistersinger ohnehin am wenigsten in diese Bayreuth Tradition passen.

Außerhalb von Wagner interessiert mich Knappertsbusch bisher irgendwie nicht.

Gruß
Dr. Schön
Jürgen (18.08.2008, 16:47):
Original von Dr. Schön
Ich habe auch mal gelesen, dass Knappertsbuschs Leistungen sehr geschwankt haben sollen. Ich kenne jedenfalls nur seine Parsifals (51 & 62). Hart auf Hart ziehe ich Kegel und Boulez auch vor, jedoch finde ich Kna als diamentral entgegengesetzte Haltung interessant und sehr gelungen.


Ich kenne auch nur die beiden Kna-Parsifale, ziehe jedoch beide Kegel und Boulez vor. Das Weihevolle ist bei mir positiv besetzt, die Spannung muss allerdings gehalten werden. (Levine'92 fällt manchmal auseinander, ist halt nur langsam)
Nein, die Schnellspieler sind nicht mein Ding. Bei Boulez kommt noch Frau Jones als Kundry hinzu, die ich gar nicht hören mag.

Grüße
Jürgen
Dr. Schön (18.08.2008, 18:33):
by the way:

Soltis Parsifal habe ich nur einmal gehört, aber es schien mir, neben seinem Ring, seine gelungenste Wagner Einspielung gewesen zu sein.
Jürgen (19.08.2008, 10:50):
Original von Dr. Schön
by the way:

Soltis Parsifal habe ich nur einmal gehört, aber es schien mir, neben seinem Ring, seine gelungenste Wagner Einspielung gewesen zu sein.

Diese Aufnahme habe ich noch auf LP, daher schon lange nicht mehr gehört. Damals hat sie mir sehr gut gefallen. Ich glaube Solti hat in der Verwandlungsmusik echte Kirchenglocken eingespielt.
Manche meinen, das sei eine typische Effekthascherei von Solti.
Ich finde jedoch, dass gerade solche Effekte eine authentische Athmosphäre schaffen, die es mir ermöglichen, viel tiefer in Werke wie Parsifal oder Ring einzutauchen. Und ich bin sicher: Wagner hätte es gefallen.

Soltis Parsifal steht leider immer noch auf meiner CD-Wunschliste.
Zu Soltis top Wagner-Einspielungen zählt bei mir aber noch der Tannhäuser, auch wenn ich ihn nicht soo oft höre.

Grüße
Jürgen
Amadé (19.08.2008, 18:46):
Hallo Wagnerianer im Forum,

die ideale Einspielung einer Wagner-Oper zu benennen, kommt einem Unterfangen gleich, da hier verschiedene Parameter zu einem harmonischen Ganzen zusammengeführt werden müssen, was ganz selten gelingt: Leistung der Sänger, Rollendeckung, Inspiration des Dirigenten, angemessene Tempi, Klangbild u.a.
Fast keine live-Aufnahme oder Studio-Produktion kann mich in allem restlos überzeugen, ich bin froh, wenn sich das meiste stimmig zusammen fügt.

Meine persönlichen Favoriten, nur summarisch:

Holländer: Fricsay 1953 DGG, Kappertsbusch Bayreuth 1955 Melodram

Tannhäuser: Cluytens Bayreuth 1955 Orfeo, Konwitschny 1960 EMI

Lohengrin: Matacic Bayreuth 1959 Melodram, Kempe EMI 1963

Tristan und Isolde: Furtwängler EMI 1952, Böhm Bayreuth 1966 DGG

Meistersinger: Cluytens Bayreuth 1956 Walhall, Kempe EMI 1957

Ring des Nibelungen: Keilberth Bayreuth 1952 Archipel, Knappertsbusch Bayreuth 1956 Orfeo und M&A, Solti Decca 1957-65, Böhm 1966/67 Philips, Janowski Dresden BMG 1981-83

Parsifal: ?????

Im Forum finden sich noch verstreut etliche Beiträge z.B. zum Ring, zu Sängern, bitte dort nachlesen.

Grüße Amadé
Dr. Schön (19.08.2008, 19:08):
Noch nicht in absehbarer Zeit, aber Fricsays "Holländer" wird meine nächste Anschaffung in Sachen Wagner werden. Seit ich weiß, dass es sie gibt, habe ich ein großes Vertauen dazu.
Amonasro (04.02.2013, 17:49):
Hallo,

ich wollte mir bald eine vollständige Aufnahme des Rings zulegen. Daher wollte ich mal fragen, welche Ihr empfehlen würdet.

Ich habe kürzlich meine einzige Ringaufnahme unter Neuhold herausgekramt, die mir eine Bekannte aus dem Nachlass ihres Onkels schenkte und die ich bisher noch nicht gehört habe, da die zweite CD des Rheingoldes zwei mal, die erste dagegen überhaupt nicht vorhanden war. Kurrios! Beim Testen, ob wenigstens der Rest vollständig ist, stellte sich heraus, dass sich die dritte CD des Siegfrieds auf meiner Anlage nicht abspielen lässt.
https://dksw3hw5iu1be.cloudfront.net/885678/thumbs/205.gif

Daher suche ich nun eine andere Aufnahme.
Ich schwanke noch zwischen Solti und von Karajan. Es wäre hilfreich, wenn jemand hier etwas zu den Aufnahmen sagen könnte.

