Edward Elgar: Violinkonzert op. 61

daniel5993 (04.10.2007, 13:12):
Hallo allezusammen :hello

Edward Elgar (1857 - 1934)

http://facstaff.uww.edu/allsenj/MSO/NOTES/0607/images/elgar.jpg

Geboren: * 2. Juni 1857 in Broadheath bei Worcester
Gestorben: † 23. Februar 1934 in Worcester
____________________________________________________
____________________________________________________

Violinkonzert in B minor, op. 61

I: Allegro
II: Andante
III: Allegro molto


Es sind zur Zeit zwar schon ein haufen anderer Threads am laufen, aber da es wohl knapp wird in nächster Zeit mit schreiben, leg ich Heute einen drauf. Außerdem könnt ihr ruhig mal ins Schwitzen kommen! :wink
Soweit ich gesehen habe ist ein solcher Thread noch nicht vorhanden.

Wann dieses Konzert geschrieben wurde konnte ich nicht rausfinden, ich weiß nur, dass es 1932 Uraufgeführt wurde!

Von vorn herein gesagt,Ich liebe dieses Konzert! :J
Dieses "wehmütige" Thema im ersten Satz ist überwältigend! Da kann man nur stehen und staunen!
Teilweise kehrt dieses gefühlvolle Thema im Finalsatz wieder und so wunderbar umgangen! Ein Violinkonzert passend zum Herbst!
Es hat lange gebraucht, bis ich auf dieses Werk aufmerksam geworden bin!
Vor ca. einem Jahr habe ich zu diesem Konzert nur den Kopf geschüttelt!
Dann habe ich in dem Film "Yehudi Menuhin - the Violin of the Century", einmal Menuhin in begeisteter Freude über dieses Konzert reden hören.
Mit welch kindlicher Freude er sich über das Thema im ersten Satz ausgelassen hat, hat mich gepackt und der Funke ist dann auch direkt übergesprungen! Manchmal muss ein "größerer" Mensch, den "kleineren" an die Hand nehmen, den Weg zeigen! :wink
Ich habe diesen Ausschnitt bei YouTube gefunden, allerdings auf Englisch, aber das sollte wohl kein Problem sein.
Die Stelle ist liegt zwischen Minute 1:30 - Minute 5:39! Menuhin, Elgar Violinkonzert op. 61, Bericht, zwischen Minute 1:30 - 5:39

Menuhin war es auch der es 1932 noch unter der Leitung Edward Elgars Uraufführte, im Alter von 16 Jahren!
Noch heute gilt dieses Konzertals eines der schwerst bespielbaren.

Ich besitze 2 Aufnahmen des Violinkonzertes op. 61. Beide gespielt von Yehudi Menuhin.

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41EJFHCZ0YL._AA240_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41W1C15NCKL._AA240_.jpg

Die erste Aufnahme ist die Uraufführung von 1932 unter Sir Edward Elgar, mit einer echt super Tonqualität!
Die zweite Aufnahme ist aus dem Jahre 1965 unter Sir Adrian Boult!

Ich bin mit beiden Aufnahmen sehr zufrieden!

Bei der 1932-Aufnahme: Ein kleiner Hauch von Echtheit, von Nähe liegt in dieser Uraufführung! Und mit erstaunlich Gutem Ton, die Aufnahme wurde sehr gut bearbeitet!
Die zweite Aufnahme ebenfalls sehr gut, natürlich ein glanzvoller Ton! Die Interpretationen der beiden Aufnahmen sind sehr nah bei einander!

Was könnt Ihr über dieses Konzert berichten?

Gruß
Daniel
:engel
Rachmaninov (04.10.2007, 18:16):
@Daniel,

Elgar's Violinkonzert konnte mich, völlig unterschiedlich zu seinem Cellokonzert, nie derart begeistern.

Dennoch besitze ich 2 Aufnahmen.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/3094763.jpg http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2346711.jpg

Beide Aufnahmen müßte ich hören um mir nochmal eine Meinung bilden zu können :B
Rachmaninov (04.10.2007, 19:08):
Original von daniel5993
Ich besitze 2 Aufnahmen des Violinkonzertes op. 61. Beide gespielt von Yehudi Menuhin.

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41EJFHCZ0YL._AA240_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41W1C15NCKL._AA240_.jpg

Die erste Aufnahme ist die Uraufführung von 1932 unter Sir Edward Elgar, mit einer echt super Tonqualität!
Die zweite Aufnahme ist aus dem Jahre 1965 unter Sir Adrian Boult!

Ich bin mit beiden Aufnahmen sehr zufrieden!

@Daniel,

Menuhin hatte eine, teilweise selbst "verschuldet" doch recht wechselhafte Karriere mit deutlichen Schwankungen in seiner Listungsfähigkeit.
Immerhin liegen zwischen diesen Aufnahmen 33 Jahre! Merkt man davon nichts? Es gibt eigentlich kaum Geiger, die in 3 Jahrzehnten nicht eine deutliche Wandlung vollzogen hätten im Geigenton.
Cosima (04.10.2007, 19:16):
Original von Rachmaninov
Elgar's Violinkonzert konnte mich, völlig unterschiedlich zu seinem Cellokonzert, nie derart begeistern.


Geht mir ebenso. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich lediglich die Einspielung von Hilary Hahn kenne. (Richtig begeistert vom Cellokonzert bin ich aber auch nicht.)

Gruß, Cosima
Zelenka (04.10.2007, 19:55):
Auch mich begeistert Elgars Violinkonzert überhaupt nicht, zur Information besitze ich Menuhins Aufnahme unter dem Komponisten selbst (allerdings in einem Naxos-Transfer) und Zukerman unter Barenboim. Ich werde nicht weiter suchen ...

Gruß, Zelenka
daniel5993 (04.10.2007, 20:46):
Original von Rachmaninov
Original von daniel5993
Ich besitze 2 Aufnahmen des Violinkonzertes op. 61. Beide gespielt von Yehudi Menuhin.

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41EJFHCZ0YL._AA240_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41W1C15NCKL._AA240_.jpg

Die erste Aufnahme ist die Uraufführung von 1932 unter Sir Edward Elgar, mit einer echt super Tonqualität!
Die zweite Aufnahme ist aus dem Jahre 1965 unter Sir Adrian Boult!

Ich bin mit beiden Aufnahmen sehr zufrieden!

@Daniel,

Menuhin hatte eine, teilweise selbst "verschuldet" doch recht wechselhafte Karriere mit deutlichen Schwankungen in seiner Listungsfähigkeit.
Immerhin liegen zwischen diesen Aufnahmen 33 Jahre! Merkt man davon nichts? Es gibt eigentlich kaum Geiger, die in 3 Jahrzehnten nicht eine deutliche Wandlung vollzogen hätten im Geigenton.

