Ganong (20.09.2006, 18:05): Nachdem wagners Opern kurz angerissen worden sind und wir leontyne Price zu Recht als eine der bedeutensten Verdi - Sopranistinnen vorgesetllt bekommen haben , erbibt sich zwangsläufig die Frage , welche 10 Aufnahmen von Verdi - Opern uns persönlich am meisten feszinieren ?
Ich darf , ohne nähere Begründung - diese ergibt sich letztlich aus der Interpretation ! - meine "Top 10" kurz vorstellen :
> Il Trovatore ( live ; Salzburger Festspiele ; DGG ) : Karajan , L Price , Simionato ; Corelli , Bastianini
> La Traviata ( EMI ) C M Giulini ; Maria Callas , Bastianini , di Stefano
> ´La Forza del Destino ( RCA ) L. Price ( Nicht die bedeutenste Verdioper , aber mit disem Ensemble unddem überragendne Diriegnetn bleibt dies Aufnahme spannungsgeladen , stimmlich einzigartig und eine der besten Gesamtaufnahmen der Opernwelt ) .
> Macbeth ( DGG ) Piero Cappuccilli ( Ein Lieblingslitertaurstoff von mir seit meiner Schulzeit . geniale Musi , überragende Sänger(innen)-Leistung und ein griossartig zupackender Diriegnt machen diees Tragödie auch als Oper zu einem mitreissend - schauernden Erlebnis . )
> Otello ( RCA ) J Vickers , Gobbi , Rysanek . Die schwierigste Entscheidung ! Übertroffen vielleicht noch von der Aufführung in der Mailänder Scala unter Carlos Kleiber mit dem überragenden jungen Domingo . Martinelli ound ein junger del Monaco sind möglicherweise insgesamt noch überzeugender als Vickers . Protti schwächelt gegenüber dem überragendne Gobbi . Die Tebaldi ist der Rysanek um eine Nasenlänge voraus . Der Gesamteindruck aber spricht für die oben gennante gesamtaufnahme . Bei Opern-Querschnitten fiele manchmal das Ergebnis anders aus .
> Fallstaff . natürlich mit der Idealbesetzung durch Giuseppe Taddei ! . H in w e i s : Taddei hat mit 90 jungen Jahren seine lebenserinnerungen vorgelegt . Ein herrliches Buch ! Ein Muss für jeden . Auch den , der keine Opern und den Operzirkus mag .
> Un ballo in maschera . Natürlich die Einspielung mit der souveränen Tatiana Troyanos , die leider viel zu sehr unterschätzt wird / wurde .
> Aida Ich hatte immer ein recht ambivalentes Verhältnis zu dieser Oper . Zu viel wurde sie als Mammutoper ohne jede psychologische Intimität , ohne den Kampf zweier so verschiedener Frauencharaktere wie dem der Amneris und dem der Aida mit einem so höchst unterschiedlich gestaltenden Radames plump auf die Bühnen der Welt geworfen .
Hier ist alles eine Frage des persönliche ds Zuganges !
Norman Lebrecht hat sich in seiner Liste seiner definitiven Top 100 CDs nicht ohne Grund für die Aufnahme mmit Tebaldi undel Monaco ( DECCA ) entschieden . In der zeit der masseneinspielungen von Opern in den 1980er Jahren hat Katia Ricciarelli mit Hilfe vieler "Techniken" ihre Stimme fast ruiniert .
Die Nilsson mit einem kongenialen Franco Corelli scheinen schon fast den Olymp bestiegen zu hebn ( Schlussduett !!! ) , da hören wir L. Price . Und wwelch eine Ausstrahlung , welch eine Stimmführung ! Sie bleibt als Aida für mich , trotz Callas in Mexiko un dtebaldi und Nilsson , die Aida assoluta !
Grüsse , F r a n k
Ganong (20.09.2006, 18:07): Aus technischen gründen konnte der Gesamttext leider nicht weitergeleitet werden .
Die Ergänzung folgt morgen .
Danke für das Verständnis .
F r a n k
Engelbert (21.09.2006, 05:43): VERDIs FRÜHWERKE
Ich möchte den Faden von GANONG aufgreifen, unterteile aber nach Früh- und Hauptwerken, weil sonst zu viele wertvolle Einspielungen durch den Rost fallen würden. Es handelt sich um Aufnahmen der 60er und 70er Jahre, weil zu diesem Zeitpunkt meine Sammelaktivitäten einsetzen. Ich muss nicht betonen, dass ich selbstverständlich alle Verdi-Opern besitze. Etliche bis zu drei Einspielungen. Als letztes kam Gerusalemme hinzu.