Gruß Amonasro
palestrina (04.02.2013, 18:56):
Hallo Amonasro!

Für den Einstieg , wäre die allererste Empfehlung der Solti Ring.
Das ist auch von den Sängern sehr gut.
Dann der Keilberth von 1955, Testament, tolle Sänger und Dirigat.
Böhm 1967, allein wegen der Sieglinde der Rysanek und der Waltraute der Moedl.
Karajan 1967-70, eine eher kammermusikalische Angelegenheit.
Boulez 1981 , nicht ganz mein Fall, wenn die DVD.
Janowski 1980-83, Sänger im großen und ganzen ganz OK, aber der Wotan wie schon
In der Böhm GA ist T. Adam und das ist ganz und gar nicht mein Fall!
Dann noch Amsterdam und natürlich als Frankfurter der Ring bei OEHMS.
Habe ihn selbst 2 x gesehen, mit allen Sängern kann man nicht glücklich werden.
Er kommt in den Tagen als DVD heraus , dann kann man es auch sehen .
Das wird dann ein Fest denn die Regie von Nemirova war sehr gut.
Ja und dann gibt es noch sehr viele Ältere GA , aber dann ist das mit dem Klang
so eine Sache für die eingefleischten Wagnerianer , wie auch für mich , ist das dann OK.
Und meine letzte Empfehlung der neu angefangene Zyklus aus dem Mariinsky mit
Gergiev . Bisher die Walkuere , und die ist der Knaller, Kaufmann, Kampe , Stemme , Pape.
Und R. Pape als Wotan unglaublich gut.
Und als DVD der Ring aus der MET ?

LG palestrina
Amonasro (04.02.2013, 22:39):
Da haben wir wieder das Probelm: Es gibt einfach zu viel Auswahl. Ich habe bereits etwas recherchiert und festgestellt, dass Solti und von Karajan meistens am besten bewertet werden. Beide Aufnahmen wurden aber auch kritisiert. Bei Solti gäbe es viele störende Effekte, einen schlechten Wotan, das Orchester übertöne die Sänger; bei von Karajan seien die Sänger zu "leicht", die Musik zu "symphonieartig". Was ist da dran? Und wie ist die Tonqualität? Ich höre zwar auch gerne alte, historische Aufnahmen, aber bei 15 Stunden sollte es schon etwas besser sein.

Gruß Amonasro
palestrina (04.02.2013, 23:01):
Hallo Amonasro!
Du solltest nicht soviel darauf geben was bewertet wird!
Die Solti GA ist hervorragend und absolut hoerenswert . Die Saengerriege ist hervorragend!
Die Effekte stören überhaupt nicht.
Und bei Karajan sind die Sänger nicht leicht sondern adäquat zum Orchester.
Denn Wagner muss man nicht brüllen!
Und die erste GA , sollte dann schon einen guten Sound haben.

LG palestrina

PS: Die Neuhold GA solltest du im Moment nicht hören, verdirbt vieles.
Amonasro (04.02.2013, 23:32):
Wie ist denn die Tonqualität bei den Aufnahmen? Von "ping-pong-stereo" (bei Solti) bis zu "starkem, die pianissimi überdeckendem Hintergrundrauschen" (bei Karajan) habe ich nun schon allerhand gelesen.

Gruß Amonasro :hello
palestrina (05.02.2013, 06:10):
Wo hast du das gelesen ?

LG palestrina
uhlmann (05.02.2013, 12:38):
Original von Amonasro
ich wollte mir bald eine vollständige Aufnahme des Rings zulegen. Daher wollte ich mal fragen, welche Ihr empfehlen würdet.

neuholds ring ist imo nicht schlecht, als einstieg sicher in ordnung. ich höre den lieber als viele der hochgelobten schwergewichte.

empfehlen würde ich (auch was den preis betrifft) als "ersten" ring BÖHM (gibts ab 1. märz hier als neuedition um unter € 30).
der ist enorm dramatisch dirigiert, mit durchwegs guten bis hervorragenden sängern (nilsson, windgassen, neidlinger, adam, rysanek, king, etc) und einer sehr akzeptablen tonqualität. imo der beste ring overall.

meine persönlichen sonstigen favoriten:
- furtwänger rai 1953 (zb hier - ein monument)
- barenboim bayreuth 91/92 (imo der beste unter den "neuen" ringen. gibts auch als dvd und in der barenboim-wagner-gesamtbox)
- krauss bayreuth 1953 (grandioses sängerensemble, derzeit aber nur teuer erhältlich)

nicht empfehlen würde ich eigentlich nur karajan: total undramatisches und imo für den ring unpassendes dirigat gepaart mit teilweise grotesk schlechten sängern, wie jess thomas karikatur eines siegfrieds - nein danke. (achtung: #ichbinvoreingenommenweilichkarajannichtmag)
Jürgen (05.02.2013, 12:40):
Original von Amonasro
Wie ist denn die Tonqualität bei den Aufnahmen? Von "ping-pong-stereo" (bei Solti) bis zu "starkem, die pianissimi überdeckendem Hintergrundrauschen" (bei Karajan) habe ich nun schon allerhand gelesen.

