Gesamtaufnahmen aller 32 Klaviersonaten von Beethoven

Amadé (14.10.2006, 12:25):
Liebe Freunde der Klaviermusik,
vielleicht ist es von Interesse einmal aufzulisten, welche Gesamteinspielungen der 32 Sonaten im Laufe der Jahrzehnte veröffentlicht wurden.
Die Frage nach der ultimativen Produktion, die man im Plattenschrank stehen haben sollte, steht hier nicht zur Debatte.

Artur Schnabel EMI 1932-35

Wilhelm Kempff DGG 1951-56 mono
Wilhelm Kempff DGG 1964-65 stereo

Wilhelm Backhaus Decca 1951 ff mono
1958-63 stereo alle Sonaten ohne op.106
die Sonaten sind nach und nach aufgenommen worden, von einem echten Zyklus kann man folgerichtig nicht sprechen. In der Original Masters Box sind alle stereo-Aufnahmen sowie die 52er Produktion der Hammerklaviersonate zusammengefasst

Yves Nat EMI 1953-55

Claudio Arrau Philips 1962-66
bereits ab 1947 machte EMI Beethoven-Aufnahmen mit Arrau. In meiner Sammlung stehen Nr.14, 18, 21, 22-24, 26, 28, 31 und 32. Ob damals schon der gesamte Zyklus eingespielt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ab 1988 ging Arrau nochmals ins Philipsstudio und begann mit Digital-Aufnahmen, Veröffentlicht wurden: Nr.1-3, 5, 8, 12, 15, 16, 19-25 und 32.

Tatjana Nikolajewa Olympus/DS 1983 live

Robert Riefling Valois 60er nur auf Einzel-LPs

Annie Fischer Hungaroton 1977-78

Dieter Zechlin Eterna 1961-69

Paul Badura-Skoda Intercord/Gramola 1969-70

Anton Kuerti CBS/Analekta 1974-75

Claude Franck RCA/M&A 1967-69

Alfred Brendel VOX ~1962
Alfred Brendel Philips 1970-77
Alfred Brendel Philips 1992-95

Eric Heidsieck EMI 1967-73

Friedrich Gulda Decca 1954-58
Freidrich Gulda Amadeo 1967

Vladimir Ashkenazy Decca 1971-80

Daniel Barenboim EMI 1966-69
Daniel Barenboim DGG 1981-84

Jean Bernard Pommier Erato 1991-97

Stephen Kovacevich EMI 1991-2002

Rudolf Buchbinder Teldec 1979-81

John Lill ASV/Brilliant 1975-80

Bernard Roberts Nimbus 1981-87

Richard Goode Elektra/Nonesuch 1986-92

Dino Ciani Dynamic 1970 live

Andrea Lucchesini stradivarius 1999-2001 live

John O'Conor Telarc 1985-93

Abdel Rahman El Bacha Forlane 1984-93

Jenö Jando Naxos 1987-89

Alfredo Perl Arte Nova 1991-95

Anna Oeland TIM 1995-2002

Yukio Yokoyama Sony 1998-99


Bei Decca gab es eine CD-Box mit allen 32 Sonaten gespielt auf historischen Hammerflügeln mit verschiedenen Interpreten.


Begonnene, aber nicht abgeschlossene Einspielungen:

Walter Gieseking EMI es fehlen Nr. 16, 22, 24-29 und 32

Emil Gilels DGG es fehlen Nr. 1, 9, 22, 24 und 32

Bruno Leonardo Gelber Denon es fehlen Nr. 2, 4, 9-12, 16, 19, 22, 24, 29 und 3

Robert Benz Thorofon 1987ff 13 Sonaten veröffentlicht, vielleicht folgen weitere


Irrtümer nicht ausgeschlossen

Amadé
Rachmaninov (14.10.2006, 12:55):
Erlaube mir noch zwei zu ergänzen die derzeit in Produktion befindlich sind

Andreas Schiff - ECM
bisher aufgenommen: Sonaten 1,2,3,4,5,6,7,8,10,11,19,20

Ronald Brautigam - BIS
bisher aufgenommen: Sonaten 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,19,20
Ganong (14.10.2006, 13:41):
Lieber amadé ,

vielen Dank für diese Fleissarbeit .

Sie führt uns leider , Du betonst dies ja ausdrücklich , nicht aus der wahrscheinlich nicht lösbaren Frage : Welche Sonate ( alsso ganz bewusst singular ! ) käme als dem jeweiligen persönlichen geschmack durch einen bestimmten Künstler gespielt unseren Hörerwartungen am nächsten oder würde sie sogar erreichen ?

In deine Homepage führst Du einige beispiele an , die sicherlich interessante Hinweise geben , aber in der Geamtbeurteilung mir persönlich zu kurz als Begründung sind .

Viele Grüsse in das schöne Bad Berleburg !

Frank
ab (14.10.2006, 13:57):
Original von Rachmaninov
Erlaube mir noch zwei zu ergänzen die derzeit in Produktion befindlich sind

Hier noch eine:
Mitsuko Uchida bislang aber nur Klaviersonaten Op. 109-111

Wenn ich mir eine wünschen dürfte, dann Till Fellner!
Rachmaninov (14.10.2006, 18:00):
Wenn ich mich nicht irre arbeitet Paul Lewis (Brendel Schüler) doch auch an einer Gesamtaufnahmen für die Harmonia Mundi!
Amadé (15.10.2006, 12:06):
Lieber Rachmaninov, Frank und ab,
die von Euch erwähnten neuen Beethoven-CDs von Paul Lewis und Uchida kenne ich schon. Ob sich daraus eine Gesamtaufnahme entwickelt, bleibt erst einmal abzuwarten., muss auch nicht sein.

Schiff und Brautigam arbeiten an einem Zyklus, Schiff ist schon im Kasten - live - und wird nach und nach veröffentlicht, soeben erschien Vol.3.. Schiff hat mich mit den ersten beiden Volumina überrascht und begeistert, sehr eigenständige Interpretationen, persönliche Handschrift! Da sollte man am Ball bleiben.
Brautigam spielt auf einem Hammerflügel, wie bereits bei seinen Mozart-Aufnahmen. Ich besitze Vol.1mit Sonaten Nr.8-11 und Vol.3 Nr.4-7, von Vol.2 habe ich noch nichts gehört, es muss ja nicht immer der Reihe nach gehen.
Der Vollständigkeit halber sei noch auf andere neue Beethoven CDs hingewiesen:
Lugansky, Fazil Say (Nr.17, 21 und 23) und Francois-Frederic Guy (Nr.29 und 30).

Till Fellner habe ich vor 2 Jahren live gehört. Er spielte unter anderem die Sonate op.81a. Technisch war alles einwandfrei, ich hatte jedoch den Eindruck, dass er sich noch was Zeit lassen sollte, er (und viele andere auch) braucht noch Reife. Ich denke es wird viel zu viel aufgenommen. Da lobe ich mir doch Krystian Zimerman, der nicht am laufenden Meter produziert. Vieles was er spielt, gibt's noch nicht auf CD. Ich war begeistert von Schumann op.11!
Also Till, immer wieder im Konzertsaal ausprobieren, mit CDs noch warten.

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch
Bernd
Jeremias (15.10.2006, 13:13):
Auch noch zu erwähnen ist die begonnen Gesamteinspielung von Gerhard Oppitz bei Hänssler!
AcomA (15.10.2006, 19:31):
hallo,

ja, Jeremias hat es richtig erwähnt. gerhard oppitz hat seine gesamteinspielung beendet und die volumes kommen nun allmählich heraus. oppitz profitiert hier von jahrzehntelangen aufführungen dieser werke, auch zyklischen. das erste volume habe ich und es ist top of the top.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/2629687.jpg

gruß, siamak :)
Amadé (16.10.2006, 17:39):
Hallo Jeremias und Siamak,

danke für den Tipp bzgl. Gerhard Oppitz. Ich freue mich, dass er sich Zeit gelassen hat. Wenn ich mich nicht irre, sind vor ein paar Jahren schon 2 Einzel-CDs mit ihm bei RCA und DGG (nr.8, 14, 23, musste ja sein!) herausgekommen.

Gestern stellte ich fest, dass bei meiner Übersicht s.o. sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat, den ich hiermit berichtigen möchte:

es muss heißen: Wilhelm Backhaus 1958 bis 1969. In diesem Jahr wurden die Sonaten Nr.3, 13, 16, 22, 24 und 27 (nochmals) aufgezeichnet.

Gruß Bernd
Jeremias (17.10.2006, 07:06):
Ich kenne die neue Einspielung von Oppitz bisher nur aus Siamak's Berichten, aber die alte Aufnahme der DGG habe ich in meiner Sammlung. Es handelt sich um eine zupackende Aufnahme, zu der ich gerne greife! Ich denke, dass die Gesamteinspielung ähnlich fulminant sein dürfte!

So, ich muss mich auf den Weg nach Aachen machen....
ab (17.10.2006, 12:40):
Zu Oppitz siehe auch hier.
ab (20.10.2006, 10:40):
Original von Amadé

Andrea Lucchesini stradivarius 1999-2001 live


Las in einem anderen Forum, dies sei eine besonders empfehlenswerte Gesamteinspielung bei Stradivarius. Luccesini ist übrigens Juror beim Bonner Beethovenwettbewerb.

http://cover6.cduniverse.com/MuzeAudioArt/510/519315.jpg
Wer kennt Sie, wer kann etwas darüber berichten?
Danke!
nubar (21.10.2006, 17:16):
Hier eine Rezension zu Uchidas erster CD.

Grüße, nubar
Gamaheh (21.10.2006, 22:27):
Wurde Pollini noch gar nicht erwähnt? Der hat doch auch schon über die Jahre eine recht große Anzahl der Sonaten eingespielt - ob es als Gesamteinspielung gedacht ist, weiß ich nicht; er überstürzt es eben nicht.

Vor nicht allzu langer Zeit las ich, daß derzeit drei der Jüngeren mit einer als Gesamteinspielung konzipierten Aufnahme begonnen haben: der bereits erwähnte Paul Lewis, Nicolas Angelich und (ich glaube) Fazil Say. Gehört habe ich bis jezt nocht nichts davon.

Ich weiß nicht mehr, wer es war (aber ich glaube, es könnte Mauricio Kagel gewesen sein), der kürzlich der Meinung Ausdruck gab, man sollte vielleicht Beethoven mal zwei, drei Jahre gar nicht spielen oder hören, um dann mit unvoreingenommener Frische neu an ihn heranzugehen.

Alles Gute,
Gamaheh
nikolaus (22.10.2006, 11:16):
Original von Gamaheh

Vor nicht allzu langer Zeit las ich, daß derzeit drei der Jüngeren mit einer als Gesamteinspielung konzipierten Aufnahme begonnen haben: der bereits erwähnte Paul Lewis, Nicolas Angelich und (ich glaube) Fazil Say. Gehört habe ich bis jezt nocht nichts davon.


Alles Gute,
Gamaheh

Von Nichola Angelich existiert bisher eine Aufnahme mit den Sonaten No. 12 op. 26, No. 21 op. 53 (Waldstein) und 32 op. 111.
Ich schätze ihn als ernsthaften, unprätentiösen Interpreten, der sich durchaus in die Tiefe der Musik begibt. Live habe ich ihn mit der Waldstein-Sonate erlebt, da hat er mir ungeheuer imponiert!

Gruß Nikolaus.
ab (27.10.2006, 13:15):
Gerade ganz neu erschienen:
Klaviersonaten Vol. 1
Klaviersonaten Nr. 4 (Es-Dur op. 7);Nr. 7 (D-Dur op. 10 Nr. 3);
Nr. 23 (f-moll op. 57 "Appassionata")
Angela Hewitt, Klavier
Sound:stereo & multichannel (Hybrid)
hyperion

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5725715.jpg
Ganong (28.10.2006, 15:16):
Lieber ab ,

auffallend ist zunächst das zeitgeschmäcklerische der Umhüllung der CD .

Ausserdem hat sich Miss Hewitt offensichtlich von einer Erweiterung ihrer zum Teil guten Bachinterpretationen gelöst .

Die Frage ist natürlich ganz zuerst : was hat die Pianistin uns ggf. an Neuem , an wesentlichen Werkeinsichten zu bieten , zu´ sagen ?

Im vergleich etwa gerade zu den bekannten gropssen beethoveninterpretationen .

Kannnst Du uns diesbezüglich etwas schreiben ?

An dieser Stelle möchte ich auf einen von Dir völlig zu Recht angesprochenen Punkt eingehen . Ist ein blosses Sammeln von CDs überhaupt sinnvoll ? Un dDu hast ja immer wieder fairerweise auf die Preisgestaltung der Konzerne hingewiesen .

Ich persönlich meine , dass man die grossenteils völlig überzogenen Preisforderungen für meist mittelmässigen Aufnahmen einfach nicht mitmachen sollte .

Bei Frau Hewitt kann ich mir ausserhalb ihrr diffrenzierten Bachsicht kaum vorstellen , dass sie mein Beethoven - Sonatenbild bereichern kann .

Was denkst Du dazu ?

Viele Grüsse ,

Frank
ab (28.10.2006, 20:55):
Lieber Frank,

ich habe diese Aufnahme nicht gerhört. Ich teile aber alle Deine Anmerkungen und auch Deine Erwartung in Bezug auf ihren Beethoven.

Von Hewitt hörte ich nämlich im Radio viel von ihrem hoch gepriesenen Charbrier, der mich aber ob der Sterilität eher enttäuschte.

Ganz allgemein denke ich, wer großartig Bach spielen kann, der kann auch bei allen anderen Komponisten stets für eine Überraschung gut sein: Sähe ich sie im Geschäft stehen - was mir hier in der Provinz nicht passieren wird -, so würde ich nicht daran vorbei gehen, sondern in sie hinein hören.
Amadé (29.10.2006, 11:37):
Liebe Forianer,

in den letzten Beiträgen wurden über einzelne Beethoven-CDs, die sich vielleicht einmal zu einer Gesamtaufnahme entwickeln. Jetzt habe ich gelesen, dass Melodya tatsächlich eine neue Aufnahme aller 32 Sonaten anbietet und zwar mit der Pianistin Maria Grinberg. Der Name ist mir völlig unbekannt.

Vielleicht habt Ihr in den letzten Tagen auch gelesen: Beethoven Sonaten Nr.1-29 mit Emil Gilels. Da wird der Musikfreund in die Irre geführt, es handelt sich um nichts anderes als die vor 3-4 Jahren bei der DGG in einer Box mit 9 CDs zusammengefasste Beethoven-Hinterlassenschaft dieser Firma. Die auch von Gilels aufgenommenen Kurfürsten-Sonaten bringen die Zählung etwas durcheinander. Also, alter Wein in neuen Schläuchen. Hörenswert sind sie jedoch allemal, darauf wurde schon mehrmals mit Recht hingewiesen.

Meine neueste Beethoven CD kommt von Frederic Guy, vorgelegt vom französischen Label naive.
Die Pathetique, op.49 NR.1 und die Hammerklaviersonate. Diese hatte er bereits 1997 bei HMF vorgelegt. Die neue Einspielung ist aus dem letzten Jahr. Ich habe beide op.106 miteinander verglichen, die Aufnahme von 1997 beeindruckt durch jugendlichen Schwung, ist jedoch etwas unbekümmert im Umgang mit dem Stück. Im 3. SAtz nimmt er an einigen Stellen zu viel Pedal. In der neuen Aufnahme, die etwas heller klingt, geht er nachdenklicher zu Werke, hinterfragt mehr den Notentext und gelangt so zu einer mich überzeugenden Leistung. 8 Jahre Umgang mit der Sonate wirken sich positiv aus, was nicht heißen soll, die erste Aufnahme sei nun überflüssig.
Die TEmpi sind ein ganz klein wenig langsamer geworden, außer im 3. Satz, den er 1 Minute schneller spielt, ohne jedoch zu eilen (1997: 19'37, 2005: 18'28).
Von Guy erwarte ich noch mehr.

Einen schönen Sonntag
Amadé :hello
Ganong (05.11.2006, 14:42):
Lieber Amadé ,

leider fehlt in Deiner Liste die Einspielung durch

Maria Y u d i n a .

Ich kann diese Aufnahmen s e h r empfehlen .

Grüsse ,

Frank
Amadé (05.11.2006, 18:24):
Lieber Frank,

die Gesamtaufnahme mit Judina überrascht, deren Existenz ist mir bis jetzt unbekannt. Kennst Du sie oder Teile daraus? Ich habe mit ihr nur die Diabelli-Variationen.

Gruß Bernd
Ganong (06.11.2006, 15:47):
Lieber Amadé ,

zur Zeit sind bei amazon.de leider nur 4 Sonaten erhältlich .

Sie sind bei den Sonaten As-Dur , op. 26 , und op. 111 sicherlich sehr hörenswert .

Opus 54 , ein interessantes Werk nicht weil zwischen Waldsteinsonate und Appassionata komponiert , überzeugt mich nicht so sehr .

Viele Grüsse ,

Frank
Amadé (15.11.2006, 20:15):
:down
Lieber Frank,
ich hatte, trotz "gewissenhafter" Buchhaltung, einfach übersehen, dass ich noch mehrere Sonaten mit Maria Judina auf LP besitze. Es handelt sich um op.31 Nr.1, op.54, op.90, op.101 und op.111. Außerdem noch die Eroica-Variationen op.54 und die bereitserwähnten Diabelli-Variationen. Ob sie nun alle 32 aufgenommen hat, möchte ich ein bisschen bezweifeln, Gesamtaufnahmen waren in den 50er und 60er Jahren in der UdSSR bei Melodya nicht üblich, bei uns im Westen auch selten.


Mittlerweile konnte ich bei ebay die erste Oppitz-Beethoven CD mit den drei ersten Sonaten erwerben.
Die erste gefällt mir sehr gut. Oppitz spielt jugendlich kraftvoll, kümmert sich auch um Details, der 2.Satz liegt mit 5'33 im Tempo zwischem der alten (Decca) und neuen (Amadeo) Gulda-Aufnahme. Der dritte Satz ist nicht gerast, sondern noch ein richtiges Menuett. Insgesamt sehr empfehlenswert, alle Wiederholungen.
Die A-dur Sonate ist auch nicht von schlechten Eltern, aber es fehlt ihr etwas von der Spiritualität
eines Kempff und der schwebenden Leichtigkeit eines Gulda, sie ist eher etwas bodenverbunden.

An den KLang musste ich mich gewöhnen, die CD klingt so, als wenn man denFlügel aus der ca. 5. Reihe hört, aber daran gewöhnt man sich schnell.
Die 3. Sonate muss ich erst noch hören. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt.

Freundlich Grüße

Bernd
Ganong (16.11.2006, 18:31):
Lieber Bernd ,

es gab von Maria Yudina alle 32 Klaviersonaten Beethovens .

Übrigens auch die eingespielt durch ihre Landsfrau Tatiana Nikolayeva . Diese hatte das Glück , sich in den "westen" absetzen zu können und eben länger zu leben . . Frau Nikolayeva ist dann an ihrem Lebensende in USA - Californien gewesen und hat auch in ihrer späten Zeit eine Reihe von Aufnahmen gemacht . Diese kommen nach meinem Geschmack jedoch bei Beethoven nicht an die Aufnahmen von Maria Yudina heran . Deren Aufnbahmen ( u.a. der "Händel-Variationen" von Brahms ) würde ich geradezu "blind" kaufen . es sind tatsächlich herausragende Aufnahmen , die von VISTA VERA sehr gut wieder herausgebracht worden sind . Zum Teil in Deutschlan derhältlich über amazon.de .

Gerhard Oppitz habe ich 1989 / 199o ca. in der Alten Oper in Frankfurt mit dem gesamten Werk für Klavier solo erlebt und um dieselbe Zeit mit Einzelwerken .

Ein völlig uneitler Pianist . Problem : diese langen "Gesamtaufführungsabende" sind eine ( sehr ) schwere Kost , wenn jemand nicht völlig ausgeruht in solche Klavierabende geht .

Das es-Moll-Scherzo und die C-Dur-Sonate sind mir noch recht gut in Erinnerung . Bei dem sog. Spätwerk für Klavier solo ( so manches beruht bekanntlich auf ganz frühen Entwürfen , Skizzen ) hat Oppitz sehr verdichtet und fast grübelnd interpretiert . Höresnwert ist Oppitz auch heute noch ohne Abstriche ! jedenfalls mit seinem Brahms - Spiel .

Beste Grüsse ,

Frank
ab (07.12.2006, 20:50):
Die Gelegenheit bot sich mir nun und in eine ganze Reihe von Beethoven-Aufnahmen habe ich hineingehört, von denen mich aber nur drei überzeugten: Ein Konzertmitschnitt von Yves Nat (Urania) von 1956, gepaart mit einer überwältigend guten Fantasie in C von Schumann: Sind dessen Sutdioaufnahmen auch so gut!?
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000CSA33O.01-A13FD75XCLIICR._AA280_SCLZZZZZZZ_.jpg
Maria Yudina (VistaVera), die ich ja bereits von anderen Aufnahmen kennen und sehr schätze, obwohl ich sie mir wegen ihrer übermannenden Intensität nur sehr selten anhören kann.
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B000A7DZAU.01-A13FD75XCLIICR._AA280_SCLZZZZZZZ_.jpg
Und eben Angela Hewitt (Hyperion), von der ich eine solche Impulsivität und Spiel auf Taufelkommraus ganz sicher nicht erwartet hatte. Man hört, dass sie von Bach kommt, was sich indes nicht als Nachteil herausstellt, weil ihre weiten und dadurch ungewöhnlichen Linien einen ganz unüblichen Beethoven zeichnen. Dies ist von den jüngeeren Aufnahmen wohl die eigenständigste, die mir untergekommen ist. Daher sehr anhörenswert!
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B000IB0DIK.01._AA240_SCLZZZZZZZ_V37801825_.jpg

Noch abschließend eine Frage an die Gulda-Liebhaber (zu denen ich leider mich nie so recht zählen kann): Gerade die letzten drei Beethoven-Sonaten werden ja von ihm stets besonders gelobt: Auf welche Aufnahmen bezieht man sich da denn immer: Die Decca-Aufnahmen aus den 50ern, den Amadeo-Zyklus aus den 60ern oder aber auf den Konzertmitschnitt bei Orfeo?
Amadé (07.12.2006, 21:00):
Lieber ab,

ich werde mich nächste Woche zu Yves Nat und Gulda äußern, wenn ich in meiner homepage die neue Seite mit Schumanns op.17 fertiggestellt habe. Die life-Aufnahme wäre sicher noch eine Bereicherung im Vergleich zur EMI-Studio-Aufnahme, die ich besitze. Könntest Du mir die CD kopieren oder für 3 Tage ausleihen? Unkosten werden ersetzt.
Von Gulda gibt/gab es übrigens noch eine späte Philips-Aufnahme, m.W. aber nur auf LP.

Vele Grüße
Amadé
:beer
ab (07.12.2006, 21:25):
Ich verfügen leider nicht über jenen finanziellen Background, der mich bei vielen Forenteilnehmenden vor Neid fast erblassen lässt. Daher nenne ich alle drei genannten Aufnahmen nicht mein eigen.

Außerdem kaufe ich mir nicht gerne Aufnahmen auf den ersten Eindruck hin, der ja trügen kann: ich mag keine Fehlkäufe und der Platz zuhause wird sonst knapp.

Alle hörte ich bloß spät Abends auf Tagung in Berlin an: Die neuen Ladenöffnungszeiten und Dussmann sei Dank!
:W
Gamaheh (13.12.2006, 19:26):
Liebe Forumisten,

neulich hörte ich in einem Schallplattengeschäft die Waldstein-Sonate über die Lautsprecher in einem schönen, klaren Idiom ohne Heckmeck und Chi-chi. Es gefiel mir so gut, daß ich fragte, wer da spiele: Es war Aldo Ciccolini, der auch alle 32 Sonaten (in den 90er Jahren) aufgenommen hat, die gerade aus Anlaß von Ciccolinis 80. Geburtstag erschienen sind.

Grüße,
Gamaheh
Amadé (14.12.2006, 19:56):
@ ab

Gulda hat m.W. 5 Einspieungen von Beethovens letzter Sonate hinterlassen, 3 Studio-Einspielungen sowie 2 live-Mitschnitte:

1958 - - 24'40 - - Decca
1964 - - 23'30 - - Orfeo live SAlzburger Festspiele
1966 - - 25'03 - - SZ - Kaiser live
1967 - - 24'06 - - Amadeo
1984 - - 28'05 - - Philips

Guldas energiegeladenes, manchmal zum Motorischen neigendes Klavierspiel ist in allen Aufnahmen nicht zu überhören und kommt am besten in den beiden live-Aufnahmen zum Tragen. In der SZ-Kaiser Edition beginnt Gulda die Arietta ein wenig zügig, die ruhigen Variationen werden dann doch nicht, wie ich befürchtete, zu schnell gespielt, in der 5. Variation steigert er die Spannung bis zum Schluss enorm, ich fühlte mich an Artur Schnabel erinnert.
Die Orfeo-Aufnahme bietet die beste Einleitung zum 1. Satz aller 5 Aufnahmen, hat aber keine Wiederholung der Exposition!
Die Studio-Einspielungen sind sich ähnlich, die Decca-Aufnahme klingt zeitbedingt etwas obertonärmer, die Einleitung ist geheimnisvoller, in der Amadeo-Aufnahme gefällt mir der 2. Satz besser.
Bleibt noch die spätere Philips-Studio-Einspielung, gekoppelt mit Guldas Komposition " Wintermeditiation" - und wahrscheinlich deshalb schlecht verkauft und längst gestrichen - ist die ruhigste op.111. Das Thema der Arietta wird sehr ruhig, erhaben, intensiv dargeboten, in den schnellen Partien spielt Gulda wild, jedoch nicht sehr expressiv, wie wir es z. B. von Schnabel kennen.
Wer die Amado-Aufnahme besitzt, das werden die meisten sein, ist gut bedient. Ich empfehle jedoch zusätzlich die SZ-Kaiser Version, sie wird immer wieder bei ebay spottbillig angeboten.

Gruß Amadé
Jeremias (15.12.2006, 09:39):
@ ab: Ich verfüge als Referendar auch nicht über den finanziellen Background wie andere, aber EBAY ist echt eine klasse Einrichtung, da kann man auch heute noch richtig tolle Schnäppchen machen, auch teure Einspielungen der DG, Philips, Sony oder RCA zu 2-3 Euro und so kann man sich dann doch auch neue CDs leisten.

Ich selber bin bei so grossen Zyklen kein Freund von Gesamteinspielungen. Gewiss, ich habe auch Gulda (Amadeo) und Perl (artenova) komplett, zudem - soweit eingespielt - Gilels und Pollini. Aber ich bevorzuge doch Einzelaufnahmen. Zum Beispiel verweise ich auf eine vor einigen Jahren bei der DG erschienen Aufnahme der Appassionata mit Oppitz, die bis heute nahezu unerreicht ist, dann Pogorelich's op.111, Pollini's op.109 usw. Aber auch die alten Aufnahmen mit Backhaus oder Kempff haben etwas eigenes.

Was haltet Ihr denn von den derzeit laufenden Projekten von Andras Schiff, gerhard Oppitz und paul Lewis?
ab (15.12.2006, 11:52):
Danke für diese Einschätzungen!