TOP 1: NABUCCO mit Tito Gobbi und Elena Suliotis. Die Greco-Argentinierin singt überwältigend - sie spuckt als Abigail Gift und Galle
TOP 2: I LOMBARDI mit Christina Deutekom, vorzüglich, ohnehin damals keine Alternative
TOP 3: ERNANI mit Price - Bergonzi - Sereni - Flagello, ein vorzügliches Quartett, eine Total-Interpretation. Die Hungarton-Einspielung mit der Sass ist allerdings auch gut
TOP 4: I DUE FOSCARI mit Cappucilli und Ricciarelli, Hier einen Hinweis auf die DVD aus neuerer Zeit mit der unvergleichlichen Alexandrina Pendatchanska
TOP 5: GIOVANNA D'ARCO mit Caballé - Doningp - Millness, keine Alternativ damals
TOP 6: MACBETH Die Rysanek ist einfach unvergleichlich - Leonard Warren ein kongelialer Partner. Die Zampieri mag ich allerdings auch
TOP 7: I MASNADIERI mit Sutherland und Bonisolli (keine Alternative)
TOP 8: LA BATTAGLIA DI LEGNANO mit Ricciarelli - Carreras
TOP 9: LUISA MILLER Jetzt darf die Anna 'ran. (mit Anna Moffo, Carlo Bergonzi und Shirley Verrett)
TOP 10: STIFFELIO mit Silvia Sass und Carreras
Der Vollständigkeit halber will ich aber auch noch einen Vorschlag für die ausgelassenen Opern machen.
OBERTO: mit Dimitrova - Bergonzi UN GIORNO DI REGNO: mit Jessye Norman ALZIRA: mit der Cotrubas ATTILA: mit der Deutekom Il CORSARIO: mit Caballé - Norman AROLDO: mit der Caballé GERUSALEMME: mit Leila Gencer
Damit hätten wir die 17 Frühwerke erfasst. Hinweis: GERUSALEMME ist eine Umarbeitung der LOMBARDI und AROLDI der Nachfolger des STIFFELIO, beides eigenständige Werke
-
Es ist denkbar, dass es mit Callas aus den fünfziger Jahren eine Nabucco-Einspielung gibt. Der frühe Verdi war nicht ihr Ding. Es war zu dieser Zeit die Domäne von Leila Gencer. Mit der Cerqueti gibt es einen Ernani mit del Monaco als Partner.
--
Es wäre interessant, wenn ein Forianer eine Bestandsaufnahme der bereits existierenden DVDs vorlegen könnte. Vortrefflich wäre der Hinweis, ob es sich um eine konservative Einspielung handelt oder ob in aktueller Kleidermode agiert wird.
Ganz vorzüglich der preiswerte Bildband: DIE OPERN VERDIs von Giorgio Bagnoli mit berauschenden Szenen-Fotos von jeder Verdi-Oper (Parthas-Verlag)
Gruss Engelbert :engel
Ganong (21.09.2006, 13:40): Bei den Aufnahmen 1 , 2 und 4 kann ich ohne weiteren Kommentar zustimmen .
Der Satz zu / über Anna Moffo hat mir richtig gut getan . Sie ist je Anfang dieses Jahres in new York an den Spätfolgen ihrer Krebserkrankung verstorben . Noch heute bedauere ich , dass sie leider nie eine ihr auch nur annähernd gleichwertige junge Sopranistinnen in s grosse Opernfach heranführen können .
Die Livemitschnitte etwa von Traviata ( auf CD noch immer erhältliich ; mit Karajan aus Mailand ) oder Bohème sind nach wie vor beeindruckend .
Und ein kleiner Hinweis : da in Zusammenhang mit Puccini und L. Price Giacomo Puccini so abgewertet worden ist ( so hat es 2002 nur noch Claudio Abbado im Berliner "Tagespiegel" fertiggebracht ) , sei auf die Cd mit Pric eals herrlicher Puccinisängerin ( Betterfly ! 9 verwiesen und natürlich wier auf "meine" Anna Moffo . Eine hinreissendere Musetta kennt die Schallplattengeschichte nicht ! Und die Mimi war damals Maria Callas in einem hinreissenden n , einfühlsamen Duett mit di Stefano :"O soave fanciulla...." .
Wie Abbado 2002 zu dme ganz unsinnigen Vergleich debussy versus Puccini gekommen ist , bleibt ein Rätsel . Dass er Puccini nicht mag , ist natürlich seine Geschmacksrichtung . Aber Abbado ist ja auch nicht als wichtiger Debussydirigent in Erinnerung ! Etwa im gegnsatz zu den grossen Debussydirigenten wie Martinon , Monteux oder Munch .
Grüssse ,
Frank
Ganong (21.09.2006, 13:46): Zu recht werden zwei bedeutende Verdi - Interpretinnen erwähnt :
Anita Cerquetti u n d
Leyla Gencer .
Anita cerquetti hat leider sehr früh ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet ( und nicht weil die Callas "kam" ) .