Hallo admin!

Ich kann in nichts derartige Unterschiede hören!
Das Tempo ist fast gleich! Im ersten Satz unterscheiden sich die Aufnahmen um 12 Sekunden, im zweiten um 1 Minute und im dritten ebenfalls um eine Minute! Der größte Unterschied ist der Klang der beiden Aufnahme!
Kleiner Unterschied, in der 1965 - Aufnahme spielt Menuhin gefühlvoller, ja man kann sagen beseelter! Feinfühliger wird das Thema im ersten Satz gespielt, alles in einem, miteinander beschwingt verknüpft! Bei der 1932 Aufnahme kommt das ein wenig stockhaft rüber!
Sonst ist nichts zu finden! Beide Aufnahmen auf die selbe Art gespielt.


@ Cosima, Rachmaninov, Zelenka

Mich wundert das in höchstem Maße, das euch das Konzert nicht zusagt!
Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können! Mich berührt das Konzert in besonderem Maße!

?( ?( ?(

Gruß
Daniel
Rachmaninov (04.10.2007, 21:18):
Original von daniel5993
@ Cosima, Rachmaninov, Zelenka

Mich wundert das in höchstem Maße, das euch das Konzert nicht zusagt!

Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können! Mich berührt das Konzert in besonderem Maße!

?( ?( ?(

Gruß
Daniel

@Daniel,

1) ich finde es klasse das Du dieses Konzert wunderschön findet

aber

2) mir erscheint es einfach zu "schmalzig". Vielleicht liegt es daran, daß ich dafürnicht mehr offen genug bin (in meinem Alter) ?

Diesen Satz

Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können
versteh ich nicht so recht! Was heisst "nicht sonderlich anderem"? Im vergleich zu was?
daniel5993 (04.10.2007, 21:35):
Guten Abend Rachmaninov!

versteh ich nicht so recht! Was heisst "nicht sonderlich anderem"? Im vergleich zu was?

Ich wusste das du das fragst!
Es fällt mir nicht immer leicht, das was ich meine, verständlich in Worte zu fassen!
Es bedeutet für mich, dass es (das Konzert) sich ebenfalls durch großen Einfallsreichtum, viele Melodien und Themen zusammengesetzt ist , genau dass was ich mag und was ich auch in anderen Violinkonzerten, z.B bei Beethoven Bruch, Mendelssohn, Dvorak und so weiter finde! Ein Werk muss für mich Harmonische Quellen besitzen, damit ich etwas habe, an was ich mich halten kann!
Ich mag all die Violinkonzerte und sehe keine großen Unterschiede in der Form untereinander, und dann höre ich nur, das mag ich nicht und ich auch nicht usw. Man mag Beethovens und Bruchs Violinkonzert, hat aber mit Elgar Probleme. Eine Erklärung, warum es nicht gemocht wird nicht genannt! Wie soll ich daraus schlau werden?

Warum du es nicht recht magst, weiß ich ja jetzt durch deine Begründung, die hat mir ein wenig gefehlt!
Kann man das was ich schreibe nachvollziehen???

Übrigens, so alt bist du nicht! Alt ist für mich was anderes!

Gruß
Daniel
Poztupimi (04.10.2007, 21:57):
Hallo Daniel,

Original von daniel5993
Hallo allezusammen :hello



Wann dieses Konzert geschrieben wurde konnte ich nicht rausfinden, ich weiß nur, dass es 1932 Uraufgeführt wurde!



Im Beiheft meiner Aufnahme steht dazu:

Dieses wundervolle Werk von Elgar ist, wenn man einmal von Bergs Violinkonzert absieht, so autobiografisch wie kein anderes Konzert der Musikgeschichte. »Ich habe meine ganze Seele in das Konzert, die zweite Symphonie und die Ode gelegt, und du weißt es«, schrieb er 1912 seiner geliebten Freundin Alice Stuart-Wortly. »In diesen drei Werken habe ich mich ganz offenbart.«

Und weiter:
Und Elgar ließ sich überreden. Im August 1910 war das Werk abgeschlossen; am 10. November fand mit Kreisler als Solist unter der Leitung von Elgar in London die Uraufführung statt, die mit stürmischem Beifall nach jedem der drei Sätze gefeiert wurde.
(Michael Steinberg, Übersetzung Reinhard Lüthje)
daniel5993 (04.10.2007, 22:01):
Original von Poztupimi
Hallo Daniel,

Original von daniel5993
Hallo allezusammen :hello



Wann dieses Konzert geschrieben wurde konnte ich nicht rausfinden, ich weiß nur, dass es 1932 Uraufgeführt wurde!



Im Beiheft meiner Aufnahme steht dazu:

Dieses wundervolle Werk von Elgar ist, wenn man einmal von Bergs Violinkonzert absieht, so autobiografisch wie kein anderes Konzert der Musikgeschichte. »Ich habe meine ganze Seele in das Konzert, die zweite Symphonie und die Ode gelegt, und du weißt es«, schrieb er 1912 seiner geliebten Freundin Alice Stuart-Wortly. »In diesen drei Werken habe ich mich ganz offenbart.«

Und weiter:
Und Elgar ließ sich überreden. Im August 1910 war das Werk abgeschlossen; am 10. November fand mit Kreisler als Solist unter der Leitung von Elgar in London die Uraufführung statt, die mit stürmischem Beifall nach jedem der drei Sätze gefeiert wurde.
(Michael Steinberg, Übersetzung Reinhard Lüthje)


Wo habe ich denn dann her, dass die Uraufführung 1932 war?
Vergesst meine genannte Uraufführung von 1932 schnell wieder!

Danke Wolfgang!

Gruß
Daniel
Poztupimi (04.10.2007, 22:21):
Original von daniel5993

Wo habe ich denn dann her, dass die Uraufführung 1932 war?
Vergesst meine genannte Uraufführung von 1932 schnell wieder!

Danke Wolfgang!

Gruß
Daniel

Na, doch sicher aus dem Beiheft der "Great-Recordings"-Aufnahme. Oder nur eine Fehldeutung, vielleicht war es Menuhins erstes Zusammentreffen im Rahmen einer Aufnahme oder eines Konzerts?

Grüße,
Wolfgang
Zelenka (05.10.2007, 13:58):
Original von daniel5993

@ Cosima, Rachmaninov, Zelenka

Mich wundert das in höchstem Maße, das euch das Konzert nicht zusagt!
Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können! Mich berührt das Konzert in besonderem Maße!