Übrigens, leider, ist Gulda nicht immer "energeigelade" gewesen, wie etwa einfach bei diesem öde dahin plätschernden Konzertmitschitt von Aura zu hören ist.
Ganong (15.12.2006, 16:40):
Liebe Forianer ,

eine Reihe von Themata werden gleichzeitig in den Beiträgen angesprochen . dazu folgendes .

1. Aldo Ciccolini :

Auf ihn habe ich bereits in Zusammenhang mit seinen Schumann- und Mozartinterpretatuionen hingewiesen . Es g a b schon früher aufgenommene , leider ebenfalls nicht mehr erhältlich , Einspielungen von Beethovensonaten .

Besonders die Sonaten von Beethgovens mittlerer Schaffens - Periode sowie die Sonaten opp. 109 und 110 halte ich für sehr hörenswert .

Als gesamtaufnahme der jüngeren Zeit ist die Einspielkung anderen jedenfalls nicht unterlegen . Persönlich bevorzuge ich eine Zusammenstellung der einzelnen Werke .

2. Yves Nat

Beoi ihm sind a l l e seine Beethoven - und Schumannaufnahmen s e h r empfehlenswert . Ich hatte in dem Schumann - Beitrag durch Siamak u nd mich bereits darauf hingewiesen . Die von "ab" erwähnte Aufnahme aus dem Jahr 1956 ist sicherlich eine der Höhepunkte in Nats Schaffen ( es dürfte auch der letzte Mitschnitt sein ) .

3. Angela Hewitt

Auch zu ihr hatte ich in Zusammenhang mit einem Konzert mit Werken von J S Bach vor wenigen Jahren in einer ganz schrecklichen Konzerthalle ( dies trifft die äusseren Umstände ) hingewiesen .

Sie bleibt aktuell sicherlich eine der wenigen überzeugenden Pianistinnen .

Zu recht hier auch als höresnwert hervorgehben .

4. Friedrich Gulda :

Ich stimme "ab" nahezu ohne Einschränkung zu , dass Gulda , er dies ja auch wohl selbst immer so gesehen , mit seinen Beethovenaufnahmen überschätzt wird .

Wirklich hervorragend fiinde ich , sein WTK von J S Bach und seinen Mozart .

Seine Chopinaufnahmen sind fürchterlich .

>>> Unbedingt hinweisen möcht eich auf die Aufnahme des WTK von J S Bach durch

Wanda Landowska ( Label : Naxos ) .

Grüsse ,

F r a n k
Rachmaninov (15.12.2006, 16:59):
heute hörte ich in diese Aufnahme rein



Die Sonaten 5-8 mit Andreas Schiff

Denke wenn der Zyklus fertig ist und nicht jede einzelne Ausgabe "vollpreisig" erscheint greife ich da später mal zu! Gefällt mir durchaus
Amadé (15.12.2006, 18:01):
Lieber Frank,

der Fehler ist eher bei uns zu suchen, wenn wir Gulda als den Beethoven-Spieler sehen. Ich glaube, dass er sich auch selbst nicht so eingeschätzt hat, dafür war sein Repertoire zu weit gespannt.
Zweifellos hat er einige gute Beethoven Sonaten hinterlassen: z. B. op.2 Nr.2, op.14 Nr.2, Waldsteinsonate (DEcca), op.81a.

Gruß Bernd
Ganong (15.12.2006, 18:04):
...keinerlei Übereinstimmung möglich !

Andras SCHIFF hat die Sonaten in Zürich weitgehend im Konzert , also "live" , aufnahmen lassen . Also ein Unternehmen , das Buchbinder vor wenigen Jahren zu wiederholten Male übrigens , auch hier in Düsseldorf , versucht hat ( Umfangreiches Textbuch : Matthias Kornemann statt Joachim Kaiser , München . Immerhinn . ) .

In Londons legendärer "Wigmore Hall" kann der geneigte Hörer aktuell Schiffs langatmigen Passagen und Wiedergaben aus Beethovens Sonatenkosmos hören .

Es ist eher zum Gähnen .

Wenn ichmir schon eine misslungene Gesmtaufnahme kaufenb würde , dann lieber die durch Rudolf Buchbinder . Da gibt es , auf etwas gehobenrem Niveau als bei seiner erstenPlatteneinspielung , wenigstenein paar Trostöne .

Frank
Jack Bristow (15.12.2006, 19:58):
Gulda auf Amadeo finde ich erstklassig, besonders bei den frühen und mittleren Sonaten. Da gibt es in seinem WTK m.E. sehr viel mehr "seltsame" Sachen, obwohl ich das auch sehr schätze.

Die beim Guardian anhörbaren Erläuterungen von Schiff finde ich interessant und durchaus hörenswert (auch wenn sich manche Witze ein bißchen oft wiederholen). Wenigstens bei einigen Sonaten, die ich sonst nicht so sehr mochte (op.22, 26), haben mir seine Kommentare bewegt, genauer hinzuhören und die Stücke höher zu schätzen.
ABER: von der CD, die ich dann gekauft habe (op.10; 13) bin ich nicht restlos begeistert. Zwar erst ein oder zweimal angehört, aber mir fehlt es manchmal an Energie und auch an Zusammenhang. Ich werde jedenfalls mit dem Rest erstmal abwarten.

viele Grüße

J. Bristow
Orfeo (15.12.2006, 20:37):
Ich sehe des öfferen mal Aufnahmen der Op. 111 von Michelangeli.
Ist das zu empfehlen? Und wenn welche?
Amadé (15.12.2006, 21:19):
Liebe Forianer,

bitte die Aufnahmen mit Andras Schiff nicht voreilig abtun und sich auf seine Aufnahmen, nicht das Drumrum zu konzentrieren!
Schiff ist kein Feuerwerk, das blendet. Schiff - ein Pianist für erfahrene, fortgeschrittene Hörer, solche Künstler braucht die Musikwelt! Zum Reinhören und zum Vergleich mit anderen Aufnahmen empfehle ich op.10 Nr.3 die Sätze 1 und 2 sowie op.14 Nr.2 1.SAtz.

Gruß Amadé
ab (16.12.2006, 13:17):
Original von Ganong

Wenn ichmir schon eine misslungene Gesmtaufnahme kaufenb würde , dann lieber die durch Rudolf Buchbinder . Da gibt es , auf etwas gehobenrem Niveau als bei seiner erstenPlatteneinspielung , wenigstenein paar Trostöne .

Derzeit wagt er sich wieder an einem Konzertzyklus im Wien, der vom orf regelmäßig übertragen wird: Wie schrieb amadé in anderm Zusmmenhang auf seiner Web-Seite so treffend übr ihn: "robust, keine Geheimnisse, mehr Noten als Musik"
Gerion (11.01.2007, 09:11):
Liebe Forianer,

entgegen der Intention des Threadstarters (man verzeihe es mir) würde ich mich nach der Lektüre der interessanten Diskussion darüber freuen, wenn man mir ein, zwei Empfehlungen für Gesamtzyklen aussprechen könnte. Ich ersaufe sonst geradezu... :)

Derzeit steht in meinem Regal nur
Kempf (Nr. 7, 19, 20, 23, 31, 32)
Eschenbach (Nr. 29-32 + Bagatellen op. 126)
Gould (8, 14, 23)

Zu letzterem eine fast schon ketzerische Bemerkung: Sein Beethoven-Spiel finde ich (zumindest in dieser Aufnahme aus dem Jahre 1967) abstoßend, viel zu schnell, absolut gehetzt, unsensibel und oberflächlich. So, ich hoffe, jetzt klingeln nicht ein paar Gould-Jünger bei mir und knüppeln mich zusammen. ;)
Ganong (11.01.2007, 14:14):
Lieber Orfeo ,

die Aufnahme bei AURA / Ermitage durch Benedetti - Michelangeli gehört für mich zu den feszinierensten aller Einspielungen .

In einem Ranking würde ich sie mit der durch Claudio Arrau ( Philips ) und Solomon ( Testamnet ) gleichsetzen .

Viele Grüsse ,

Frank
Ganong (11.01.2007, 14:20):
Lieber Jeremia s,

ich teile Deine Meinung , dass man ganz allgemein besser eine Zusammenstellung einzelner Aufnahmen kaufen sollte .

Zu Paul Lewis : Im aktuellen Heft von Piano International" gibt es nicht nur eine Übersicht , sondern auch ein interessantes Interview mit dem Pianisten .

Ich will mich neuen Einspielungen nicht verschliessen , aber wirklich überragende Aufnahmen kenne ich leider nicht .

Grüsse ,

Frank
Ganong (13.01.2007, 17:12):
Liebe Forumsmitglieder ,

einen sehr interessanten Aspekt der Ausführungen von Paul L e w i s aus dem Interview möchte ich doch in den Raum stellen :

"Man kann gar nicht früh genug mit der Einspielung der Beethovensonaten beginnen".
Dies habe vor Paul Lewis bereits andere Künstler gemacht , aber mit solch einer Kraft wohl niemand . Lewis hat sicherlich den Vorteil der heute erheblich verbesserten Aufnahmebedingungen .

Bis jetzt sind erschienen :
Sonatas Nos 31 , 1 - 3
"Pathétique"
opus 14 No & 2 ,
opus 22 ,
"Waldstein" ,
opus 78 ,
opus 79 "Alla tedesca" ,
opus 90 ,
opus 101 u n d
"Hammerklaviersonate" .

Auch sonst , dies am Rande , verfügt Paul Lewis über eine ahnsehnliche Diskographie . Darunter Liszts h-Moll-Sonate , die Schubertsonaten a-Moll , D 784 , D 958 - 960 .
Quelle : International Piano , November/December 2006 .

Viele Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (08.02.2007, 07:26):
Beethoven Freunde,

was mich interessieren würde wäre eure Einschätzung bzgl. der bisherigen Beethoven Einspielungen von M. Korstick interessieren.

Bisher kenne ich von ihm:

op.109-111, die Waldsteinsonate und die Hammerklaviersonate.
(und Klavierstücke WoO. 60, 61, 61a; Bagatelle op. 126)

Bisher habe ich da eher ein ambivalentes Verhältnis zu.

Wie sind eure Eindrücke?

Denke früher oder später wird es einen vollständigen Zyklus von Korstick geben.
Rachmaninov (09.02.2007, 07:34):
@Amade,

mich würde auch eine Einschätzung zur Gesamtaufnahme von Richard Goode freuen. Kannst Du dazu etwas berichten?
Amadé (10.02.2007, 11:48):
LIeber Rachmaninow,
hallo Forianer,

zunächst möchte ich etwas Grundsätzliches sagen, auch wenn ich da bei der/dem einen oder anderen auf Widerspruch stoßen werde:
Es ist ein Unterfangen die Interpretationen eines Musikers mit wenigen Sätzen zu charakterisieren ohne auf Einzelheiten einzugehen, dann bleibt die Aussage schwammig, oberflächlich und letztlich nichtssagend.
Viele Musikliebhaber, sicher auch hier im Forum, hören emotional und urteilen: gefällt mir, oder gefällt mir nicht. Das ist legitim, nicht jeder hat ein Hintergrundwissen zu den Werken, das sich auf ein mehr oder weniger intensives Studium des Notentextes stützt und so Hinweise an die Hand bekommt, worauf der Interpret bei seinem Vortrag zu achten hat. Vorzüge und Nachteile einer Interpretation lassen sich letztlich erst beim Mitlesen des Notentextes und im Vergleich mit anderen Interpretationen erkennen. Das heißt keineswegs, dass man mit der Partitur ins Konzert gehen sollte, das finde ich albern, oder zu Hause nur mit Noten hört. Musik darf man auch genießen können! Beim vergleichenden Urteil sollte man das Stück allerdings sehr gut kennen.
Ichg möchte dies kurz verdeutlichen:
Beethoven 1. Sinfonie, 3.Satz, Trio kurz vor Ende T.131-136:
da lässt Beethoven jeweils im Taktabstand die Bläser auftreten: erst Klarinetten und Hörner, ein Takt später Fagotte in hoher Lage, danach die Oboen, zuletzt Flöten und Trompeten. In T. 136 spielt dann das vollständige Orchester ff bis zum Schluss. Ich kenne nur eine einzige Aufnahme, in der Beethovens niedergeschriebener Wille so klar zu erleben ist: Herbert Blomstedt mit der Staatskapelle Dresden. Die Aufnahme klingt keineswegs pedantisch. Die meisten Dirigenten überfahren diese Stelle, ich will jetzt keine Namen nennen, hört selbst Eure Aufnahmen mal ab.
NUr durch Kenntnis der Noten kann man Blomstedts Abstand zu seinen Kollegen erkennen.

Aber jetzt zu Korstick und Goode.
Sonate c-moll op.111. Korstick spielt sehr genau Beethovens Anweisungen, im 2.Satz werden die Temporelationen, die gern etwas engeebnet werden, gehalten. In Variation 5 kommt die Dreistimmigkeit sehr gut heraus, insgesamt gute Dynamik. Korstick überrumpelt nicht beim ersten Hören, seine Interpretationen wollen entdeckt werden. Ähnlich interpretiert Andras Schiff seine Beethoven -Sonaten.

Goode: 1.SAtz: Übergang zum Allegro nicht überzeugend, fängt Allegro schnell an, wird aber später wieder langsamer. 2.Satz: Thema und Variationen 1 und 2 ohne Profil. Erst zum Schluss läuft er zur Form auf, leider zu spät. Sonate op.10 Nr.3 ist insgesamt etwas besser geraten, aber ich vermisse hier im ersten Satz Ausdruck, er darf nicht nur mechanisch gespielt werden.
Insgesamt spielt Goode wie viele andere Pianisten auch, ich vermisse bei ihm ein aus dem Notentext entwickeltes erkennbares Profil.

Gruß Amadé
-

PS: Mozart sah diesen oben angedeuteten Zwiespalt ganz klar und hat das bei den Klavierkonzerten KV 413-415 seinen seinem Vater gegenüber so ausgedrückt:
"... die Konzerte sind ....sehr brilliant-angenehm in die ohren-hie und da-können auch kenner allein satisfaktion erhalten,-doch so, daß die nichtkenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen warum".
Rachmaninov (11.02.2007, 16:03):
Original von Amadé
Aber jetzt zu Korstick und Goode.
Sonate c-moll op.111. Korstick spielt sehr genau Beethovens Anweisungen, im 2.Satz werden die Temporelationen, die gern etwas engeebnet werden, gehalten. In Variation 5 kommt die Dreistimmigkeit sehr gut heraus, insgesamt gute Dynamik. Korstick überrumpelt nicht beim ersten Hören, seine Interpretationen wollen entdeckt werden. Ähnlich interpretiert Andras Schiff seine Beethoven -Sonaten.


@Amade,

danke für die Einschätzung!
Denke bei Korstick hört man die intensive Beschäftigung mit Beethoven und die entsprechende (Vor)arbeit deutlich raus.
Aber mir fehlt dennoch irgendwie etwas. Daher auch mein "Zwiespalt" bei seinem Beethoven.
Gamaheh (16.02.2007, 00:40):
Liebe Beethoven-Freunde,

gestern war im Feuilleton der Süddeutschen ein Artikel den zur Zeit entstehenden Gesamteinspielungen der Beethovenschen Klaviersonaten gewidmet, in dem die des holländischen (Hammer-)Pianisten Ronald Brautigam über alle Maßen gelobt wurde. "Atemberaubend und rebellisch: Ronald Brautigam stürmt der Konkurrenz in Sachen Beethoven davon" lautet der Untertitel.

Der Vergleich wird im wesentlichen an der f-moll-Sonate aus op.2 behandelt, Mondscheinsonate und Pathétique werden ebenfalls erwähnt.

Erwähnt werden außer Brautigam Daniel Barenboim (der einzige, der die Einspielung beendet hat, da es sich um Live-Aufnahmen seines Zyklus handelt, und zwar auf DVD), der auch sehr gut wegkommt; Paul Lewis ("ein Träumer, der einen sehr schön gespielten Beethoven bietet, versöhnlich, gemütlich, kompakt, fern aller Kämpfe - und vertraut"); Angela Hewitt (keine weitere Erwähnung), Igor Tchetuev (do.), Andras Schiff ("was an Finessen, Verzögerungen, willentlich herausgearbeiteten Nuancen auch aufbietet - all das wirkt weniger erhellend denn als fremde, überreflektierte Zutat"); Gerhard Oppitz ("brav traditionelle Deutung"), Michael Korstick (der "einfarbig, leicht fade und ohne Schwankungen durch die schnellen Sätze " - eben ein "Maßstäbe setzender Künstler").

Von Brautigam dagegen heißt es, " Beethoven aber erzwingt den ungläubigen Blick in eine Neue Welt, und fast hat man dabei das Gefühl, Beethovens Zeitgenosse zu sein, einer der ersten, maßlos erstaunten, wenn nicht empörten Hörer dieser Musik".

Dies und die übrige Beschreibung, die ich hier nicht weiter zitieren will, erinnert an E.T.A. Hoffmanns Begeisterung für Beethovens Musik, für die er den Begriff der Romantik prägte: "Beethovens Musik bewegt die Hebel des Schauers, der Furcht, des Entsetzens, des Schmerzes und erweckt jene unendliche Sehnsucht, die das Wesen der Romantik ist." ("Beethovens Instrumental-Musik", Kreislerianum n.4)

Bleibt zu erwähnen, daß ich unlängst eine ähnlich eindrucksvolle Interpretation der Pathétique ganz in diesem Sinne von Philippe Bianconi hörte.

Kennt jemand von Euch Brautigams Aufnahmen bereits; wenn ja, wie ist Eure Meinung?

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (16.02.2007, 12:16):
@Gamaheh,

danke für diese Berichterstattung zu den Aufnahmen von Ronald Brautigam. Die Veröffentlichung läuft ja beim Label BIS.

Bleibt zu hoffen, daß ähnlich wie bei seinem Mozart irgendwann eine Gesamtaufnahme veröffentlicht wird!

http://www.bis.se/images/covers/BIS-SACD-1362_72_150.jpg http://www.bis.se/images/covers/BIS-SACD-1363_72_150.jpg
http://www.bis.se/images/covers/BIS-SACD-1472_72_150.jpg http://www.bis.se/images/covers/BIS-SACD-1473_72_150.jpg
Ganong (17.02.2007, 16:20):
Liebe Gamamah ,

liebe Forumsmitglieder !

Das Problem bei Besprechungen wie die in der "SZ" besteht eben daran , dass sie meist an einer , hier ganz frühen , Sonate besprochen werden . In anderen Fällen , z. B. Angela Hewitt , stürzen sich die Rezensenten dann natürlich auf die Interpretation der "Appassionata" . So enstetehen zwangsläufig sehr verzerte Besprechungen , zumla kein Pianist alle Sonaten gleichrangig spielen kann ,

HINWEIS : Der 30 Jahre alte britische Pianist Simon Mulligan , den ich am 5. Jnaur 2007 in Londons "Wigmore Hall" unter andrem mit Beethovens Opus 27 Nr 2 , also der spg. "Mondschein-Sonate" hören konnte , nimmt im Mai eine CD mit Beethovensonaten auf . Bei Simon Mulligans Spiel merkt man bezüglich seines Interpretationsansatzes deutlich , dass er bei Perahia und Brendel sich intensiv mit Beethoven auseinandergesetzt hat . Leider kenne ich das Programm noch nicht , dass Simon aufnahmen wird , aber es wird sicher eine vor allem für Klangästheten interessante CD werden . In London spielte Mulligan hochkultiviert , sehr sorgfältig den Notentext beachtend . Ein wenig in den ersten beiden Sätzen an Radu Lupu erinnernd , um in dem dritten Satz zu beweisen , wleche Leidenschaft er aus dem Werk herausliest . Eine überzeugende Aufnahme . In der heutigen , allgemien üblichen Wertung : Interpretation . Mr. Mulligan spielte übrigens , wie Angela Hewitt , auf einem FAZIOLI - Flügel .

Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (20.02.2007, 07:09):
Original von Gamaheh
Wurde Pollini noch gar nicht erwähnt?

@Gamaheh,

mit Ausnahme von Jeremias wurde Pollini hier noch nicht genannt.
Gestern kam seine Aufnahme mit der Waldsteinsonate und mein erster Eindruck war durchaus positiv.
Auch die Aufnahmen op.10/1-3 spielt er aus meiner Sicht vorzüglich. Die Raffinesse mit der er op.10/2 spielt ist schon klasse. Vor allem weil er es versteht wirklich mit jedem Finger und jeder Note einen anderen Anschlag und Klang zu erzeugen.... :cool
Amadé (23.02.2007, 20:29):
Liebe Beethoven-Freunde,

gestern hörte ich die Es-dur-Sonate op.7 und die Appassionata mit Angela Hewitt. Es gibt kein Grund zur Euphorie. Am Ende des 1.Satzes der Appassionata fehlt ein wenig die (technische) Übersicht, die Musik kommt für einige Sekunden aus dem Tritt. Bei live-Aufführungen ohne weiteres entschuldbar, hier liegt aber eine Studio-Einspielung vor. Insgesamt gesehen ist ihre Sicht auf Beethoven wenig sensationell, im Rahmen des Gewohnten.
Gruß Amadé
Amadé (24.02.2007, 11:07):
Der Gerechtigkeit halber sei mitgeteilt, dass die Sonate D-dur op.10 Nr.3, die ich jetzt hörte, einen wesentlich besseren Eindruck hinterlies. Der langsame Satz findet eine adäquate Darstellung. Ob man die CD deswegen in Erwägung ziehen sollte, stelle ich dahin.

Grüße Amadé
Rachmaninov (27.02.2007, 19:35):
Original von Amadé
An den KLang musste ich mich gewöhnen, die CD klingt so, als wenn man denFlügel aus der ca. 5. Reihe hört, aber daran gewöhnt man sich schnell.
Die 3. Sonate muss ich erst noch hören. Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt.

@Bernd, Jeremias, Siamak,

eben hörte ich Vol.1 der Oppitz Reihe.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/2629687.jpg

Er spielt die Sonaten 5-8.

Die von Bern beschriebenen klanglichen Eigenschaften finden sich auch hier. So von ihm beschrieben stört dies aber,seltsamerweise für mich, nicht weiter beim hören!

Mein erster Eindruck war recht positiv.

Mir schein wir werden derzeit mit einer großen Anzahl durchweg ernstzunehmender Aufnahmen konfrontiert!
Rachmaninov (28.02.2007, 07:14):
Ein Update:


Andreas Schiff - ECM
bisher aufgenommen: Sonaten 1,2,3,4,5,6,7,8,10,11,19,20

Ronald Brautigam - BIS
bisher aufgenommen: Sonaten 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,19,20

Gerhard Oppitz
bisher aufgenommen: Sonaten 1-10,12-20
Amadé (28.02.2007, 14:44):
erneutes Update.

Soeben zum Geburtstag ausgepackt:Ronald Brautigam Vol. 4, Sonaten Nr.12 - 15.

Amadè
Rachmaninov (28.02.2007, 14:51):
Original von Amadé
erneutes Update.

Soeben zum Geburtstag ausgepackt:Ronald Brautigam Vol. 4, Sonaten Nr.12 - 15.

Amadè

Dein Geburtstag? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch :D

Ich erhoffe einen Bericht :hello
Gamaheh (28.02.2007, 21:16):
Original von Rachmaninov

http://www.bis.se/images/covers/BIS-SACD-1362_72_150.jpg

Danke für die Abbildungen! Dabei sah ich, daß ich die erste von diesen schon mal aus den HÖB ausgeliehen hatte. Daß ich mich nicht daran erinnerte, muß nicht zwangsläufig heißen, daß ich sie unerinnernswert fand - möglicherweise habe ich sie tatsächlich nicht gehört ...

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (01.03.2007, 20:02):
Original von Gamaheh
Original von Rachmaninov

http://www.bis.se/images/covers/BIS-SACD-1362_72_150.jpg

Danke für die Abbildungen! Dabei sah ich, daß ich die erste von diesen schon mal aus den HÖB ausgeliehen hatte. Daß ich mich nicht daran erinnerte, muß nicht zwangsläufig heißen, daß ich sie unerinnernswert fand - möglicherweise habe ich sie tatsächlich nicht gehört ...

Grüße,
Gamaheh

@Gamaheh,

Du solltest bei Gelegenheit unbedingt nochmal reinhören.

Eben hörte ich aus der dreitten veröffentlichten Aufnahme die Sonate #6 op.10/2.

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/2531708.jpg

Der erste Eindruck war sehr positiv. Brautigham spielt richtig klasse und das verwendete Hammerklavier ist ein wohlklingendes Instrument!
Amadé (04.03.2007, 18:17):
Liebe Forianer,
Ronald Brautigam setzt seine chronologische Einspielung der 32 Sonaten bei BIS mit Nr.12 - 15 fort. Was bei den bisherigen CDs erlebbar und hier im Forum schon diskutiert wurde, gilt auch für Vol.4. Man hört dank des ausgezeichneten nachgebauten Walter-Instruments Beethovens Musik und nicht ein Abmühen mit einem technisch unzulänglichen Instrument.
Soeben habe ich die cis-moll op.27 Nr.2 abgehört. Der erste Satz ist sehr ruhig, sostenuto gespielt, klar, keine unter zu viel Pedalgebrauch verschwommenen Klangfelder, sicher ein Vorteil des Hammerflügels. Die Halben und Ganzen der linken Hand klingen deshalb auch kürzer als bei modernen Instrumenten.
Der dritte SAtz presto agitato, wie von Beethoven gewünscht, keine rubati, keine Drücker, sehr engagiert in der Durchführung. Nach den Bewertungskriterien in meiner Homepage: 5

Brautigams Beethoven ist zur Zeit erste Wahl bei den Aufnahmen mit Hammerflügel.
Gruß Amadé
ab (12.03.2007, 12:00):
Original von ab

Und eben Angela Hewitt (Hyperion), von der ich eine solche Impulsivität und Spiel auf Taufelkommraus ganz sicher nicht erwartet hatte. Man hört, dass sie von Bach kommt, was sich indes nicht als Nachteil herausstellt, weil ihre weiten und dadurch ungewöhnlichen Linien einen ganz unüblichen Beethoven zeichnen. Dies ist von den jüngeeren Aufnahmen wohl die eigenständigste, die mir untergekommen ist. Daher sehr anhörenswert!
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B000IB0DIK.01._AA240_SCLZZZZZZZ_V37801825_.jpg


Dazu gerade folgendes gefunden.
Rachmaninov (08.04.2007, 14:58):
Heute las ich in der aktuellen piano news einen Höreindruck der Vol.I der Gesamtaufnahme der Klaviersonaten Beethovens durch Igor Tchetuev.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7050916.jpg

Frau Fedrizzi der piononews sprach sich voll des Lobes über die Aufnahme aus.

Geboten werden die Klaviersonaten Nr. 7, 23, 26

Also eine weitere Gesamtaufnahme!

Kann jemand berichten?
nikolaus (01.05.2007, 23:10):
Es ist zwar alles andere als eine Gesamtaufnahme, aber zur Diskussion möchte ich sie trotzdem stellen:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1627567.jpg

Sie wird in dieser Rezension besprochen.
Was der Autor hier als negativ kritisiert, empfinde ich gerade als positiv, (muß mich also als "Zartbesaiteten" outen) oder kann ich gar nicht nachvollziehen (gerade die langsamen Sätze empfinde ich als sehr ergreifend).
Kennt ihr diese Aufnahme, und wenn ja, was denkt ihr über sie?

Gruß, Nikolaus.
ab (29.05.2007, 23:35):
Zu Oppitz und seinem neusten Streich seines Gesamtprojekt sehr wohlwollend hier.
ab (31.05.2007, 00:10):
Was ist eigentlich davon zu halten?

