Ein geistreicher, leicht pointierender, fast französisch angehauchter Ton - Hoven: Die Heimkehr

Peter Brixius (13.02.2011, 18:47):
Wer sich über das Leben Johann Vesque von Püttlingens informieren will, findet bei wikipedia hier erst einmal Ausreichendes. Der Hofrat und Freiherr schrieb seine Kompositionen unter dem Pseudonym Johann Hoven. Der bedeutendste österreichische Liedmeister zwischen Schubert und Brahms (MGG) unterstützte die Revolution von 1848 als Liberaler. Nur seine Unentbehrlichkeit als Staatsbeamter schützte ihn vor den Folgen nach dem Scheitern der Revolution.

Sein Freundeskreis umfasste Schumann und Berlioz, Liszt und Meyerbeer, Nicolai und Loewe, Clara Wieck und Mendelssohn. Heine kannte er nicht persönlich, ihn hat er exzessiv vertont. Der Höhepunkt seiner Heine-Rezeption ist die Vertonung des kompletten Zyklus "Die Heimkehr". Die Qualität seiner Vertonung zeigt sich in der Bandbreite seiner musikalischen Stilmittel, die vor allem die unterschiedliche Grade von der Ironie Heines widerspiegeln - und das macht den Unterschied zu den Heine-Vertonungen etwa Schubert und Schumanns aus, die an der Ironie Heines oft vorbei komponierten.

Was Vesques Vertonungen auszeichnet, ist die Nähe am Wort, die Textfreundlichkeit, die Verständlichkeit.

Der Zyklus ist im Momet bei amazon sehr preiswert erhältlich.

Liebe Grüße Peter
Amadé (13.02.2011, 20:35):
LIeber Peter,

Du hast mich Liederfreund neugierig gemacht.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51debjz06EL._SL500_AA300_.jpg

Ich habe gerade das jeweils letzte Exemplar von Vol.1 und 2 geordert, bin gespannt, wenn ich es hören werde. Amazon bietet auch noch Vol.3 an, das ist doch zusammen hoffentlich keine Mammutgeschichte, die zusammengehört werden sollte, da fehlt mir doch die nötige Zeit.

Gruß Amadé
Fairy Queen (14.02.2011, 16:33):
Ich bin auch eine grosser Liederfreund und halte mich für nicht ganz unbewandert in diesem Genre. Warum aber der" bedeutendste Liedmeister zwischen Schubert und Brahms" i nden konzertsäalen udn auf CDs so wenig präsent ist, dass er mir noch nie begegnet ist, ist entweder meiner Ignoranz oder ?( verschuldet

?( ?( ?(
F.Q.
Peter Brixius (14.02.2011, 16:56):
Original von Fairy Queen
Ich bin auch eine grosser Liederfreund und halte mich für nicht ganz unbewandert in diesem Genre. Warum aber der "bedeutendste Liedmeister zwischen Schubert und Brahms" i nden konzertsäalen udn auf CDs so wenig präsent ist, dass er mir noch nie begegnet ist, ist entweder meiner Ignoranz oder ?( verschuldet

?( ?( ?(
F.Q.

Liebe Liederfee,

könnte daran nicht auch das Attribut der bedeutendste österreichische Liedermeister Schuld haben? :wink

Über solche Superlative kann man sich immer streiten, dass er allerdings ein bedeutender Liederkomponist ist, steht außer Zweifel.

@Amadé: Bevor die dritte CD vom Markt ist, würde ich sie auch noch in meine Sammlung stellen. Das Werk ist schon zyklisch gedacht, aber sicher nicht in dem Sinne, dass man nun den ganzen Zyklus hintereinander hören müsste.

Liebe Grüße Peter
Fairy Queen (14.02.2011, 19:43):
Ähmmm... ich wusste bisher auch noch nicht, dass Brahms ein östereichischer Liedkomponist ist; hat das MGG den klammheimlich eingemeindet? Wie auch immer, dieser Herr Hoven ist offensichtlich eine arge Bildungslücke, die geschlossen werden muss.
Danke für den Thread. :thanks