?( ?( ?(

Gruß
Daniel

Lieber Daniel:

Letztlich fehlen mir die Worte, um genau zu sagen, warum ich das Elgar-Violinkonzert nicht recht mag. Elgar rechne ich eh nicht unter meine Lieblingskomponisten. Wir beide müssen damit leben, daß wir unterschiedliche Geschmäcker haben. Das macht doch überhaupt nichts!

Gruß, Zelenka
daniel5993 (05.10.2007, 18:45):
Original von Zelenka
Wir beide müssen damit leben, daß wir unterschiedliche Geschmäcker haben. Das macht doch überhaupt nichts!


OK :wink



:hello
Zelenka (05.10.2007, 18:52):
Original von daniel5993
Original von Zelenka
Wir beide müssen damit leben, daß wir unterschiedliche Geschmäcker haben. Das macht doch überhaupt nichts!


OK :wink



:hello

:beer

Gruß, Zelenka
teleton (08.10.2007, 11:20):
Hallo Zelenka und Daniel,

ich habe Eure Beiträge am Samstag gelesen und mußte erst mal zu Hause nachsehen, ob ich das Elgar-Violionkonzert überhaupt habe.

Vor Jahren habe ich mir davon mal eine CD ausgeliehen und keinen gefallen an dem mit zu langatmigen Werk entdecken können.
Eine CD habe ich, wie ich jetzt festgestellt habe, nicht angeschafft - es war nur das Cellokonzert in einer schönen britischen Aufnahme (Collins) dabei.
Aber Du siehst schon, selbst wenn ich eine CD gehabt hätte würde ich dies nicht mal genau wissen, weil mir das Werk so unwichtig erscheint und das ist bei meiner CD-Sammlung über die ich einen genauen Überblick habe, selten.

:cool Es gibt auch nur einen Dirigenten. den ich bei Elgar schätze und der in der Lage ist die Langatmigkeiten einigermaßen auszutreiben - das ist Solti:
Sinfonien Nr.1 - 2, Ouvertüren mit Solti / LSO (Decca);
Enigma-Variationen, Pomp.and Circumsdances Nr.1-5 mit Solti / LSO (Decca).
:thanks Diese Werke schätze ich unter Solti, dank Solti, dann doch sehr.

:hello Tja, mir geht es da eher so wie Zelenka.
Jürgen (08.10.2007, 14:09):
Original von teleton
Enigma-Variationen, Pomp.and Circumsdances Nr.1-5 mit Solti / LSO (Decca).
:thanks Diese Werke schätze ich unter Solti, dank Solti, dann doch sehr.



Volltreffer: Genau diese CD habe ich auch, und ich würde sie mit auf die Insel nehmen.
http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/61W3FKF0KGL._AA240_.gif

Auf LP habe ich noch einiges mehr von Elgar/Solti, nicht schlecht, aber halt nicht diese Gassenhauer.


Grüße
Jürgen
ab (08.10.2007, 16:45):
Wie schon an anderer Stelle geschrieben, höre ich dieses Konzert gelegentlich recht gerne und zwar in der schmalzfreien Aufnahme von Nigel Kenndey mit Simon Rattle (EMI), also in Kennedys zweiter Aufnahme dieses Konzerts. Ich finde diese Aufnahme für beide, sowohl Solisten als auch Dirigenten überdurchschnittlich gut.

Ich hatte früher die erste Aufnahme Kennedys, noch mit braver Schmalzfrisur, mit Handley (oder war es Tennstedt?) ausgeliehen - das war meine erste konzentriertere Begegnung mit diesem Konzert - und trotz Gramophone Award-Record of the Year gefiel sie mir persönlich deutlich weniger. Die Kritik der zweiten Aufnahmen fiel zweispältig aus, wenn ich mich recht entsinnen, es fanden sich Fürsprecher sowohl für die ältere als auch die jüngere Aufnahme.

Auch Menuhins uralte Aufnahme - vermutlich die mit dem Komponisten - riß mich nicht vom Hocker. Frau Hahn lässt mich kalt. Perlman ist meine Sache nicht. Chung mit Solti ist so lange her, dass ich mich nicht mehr recht entsinnen kann, meine aber, sie eher positiv gefunden zu haben. Gab es nicht auch einmal ein klanglich ganz schecklich schlecht aufgenomene und öd begleitete mit Dmitry Sitkovetsky bei Virgin oder Orfeo?
Rachmaninov (16.10.2007, 09:52):
Original von ab
Perlman ist meine Sache nicht.

Geht mir auch so! Er potenziert den "Kitsch-Faktor" noch.
Nordolf (16.10.2007, 22:40):
Hallo Daniel!

Danke für den Hinweis auf dieses Konzert, das ich noch nicht kannte! :thanks

Zudem hat es mir gleich noch meine erste Aufnahme mit dem Geiger Itzhak Perlman bescherrt, über den ich bislang nur gelesen hatte. Sein süsser, jeden Ton auskostender Klang passt wunderbar zu diesem Konzert. Es wird bestimmt nicht meine letzte Aufnahme mit ihm sein.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2346711.jpg

Heute scheint das Konzert nicht mehr so bekannt zu sein, aber Spitzengeiger wie Fritz Kreisler, Jascha Heifetz, David Oistrakh, Yehudi Menuhin oder eben Itzhak Perlman haben das Werk aufgeführt.

Ich habe das Konzert schon nach dem ersten Hören geliebt und zwar wegen:

1. der großangelegten Dimension des Werkes - die Spielzeit auf meiner CD beträgt 47 Minuten.
2. der reichen ausschweifenden Melodik, die sofort in ihren Bann zieht
3. der elegischen sehnsuchtsvollen Stimmung
4. dem inneren Zusammenhalt des Werkes - es wirkt bei aller Länge wie aus einem Guß
5. einer gewissen eigentümlichen Schwere, die es auch von den Violinkonzerten Beethovens, Mendelssohns, Bruchs oder Dvoraks unterscheidet - diese erscheinen mir im Vergleich dazu eher "luftig".

Herzliche Grüße!
Jörg
daniel5993 (17.10.2007, 06:53):
Hallo Jörg,

Danke für deine Unterstützung! :wink
Irgentwie sehnt man sich doch irgentwie danach, mit jemandem die Freude an diesem Herrlichen Konzert zu teilen! Dieses Konzert steckt voller Schätze! Je mehr ich es höre, desto mehr kommt durch, desto wertvoller wird es!

3. der elegischen sehnsuchtsvollen Stimmung

Das trifft voll auf das Konzert zu! Teilweise auch sehr wehmütig!

5. einer gewissen eigentümlichen Schwere, die es auch von den Violinkonzerten Beethovens, Mendelssohns, Bruchs oder Dvoraks unterscheidet - diese erscheinen mir im Vergleich dazu eher "luftig".

Ja, es ist ein "schweres" Werk, aber es wird nicht langweilig! Es steckt voller Melodien, welche immer wieder durchkommen!