Leyla Gencer habe ich mehrfach live erlbt ( verona ) . Sie war in vielen Punkten sängerisch Maria Callas gegenüber gleichwertig . Wie es ein Rezensent einmal formulierte :"Frau Gencer ist das Opfer der callas geworden" .
daran ist vile Wahres .
Es gibt immer noch Aufnahmen ( auf CD ) von L. gencer , die deren können beweisen .
Auch von A. Cerquetti sind vereinzelt Aufnahmen , oft aus zweiter oder dritter Hand , erhältlich . es lohnt sich bei beiden Sängerinnen die Aufnahmen zu kaufen !!!
Beste Grüsse ,
Frank
Ganong (21.09.2006, 14:13): Fortsetzung meiner Top 10 Verdi - Opern .
Ich möchte nun einmal selbst eine Oper so besetzen wollen , wie ich mir eine Idealbesetzung vorstelle :
es handelt sich , unschwer zu erraten , nachdem diese bedeutende Oper im Schaffen Verdis nicht vorgekommen ist um
Don Carlo .
Wohl kaum ein Zweifel dürfte bestehen , dass es mehrere zur Zeit erhältliche gute Gesamtaufnahmen und eine sehr überzeugende DVD gibt .
Meine Traumbesetzung wäre :
Filippo II......................Boris Christoff . Mit warmen Timbre , ganz kontemplativ , aber auch voll erregter , verzweifelter Leidenschaft , innigsten Momenten eines stillen Innehaltens , gestaltet er die Rolle .
Rodrigo......................Ettore Bastianini . Bastianini vermag schon im grossen ersten Duett mit Don Carlo stimmlich - dramaturgisch die Vision von Freiheit dermassen packend , voller Affekte zu singen , dass er für mich nicht übertroffen wird . Sein Duett mit dem König ist ein Höhepunkt eines psychologisch die Rolle klar erfassenden Posa .
Carlo.........................José Carreras . Der junge Carreras bringt all die in der Rolle immanenten innerseelischen Schwierigkeiten stimmlich zur Darstellung . Einne tatsächlichen kollegialen Rivalen dürfte er allenfalls in Flaviano Labò haben ( Aufnahme bei der DGG ).
Grande Inquisitore ......Hans Hotter ( live ; Wien ; Staatsoper ) . Ohne weiteren Kommentar die für mich beeindruckenste sängerische wie schauspielerische Leistung dieses furchterregenden Grossinquisitors . Weitaus intensiver , eindringlicher sang hotter damls ( mit Ghiaurov als Filippo II . )
Eboli........................Agnes Baltsa Auf LP , CD und DVD ( Salzburger Festspiele mit einem ungemein intellektuellen Furlanetto als Filippo II ; eine sehr überzeugend eund insich schlüssige Auffasunng der Rolle ! ) . Die Sopran - Fans mögen es mir nachsehen , aber die bedeutenste weibliche Rolle der Oper ist eindeutig die der Eboli .
Elisabetta..................Antonietta Stella Sie gehört nicht zu den (über-)priesenen Sopranistinnen der Opernwelt . Hier versteht sie jedoch über sich selbst hinauszuwachsen . Sie vermeidet die hier nicht immer angebrachten schönen Töne einer Caballé oder die Forciertheit der Freni .
Dirigent...................Carlo Maria Giulini . Ein grösseres Gespür für Verdi kann ein Dirigent nicht haben . Bei Giulini stimmt absolut alles ! ( in seiner Gesamtaufnahme singt leider Milnes den Posa und die Caballé singt einfach zu schön , zu lyrisch timbriert . )
Orchester ...............Scala di Milano 8 in der Aufnahme mit Boris Christoff und Stella ; DGG ) .
Grüsse
Frank
Jascha Horenstein (22.09.2006, 10:52): Lieber Frank, bei "Macbeth" bevorzuge ich die Aufnahme durch Erich Leinsdorf. Leonie Rysanek ist die personifizierte Lady MacBeth.
eine grosse Interpretin der Rolle . ich besitze die Aufnahme ( natürlich als bekennender Fan des Macbeth - Stoffes ) .
Und wie steht es mit Maria Callas ? Unabhängig von eher mässigen sonstigennLeistungsträgern und einermiserablen Technik derAufnahme , ist ihre grosse Arie doch sehr überzeugend .
Grüsse ,
Frank
Jimi (15.10.2006, 19:17): Original von Ganong
> ´La Forza del Destino ( RCA ) L. Price ( Nicht die bedeutenste Verdioper , aber mit disem Ensemble unddem überragendne Diriegnetn bleibt dies Aufnahme spannungsgeladen , stimmlich einzigartig und eine der besten Gesamtaufnahmen der Opernwelt ) .
