Solitaire (02.02.2015, 15:06):
Während meiner Forumspause habe ich viele schöne Dinge getan, unter anderem auch DVDs geschaut, denn ich bin ein bekennender Flimmerkistenfan, es muß eben nur das richtige Programm sein.
Letzten Sommer habe ich mir eine DVD-Box gegönnt auf die ich mich schon lange gefreut habe:
Giuseppe Verdi - Eine italienische Legende
Ich habe die Serie gesehen als sie um 1983 im Deutschen Fernsehen lief. Später hat mir der liebe Streifenpeter die Möglichkeit gegeben, die von ihm damals aufgenommenen Folgen noch einmal zu sehen (noch mal ganz herzlichen Dank dafür!). Im Sommer habe ich sie mir dann endlich gekauft.
Jede der 8 Folgen beginnt mit der Rigoletto-Ouvertüre und endet mit „Bella figlia….“, dem Quartett aus dem 4. Akt (Pavarotti in Bestform).
Dazwischen wird das Leben des Komponisten in bunten Bildern und mit viel schöner Musik erzählt. Neues erfährt der Verdiverehrer nicht, und obgleich auch Problematisches, wie Verdis schwieriger, oft zur Sturheit neigender Charakter, seine Unversöhnlichkeit und die jahrelange Ehekrise nicht ausgeklammert werden, ist klar, dass hier das Portrait eines Nationalheiligen gezeichnet werden soll. Da ich Giuseppe Verdi einige der schönsten Stunden meines Lebens verdanke geht das aber völlig in Ordnung. :cool
Ronald Pickup (der in einer Fernsehserie über Richard Wagner auch schon mal Friedrich Nietzsche war) spielt Verdi, die damals 46jährige Ballerina Carla Fracci ist Giuseppina Strepponi.
Wir erleben die üblichen Stationen einer unterhaltsamen Verdibiographie: die Kindheit in Roncole, die ersten Erfolge, den Tod von Frau und Kindern, Nabucco, Giuseppina Strepponi, Weltruhm, politische Aktivitäten etc.
Besonders ausführlich wird natürlich die Entstehung der großen Opern und ihre Uraufführung geschildert. Wer dem Regietheater abhold ist, kann sich an Bühnenbildern und Kulissen freuen die so sind „wie sich das gehört“. Und kann vielleicht so ganz nebenbei auf den Gedanken kommen, dass Verdi, der nach „kühnen, neuen Stoffen“ gesucht hat, es u.U. gar nicht so toll fände, wenn seine Opern immer noch wie vor 150 Jahren inszeniert werden.
Musikalisch unterlegt sind die Szenen mit Aufnahmen von Maria Callas, Luciano Pavarotti, Tito Gobbi etc.
Als ich die Serie damals mit 16 zum erstenmal im Fernsehen gesehen habe hat sie mich schwer begeistert und ich stelle fest, dass ich sie immer noch mag und sie gerade recht kommt wenn man mal ein paar Abende hintereinander Zeit hat oder verkühlt auf dem Sofa liegt.
Klick
Kennt ihr Filmbiographien ide ihr empfehlen könnt oder von denen ihr dringend abtraten möchtet?
Mich interessiert Carl Froelichs Richard-Wagner-Film von 1913 mit Musik die extra dafür geschrieben wurde: sie mußte an Wagner erinnern, durfte aber nicht von Wagner sein, denn Frau Cosima vertrat die Ansicht "Keine Musik von meinem Meister für's Kintopp" :D
Es gibt den Film auf YT, zur Not sehe ich es mir also auf dem Rechner an, aber auf DVD wäre schöner.