Cetay (inaktiv) (09.03.2008, 10:53): Hinter dem ARCANA Label stecken Charlotte & Michel Bernstein. Die Franzosen sehen sich als Antwort auf das heutzutage vorherrschende Denken, das die Musik dem Diktat des Marktes unterwirft. Der Domanianz von Moden und Trends und dem Verfall von Werten sezten sie das Streben nach wahrer "Kunst und Schönheit" entgegen. Es geht bei ARCANA um Musik und nur um Musik. Es werden diejenigen Künstler ausgewählt, deren Sensibilität, Fähigkeit und Einfluss "neue Formen der Schönheit" hervorbringen kann. Besonderer Wert wird auf die absolut unverfälschte Wiedergabe hinsichtlich Timbre, Dynamik und Räumlichkeit gelegt.
Das Repertoire ist wie bei diesem Anspruch zu erwarten sehr breit und reicht von den Rekonstruktionen glagolitischer und lateinischer Gesänge des 12 Jhd. bis hin zu Debussy und Schönberg. Ein Schwerpunkt ist die Einspielung sämtlicher Streichquartette Haydns durch das Quartour Festetics. Als große Namen sind u.a. Paul Badura-Skoda und die Kuijken Familie mit von der Partie. Gespielt wird auf Instrumenten der Epoche unter Berücksichtigung des aktuellen Wissenstandes über die Auf- und Ausführungspraxis. Nach dem Tod von Michel Bernstein im November 2006 ist es still um ARCANA geworden. Einige Einspielungen sind bereits vergriffen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Label weitergeführt oder übernommen wird, so dass solche Schätze bald wieder erhältlich sein werden:
Quelle: ARCANA Charlotte & Michel Bernstein Éditeurs 1993/2005
EinTon (09.03.2008, 12:17): Original von Dox Orkh Der Dominanz von Moden und Trends und dem Verfall von Werten setzen sie das Streben nach wahrer "Kunst und Schönheit" entgegen.
"Schönheit" ist natürlich ein sehr relativer Begriff...
Cetay (inaktiv) (09.03.2008, 14:01): Original von EinTon Original von Dox Orkh Der Dominanz von Moden und Trends und dem Verfall von Werten setzen sie das Streben nach wahrer "Kunst und Schönheit" entgegen.
"Schönheit" ist natürlich ein sehr relativer Begriff...
Zumal, wenn er aus dem Französischen übersetzt wurde, wo er vielleicht eine breitere Bedeutung hat, deswegen die " ". Bei dem Ansturm von neuen Mitgleidern kommt man kaum noch hinterher: Herzlich Willkommen! :)
Gerion (09.03.2008, 16:55): Nichts für ungut, aber ein Label, dass ohne marktwirtschaftliche Erwägungen überleben will, wird es äußerst schwer haben. Ehrlich gesagt, kann ich mir keinen tätigen Kaufmann vorstellen, der nicht auch - schon allein aus materiell-überlebensbezogenen Gründen - kaufmännisch denkt, d.h. die Durchführbarkeit eines Projekts auch an seinem marktbezogenen Erfolg misst. Deswegen sind mir solch vollmundige Erklärungen ein wenig suspekt... :(
Zelenka (09.03.2008, 18:54): In Frankreich wimmelt es fast von kleineren, aber umso feineren Labels, Arcana gehört sicher zu den feinsten, die Produktionen, die ich kenne, sind immer sorgfältig gemacht. Bernstein hatte einige Erfahrung als Label-Gründer, ihm sind z.B. auch Astrée und Valois zu verdanken, die heute zu Naive gehören.
Leider komme ich höchstens auf etwa 10 Arcana-CDs in meiner Sammlung:
Die CDs, auf denen österreichisches Personal spielt, sind sehr empfehlenswert, auch die zwei der Gruppe "La Reverdie".
Da sind noch eine Debussy-CD (Préludes mit Lasry) und ein Dreierpack Schubert-Sonaten auf historischen Instrumenten mit Badura-Skoda, die mir weniger gefallen.
Ich hoffe, daß es bei Arcana weitergeht, nichtlieferbare CDs sind auch bei anderen kleinen französischen Labels an der Tagesordnung, die durchaus aktiv sind. Bei mdt.co.uk sind am heutigen Tage 50 Arcana-Titel als lieferbar angezeigt.
Gruß, Zelenka
ab (09.03.2008, 21:35): Ich kenne leider nur Aufnahmen des Quatuor Festetics, die mir stets recht gut gefallen haben. Stets interessiert hätte mich das Debussy-Quartett mit den Kuijkens. Die bekam ich nie in Händen. Preislich leider zu hoch.
die Ars antiqua Austria kenne ich nur aus dem Radio von Konzertmitschnitten, die mich zuletzt sehr beeindruckt haben, u.a. weil sie doch anders klingen (so wie näher auch die Müncher) als die Ensembles aus Köln...
Zelenka (10.03.2008, 19:48): Original von ab die Ars antiqua Austria kenne ich nur aus dem Radio von Konzertmitschnitten, die mich zuletzt sehr beeindruckt haben, u.a. weil sie doch anders klingen (so wie näher auch die Müncher) als die Ensembles aus Köln...
Das beste Kölner Ensemble ist ja leider nicht mehr aktiv ... Ansonsten soll die Konkurrenz ruhig das Geschäft beleben, ich bin hier ganz österreichfreundlich eingestellt. Und z.T. hat auch noch "mein" Kölner WDR die Aufnahmen mit österreichischem Personal co-finanziert ... Der ORF scheint sich da bedeckt zu halten.
Gruß, Zelenka
ab (10.03.2008, 22:01): Original von Zelenka Der ORF scheint sich da bedeckt zu halten.
Sie bringen selbst beim ORF-eigenen Label ein paar Sachen heraus, wie hier zu recherchieren. Allerdings handelt es sich tatsächlich meist um Österreischische Musiker oder - in der Alten Musik - um Ensembles aus Italien. Co-Produktionen sind äußerst selten, außer bei Veröffentlichungen von Konzertmitschnitten, wie bei Oehms oder CPO zu sehen.