Gruß Amonasro :hello

Das mit dem "ping-pong-stereo" ist wohl ein Misverständnis. Bei den Aufnahmen mussten die Sänger allerdings ihre Positionen auf der (Aufnahme-) Bühne, und damit gegenüber den Mikrophonen, immer wieder verändern, um ein Bühnengeschehen zu simulieren.

Das Hintergrundrauschen bei Karajan halte ich für eine Mär. Die Aufnahme ist klanglich vollkommen in Ordnung. Das gillt auch für die Solti Aufnahme in bester Decca-Qualität.

Ich persönlich bevorzuge Solti, bin aber auch ein Fan seiner üppigen Klangkultur.

Grüße
Jürgen
palestrina (05.02.2013, 14:36):
Vielen Dank Jürgen!

Deswegen meine Frage wo so ein Unsinn geschrieben steht!
Hallo Uhlmann , den Rai Ring kann man doch einem Einsteiger nicht
zumuten!
Und der Karajan Ring ist nicht so schlecht wie Du meinst, allerdings habe ich
auch Deinen Zusatz gelesen!?!?!?

LG palestrina
Amonasro (05.02.2013, 17:00):
Schon einmal Danke für die bisherigen Antworten.
Die Informationen über die Tonqualität habe ich aus verschiedenen Rezensionen (u.a. Amazon), habe aber auch schon gegenteiliges gelesen. Da ich weiß, dass man auf die Amazon-Rezensionen nicht immer viel geben kann, habe ich hier noch einmal nachgefragt. Zumindest bei Amazon werden die Solti- und Karajan-Ringe auf höchste gelobt und der jeweils andere Ring kritisiert. Das kann einen Unerfahrenen doch stark verwirren.

Gruß Amonasro
uhlmann (05.02.2013, 17:12):
Original von palestrina
Hallo Uhlmann, den Rai Ring kann man doch einem Einsteiger nicht zumuten!

warum nicht? die tonquali ist nicht grandios, aber noch erträglich.
und furtwänglers dirigat ist von epischer größe, geradezu monumental. in verbindung mit großartigen sängern (zb mödl!) imo einer der 2-3-4 besten ringe.

Original von palestrina
Und der Karajan Ring ist nicht so schlecht wie Du meinst, allerdings habe ich
auch Deinen Zusatz gelesen!?!?!?

rangiert unter meinen 15+ ringen ungefähr an vorletzter stelle, gerade noch vor einem live-mitschnitt aus timbuktu.
Amadé (05.02.2013, 20:11):
Was noch neben Furtwänglers Dirigat für diesen Ring aus Rom spricht, ist der Wotan, gesungen von Ferdinand Frantz, der immer ein wenig im Schatten von Hotter und später George London stand, völlig zu Unrecht, wie man hier hören kann. Frantz ist meine Nr.1 bei Wotan.

Gruß Amadé
palestrina (05.02.2013, 22:14):
Hallo zusammen!
Hört Euch mal den Rene Pape , auf der neuen Walkuere an, da gibt es Legato und
viel Ausdruck, ihr werdet staunen!
Ich für meinen Teil fand ihn ausgesprochen sensationell !
Und ich habe sehr viele Wotans(ne) gehört, apropos Hotter war selten ein guter Wotan,
bei Franz stimme ich euch gerne zu.

LG palestrina
Amonasro (06.02.2013, 17:03):
Kommen der Solti- und der Karajan-Ring mit Libretti?

Gruß Amonasro
Amadé (06.02.2013, 18:55):
Ich besitze folgende CDs mit Solti und Karajan:

http://www.jpc.de/image/w220/front/0/0028945555522.jpg http://www.jpc.de/image/w220/front/0/0028945778020.jpg

Beide Ausgabe erhalten die Libretti.

Gruß Amadé
Amonasro (06.02.2013, 20:59):
Welche der beiden bevorzugst du?

Gruß Amonasro
Amadé (07.02.2013, 09:27):
Solti!

Gruß Amadé
palestrina (07.02.2013, 10:09):
Ist ja schon die ganze Zeit auch meine Überzeugung !

LG palestrina
Jürgen (07.02.2013, 12:27):
Der Solti-Ring polarisiert.
Zum einen wegen Hotter, dessen Wobble in den 60er Jahren schon sehr weit fortgeschritten war.

Und zum anderen, vieler Soundeffekte wegen, die nicht jedermanns Geschmack sind.
In diesem Spiegelartikel von 1966 werden sie recht gut beschrieben: Kniff des Nibelungen

Ich persönlich bin von diesem Ring geprägt worden, die Effekte gehören für mich dazu.
Bei anderen Aufnahmen fehlt mir was.

Andererseits scheint es keinen perfekten Ring zu geben.

Vieleicht hast Du, Amonasro, die Möglichkeit, in die Aufnahmen reinzuhören (Spotify o.Ä. kann man auch kostenlos benutzen) und dann identische Szenen zu vergleichen?