Gruß
Daniel
:beer
daniel5993 (04.10.2007, 13:12):
Hallo allezusammen :hello

Edward Elgar (1857 - 1934)

http://facstaff.uww.edu/allsenj/MSO/NOTES/0607/images/elgar.jpg

Geboren: * 2. Juni 1857 in Broadheath bei Worcester
Gestorben: † 23. Februar 1934 in Worcester
____________________________________________________
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Violinkonzert in B minor, op. 61

I: Allegro
II: Andante
III: Allegro molto


Es sind zur Zeit zwar schon ein haufen anderer Threads am laufen, aber da es wohl knapp wird in nächster Zeit mit schreiben, leg ich Heute einen drauf. Außerdem könnt ihr ruhig mal ins Schwitzen kommen! :wink
Soweit ich gesehen habe ist ein solcher Thread noch nicht vorhanden.

Wann dieses Konzert geschrieben wurde konnte ich nicht rausfinden, ich weiß nur, dass es 1932 Uraufgeführt wurde!

Von vorn herein gesagt,Ich liebe dieses Konzert! :J
Dieses "wehmütige" Thema im ersten Satz ist überwältigend! Da kann man nur stehen und staunen!
Teilweise kehrt dieses gefühlvolle Thema im Finalsatz wieder und so wunderbar umgangen! Ein Violinkonzert passend zum Herbst!
Es hat lange gebraucht, bis ich auf dieses Werk aufmerksam geworden bin!
Vor ca. einem Jahr habe ich zu diesem Konzert nur den Kopf geschüttelt!
Dann habe ich in dem Film "Yehudi Menuhin - the Violin of the Century", einmal Menuhin in begeisteter Freude über dieses Konzert reden hören.
Mit welch kindlicher Freude er sich über das Thema im ersten Satz ausgelassen hat, hat mich gepackt und der Funke ist dann auch direkt übergesprungen! Manchmal muss ein "größerer" Mensch, den "kleineren" an die Hand nehmen, den Weg zeigen! :wink
Ich habe diesen Ausschnitt bei YouTube gefunden, allerdings auf Englisch, aber das sollte wohl kein Problem sein.
Die Stelle ist liegt zwischen Minute 1:30 - Minute 5:39! Menuhin, Elgar Violinkonzert op. 61, Bericht, zwischen Minute 1:30 - 5:39

Menuhin war es auch der es 1932 noch unter der Leitung Edward Elgars Uraufführte, im Alter von 16 Jahren!
Noch heute gilt dieses Konzertals eines der schwerst bespielbaren.

Ich besitze 2 Aufnahmen des Violinkonzertes op. 61. Beide gespielt von Yehudi Menuhin.

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41EJFHCZ0YL._AA240_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41W1C15NCKL._AA240_.jpg

Die erste Aufnahme ist die Uraufführung von 1932 unter Sir Edward Elgar, mit einer echt super Tonqualität!
Die zweite Aufnahme ist aus dem Jahre 1965 unter Sir Adrian Boult!

Ich bin mit beiden Aufnahmen sehr zufrieden!

Bei der 1932-Aufnahme: Ein kleiner Hauch von Echtheit, von Nähe liegt in dieser Uraufführung! Und mit erstaunlich Gutem Ton, die Aufnahme wurde sehr gut bearbeitet!
Die zweite Aufnahme ebenfalls sehr gut, natürlich ein glanzvoller Ton! Die Interpretationen der beiden Aufnahmen sind sehr nah bei einander!

Was könnt Ihr über dieses Konzert berichten?

Gruß
Daniel
:engel
Rachmaninov (04.10.2007, 18:16):
@Daniel,

Elgar's Violinkonzert konnte mich, völlig unterschiedlich zu seinem Cellokonzert, nie derart begeistern.

Dennoch besitze ich 2 Aufnahmen.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/3094763.jpg http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2346711.jpg

Beide Aufnahmen müßte ich hören um mir nochmal eine Meinung bilden zu können :B
Rachmaninov (04.10.2007, 19:08):
Original von daniel5993
Ich besitze 2 Aufnahmen des Violinkonzertes op. 61. Beide gespielt von Yehudi Menuhin.

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41EJFHCZ0YL._AA240_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41W1C15NCKL._AA240_.jpg

Die erste Aufnahme ist die Uraufführung von 1932 unter Sir Edward Elgar, mit einer echt super Tonqualität!
Die zweite Aufnahme ist aus dem Jahre 1965 unter Sir Adrian Boult!

Ich bin mit beiden Aufnahmen sehr zufrieden!

@Daniel,

Menuhin hatte eine, teilweise selbst "verschuldet" doch recht wechselhafte Karriere mit deutlichen Schwankungen in seiner Listungsfähigkeit.
Immerhin liegen zwischen diesen Aufnahmen 33 Jahre! Merkt man davon nichts? Es gibt eigentlich kaum Geiger, die in 3 Jahrzehnten nicht eine deutliche Wandlung vollzogen hätten im Geigenton.
Cosima (04.10.2007, 19:16):
Original von Rachmaninov
Elgar's Violinkonzert konnte mich, völlig unterschiedlich zu seinem Cellokonzert, nie derart begeistern.


Geht mir ebenso. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich lediglich die Einspielung von Hilary Hahn kenne. (Richtig begeistert vom Cellokonzert bin ich aber auch nicht.)

Gruß, Cosima
Zelenka (04.10.2007, 19:55):
Auch mich begeistert Elgars Violinkonzert überhaupt nicht, zur Information besitze ich Menuhins Aufnahme unter dem Komponisten selbst (allerdings in einem Naxos-Transfer) und Zukerman unter Barenboim. Ich werde nicht weiter suchen ...

Gruß, Zelenka
daniel5993 (04.10.2007, 20:46):
Original von Rachmaninov
Original von daniel5993
Ich besitze 2 Aufnahmen des Violinkonzertes op. 61. Beide gespielt von Yehudi Menuhin.

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41EJFHCZ0YL._AA240_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41W1C15NCKL._AA240_.jpg

Die erste Aufnahme ist die Uraufführung von 1932 unter Sir Edward Elgar, mit einer echt super Tonqualität!
Die zweite Aufnahme ist aus dem Jahre 1965 unter Sir Adrian Boult!

Ich bin mit beiden Aufnahmen sehr zufrieden!

@Daniel,

Menuhin hatte eine, teilweise selbst "verschuldet" doch recht wechselhafte Karriere mit deutlichen Schwankungen in seiner Listungsfähigkeit.
Immerhin liegen zwischen diesen Aufnahmen 33 Jahre! Merkt man davon nichts? Es gibt eigentlich kaum Geiger, die in 3 Jahrzehnten nicht eine deutliche Wandlung vollzogen hätten im Geigenton.

