Gershwin, George

Falstaff (26.02.2017, 00:26):
(* 26. September 1898 in Brooklyn, New York City; † 11. Juli 1937 in Hollywood)


George Gershwin stammte aus einer Familie von russisch-jüdischen Einwanderern. Auch sein Bruder Ira wurde als Textdichter zu einem bedeutenden Teil des amerikanischen Musiklebens.

Das 1910 für Ira gekaufte Klavier wurde allerdings auch für George von ungeheurer Bedeutung. Schon mit 14 Jahren erhielt er seinen ersten professionellen Unterricht durch Charles Hambitzer, der ihm die klassische, europäische Musik nahebrachte. Ab 1914 arbeitete er in einem New Yorker Musikverlag, wodurch er zur Komposition eigener Werke veranlasst wurde.

Zunächst (1916 'Swanee' als erster Hit) wandte er sich dem Musical und populärer Musik zu, aber schon spätestens ab 1924 mit der 'Rhapsody in Blue' reüssierte er auch im klassischen Bereich.

Gershwin ist für mich einer der Komponisten, die es schafften, zeitgleich im 'U-' wie auch 'E-Bereich' erfolgreich (und das auf höchstem Niveau) zu sein. Davon zeugen einerseits eine unzählige Reihe von Broadway-Hits und Musicals wie auch Kompositionen aus dem Bereich der Klassik wie die 'Rhapsody', 'An American in Paris', 'Cuban Overture' und v.a. 'Porgy and Bess'.

Der Song, die Arie, 'Summertime' daraus ist vielleicht, neben 'Yesterday' und 'La Paloma' eine der am meisten gecoverten Stücke des letzten Jahrhunderts. Leontyne Price, Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Miles Davis, Judy Garland, Janis Joplin stellen nur einen Bruchteil der Künstler dar, die diesen Song interpretiert haben.

Bei Gershwin stellt sich immer die Frage, wie man ihn interpretieren sollte. Legt man mehr Schwergewicht auf den Komponisten klassischer Musik oder auf den aus dem Bereich der Pop-Musik? Soll es eher Jazz sein oder Easy Listening?

Persönlich liebe ich die Versionen, die alles vereinigen. Wie z.B. diese hier mit Wayne Marshall als Pianist:
Falstaff (26.02.2017, 00:27):
Oder hier mit Andre Previn in Personalunion als Pianist und Dirigent.
Falstaff (26.02.2017, 00:28):
Legendär ist natürlich die Zusammenarbeit von Earl Wild, Benny Goodman und Arturo Toscanini.
Falstaff (26.02.2017, 00:34):
Bei 'Porgy and Bess' greife ich immer zunächst zu dieser Aufnahme:



Cynthia Haymon, Willard White unter Sir Simon Rattle. Nicht, weil ich sie am besten finde, aber weil ich sie in London noch gesehen habe. Leider nicht mit Rattle.

Ansonsten liebe ich hier (nur instrumental):

oder (Joe Henderson)
Falstaff (26.02.2017, 00:35):
Diese, wie auch ihre frühe Berliner Aufnahme kenne ich leider nicht.
palestrina (26.02.2017, 06:27):
Diese, wie auch ihre frühe Berliner Aufnahme kenne ich leider nicht.


Das war mein erstes kennenlernen von Porgy and Bess...

dann kam diese...


Titania Palast BerlinAufzeichnung vom 21. September 1952
Porgy – William Warfield, Bassbariton
Bess – Leontyne Price, Sopran
Sporting Life – Cab Calloway, Tenor
Crown – John McCurry, Bariton
Jake – Joseph James, Bariton
Clara – Helen Colbert, Sopran
Robbins – Howard Roberts, Tenor
Serena – Helen Thigpen, Sopran
Mitglieder des Eva-Jessye-Chores
RIAS-Unterhaltungsorchester
Leitung: Alexander Smallens

Neben Price und Warfield ist ganz besonders Cab Calloway als Sporting Live zu erwähnen!