Hallo Frank,
100% Zustimmung meinerseits, aber ich hoffe wir meinen die gleiche Aufnahme :wink , denn es gibt 2 Einspielungen von "La Forza" mit Leontyne Price bei RCA. Eine von 1964 unter Thomas Schippers und eine unter James Levine von 1976.
Viele Grüße,
Jimi
Ganong (17.10.2006, 18:45): Lieber Jimi ,
kein Zweifel : ich meine die frühe Aufnahme . Sie ist wirklich konkurrenzlos .
Viele Grüsse ,
Frank
sennahresor (22.10.2006, 21:15): Lieber Frank,
das scheint mir eine wirklich sehr stimmige Auswahl. Hier trotzdem einige Alternativ-Vorschläge. Also:
bei Traviata bevorzuge ich doch eher eine sahnige, kunstvoll-virtuose Stimme, entfesselt-expressiv muss das gar nicht sein. Daher wäre ich eher für die Gruberova, aber noch lieber Joan Sutherland, gerne in der späten Digitalaufnahme mit Pavarotti. Aber mit dieser Ansicht stehe ich wahrscheinlich ziemlich einsam da.
Bei Falstaff würde ich die Wahl auch vom Dirigenten abhängig machen. Der Favorit: Karajan (paßt ja zu Taddei). Alternativ kommt natürlich Toscanini in Frage (der auch bei Otello nicht unerwähnt bleiben darf), aber auch Bernsteins Falstaff finde ich hörenswert, wenn Fischer-Dieskaus Gestaltung der Titelrolle auch geschmackssache ist.
Bei Aida würde ich ebenfalls sagen: Karajan ist hier ein Muss, und zwar gerne in der Salzburger XXL-Version bei EMI. Hier wird gar nicht erst versucht, das ganze psychologisch zu vertiefen, was ich in Ordnung finde. Die Sänger finde ich eigentlich auch sehr gut, und die MAssenszenen haben eine umwerfende Dramatik. Abbado wäre bei Aida eine Alternative, wenn es seriöser sein soll, aber da muss man halt die erbärmliche Ricciarelli als Aida ertragen.
Forza del Destino würde ich nicht in die Top 10 aufnehmen (wenn schon, dann am besten Bruno Walter live von der Met), statdessen dann lieber Don Carlo. Karajans live-Aufnahme aus Salzburg ist zu sehr gekürzt, geradezu verstümmelt, das gibt ein schiefes Bild. Die spätere Studio-Aufnahme ist mir zu dunkel. Daher plädiere ich für Solti mit seinem guten Ensemble, alternativ auch gerne Giulini. Bei Abbado ist es wieder dasselbe: schön und gut, aber warum durfte Ricciarelli da mitmachen? Die reinste Lärmbelästigung...
Viele Grüße, Hannes
Jimi (23.10.2006, 21:07): Hallo Hannes,
im Zusammenhang mit Claudio Abbado ist unbedingt seine Aufnahme von SIMONE BOCCANEGRA zu erwähnen (keine Panik ohne Katia Ricciarelli :D) :
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5230518.jpg
Eine ausgezeichnete Besetzung mit Jose Carreras damals Ende der 70er noch in Topform, Mirella Freni, Piero Cappuccilli, Nicolai Ghiaurov und dem überragenden Jose van Dam.
Die CD gehört für mich zu den besten Verdi Gesamtaufnahmen überhaupt.
Viele Grüße Jimi
manrico (08.04.2007, 21:02): Als neues Mitglied möchte ich mich hier einmal mit meinen persönlichen Lieblingsaufnahmen von Verdi vorstellen:
Il Trovatore (RCA; Björling, Milanov, Barbieri, Warren 1968). Vier der besten Verdi Sänger liefern sich einen vokalen Wettstreit der Extraklasse. Das Dirigat von Cellini hält da leider nicht ganz mit; allein: Was tut's? (Die fantastische Aida in der selben Besetzung schmuggel ich hier jetzt ein, ich mag die Oper selber nur nicht so gern)
Simon Boccanegra (Gala; Gobbi, Gencer, Tozzi, Zampieri 1961). Ein Livemitschnitt aus Salzburg. Gobbi ist spannender und intensiver als in der Studioproduktion, zudem hat er als Partnerin die unvergleichliche Leyla Gencer. Ihre flutenden Pianissimi sind IMO unübertroffen (nicht nur in dieser, sondern auch in anderen Produktionen).