Hallo admin!

Ich kann in nichts derartige Unterschiede hören!
Das Tempo ist fast gleich! Im ersten Satz unterscheiden sich die Aufnahmen um 12 Sekunden, im zweiten um 1 Minute und im dritten ebenfalls um eine Minute! Der größte Unterschied ist der Klang der beiden Aufnahme!
Kleiner Unterschied, in der 1965 - Aufnahme spielt Menuhin gefühlvoller, ja man kann sagen beseelter! Feinfühliger wird das Thema im ersten Satz gespielt, alles in einem, miteinander beschwingt verknüpft! Bei der 1932 Aufnahme kommt das ein wenig stockhaft rüber!
Sonst ist nichts zu finden! Beide Aufnahmen auf die selbe Art gespielt.


@ Cosima, Rachmaninov, Zelenka

Mich wundert das in höchstem Maße, das euch das Konzert nicht zusagt!
Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können! Mich berührt das Konzert in besonderem Maße!

?( ?( ?(

Gruß
Daniel
Rachmaninov (04.10.2007, 21:18):
Original von daniel5993
@ Cosima, Rachmaninov, Zelenka

Mich wundert das in höchstem Maße, das euch das Konzert nicht zusagt!

Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können! Mich berührt das Konzert in besonderem Maße!

?( ?( ?(

Gruß
Daniel

@Daniel,

1) ich finde es klasse das Du dieses Konzert wunderschön findet

aber

2) mir erscheint es einfach zu "schmalzig". Vielleicht liegt es daran, daß ich dafürnicht mehr offen genug bin (in meinem Alter) ?

Diesen Satz

Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können
versteh ich nicht so recht! Was heisst "nicht sonderlich anderem"? Im vergleich zu was?
daniel5993 (04.10.2007, 21:35):
Guten Abend Rachmaninov!

versteh ich nicht so recht! Was heisst "nicht sonderlich anderem"? Im vergleich zu was?

Ich wusste das du das fragst!
Es fällt mir nicht immer leicht, das was ich meine, verständlich in Worte zu fassen!
Es bedeutet für mich, dass es (das Konzert) sich ebenfalls durch großen Einfallsreichtum, viele Melodien und Themen zusammengesetzt ist , genau dass was ich mag und was ich auch in anderen Violinkonzerten, z.B bei Beethoven Bruch, Mendelssohn, Dvorak und so weiter finde! Ein Werk muss für mich Harmonische Quellen besitzen, damit ich etwas habe, an was ich mich halten kann!
Ich mag all die Violinkonzerte und sehe keine großen Unterschiede in der Form untereinander, und dann höre ich nur, das mag ich nicht und ich auch nicht usw. Man mag Beethovens und Bruchs Violinkonzert, hat aber mit Elgar Probleme. Eine Erklärung, warum es nicht gemocht wird nicht genannt! Wie soll ich daraus schlau werden?

Warum du es nicht recht magst, weiß ich ja jetzt durch deine Begründung, die hat mir ein wenig gefehlt!
Kann man das was ich schreibe nachvollziehen???

Übrigens, so alt bist du nicht! Alt ist für mich was anderes!

Gruß
Daniel
Poztupimi (04.10.2007, 21:57):
Hallo Daniel,

Original von daniel5993
Hallo allezusammen :hello



Wann dieses Konzert geschrieben wurde konnte ich nicht rausfinden, ich weiß nur, dass es 1932 Uraufgeführt wurde!



Im Beiheft meiner Aufnahme steht dazu:

Dieses wundervolle Werk von Elgar ist, wenn man einmal von Bergs Violinkonzert absieht, so autobiografisch wie kein anderes Konzert der Musikgeschichte. »Ich habe meine ganze Seele in das Konzert, die zweite Symphonie und die Ode gelegt, und du weißt es«, schrieb er 1912 seiner geliebten Freundin Alice Stuart-Wortly. »In diesen drei Werken habe ich mich ganz offenbart.«

Und weiter:
Und Elgar ließ sich überreden. Im August 1910 war das Werk abgeschlossen; am 10. November fand mit Kreisler als Solist unter der Leitung von Elgar in London die Uraufführung statt, die mit stürmischem Beifall nach jedem der drei Sätze gefeiert wurde.
(Michael Steinberg, Übersetzung Reinhard Lüthje)
daniel5993 (04.10.2007, 22:01):
Original von Poztupimi
Hallo Daniel,

Original von daniel5993
Hallo allezusammen :hello



Wann dieses Konzert geschrieben wurde konnte ich nicht rausfinden, ich weiß nur, dass es 1932 Uraufgeführt wurde!



Im Beiheft meiner Aufnahme steht dazu:

Dieses wundervolle Werk von Elgar ist, wenn man einmal von Bergs Violinkonzert absieht, so autobiografisch wie kein anderes Konzert der Musikgeschichte. »Ich habe meine ganze Seele in das Konzert, die zweite Symphonie und die Ode gelegt, und du weißt es«, schrieb er 1912 seiner geliebten Freundin Alice Stuart-Wortly. »In diesen drei Werken habe ich mich ganz offenbart.«

Und weiter:
Und Elgar ließ sich überreden. Im August 1910 war das Werk abgeschlossen; am 10. November fand mit Kreisler als Solist unter der Leitung von Elgar in London die Uraufführung statt, die mit stürmischem Beifall nach jedem der drei Sätze gefeiert wurde.
(Michael Steinberg, Übersetzung Reinhard Lüthje)


Wo habe ich denn dann her, dass die Uraufführung 1932 war?
Vergesst meine genannte Uraufführung von 1932 schnell wieder!

Danke Wolfgang!

Gruß
Daniel
Poztupimi (04.10.2007, 22:21):
Original von daniel5993

Wo habe ich denn dann her, dass die Uraufführung 1932 war?
Vergesst meine genannte Uraufführung von 1932 schnell wieder!

Danke Wolfgang!

Gruß
Daniel

Na, doch sicher aus dem Beiheft der "Great-Recordings"-Aufnahme. Oder nur eine Fehldeutung, vielleicht war es Menuhins erstes Zusammentreffen im Rahmen einer Aufnahme oder eines Konzerts?

Grüße,
Wolfgang
Zelenka (05.10.2007, 13:58):
Original von daniel5993

@ Cosima, Rachmaninov, Zelenka

Mich wundert das in höchstem Maße, das euch das Konzert nicht zusagt!
Wie Grundverschieden bei so einem nicht sonderlich anderem Violinkonzert, die Geschmäcker sein können! Mich berührt das Konzert in besonderem Maße!

