... weil die Musik so anders ist und sie mir gute Laune verschafft.
LG artemis
Cetay (inaktiv) (21.04.2011, 08:17): Ich bin im Blues leider wenig bewandert, obwohl sich das bestimmt lohnen würde. Die wenigen Platten, die ich habe, gefallen mir alle sehr gut. Ich würde gerne viel tiefer in das Genre einsteigen und auf Entdeckungsreise gehen. Aber wann? Die alte Leier...
Auf den ersten 4 Songs gibt es "nur" sehr gutes Handwerk, aber dann dreht das Trio auf. Da gibt es Geistesblitze in Hülle und Fülle, jene magisch-inspirierten Momente, die aus einer sehr guten Platte ein überweltliches Erlebnis machen. Da wird ein Sog erzeugt, dem ich mich nicht entziehen kann. Auch rein stilistisch gefällt mir der Mix aus Südstaaten-Rock und Blues mit gelegentlichen Grenzannäherungen zum Jazz und Hard 'n' Heavy optimal. Über die Gitarrenqualität muss man bei einem Ableger der Allmann-Brothers gar nicht erst reden.
Mein Klassiker, der sich auch nach 100-fachem Hören nicht abnutzt; faszinierend, mitreissend, authentisch:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51yAbm8AQrL._SL500_AA300_.jpg Rory Gallagher; Irish Tour
Cetay (inaktiv) (08.05.2011, 10:59): Für mich absolut unverzichtbarste Jazzplatten im grob vereinfachenden historischen Dekaden-Abriss:
20er Oldtime
Louis Armstrong; Complete Hot Fives and Hot Seven Das alte Testament des Jazz: Aus einem Randgenre - ein Konglomerat aus Blues, Ragtime, Kirchen-, Marsch- und Zirkusmusik - wurde Kunst. Bix Beiderbecke; Irgend eine Zusammenstellung mit Schwerpunkt 1927, unbedingt die Stücke: In a Mist, For No Reason at All in C, At The Jazz Band Ball, Jazz Me Blues, Singing the Blues, I'm Coming Virginia Der kühle Gegenpart zu Armstrong, seiner Zeit um 20 Jahre voraus. Wie man mit Jazz die Herzen der Frauen erobert; (7CD Sampler zusammengestellt von Joseph von Westphalen. Das ist kein Witz: Blöder Titel, unschlagbarer Inhalt)
30er Swing
Duke Ellington; - Cotton Club Stomp (1927-31) Naxos Jazz Legends - Never No Lament (1940-42) - Money Jungle (1961, mit Charlie Mingus, Max Roach) Benny Goodman; Carnegie Hall Jazz Concert (1938) Billy Holiday & Lester Young; Lady Day & Prez (1937-46)
40er Bebop
Charlie Parker; The Charlie Parker Story (kein Sampler, sondern eine Aufnahmesession von 1945 mit dem jungen Miles Davis)
50er Cool / Hardbop
Modern Jazz Quartet; Django Art Blakey and the Jazz Messengers; with Thelonious Monk
60er Modal / Free
Miles Davis; Kind of Blue Albert Ayler; Spiritual Unity (pure Transzendenz; mein Allzeitfavorit) Cecil Taylor; Unit Structures John Coltrane; Meditations
70er Fusion / World
Weather Report; I Sing The Body Electric Keith Jarret; Belonging John Abercrombie; Timeless
80er Postmoderne
Don Pullen - George Adams Quartet; Earth Beam John Zorn; Naked City
Cetay (inaktiv) (08.05.2011, 11:01): Eine Essenz habe ich noch vergessen: Dave Brubeck; Time Out
Cetay (inaktiv) (08.05.2011, 13:49): Natürlich höre ich nicht nur altes Zeugs, ich glaube aber, dass die Kenntnis eines historischen Grundstocks das intellektuelle Vergnügen -so man solches denn sucht- am Zeitgenössischen potenziert.
Meine Top 6 aus diesem Jahrtausend:
Heiko Fischer Quartet; Lucid Das hat denn Groove und die Energie der modernen Rockmusik ohne dass es sich nach auch nur im entferntesten nach Crossover anhört. Vijay Iyer Quartet; Tragicomic Vijay lyer Trio; Historicity Telepathisches und unfassbar präzises Zusammenspiel. Theo Travis; Double Talk Travis hat mit Porcupine Tree und mit Gong gespielt und das hört man auch seinen Jazz-Stücken an. Vandermark 5; A Discontinuous Line Intensität bis zum Erbr*ch*n, diese Musik brennt regelrecht im Hirn. Rudresh Mahanthappa; Apti Meinem Entzücken habe ich hier Ausdruck verschafft.