Klaviersonaten - Wallet Box (Box-Set) - Anne Oeland

http://images.ciao.com/ide/images/products/normal/073/Klaviersonaten_Wallet_Box_Box_Set_Anne_Oeland__1457073.jpg
Rachmaninov (05.07.2007, 21:10):

Gerhard Oppitz
bisher aufgenommen: Sonaten 1-10,12-20

So wie ich es recherchiert habe sind nun auch die Sonaten 11,21-29 eingespielt! Also fehlt noch eine Aufnahme mit den drei letzten Sonaten! Oder?
daniel5993 (10.07.2007, 19:51):
Hallo allezusammen!

Ich habe eine dringendere Frage!
Wie beurteilt Ihr Alfred Brendels Ga, der Klaviersonaten 1-32 von Beethoven!
Ich könnt diese bekommen!
Wenn Ihr etwas dazu sagen könntet wäre das schön!

Mit freundlichem Gruß
daniel
Rachmaninov (10.07.2007, 19:52):
Original von daniel5993
Hallo allezusammen!

Ich habe eine dringendere Frage!
Wie beurteilt Ihr Alfred Brendels Ga, der Klaviersonaten 1-32 von Beethoven!
Ich könnt diese bekommen!
Wenn Ihr etwas dazu sagen könntet wäre das schön!

Mit freundlichem Gruß
daniel

@daniel,

da musst Du schon sagen WELCHE Du genau meinst!

R
daniel5993 (10.07.2007, 19:58):
Ich kanns leider nicht sagen, ich kenne nur dieses Bild! Vielleicht ist daraus ein Schluss zu ziehen?

http://i23.ebayimg.com/02/i/000/a8/80/34ee_1_b.JPG
Rachmaninov (10.07.2007, 20:00):
Original von daniel5993
Ich kanns leider nicht sagen, ich kenne nur dieses Bild! Vielleicht ist daraus ein Schluss zu ziehen?

http://i23.ebayimg.com/02/i/000/a8/80/34ee_1_b.JPG

Solltest Du dann genauer nachfragen!
daniel5993 (10.07.2007, 20:04):
Der LP-LAden hat jeden Tag nur von 9-12 auf! Hat aber noch bis morgen Zeit!
Werde es dann morgen Abend genauer beschreiben!


Gruß
daniel

:beer
Gamaheh (11.07.2007, 16:12):
Original von Rachmaninov
Original von daniel5993
Ich kanns leider nicht sagen, ich kenne nur dieses Bild! Vielleicht ist daraus ein Schluss zu ziehen?

http://i23.ebayimg.com/02/i/000/a8/80/34ee_1_b.JPG

Solltest Du dann genauer nachfragen!

Hallo Daniel, Richard,

das sind Aufnahmen aus den 60er Jahren (oder ich müßte mich sehr täuschen - jedenfalls frühe). Ich habe sie auch ("geerbt"), aber noch nicht gehört, kann daher nichts dazu sagen.

Grüße,
Gamaheh
daniel5993 (11.07.2007, 16:31):
Hallo Gamaheh!

Es wäre sehr nett, wenn du mal reinhören würdest!
Vielleicht kannst du mir bis Freitag eine kleine Auskunft über den Inhalt seiner (Brendel's) Interpretaion geben! Das wär mir sehr hilfreich!
Da das Vergnügen sehr teuer werden kann, wüsste ich gerne, für was ich so viel Geld ausgebe!


Gruß
Daniel
:beer
Gamaheh (11.07.2007, 17:19):
Ich werde es versuchen, Daniel.

Grüße,
Gamaheh
Amadé (12.07.2007, 14:37):
Hallo Gamaheh und Daniel,

bei den von Euch angesprochenen Brendel-Aufnahmen handelt es sich um seine erste der bisher drei Gesamteinspielungen der Beethoven-Sonaten. Sie wurde von der amerikanischen Firma VOX erstellt, die in den 50er und 60er Jahren vor allem in Österreich und Deutschland (Reputation) mit jungen Künstlern Aufnahmen machte. Neben Brendel wurden u.a. auch Ingrid Haebler (Mozart) und Walter Klien (Mozart und Brahms) unter Vertrag genommen. In meinem ältesten Bielefelder Katalog von 1966 sind die Brendel Beethoven-Sonaten als Neueinspielungen angekündigt, zusammen mit einzelnen Stücken und Variationen. Außerdem hat er damals auch die Klavierkonzerte eingespielt. Aus Vertragsgründen konnten keine der berühmten (Wiener) Orchester offiziell mitwirken, deshalb stand auf den LPs und Plattenhüllen z.B. "Pro Musica Orchester Wien", ob es eine ad hoc-Formation war, wie z.B. das "RCA Victor Symphony Orchestra", vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht kann unser ab recherchieren und Hntergrundwissen vermitteln.
Übrigens kenne ich diese erste Brendel-Serie noch nicht.:down

Gruß Bernd
Amadé (12.07.2007, 14:38):
Hallo Gamaheh und Daniel,

bei den von Euch angesprochenen Brendel-Aufnahmen handelt es sich um seine erste der bisher drei Gesamteinspielungen der Beethoven-Sonaten. Sie wurde von der amerikanischen Firma VOX erstellt, die in den 50er und 60er Jahren vor allem in Österreich und Deutschland (Reputation) mit jungen Künstlern Aufnahmen machte. Neben Brendel wurden u.a. auch Ingrid Haebler (Mozart) und Walter Klien (Mozart und Brahms) unter Vertrag genommen. In meinem ältesten Bielefelder Katalog von 1966 sind die Brendel Beethoven-Sonaten als Neueinspielungen angekündigt, zusammen mit einzelnen Stücken und Variationen. Außerdem hat er damals auch die Klavierkonzerte eingespielt. Aus Vertragsgründen konnten keine der berühmten (Wiener) Orchester offiziell mitwirken, deshalb stand auf den LPs und Plattenhüllen z.B. "Pro Musica Orchester Wien", ob es eine ad hoc-Formation war, wie z.B. das "RCA Victor Symphony Orchestra", vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht kann unser ab mal recherchieren und Hntergrundwissen vermitteln.
Übrigens kenne ich diese erste Brendel-Serie noch nicht.

Gruß Bernd
Gamaheh (12.07.2007, 15:41):
Hallo Bernd,

das ist richtig. Als ich die Platten gestern in Augenschein nahm, fand ich zwar keine Jahresangabe, aber einen Zeitungsausschnitt vom 12.11.79, der auf Brendels VOX-Aufnahme von "vor rund 20 Jahren" verweist, und die Nummer stimmte mit der vorliegenden überein - also ca. 1960.

Weit besser als Brendel kommt in diesem Artikel übrigens eine zur gleichen Zeit (1979) entstandene Gesamteinspielung von Anton Kuerti weg, von der ich noch nie gehört hatte. Kennst Du sie?

Grüße,
Gamaheh
Gamaheh (12.07.2007, 15:43):
Hallo Daniel,

ich habe gestern abend in ein paar Sonaten kurz reingehört, und bis jetzt bin ich noch nicht überzeugt, daß da irgendwo ein Funke ist, der - jedenfalls auf mich - überspringen könnte. Ich mache nachher noch ein bißchen weiter und melde mich dann morgen nochmal.

Grüße,
Gamaheh
daniel5993 (12.07.2007, 17:54):
Hallo Gemaheh, Amade!

Dank für eure Hilfe, ich werde das Geschehen weiter verfolgen!


Gruß
Daniel
Amadé (12.07.2007, 18:31):
@Gamaheh

Diese Aufnahme steht in meinem Archiv. Laut booklet-Angabe wurden die Sonaten im Oktober 1974 und Februar 1975 eingespielt und in den USA beim Columbia Billig-Label Odyssey in einer Box veröffentlicht. Kuerti, österreichischer Herkunft, ist ein ernsthafter Pianist vom Schlage eines Arrau, jedoch ohne dessen Gewichtigkeit des Anschlags und die (in seiner Philips-Zeit) manchmal schleppende Tempi, diese legen allerdings im Vergleich zu anderen Pianisten im hinteren Drittel.
Eine Beethoven-Sonate mit Kuerti zu hören ist immer ein Gewinn. Leider gibt es die Aufnahmen nicht einzeln sondern nur in einer teuren Kassette. Vielleicht mal an Weihnachten denken.
Bei meinen vergleichenden Übersichten in www.klassik-prisma.de belegen die Kuerti-Aufnahmen immer vordere Plätze, bitte dort nachschauen.

Gruß Bernd
Gamaheh (13.07.2007, 09:59):
Hallo Daniel,

ich habe meine Hausaufgaben gemacht und schildere Dir hier meine kurzen Höreindrücke des Brendelschen Beethoven. Ich wußte schon, warum ich die Platten noch nicht gehört hatte: ich mochte Brendel noch nie sonderlich, und auch, als ich ihn mal im Konzert hörte, hat er mich nicht besonders beeindruckt. Aber: den een sin Uul is den annern sin Nachtigall, und korrekterweise sollte ich darauf hinweisen, daß Brendel für viele einer der größten lebenden Pianisten ist, aber schließlich hat er diese Aufnahmen gemacht, als er noch nicht einmal halb so alt war wie jetzt.

Mein erster Eindruck war der von dynamischer Flachheit: Er vermeidet nicht nur Exzesse jeder Art, er spielt nach meiner Meinung „wörtlich“, ohne etwas von sich selbst hinzuzufügen, nicht einmal die üblichen „unmerklichen“ Tempo- und Rhythmusmodifikationen, die einer Interpretation erst einen Charakter geben. Ich würde sein Spiel temperamentlos nennen, ohne zu dem härteren Wort „langweilig“ zu greifen. Sein Anschlag ist weder besonders hart noch besonders weich, doch stets mehr oder weniger gleich; er betont stets die Melodie, die linke Hand liefert selten mehr als ein hintergründiges, tapetenhaftes Continuo.

Ich erwähnte bereits den Zeitungsausschnitt, den ich in der Kassette fand. Der Autor (Knut Franke, falls der Name jemandem etwas sagt) schreibt von der jüngeren Version von 1979: „Die jüngste Einspielung trägt ein Mehr an Metaphysik in sich, doch kann dem ohnehin akribischen Textbewußtsein von Brendel logischerweise niemals Improvisatorisches anhaften. Brendel hat in seinem Spiel nicht die Attacke, sondern die bedachte Klangfläche kultiviert; da findet sich keine exzessive Cholerik, sondern eher das Gegenteil: Brendel ist ein kontemplativer Pianist“ (und versinkt für mein Empfinden etwas autistisch in dieser Kontemplation, in der ich als Hörerin beispielsweise nicht die Geduld oder die Neigung habe, ihm zu folgen). Die folgenden Bemerkungen kann ich für die ältere Version nicht unterschreiben, aber wenn er Brendels Interpretation als konventionell beschreibt, hat er sicher recht.

Ich habe mir einige der bekannteren Sonaten (allerdings nicht immer von Anfang bis Ende) angehört. Den ersten Satz der Mondschein-Sonate z.B. finde ich faszinierend, wobei das Faszinierende ist, daß es sehr kurze und sehr lange Versionen gibt – die Zeit schwankt zwischen 3 ½ und 7 Minuten, wobei ich erstaunlicherweise beim Zuhören nicht unbedingt entscheiden kann, welches Tempo schneller und welches langsamer ist, was sicher ein Hinweis auf die Relativität des Tempos ist. Brendel ist auch hier moderat: er braucht 5 Minuten, aber wie langsam ist das! Man möchte schier verzweifeln!

Die Pathétique liebe ich besonders, wenn sie im romantischen Geiste gespielt wird. Brendel kriegt es sogar hin, den Anfang ganz flach zu spielen! Der zweite Satz, der so schön sein kann, wirkt unter Brendels Fingern schleppend. Da muß ich allerdings bemerken, daß er sich gelegentlich doch gewisse geringfügige Freiheiten erlaubt: Ich hatte den Eindruck, daß er immer, wenn er die Gefahr sieht, daß er ein wenig temperamentvoll werden könnte, sich bremst, ein kleines ritardando oder ritenuto einbaut, so z.B. ziemlich am Anfang des dritten Satzes hier. So etwas empfinde ich dann als Enttäuschung: Erst will es scheinen, als wollte er endlich mal ein wenig Temperament zeigen, und dann wird doch nichts draus. Selbst bei der Waldstein, wo es eigentlich unvermeidbar ist, bringt Brendel es fertig, etwa noch vorhandene Impulse zum Romantischen abzutöten.

Ich habe dann noch die Appassionata, die Hammerklavier und die beiden letzten mit einem Ohr gehört, aber dem vorher Gesagten nichts Wesentliches hinzuzufügen (außer, daß ich erstaunlicherweise die op.110 gar nicht so schlecht fand – aber ich habe schon bei anderen Gelegenheiten bemerkt, daß die anscheinend überhaupt nicht kaputtzukriegen ist, sie gefällt mir eigentlich immer).

Alles in allem ist das alles sicherlich sehr korrekt, und daher würde ich trotz allem sagen, daß Du Dir diese Interpretationen durchaus anhören kannst, wenn Du die Sonaten lediglich kennenlernen möchtest. Ich empfinde Brendel allerdings als detailverliebt, akademisch; er zerhackt für mein Empfinden den Text, es ist – im Gegensatz zu dem, was der Autor meines Zeitungsausschnittes von der späteren Version sagt – kein Fluß darin; er vermeidet das Pedal,
bringt aber ohne es kein nennenswertes Legato zustande (will er vielleicht auch nicht, aber auch hier soll die spätere Version anders sein).

Wenn Du allerdings – wie etwa ich – Beethoven für einen romantischen Komponisten hältst, dann solltest Du einen weiten Weg um Brendel machen.

Ich hoffe, diese Eindrücke helfen Dir, auch wenn Du einen ganz anderen Geschmack oder ganz andere Vorlieben hast als ich.

Grüße,
Gamaheh
daniel5993 (13.07.2007, 17:45):
Hallo Gemaheh! :hello

Vielen Vielen Dank erstmal für die Mühe, Brendels "Ausdruck" für mich zu schildern! Ich habe voll und ganz verstanden, was du sagen wolltest!
Ich mag nicht wirklich sehr statisch, genau am "Text" spielende Pianisten! Für mich sollte jeder Pianist auch ein bisschen von sich selbst reinbringen! Jeder sollte seine Interpretation irgentwie interessant machen, gestalten!
Dann wird Brendel wohl nicht das sein, was ich mir wünsche!

Kannst du oder könnt Ihr mir eine Interpretation, eines Pianisten ans Herz legen? Am besten eine Interpretaion, welche mal auf Platte rauskam, also bis ca 1989! Da es Platte sein muss! Und es sollte eine Gesamtausgabe sein!


Nochmals Dank :down!

Gruß
Daniel :beer
Walter (13.07.2007, 19:42):
ich höre gerade

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7822474.jpg
http://ec1.images-amazon.com/images/I/31WGCYFF1EL._AA240_.jpg
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6150361.jpg

Pathetique

obwohl ich Rubinstein wirklich als hervorragen empfinde haut mich der Gilels mal wieder völlig um. Ausdrucksstark und trotzdem sensibel bei jedem Anschlag für mich ist es eindeutig mein Favourit

:times10

Serkin ist mir zu maniriert und filigran. Teilweise ist das nett, aber er opfert dieser Schlankheit die gesamte Stimmung.

Gilels!!!!
Amadé (13.07.2007, 19:50):
Hallo Walter,

welche Sonate(n) meinst Du?

Gruß Amadé
Walter (13.07.2007, 20:16):
@ Amadé

gerade habe ich die Nr. 8 - Pathétique gehört!
Amadé (13.07.2007, 20:41):
@Walter

da gibt es bei Serkin eine Besonderheit zu hören: er wiederholt im Kopfsatz vor der Reprise nochmals die langsame Grave-Einleitung (Beethoven hat seinen letzten Willen hier nicht eindeutig festgelegt), das bringen andere Pianisten nicht.

Gruß Amadé
Walter (13.07.2007, 20:46):
@ Amadé

danke für den Hinweis - ich werde mir das noch mal genau anhören!
Amadé (09.09.2007, 09:46):
Liebe Forianer,

es ist Zeit an die große russische Pianistin und Beethoven-Interpretin Maria Grinberg (1908-1978) zu erinnern. Sie hat in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts beim russischen Label Melodya eine Gesamtaufnahme aller 32 Sonaten eingespielt, die seit kurzem auch bei uns in Einzelaufnahmen auf CDs vertrieben wird. Die Sonaten sind numerisch geordnet: 1-3, 4-6,.......30-32. Maria Grinberg ist eine Pianistin mit eigener Handschrift, immer dem Notentext auf der Spur, ohne ihn zu verbiegen. Sie spielt nie aufgesetzt, kein Donnern in bestimmten Sonaten, immer ausdrucksvoll, mit Nachdruck, Nebenstimmen erhalten ihren gebührenden Stellenwert.
Sehr hörenswert, eine wirkliche Bereicherung der Beethoven-Diskographie. Ein kleiner Wermutstropfen sei nicht verschwiegen: Grinberg spielte auf einem älteren Flügel, der noch intakt war, jedoch über weniger Obertöne verfügte als moderne Instrumente.

Grüße Amadé

Hier ein Cover:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41R39C86A6L._AA240_.jpg
Zelenka (09.09.2007, 10:06):
Original von Amadé
Ein kleiner Wermutstropfen sei nicht verschwiegen: Grinberg spielte auf einem älteren Flügel, der noch intakt war, jedoch über weniger Obertöne verfügte als moderne Instrumente.


Lieber Amadé:

Besten Dank für den interessanten Hinweis! Grinbergs Beethovenstil wird anderswo (Naxos A-Z of Pianists) als großangelegt, eckig und muskulös charakterisiert. Ein weiterer Wermutstropfen ist vielleicht auch, daß diese älteren Aufnahmen pro Stück wohl um die EUR 15 kosten.

Gruß, Zelenka
Amadé (09.09.2007, 10:23):
Hallo Zelenka,

jpc bietet sie für 12,99 an.

Gruß Amadé
Zelenka (09.09.2007, 10:35):
Original von Amadé
Hallo Zelenka,

jpc bietet sie für 12,99 an.

Gruß Amadé

Herzlichen Dank für den Hinweis!

Gruß, Zelenka
ab (09.09.2007, 12:30):
Da lohnt es sich womöglich, auf die Gesamt-Box zu warten, die sicherlich, nachdem die ersten Sammler ihr Geld losgeworden sind, etwas billiger erscheinen dürfte.
daniel5993 (10.09.2007, 19:04):
Hallo!

Ich möchte mir unbedingt die kompletten Beethoven Klaviersonaten auf CD kaufen! Und da es Wilhelm Kempff sein muss, wollte ich fragen, welchen Zyklus Ihr bevorzugen bzw empfehlen würdet?

1951-1956
http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/610FZKBGY5L._AA240_.gif

oder

1964/1965
http://ec1.images-amazon.com/images/I/4140W80HKWL._AA240_.jpg


Und noch was!
Wie findet Ihr die Gulda Ga der Klaviersonaten? Diese Box ist gerade sehr günstig zu bekommen!

Dank für eure Hilfe
Gruß
Daniel
:thanks
Rachmaninov (10.09.2007, 19:16):
Original von daniel5993



Und noch was!
Wie findet Ihr die Gulda Ga der Klaviersonaten? Diese Box ist gerade sehr günstig zu bekommen!


Gulda's Beethoven finde ich grausig!
Zelenka (10.09.2007, 19:37):
Lieber Daniel:

Ich freue mich natürlich, daß es Wilhelm Kempff sein muß (warum eigentlich genau?). Im Prinzip wäre es schön, beide Zyklen zu besitzen, es gibt da schon einige Unterschiede von Sonate zu Sonate. (Kempff spielte nie genau gleich.) Wenn es Dich nicht stört, daß die frühere Aufnahme in (durchaus akzeptablem) Mono ist, dann würde ich zuerst diese empfehlen. Ob Wiederholungen z.B. gespielt werden oder nicht, ist vielleicht erst einmal nicht so wichtig. Was Gulda angeht: Der wäre ein kälteres, teils technisch überlegenes Kontrastprogramm zu Kempff. (Technik ist ansonsten nicht alles ...) Bei dem derzeitigen Preis würde sich die Anschaffung schon sehr lohnen, da bin ich doch anderer Meinung als Rachmaninov - bei aller Kempff-Anhänglichkeit.

Gruß, Zelenka
daniel5993 (10.09.2007, 19:57):
Hallo Zelenka!

Ganz einfach! Habe nicht nur viel Gutes über Ihn gehört, sondern habe mich auch über Ihn informiert und ich finde Ihn einfach sympatisch! Diese wunderbar ruhige Art und diese nachdenkliche Miene, seine über alles erhabene Art, liebe ich! Außerdem waren unter meinen ersten Platten eine ganz besondere, welche ich wahrhaft ins Herz geschlossen habe! Mozart Sonaten, KV 310, 330, 331, Fantasie KV 475! Ich liebe diese Platte, diese Musik! Und es stand nuneben der Name Wilhelm Kempff darauf! Er hat mich durch diese Musik verzaubert, eigentlich ja Mozart, aber er hats ja so schön gespielt!
Eigentlich keine sehr überzeugenden Gründe, aber so ist das bei mir halt manchmal so! :haha Und dann habe ich gehört, wie schön seine Beethoven und Schubert Sonaten GA's sein sollen! Und jetzt möchte ich diese auch kaufen!

Danke für deine Hilfe!
Gegen Ende des Monats werde ich die Mono-Aufnahmen bestellen und natürlich hier berichten! Und Mono stört mich nicht im geringsten! Oft liebe ich diese Hoch alternden Aufnahmen lieber!

Gruß
Daniel
Zelenka (10.09.2007, 20:03):
Original von daniel5993
Hallo Zelenka!

Ganz einfach! Habe nicht nur viel Gutes über Ihn gehört, sondern habe mich auch über Ihn informiert und ich finde Ihn einfach sympatisch! Diese wunderbar ruhige Art und diese nachdenkliche Miene, seine über alles erhabene Art, liebe ich! Außerdem waren unter meinen ersten Platten eine ganz besondere, welche ich wahrhaft ins Herz geschlossen habe! Mozart Sonaten, KV 310, 330, 331, Fantasie KV 475! Ich liebe diese Platte, diese Musik! Und es stand nuneben der Name Wilhelm Kempff darauf! Er hat mich durch diese Musik verzaubert, eigentlich ja Mozart, aber er hats ja so schön gespielt!
Eigentlich keine sehr überzeugenden Gründe, aber so ist das bei mir halt manchmal so! :haha Und dann habe ich gehört, wie schön seine Beethoven und Schubert Sonaten GA's sein sollen! Und jetzt möchte ich diese auch kaufen!

Danke für deine Hilfe!
Gegen Ende des Monats werde ich die Mono-Aufnahmen bestellen und natürlich hier berichten! Und Mono stört mich nicht im geringsten! Oft liebe ich diese Hoch alternden Aufnahmen lieber!

Gruß
Daniel

Lieber Daniel:

Ich freue mich wirklich, daß Dir Kempffs Mozart-Sonaten so großartig gefallen haben! Sie sind ganz unvergleichlich! Seit letztem Jahr gibt es sie auf CD (DG Originals), und ich fürchte, sie sind immer noch ein Geheimtip. Leider!

Ich bin schon jetzt gespannt auf Deine ersten Reaktionen auf Kempffs Beethoven!

Gruß, Zelenka
daniel5993 (10.09.2007, 20:13):
Es gehört hier zwar nicht rein, aber trotzdem :J

Es war diese CD! Die meinst du wahrscheinlich auch!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41WXNCACJ6L._AA240_.jpg

Gruß
Daniel
Zelenka (10.09.2007, 20:28):
Original von daniel5993
Es gehört hier zwar nicht rein, aber trotzdem :J

Es war diese CD! Die meinst du wahrscheinlich auch!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41WXNCACJ6L._AA240_.jpg

Gruß
Daniel

Lieber Daniel:

Du hast die japanische Ausgabe abgebildet, bei uns sieht die CD so aus:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/51YE6XC76KL._AA240_.jpg

Gruß, Zelenka
daniel5993 (10.09.2007, 20:43):
Original von Zelenka
Original von daniel5993
Es gehört hier zwar nicht rein, aber trotzdem :J

Es war diese CD! Die meinst du wahrscheinlich auch!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41WXNCACJ6L._AA240_.jpg

Gruß
Daniel

Lieber Daniel:

Du hast die japanische Ausgabe abgebildet, bei uns sieht die CD so aus:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/51YE6XC76KL._AA240_.jpg

Gruß, Zelenka

Japanische Version, aber es steht auf Deutsch drauf :haha
Amadé (17.09.2007, 14:51):
Liebe Freunde der Klaviermusik,
nach Maria Grinberg kann ich über eine Beethoven-CD eines anderen russischen Pianisten berichten, den im Forum nur sehr wenige kennen werden, Samuel Feinberg (1890 - 1962).
Auf der Scheibe befinden sich die Sonaten Es-dur op.7, B-dur op.22 und die beiden aus op.49, es handelt sich um technisch zufriedenstellend aufgearbeitete Aufnahmen des neuen Labels "monopoli", die Aufnahme-Daten sind leider nicht vermerkt.

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/1489055.jpg

Die Interpretationen können gefallen, in op.7 spielt er den 3.Satz (menuetto) jedoch zu schnell, das Trio in moll dann zu langsam, da kann die Dämonie, die einst S.Richter so beklemmend beschwor, nicht durchschimmern.
Für Beethoven-Freunde mit historischen Ambitionen eine wichtige Alternative.

Für mich bemerkenswert ist, dass russische Pianisten zu op.22, eine Sonate, die eher selten aufgeführt wird, eine besondere Affinität zu haben scheinen: Eine von Richters ersten West- LPs enthielt ebendiese Sonate, auch in seinen letzten Jahren setzte er sie auf seine Programme. Die Philips-Aufnsahme ist auch heute noch, nach mehr als 40 Jahren, eine beachtenswerte Produktion. Gregory Sokolov spielte sie vor ein paar Jahren auf seiner Deutschland-Tournee ebenso beeindruckend.
ab (17.09.2007, 21:11):
Nikolayeva - Beethoven's comp.Piano Sonatas bei Scribendum hat sich nun ein Freund von mir gekauft - und er ist sehr enttäuscht. Alles russische Konzertmitschnitte, teils sehr falsch gespielt. Die späten allerdings, sollen deutlich besser sein. Er rät davon deutlich ab.

http://www.rskentertainment.co.uk/prodimg/SC036.jpg
Amadé (17.09.2007, 21:37):
@ ab

Ich habe die CDs schon seit Jahren in Einzelaufnahmen der (ost)deutschen Firma Deutsche Schallplatten und bin nicht besonders angetan von der Interpretationskunst der Nikolajewa, es sind einige interessante Stellen und Interpretationslösungen darunter aber auch viele wenig überzeugende bis misslungene Partien dabei, von falsch gegriffenen Noten noch zu schweigen. Da fragt man sich, auf was gründet sich der Ruhm der Nikolajewa?

Auf eine gelungene Studio-Einspielung der Pianistin möchte ich bei dieser Gelegenheit jedoch noch hinweisen: Mozart Klavierkonzert Es-dur KV 482 und Haydn KLavierkonzert D-dur mit dem Litauischen Kammerorchester unter Saulus Sondecki, vor mehr als 20 Jahren als LP bei HMF erschienen, später evtl. auch als CD? Hörenswert!