Jérusalem (SRO; Ricciarelli, Carreras, Nimsgern 1975). Zu diesem Zeitpunkt war die Stimme des J. Carreras noch intakt, Siegmund Nimsgern ist als Roger in Ordnung, vor allem aber möchte ich eine Lanze für Katia Ricciarelli brechen: Es ist keine Frage, dass sie sich mit Partien wie der Turandot oder der Tosca in verhängnisvolles Fahrwasser begeben hat. Trotzdem ist ihrer Stimme auch in den weniger gelungen Aufnahmen nie Wärme, Ehrlichkeit und Empfindsamkeit abgegangen. Bei vielen anderen Starsopranistinnen kann ich mich des Eindrucks der fehlenden Rollenidentifikation nicht erwehren. Die Ricciarelli lebt ihre Rollen, die Lyrismen sind anrührend, die Spitzentöne - wenn auch nicht immer unverwackelt - so doch niemals schrill oder schmerzhaft. "Mes pleintes sont vaines" und "Une pensée amère" gehören für mich zu den Sternstunden des Verdi-Gesanges.
Don Carlos (Bella Voce; Domingo M. Price, Nesterenko, Bruson, Obraztowa 1978). Domingo in einer seiner besten Rollen, sehr inspiriert und genau, erstaunlich hell in seiner Tongebung. Bruson besitzt eine der edelsten Baritonstimmen und ist doch zu lange im Schatten berühmterer Kollegen gestanden, der Tod des Posa mit diese Tatsache völlig unverständlich. Price ist eine anrührende Elisabetta, Obraztowa rast vor Eifersucht - ihre leidenschaftliche Gestaltung steht in spannendem Konstrast zur sehr kontrollierten Price. Das Lamento mit Nesternko und Domingo gerät zum beklemmenden Höhepunkt des 4. Aktes. Abbado dirigiert die 5-aktige Fassung auf italienisch hart und prägnant, kein Funken Sentimentalität oder falsche Drücker.
Rigoletto (paperback opera; Taddei, Pagliughi, Tagliavini, Neri 1954): Merill unter Solti ist hervorragend, Warren im Livemittschnitt unter Sodero beeindruckend, Taddei ist besser - das muss man gehört haben. Keinem anderen Sänger steht eine derartige Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und Farben zur Verfügung wie Taddei. Das differenzierteste Rollenportrait, das ich kenne. Auch der Rest der Besetung ist ausgezeichnet, verblasst allerdings gegenüber dem übermächtigen Taddei.
Otello (Music and Arts; Martinelli, Rethberg, Tibett, 1938). Martinellis Stimme ist zu diesem Zeitpunkt noch in phantastischer Verfassung (spätere Aufnahmen von ihm sind nicht mein Fall), in Tibett hat er einen würdigen Gegenspieler, in Rethberg eine der besten Verdisängerinnen überhaupt.
La Traviata (Orfeo; Stratas, Wunderlich, Prey, 1965). Mag auch die Stratas im ersten Akt ein wenig patzen, mag Prey nicht umbedingt ein idealer Giorgio Germont sein, die Aufnahme gehört für mich zu den allerbesten. Stratas bietet eine rollendeckende Violetta, dazu hat sie in Wunderlich den besten Alfredo ((fast) gleichwertige Alternativen sind für mich Aragall und Lorengar unter Maazel 1969 und Cotrubas und Gedda unter Krips 1971, aber da muss man jeweils penetrante Väter ertragen)
Ernani (Opera italiana; Domingo, Kabaiwanska, Ghiaurov, 1969). Kein Vergleich mit Mutis späterer Einspielung. Domingo ist jung, agil und leidenschaftlich, Kabaiwanska eine rollendeckende Elvira und Ghiaurov ein gefährlicher Rivale.
Macbetto (Living Stage; Taddei, Gencer 1960). Zwei absolute Meister ihres Faches liefern sich einen packenden Opernkrimi. Klar, was die Callas aus der Nachtwandelszene gemacht hat, hat keine andere je wieder so gestaltet, im Gesamten aber ist dieser Mitschnitt dramatischer, fahler und stimmiger als alle anderen.
Attila (Philipps; Bergonzi, Deutekom, Milnes, Raimondi 1973). Meine Begeisterung für diese Aufnahme rührt weniger von der Besetzung der Hauptrolle (hier hätte ich Ghiaurov oder Ramey bevorzugt), sondern vor allem von der herausragenden Leistung des Carlo Bergonzi. Bei Attila geht es nicht um differenzierte Rollenportraits, sondern um zupackende Leidenschaft. Und die ist hier in ausreichendem Mass gegeben. Deutekom liefert Koloraturen wie aus dem Maschinengewehr, Milnes ist ein sehr energischer, vokal prächtiger, wenn auch nicht sehr differenzierter Ezio.
normalerweise tummle ich mich in diesem Forumsbereich eher selten. Weil aber im Forum im Moment gerade nicht viel los ist und ich hier einen neuen Namen entdeckt hatte, dachte ich mir, dass wenigstens ich Dich mal herzlich im Forum begrüßen sollte. Vielleicht stellst Du Dich - jenseits der Lieblings-Verdi-Opern und nur, wenn Du möchtest - mal gelegentlich auch noch im Mitlgiederbereich vor?