Grüße
Jürgen
Amonasro (07.02.2013, 15:21):
Bei decca.com und deutschegrammophon.com kann man die erste Minute von jedem Track der beiden Ringe anhören. Ich muss sagen, dass mir bislang Karajan eher zusagt. Vor allem stört mich bei Solti der Wotan von Hotter. Und das ist ja eigentlich eine sehr wichtige Rolle, die ich schon gut besetzt haben will. Mir scheint zudem auch die Aussprache der meisten Sänger bei Karajan besser.

Gruß Amonasro
Amadé (07.02.2013, 16:05):
Original von Amonasro
Vor allem stört mich bei Solti der Wotan von Hotter

Hotter ist auch nicht meine erste Wahl, siehe oben. Bei HvK teilen sich Fischer-Dieskau (Rheingold) und Thomas Stewart die Wotan-Rolle, die beide nicht immer voll beglücken können. Bei Brünnhilde ziehe ich Birgit Nilsson allerdings klar Helga Dernesch vor. Pluspunkte bei Karajan sind Z. Kelemen, K. Ridderbusch und G. Stolze.
Bei Karajan sind die BPh oft sehr sinfonisch, jedoch auch glatt. Solti bietet da mehr Musiktheater. Letztlich muss da persönliche Geschmack entscheiden. Später sollte man sich noch einen der Keilberth-Ringe oder/und Knappertsbusch zulegen.

Gruß Amadé
Amonasro (07.02.2013, 17:45):
Wie sieht es mit den Siegfrieds aus? Ich habe nun über Jess Thomas und Helge Brilioth sowohl sehr positives, als auch sehr negatives gelesen. Aber auch Windgassen wurde nicht immer gelobt.

Und hier noch zwei Stimmen zur Tonqualität der Aufnahmen:

Über den Solti-Ring:

Was mich jedoch an diesem Ring immer gestört hat, war die Aufnahmetechnik. Über die Einspielung diverser Effekte und Sounds mag man ja noch schmunzeln, aber die Musikaufnahme an sich ist IMHO mißlungen: Das Orchester ist in 2 Teile gespalten, an den äußersten Rand der Stereobasis gedrängt, dabei immer dominant, wuchtig und sehr präsent vom Klangbild her. Die Sänger sind fast ausnahmslos weit in der Tiefe abgebildet, zumeist mittig im "leeren Raum", klingen dabei oft wenig differenziert und schlecht verständlich. Neben diesem räumlichen Effekt, der noch zu tolerieren wäre, stimmen die Lautstärkeverhältnisse nicht, sowohl innerhalb des Orchesters, noch tragischer aber im Zusammenklang mit den Sängern, wobei letztere fast immer den kürzeren ziehen. Irgendwie klingt das Ganze sehr bewußt gestaltet und gemahnt an viele Pop-Produktionen jener Zeit, wo man mit "Pingpong-Stereo" zufrieden war. Trotz aller objektiven Mängel erscheint der Bayreuther Böhm-Ring da in jeder (tontechnischen) Hinsicht überlegen, was erstaunlich ist angesichts der idealen Studiobedingungen der Decca. Quelle: amazon.de

Über Karajans Rheingold:

Aber ist es denn wirklich noch niemandem aufgefallen, daß beide CDs ein deutlich vernehmbares Hintergrundrauschen haben? Es stört, insbesonders in den leisen Bläser- und Gesangspassagen, ist aber auch in den mittellauten Abschnitten immer noch zu hören Bereits die Ouvertüre offenbart die ganze Pracht des weißen Rauschspektrums. Quelle: amazon.de

Gruß Amonasro
palestrina (07.02.2013, 18:50):
Das ist doch Haarspalterei , wenn ich mir mit solchen Aussagen einen Ring zulegen solle
würde ich es gleich sein lassen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Karajan hin Solti her oder umgekehrt, ich habe an beiden und den vielen anderen meine
große Freude .
Und nun Adieu aus diesem Thread , das ist mir echt zu dumm.

LG palestrina
Amonasro (07.02.2013, 19:26):
Ich entschuldige mich für meine Unentschlossenheit und dafür, dass ich die Geduld der Forianer offenbar auf eine harte Probe stelle. Es ist nur so, dass es sich ja schon um eine größere Anschaffung (preislich) handelt und ich da natürlich darauf bedacht bin, eine möglichst gute Aufnahme zu wählen. :(

Gruß Amonasro
stiffelio (07.02.2013, 21:46):
Hallo Amonasro,

dein Dilemma kommt mir sehr vertraut vor Vor ca. 2 Jahren hatte ich ähnliche Probleme, als ich mir den Ring auf DVD zulegen wollte. Mann, was habe ich hin und her geschwankt :wink. Heute habe ich vier Fassungen und es werden sicher nicht meine letzten bleiben. Ähnlich ist es mir damals auch mit vielen anderen Opern gegangen.