Gruß Amadé
ab (17.09.2007, 22:32):
Was hat es eigentlich mit den gerade neu erschienenen Beethoven-Aufnahmen bie Olympia auf sich? Sind das Konzertmitschnitte, sind dies dieselben wie bei Brilliant? sind die Studio und sind dies dieselbe wie bei der DG?

z.B.
http://www.jpc.de/image/w150/front/0/6466711.jpg

Wie ist das eigentlich mit der neuen DG-Box?

http://www.jpc.de/image/w150/front/0/4013066.jpg
Sind die Aufnahmen neu "aufgebessert" worden oder ist der Klang wie in der alten Box belassen worden?

http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/11JAAHHKPSL.jpg

Danke!
ab (17.09.2007, 22:41):
Original von Amadé
es handelt sich um technisch zufriedenstellend aufgearbeitete Aufnahmen des neuen Labels "monopoli", die Aufnahme-Daten sind leider nicht vermerkt.


Danke für den Hinweis auf dieses Label. Die Ausgabe von Schostakowitsch 10. Sinfonie in seiner Bearbeitung und Einspielung für zwei klaviere mit Feinberg lässt eventuell vermuten, dass es sich um Aufnahmen handelt, die es einst bei Russian Revelation gab?! Ist das Live?
Amadé (18.09.2007, 15:09):
@ ab

Ich glaube eher nicht, habe keine Publikumsgeräusche hören können.

Gruß Amadé
Zelenka (18.09.2007, 18:15):
Original von ab
Was hat es eigentlich mit den gerade neu erschienenen Beethoven-Aufnahmen bie Olympia auf sich? Sind das Konzertmitschnitte, sind dies dieselben wie bei Brilliant? sind die Studio und sind dies dieselbe wie bei der DG?

z.B.
http://www.jpc.de/image/w150/front/0/6466711.jpg


Danke!

Ich bin ganz überrascht, daß das untergegangene Olympia-Label wiederauferstanden sein soll! Eine Recherche bei mdt.co.uk ergab kein Resultat.

Gruß, Zelenka
ab (18.09.2007, 18:34):
Original von Zelenka
[ Eine Recherche bei mdt.co.uk ergab kein Resultat.


Ich stieß auf diese Reihe mehrer Gilels-Beethoven-CDs bei jpc.
Zelenka (18.09.2007, 18:42):
Original von ab
Original von Zelenka
[ Eine Recherche bei mdt.co.uk ergab kein Resultat.


Ich stieß auf diese Reihe mehrer Gilels-Beethoven-CDs bei jpc.

Danke für den Hinweis! Da ist diesen Sommer ja sehr viel wiedererschienen! Sogar der vergessene Petrov ist wiederbelebt!

Gruß, Zelenka
Cosima (18.09.2007, 21:38):
Original von Zelenka
Danke für den Hinweis! Da ist diesen Sommer ja sehr viel wiedererschienen! Sogar der vergessene Petrov ist wiederbelebt!


Ich hatte das auch schon bemerkt, weil 5 oder 6 Richter-CDs plötzlich wieder aufgetaucht sind. :W
Zelenka (19.09.2007, 17:02):
Original von Cosima
Original von Zelenka
Danke für den Hinweis! Da ist diesen Sommer ja sehr viel wiedererschienen! Sogar der vergessene Petrov ist wiederbelebt!


Ich hatte das auch schon bemerkt, weil 5 oder 6 Richter-CDs plötzlich wieder aufgetaucht sind. :W

Mir sagt ja keiner etwas! :S Es rächt sich auch, daß ich immer ganz zuletzt bei jpc recherchiere.

Gruß, Zelenka
Amadé (25.09.2007, 09:08):
Hallo Beethoven-Freunde,

soeben erreichte mich dieses Klapp-Album:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/51bZvjRIxXL._AA240_.jpg

damit wird die Gesamteinspielung von Lewis bald abgeschlossen sein. Es fehlen noch: 3 Sonaten op.10, 2 Sonaten op.49, op.81a und die drei letzten op.109-111.

Gruß Bernd
Zelenka (25.09.2007, 12:45):
Original von Amadé
Hallo Beethoven-Freunde,

soeben erreichte mich dieses Klapp-Album:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/51bZvjRIxXL._AA240_.jpg

Gruß Bernd

Nach der Erfahrung mit der enttäuschenden ersten Folge dieses Zyklus kann ich leider nicht sehr neidisch werden ...

Gruß, Zelenka
Amadé (25.09.2007, 23:25):
Hallo Zelenka,

welche Sonaten hast Du denn gehört?

Gruß Amadé
Zelenka (27.09.2007, 13:41):
Original von Amadé
Hallo Zelenka,

welche Sonaten hast Du denn gehört?

Gruß Amadé

Lieber Amadé:

Ich habe die Sonaten op. 31 von Lewis, insgesamt eine zerfahrene und lahme Veranstaltung.

Gruß, Zelenka
Amadé (27.09.2007, 16:10):
@ Zelenka und andere

Ich habe inzwischen 5 Sonaten aus Vol.3 gehört.
A-dur op.2 Nr.2, As-dur op.26, Es-dur op.27 Nr.1, F-dur op.54 und f-moll op.57.
@ op.2,2: Lewis hat gewiss nicht die luzide Sichtweise eines W.Kempff, eine seiner Parade-Sonaten,
aber wer von den großen Alten konnte da mithalten? Backhaus, Gieseking, Arrau, Serkin, oder von den Jüngeren vielleicht Brendel, Ashkenazy, Barenboim? Keiner! Lewis Interpretation dieser Sonate wie auch der anderen genannten kann sich durchaus hören lassen, hier wird nicht unter einem bestimmten Niveau interpretiert.

Ich erlaube mir noch einen Hinweis im allgemeinen: Meist werden nur die bekannten, mit Namen belegten Sonaten, in der Kritik wahrgenommen (eingschränktes Urteil), die anderen sollten deshalb nicht vernachlässigt werden. Die Es-dur Sonate op.27 Nr.1 z. B. steht der benachbarten Mondscheinsonate musikalisch-kompositionstechnisch in nichts nach, hat höchstes Niveau, ist zudem vielfältiger im Ausdruck. Wer sie noch nicht kennt, kennt nicht Beethovens Vielfalt.

Gruß Bernd
Rachmaninov (27.09.2007, 17:00):
Also,
ich kanne Lewis nur von einer Schubert D958 Aufnahme und fand ihn ähnlich fade wie seinen Lehrer Brendel! :ignore
Amadé (28.09.2007, 10:34):
Original von Rachmaninov
Also,
ich kanne Lewis nur von einer Schubert D958 Aufnahme und fand ihn ähnlich fade wie seinen Lehrer Brendel! :ignore


ich kenne Rachmaninov nur aus diesem Forum und kenne seine Abneigung gegen Lewis und seinen Lehrer B.
Lieber Richard, Du weißt, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen sollte. Überwinde Deinen Halo-Effekt und öffnete Dich Neuem. Ich werde nicht von Lewis bezahlt, um für ihn die Werbetrommel zu rühren, aber viele seiner Aufnahmen sind einfach gut, in meinen subjektiven Augen und Ohren, deshalb meine Hartnäckigkeit in Sachen Paul Lewis. Hör' doch mal in op.2 Nr.3 rein!

Grüße Bernd
Rachmaninov (28.09.2007, 10:39):
@Amade,

ich versuche mich immer wieder neuem zu öffnen und mich ist klar, daß viele Schüler anders klingen als ihre Lehrer!
Sicherlich werde ich bei Gelegenheit wieder einmal Lewis hören! :hello
daniel5993 (28.09.2007, 21:59):
Hallo!

Habe heute meine erste Gesamtausgabe der 32 Klaviersonaten beethovens bekommen. Die Aufnahmen von 1951 - 1956, von Wilhelm Kempff!
http://ec1.images-amazon.com/images/I/610FZKBGY5L._AA240_.gif
Zwar kann ich noch nichts über die Interpretationen sagen, wohl aber, dass ich von dem Ganzen drumherum, sehr enttäuscht bin! :B
Da gibt man ein Vermögen aus und bekommt zwar eine Hochwertige Box, aber die CD's sind in normalen Papier gefalteten Hüllen! Nicht einmal Pappe, sondern in Normalem Papier eingewickelt! :I Von einer Box, die für 65 Euro angeboten wird, kann man doch wahrlich mehr erwarten, oder? Mir ist auch das drumherum wichtig! Eine solch wertvolle CD-Box sollte doch nun wirklich "haltbarer" verpackt sein! Hoffentlich entschädigt mich die Musik, die Interpretationen des Herrn Kempff! :B

Gruß
Daniel
daniel5993 (29.09.2007, 14:42):
Hallo Sonatenfreunde!

Also, Die "eher bekannten" Sonaten, Pathetique, Appassionata, Mondscheinsonate, Sturmsonate, Pastorale, Waldsteinsonate, Les Adieux kannte ich ja schon von anderen anderen Pianisten, teils von Pollini, Brendel, Rubinstein, Backhaus und auch ein paar weniger bekannten Pianisten!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/610FZKBGY5L._AA240_.gif

Schnell konnte ich mir dadurch bei diesen "Bekannten" Beethoven Sonaten ein Bild machen! Und ich bin überwältigt!
So wunderbare Interpretationen gehören einfach gewürdigt! Nicht das andere es nicht draufhaben, nein, mehrere Interpretationen haben mich schon überzeugt u.a auch Alfred Brendel, welchen ich auch als Pianist sehr schätze, im Gegensatz zu manch anderen hier! (Sei hier an dieser Stelle angemerkt!)

Kempff spielt so entzückend, echt :down! Ich bin einfach nur begeistert und froh mir diese, genau diese GA gekauft zu haben! :J
Der Schmerz über die "trostlosen" CD-Verpackungen ist dahin! Grenzenlose Begeisterung! :down
Bei der Aufnahmequalität war ich doch überrascht! Die Aufnahmen hören sich, obwohl anfang der 50er Jahre Aufgenommen sehr gut an!
Und zum Vergleich steht Kempffs 2 Gesamteinspielung aus Mitte der sechziger Jahre bald an!

Gruß
Daniel
:leb
Zelenka (01.10.2007, 13:46):
Original von daniel5993

Und zum Vergleich steht Kempffs 2 Gesamteinspielung aus Mitte der sechziger Jahre bald an!

Gruß
Daniel
:leb

Ich lese es mit Freuden! :)

Gruß, Zelenka
Amadé (24.11.2007, 16:26):
Liebe Beethoven-Freunde,

die Gesamteinspielung der Klaviersonaten mit Gerhard Oppitz hat die Zielgerade erreicht, soeben wurden die drei letzten Sonaten veröffentlicht.
Mich erreichte vergangene Woche die CD mit den 3 Sonaten op.31.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/513e5KAwMwL._AA240_.jpg

In der nicht oft (warum?) zu hörenden G-dur-Sonate op.31 Nr.1 macht der Pianist alles richtig, nüchtern wird der Notentext exekutiert, aber das Entscheidende fehlt: Beethovens Daseinsfreude, Lebensbejaung, sein Humor - die andere, manchmal übersehene, Seite seiner komplexen Persönlichkeit, höre ich aus dieser Interpretation nicht heraus. Beethoven fordert vom Interpreten mehr Fantasie und Gespür im Umgang mit dem Notentext als in den folgenden Sonaten. Kein Wunder, dass diese in Oppitz' Lesart einen besseren Eindruck hinterlassen.
Fazit: Korrekt, geringe Inspiration - kein Blick auf die Totale der Sonate op.31 Nr.1

Grüße Amadé
Rachmaninov (26.11.2007, 21:33):
Original von Amadé

In der nicht oft (warum?) zu hörenden G-dur-Sonate op.31 Nr.1 macht der Pianist alles richtig, nüchtern wird der Notentext exekutiert, aber das Entscheidende fehlt: Beethovens Daseinsfreude, Lebensbejaung, sein Humor - die andere, manchmal übersehene, Seite seiner komplexen Persönlichkeit, höre ich aus dieser Interpretation nicht heraus. Beethoven fordert vom Interpreten mehr Fantasie und Gespür im Umgang mit dem Notentext als in den folgenden Sonaten. Kein Wunder, dass diese in Oppitz' Lesart einen besseren Eindruck hinterlassen.
Fazit: Korrekt, geringe Inspiration - kein Blick auf die Totale der Sonate op.31 Nr.1

Grüße Amadé

@Amade,

dennoch bin ich in froher Erwartung einer, bereits angekündigten, Veröffentlichung seiner Beethoven Sonaten als Gesamteinspielung! (P.S. Schubert fängt er nun auch an!)
HenningKolf (15.03.2008, 16:56):
Original von Rachmaninov
Also,
ich kanne Lewis nur von einer Schubert D958 Aufnahme und fand ihn ähnlich fade wie seinen Lehrer Brendel! :ignore

was Beethoven betrifft, höre ich den Lehrer recht gern, kann mich aber für den auf der Insel anscheinend hochgeschätzten (den Eindruck vermittelt das gelegentliche Lesen des BBCmusicmagazines) Schüler wenig begeistern

Gruß
Henning
teleton (16.03.2008, 12:58):
Liebe Beethoven-Freunde,

ich habe mir diesen umfangreichen Thrwad, der nun schon auf der 7.Seite angekommen ist heute erstmalig ganz durchgelesen.
Ich bin nicht der Musikhörer der ständig an beethoven-Sonaten "rumknabbert", aber manchmal sind einige auch "dran".

:beer Zunächst möchte ich einmal festhalten, das jeder Pianist, der es geschafft hat von allen Sonaten ein GA aufzunehmen schon zu den ganz großen gehört. Man überlege mal diesen Stoff auswendig zu reproduzieren - für mich eine gigantische Vorstellung.

Und wenn ich dann solche Sätze lese:
Gulda's Beethoven finde ich grausig!
dann finde ich das da sehr wenig Wohlüberlegtes drin steckt.
Gulda hat sicher einen anderen Zugang zu Beethoven als Brendel und Gilels, aber seine GA gehört auch zu den ganz großen Würfen.
Ich bin jedenfalls fastziniert von Guldas großer Kunst !


Neben der GA mit Gulda (Decca/Amadeo), habe ich eine Einzel-CD mit Gilels (Jahre nicht mehr gehört) und eine weitere GA, die nur bei der Aufzählung im Eingangs-Beitrag steht:
Ashkenazy (Decca 1971-1980)

Seltsamerweise hat diese keiner bisher erwähnt.
Das ich diese habe ist auch mehr Zufall und wie ich feststellen mußte ein Glücksfall:
Ich hatte früher in der Annonce eine Anzeige mit dem Inhalt der Klassik-CD-Suche und -Verkäufe. Ashkenazy wurde mir irgendwann in den 90ern angeboten und ich kaufte sie für einen Spottpreis (15-20DM).

Ashkenazy´s präziser mannhafter Anschlag, und seine Interpretationen voller Dramatik und Emotion finde ich durchweg ausgezeichnet.
Der Vergleich mit mancher anderen Aufnahme/oder Live zeigt mir immer wieder den Weg zu Ashkenazy, mit dem ich einen großartigen Fang gemacht habe.
Ich lege diese Decca-CD´s immer wieder gerne und mit anschließender Genugtuung und Zufriedenheit auf.
Unterstützt wird dieser Eindruck durch eine fabelhafte Decca-Klangtechnik (für mich auch immer sehr wichtig).

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41C1HGCRWDL._AA240_.jpg
Decca, 1971-1980, ADD/DDD


Die später gekaufte GA mit Gulda ist für mich eine schöne Ergänzung in der ich auch viele ansprechende Interpretaionen vorfinde - Gulda hat es rhytmisch ebenfalls voll drauf.

:hello Ich hätte gerne ein paar Reaktionen auf Ashkenazy und Gulda, soweit bekant.

Für mich steht jedenfalls fest:
Ich habe mir meine Meinung bereiits gebildet und weis dass ich mit meinen beiden GA einen sehr guten und angemessenen Überblick über die Beethoven - Sonaten zur Verfügung habe.
Ein weiterer Kauf steht somit nicht an.
daniel5993 (16.03.2008, 16:04):
Hallo teleton und Ihr anderen Beethoven-Freunde,


:beerFür mich steht jedenfalls fest:
Ich habe mir meine Meinung bereiits gebildet und weis dass ich mit meinen beiden GA einen sehr guten und angemessenen Überblick über die Beethoven - Sonaten zur Verfügung habe.
Ein weiterer Kauf steht somit nicht an.

Das wichtigste ist doch dass man sebst zufrieden ist!
Gulda und Ashkenazy kenne ich bei Beethovens Klaviersonaten nicht, aber einer der sich in mein Herz gespielt hat ist Emil Gilels. Prachtvoll!
An Dramatik wohl nicht zu überbieten. Seine gewaltige Pranke, sein "gewaltätiges" "stürmisches"Spiel machen Ihn für mich zu dem wohl größten Beethoven Interpreten neben Wilhelm Kempff! Wie ein aufbrausender Sturm, und das nicht nur in der Sturmsonate!

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947763604.jpg

Wilhelm Kempff wiederum spielt dagegen "ganz" anders. Er spielt mit einer erhabenen Ruhe, voller Fantasie. Weniger Spektakulär, aber mit einer lieblichen, ja feinsinnigen Brillianz. Das liebe ich so an Kempff und das nicht nur bei Beethoven. Bei Schubert liebe ich sein "herumträumen" im Spiel....
Übrigens finde ich, dass sein 60er Jahre Zyklus kaum Neues gebracht hat. Er ist sich treu geblieben :D

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028944796629.jpg http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028945372426.jpg

Und wenn Beethoven mal normal klingen soll, wie ich Ihn auch oft (gern) höre, dann ists Brendel und Backhaus, wobei Backhaus schon wieder der aktivere (oft auch der interessantere von beiden) ist .... Live ist Backhaus sehr stark gewesen...

Artur Schnabel ist auch interessant, hab die GA der Klaviersonaten erst letzten ins Haus bekommen und muss dort erstmal genauer reinhören. Der erste Eindruck dort war (bei den bekannteren Sonaten) - schneller, härter, nicht so der Romantiker.

Wie zeichnen sich den Ashkenazy und Gulda aus? Im Gegensatz zu....
Wie würdest du Ihr Spiel beschreiben? was macht Sie so interessant?
Gerade bei dem Preis denk ich das ich über kurz oder lang auch zu Gulda greifen werde.

Zunächst möchte ich einmal festhalten, das jeder Pianist, der es geschafft hat von allen Sonaten ein GA aufzunehmen schon zu den ganz großen gehört. Man überlege mal diesen Stoff auswendig zu reproduzieren - für mich eine gigantische Vorstellung.
Da stimm ich dir zu! Jeder der solch ein Mammutprojekt angeht und besteht, mit Liebe zur Musik, verdient Annerkennung, Beachtung, Respekt. :ignore

Gruß
Daniel
Tranquillo (16.03.2008, 16:38):
Hallo zusammen,

zu diesem Thema finde ich das Buch "Beethovens 32 Klaviersonaten und ihre Interpreten" von Joachim Kaiser sehr informativ und erhellend - erstaunlich, dass es hier noch nicht erwähnt wurde:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/31rHL59-uwL._AA240_.jpg

Das Buch stammt aus dem Jahr 1979 - demzufolge werden neuere Aufnahmen natürlich nicht erwähnt. Aber viele Aufnahmen, die Kaiser nennt, sind auch heute noch erhältlich. Man mag sich Kaisers Urteil im Einzelfall vielleicht nicht unbedingt anschliessen, aber was das Buch für mich lesenswert macht, ist die ausführliche Einführung in alle Sonaten, ihre Rezeptions- und Interpretationsgeschichte und ihre Besonderheiten im Vergleich zu anderen Werken Beethovens und seiner Zeitgenossen. Notenkenntnisse sind bei der Lektüre von Vorteil, da Kaiser seine Ausführungen durch zahlreiche Notenbeispiele untermauert. Ich konnte die Noten aller Beethoven-Sonaten vor einiger Zeit als preiswerte Reprints älterer Notenausgaben erstehen und kann daher beim Hören im Bedarfsfall auch die Noten heranziehen.

Ich habe drei Gesamtaufnahmen, die hier auch bereits erwähnt wurden: Gulda (Amadeo), Barenboim (EMI) und Alfredo Perl (Arte Nova), wobei Gulda mein Favorit ist. Da die originalen Amadeo-CD's etwas angerauscht waren, habe ich mir die Box von Eloquence zugelegt, wo die Aufnahmen noch klanglich aufgefrischt wurden:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947687610.jpg

Guldas Klavierklang ist etwas gewöhnungsbedürftig - das Klavier ist sehr direkt und mit wenig Hall aufgenommen, der Klang ist daher etwas "trocken" und "unsinnlich". Nichtsdestotrotz ist Gulda im Gegensatz zu vielen anderen Pianisten immer dicht an dem, was Beethoven in den Noten vorgeschrieben hat - das stellt auch Kaiser des öfteren in seinem Buch fest.

Viele Grüsse
Andreas
ab (16.03.2008, 18:40):
Original von Tranquillo
Da die originalen Amadeo-CD's etwas angerauscht waren, habe ich mir die Box von Eloquence zugelegt, wo die Aufnahmen noch klanglich aufgefrischt wurden:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947687610.jpg


weißt Du zufällig, ob die Brilliant Classics-Ausgabe unten das Master der alten Amadeo-Aufnahme übernommen hat oder ob auch diese "klanglich aufgefrischt" wurde?

http://www.jpc.de/image/w150/front/0/5028421927732.jpg
Amadé (16.03.2008, 18:42):
@ Daniel

Bei Emil Gilels kann man (grob) drei Schaffensphasen unterscheiden:
- - - seine Sturm und Drang - Periode etwa bis 1965 reichend, von damals sind uns die Beethoven-Aufnahmen in der Brillant-Box überkommen. Auch das 2. Klavierkonzert von Brahms mit Fritz Reiner (RCA) stammt aus dieser Epoche
- - - dann die sich anschließende Zeit der Reife. In diesen Jahren wurden die wunderbaren Moments musicaux von Schubert (Eurodisc), die 4 Balladen und die 7 Fantasien op.116 von Brahms (DGG) eingespielt, auch die Klavierkonzerte mit Eugen Jochum, das 1. Chopin-Konzert mit Ormandy (CBS). Während der Aufzeichnung der Beethoven-Sonaten für die DGG setzte dann ein Wandel ein: nach den Sonaten Nr.3, 6- 8, 13 -17, 21, 23, 24, 26 und trat uns mit den letzten CDs dann
- - - der späte Gilels entgegegen (etwa ab 1984), verinnerlicht, die Musik hier und da fast gefroren, oft langsamere Tempi, in den letzten Sonaten bis zum zeitweiligen Stillstand. Dafür zeugen die Sonaten Nr.2, 4, 5, 10, 19, 20, 30 und 31. Leider konnte Gilels seinen Zyklus nicht mehr vollenden. In der Zusammenstellung
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028945322124.jpg
ist dieser Bruch deutlich hörbar. Ich rate zum Kauf von Einzel-CDs!

Grüße Bernd
ab (16.03.2008, 19:09):
Original von Amadé
ich rate zum Kauf von Einzel-CDs!

Grüße Bernd

Warum? Klingen die einzelen Scheiben besser als die Scheiben der GA? Oder meinst Du, man solle sein Früh- und Mittelwerke kaufen und auf den "späten" Gilels verzichten?
Tranquillo (16.03.2008, 19:51):
Original von ab
weißt Du zufällig, ob die Brilliant Classics-Ausgabe unten das Master der alten Amadeo-Aufnahme übernommen hat oder ob auch diese "klanglich aufgefrischt" wurde?

http://www.jpc.de/image/w150/front/0/5028421927732.jpg
Hallo ab,

nach meinen bisherigen Erfahrungen übernimmt Brilliant bei Aufnahmen anderer Labels die Master unverändert (z. B. die Aufnahme der Beethoven-Streichquartette des Guarneri-Quartetts, die parallel in der Reihe Eloquence remastered erschien). Ob das bei Gulda auch so gemacht wurde, weiss ich nicht - bei Brilliant sind dazu keine Informationen zu finden.

Viele Grüsse
Andreas
Amadé (16.03.2008, 20:07):
@ ab

Klanglich ist da kein Unterschied!

Ich kann mir aber vorstellen, dass die kurz vor seinem Tode aufgezeichneten Sonaten nicht den Hörerwartungen mancher entsprechen und sie dann von Gilels' Interpretation enttäuscht sind. Für den "fortgeschrittenen" Hörer stellen sie jedoch interessante Alternativen dar.

Gruß Amadé
ab (16.03.2008, 20:19):
Danke für die Erläuterung!

(Ja - eine sochen ruhenden Beethoven hätte auch ich von Gilels nicht erwartet! Von Enttäuschung aber keine Spur: Ich schätze gerade diesen Spätzugang ganz besonders!)
:hello
HenningKolf (16.03.2008, 20:56):
Original von teleton

:hello Ich hätte gerne ein paar Reaktionen auf Ashkenazy und Gulda, soweit bekant.



Ich gehöre zu den - wie Bernd das bezeichnet - "emotionalen" Hörern. Das heißt ich höre halt nicht notenlesend und überprüfe, ob Beethoven das so gewollt haben mag, wie ich es höre. Ich lehne mich zurück, schließe die Augen und genieße - oder auch nicht. Bei solch einer Herangehensweise ist der Genuss von der persönlichen Stimmung abhängig, eine Einspielung spricht mich nicht immer gleichermaßen an. Aber auf diese Weise führen viele Wege zum Glück......

So gefallen mir dann auch recht unterschiedliche Herangehensweisen an die Sonaten:

Die Gulda-Box mit den Amadeoaufnahmen und den nicht sonderlich gelungenen Klavierkonzerten eigne ich, ebenso den späteren Kempff und Brendel mit der zweiten Phillips-Aufnahme.


Gulda gefällt mir unbedingt. Er spielt in der Tat auch in meinen Ohren "rythmisch", was auch nicht wundert bei einem Musiker, der im Jazz genauso zu Hause ist. Trotzdem gelingt es ihm meist (natürlich sind bei Gesamtaufnahmen nicht alle 32 Sonaten gleich gut eingespielt), Gesamtstruktur und Spannungsbögen gebührend zu beachten. Jedenfalls auf der remasterten Aufnahme der Guldabox finde ich den Klavierklang nicht kalt, wie manchmal geäußert wird, sondern angenehm brilliant.

Kempf spielt ganz anders, aber auch hervorragend, klangsinnlich, auf seine Art auch sehr persönlich.

Bei Brendel meint man auszumachen, dass er möglichst wenig von sich selbst einbringen will, möglichst neutral als Medium der Kompositionsvermittlung dient. Aber auch diesen Ansatz finde ich von Zeit zu Zeit durchaus spannend.

Aschkenasi habe ich nicht als Gesamtaufnahme, sondern lediglich eine CD mit den Sonaten Nr. 8, 14, 23. Sicherlich kraftvoll und soweit ich das beurteilen kann technisch ohne Tadel und exakt gespielt, aber der Funke ist bisher noch nicht wirklich zu mir rübergesprungen. Emotional spricht mich der "neutrale" Brendel mehr an, warum das so ist kann ich nicht sagen.

Von Lewis kenne ich die Sonaten Nr. 16, 17, 18; mir klingt es zu gefällig im Sinne von "beliebig" und langweilig.

Ich mag durchaus auch schon mal eher polarisierende Spielweisen. Recht kraftbetont, mit Leib und Seele, ich denke nicht immer sehr nah am Notentext, spielt Fazil Say die Sonaten Nr. 17, 21 und 23.