Viel Spaß im Forum und beste Grüße nach Wien
Sabine
Jimi (09.04.2007, 13:03): Hallo Manrico,
auch von mir, herzlich willkommen im Forum. Es freut mich natürlich sehr, dass ich in deiner Liste auch einige meiner Lieblingsaufnahmen entdeckt habe. Ich mag zwar diese Top 10 Auswahlgeschichten nicht so gerne, aber egal.
Klar das du ,als Manrico, mit dem Trovatore beginnst, die Aufnahme mit Björling, Milanov usw. ist mir neben der etwas neueren Aufnahme Aufnahme von Arturo Basile (Price,Tucker,Warren, auch RCA 1959) die liebste Studio-Aufnahme. Die Cellini-Aufnahme ist allerdings nicht von 1968, da war Björling längst tot, sondern von 1952. Björling selbst finde ich auf einer früheren Live-Aufnahme(1941) noch besser.
Besonders gefreut habe ich mich über deine Auswahl der Othello-Aufnahme, ich kenne sie erst von dieser neuen, sehr gelungenen Naxos Überspielung von Ward Marston:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8690094.jpg
Ich war begeistert, Martinelli zeigt deutlich auf: ein Othello muss nicht im Dauerforte durch die Gegend brüllen, und den Helden markieren, im Gegenteil er ist ja ein tragischer Held und das sollte er auch ausdrücken können , aber bitte gesungen und nicht mit üblen Verismoeffekten (Jammern, Schluchzen usw). Darauf verzichtet Martinelli hier im Gegensatz zu mancher seiner späteren Aufnahmen fast völlig(Pagliacci 1941).
Die Rigoletto Aufnahme mit Taddai, Pagliughi, Tagliavini ist wohl eine der wenigen, neben der Aufnahme unter Solti, die rundherum gelungen ist.
Die frühen Aufnahmen von J.Carreras schätze ich sehr, z.B. Il Corsaro oder Un Giorno Di Regno, kein Vergleich zu seinen Aufnahmen ab Mitte der 80ger Jahre. Die von Dir erwähnte Jerusalem-Aufnahme kenne ich nicht, werde sie mir aber sicher mal anhören.
Vielen Dank für Euren freundlichen Empfang. Ich werde natuerlich gerne eurer Aufforderung nachkommen und mich in nächster Zeit im Mitgliederforum vorstellen.
Zuerst aber, habe ich mir gedacht, ist es für die Forumsmitglieder interessant, wenn ich mich einmal sozusagen musikalisch positioniere.
Meine Liste an Verdi- Aufnahmen war auch nicht unbedingt reihend gemeint, sie spiegelt lediglich eine Auswahl an Aufnahmen, die ich gerne mag (ich bin auch kein Anhänger von Präferenzlisten, deshalb habe ich auch irgendwann Nick Hornbys: "High fidelity" entnervt beiseite gelegt).
Jimi, du hast natürlich recht, der Trovatore mit Björling stammt aus dem Jahr 1952. Ich finde auch, dass Björling sowohl in der Aufnahme von 1941 (Met) als auch 1939 (London) inspirierter singt. Allerdings hat er da nicht die Barbieri zur Mutter und Warren zum Rivalen. Bruna Castagna ist gut, aber wenn die Barbieri "Deh rallentate, oh barbari" singt, dann weiss sie genau, welches Schicksal ihr bevorsteht und sie bäumt sich mit Händen und Füßen (und natürlich mit phänomenalen vokalen Mitteln) dagegen auf. Bei Castagna merke ich diese Verzweiflung nicht. Die Azucena der Gertrud Wettergren leidet hauptsächlich an ihrem kastastrophalen italienisch, ansonsten fügt sie der Aufnahme keinen nennenswerten Schaden zu, ich hatte aber bisher auch nicht das Bedürfnis, sie in weiteren Rollen kennenzulernen.
In der Basile - Aufnahme gefällt mir Warren sogar noch besser als unter Cellini, ich halte sie auch für die gelungenste Leonora - Einspielung der Price (mit Karajans Wahl der Tempi - auch in der ersten Leonora -Arie kann ich mich nicht so recht anfreunden, aber da kann die Price nix dafür, und bei Metha ist ihre Stimme bereits "charakteristischer" geworden, um es euphemistisch zu formulieren). Für mich hinterläßt aber wieder einmal Leyla Gencer den bewegensten Eindruck als Leonora (ihre beiden Liebhaber sind halt nicht mein Fall)
Freut mich, dass du den Otello kennengelernt hast. Er war lange Zeit zumindest in Wien praktisch nicht erhältlich und ich konnte ihn auch nur durch Zufall ergattern, ich finde, dass es höchste Zeit war, dieses tolle Tondokument leichter zugänglich zu machen.