?( ?( ?(

Gruß
Daniel

Lieber Daniel:

Letztlich fehlen mir die Worte, um genau zu sagen, warum ich das Elgar-Violinkonzert nicht recht mag. Elgar rechne ich eh nicht unter meine Lieblingskomponisten. Wir beide müssen damit leben, daß wir unterschiedliche Geschmäcker haben. Das macht doch überhaupt nichts!

Gruß, Zelenka
daniel5993 (05.10.2007, 18:45):
Original von Zelenka
Wir beide müssen damit leben, daß wir unterschiedliche Geschmäcker haben. Das macht doch überhaupt nichts!


OK :wink



:hello
Zelenka (05.10.2007, 18:52):
Original von daniel5993
Original von Zelenka
Wir beide müssen damit leben, daß wir unterschiedliche Geschmäcker haben. Das macht doch überhaupt nichts!


OK :wink



:hello

:beer

Gruß, Zelenka
teleton (08.10.2007, 11:20):
Hallo Zelenka und Daniel,

ich habe Eure Beiträge am Samstag gelesen und mußte erst mal zu Hause nachsehen, ob ich das Elgar-Violionkonzert überhaupt habe.

Vor Jahren habe ich mir davon mal eine CD ausgeliehen und keinen gefallen an dem mit zu langatmigen Werk entdecken können.
Eine CD habe ich, wie ich jetzt festgestellt habe, nicht angeschafft - es war nur das Cellokonzert in einer schönen britischen Aufnahme (Collins) dabei.
Aber Du siehst schon, selbst wenn ich eine CD gehabt hätte würde ich dies nicht mal genau wissen, weil mir das Werk so unwichtig erscheint und das ist bei meiner CD-Sammlung über die ich einen genauen Überblick habe, selten.

:cool Es gibt auch nur einen Dirigenten. den ich bei Elgar schätze und der in der Lage ist die Langatmigkeiten einigermaßen auszutreiben - das ist Solti:
Sinfonien Nr.1 - 2, Ouvertüren mit Solti / LSO (Decca);
Enigma-Variationen, Pomp.and Circumsdances Nr.1-5 mit Solti / LSO (Decca).
:thanks Diese Werke schätze ich unter Solti, dank Solti, dann doch sehr.

:hello Tja, mir geht es da eher so wie Zelenka.
Jürgen (08.10.2007, 14:09):
Original von teleton
Enigma-Variationen, Pomp.and Circumsdances Nr.1-5 mit Solti / LSO (Decca).
:thanks Diese Werke schätze ich unter Solti, dank Solti, dann doch sehr.



Volltreffer: Genau diese CD habe ich auch, und ich würde sie mit auf die Insel nehmen.
http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/61W3FKF0KGL._AA240_.gif

Auf LP habe ich noch einiges mehr von Elgar/Solti, nicht schlecht, aber halt nicht diese Gassenhauer.


Grüße
Jürgen
ab (08.10.2007, 16:45):
Wie schon an anderer Stelle geschrieben, höre ich dieses Konzert gelegentlich recht gerne und zwar in der schmalzfreien Aufnahme von Nigel Kenndey mit Simon Rattle (EMI), also in Kennedys zweiter Aufnahme dieses Konzerts. Ich finde diese Aufnahme für beide, sowohl Solisten als auch Dirigenten überdurchschnittlich gut.

Ich hatte früher die erste Aufnahme Kennedys, noch mit braver Schmalzfrisur, mit Handley (oder war es Tennstedt?) ausgeliehen - das war meine erste konzentriertere Begegnung mit diesem Konzert - und trotz Gramophone Award-Record of the Year gefiel sie mir persönlich deutlich weniger. Die Kritik der zweiten Aufnahmen fiel zweispältig aus, wenn ich mich recht entsinnen, es fanden sich Fürsprecher sowohl für die ältere als auch die jüngere Aufnahme.

Auch Menuhins uralte Aufnahme - vermutlich die mit dem Komponisten - riß mich nicht vom Hocker. Frau Hahn lässt mich kalt. Perlman ist meine Sache nicht. Chung mit Solti ist so lange her, dass ich mich nicht mehr recht entsinnen kann, meine aber, sie eher positiv gefunden zu haben. Gab es nicht auch einmal ein klanglich ganz schecklich schlecht aufgenomene und öd begleitete mit Dmitry Sitkovetsky bei Virgin oder Orfeo?
Rachmaninov (16.10.2007, 09:52):
Original von ab
Perlman ist meine Sache nicht.

Geht mir auch so! Er potenziert den "Kitsch-Faktor" noch.
Nordolf (16.10.2007, 22:40):
Hallo Daniel!

Danke für den Hinweis auf dieses Konzert, das ich noch nicht kannte! :thanks

Zudem hat es mir gleich noch meine erste Aufnahme mit dem Geiger Itzhak Perlman bescherrt, über den ich bislang nur gelesen hatte. Sein süsser, jeden Ton auskostender Klang passt wunderbar zu diesem Konzert. Es wird bestimmt nicht meine letzte Aufnahme mit ihm sein.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2346711.jpg

Heute scheint das Konzert nicht mehr so bekannt zu sein, aber Spitzengeiger wie Fritz Kreisler, Jascha Heifetz, David Oistrakh, Yehudi Menuhin oder eben Itzhak Perlman haben das Werk aufgeführt.

Ich habe das Konzert schon nach dem ersten Hören geliebt und zwar wegen:

1. der großangelegten Dimension des Werkes - die Spielzeit auf meiner CD beträgt 47 Minuten.
2. der reichen ausschweifenden Melodik, die sofort in ihren Bann zieht
3. der elegischen sehnsuchtsvollen Stimmung
4. dem inneren Zusammenhalt des Werkes - es wirkt bei aller Länge wie aus einem Guß
5. einer gewissen eigentümlichen Schwere, die es auch von den Violinkonzerten Beethovens, Mendelssohns, Bruchs oder Dvoraks unterscheidet - diese erscheinen mir im Vergleich dazu eher "luftig".

Herzliche Grüße!
Jörg
daniel5993 (17.10.2007, 06:53):
Hallo Jörg,

Danke für deine Unterstützung! :wink
Irgentwie sehnt man sich doch irgentwie danach, mit jemandem die Freude an diesem Herrlichen Konzert zu teilen! Dieses Konzert steckt voller Schätze! Je mehr ich es höre, desto mehr kommt durch, desto wertvoller wird es!

3. der elegischen sehnsuchtsvollen Stimmung

Das trifft voll auf das Konzert zu! Teilweise auch sehr wehmütig!

5. einer gewissen eigentümlichen Schwere, die es auch von den Violinkonzerten Beethovens, Mendelssohns, Bruchs oder Dvoraks unterscheidet - diese erscheinen mir im Vergleich dazu eher "luftig".