Was ich damit sagen will: bleib möglichst locker. Wenn der Ring dir gut gefällt, wird dein erster sicher nicht dein letzter bleiben. Mir geht es jedenfalls immer so, dass ich von meinen bevorzugten Opern früher oder später mehrere Aufnahmen haben will, ganz gleich mit welcher ich angefangen habe - selbst dann, wenn die erste meine Lieblingsaufnahme ist und bleibt. Und wenn er dir gar nicht gefällt (was ich eher nicht glaube :wink), dann ist es auch nicht so entscheidend, welche Aufnahme im Regal steht. Du hast dich jetzt schon sehr intensiv umgehört (was ja prinzipiell kein Fehler ist), vom Karajan-Ring einen guten Eindruck, dann würde ich den auch einfach nehmen. Ein absehbarer Fehlkauf ist es doch offensichtlich nicht, objektiv "die beste" Aufnahme wird es nie geben und welche subjektiv die für dich beste ist, kann dir niemand anderer beantworten. (Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich YT so intensiv nutze - nichts geht über den eigenen Eindruck.)

Evtl. sind deine Entscheidungsprobleme wirklich eine Phase, die viele Sammler am Anfang durchleben - und die vielleicht auch gar nicht übersprungen werden sollte. Dennoch - der Versuch locker zu bleiben, hat mir rückblickend noch nie geschadet :D
Ich wünsche dir ein tolles erstes Ring-Erlebnis!

VG, stiffelio
Amonasro (07.02.2013, 22:02):
Hallo stiffelio,

ich werde mir deinen Rat zu Herzen nehmen. In der Tat besitze ich von manchen Opern auch schon mehrere Aufnahmen. Ich bin zuversichtlich, dass der Ring mir gefällt, da ich schon einiges auf YT gehört habe und das Glück hatte, einmal die Götterdämmerung in Bayreuth zu erleben. Das, was ich gesehen und gehört habe, hat mich schon beeindruckt. Ich bin bei Wagner nur noch nicht so erfahren, sodass ich die meisten Sänger und Opern nicht kenne.

Gruß Amonasro :hello
Jürgen (08.02.2013, 15:51):
Original von palestrina
Das ist doch Haarspalterei , wenn ich mir mit solchen Aussagen einen Ring zulegen solle
würde ich es gleich sein lassen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Karajan hin Solti her oder umgekehrt, ich habe an beiden und den vielen anderen meine
große Freude .
Und nun Adieu aus diesem Thread , das ist mir echt zu dumm.

LG palestrina

Hallo palestrina,

warum so gereizt? Schliesslich warst Du es, der Amonasro um eine Quellenangabe gebeten hast.


Original von palestrina
Wo hast du das gelesen ?

LG palestrina

Nun, da er mit Quellenangabe wörtlich zitiert beschwerst Du Dich.
Ich gebe Dir ja insofern recht, als ich mit den beiden Statements auch nicht übereinstimme. Haarspalterisch, ja sicher. Aber das ist doch nicht Amonasros Meinung, er fühlt sich halt unsicher aufgrund unterschiedlichster Äusserungen.
Ausserdem will solch eine Anschaffung wohlüberlegt sein, gerade als Schüler sitzt der € nicht so locker.

Also, Amonasro, frage ruhig weiter! Meinen ersten Ring kaufte ich mir mit 16, den zweiten etwa ein Jahr später. (1.Solti 2. Böhm)
Danach Karajan in Einzelboxen, der war damals sehr teuer. (Alles LPs, CDs kamen erst wenige Jahre später)
Derart versorgt, war viele Jahre Ruhe.

Du siehst, man kann auch mit nur drei Ringen zufrieden sein. Zumindest eine Zeit lang.


Grüße
Jürgen
Amonasro (10.02.2013, 16:45):
Weiß zufällig jemand, wo der Karajan-Ring gerade günstig zu erwerben ist? Amazon ist mit 67,97 € sehr billig, aber da steht zurzeit nicht auf Lager. Was das genau heißt, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Gruß Amonasro
Amonasro (12.02.2013, 21:56):
Nach langem Überlegen, unzähligen Hörproben und Bewertungen habe ich gerade die Solti-Aufnahme bestellt. Ich bedanke mich, für die die gute Beratung und die vielen Tipps.

Gruß Amonasro
Jürgen (19.02.2013, 11:59):
Amonasro schrieb zur Solti-Walküre:

Original von Amonasro aus "Gerade gehört"
Ich bin sehr zufrieden, auch wenn Hotter hier zu spät aufgenommen wurde. Er singt dennoch sehr ausdrucksstark und hat mir beim ersten Hören besser gefallen als Georg London im Rheingold. Birgit Nilsson ist wie immer hervorragend. Mir scheint aber die Tonqualität etwas schlechter als beim Rheingold (obwohl später aufgenommen). Zu Siegfried und Götterdämmerung bin ich noch nicht gekommen. Bisher ist der Eindruck aber sehr gut. Die Aufnahmen gefallen mir besser als die Met-Aufführung mit Morris, Norman und Moll, die man auf YT sehen kann. Ich bin froh, mich für die Solti-Box entschieden zu haben.

Gruß Amonasro

Mit dem farblich markierten Satz bringt Amonasro die Sache auf den Punkt. Hotters Ausdrucksstärke macht sein Wobble mehr als wett. So empfinde ich ihn jedenfalls.


Geh' hin, Knecht!
Kniee vor Fricka:
meld' ihr, dass Wotans Speer
gerächt, was Spott ihr schuf. -
Geh'! - Geh'!


Allein dieses Geh! ist schon legendär.