Technisch ist meine Aufnahme allerdings miserabel. Lohnt es sich technisch, die Neuüberspielung von Naxos zu kaufen?
Und bei Carreras kann ich dir nur beipflichten: Ich finde, dass er vor allem bei "Un giorno di regno" sehr schön und kultiviert gesungen hat. Diese Oper wird IMO völlig unterschätzt - ich habe sie bisher ein einziges Mal auf der Bühne gesehen und trotz nicht unbedingt herausragenden Einzelleistungen als durchaus überlebensfähig und witzig empfunden.
Liebe Grüße aus Wien
Werner
Ganong (09.04.2007, 19:28): Lieber Werner ,
danke , dass Du Leyla Gencer als Leonora so hervorhebst .
Frau Gencer war auch nach ihren eigenen Worten im Grunde ein Opfer der Callas -Hysterie gewesen . Dabei hat sie der Callas nachweislich sehr gewholfen . Da die Callas ( EMI ) eine Oper nicht vollständig zu Ende sang ( oder die Szene durech die EMI nicht vollständig aufgenommen worden ist ). lieh sie ihre Stimme ganz selbstlos.
Wer Leyla Gencer mit Top-Partnern live erlebt hat , der wiss um ihr ausserordentliches Können .
Als im aktuellen Heft von BC Music Magazine die "20 Top Sopranos" ermittelt worden sind , fehglte bbc-typisch leider Leyla Gencer !
Ich kann nur empfehlen die Einzelbegründungen nachzulesen .
Also : Wennn ( noch ) möglich Aufnahmen mit Frau Gencer besprgen .
Grüsse ,
Frank
manrico (09.04.2007, 23:35): Lieber Frank !
Ich halte Leyla Gencer auch für eine der überragenden Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts, soweit ich das zumindest von den mir bekannten Mitschnitten beurteilen kann (live habe ich sie nie gesehen). Ähnlich wie bei Bergonzi kenne ich keine einzige Aufnahme von ihr, die ich als schwach oder mißlungen bezeichnen würde.
Il Trovatore (Gencer, Barbieri, del Monaco, Bastianini, 1957)
Simon Boccanegra (Gobbi, Gencer, Tozzi, 1961)
Un ballo in maschera (Gencer, Bergonzi, 1961)
Meine anderen Gencer-Aufnahmen gehören nicht hier her, aber vielleicht sollten wir für Frau Gencer einen eigenen Thread eröffnen. Ich denke, diese Künstlerpersönlichkeit sollte entsprechend gewürdigt werden und ich wüßte natürlich gerne, was andere Forianer über Frau Gencer denken.
Liebe Grüße
Werner
Ganong (10.04.2007, 13:43): Lieber Werner ,
leider sind selbst bei MYTO und anderen weniger grossen Firmen die Genceraufnahmen immer rarer geworden .
Ich empfehel , ihr Repertoire , das sieaufgenommen hat , in der BritishLibrary ausfindig zu machen .
Eine eigener Thred wäre bestimmt sinnvoll für solch eine Künstlerin , die sicherlich zu den Grossen der Sopranistinnen zählt .
Viele Grüsse ,
Frank
Jimi (10.04.2007, 18:37): Original von manrico
Freut mich, dass du den Otello kennengelernt hast. Er war lange Zeit zumindest in Wien praktisch nicht erhältlich und ich konnte ihn auch nur durch Zufall ergattern, ich finde, dass es höchste Zeit war, dieses tolle Tondokument leichter zugänglich zu machen.
Technisch ist meine Aufnahme allerdings miserabel. Lohnt es sich technisch, die Neuüberspielung von Naxos zu kaufen?
Hallo Werner,
schwer zu sagen ich kenn ja deine Aufnahme nicht. Die Naxos Cd wurde jedenfalls erst kürzlich von Ward Marston überspielt, der ja einer der allerbesten im restaurieren von alten Aufnahmen ist. Da kann es schon sein dass die Qualität besser ist als bei alten Überspielungen, aber zaubern kann der natürlich auch nicht, wenn die alten Bänder oder Schellacks nichts taugen.
Ich finde die Qualität der Aufnahme für das Alter rel. gut, da hab ich schon schlimmeres gehört.
Am besten du versuchst die Cd mal anzuhören. In Wien sollte das ja bei Gramola oder in dem großen Emi-Laden möglich sein.
Bis bald :hello
Jimi
Ganong (20.09.2006, 18:05): Nachdem wagners Opern kurz angerissen worden sind und wir leontyne Price zu Recht als eine der bedeutensten Verdi - Sopranistinnen vorgesetllt bekommen haben , erbibt sich zwangsläufig die Frage , welche 10 Aufnahmen von Verdi - Opern uns persönlich am meisten feszinieren ?