Die späten Klaviersonaten Nr. 28 - 32 mit Pollini, die Sonate Nr. 32 mit Haefliger, die Nr. 13 bis 15 mit Schiff kenne ich bisher nur von kurzem Ersthören, der Ersteindruck war aber so, das nähere Beschäftigung lohnen dürfte.

Eher weniger gut - vom Anschlag und dem Pedaleinsatz her - fand ich die Sonaten Nr. 8, 14 und 17 mit Pizzarro (Linn Records). Schlimm ist Gould (den ich überhaupt nur mit den späten Goldbergvariationen von Bach mag).

Brautigam mag ja ganz hervorragend spielen, ich habe kurz hineingehört, ich mag aber den Klang des Instruments nicht sonderlich.

Gilels wird wohl in den kommenden Monaten noch angeschafft werden, ob es gleich die Gesamtaufnahme wird, wird man sehen.

Gruß
Henning
daniel5993 (16.03.2008, 21:08):
HennigKolf schrieb: Schlimm ist Gould (den ich überhaupt nur mit den späten Goldbergvariationen von Bach mag).

Der Satz könnte von mir stammen :D :D
Nur das ich noch die Klavierkonzerte Bachs gern mit Ihm höre
daniel5993 (16.03.2008, 21:24):
Original von Amadé
@ Daniel

Bei Emil Gilels kann man (grob) drei Schaffensphasen unterscheiden:
- - - seine Sturm und Drang - Periode etwa bis 1965 reichend, von damals sind uns die Beethoven-Aufnahmen in der Brillant-Box überkommen. Auch das 2. Klavierkonzert von Brahms mit Fritz Reiner (RCA) stammt aus dieser Epoche
- - - dann die sich anschließende Zeit der Reife. In diesen Jahren wurden die wunderbaren Moments musicaux von Schubert (Eurodisc), die 4 Balladen und die 7 Fantasien op.116 von Brahms (DGG) eingespielt, auch die Klavierkonzerte mit Eugen Jochum, das 1. Chopin-Konzert mit Ormandy (CBS). Während der Aufzeichnung der Beethoven-Sonaten für die DGG setzte dann ein Wandel ein: nach den Sonaten Nr.3, 6- 8, 13 -17, 21, 23, 24, 26 und trat uns mit den letzten CDs dann
- - - der späte Gilels entgegegen (etwa ab 1984), verinnerlicht, die Musik hier und da fast gefroren, oft langsamere Tempi, in den letzten Sonaten bis zum zeitweiligen Stillstand. Dafür zeugen die Sonaten Nr.2, 4, 5, 10, 19, 20, 30 und 31. Leider konnte Gilels seinen Zyklus nicht mehr vollenden. In der Zusammenstellung
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028945322124.jpg
ist dieser Bruch deutlich hörbar. Ich rate zum Kauf von Einzel-CDs!

Grüße Bernd

Guten Abend Amade,

Noch mal zu meinem Neuen Liebling :ignore
Die Appassionata, die Sturmsonate, Pathetique, Mondscheinsonate aus diesem DGG-Zyklus gehören allesamt zu meinen persöhnlichen Referenzen.
Die Appassionata besonders, die versetzt mich unter Gilels in ungeahnte Zustände :down Da fehlen Worte.......

Ich habe angefangen mit den Einzel CD's des Zykluses, demnächst habe ich auch die GA bei mir stehen, jedoch aus dem Grund, dass nicht alle Sonaten. auf Einzel CD's zu haben sind. Auch ich würde zum Kauf von Einzel CD'S raten, allerdings aus dem Grund, dass man (ich) diese Einzel CD'S viel mehr schätze, mehr höre, weil die Sonaten einfach gesondert sind, man (ich) problemloser rankomme, anstatt jedesmal zu versuchen die CD's aus den Papphüllen zu schütteln. Diese Einzel CD'S erfreuen sich bei mir erhöhter "Aufmerksamkeit". Ich persöhnlich habe mehr Freude an Einzel CD's, auch wenn Sie teurer sind. Den Jungen Gilels (mit Beethoven) werde ich ausführlich auseinandernehmen, während meines bald kommenden Urlaubs (voller Vorfreude) :D :leb

Ich rate zum Kauf von Einzel-CDs
:beer

Gruß
Daniel
teleton (22.03.2008, 10:11):
Hallo daniel,

Die Appassionata besonders, die versetzt mich unter Gilels in ungeahnte Zustände Da fehlen Worte.......
gerade habe ich mal nachgesehen, welche Gilels-DG-CD von den Beethoven-Sonaten ich überhaupt habe.
Das ich das gar nicht mehr wuste zeigt, wie lange ich mich nicht mehr mit diesem Material beschäftigt habe.

:beer Aber oh-Freude, es ist die DG-CD mit den Sonaten Nr.21 "Waldstein-Sonate", Nr.23 "Appassionata" und Nr.26"Les Adieux".
Deine Worte zur Appassionata klingen äußerst vielversprechend und ich werde mich in Kürze dieser Gilels-CD widmen.
:beer Oft weiß man gar nicht welche Schätze man in seiner Sammlung hat.

Es ist diese CD, die immer noch im absoluten Hochpreis zu finden ist:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028941916228.jpg
Klaviersonaten Nr. 21, 23, 26
DG, 1971-74, ADD

Ich ziehe im Grunde auch Einzel-CD´s vor, da man dann, gerade wenn man sich erstmalig mit Werken beschäftigt, ein viel besserer Zugang zu den einzelnen Werken möglich ist.
:times10 Man baut quasi zu jeder CD und damit mit dem Werk eine eigene Beziehung auf !

Andererseits ist bei den Klaviersonaten eine GA doch wesentlich und preiswerter und platzsparender.
Zelenka (22.03.2008, 12:07):
Original von teleton
Ich ziehe im Grunde auch Einzel-CD´s vor, da man dann, gerade wenn man sich erstmalig mit Werken beschäftigt, ein viel besserer Zugang zu den einzelnen Werken möglich ist.
:times10 Man baut quasi zu jeder CD und damit mit dem Werk eine eigene Beziehung auf !

Andererseits ist bei den Klaviersonaten eine GA doch wesentlich und preiswerter und platzsparender.

Ein ewigwährendes Dilemma, einerseits, andererseits ...

Gruß, Zelenka
daniel5993 (22.03.2008, 13:25):
Original von teleton
Hallo daniel,

Die Appassionata besonders, die versetzt mich unter Gilels in ungeahnte Zustände Da fehlen Worte.......
gerade habe ich mal nachgesehen, welche Gilels-DG-CD von den Beethoven-Sonaten ich überhaupt habe.
Das ich das gar nicht mehr wuste zeigt, wie lange ich mich nicht mehr mit diesem Material beschäftigt habe.

:beer Aber oh-Freude, es ist die DG-CD mit den Sonaten Nr.21 "Waldstein-Sonate", Nr.23 "Appassionata" und Nr.26"Les Adieux".
Deine Worte zur Appassionata klingen äußerst vielversprechend und ich werde mich in Kürze dieser Gilels-CD widmen.
:beer Oft weiß man gar nicht welche Schätze man in seiner Sammlung hat.

Es ist diese CD, die immer noch im absoluten Hochpreis zu finden ist:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028941916228.jpg
Klaviersonaten Nr. 21, 23, 26
DG, 1971-74, ADD

Ich ziehe im Grunde auch Einzel-CD´s vor, da man dann, gerade wenn man sich erstmalig mit Werken beschäftigt, ein viel besserer Zugang zu den einzelnen Werken möglich ist.
:times10 Man baut quasi zu jeder CD und damit mit dem Werk eine eigene Beziehung auf !

Andererseits ist bei den Klaviersonaten eine GA doch wesentlich und preiswerter und platzsparender.


Bitte schildere (nach der Hörsitzung) deine Eindrücke :thanks
Amadé (21.05.2008, 20:29):
Hallo Beethoven-Freunde,

der Zyklus aller 32 Sonaten mit Paul Lewis ist mit Vol.4 abgeschlossen.

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0794881868322.jpg

Es handelt sich um die Sonaten Nr. 5-7, 15, 19, 20, 26, 30-32.
Grüße Amadé
Jeremias (25.05.2008, 15:05):
ein Zyklus, den man m.E. nicht haben muss. Der Brendel-Schüler hat genauso wenig zu sagen wie sein Lehrer :ignore

Kennt jemand von Euch die Gesamtaufnahme mit Yukio Yokoyama bei Sony? Ich habe sie mal für 1 Euro bei Ebay ersteigert.... hat sich wirklich gelohnt! Frisch, unbeschwert, sehr sensibler Anschlag... so muss es sein!
Amadé (25.05.2008, 16:20):
@ Jeremias

op.111 gefällt mir gut, viel besser als Yokoyama. ?(

Gruß Bernd
Zelenka (29.05.2008, 19:36):
Insgeheim hat Amadé kürzlich seine Übersicht zu op. 111 auf einen neueren Stand gebracht.

Gruß, Zelenka
Amadé (24.09.2008, 18:43):
Liebe Forianer,

inzwischen haben nach Paul Lewis

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0794881868322.jpg

auch Gerhard Oppitz

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4010276017196.jpg

und Andras Schiff

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947661924.jpg

ihre Gesamtaufnahmen abgeschlossen.

Herzliche Grüße
Amadé
Dieter (25.09.2008, 22:29):
Hallo zusammen,
ich kenne nicht alle Aufnahmen, weil ich kein Platten-oder CD-Sammler bin. Aber ich habe die Aufnahmen mit Gulda und Kempff. Wobei mir die Aufnahmen mit Kempff (Schallplatten) am besten gefallen. Aber es wurde ja schon geschrieben, dass man nicht sagen kann, wer spielt die Sonaten am authentischsten. Die Auffassungen der Interpretation haben sich ja auch im Laufe der Zeit geändert, auch die Instrumente. Interessant natürlich auch die Aufnahmen einzelner Pianisten die zu verschiedenen Zeiten aufgenommen wurden, siehe Gulda. Da hört man dann doch in der späteren Aufnahme die künstlerische Reife heraus. Man hat eben in jungen Jahren noch nicht die Reife eine Sonate Op. 111 mit dem richtigen Gefühl zu spielen. Ich werde sie mir jetzt, mit 61 Jahren, mal wieder vornehmen.
Es ist ja auch Geschmackssache,und eine perfekte Interpretation gibt es nicht.
Gruß Dieter
thwinter12 (22.10.2008, 12:16):
Hallo allen,

gerade habe ich (und Daniel :wink ) entdeckt, dass Anfang November diese Gesamtaufnahme (aufpoliert?) wiederveröffentlicht werden soll:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947779582.jpg

Ludwig van Beethoven
"The 32 Piano Sonatas"
Wilhelm Kempff 1964-65 (ADD)
DGG

Da ich mir neben der neueren Einspielung von András Schiff einen "Altmeister" anschaffen möchte, interessiert mich brennend diese Veröffentlichung.

Amadé nennt für Kempff die Zeiträume 1951-56 und 1964-65, in denen er seine Zyklen eingespielt hat. Die 1. Aufnahme wurde ja bereits im Thread löblichst erwähnt. (@Daniel: Hast Du Dir eigentlich auch den 2. Zyklus bereits geleistet?)

Kann man auch den von 1964-65 anstandlos kaufen (dann möchte ich nämlich zuschlagen!)? Was sind die Unterschiede zu den 50er-Jahren (außer natürlich, dass dieser mono war)?

Servas,
Thomas
daniel5993 (22.10.2008, 12:31):
Hallo Thomas!

Original von thwinter12

Amadé nennt für Kempff die Zeiträume 1951-56 und 1964-65, in denen er seine Zyklen eingespielt hat. Die 1. Aufnahme wurde ja bereits im Thread löblichst erwähnt. (@Daniel: Hast Du Dir eigentlich auch den 2. Zyklus bereits geleistet?)


Nein, ich hatte Ihn mal bereits bestellt, jedoch beim Überdenken fand ich das 79,99 € viel zu viel Geld ist und habs storniert. Daraufhin habe ich mir die "Berühmten" einzeln bestellt. Jetzt allerdings werde ich bei der Box zuschlagen. Das kann man verantworten.

Kann man auch den von 1964-65 anstandlos kaufen (dann möchte ich nämlich zuschlagen!)? Was sind die Unterschiede zu den 50er-Jahren (außer natürlich, dass dieser mono war)?


Ich muss noch einmal genau hören (gerade keine Zeit dafür) und werde dann kurz drauf eingehen. Eins weis ich jedoch aus Erinnerung: Kempff ist seiner Spielweise treu geblieben, es gibt wenig Neues. Allerdings hatte ich bei seiner Mono GA das bessere Gefühl, fand ich oftmals besser - kanns aber nicht erklären.

Ich muss mich noch mal damit beschäftigen!

Grüße (und Willkommen im Forum)
Daniel

:hello
Amadé (22.10.2008, 18:49):
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947779582.jpg

Hallo Daniel und thwinter12,

die Frage, welchem Zyklus man den Vorzug geben sollte, ist nicht leicht zu beantworten. Es kommt immer auf den Einzelfall, die Sonate, den jeweiligen Satz an. Kempff lieferte keine Konfektionsware ab, die Sonaten waren bei ihm immer "work in progress", d.h.: wenn er z.B. am Dienstag die Waldsteinsonate in Bamberg so spielte, konnte er sie einen Tag später in Nürnberg an einigen Stellen anders beleuchten, die Spontanität war im wichtiger als die Wiederholung eingefahrener Interpretationsmuster. Das bedeutet, man sollte eigentlich beide Zyklen besitzen und im unmittelbaren Vergleich seine (Lieblings-)Aufnahme finden. Das kostet jedoch Geld. :down

Grüße Amadé
:hello
ab (28.10.2008, 13:46):
In der Box "Complete 1950 Solo Recordings" finden sich drei Beethoven-Sonaten (Mondschein, Pathetique & Appassionata - was sonst :D).

http://ecx.images-amazon.com/images/I/31K6KQ65FNL._SL500_AA240_.jpg

Sind das dieselben wie in der Box der Mono-Aufnahmen seinens ersten DG-Zyklus'?
Amadé (28.10.2008, 21:45):
Nein,

als die DGG 1957 mit Stereo-Aufnahmen auf den Markt ging (die erste war übrigens Beethovens 9. mit Fricsay), brauchte man auch eine Stereo-Aufnahme der drei Namen-Sonaten, also musste eine Neuaufnahme mit Kempff her, diese entstand 1960 und befindet sich jetzt in der von Dir abgebildeten Box. Bei der Stereo-Gesamtaufnahme von 1964/65 wurden sie ein zweites mal in Stereo eingefangen.

Gruß Amadé
ab (29.10.2008, 09:19):
Danke! Gerade das Ende des Kopfsatzes der Mondscheinsonate finde ich, übrigens, in dieser ersten Stereo-Aufnahme geradezu überragend in puncto einzigartiger Phrasierung!

Sollte ihr die Mono-Aufnahme eimal irgendwo richtig günstig erspähen, bitte sagt es mir! :thanks

(Wenn ich auf die Insel verbannt werden sollte, nehme ich mir aber Gilels mit.)
daniel5993 (29.10.2008, 13:25):
Original von ab

(Wenn ich auf die Insel verbannt werden sollte, nehme ich mir aber Gilels mit.)

Die suchen bei der Serie "LOST" immernoch Darsteller, die sie auf die einsame Insel verpflichten können. Langsam gehen ihnen da die Charaktere aus, es sterben zu viele. Für Nachschub muss gesorgt werden........

Vielleicht sehen wir uns dann da. Ich bring den MONO-Kempff mit und du Gilels, OK? So musst du nicht auf IHN verzichten!

Grüße
Daniel
ab (29.10.2008, 14:22):
Original von daniel5993
Vielleicht sehen wir uns dann da. Ich bring den MONO-Kempff mit und du Gilels, OK? So musst du nicht auf IHN verzichten!


schön! Wer ist der dritte im Bunde, der nicht auf Backhaus verzichtet, wer der vierte, der mir Gould mitbringt? :P

By the way: Arm ist ja nicht ein Raucher ohne Zigarette, sondern einer mit Zigarette, aber ohne Feuerzeug! Übertagen: Bitte nicht auf die Anlage vergessen! :wink
daniel5993 (29.10.2008, 16:01):
ab: schön! Wer ist der dritte im Bunde, der nicht auf Backhaus verzichtet, wer der vierte, der mir Gould mitbringt? :P

Vielleicht schließen sich uns andere von hier an?
Und da die Sterblichkeitsrate dort sehr hoch liegt, wird wohl der ein oder andere groß Erben. Ich für mich warte noch auf den Kauf der Gilels-Beethoven BOX…............ :ignore :D
ab (29.10.2008, 22:19):
warte nicht zu lange, das Ende kommt oft schneller als erwartet... RIP
Amadé (29.10.2008, 23:17):
Kommt zu mir, am besten ohne "Gepäck", Ausnahmen auf Anfrage. Nur für das tolle Inselwetter kann ich nicht garantieren. Und, die Brötchen werden abwechselnd geholt, Frühstück spätestens um halb neun!!! Über den Spüldienst muss auch noch gesprochen werden!:D

Insel in spe grüßt
daniel5993 (31.10.2008, 19:58):
Original von Amadé
Kommt zu mir, am besten ohne "Gepäck", Ausnahmen auf Anfrage. Nur für das tolle Inselwetter kann ich nicht garantieren. Und, die Brötchen werden abwechselnd geholt, Frühstück spätestens um halb neun!!! Über den Spüldienst muss auch noch gesprochen werden!:D

Insel in spe grüßt

Ich denk es wird Streit geben, da jeder etwas anderes hören möchte... Es sei denn, dass Bernd mehrere Anlagen besitzt.....
Cosima (02.11.2008, 00:10):
Ich würde auf eine einsame Insel die Arrau-Gesamtaufnahme mitnehmen. Das ist ein Beethoven für die Ewigkeit... :engel
daniel5993 (02.11.2008, 01:45):
Original von Cosima
Ich würde auf eine einsame Insel die Arrau-Gesamtaufnahme mitnehmen. Das ist ein Beethoven für die Ewigkeit... :engel
........und genau diese besitze ich nicht, nicht mal Bruchteile, weil ich die Box immer noch zu teuer finde. In seinen späten Jahren spielte Arrau herrlich melancholisch und bewegt (Chopin, Schubert). Bei seinem Beethoven Zyklus war er ja mitte 60.
Cosima: Wie würdest du Arraus Spiel direkt bei Beethoven beschreiben? Spielt er Beethoven (wo es möglich ist) auch so herzinnigst wie Chopin? Oder neigt er zu schnellerem, schrofferem Spiel? Danke!

Grüße
Daniel
Cosima (02.11.2008, 11:28):
Original von daniel5993
Cosima: Wie würdest du Arraus Spiel direkt bei Beethoven beschreiben? Spielt er Beethoven (wo es möglich ist) auch so herzinnigst wie Chopin? Oder neigt er zu schnellerem, schrofferem Spiel? Danke!


Schnell und schroff? Nein, überhaupt nicht. Ich wüsste auch nicht, wo Arrau jemals "schroff" gespielt hätte. Und schnell? Jedenfalls ist da nichts mehr von dem Heißsporn, der Arrau in seinen ganz frühen Jahren war.

Nein, ich würde sie so charakterisieren: Wuchtig, deshalb in den „leichteren“ Sonaten vielleicht etwas zu gewichtig. Manchmal für meinen Geschmack zu langsam, aber immer intensiv und klar. Aber Du kennst ja Arraus Klavierspiel. Die Sonaten vermitteln das Gefühl, dass sich hier ein Interpret sehr ernsthaft und gründlich mit der Materie auseinandergesetzt hat. Manchmal hätte ich mir etwas weniger Ernsthaftigkeit gewünscht, aber so war Arrau eben. Ach nein, ich denke gerade: Ich liebe die Aufnahmen sehr, vielleicht gerade wegen dieser Ernsthaftigkeit, die m.E. etwas Zeitloses hat.

Gruß, Cosima
daniel5993 (02.11.2008, 11:40):
Original von Cosima
Original von daniel5993
Cosima: Wie würdest du Arraus Spiel direkt bei Beethoven beschreiben? Spielt er Beethoven (wo es möglich ist) auch so herzinnigst wie Chopin? Oder neigt er zu schnellerem, schrofferem Spiel? Danke!


Schnell und schroff? Nein, überhaupt nicht. Ich wüsste auch nicht, wo Arrau jemals "schroff" gespielt hätte. Und schnell? Jedenfalls ist da nichts mehr von dem Heißsporn, der Arrau in seinen ganz frühen Jahren war.
Gruß, Cosima

Missverständnis! Das schroff habe ich nicht mit Arrau in Verbindung gebracht, so kenne ich Ihn doch auch nicht! Ich brauchte nur einen Anhaltspunkt, in welche Richtung sein Spiel geht. Denn "schroff" und hart kann man Beethoven auch spielen und ich kenne ja nicht seine Beethoven-Ader.

Grüße
Daniel
Cosima (02.11.2008, 11:45):
Original von daniel5993
Missverständnis! Das schroff habe ich nicht mit Arrau in Verbindung gebracht, so kenne ich Ihn doch auch nicht! Ich brauchte nur einen Anhaltspunkt, in welche Richtung sein Spiel geht. Denn "schroff" und hart kann man Beethoven auch spielen und ich kenne ja nicht seine Beethoven-Ader.


Ach so... :beer

Nein, Arrau ist sich immer treu geblieben, ein Fels in der Brandung sozusagen. Und deshalb zeitlos schön.

Gruß, Cosima
Wooster (02.11.2008, 12:47):
Den Arrau gibt es jetzt bei 2001 für unter EUR 50 (inkl. Diabelli).
Ich besitze die CD mit 101 und 106 und habe einige andere (vor längerer Zeit) mal gehört. Die Charakterisierung von Cosima kann ich im wesentlichen stützen, nicht aber die Wertung. ;) Die Hammerklaviersonate ist beeindruckend, aber was ich sonst gehört habe fand ich beinahe durchweg zu langsam, oft bleischwer und überdies völlig humorlos. Was gerade bei den ersten 20 Sonaten oder so zur Abwertung führt. Daher werde ich auch diesmal verzichten. Aber es sind sicher gewichtige Interpretationen von hohem Rang, daher lohnt es sich sicher, für die die diese Eigenschaften anders bewerten als ich.

Ich kann auch mit Kempff und Backhaus, jeweils ca. eine Handvoll Sonaten im Besitz oder gehört, eher wenig anfangen. Backhaus hat einige interessante Züge, ist aber dann wieder staubtrocken mit Tendenz zu Langeweile, Kempff durchweg zu lyrisch und leichtgewichtig, was natürlich wieder auf einige Sonaten gut paßt, weniger auf andere. Meine Referenzen sind immer noch Schnabel und Gulda, mit einzelnen von Gilels, Richter, Fischer (Annie und Edwin), Kovacevich, Kocsis, Gelber, Gould, Pollini als Ergänzung. Von den aktuellen Projekten habe ich, hauptsächlich aus Interesse für das alte Instrument, 3 (SA)CDs mit Brautigam. Die sind jedenfalls hörenswert, leider so teuer, daß ich sie höchstens nach und nach kaufen werde.

viele Grüße

Wooster
HenningKolf (02.11.2008, 14:42):
Kennt eigentlich jemand das Beethovenspiel dieses Herrn?
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51QT21C6QBL._SS500_.jpg
Ich könnte die Gesamteinspielung herunterladen, weiss allerdings nicht, ob sich das lohnen würde (auch auf diese Weise kämen schon einige € zusammen)

Danke!
Henning
Cosima (02.11.2008, 16:18):
Original von Wooster
Den Arrau gibt es jetzt bei 2001 für unter EUR 50 (inkl. Diabelli).


Ja, aber Achtung: Das sind die späteren Aufnahmen aus den 80-er Jahren. Es handelt sich um die Arrau Heritage Edition, auf der die Sonaten auch nicht vollständig enthalten sind (Arrau hat sie nur einmal komplett eingespielt). Die würde ich auf gar keinen Fall kaufen, weil Arrau hier wohl seinen Zenit längst überschritten hatte.

Ich spreche von dieser Box mit Aufnahmen aus den 60-er Jahren:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028946235829.jpg

Gruß, Cosima
Wooster (02.11.2008, 17:04):
Original von Cosima
Original von Wooster
Den Arrau gibt es jetzt bei 2001 für unter EUR 50 (inkl. Diabelli).


Ja, aber Achtung: Das sind die späteren Aufnahmen aus den 80-er Jahren. Es handelt sich um die Arrau Heritage Edition, auf der die Sonaten auch nicht vollständig enthalten sind (Arrau hat sie nur einmal komplett eingespielt). Die würde ich auf gar keinen Fall kaufen, weil Arrau hier wohl seinen Zenit längst überschritten hatte.

Ich spreche von dieser Box mit Aufnahmen aus den 60-er Jahren:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028946235829.jpg


sorry, das war mir nicht klar. Da steht zwar aufg. von 1962-99, aber vermutlich hat man tatsächlich die Altersaufnahmen mit einigen von den früheren aufgefüllt. Ich meinte auch die aus den 60ern.

Wooster
Dr. Schön (02.11.2008, 17:39):
Original von Cosima

Nein, ich würde sie so charakterisieren: Wuchtig, deshalb in den „leichteren“ Sonaten vielleicht etwas zu gewichtig. Manchmal für meinen Geschmack zu langsam, aber immer intensiv und klar. Aber Du kennst ja Arraus Klavierspiel. Die Sonaten vermitteln das Gefühl, dass sich hier ein Interpret sehr ernsthaft und gründlich mit der Materie auseinandergesetzt hat. Manchmal hätte ich mir etwas weniger Ernsthaftigkeit gewünscht, aber so war Arrau eben. Ach nein, ich denke gerade: Ich liebe die Aufnahmen sehr, vielleicht gerade wegen dieser Ernsthaftigkeit, die m.E. etwas Zeitloses hat.

Gruß, Cosima

Ja, aus diesen Gründen würde ich wohl auch diese GA statt aller anderen mit auf die Insel nehmen.

Es ist auch wirklich so, dass ich, wenn ich eine Aufnahme höre, die mir überhaupt nicht gefällt meistens abbreche und mir die gleiche nochmal mit Arrau anhöre, weil er mir eben auch immer sehr vernünftig vorkommt.
Wie das bei einer geschlossenen GA so ist, kriegt er den individuellen Charakter einzelner Sonaten in manchen live Einspielungen besser hin, aber dennoch bleibt sie unter den GAs meine liebste.

Ich würde Gulda's GA ja immer so gerne mögen, weil er eine menge Eigenschaften mitbringt, die an sich mein Ding sein sollten. Aber so toll ich sein "gerade Heraus" auch finde, es ist auch wirklich immer etwas zu gehetzt und das nervt mich immer ein wenig. Das finde ich jedesmal richtig schade.

Schnabel höre ich wegen der Tonqulität eigentlich nur selten, wenn ich auch wirlich Muße dazu habe. Manchmal kommt mir Schnabel so vor, als wäre seine intellektuelle Konzeption einer Sonate viel größer als seine manuellen Fähigkeiten, aber gerade darin liegt der Reiz für die ständige Auseinandersetzung mit diesen Einspielungen.

Mit Kempff & Backhaus habe ich nur einzelne, aber ich schließe mich irgendwo Wooster an. Notwendig brauchen tue ich sie nicht.