Ja, es ist ein "schweres" Werk, aber es wird nicht langweilig! Es steckt voller Melodien, welche immer wieder durchkommen!


Gruß
Daniel
:beer
Nicolas_Aine (08.10.2008, 16:08):
mir gefällt das Konzert auch sehr sehr gut, ich finde es auch überhaupt nicht kitschig.

Das erste Mal hab ich es live gehört, mit Hilary Hahn in Stuttgart, da hab ichs noch nicht so richtig verstanden, ich hab mir dann mal eine Aufnahme gekauft, die hier schon erwähnte mit Kennedy und Sir Simon Rattle, allerdings konnte ich auch damit nicht so wirklich was anfangen. Vor einem halben Jahr hab ich dann die Perlmanaufnahme für nur 7€ oder so gesehen und dachte mir, die könnt ich jetzt einfach mal mitnehmen. Und diese Aufnahme hat mich völlig begeistert, ich könnte nicht sagen warum, aber seitdem gehört auch dieses Konzert zu einem meiner absoluten Lieblingskonzerte :)

Irgendwann werde ich mir auch noch weitere Aufnahmen kaufen, Hahn z.B. interessiert mich sehr, auch bei Heifetz könnte ich mir vorstellen, dass es sehr gut geworden ist, wobei ich bei ihm fast Angst habe, dass er es etwas verhetzt, ähnlich wie bei Sibelius :(
Cetay (inaktiv) (12.05.2009, 13:04):
Gestern begann im Rundfunk gerade das Violinkonzert von Elgar, als ich eingeschaltet habe. Eine schöne Gelegenheit zum blindhören; bislang hat mich noch keine Aufnahme überzeugt. Der erste Satz hat mir sehr gut gefallen. Vom Solisten schön auf Zug und mit Attacke gespielt und im Orchesterpart ohne -wie bei Elgar zu befürchten- Pomp und Pomade. Im Mittelsatz ließ die Spannung dann aber rapide nach und das Finale zog sich schließlich zäh wie Kaugummi dahin, das erschien alles recht planlos und willkürlich. Vor allem die ellenlange Solokadenz wirkte so, als ob der Solist nicht recht weiß, was er damit anfangen soll. Spannend war nur die Frage wann es denn endlich vorbei ist.
Die Auflösung: Kennedy/Handly
daniel5993 (13.05.2009, 09:02):
Hallo Dox,

ich find dieses Konzert mit eines der schönsten im Violinbereich, aber ich merke auch, wie mir als Zuhörer im dritten Satz die Puste ausgeht. Dieser letzte Satz ist einfach zu viel in die Länge gezogen worden vom Herrn Elgar. 8 Minuten kürzer und :down, es hätt auch gereicht.
So sehr ich dieses Konzert liebe und schätze und so sehr ich auch Kennedy (nicht) mag, hier muss man Ihn wohl in Schutz nehmen. Im dritten Satz kann man wohl auch nicht mehr rausholen. Selbst mein so hochgeschätzter Menuhin schafft das in keiner seiner drei Aufnahmen!

Grüße
Daniel
ab (13.05.2009, 09:49):
Mir persönlich sagt Kennedys Aufnahme mit Rattel mehr zu...
teleton (13.05.2009, 11:36):
Ich finde das gesamte Konzert einfach zu langatmig.
Daher halte ich es selten bis zum Ende durch.
Spannend war nur die Frage wann es denn endlich vorbei ist.
Ja, aber der Hinweis von Dox auf die Handley-Aufnahme ist interessant - bei Handley kann ich mir vorstellen, das er noch etwas draus macht.
Cetay (inaktiv) (13.05.2009, 16:00):
Original von teleton
Ich finde das gesamte Konzert einfach zu langatmig.
Daher halte ich es selten bis zum Ende durch.
Spannend war nur die Frage wann es denn endlich vorbei ist.
Ja, aber der Hinweis von Dox auf die Handley-Aufnahme ist interessant - bei Handley kann ich mir vorstellen, das er noch etwas draus macht.

Handley hat das Konzert noch ein 2tes mal aufgenommen -mit dem mir bislang unbekannten Philippe Graffin als Solisten- und zwar in einer "original manuscript version", die allerdings nur kleine Unterschiede im Solopart aufweist und leider nicht kürzer ist. :cool


Original von Daniel
So sehr ich dieses Konzert liebe und schätze und so sehr ich auch Kennedy (nicht) mag, hier muss man Ihn wohl in Schutz nehmen. Im dritten Satz kann man wohl auch nicht mehr rausholen.
Ich hatte mal eine Aufnahme mit dem ganz exzellenten Dong-Suk Kang, der sogar beim unbegleiteten Solopart im Finale die Spannung halten konnte. Allerdings hat mir der martialische Orchesterpart auf dieser Aufnahme gar nicht gefallen. Mit Elgar selbst am Pult -in dem Stil wie er seine eigene 1. Sinfonie dirigiert- hätte das etwas werden können. Deshalb glaube ich, dass man da schon noch mehr rausholen könnte.

Noch ein Hinweis auf eine Aufnahme von 1929 mit Albert Sammons und Sir Henry Wood: Die ist nur 43 Minuten lang und das könnte dem Werk ganz gut bekommen.
daniel5993 (29.06.2009, 11:00):
Original von Dox Orkh
Original von Daniel
So sehr ich dieses Konzert liebe und schätze und so sehr ich auch Kennedy (nicht) mag, hier muss man Ihn wohl in Schutz nehmen. Im dritten Satz kann man wohl auch nicht mehr rausholen.
Ich hatte mal eine Aufnahme mit dem ganz exzellenten Dong-Suk Kang, der sogar beim unbegleiteten Solopart im Finale die Spannung halten konnte. Allerdings hat mir der martialische Orchesterpart auf dieser Aufnahme gar nicht gefallen. Mit Elgar selbst am Pult -in dem Stil wie er seine eigene 1. Sinfonie dirigiert- hätte das etwas werden können. Deshalb glaube ich, dass man da schon noch mehr rausholen könnte.

Noch ein Hinweis auf eine Aufnahme von 1929 mit Albert Sammons und Sir Henry Wood: Die ist nur 43 Minuten lang und das könnte dem Werk ganz gut bekommen.

