Toni Bernet (28.03.2025, 15:57):
Friedrich Ludwig Benda ist der in Gotha geborene, älteste Sohn des böhmischen Komponisten Georg Benda (Jirí Antonin Benda) und gleichzeitig Neffe des ebenso bekannten Franz Benda (František Benda), der von der Dresdner Hofkapelle später in die Hofkapelle des preussischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich wechselte. Die typische spätabsolutistische Karriere «unseres» Benda-Komponisten, des eine Generation jüngeren Friedrich Ludwig Benda ist kurz aufgezählt: ab 1775 Violinist am Gothaer Hoftheater, ab 1780 Musikdirektor in Hamburg, ab 1782 Violinist und Hofkomponist in Ludwigslust (damaliger Sitz der (Gross)Herzöge von Mecklenburg-Schwerin) und nach der Trennung von seiner Frau, der Sängerin Felicitas Agnesia Ritz, Konzertmeister in Königsberg. Er schrieb unter anderem Kantaten, Oratorien, Opern, Singspiele, Operetten und 2 Violinkonzerte. In Königsberg starb er jung in fast mozartschem Alter.
Auch das vorliegende, wunderschöne, höchst originelle Konzert lässt an Mozart denken, denn es weist mozartähnliche Züge auf. Eine Verbindung zu Mozart besteht allerdings nur indirekt über Bendas Vater, Georg Anton, den Mozart wohl in Mannheim auf der Rückreise von Paris kennengelernt hatte und dessen Opern Medea und Ariadna auf Naxos Mozart sehr schätzte und deren melo-dramatischen Opernszenen ihn wohl zum Fragment gebliebenen Singspiel Zaide inspiriert hatten.
Es wäre ein Gewinn, wenn Ludwig Friedrich Benda’s Violinkonzert ins Konzert-Repertoire zurückgeholt würde, nur schon wegen des originellen, einmalig schönen zweiten Satzes. Leider ist der Name Benda trotz einer ganzen Reihe von damals bedeutenden Komponisten heute nicht mehr genügend festivaltauglich. Vermehrte CD-Aufnahmen könnten hier aber Abhilfe gegen das Vergessen leisten.
Mehr zu diesem Violinkonzert von F. L. Benda siehe:
https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/klassik/f-l-benda/