Dr. Schön
Amadé (02.11.2008, 20:16):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51QT21C6QBL._SS500_.jpg

Lieber Henning,

diesen Herrn lernte ich kennen, als er in den frühen 70ern den Warschauer Chopin-Wettbewerb gewonnen hatte. Damals reiste er hauptsächlich mit Chopin durch deutsche und europäische Konzertsäle. Danach wurde es jedoch bald ruhig um Ohlsson, auch diskographisch, zumindest nahm man das in der Alten Welt nicht wahr. Die Beethoven-Gesamtaufnahme interessiert mich als Sammler sehr, nur ich höre Musik nicht am PC sondern hätte bitteschön von Silberscheiben. Könnte man sie runterladen und dann portionsweise brennen?

GRüße Bernd
HenningKolf (02.11.2008, 21:00):
@ Bernd

Das wäre bei emusic in einer Qualität mit 192 kb/s vbr. Als MP3-Datei klingt das bei gutem Wandler schon recht gut. Natürlich kann man eine mp3-Daten-CD brennen. Die meisten DVD-Player und moderne CD-Spieler aus dem mittleren und unteren Preissegment können die lesen (High-End-Geräte meistens nicht). Meine Erfahrung ist, dass mp3s, wenn sie von einer CD ausgelesen werden meistens schlechter klingen als wenn man sie von einer Festplatte oder einem Flashspeicher ausgehend der Wandlung unterzieht (das liegt vermutlich eher an der verbauten Wandlerqualität denn an dem Abtastvorgang). Wenn Du eine eher gute Anlage hast und Dir Klangqualität wichtig ist, würde Dir diese Klangqualität vermutlich nicht reichen. Theoretisch läßt sich mit vielen Brenn-Programmen aus den MP3s eine Audio-CD erstellen. Das ist aber immer mit klanglichen Einschränkungen verbunden und jedenfalls mit Ausgangsmaterial mit 192 kb/s vbr ein eher zweischneidiges Erlebnis. Mit lossless-Dateien wie FLAC/Ape/WMA lossless wäre das kein Problem; Möglichkeiten diese Qualitäten legal zu erwerben sind allerdings dünn gesäht. Es gab früher allof aus Russland, bei denen sich alsbald aber auch herausgestellt hat, dass diese trotz Bezahlpflicht illegale Inhalte anboten und eine Seite aus Korea, die - ich nehme wegen der Preisgestaltung an, dass dort legale Inhalte verkauft wurden - aber auch geschlossen wurde.

Die einzigen Labels, die legal in großem Umfang lossless-Formate als download verkaufen sind Chandos und Linn (Da kaufe ich auch oft).

Wenn Du allerdings ein paar mp3s kaufen und als Audio-CD brennen möchtest, um zu prüfen, ob sich die Anschaffung der CDs von der Interpretation her lohnt und etwas eingeschränkten Klang in Kauf nimmst (die CDs sind auch im marketplace noch richtig teuer), ist das ohne weiteres möglich

Aber ich entnehme Deinem Beitrag jedenfalls, dass man auf Herrn Ohlssons Beethoven neugierig sein kann. So werde ich denn bei Gelegenheit berichten, wenn ich zugegriffen habe (diesen Monat nicht mehr)

Gruß
Henning
Amadé (02.11.2008, 22:46):
Danke Henning,

da werde ich zunächst einmal zurückstecken (müssen). "In der Beschränkung zeigt sich..."

Gruß Bernd
thwinter12 (21.12.2008, 10:53):
Hallo allen,

ich war ja erst vor kurzem auf der Suche nach einer Gesamtaufnahme mit den Streichquintetten von Beethoven und wurde bei „Dynamic“ fündig (siehe „Eine kleine Beratungsstunde - Hilfe bei Neuanschaffungen“). Da viel mir gleichzeitig bei diesem Label eine Gesamtaufnahme aus den 1970er Jahren der Klaviersonaten von Beethoven auf, die mich neugierig machte:

Ludwig van Beethoven
„Complete Sonatas (Dino Ciani Rediscovered)“
Dino Ciani 1970
Dynamic 2003

Die einzige Erwähnung dieser Box im Forum fand ich bei Amadés Auflistung zu Beginn des Threads (anscheinend eine Live-Aufnahme(!)).
Ist jemandem von Euch Cianis Einspielung bekannt und könnte ein paar Worte darüber schreiben!?

Danke und Servas,
Thomas
Gamaheh (12.01.2009, 17:20):
Liebe Forenser,

ebenfalls im Stapel der unbeschrifteten MDs habe ich einen weiteren interessanten Fund gemacht: Eine Sendung von Deutschland Radio über die aktuell sich im Entstehen befindenden Gesamtaufnahmen der Beethovenschen Klaviersonaten, präzise: Ronald Brautigam, Angela Hewitt, Michael Korstick, Gerhard Oppitz, András Schiff.

Die Pianisten wurden nach ihren Vorstellungen befragt, und es waren Ausschnitte zu hören. Wenn ich nur nach dem hier (sowohl gesprochen als auch gespielt) Gehörten gehen sollte, würde ich sicher zu den Aufnahmen von Brautigam oder Schiff greifen (wobei ich nach meiner Erfahrung außerhalb dieser Sendung wohl ersteren vorziehen würde).

Interessant ist, daß die Genannten in Rede und Spiel einen ähnlichen Eindruck machen (vielleicht konstruiere ich das aber auch nur so): Korstick hat im einen wie im anderen den akademischen (um nicht zu sagen: apodiktischen) Gestus und einen auffallenden Mangel an Humor, Oppitz erscheint mir (nicht zum erstenmal) als das, was der Engländer einen "plodder" nennen würde, d.h. langsam und schwerfällig, Schiff als Feingeist, Brautigam als Musiker mit einem intuitiven und praktischen Zugang. Eine Frage, die sich für mich dabei nebenbei stellt: Beschreibt man, wenn man den musikalischen Stil eines Musiker beschreibt, zugleich den Menschen und umgekehrt (bzw. den Eindruck dieser beiden)? (Das, was die Graphologen tun, wenn sie eine Handschrift beschreiben.) - Vielleicht ein Thema für den Faden "Wie wichtig ist eine Interpretation ..."

Besonders interessant der Vergleich des ersten Satzes der sog. "Mondschein-" Sonate, in der die Anweisung lautet, durchgehend mit Pedal zu spielen. (Ich glaube, das Thema wurde hier im Forum auch schon einmal behandelt.) Brautigam spielt auf einem Hammerflügel mit Pedal und meint, das könne man auf einem modernen Flügel nicht machen, das würde scheußlich klingen; Oppitz spielt auf einem modernen Instrument ohne Pedalgebrauch; Schiff spielt auf einem modernen Flügel nach Anweisung, und es klingt wunderbar ...

Schiff wählt hier übrigens auch ein wesentlich zügigeres Tempo, was ein Thema ist, das mich vor etlichen Jahren einmal so fasziniert hat, daß ich ein Band mit etwa zehn Aufnahmen dieses Satzes zusammengestellt habe, die in der Dauer zwischen etwa dreieinhalb und sieben Minuten variierten! Das Interessante hierbei war, daß dieser Unterschied nicht unbedingt so wahrzunehmen war, schon gar nicht so extrem, und sowohl die langsamsten als auch die schnellsten durchaus hörenswert waren. Hierüber habe ich, wie mir gerade einfällt, vor fast zwei Jahren schon einmal hier geschrieben, leider völlig abortiv ...

Grüße,
Gamaheh
satie (20.01.2009, 06:25):
Original von Gamaheh
Besonders interessant der Vergleich des ersten Satzes der sog. "Mondschein-" Sonate, in der die Anweisung lautet, durchgehend mit Pedal zu spielen. (Ich glaube, das Thema wurde hier im Forum auch schon einmal behandelt.) Brautigam spielt auf einem Hammerflügel mit Pedal und meint, das könne man auf einem modernen Flügel nicht machen, das würde scheußlich klingen; Oppitz spielt auf einem modernen Instrument ohne Pedalgebrauch; Schiff spielt auf einem modernen Flügel nach Anweisung, und es klingt wunderbar ...


Liebe Gamaheh,

zu Oppitz kann ich momentan noch nichts sagen, aber zu Schiff muss man eines bemerken: er kann den Satz nur deshalb mit Bleifuß-Pedal spielen, weil er die Bässe dermaßen leise spielt, dass man sie gerade noch so hört. Warum? Weil nur so die Basstöne nicht ineinander verschwimmen. Zwar klingt die rechte Hand kantabel und schön, aber die Bässe so zurückzunehmen klingt meiner Meinung nach nur noch seltsam, zumal auch diese melodische Linien, kontrapunktische Züge etc. beinhalten. Auf dem Hammerklavier kann man sich solche Sperenzchen schenken. Durch den ohnehin kürzeren Nachhall darf man wie gewohnt zugreifen.
Man kann diesen Klang übrigens ebenfalls auf einem modernen Flügel simulieren, indem man das Pedal nicht ganz herunterdrückt. Allerdings ist das sehr schwierig, weil man den genauen Punkt erwischen muss, an dem das Pedal zwar nachklingen, nicht aber verschwimmen lässt. Live wäre das ein Abenteuer, aber im Studio ist es machbar.

Herzlich,
S A T I E
Cetay (inaktiv) (23.01.2009, 23:14):
Dann will ich es mal wagen, mein rein geschmäcklerisches Urteil abzugeben. Der Themenstarter schrieb:

Es ist ein Unterfangen die Interpretationen eines Musikers mit wenigen Sätzen zu charakterisieren ohne auf Einzelheiten einzugehen, dann bleibt die Aussage schwammig, oberflächlich und letztlich nichtssagend. Viele Musikliebhaber, sicher auch hier im Forum, hören emotional und urteilen: gefällt mir, oder gefällt mir nicht. Das ist legitim, nicht jeder hat ein Hintergrundwissen zu den Werken, das sich auf ein mehr oder weniger intensives Studium des Notentextes stützt und so Hinweise an die Hand bekommt, worauf der Interpret bei seinem Vortrag zu achten hat.
Ich gehöre sicher zu der emotional Hörenden und damit oberflächlichen Kategorie des Musikliebhabers, will aber -die Stammleser wahrscheinlich langsam nervend- betonen, dass es ebenso oberflächlich ist, eine Aufnahme allein deswegen abzuqualifizieren, weil der Interpret nicht genau auf das achtet, auf das er laut Notentext zu achten hat. Anders herum: Wenn er nicht genau darauf achtet und so erreicht, dass die Musik zu sprechen beginnt und sich dem Hörer (mir) in einer intuitiven Gesamtschau erschließt, statt aus einer Ansammlung von Einzelheiten zu bestehen, dann ist der abweichende Ansatz klar vorzuziehen.

Der Zyklus, den Daniel Barenboim in den 60ern für EMI eingespielt hat, wurde bisher nur im Einführungbeitrag erwähnt und man muss intensiv im Netz herumsuchen, um überhaupt Meinungen dazu zu finden. Erstaunlich für eine GA, die bei ihrem Erscheinen für ziemlich viel Aufsehen gesorgt haben soll.

Mein subjektiver Erlebnisbericht:
Ganz unvoreingenommen und nüchtern sind mir vier Dinge aufgefallen: Monumentaler Klavierklang (mir kommt immer wieder eine Kathedrale in den Sinn), extreme dynamische Kontraste, fast durchweg breite Tempi und eine innige Empfindsamkeit in den langsamen Sätzen, denen ein eher nüchtern-analytischer Zugang in den schnelleren Sätzen entgegen steht.
Absoluter Höhepunkt ist die "Hammerklaviersonate", op. 106, trotz der durchweg langsamen Tempi (DB braucht eine volle Stunde). Der langsame Satz ist von sprachlos machender emotionaler, fast trancehafter Wirkung und verliert für keine Sekunde die Innenspannung. Obwohl die anderen Sätze auf der erwähnten analytischen Seite liegen, höre ich nirgends einen Bruch. Diese Interpretation von op. 106 hat für mich das gewisse Etwas, das man nicht verstehen, sondern nur hörend erfahren kann. Auch die drei letzen Sonaten, opp. 109-111, ermöglichen mit Abstrichen die intuitive Gesamtschau. Allerdings überzeugt mich das nicht mehr, seit ich bei Gould erhört habe, wieviel mehr hier möglich ist.
Als Tiefpunkt ist die Pastorale, op. 28, zu nennen. Hier geht das langsame Tempo mit einer totalen Spannungarmut einher und das macht das Hören für mich ermüdend, die Gedanken schweifen ab, die Hand greift nach einer Zeitschrift... Schon der Gedanke diese Deutung von op. 28 noch mal aufzulegen, bringt mich zum Gähnen.
Mehr echte Tiefpunkte gibt es nicht, aber leider auch keine Höhepunkte mehr. Lediglich ein paar Sätze lassen aufhorchen, besonders das Finale von "Les Adieux", op. 81a, und der Kopfsatz von "Der Sturm", op. 31/2 - aber auch nicht so, dass mir der Atem stocken würde. Gegen Schluss musste ich ziemlich kämpfen, um die gesamte GA wenigstens einmal druchzuhören. Im Ganzen gesehen bleibt außer op. 106 nichts hängen, mir fehlt einfach etwas. Ich schreib neulich: mir dürstet es mittelfristig nach einer Alternative mit mehr Feuer und subjektiver Ausdruckskraft.
Bei allem Respekt für einen Künstler, der diesen Sonatenkosmos bewältigt: Durch Barenboim erreicht mich Beethoven nicht.
ab (24.01.2009, 12:24):
Original von Dox Orkh
Ich schreib neulich: mir dürstet es mittelfristig nach einer Alternative mit mehr Feuer und subjektiver Ausdruckskraft.
Bei allem Respekt für einen Künstler, der diesen Sonatenkosmos bewältigt: Durch Barenboim erreicht mich Beethoven nicht.

Wenn Du wirkliches Feuer und Subjektivität willst, dann hör Dir einmal Maria Yudina an!

:hello
kreisler (24.01.2009, 16:53):
Bei mir ist gerade die Schnabel-Aufnahme angekommen.

Ich finde er hält sehr gut die Waage zwischen intellektuellem Spiel/Feuer und Subjektivität :)

Außerdem hat er spezielle Tempi! das gefällt mir aber gut, auch wenn es ein zwei stellen gibt, die er pianistisch nicht vollkommen meistert, aber die Tonqualität ist natürlich sehr bescheiden, da hört man nicht alles so genau :D. Er war halt kein Pianist, sondern Musiker = :engel

Seine "Apassionata" und beonders "Phatetique" fand ich überragend und gefällt mir auch weit besser als bsp. Gulda. Vielleicht gefallen mir diese alten Beethovenaufnahmen auch einfach besser und ich müsste Yudina auch mal anhören.

grüße, kreisler
Gamaheh (25.01.2009, 21:27):
Original von Satie
zu Oppitz kann ich momentan noch nichts sagen, aber zu Schiff muss man eines bemerken: er kann den Satz nur deshalb mit Bleifuß-Pedal spielen, weil er die Bässe dermaßen leise spielt, dass man sie gerade noch so hört. Warum? Weil nur so die Basstöne nicht ineinander verschwimmen. Zwar klingt die rechte Hand kantabel und schön, aber die Bässe so zurückzunehmen klingt meiner Meinung nach nur noch seltsam, zumal auch diese melodische Linien, kontrapunktische Züge etc. beinhalten. Auf dem Hammerklavier kann man sich solche Sperenzchen schenken. Durch den ohnehin kürzeren Nachhall darf man wie gewohnt zugreifen.

Lieber Satie,

in dem kurzen Ausschnitt, der in dieser Sendung jeweils gespielt wurde, kann ich nicht finden, daß die Bässe bei Schiff verschwinden - ich höre sie dort genauso deutlich wie bei Oppitz, nur daß es nicht so dröhnt.

Grüße,
Gamaheh
ab (25.01.2009, 23:49):
Schnabeln "verwaschenes" Spiel in den schnellen Sätzen könnte womöglich dem nahe kommen, was von Beehtoen selbst überliefert ist, meinte kürzlich ein Freud von mir. (Ich kann dazu leider nichts sagen, weil ich mich mit der Person Beethoven bislang nicht befasst habe.) Die lagsamen Sätzen Schnabels sind jedefalls himmlich schön!

:hello
Dr. Schön (26.01.2009, 00:05):
Zudem gehören Schnabels Beethoven Sonaten auch zu den Sachen, die wirklich bei jedem hören noch besser werden.
Cetay (inaktiv) (26.01.2009, 15:05):
Ich schleiche schon seit einer Weile um die Schnabel-GA herum. Die Unsicherheit bezüglich der vielen Transfers hat mich bisher abgehalten. Bei EMI bin ich mittlerweile sehr vorsichtig geworden, weil ich schon öfters die Erfahrung gemacht habe, dass mich das klangliche Resultat schnell hochgradig ermüdet und nervt (etwa wie das Abhören einer 81-DDD-Aufnahme der DGG mit einem CD-Player der ersten Generation). Wie ist dagegen die superbillige Documents-Wallet Box zu sehen? Und Naxos? Oder sollte man, wie oft empohlen, doch zu den saumäßig teuren Pearl-Transfers greifen? Wer kann hier über Erfahrungen berichten?
ab (26.01.2009, 15:18):
Original von Dox Orkh
Ich schleiche schon seit einer Weile um die Schnabel-GA herum. Die Unsicherheit bezüglich der vielen Transfers hat mich bisher abgehalten. Bei EMI bin ich mittlerweile sehr vorsichtig geworden, weil ich schon öfters die Erfahrung gemacht habe, dass mich das klangliche Resultat schnell hochgradig ermüdet und nervt (etwa wie das Abhören einer 81-DDD-Aufnahme der DGG mit einem CD-Player der ersten Generation). Wie ist dagegen die superbillige Documents-Wallet Box zu sehen? Und Naxos? Oder sollte man, wie oft empohlen, doch zu den saumäßig teuren Pearl-Transfers greifen? Wer kann hier über Erfahrungen berichten?

Ich empfehle den Transfer von History! Documents habe ich jüngst anlässlich eines Verschenkens probegehört: Er wurde durch zusätzliche Filter gejagt. Pearl hat mir weniger zugesagt.
Cetay (inaktiv) (26.01.2009, 15:48):
Original von ab
Ich empfehle den Transfer von History!

Lieber ab,

danke für den Tip. :thanks
Leider scheint es den bei den gängigen Quellen nicht zu geben.
Ich würde mir wünschen, dass sich Dutton mal eines Transfers annimmt.

:hello
ab (26.01.2009, 23:07):
Original von Dox Orkh
Original von ab
Ich empfehle den Transfer von History!

Lieber ab,

danke für den Tip. :thanks
Leider scheint es den bei den gängigen Quellen nicht zu geben.
Ich würde mir wünschen, dass sich Dutton mal eines Transfers annimmt.

:hello

Ich vermute, Mark Obert-Thorn bei den 9 Naxos CDs hat wohl auch akzeptable Ergebnisse geliefert. (Diesen Transfer würde ich wohl ungehört jenem von EMI vorziehen. Und billiger als bei Dutton sind die dann auch nicht (ich selbst hätte gerne einen Andante-Transfer...)...)

Verglichen habe ich Naxos klanglich aber nicht mit den History-CDs, weil es die damals noch nicht am Markt gab.

Was hast du gegen Naxos? (Letztlich geht es um die Musik und Documents hat ein unüberbietbares Preis/Leistungs-Verhältnis)
Cetay (inaktiv) (27.01.2009, 06:22):
Original von ab
Original von Dox Orkh
Original von ab
Ich empfehle den Transfer von History!

Lieber ab,

danke für den Tip. :thanks
Leider scheint es den bei den gängigen Quellen nicht zu geben.
Ich würde mir wünschen, dass sich Dutton mal eines Transfers annimmt.

:hello

Ich vermute, Mark Obert-Thorn bei den 9 Naxos CDs hat wohl auch akzeptable Ergebnisse geliefert. (Diesen Transfer würde ich wohl ungehört jenem von EMI vorziehen. Und billiger als bei Dutton sind die dann auch nicht (ich selbst hätte gerne einen Andante-Transfer...)...)

Verglichen habe ich Naxos klanglich aber nicht mit den History-CDs, weil es die damals noch nicht am Markt gab.

Was hast du gegen Naxos? (Letztlich geht es um die Musik und Documents hat ein unüberbietbares Preis/Leistungs-Verhältnis)

Gegen Naxos habe ich nichts, außer dass ich sie noch nicht gehört habe. M.O-T hat eigentlich immer super Resultate abgeliefert - und da es die CDs einzeln gibt, könnte ich einfach mal eine probekaufen.
Mir geht es auch um die Musik, aber ein mieser Transfer kann einem die himmlischten Momente vergällen, ich denke etwa an Neveus Sibelius aus der EMI-Century Serie.
Dr. Schön (27.01.2009, 10:42):
Ich habe mir Schnabel nach und nach auf Naxos zusammengekauft und bin eigentlich mit den Ergebnissen zufrieden. Und gemessen mit eben den EMI Problemen, klingen die Naxos Historical CDs in der Regel wirklich sehr natürlich.
Kann ich eigentlich empfehlen.
ab (27.01.2009, 11:34):
Beim Documents-Transfer ist die Mono-Spur zu künstlichem Stereo aufbereitet woden, macht das Naxos ebenso?

Danke!
:hello
Dr. Schön (27.01.2009, 12:34):
?(

Habe gerade Cd und Booklet nach Mono/Stereo hinweisen abgelesen, da steht nichts.
Habe gerade mal eine aufgelegt und die Balance von links nach rechts gedreht. Scheint richtiges Mono zu sein. Ich denke Mark-Obert Thorn ist da recht puritanisch.

Nochmal zum Klang, da ich's gerade höre. Es rauscht permanent, wie bei einer alten Schallplatte, aber das Spiel ist sehr klar, lebendig und in seiner Dynamik unbeeinträchtigt. Viel besser kann man sowas nicht machen. (ok, Andante vielleicht...)
ab (27.01.2009, 13:27):
Original von Dr. Schön
?(

Habe gerade Cd und Booklet nach Mono/Stereo hinweisen abgelesen, da steht nichts.
Habe gerade mal eine aufgelegt und die Balance von links nach rechts gedreht. Scheint richtiges Mono zu sein. Ich denke Mark-Obert Thorn ist da recht puritanisch.

Nochmal zum Klang, da ich's gerade höre. Es rauscht permanent, wie bei einer alten Schallplatte, aber das Spiel ist sehr klar, lebendig und in seiner Dynamik unbeeinträchtigt. Viel besser kann man sowas nicht machen. (ok, Andante vielleicht...)

:W
Gamaheh (27.01.2009, 23:44):
Original von Dox Orkh
Ich schleiche schon seit einer Weile um die Schnabel-GA herum. Die Unsicherheit bezüglich der vielen Transfers hat mich bisher abgehalten. Bei EMI bin ich mittlerweile sehr vorsichtig geworden, weil ich schon öfters die Erfahrung gemacht habe, dass mich das klangliche Resultat schnell hochgradig ermüdet und nervt (etwa wie das Abhören einer 81-DDD-Aufnahme der DGG mit einem CD-Player der ersten Generation). Wie ist dagegen die superbillige Documents-Wallet Box zu sehen? Und Naxos? Oder sollte man, wie oft empohlen, doch zu den saumäßig teuren Pearl-Transfers greifen? Wer kann hier über Erfahrungen berichten?

Schön, daß man hier immer mal wieder Anregungen bekommt, was man auflegen soll. Ich höre also schon den ganzen Abend Schnabel, wie früher mit wachsender Begeisterung! Habe irgendwo in der Mitte angefangen und bin jetzt bei op.109 (merke aber gerade, daß ich die Hüllen ordentlich numeriert habe, aber die Schallplatten falsch reingelegt!).

Wirklich hinreißend animiertes Spiel. Schnabel war ja der erste, der den Ehrgeiz hatte, diese Werke getreu Beethovens Metronomangaben aufzunehmen (obwohl er sympathischerweise mit der Aufnahme als solcher lange gezögert hatte, weil er ein wenig besorgt war, in welcher Situation und in welcher Kleidung die Leute seine Platten hören würden).

Ich habe, wie Ihr bemerkt habt, die Aufnahmen noch auf Schallplatte. Diese Gesamtaufnahme habe ich mir vor Jahren, als ich es mir eigentlich überhaupt nicht leisten konnte, für etwas über 90 DM gekauft und es nicht bereut. Der Ton ist makellos, nicht im geringsten verrauscht, wenn auch mono (was mich hier nicht stört, so anspruchsvoll bin ich nicht).

Grüße,
Gamaheh
Wooster (28.01.2009, 21:25):
Pearl ist sehr puristisch restauriert, also erhebliches Knistern (aber auch am meisten Ton). Die Naxos-Ausgabe ist aber jedenfalls auch empfehlenswert, wenngleich hier etwas stärker gefiltert wurde.
Wenngleich es fast 15 Jahre her sein dürfte, daß ich mal ein paar der Schallplatten (also LP-Ausgaben der Schellacks) bei einem Bekannten hörte, so war ich damals auch vom Klang sehr positiv überrascht. Eigentlich seltsam, denn die Digitaltechnik erlaubt erheblich raffiniertere Filtermethoden als sie früher üblich waren.
Ich würde zu Naxos greifen, da einzeln erhältlich. Die Einspielungen gehören zu den Klassikern der Schallplattengeschichte schlechthin; in der Tat fallen mir nicht viele von ähnlichem Status ein.

2001 hatte übrigens oder hat noch je ein Schubert und Mozart gewidmete Box (Music and Arts) mit Schnabel. Ebenfalls sehr empfehlenswert, obwohl ich mir den Mozart erstmal verkneifen mußte, ich kenne aber ein paar Sachen davon. Der Schubert ist aber größtenteils essentiell!

Wooster
Amadé (13.03.2009, 21:03):
Original von ab
ganz interessante Hörschnipsel! Sogar von meiner heißgeliebten Klaverisonate Nr. 19 g-moll op. 49 Nr. 1...

Wie bist Du den darauf gekommen

Lieber ab,

die Gesamtaufnahme besitze ich schon etliche Jahre. Claude Frank habe ich schätzen gelernt durch eine umwerfende, zwingende Aufnahme des c-moll Klavierquartetts op.60 von Brahms, die er zusammen mit Mitgliedern der Boston Symphony Chamber Players in den 60er Jahren für RCA eingespielt hat. Keiner kennt sie, vor allem die Leute von RCA nicht, sonst wäre sie längst mal auf CD aufgetaucht!

Alle seine Beethoven-Sonaten sind nicht auf dem hohen interpretatorischen Niveau der Waldsteinsonate gelungen, insgesamt liegt hier aber ein hörenswerter Zyklus vor, den ich anderen berühmterer Pianisten vorziehe.