Morgen Orkh,

ich muss einen Rückzieher machen! Das Finale dieses herrlichen Konzertes konnte ich durchhalten mit Freuden und ohne dass langeweile aufkam. Man spührt die Liveatmosphäre in der Royal Festival Hall vom 02.02.1965.
Menuhin spielt hier das Beste Finale unter seinen vielen Aufnahmen. Ich wahr erstaunt, wie sehr mich dieser letzte Satz auf einmal angesprochen hat. Man lernt immer dazu :engel.
Ich muss mich aber mal genauer mit diesem Finalsatz beschäftigen, bin nämlich der Meinung das Menuhin bei seiner Studio-EMI-Einspielung aus (Ende) 1965 eine andere, mir weniger ansprechende Kadenz spielt. So klein die Unterschiede auch sein mögen, die Live-Einspielung von der BBC wirkt viel ruhiger und inniger als die im selben Jahr aufgenommene EMI-Einspielung.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0684911417029.jpg

Grüße
Daniel
ab (05.03.2010, 11:37):
Neu ist bei RCA eine Aufname mit Nikolaj Znaider, Staatskapelle Dresden, Colin Davis erschienen, hier besser bewertet als dann eigentlich selber verbal rezensiert ( :D).

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41xOlT7s%2BcL._SL500_AA240_.jpg


Inzwischen kenne ich schon deutlich mehr Aufnahmen, nämlich 2 x Kennedy, Perlman, Hahn, 2 x Menuhin, und Sitkovetsky, 2 x Zukerman.

Diese hier mit Znaider gefällt mir am wenigsten: Davies wirkt auf mich irgendwie schwammig. laut und dick und seine Linienführung empfinde ich als unnatürlich. Znaider überzeugt mich nicht, weil er irgendwie alles in einer Wurst durchzieht ohen je wirklich zu einer Entspannung zu kommen. Solche Dauerspannung empfinde ich als rastlos, wenn oft nicht sogar als gehetzt. Sein Ton ist mir persönlich zu wenig vibratosensibel. Alles ist wirgendwie abwechlungsarm von ihm gespielt. Ich finde, er geht zu wenig auf die begleitenden Orchesterstimme ein, so dass das Dialogische mir fehlt. Vom Ausdruck her finde ich ihn immer etwas artifziell; da ist mir persönlich sogar die "Kühle" einer Hahn lieber (Davis ist dort sowieso um Welten besser, prägnanter und durchsichtiger!). Einzelne Übergänge geraten ihm aber sehr gut. Mich beschleicht das Gefühl, dass er versucht, vieles "anders" zu machen, und den Melodien durch Understatement etwas Romantisierendes auszutreiben: Ich meine, mit schlichter Musikalität wäre er diesbezüglich deutlich besser bedient gewesen. Irgendwie verbreitet diese Aufnahme in ihrer Schwammigkeit keine wirkliche Spannung, dass ich gebannt zuhören könnte.

Am liebsten höre ich übrigens nach wie vor immer noch Kennedy mit Rattle, obwohl ich an vielen Stellen eigentlich Perlman besser finde, der deutlich in meiner Gunst aufgeholt hat (ohne je seine langsamen Sätze zu mögen). Hahns Elgar halte ich übrigens für die gelungeste ihrer Aufnahmen, ihre gestalterischen Qualitäten sind schon erstaunlich. Das Dirigat von Boult bei Menhuin ist ganz besonders erlesen durchgestaltet und deutlich dramatischer als bei so vielen seiner Kollegen; das Violinpart halt mit den menuhinschen Mängeln. Sitkovestky Aufnhame leidet unter Klangqualität und Dirigat. Zuckerman ist wohl - mehr noch als Perlman - etwas für romantische Schwärmer.
:hello
Poztupimi (20.03.2010, 13:46):
Original von ab
Neu ist bei RCA eine Aufname mit Nikolaj Znaider, Staatskapelle Dresden, Colin Davis erschienen, hier besser bewertet als dann eigentlich selber verbal rezensiert ( :D).

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41xOlT7s%2BcL._SL500_AA240_.jpg


Inzwischen kenne ich schon deutlich mehr Aufnahmen, nämlich 2 x Kennedy, Perlman, Hahn, 2 x Menuhin, und Sitkovetsky, 2 x Zukerman.

Diese hier mit Znaider gefällt mir am wenigsten: Davies wirkt auf mich irgendwie schwammig. laut und dick und seine Linienführung empfinde ich als unnatürlich. Znaider überzeugt mich nicht, weil er irgendwie alles in einer Wurst durchzieht ohen je wirklich zu einer Entspannung zu kommen. Solche Dauerspannung empfinde ich als rastlos, wenn oft nicht sogar als gehetzt. Sein Ton ist mir persönlich zu wenig vibratosensibel. Alles ist wirgendwie abwechlungsarm von ihm gespielt. Ich finde, er geht zu wenig auf die begleitenden Orchesterstimme ein, so dass das Dialogische mir fehlt. Vom Ausdruck her finde ich ihn immer etwas artifziell; da ist mir persönlich sogar die "Kühle" einer Hahn lieber (Davis ist dort sowieso um Welten besser, prägnanter und durchsichtiger!). Einzelne Übergänge geraten ihm aber sehr gut. Mich beschleicht das Gefühl, dass er versucht, vieles "anders" zu machen, und den Melodien durch Understatement etwas Romantisierendes auszutreiben: Ich meine, mit schlichter Musikalität wäre er diesbezüglich deutlich besser bedient gewesen. Irgendwie verbreitet diese Aufnahme in ihrer Schwammigkeit keine wirkliche Spannung, dass ich gebannt zuhören könnte.

Am liebsten höre ich übrigens nach wie vor immer noch Kennedy mit Rattle, obwohl ich an vielen Stellen eigentlich Perlman besser finde, der deutlich in meiner Gunst aufgeholt hat (ohne je seine langsamen Sätze zu mögen). Hahns Elgar halte ich übrigens für die gelungeste ihrer Aufnahmen, ihre gestalterischen Qualitäten sind schon erstaunlich. Das Dirigat von Boult bei Menhuin ist ganz besonders erlesen durchgestaltet und deutlich dramatischer als bei so vielen seiner Kollegen; das Violinpart halt mit den menuhinschen Mängeln. Sitkovestky Aufnhame leidet unter Klangqualität und Dirigat. Zuckerman ist wohl - mehr noch als Perlman - etwas für romantische Schwärmer.
:hello

Diese Aufnahme kommt in dieser Kritik dafür dann garnicht so schlecht weg.

Ich habe letztens im Kulturkaufhaus mal kurz reingehört, da ich aber nur kurz Zeit für diese CD hatte und außerdem Elgars Violinkonzert nicht sonderlich gut kenne, keinen nachhaltigen Eindruck gewinnen können.
Vielleicht beim nächsten mal.

Grüße,
Wolfgang
ab (20.03.2010, 23:51):
Original von Poztupimi
Diese Aufnahme kommt in dieser Kritik dafür dann garnicht so schlecht weg.


Immer wieder erstaunlich solche krassen Divergenzen :D