Grüße
Jürgen
Solitaire (15.04.2013, 10:36):
Ich bin ein absoluter Wagner-Neuling und habe erst letzten Sommer meinen ersten kompletten Ring gesehen, der aber hat mich so begeistert, daß ich ihn hier empfehlen möchte:
Klick
Ich war und bin hingerissen, fasziniert, begeistert, infiziert und werde mir die DVD-Sammlung wohl auch irgendwann zulegen. Ich habe die Aufführungen an vier Nachmittagen im Opernkino gesehen und hätte nie gedacht daß 16 Stunden so schnell vorbei sein können :cool
Über die musikalischen Leistungen kann ich nicht viel sagen, da ich im Augenblick guten Wagnergesang nicht wirklich von schlechtem unterscheiden kann. Ich habe einfach dagesessen und fand alles toll :engel
Im Übrigen: Bryn Terfel war dabei :times10
Jonas Kaufmann, zu dessen Fans ich eher nicht gehöre, hat mir hier sehr gut gefallen. Aber wie gesagt: wirklich beurteilen kann ich es nicht.
Mehr über die Entstehung der Inszenierung gibt es hier:
Wagners Dream. Eine sehr empfehlenswerte, absolut spannedne Dokumentation über Lepages Arbeit am Ring.
Ich weiß nicht, wie es alten Wagner-Hasen damit geht, aber mich als Newbie hat der Film sehr angesprochen.
stiffelio (15.04.2013, 20:58):
Hallo Solitaire,

schön, dass du dich hier mal wieder zu Wort meldest. Ich habe einige deiner früheren Beiträge gelesen und fand vieles darin sehr interessant.
Deshalb habe ich eine Bitte an dich, muss aber dafür ein bisschen ausholen.
Verrückterweise ist der RING neben den MEISTERSINGERN das letzte Wagner-Kapitel ab dem HOLLÄNDER, das ich bisher nicht überdurchschnittlich faszinierend fand (verglichen mit anderen meiner bevorzugten Opernkomponisten). Am besten gefiel mir noch der Chereau-Ring, einerseits wegen der Personenführung, andererseits wegen McIntyre als Wotan, der als Gesamtpaket aus Stimme und Darstellung zu meinen Lieblings-Wagnersängern gehört. Meine Lieblingsoper aus dem Ring ist übrigens die Walküre - möglicherweise auch, weil ich mit Manfred Jung als Siegfried nur relativ wenig anfangen kann. Siegfried Jerusalem im alten MET-Ring gefiel mir viel besser, andererseits kann sich da die Inszenierung aus meiner Sicht überhaupt nicht mit der von Chereau messen.
Und so muss ich gestehen, dass ich den Lepage-Ring zwar mein eigen nenne, aber nur ganz punktuell hineingeschaut habe weil er mich bisher nicht fesseln konnte. Leider gehört auch Bryn Terfel (bisher) nicht zu meinen Lieblingssängern, was überhaupt nichts mit seinen objektiven Qualitäten zu tun hat, sondern eine rein persönliche Sache ist.

Kannst du mir ein paar Stellen nennen, die für dich Highlights sind und mit denen ich vielleicht doch noch auf den Geschmack an dieser Inszenierung kommen könnte?

VG, stiffelio
palestrina (15.04.2013, 21:48):
Hallo liebe Stiffelio !

Wenn du hören möchtest oder dann auf der DVD nachsehen , sei dir diese beiden CD's
empfohlen !
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947906384.jpg

Da ist alles , fast alles zu hören was man gerne hört !
Und Bryn Terfel ist wahrhaft GÖTTLICH !
Da stimmt aus meiner Sicht gehört und gesehen alles, ja so bin ich halt !
Höre dir mal Wotans Abschied an, einfach zum Niederknien !!!!!!!!!
Und das Gemaekel an D. Voigt ist nicht ganz berechtigt !
Und noch zum Schluss , Kaufmann u. Westbroek sind große Klasse, und das ist eine
Szene auf der DVD die mich sehr beeindruckt hat !

Sei lieb gegruesst
palestrina
Solitaire (17.04.2013, 10:04):
Hallo stiffelio !