Gruß Amadé
Amadé (13.09.2009, 20:02):


Der italienische Pianist Dino Ciani wurde 1941 in Fiume (heute Kroatien) geboren, ein Jahr vor seinem Landsmann Maurizio Pollini. Im Gegensatz zu diesem war es ihm nicht mehr vergönnt, eine Weltkarriere aufzubauen, seine Bekanntheit und sein wachsender Ruhm blieben auf Italien beschränkt. Gerade als die DGG ihn unter seine Fittiche genommen hatte (erste Platten: Schumann op.21, Debussy Preludes, Bach, 6.Partita und WTK-Auswahl) ereilte ihn am 27.03.1974 der frühe Tod bei einem Autounfall in der Nähe von Rom. Dieses Schicksal teilte er mit seinem deutschen Kollegen Werner Haas.
Die vorliegende Gesamt-Aufnahme der 32 Klaviersonaten von Beethoven (Dynamic CDS 432) wurde (illegal) in 8 Konzerten im Oktober/November 1970 in Turin mittels eines tragbaren Uher-Tonbandgeräts mitten im Saal zwischen dem Publikum mitgeschnitten. Wir müssen uns also mit einer in Home-Qualität produzierten Sonaten-Serie begnügen, an der das Publikum mit vielen Hustern und anderen Geräuschen beteiligt ist. Von daher scheidet ein Kauf der CD-Box für die meisten Klavierfreunde von vornhinein aus, nur Kenner und Liebhaber werden „Satisfaction erlangen“.
Der Klavierklang zeichnet sich durch einen insgesamt leuchtenden Diskant aus, der jedoch schon bei einfachen forte-Stellen recht metallisch klingt. Der kompakte Klang führt dazu, dass schnelle Läufe und Skalen nicht immer klar perlend, sondern wenig differenziert und eher auch vernuschelt klingen. So wundert es nicht, dass eher die langsamen Sätze als Höhepunkte wahrgenommen werden. Dieser vermeintliche Nachteil kann jedoch zum Vorteil für die Hörer geraten, die sich veranlasst sehen konzentrierter hinzuhören. Insgesamt gesehen verfügte Ciani über überzeugende Temporelationen in den einzelnen Sonaten. Einige seiner Interpretationen fesseln mich mehr als solche in wohlgeordneten Bahnen verlaufende (z.B. Oppitz, Freire, Lewis, Perl, Yokoyama). Bei den frühen Sonaten lassen einige kleine Tempoverzögerungen aufhorchen, man wird Zeuge von einer eigenen, nicht eigenwilligen, Sicht auf Beethovens Notentext, ausgetretene Pfade werden möglichst vermieden, jedoch kann man nicht sagen, das Ciani krampfhaft nach neuen Interpretationslösungen Ausschau hielt. Der Pianist scheint ästhetisch einen Gegenpol zu Pollini einzunehmen, mehr emotionale Anteilnahme spricht für seine Interpretationen.

Anmerkungen zu einzelnen Sonaten:
C-dur op.2 Nr.3 : in den schnellen Sätzen keineswegs Zurschaustellung pianistischer Virtuosität, die zweifellos vorhanden
Es-dur op.7: Liebe zum Detail, 4.Satz fabelhaft
E-dur op.14 Nr.1: 1.Satz, wenig schnell, Ciani lauscht den Melodien nach und nimmt den Hörer mit, der 2.Satz nimmt die Stelle eines Scherzos ein, 3.Satz Kehraus, jedoch nicht gehetzt
B-dur op.22 : Ciani erzählt im langen 2. Satz, ohne den Faden zu verlieren (ähnlich auch in op.2 Nr.1)
A-dur op.26 : Thema des 1.Satzes aufnahmetechnisch verunglückt, klingt wie Sphärenmusik, in der 1.Variation kehrt die „Normalität“ zurück
cis-moll op.27 Nr.2: der 2.Satz in dieser kurzen Zeit sehr abwechslungsreich gestaltet
D-dur op.28: 1.Satz individuell gestaltet und trotzdem sehr überzeugend
d-moll op.31 Nr.2: gelassen, nicht hitzig, jedoch intensiv gestaltet, sehr überzeugender Schlusssatz
As-dur op.110: 1.Satz verschiedene Kompositionsebenen werden in Parallele aufgeschlossen

Der 4.Satz der Hammerklaviersonate sowie die komplette Mondscheinsonate sind als Zugaben beigefügt. Informatives Booklet in italienisch, englisch, deutsch und französisch. Wer sich auf diese Gesamtaufnahme einlässt, wird reichlich Diskussionsstoff in Sachen 32 Klaviersonaten finden, für Kenner und Liebhaber sehr zu empfehlen.

Grüße Amadé
ab (15.10.2009, 22:44):
Aus Giesekings unvollenderter GA sind nun beim Label IDIS frühe Sonaten erschienen: das op. 2, op. 10, op. 7 – in Studioaufnahmen aus Giesekings Todesjahr 1956.

http://magazin.klassik.com/records/covers/16255.jpg

Womöglich nicht untreffend schreibt ein Rezensent hier:

Walter Gieseking war unter anderem als Freizeit-Entomologe tätig. (Darin gleicht er einem anderen Frankophilen jener Jahre: Ernst Jünger.) Ob Frankreich- und Schmetterlingsliebe ursächlich verbunden sind, mag offen bleiben: Subtiles Farbenspiel ist beiden, Frankreichs ‚Impressionisten’ wie allerlei Schmetterlingsarten, zu eigen. Eines jedenfalls steht fest: Giesekings schillernder, luftiger Ton lässt durchaus an Tag- wie an Nachtfalter denken. Walter Gieseking ist gleichsam der Schmetterling unter den Pianisten. Was Beethoven angeht, ist sein Spiel so apart wie bereichernd
Amadé (13.11.2009, 23:20):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51o0ZyiXLiL._SL500_AA240_.jpg

Hier in der Hammerklaviersonate op.106 überzeugt mich Gerhard Oppitz voll und ganz. Obwohl Kempff-Schüler (wenn man das so sagen darf, er nahm an seinenen Meisterkursen teil), erinnert mich sein Spiel nicht an diesen Beethoven-Meister, sondern an einen anderen, nämlich Claudio Arrau. Oppitz spielt die Sonaten immer gewichtig, nie so leicht und luftig wie Kempff. Bei der Hammerklaviersonate erscheint mir dies von Vorteil: der Kopfsatz wird von vielen Pianisten schnell, leicht, ohne Nachdruck gespielt, deswegen bekommt der Hörer den Eindruck, der Satz (sowie der folgende) habe weniger Gewicht als das lange tiefsinnige Adagio und der Fugen-Schlusssatz, überspitzt gesagt: op.106 beginnt eigentlich erst mit dem 3.Satz. Oppitz widerspricht dieser These, indem der er den Kopfsatz (wie Arrau) weniger schnell, stattdessen aber gewichtig spielt, das aus seinem Anschlag resultierende Klangbild unterstützt ihn dabei sehr.

Gruß Amadé
ab (13.01.2010, 18:16):
Original von ab
Original von Dox Orkh
Ich schreib neulich: mir dürstet es mittelfristig nach einer Alternative mit mehr Feuer und subjektiver Ausdruckskraft.
Bei allem Respekt für einen Künstler, der diesen Sonatenkosmos bewältigt: Durch Barenboim erreicht mich Beethoven nicht.

Wenn Du wirkliches Feuer und Subjektivität willst, dann hör Dir einmal Maria Yudina an!

:hello

oder auch Elly Ney und Walter Gieseking!
Amadé (14.09.2010, 18:07):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51F0I1ymBtL._SL500_AA300_.jpg

In diesem Mitschnitt aus der Berliner Philharmonie, aufgenommen in seinem Todesjahr 1969, spüre ich zum erstenmal Backhaus' Ringen mit der Klaviermusik von Beethoven, seine Studio-Einspielungen konnte mir dies kaum vermitteln, da er dort zu objektiv, zu korrekt spielt. Hier jedoch wird deutlich, dass der Pianist ein großer Beethoven-Spieler war, er spielt so, als wolle er dem Zuhörer etwas mitteilen, wolle ihn teilhaben lassen an Beethovens Gedankenwelt. Trotz einiger Fehlgriffe und Unsauberkeiten eine ganz wichtige Backhaus- Veröffentlichung, die man einmal gehört haben sollte.

Gruß Amadé
ab (14.09.2010, 20:25):
Original von Amadé
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51F0I1ymBtL._SL500_AA300_.jpg

In diesem Mitschnitt aus der Berliner Philharmonie, aufgenommen in seinem Todesjahr 1969, spüre ich zum erstenmal Backhaus' Ringen mit der Klaviermusik von Beethoven, seine Studio-Einspielungen konnte mir dies kaum vermitteln, da er dort zu objektiv, zu korrekt spielt. Hier jedoch wird deutlich, dass der Pianist ein großer Beethoven-Spieler war, er spielt so, als wolle er dem Zuhörer etwas mitteilen, wolle ihn teilhaben lassen an Beethovens Gedankenwelt. Trotz einiger Fehlgriffe und Unsauberkeiten eine ganz wichtige Backhaus- Veröffentlichung, die man einmal gehört haben sollte.

Gruß Amadé

:leb

Oh, danke für den Tipp. Höchstgespannte Grüße
:hello
Amadé (16.11.2010, 17:51):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/61BA7K5UAML._SL500_AA300_.jpg

Diese jetzt erschienene Gesamtaufnahme des kanadischen Pianisten entstand über einen heutzutage kaum üblichen langen Zeitraum von zwanzig Jahren (1991 bis 2010), außerdem aufgenommen die selten gespielte vierhändige Sonate D-dur op.6, Partner ist hier Hélèle Mercier.
Rachmaninov (22.10.2011, 11:03):
Original von Amadé


Der italienische Pianist Dino Ciani wurde 1941 in Fiume (heute Kroatien) geboren, ein Jahr vor seinem Landsmann Maurizio Pollini. Im Gegensatz zu diesem war es ihm nicht mehr vergönnt, eine Weltkarriere aufzubauen, seine Bekanntheit und sein wachsender Ruhm blieben auf Italien beschränkt. Gerade als die DGG ihn unter seine Fittiche genommen hatte (erste Platten: Schumann op.21, Debussy Preludes, Bach, 6.Partita und WTK-Auswahl) ereilte ihn am 27.03.1974 der frühe Tod bei einem Autounfall in der Nähe von Rom. Dieses Schicksal teilte er mit seinem deutschen Kollegen Werner Haas.
Die vorliegende Gesamt-Aufnahme der 32 Klaviersonaten von Beethoven (Dynamic CDS 432) wurde (illegal) in 8 Konzerten im Oktober/November 1970 in Turin mittels eines tragbaren Uher-Tonbandgeräts mitten im Saal zwischen dem Publikum mitgeschnitten. Wir müssen uns also mit einer in Home-Qualität produzierten Sonaten-Serie begnügen, an der das Publikum mit vielen Hustern und anderen Geräuschen beteiligt ist. Von daher scheidet ein Kauf der CD-Box für die meisten Klavierfreunde von vornhinein aus, nur Kenner und Liebhaber werden „Satisfaction erlangen“.
Der Klavierklang zeichnet sich durch einen insgesamt leuchtenden Diskant aus, der jedoch schon bei einfachen forte-Stellen recht metallisch klingt. Der kompakte Klang führt dazu, dass schnelle Läufe und Skalen nicht immer klar perlend, sondern wenig differenziert und eher auch vernuschelt klingen. So wundert es nicht, dass eher die langsamen Sätze als Höhepunkte wahrgenommen werden. Dieser vermeintliche Nachteil kann jedoch zum Vorteil für die Hörer geraten, die sich veranlasst sehen konzentrierter hinzuhören. Insgesamt gesehen verfügte Ciani über überzeugende Temporelationen in den einzelnen Sonaten. Einige seiner Interpretationen fesseln mich mehr als solche in wohlgeordneten Bahnen verlaufende (z.B. Oppitz, Freire, Lewis, Perl, Yokoyama). Bei den frühen Sonaten lassen einige kleine Tempoverzögerungen aufhorchen, man wird Zeuge von einer eigenen, nicht eigenwilligen, Sicht auf Beethovens Notentext, ausgetretene Pfade werden möglichst vermieden, jedoch kann man nicht sagen, das Ciani krampfhaft nach neuen Interpretationslösungen Ausschau hielt. Der Pianist scheint ästhetisch einen Gegenpol zu Pollini einzunehmen, mehr emotionale Anteilnahme spricht für seine Interpretationen.

Anmerkungen zu einzelnen Sonaten:
C-dur op.2 Nr.3 : in den schnellen Sätzen keineswegs Zurschaustellung pianistischer Virtuosität, die zweifellos vorhanden
Es-dur op.7: Liebe zum Detail, 4.Satz fabelhaft
E-dur op.14 Nr.1: 1.Satz, wenig schnell, Ciani lauscht den Melodien nach und nimmt den Hörer mit, der 2.Satz nimmt die Stelle eines Scherzos ein, 3.Satz Kehraus, jedoch nicht gehetzt
B-dur op.22 : Ciani erzählt im langen 2. Satz, ohne den Faden zu verlieren (ähnlich auch in op.2 Nr.1)
A-dur op.26 : Thema des 1.Satzes aufnahmetechnisch verunglückt, klingt wie Sphärenmusik, in der 1.Variation kehrt die „Normalität“ zurück
cis-moll op.27 Nr.2: der 2.Satz in dieser kurzen Zeit sehr abwechslungsreich gestaltet
D-dur op.28: 1.Satz individuell gestaltet und trotzdem sehr überzeugend
d-moll op.31 Nr.2: gelassen, nicht hitzig, jedoch intensiv gestaltet, sehr überzeugender Schlusssatz
As-dur op.110: 1.Satz verschiedene Kompositionsebenen werden in Parallele aufgeschlossen

Der 4.Satz der Hammerklaviersonate sowie die komplette Mondscheinsonate sind als Zugaben beigefügt. Informatives Booklet in italienisch, englisch, deutsch und französisch. Wer sich auf diese Gesamtaufnahme einlässt, wird reichlich Diskussionsstoff in Sachen 32 Klaviersonaten finden, für Kenner und Liebhaber sehr zu empfehlen.

Grüße Amadé

Amada,

habe vor ein paar Tagen mal ganz kurz reingehört.
Wo wurde aufgenommen? In der Mensa? Man hört ja mehr Türen als Tastenanschläge :rofl
Amadé (22.10.2011, 20:30):
Das ist nichts für Dich und viele, ich muss besser sagen, fast alle anderen Forianerinnen und Forianer.
Es war keine Mensa, sondern ein normaler Konzertsaal in einer italienschen Großstadt, s.o.
Nach meinen Plattenerfahrungen husten Italiener lauter als Deutsche, telefonieren auch laut in italienischen Restaurants, ob das die Gaumenfreude der restlichen Besucher würzen soll, kann ich nicht definitiv behaupten.

Spaß beiseite, Ciani war ein ganz Großer, jammerschade, dass sein kurzes Leben so früh auf der Autobahn endete.

Gruß Amadé
Rachmaninov (22.10.2011, 20:47):
32 jahre sind verdammt wenig leben.
futzil (04.04.2012, 18:00):
Guten Tag, ist dieses Thema hier eingeschlafen oder bloß erschöpft (ggf. im doppelten Sinne)?

Was mich als neuen Leser verwunderte, ist die - jedenfalls mir so erscheinende - vorherrschende Ablehnung/Geringschätzung der (späten) Aufnahmen von Brendel und Buchbinder. Ich kann dies nicht nachvollziehen, und ich bin kein Österreicher ...
Rachmaninov (04.04.2012, 19:10):
Original von futzil
Guten Tag, ist dieses Thema hier eingeschlafen oder bloß erschöpft (ggf. im doppelten Sinne)?

Was mich als neuen Leser verwunderte, ist die - jedenfalls mir so erscheinende - vorherrschende Ablehnung/Geringschätzung der (späten) Aufnahmen von Brendel und Buchbinder. Ich kann dies nicht nachvollziehen, und ich bin kein Österreicher ...

Hi,

ersteinmal ein herzliches Willkommen.

Eingeschlafen eher als erschöpft!

Wenn Du diese Aufnahmen schätzt, begründe doch mal warum dies so ist!
Amadé (02.07.2012, 12:02):
Nach der Teldec-Veröffentlichung vor vielen Jahren nun eine neue Draufsicht auf das Neue Testament, live-Mitschnitte aus der Dresdner Semperoper 2010/11

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51f4srP4OrL._SL500_AA300_.jpg


Eine weitere Gesamtaufnahme ist im Entstehen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61-9WRUtkzL._SL500_AA300_.jpg

Beethoven: Klaviersonaten (Vol.1) Op.2 Nr.1-3/Op.7/Op.10 Nr.1-3/Op.13/Op.14 Nr.1-2

Gruß Amadé
Amadé (03.07.2012, 09:03):
Noch eine Neuaufnahme der 32:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wJZ%2B1kg%2BL._SL500_AA300_.jpg

8 CDs
Amadé (14.08.2012, 17:53):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51f4srP4OrL._SL500_AA300_.jpg

Liebe Foriannerinnen und Forianer,
nach der schon lange zurückliegenden Gesamtaufnahme der 32 Beethoven-Sonaten für Teldec legt nun RCA einen neuen Zyklus mit dem österreichischen Pianisten vor, der in den Jahren 2010/2011 in der Dresdner Semperoper mitgeschnitten wurde. Um es gleich vorweg zu sagen, Buchbinders Interpretationsstil hat in den vergangenen Jahren keine Verfeinerung erfahren, insofern stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit dieser Veröffentlichung. Der Pianist geht die Werke sehr direkt an, man hat den Eindruck, er wolle seine Zuhörer sogleich überrumpeln, Zweifel an der Interpretationshaltung sollen erst gar nicht aufkommen. Diese stellen sich bei mir jedoch massiv ein. Warum gelingt es Buchbinder nicht, eine angemessene Lautstärkedifferenzierung anzubieten? Gerade Beethoven verlangt die ganze Skala der Möglichkeiten vom sehr Leisen bis zum Fortissimo, muss das p fast immer ein mf sein? Sein Anschlag ist kaum wandlungsfähig, die Musik klingt meist doch arg pauschaliert und nivelliert. Unterschiedliche musikalische Gegebenheiten fordern entsprechend dezidierte Lösungen, bei Buchbinder erlebe ich jedoch Eingrenzung, ja Verarmung der gewählten Ausdrucksmittel. Die Fähigkeit zur Rückschau, des sich Vergewisserns des eigenen Interpretationsstandpunkts, des Kraftschöpfens vermisse ich in dieser Gesamtschau recht deutlich. Die Musik klingt lediglich wie abgespult, viel zu wenig bei der erdrückenden Konkurrenz hervorragender Einspielungen.

Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (27.01.2013, 11:18):
Die spinnen die Forianer (frei nach Obelix). Wie kann man sonst erklären, dass die Einspielung von Stewart Goodyear hier (wie in allen anderen deutschsprachigen Klassikforen) mit keinem Strebenswort erwähnt wird und jemand, der im Genre-Ranking die Soloklaviermusik auf den vorletzten Platz gesetzt hat, in die Bresche springen muss? Ist es deswegen, weil Stewart Goodyear im letzten Jahr in Toronto mal alle 32 Beethovensonaten an einem Tag gespielt hat? Physisch und psychisch ist das ein respekteinflößendes Unterfangen, doch dass das künstlerisch einen Wert hatte, wird der Klassikenner wohl eher anzweifeln. Freilich ist eine solche Promotion allein noch kein Indiz dafür, dass hier Massenware unters zahlende Hörervolk vermarktet werden soll.

Was kann ein Pianist, der heute den Beethovenschen Sonatenkosmos auf Tonträger bannt, eigentlich noch bieten, das nicht schon da gewesen ist? Goodyear liefert die Antwort und ich höre sie wie folgt:
1. Ein kristallklarer, neutraler Klang, an dem nicht groß herumgestaltet wird, aber der auch nichts vernebelt oder überspielt. Ein Rezensent hat das sehr treffend als "nackt" bezeichnet. Orientierungspunkt ist am ehesten Kempff. Wer gerne Interpreten mit einem eigenen Sound hört, braucht nicht weiterzulesen.
2. Durchweg rasante Tempi, die nicht auf Kosten von Genauigkeit und Artikulation und Atem gehen. Über Beethovens Metronomangaben wurden schon ganze Symposien abgehalten. Ob das Gerät nun falsch kalibriert war oder ob Beethoven in seiner Taubheit falsch geurteilt hat oder ob er die Tempi wirklich so wollte, ist einerlei. Man muss eine Entscheidung treffen und sie dann umsetzen. Goodyear entschied sich für die Metronomangaben und punktet damit gerade bei der unspielbaren Hammerklaviersonate.
3. Eine sehr flüssige und vorwärtsdrängere Phrasierung. Da wird nicht groß herumgefeilt und -gezerrt, nicht mal hier ein Akzent gesetzt, mal dort verzögert. Das heißt nicht, dass es keine Beugungen und Rubati gäbe, aber die wachsen mit einem eher improvisatorsichen Gestus ganz natürlich von innen heraus und hemmen nie den Fluss. Romantizismen sind völlige Fehlanzeige, große Gesten und Gewichtigkeit muss man anderswo suchen.

Es ist gar nicht nötig, durch professorale Akzenturierungen einen Dödel wie mich auf Zusammenhänge zu stossen; im Gegenteil - das Weglassen führt zu einer strukturellen Klarheit, bei der die Form fast plastisch greifbar vor dem Inneren Auge entsteht. Hier geht es darum, wie Stimmen geführt, Themen verarbeitet, Konflikte erzeugt, Energien freigesetzt und Lösungen gefunden werden - und nicht darum, ob hier zu wenig Zugriff, da zuwenig Innigkeit und dort zuwenig Akzentsetzung geboten werden. Diese vom Interpreten unverstellte Sicht ist das, was ich -in Verbindung mit dem nackten Klang- als 'reinen' Beethoven bezeichne (ohne sagen zu wollen, dass es so 'richtig' wäre). Das eigentliche Wunder dabei ist, dass diese 'reine' Darbietung nicht unpersönlich wirkt. Pianistische Tugenden wie Expressivität und Subtilität, Eleganz und Virtuosität kann man Goodyear nicht absprechen, allerdings werden sie immer der für mich höchsten Tugend, der Zurückhaltung untergeordnet. Energie ja, Pranke nein.

Ich habe die opp. 2 Nr. 3, 57, 106 und 111 gehört und es fiel auf, dass Goodyear die frühen, mittleren und späten Sonaten mehr oder weniger "gleich" interpretiert. Auch die späten Sonaten blicken eher auf Haydn zurück, als dass sie das 20. Jahrhundert vorausahnen. Das mag den fortgeschrittenen Hörer möglicherweise wengier zufriedenstellen, aber läßt den ambitonierten Einsteiger darauf hoffen, dass die formal-kompositiorische Entwicklung von op. 2 bis op. 111 einfacher nachvollziehbar wird und sich werkübergreifende Beziehungen leichter hörend erschließen. Es ist nicht ganz seriös, nach vier gehörten Werken schon Vergleiche zu ziehen, aber es liegt auf der Hand bzw. im Ohr: Das ist der Schnabel des 21. Jahrhunderts.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51FXGNKFwZL._SL500_AA300_.jpg
Beethoven; Klaviersonaten 1-32; Stewart Goodyear

17. Jan 2010 - 17. Feb. 2012; Glenn Gould Studio Toronto
Marquis Classics
jünter (27.01.2013, 18:42):
@Cetay:

Du machst uns ja mächtig neugierig!

Wo hast du die Complete-Box eigentlich her? Habe sie weder bei jpc noch am Amazonas gefunden.

Gruß, jünter
Cetay (inaktiv) (27.01.2013, 19:18):
Ich habe sie bei simfy gehört. Interessant: es gibt auch die persönlichen, prosaischen Liner Notes im Netz.
Die CD gibt es bei Amazon, aber sie ist noch sauteuer. Ein Raving Review gibt es hier.
Heike (28.01.2013, 08:08):
Danke für den Tipp Cetay, ich werde sicher reinhören, wenn ich mal wieder mehr Zeit habe! (simfy ist sooo geil, was ich da inzwischen schon alles gehört habe)
Heike
Amadé (28.01.2013, 09:53):
Original von Cetay
Durchweg rasante Tempi, die nicht auf Kosten von Genauigkeit und Artikulation und Atem gehen. Über Beethovens Metronomangaben wurden schon ganze Symposien abgehalten. Ob das Gerät nun falsch kalibriert war oder ob Beethoven in seiner Taubheit falsch geurteilt hat oder ob er die Tempi wirklich so wollte, ist einerlei. Man muss eine Entscheidung treffen und sie dann umsetzen. Goodyear entschied sich für die Metronomangaben und punktet damit gerade bei der unspielbaren Hammerklaviersonate.

Lieber Cetay,
meines Wissens hat Beethoven seine Kompositionen, ausgenommen seine Sinfonien, die Nr. 1 - 6 auch erst nachtäglich, nicht metronomisiert. Lediglich zur Hammerklaviersonate gib es diesbezüglich einen Briefwechsel mit seinem Verleger. Ich finde es auch gut so, dass dem Interpreten Freiheiten bei seiner Tempogestaltung gelassen werden und er sich nicht durch das Metronom eingeengt fühlen muss.

Den Namen Stewart Goodyear höre/lese ich bei Dir zum erstenmal, für mich ein völlig unbeschriebenes Blatt. Wenn er sich für sehr schnelle Tempi entscheidet, wird er seine Gründe dafür gefunden haben, das kann hier und da zu interessanten Lösungen führen, an anderen Stellen aber auch Kopfschütteln hervorrufen. Bei Guldas letzter Gesamtaufnahme von 1968 war die Reaktion des Publikums und der Fachpresse bei ihrem Erscheinen auf Grund der als sehr schnell/zu schnell empfundenen Tempi auch sehr kritisch. Heute sieht man Guldas Tempowahl in einem anderem Licht. Auch Gulda selbst spielte op.111 in seinen letzten Jahren langsamer als 1968, d. h. Tempi müssen immer wieder hinterfragt werden und sind nicht ein für allemal gegeben.
Bevor ich ein Urteil über Goodyears neue Interpretation abgeben kann, muss ich die Sonaten erst einmal hören.

Gruß Amadé
Wooster (28.01.2013, 13:05):
Man kann auf youtube den Kopfsatz der Hammerklaviersonate mit Goodyear anhören. Es ist sehr schnell, sehr transparent, mir allerdings nach einmaligem Hören tendenziell zu eindimensional und recht ausdrucksarm. Was nicht heißen soll, dass es keine interessante Interpretation wäre.
Jeremias (03.02.2013, 16:44):
für Frau Lim gibt es hier eine Rezension:

http://www.rondomagazin.de/kritiken.php?kritiken_id=7852

Genauso kam sie mir beim ersten reinhören auch vor! Absolut überflüssig....
Amadé (21.03.2013, 16:54):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51QT21C6QBL._SL500_AA300_.jpg http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ITWxK-MPL._SL500_AA300_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/510u32izfcL._SL500_AA300_.jpg http://ecx.images-amazon.com/images/I/51G0wk633VL._SL500_AA300_.jpg

Bei uns wohl unbeachtet, ist in den vergangenen Jahren ein neuer Zyklus peu à peu auf Einzel-CDs herausgekommen mit dem amerikanischen Pianisten Garrick Ohlsson, einst Chopin-Preisträger beim Warschauer Chopin-Wettbewerb. Ohlsson bietet einen verbindlichen Beethoven, ausgeformt, klanglich rund,zupackend, wenn nötig aber auch zart, mit viel Sinn für die Proportionen der einzelnen Sonaten. Seine Tempi sind moderat, Extreme meidend. Das Interpretationsniveau ist ausgesprochen hoch, sehr gelungen finde ich z.B. die Waldsteinsonate, die Hammerklaviersonate. Bei der Pathetique verzettelt er sich etwas, da fehlt mir die Stringenz bei der Darstellung. Insgesamt eine empfehlenswerte Neuveröffentlichung, bei der Käufer wählen kann und nicht alle 32 kaufen muss, wie bei den letzten Veröffentlichungen. Der CDs sind bei dem kanadischen Label Bridge erschienen, aber auch bei uns lieferbar.
Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (08.08.2013, 18:09):
Der Holland-Australier Gerard Willems hat die Sonaten von 1997 bis 2000 eingespielt und auf CD herausgebracht. Damit wurde er zum meistverkauften Klassik-Künstler der australischen Plattengeschichte. Die Besonderheit dieser Aufnahme ist die Verwendung von Klavieren der Fa. Stuart & Sons, die sich durch einen besonders klaren, farbenreichen und dynamischen Klang auszeichnen sollen. Die Intepretation kommt bei der einzigen auf die Schnelle auffindbaren Rezension nicht sonderlich gut weg, es werden ihr aber durchaus Höhepunkte zugestanden, insbesondere die Opera 54 und 109.