Die Berliner Aufnahme vom 21.Sep.1952 kommt aus dem Archiv von Deutschlandradio Kultur (früher Rias Berlin)
Dieser Mitschnitt wurde erst 2007 in den Archiven entdeckt, und wie sich herausstellte, aus unbekannten Gründen auch damals nicht gesendet.
Ich habe die Aufnahme von AUDITE Ende 2008 erworben, nachdem sich die Presse damals schier überschlug, denn die Bänder sind toll restauriert.
Wie die anderen beiden Ausgaben sind entzieht sich meiner Kenntnis.

Lieber Falstaff solltest du dir unbedingt gönnen!

LG palestrina
Cavaradossi (26.02.2017, 13:07):
Hallo Falstaff,

für mich immer noch eine der schönsten Gershwin-CDs:


Rhapsody in Blue, Ein Amerikaner in Paris, Variationen über "I got Rhythm", Klavierkonzert F-Dur.
Aufnahmen: 1959 & 1961, sowohl klanglich als auch interpretatorisch super.

Schönen Sonntag :hello Cavaradossi
Falstaff (26.02.2017, 23:27):
für mich immer noch eine der schönsten Gershwin-CDs:
Lieber Cavardossi, da stimme ich dir zu. Ich habe sie in dieser Earl-Wild-Box:



Übrigens sehr zu empfehlen.

LG Falstaff
Falstaff (26.02.2017, 23:28):
Lieber Falstaff solltest du dir unbedingt gönnen!
Lieber Palestrina, damit gehe ich schon länger schwanger. :) Und nun ist sie dran. :D

LG Falstaff
Falstaff (28.04.2017, 23:14):
Liebe Moderation, irgendwie ist dieser Thread im Gesamtverzeichnis 'Instrumentalmusik' nicht sichtbar. Da habe ich wohl was falsch gemacht. Vielleicht könnt ihr das richten.

Besten Dank.
:hello Falstaff
Nicolas_Aine (28.04.2017, 23:30):
hm, eingentlich gehört der Thread auch ins Komponistenforum, da habe ich ihn jetzt mal hinverschoben. Im Instrumentalmusikbereich soll es ja um einzelne Werke gehen. Ich hoffe, das ist so in Ordnung :)
Falstaff (28.04.2017, 23:50):
Das ist sehr in Ordnung, lieber Nicolas_Aine, besten Dank dafür.

LG Falstaff
SchubertsBrille (20.07.2017, 14:11):
Ich muss zugeben, dass ich kein großer Fan von Gershwin bin. Aber ich verstehe natürlich die Faszination und seine Bedeutung-

Sie hat mich nur nie so berührt, seine Rhapsody in blue...
Falstaff (21.07.2017, 23:44):
Liebe SchubertsBrille, natürlich kann ich verstehen, wenn jemand nicht so richtig etwas mit Gershwin anfangen kann.

Bei mir ist es dagegen komplett anders. Mich fasziniert und begeistert seine Fähigkeit, unterschiedlichste Musikstile aufzugreifen und eine neue, eigenständige Musik daraus entstehen zu lassen. Gershwin ist für mich einer der vitalsten, faszinierendsten Komponisten überhaupt. Aufgegangen ist mir das gerade mit der Rhapsody (vor gefühlten hundert Jahren ;) ), als ich 'Manhattan Transfer' von John Dos Passos las und dachte/empfand, dass dies genau die Musik sei, das Lebensgefühl des beginnenden Großstadtlebens zu beschreiben. Und genau das ist es wohl immer noch, was mich an Gershwin am meisten fasziniert. Die Zusammenballung unterschiedlichster (musikalischer) Entwürfe geradezu als Synonym städtischen Lebens auch heute noch.

Aber dazu ist es wohl, denke ich, notwendig Gershwin nicht nur als Komponisten 'klassischer' Werke zu hören/zu lieben, sondern auch im Jazz-, oder Easy-Listening Bereich.

:hello Falstaff
Falstaff (22.07.2017, 00:01):
Wo die Liebe hinfällt. Ich könnte geradezu 'baden' in dieser Musik. :D Wobei Bernstein hier für mich nur eine unter vielen Alternativen ist. (Allerdings 'ne ziemlich gute.)



:hello Falstaff