Hm, da hast du mich mit deiner Frage eiskalt erwischt, denn dummerweise ist meine Begeisterung für den Lepage-Ring von keinerlei Sachkenntnis getrübt :D
Ich habe wie erwähnt keinerlei Vergleichsmöglichkeiten, vom Cheréau-Ring kenne ich nur Rheingold in Auszügen, dort hat mich sehr gestört wie absolut textunverständlich z.B. die Rheintöchter singen. Das war in der MET völlig anders, man versteht die Künstler bis auf wenige Aufnahmen sehr, sehr gut, bei Terfel klingt ohnehin jedes Wort wie in Stein gemeißelt, aber auch seine Kollegen schlagen sich mehr als achtbar. Das war für mich als Wagner-Neuling eine Grundvoraussetzung, diesem Mammutwerk überhaupt. eine Chance zu geben.
Dann hat mich die szenische Umsetzung sehr begeistert: „the machine“ mit ihren Brettern und Planken die immer wieder in Bewegung sind und den Grund des Rheins ebenso glaubhaft dargestellt haben wie einen Wald oder Brünnhildes Felsen hat mich sehr fasziniert, dazu die Videokunst, die mir in der Oper oft auf die Nerven geht, hier aber m.E. genial eingesetzt wurde.
Welche Szenen mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind, welche ich am eindrucksvollsten fand? Mal abgesehen davon, dass ich wie gesagt alles toll fand waren das drei Szenen: der Gang über die Regenbogenbrücke am Ende von „Rheingold“, die Walkürenerscheinung die mich so in den Bann gezogen hat, wie ich das überhaupt nie für möglich gehalten hätte, und Wotans Abschied von Brünnhilde, so wie Bryn Terfel das singt und spielt muß man schon ein Herz aus Stein haben damit es einen nicht packt. Selbst wenn man kein erklärter Wagnerianer ist. :engel
Ich habe mich vorher ganz bewußt nicht mit dem Ring beschäftigt, weil ich wissen wollte, wie dieses Werk ohne großes Vorwissen auf mich wirkt, ich konnte der Handlung erfreulicherweise in jeder Sekunde folgen, was heute auf der Opernbühne leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist...aber die Inszenierung war m.E. dennoch nicht langweilig oder altbacken. Im Gegenteil, trotz der problemlos nachzuvollziehenden reinen Bühnenhandlung habe ich nach diesem Ring jede Menge Fragen und Denkanstöße mit nachhause genommen, was ich nur positiv meine. Herr Solitaire und ich haben nach den Vorstellungen noch die halbe Nacht geredet und unsere Eindrücke ausgetauscht.
Mich fasziniert neben der Musik die Vielschichtigkeit dieses Werkes, ich bin weit entfernt davon zu behaupten, dass ich alles verstanden hätte und vermutlich habe ich mit dem was ich verstanden HABE nur ein bisschen an der Oberfläche gekratzt, aber wie gesagt: ich bin begeistert.
Ich habe nur ein wenig die Befürchtung, dass mich ein andere Ring nie wieder so begeistern kann wie dieser allererste.
Und ein anderer Wotan ohnehin nicht, denn eins ist mal klar: Bryn Terfel IST ein Gott. :down :down :down

EDIT
Ich weiß immer noch nicht, ob ich das CD-Cover grandios oder furchtbar finden soll. :wink
Gäbe es das als Poster, hinge es jedenfalls bei mir im Büro :D
stiffelio (17.04.2013, 19:21):
Hallo Solitaire und Palestrina,

danke schön, ich werde eure Tipps beherzigen.

VG, stiffelio
palestrina (14.05.2013, 21:51):
Heute neu erstanden, die Walküre aus Manchester 15 + 16. Juli 2011 LIVE .
Stig Andersen , Siegmund
Yvonne Howard , Sieglinde
Clive Bayley , Hunding
Egils Silins , Wotan
Susan Bullock , Brünhilde
Susan Bickley , Fricka
Sir Mark Elder und das The Hallè Orchester

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5065001341373.jpg

Zu aller erst ist zu sagen , alle singen ein gutes Deutsch, sehr verständlich !
Ich fange mal mit der besten Leistung an . Susan Howard ist eine jubelnde Sieglinde ,
ausgesprochen überzeugend .
Stig Andersen als Siegmund ist wesentlich überzeugender als Siegmund als 2004 in Amsterdam
als Siegfried ! Susan Bullock ist hier eine sehr Textverständliche Brünhilde und kann die Partie
voll auskosten , mir gefällt sie hier besser als in FFM !
Egils Silins als Wotan ist schon toll , er kann sich schon in die erste Garde einreihen !
Mächtig und zugleich sanft , ich finde es sehr ausgewogen , seine Interpretation.
Und Clive Bayley ist ein zupackender Hunding !

Das Orchester is für meine bescheidenen Begriffe absolut gigantisch , mich hat diese Walküre
sehr überzeugt , gefällt mir sehr,sehr gut!!!
Höre gerade noch einmal die Szene "Siegmund ! Sieh auf mich !" Voll überzeugend , singen die
beiden ganz wunderbar , habe gerade noch eine Gänsehaut, suuuuuper !

LG palestrina
hans-jürgen (29.07.2013, 08:40):
Original von Amonasro
Ich entschuldige mich für meine Unentschlossenheit und dafür, dass ich die Geduld der Forianer offenbar auf eine harte Probe stelle. Es ist nur so, dass es sich ja schon um eine größere Anschaffung (preislich) handelt und ich da natürlich darauf bedacht bin, eine möglichst gute Aufnahme zu wählen. :(
Das ist verständlich, aber es wurden in diesem Thread auch gute Tipps gegeben, wie man eine teure Anschaffung erst einmal vermeiden kann, z.B. indem man sich bei Spotify die verschiedenen Gesamtaufnahmen nacheinander oder im Vergleich von bestimmten Ausschnitten anhört. Eine Minute auf der Homepage von Deutsche Grammophon usw. reicht da einfach nicht aus, und eine 100% perfekte, von allen gelobte Aufnahme wirst Du sowieso nicht finden, weil immer jemand irgendwas zu meckern hat. :wink