Bislang waren die Werke nur bunt gemischt und auf drei Volumina verteilt zu haben, jetzt werden die 36 Sonaten zusammen mit den 5 Konzerten (Sinfonia Australis, Antony Walker) und den Diabelli-Variationen in einer 14CD-Box in chronologischer Reihenfolge neu aufgelegt. Addiert wurden die 3 Kurfürstensonaten, die vermeintlich in Haslingers Gesamtausgabe, die kurz nach Beethovens Tod herauskam, noch enthalten waren und Cees Nieuwenhuizens Rekonstruktion einer dreisätzligen Fantasie-Sonate auf Grundlage von 1000 Takten, die 1792-93 als "Komposition in D-Dur/Moll für Klavier" skizziert wurden (s. hier).

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51qRqQdv57L._SL500_AA280_.jpg
nikolaus (15.09.2013, 19:03):
Eine Gesamtaufnahme der besonderen Art hat Jorinde Voigt vorgelegt:

Die Künstlerin hat alle 32 Sonaten auf ihre spezielle Weise visuell dargestellt, zu sehen derzeit (noch bis Februar) in einer Ausstellung in der Langen Foundation bei Neuss.

Die Sonate Nr. 32 op. 111 sieht dann so aus:

http://langenfoundation.de/typo3temp/pics/150e76e1f4.jpg

Es sind Zeichnungen, die sie selber als "Notationen" oder "Partituren" nennt, und mit denen sie versucht, Phänomene (nicht nur Musik) visuell umzusetzen.
Diese konzeptuelle Vorgehensweise ist sehr komplex und für mich sehr kompliziert und schwer nachzuvollziehen; sie in ihren wichtigsten Aspekten zu erklären vermag ich leider nicht.
Das Ergebnis ist aber ungemein beeindruckend, vor allem in der Gesamtheit der 32 Arbeiten in der aussergewöhnlichen Architektur der Langen Foundation.
Die Arbeiten haben eine ganz eigene Ästhetik voller Dynamik und Leichtigkeit.

Leider gibt es zur Zeit keinen Katalog zu der Ausstellung, ich hätte mich gerne zu Hause mehr damit befasst.

Weitere Informationen auf der homepage der wirklich sehenswerten Langen Foundation hier.

Nikolaus.
Amadé (18.10.2013, 09:52):
Eine neue Pollini-CD mit Beethoven-Sonaten erscheint dieser Tage:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41TovNhkFGL.jpg

Nach meinen Recherchen fehlen nur noch folgende Sonaten:
Nr. 16, 18 19 und 20, alle haben auf einer CD Platz.

Ich finde es gut, dass sich Pollini Zeit genommen hat für diesen Zyklus, die ersten Sonaten erschienen bereits vor länger als 30 Jahren auf LPs, prä-digital, sozusagen. So konnten die einzelnen Stücke immmer wieder ausprobiert und interpretatorisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Fast alle anderen Pianisten/-innen bevorzugten Aufnahmen am Stück, innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Gulda schrieb bei seiner letzten Gesamtaufnahme für Amadeo 1967, "dass er sie endlich los sein wollte". Danach folgten dann nur noch je eine Alternative zu op.57 und 78. Sein Decca-Zyklus zuvor verteilte sich jedoch auch über mehrere Jahre. Pollinis Beethoven-Exegese war von Anfang an bis heute immer umstritten, als zu leichtfüßig und virtuos befunden, mit zu wenig beethovenschem Tiefgang behaftet, diese Ansicht kann ich im Einzelfall nicht teilen. Die Interpretationen der Appassionata z. B. sind Spitzenaufnahmen.

Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (09.04.2014, 07:58):
Die Seite Ionarts (-> hier) listet alle Gesamteinspielungen der 32 Sonaten auf und bietet zu vielen -für des Englischen mächtige Leser- eine Kurzbeschreibung.
Den Titel "Ionarts Choice" erhalten:
Wihelm Kempff I (Mono '51-'56)
Wilhelm Backhaus II (Stereo '58-'69)
Friedrich Gulda II (1967, Amadeo/Decca)
Ronald Brautigam (2003-08)
Jürgen (09.04.2014, 16:15):
http://www.pentatonemusic.com/syscontent/covers/322/cover.png


Ionarts listet auch die Gesamteinspielung von Mari Kodama, in die ich vorgestern reingehört habe. Cetay, Du hast vor Jahren diesen, damals noch im Bau befindlichen, Zyklus erwähnt.

Ionarts teilt ein ordentliches Lob aus, und ich selbst war auch zufrieden. Der Klang ist natürlich überragend.

Grüße
Jürgen
palestrina (09.04.2014, 17:17):
Hallo zusammen , nun werde ich mal meine Beethoven Sonaten zu erkennen geben.
Wie ihr wisst bin ich ja ein besonderer Fall , und meine Ohren ebenfalls :).
Meine liebste Gesammtaufnahme ist diese....

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/3760009293335.jpg

Habe F.F.Guy , 2x Live gehört und wie ich schon oft betonte was man Live hört und einem gefällt das bleibt im Ohr hängen . Und er gefällt mir immer noch. Bei den Aufnahmen kommt noch dazu das sie Live im Konzert eingespielt wurden . Ich habe ihn in Metz gehört und ich muss sagen, die Franzosen sind ihm SEHR zugetan !

Und das trotz Kempf ,Oppitz , Gulda ,Brendel(spätere ), Pollini ,Gilels! Ihr seid mir jetzt aber nicht böse ? ?(

Welche mir noch sehr entgegenkommen sind diese , von dem jungen A.Brendel, mir gefällt das
ungekünstelte frische Spiel der Jugend !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5028421944302.jpg

LG palestrina
Amadé (10.04.2014, 09:43):
Lieber Cetay,
herzlichen Dank für den Link zu Ionarts Choice! Ich besitze bereits zig Gesamtaufnahmen, bin aber erschlagen von der Fülle. Auffallend sind für mich die vielen asiatischen/japanischen Interpreten. Dabei entdecke ich auch den Namen Takahiro Sonoda, das war der erste Pianist, mit dem ich noch als Schüler Beethovens 4. KK zum erstenmal hören konnte, das war in der Mitte der 60er Jahre. Danach habe ich von ihm nie wieder etwas gehört.
Zu W. Backhaus muss ich noch anmerken, dass als Hammerklaviersonate in der Box mit seinen Stereo-Aufnahmen von 58-69 die alte Mono-Aufnahme von 1952 beigegeben ist. Es ist zu vermuten, dass er sie nicht mehr aufgenommen hat.Es handelt sich um diese Box:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51kHimOL0mL._AA160_.jpg

Grüße Amadé
Amadé (11.05.2014, 19:18):
Original von Amadé
da gibt es bei Serkin eine Besonderheit zu hören: er wiederholt im Kopfsatz vor der Reprise nochmals die langsame Grave-Einleitung (Beethoven hat seinen letzten Willen hier nicht eindeutig festgelegt), das bringen andere Pianisten nicht.

Dieser Eintrag ist schon fast acht Jahre alt und darob nicht aktuell, aber ein aufmerksamer Leser machte mich darauf aufmerksam, dass er das hörend nicht nachvollziehen könne.
Dieser Leser hat vollkommen Recht. Ich habe hier, aus Dusseligkeit?, die Reprise mit der Durchführung des 1. Satzes der Pathetique-Sonate von Beethoven in der Interpretation von Rudolf Serkin verwechselt. Es muss richtig lauten: vor der Durchführung. Ich bitte um Verzeihung.

Gruß Amadé
Amadé (09.11.2014, 18:04):
http://www.deutschegrammophon.com/imgs/s300x300/4794120.jpg

Nach ca. 40 Jahren hat Maurizio Pollini die Aufnamen aller 32 Beethoven-Sonaten beendet, sie werden jetzt in einer 8 CD-Box auf den Markt gebracht. Neu darin die sind 3 Sonaten op.2, die Es-dur Sonate op.7, die beiden Sonaten op. 14 sowie die B-dur Sonate op.22. Es wäre wünschenswert, dass diese auch einzeln auf den Markt gebracht würden, nicht wenige Sammler werden die restlichen bereits besitzen und so um die Box einen Bogen machen. Ich bin gespannt, wie Pollini die bisher noch fehlenden Werke angeht.

Grüße Amadé
Amadé (14.11.2014, 17:34):
http://www.deutschegrammophon.com/imgs/s300x300/4794325.jpg

Parallel zur Gesamtveröffentlichung bringt die DGG jetzt Neuaufnahmen der Sonaten op.31 und 49, heraus, sie wurden in diesem Jahr in München eingespielt.

Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (19.01.2015, 13:26):
Pollini lies sich für die GA 40 Jahre Zeit. Die Schweizerin Mélodie Zhao war im Alter von 19 schon fertig. Das dürfte Rekord sein. Laut PR-Text des Labels (--> Claves) sind Klarheit, Transparenz, Respekt vor dem Text, Begeisterung und Leidenschaft die Merkmale dieser Aufnahme.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41biCUjPKOL._SL500_AA270_.jpg
Amadé (19.01.2015, 19:57):
hm ?(

Junge Pianistinnen und Pianisten, sofern sie sich für Beethoven wirklich interessieren, haben in diesem Alter das Neue Testament drauf, technisch zumindest. Aber danach beginnt erst die Durchdringung der einzelnen Sonaten, also ist hier m. E. Skepsis angeraten.

Gruß Amadé
AcomA (19.01.2015, 23:19):
Original von Cetay
Pollini lies sich für die GA 40 Jahre Zeit. Die Schweizerin Mélodie Zhao war im Alter von 19 schon fertig. Das dürfte Rekord sein. Laut PR-Text des Labels (--> Claves) sind Klarheit, Transparenz, Respekt vor dem Text, Begeisterung und Leidenschaft die Merkmale dieser Aufnahme.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41biCUjPKOL._SL500_AA270_.jpg

Hallo,

Rekord ist immer noch eine Gesamteinspielung der 32 Sonaten durch den damals 12-jährigen Daniel Barenboim !

LG, Siamak
Cetay (inaktiv) (20.01.2015, 08:40):
Original von AcomA
Hallo,

Rekord ist immer noch eine Gesamteinspielung der 32 Sonaten durch den damals 12-jährigen Daniel Barenboim !

LG, Siamak
http://www.smileygarden.de/smilie/Fragend/44.gif Hast du dazu eine Quelle?
AcomA (20.01.2015, 22:49):
Lieber Cetay,

ich habe das im CD Booklet einer frühen Aufnahme der Diabelli-Variationen mit Barenboim gelesen.

LG, Siamak
Jeremias (21.01.2015, 09:52):
Ich würde mir keine Aufnahme einer 19-jährigen kaufen, auch Frau HJ Lim finde ich grauselig... Ich habe aber mal für einen Euro bei Ebay die kompletten Aufnahmen mit Yukio Yokoyama ersteigert, der 1990 immerhin 3. in Warschau wurde. Die ist gar nicht schlecht!
abendroth (21.01.2015, 22:29):
Ich habe die Barenboim'schen Diabelli Variationen von 1965 (er war 23 Jahre alt) in einer Ausgabe von Ermitage. Darin ist ein Text von Piero Rattalino in dem erwähnt wird, dass B. als 16-jähriger drei berühmte Beethovensonaten aufgenommen hat. Die erste Gesamtaufnahme der Beethovensonaten mit Barenboim entstand meines Wissens zwischen 1966 und 1969. Eine frühere Gesamtaufnahme scheint mir absolut unwahrscheinlich.
mit freundlichen Grüssen
abendroth
Viola (21.01.2015, 23:15):
Unwahrscheinlich, aber wahr! :wink
(Nur nicht zwölf, sondern sechzehn, ganz offenbar.)

"Der immerfort Erfolgreiche und Ausgezeichnete spielte bereits als 16jähriger zum erstenmal sämtliche Beethoven-Sonaten auf Schallplatten ein! (Ich habe ein paar Stichproben gemacht, habe Waldstein- und Hammerklavier-Sonate aus dieser frühen Einspielung gehört: Zur Beruhigung möglicherweise erschreckter Leser sei hier versichert, daß der 16jährige zwar absurd begabt Klavier gespielt, aber den späten Beethoven, glücklicherweise, doch noch nicht souverän interpretiert hat.)
Nun dauerte es gar nicht mehr lange, und Barenboim (...) erhielt abermals die Chance, sämtliche Beethoven-Sonaten einzuspielen. Und auch noch die beiden Brahms-Konzerte, und Mozart und Bartok, undundund.
In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre - Barenboim war kein Wunderkind mehr, auch kein 15jähriger, sondern 24 - lernten wir also wieder die gerührte Bewunderung, das Atemanhalten vor einem Pianissimo. Der junge Mann spielte schwungvoll und schön. Ein Genie des unabgenutzten reinen Ausdrucks. (...)
Man spürte, daß da ein junger Pianist einige Momente lang über Fischer und Rubinstein und Arrau und eigentlich alles, was man je gehört hatte, hinauskam. Im Konzert noch beeindruckender als auf Platten."

(aus: Joachim Kaiser, Große Pianisten in unserer Zeit, 1989. Seite 222f.)

Viola
abendroth (23.01.2015, 16:39):
Jetzt bin ich aber paff !
Cetay (inaktiv) (23.01.2015, 17:26):
Ich nicht. Ich glaube es einfach nicht, bis ich es sehe. Es gibt außer dieser kaiserlichen Textpassage nirgends auch nur einen Hinweis auf diese ominöse GA; selbst das Beethoven Haus Bonn weiß davon nichts (--> da). Auch Kaiser können sich irren oder vertippen. Wahrscheinlich meinte er einige und nicht sämtliche, das würde dann auch wieder zu dem Text von Piero Rattalino passen. Ganz abgesehen davon, dass nichts, was ich vom späteren Barenboim gehört habe, mein Interesse an einer solchen Dokumentation wecken würde. :D
Viola (23.01.2015, 19:39):
Außer Joachim Kaiser sind weitere Autoren der Meinung, dass Barenboim vor seinem 25. Lebensjahr die Beethoven-Sonaten komplett aufgenommen hat, zum Beispiel hier nachzulesen:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/32-arten-beethoven-zu-hoeren-jetzt-inberlin-barenboim-spielt-alle-sonaten/617576.html

http://www.clavio.de/klavierforum/threads/beethoven-sonaten-komplett.12432/

Das konkrete (Teenager-)Alter schwankt etwas - von 15 bis 17 :D

Und, nein, Cetay, man muss sein Klavierspiel nicht mögen, auf keinen Fall, im Gegenteil - mich freut Deine Meinung. Sogar sehr. :wink

Herzliche Grüße
Viola
abendroth (23.01.2015, 21:07):
Die Frage ist natürlich, ob die anderen Quellen unabhängig von Kaiser sind. Wenn es eine solche frühe Gesamtaufnahme nicht gibt, dann ist es natürlich bewundernswert, dass Kaiser sich zu den frühen Aufnahmen der Spätwerke äussern kann. (Nun gut, manchmal werden ja auch Werke aus Konzerten besprochen, obwohl sie gar nicht gespielt wurden.)
Gegen eine solche Aufnahme spricht in der Tat, dass sie meines Wissens nie irgendwo aufgetaucht ist.
AcomA (24.01.2015, 07:41):
Hallo,

fragen wir Barenboim selbst ! Außerdem hat nach Angaben Kaisers Friedrich Gulda sämtliche Beethoven-Sonaten als 16-Jähriger zyklisch aufgeführt.

Ich weiß gar nicht, warum Einige hier so aggressiv zum Thema Barenboim reagieren.

LG, Siamak
Viola (24.01.2015, 14:43):
Original von AcomA
Hallo,

fragen wir Barenboim selbst !
LG, Siamak
Ja, das wär am sichersten. :)

Einstweilen hab ich das gefunden:
http://www.discogs.com/Daniel-Barenboim-Plays-Beethoven-Sonatas-Waldstein-And-Opus-111/release/5753717

Das muss er nicht beglaubigen, denk ich, die Cover-Fotos sprechen für sich.
Für eine weitere Suche (der anderen Sonaten) fehlt mir aber jetzt Muße und Zeit.

Tendenziell schenke ich Leuten, die sich beruflich intensiv mit einem Thema befassen, Glauben.
Was nicht heißt, blinden Glauben.
Aber auch nicht prinzipiellen Zweifel. Ehe ich es selbst nicht - hundertprozentig - besser weiß.

Herzliche Grüße
Viola

Edit:
Falls es jemanden interessiert, wie der 15-Jährige klang, hier gibt es die Mondscheinsonate auf CD:
http://www.amazon.com/Beethoven-Diabelli-Variations-Moonlight-Sonata/dp/B0018NGUC0/ref=sr_1_49?s=music&ie=UTF8&qid=1422105433&sr=1-49&keywords=beethoven+barenboim+sonatas
Amadé (30.01.2015, 10:14):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wJZ%2B1kg%2BL._SL500_AA300_.jpg

Hammerklaviersonate B-dur op.106

HJ Lim auf der Suche nach dem verloren gegangenen Sinn der Hammerklaviersonate. :ignore

Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (30.01.2015, 11:05):
HJ Lim auf der Suche nach dem verloren gegangenen Sinn der Hammerklaviersonate. :ignore

Hier gilt dasselbe, wie für die allermeisten (wenn nicht alle) Zyklen. Nicht alle 32 (hier: 30) werden gleich gut umgesetzt. Ich empfehle die "Waldstein" und Op. 110 als Beispiele für das enorme Potential dieser Pianistin.
ab (30.01.2015, 17:03):
Original von Amadé
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wJZ%2B1kg%2BL._SL500_AA300_.jpg

Hammerklaviersonate B-dur op.106

HJ Lim auf der Suche nach dem verloren gegangenen Sinn der Hammerklaviersonate. :ignore

Gruß Amadé
:D
ab (30.01.2015, 17:04):
Original von Cetay
HJ Lim auf der Suche nach dem verloren gegangenen Sinn der Hammerklaviersonate. :ignore

Hier gilt dasselbe, wie für die allermeisten (wenn nicht alle) Zyklen. Nicht alle 32 (hier: 30) werden gleich gut umgesetzt. Ich empfehle die "Waldstein" und Op. 110 als Beispiele für das enorme Potential dieser Pianistin.

...heute spricht man von "Entwicklungspotential", wenn etwas nicht gut ist :ignore
Amadé (05.02.2015, 17:01):


Als ich im Herbst 1968 Guldas gerade erschienene LP-Kassette (Amadeo) mit den 32 Sonaten erwarb und hörte, waren meine Vorstellungen der von Schnabel, Backhaus, Kempff u. a. geprägten Aufnahmen doch leicht irritiert oder angekratzt. Mehrmaliges Hören und Vergleichen führte dann bei mir zu einem Umdenken und einer teilweisen Neubewertung von Guldas ganz anderem Ansatz.
Nun, nach Jahrzehnten, tritt eine weitere Interpretin an, um Beethovens Notentext neues Leben einzuhauchen. Ich spreche von der jungen koreanischen, in Frankreich ausgebildeten Pianistin HJ Lim, die den Zyklus im Jahre 2012 bei EMI herausgebracht hat.
Nach der "Lektüre" der Sonaten kann ich folgendes feststellen: Die Künstlerin spielt aus dem Bauch heraus, vieles scheint noch in der Experimentierphase zu stecken und nur Vorläufigkeit zu beanspruchen. In den schnellen Sätzen scheint sie nur auf den Augenblick zu warten, wo sie loslegen kann, ihr jugendliches Temperament geht mit ihr durch. Sie verfügt über ein großes technisches Potenzial, weiß es aber noch nicht im Sinne der jeweiligen Musik anzuwenden, z. B. werden Akzente immer gleichförmig absolviert. Mit großer Leichtigkeit entledigt sie sich der schwersten technischen Anforderungen, kann aber dadurch einen interpretatorischen Leerlauf nicht verhindern. Man kann nur hoffen, dass sich dies im Laufe der nächsten Jahre, vielleicht mit Unterstützung eines kundigen Helfers, zum Positiven entwickelt. Ihre größten Defizite, wie es sich von den CDs ablesen lässt, sind, dass bei ihrer Herangehensweise die Musik kaum einmal zur Ruhe, zur Entspannung, kommt und wenig atmet. Daneben bietet ihre Anschlagskultur nur eine geringe Anzahl an Klangfarben. Bezeichnend für Lims Einschätzung von Beethovens Sonatenwelt scheint mir auch, dass sie als Einzige auf die beiden kleinen Sonaten op. 49 verzichtet.
Der Gerechtigkeit halber sei noch vermerkt, dass mir die Sonate G-Dur op.14 Nr. 2 die wenigsten Angriffspunkte bietet.

Gruß Amadé
Marcie (26.05.2019, 20:06):
Die Frage nach der ultimativen Produktion, die man im Plattenschrank stehen haben sollte, steht hier nicht zur Debatte.
Schade eigentlich... ;)

Wollte mir nämlich (DIE :-D ) Gesamtaufnahme der Klaviersonaten kaufen.

Vielleicht kann mir trotzdem jemand von Euch einen Tipp geben/mich in eine Richtung lenken?!
satie (26.05.2019, 21:10):
Also, ich will mal was wagen:
Gesamtaufnahmen auf Hammerklavier, die ich empfehlen kann sind die von Ronald Bräutigam (eher wild gespielt) und Paul Badura Skoda (zurückhaltender).
Dann finde ich auf dem modernen Flügel auf jeden Fall Maurizio Pollini, Mitsuko Uchida und Claudio Arrau interessant. Wenn Du eine günstige GA willst, die Recht neutral gehalten ist, aber solide, dann Greif zu Rudolph (Rudolf?) Buchbinder.

Aber eine einzige reicht nicht. Dafür gibt es zu unterschiedliche, gleichsam gültige Interpretationen.

Herzliche Grüße
Satie
Marcie (26.05.2019, 21:14):
Paul Badura Skoda
Mitsuko Uchida
Ha, ok. Die beiden hatte ich mir auch schon vorgemerkt. Vielleicht probiere ich es zunächst mit diesen?!
Danke erstmal!
Marcie (27.05.2019, 01:00):
Was ist mit diesem Set?
satie (27.05.2019, 07:28):
Also ich persönlich mag Brendel gar nicht. Bei mir war er zusätzlich unten durch, als ich erfuhr, dass bei ihm Aufnahmen teilweise halbtaktig (!) geschnitten wurden. Ob er das heute noch macht, weiß ich nicht. Von wann die Aufnahmen sind, konnte ich auf die Schnelle nicht sehen. Der Anschlag gefällt mir immer noch gar nicht, vom differenzierten Forte habe ich einfach andere Vorstellungen...

Aber wenn Du nur einen Überblick gewinnen willst, mag sich diese GA durchaus auch anbieten.
Marcie (27.05.2019, 07:39):
@Satie

Nein, ich möchte natürlich DIE EINZIG WAHRE Referenzaufnahme aller Sonaten erwerben. ||

Als solche betitelt findet man ja im Netz mittlerweile etwa 50 unterschiedliche, was natürlich alles totaler Quatsch ist. Unterschiedlichste Auslegungen, Aufnahmesituationen, verwendete Instrumente...es spielen so viele Dinge eine Rolle. Nicht zuletzt ja die Geschmäcker der Hörer, welche mitunter schon äußerst ablehnend Aufnahmen gegenüber sein können, wenns nicht die eigens bevorzugte ist.

Die beiden Punkte, welche Du zu dem Brendel schreibst: wusste ich nicht und sowas mag ich auch nicht, deshalb sehr vielen Dank für den Hinweis.



Noch zu Mitsuko Uchida: gibt es denn derzeit eine Gesamtaufnahme der Sonaten zu erwerben? ich finde immer nur die Mozart-Sonaten von ihr... ?(
Amadé (27.05.2019, 09:53):
Lieber Marcie,

ich möchte natürlich DIE EINZIG WAHRE Referenzaufnahme aller Sonaten erwerben.
Wie schon Satie andeutete, gibt es keine Einzige, allen gelingt nur eine Annäherung, das soll trotzdem nicht davon abhalten, sich auf eine einzige einzulassen. Ich gebe hier drei zu Auswahl an:
Ronald Brautigam, BIS
Friedrich Gulda, Orfeo, Mono 1953/54
Anton Kuerti, Analekta
Marcie (27.05.2019, 10:02):
@Amadé

Vielen Dank für die Tipps!

Ist die Guldaeinspielung klanglich gut? Bei Klaviermusik hab ich immer ein bissel Angst bei älteren Aufnahmen, dass es entweder zu muffig oder zu spitz klingt.
satie (27.05.2019, 11:01):
Noch zu Mitsuko Uchida: gibt es denn derzeit eine Gesamtaufnahme der Sonaten zu erwerben? ich finde immer nur die Mozart-Sonaten von ihr... ?(
Ah, da habe ich mich vertan. Sie hat nur die Konzerte komplett eingespielt. Schade eigentlich...
Ich möchte auch die Opitz-GA empfehlen, auch wenn sie schon grenzwertig ist von der Aufnahmetechnik insofern, dass die Mikros meiner Meinung nach einfach etwas zu weit weg waren, das hätte so schön klar klingen können, so ist es immer etwas zu diffus.

Da ich persönlich sowieso das Hammerklavier bevorzuge, ist Brautigam mein persönlicher Favorit.
Amadé (27.05.2019, 16:55):
Ist die Guldaeinspielung klanglich gut? Bei Klaviermusik hab ich immer ein bissel Angst bei älteren Aufnahmen, dass es entweder zu muffig oder zu spitz klingt.
Das ist eine Mono-Produktion des österreichischen Rundfunks, klingt aber besser alse die Decca-Aufnahmen, die danach entstanden. Sie klingt m. E. meist präsent, weder muffig noch zu spitz.
tapeesa (22.12.2019, 13:38):
Ich hatte vor längerer Zeit die Gesamteinspielung von Mélodie Zhao komplett durchgehört -
um einen Überblick zu bekommen hat es sehr gut gepasst, da von meinem Laien-Verständnis her technisch sehr gut, aber emotional weniger tief.
Würde sich mit dem, was ich hier an Aussagen auch zu dem jungen Alter zum Aufnahmezeitpunkt gelesen habe, decken.



Weitere Anläufe, mich tiefer auf die Sonaten einzulassen sind bisher im Sande verlaufen.
War ein hier und da hinein hören.
Emil Gilels war neulich erstmals ein tieferes Aufhorchen - aber habe nur 3 Sonaten, einmalig, bisher gehört.
(Nachtrag: aber Gilels konnte keine Gesamtaufnahme vollenden, wenn ich das richtig gesehen habe? Muss ich nochmal genauer schauen.)

Gestern dann hier im Thread gestöbert und nun hänge ich hier fest:



Das wird mein Einstieg sein, denke ich. Das "rockt" total - fiel mir als Erstes dazu ein.
Die 30. Sonate hat mich besonders angesprochen -
werde heute da mal weiter schauen.