Meine Empfehlung wäre also gewesen (da Du Dich ja schon für Solti entschieden hast), auch die Barenboim-Gesamtaufnahme aus Bayreuth kostenlos bei Spotify oder Deezer anzuhören, die meiner Meinung nach den Klang des Festspielhauses sehr gut eingefangen hat und mir außerdem vom Dirigat her gut gefällt:

https://play.spotify.com/album/48tlbrSWs89YQel2fI60zU
http://www.deezer.com/de/album/86319

Natürlich findet man dort auch andere Ring-Einspielungen neben Solti und Karajan, z.B. die schon erwähnten von Karl Böhm und Pierre Boulez, ebenfalls aus Bayreuth. Im Moment läuft dort ja die Premiere der Neuinszenierung des Rings mit Petrenko am Dirigentenpult, die beim Rheingold und der Walküre ebenfalls sehr gut im Radio klang. Heute ab 16:00 Uhr übertragen BR Klassik und andere ARD-Rundfunkanstalten Siegfried und übermorgen die Götterdämmerung. Das kann man entweder im Radio oder als Livestream auf der BR-Homepage hören - unbedingt über Stereoanlage und aufdrehen. :wink

Ach so, falls Du einfach mal querbeet in verschiedenste Ring-Einspielungen reinhören willst (auch historische), bietet sich das entsprechende Tag-Radio auf Last.fm an, das für Hörer in Deutschland ebenfalls kostenlos ist.
Amonasro (30.07.2013, 20:52):
Hallo hans-jürgen,

leider habe ich deinen Beitrag erst heute gesehen, habe also leider den Siegfried verpasst. Ich werde aber versuchen morgen die Götterdämmerung zu hören.

Deine Tipps sind trotz meiner Entscheidung für die Solti-Aufnahme, mit der ich sehr zufrieden bin, sehr hilfreich, da ich wohl über kurz oder lang noch mindestens eine weitere Ring-Aufnahme erwerben möchte. Dass es die "perfekte" Ring-Aufnahme nicht gibt, ist mir klar - bei einem so umfangreichen Werk wird einen nie alles zufriedenstellen können.

Gruß Amonasro :hello
hans-jürgen (31.07.2013, 04:43):
Original von Amonasro
leider habe ich deinen Beitrag erst heute gesehen, habe also leider den Siegfried verpasst. Ich werde aber versuchen morgen die Götterdämmerung zu hören.
Es lohnt sich auf jeden Fall, Kirill Petrenko wird zur Zeit tatsächlich von allen gelobt. :)

Deine Tipps sind trotz meiner Entscheidung für die Solti-Aufnahme, mit der ich sehr zufrieden bin, sehr hilfreich, da ich wohl über kurz oder lang noch mindestens eine weitere Ring-Aufnahme erwerben möchte.
Um bei Spotify, Deezer, Simfy usw. kostenlos hören zu können, muss man übrigens einen Account anlegen oder sich mit seinem Facebook-Konto - falls vorhanden - einloggen. Einen Facebook-Zwang wie früher gibt es aber nicht mehr.
Cetay (11.01.2022, 11:30):
Viel Freude am Durchhören des Rings! Ich meine ja, dass es beim ersten Kennenlernen fast egal ist, welche Aufnahme man wählt. Liegt die Präferenz auf der Musik (und nicht auf den vokalen Leistungen), dann umso mehr.
(Aus dem allgemeinen Ring-Thread zitiert)

Im Allgemeinen bin ich geneigt, dem zuzustimmem, im Speziellen scheint es sich bei Wagner um (m)einen Ausnahmefall zu handeln. Nachdem ich bei Halbzeit immer noch mit Laune dabei war, habe ich probeweise bei bestimmten Szenen in mehrheitlich hochangesehene Ringe reingehoert. Die wollten mir immer noch gar nicht gefallen. Das ist mir einfach zuviel an Dauer-Drama in der Musik und zuviel an Theater im Gesang.

Jetzt weiss ich, was ich brauche: Das Dirigat geradlinig, das Orchester schlank und transparent, die Saenger leicht(er) und zurueckhaltend(er).
Das ist eigentlich logisch, weil das allgemein meine Praeferenzen sind - ich wusste nur nicht, dass es das bei Wagner gibt. Aber: Neuhold!
Philidor (11.01.2022, 12:21):
Jetzt weiss ich, was ich brauche: Das Dirigat geradlinig, das Orchester schlank und transparent, die Saenger leicht(er) und zurueckhaltend(er).
Klingt wie der gefühlte Mittelwert der Kritiken zum Karajan-Ring ... :D

Hermes Handlexikon: " ... erarbeitete Herbert von Karajan die klanglich wohl raffinierteste, kostbarste, in ihrer Differenzierung beste Realisierung der Partitur. Diese erklingt so, als habe Wagner Kammermusik für hundert Spieler geschrieben. ..." - "Karajans Experiment: Er besetzte Brünnhilde mit der lyrischen Crespin, milderte dadurch den heroischen Duktus der Rolle und vermenschlichte den Konflikt der Figur".

Gruß
Philidor

:hello
Cetay (11.01.2022, 12:48):
Echt, ist das der HvK? Ich hab gerade dazu gebingt und etwas in der Art ist vielerorts (und auch hier weiter oben im Faden) zu lesen. Da lassen sich moeglicherweise zwei Aversionen en passant schlagen.
Das nenne ich einen Monster-Tip! :beer