Ich darf , ohne nähere Begründung - diese ergibt sich letztlich aus der Interpretation ! - meine "Top 10" kurz vorstellen :
> Il Trovatore ( live ; Salzburger Festspiele ; DGG ) : Karajan , L Price , Simionato ; Corelli , Bastianini
> La Traviata ( EMI ) C M Giulini ; Maria Callas , Bastianini , di Stefano
> ´La Forza del Destino ( RCA ) L. Price ( Nicht die bedeutenste Verdioper , aber mit disem Ensemble unddem überragendne Diriegnetn bleibt dies Aufnahme spannungsgeladen , stimmlich einzigartig und eine der besten Gesamtaufnahmen der Opernwelt ) .
> Macbeth ( DGG ) Piero Cappuccilli ( Ein Lieblingslitertaurstoff von mir seit meiner Schulzeit . geniale Musi , überragende Sänger(innen)-Leistung und ein griossartig zupackender Diriegnt machen diees Tragödie auch als Oper zu einem mitreissend - schauernden Erlebnis . )
> Otello ( RCA ) J Vickers , Gobbi , Rysanek . Die schwierigste Entscheidung ! Übertroffen vielleicht noch von der Aufführung in der Mailänder Scala unter Carlos Kleiber mit dem überragenden jungen Domingo . Martinelli ound ein junger del Monaco sind möglicherweise insgesamt noch überzeugender als Vickers . Protti schwächelt gegenüber dem überragendne Gobbi . Die Tebaldi ist der Rysanek um eine Nasenlänge voraus . Der Gesamteindruck aber spricht für die oben gennante gesamtaufnahme . Bei Opern-Querschnitten fiele manchmal das Ergebnis anders aus .
> Fallstaff . natürlich mit der Idealbesetzung durch Giuseppe Taddei ! . H in w e i s : Taddei hat mit 90 jungen Jahren seine lebenserinnerungen vorgelegt . Ein herrliches Buch ! Ein Muss für jeden . Auch den , der keine Opern und den Operzirkus mag .
> Un ballo in maschera . Natürlich die Einspielung mit der souveränen Tatiana Troyanos , die leider viel zu sehr unterschätzt wird / wurde .
> Aida Ich hatte immer ein recht ambivalentes Verhältnis zu dieser Oper . Zu viel wurde sie als Mammutoper ohne jede psychologische Intimität , ohne den Kampf zweier so verschiedener Frauencharaktere wie dem der Amneris und dem der Aida mit einem so höchst unterschiedlich gestaltenden Radames plump auf die Bühnen der Welt geworfen .
Hier ist alles eine Frage des persönliche ds Zuganges !
Norman Lebrecht hat sich in seiner Liste seiner definitiven Top 100 CDs nicht ohne Grund für die Aufnahme mmit Tebaldi undel Monaco ( DECCA ) entschieden . In der zeit der masseneinspielungen von Opern in den 1980er Jahren hat Katia Ricciarelli mit Hilfe vieler "Techniken" ihre Stimme fast ruiniert .
Die Nilsson mit einem kongenialen Franco Corelli scheinen schon fast den Olymp bestiegen zu hebn ( Schlussduett !!! ) , da hören wir L. Price . Und wwelch eine Ausstrahlung , welch eine Stimmführung ! Sie bleibt als Aida für mich , trotz Callas in Mexiko un dtebaldi und Nilsson , die Aida assoluta !
Grüsse , F r a n k
Ganong (20.09.2006, 18:07): Aus technischen gründen konnte der Gesamttext leider nicht weitergeleitet werden .
Die Ergänzung folgt morgen .
Danke für das Verständnis .
F r a n k
Engelbert (21.09.2006, 05:43): VERDIs FRÜHWERKE
Ich möchte den Faden von GANONG aufgreifen, unterteile aber nach Früh- und Hauptwerken, weil sonst zu viele wertvolle Einspielungen durch den Rost fallen würden. Es handelt sich um Aufnahmen der 60er und 70er Jahre, weil zu diesem Zeitpunkt meine Sammelaktivitäten einsetzen. Ich muss nicht betonen, dass ich selbstverständlich alle Verdi-Opern besitze. Etliche bis zu drei Einspielungen. Als letztes kam Gerusalemme hinzu.
TOP 1: NABUCCO mit Tito Gobbi und Elena Suliotis. Die Greco-Argentinierin singt überwältigend - sie spuckt als Abigail Gift und Galle
TOP 2: I LOMBARDI mit Christina Deutekom, vorzüglich, ohnehin damals keine Alternative
TOP 3: ERNANI mit Price - Bergonzi - Sereni - Flagello, ein vorzügliches Quartett, eine Total-Interpretation. Die Hungarton-Einspielung mit der Sass ist allerdings auch gut
TOP 4: I DUE FOSCARI mit Cappucilli und Ricciarelli, Hier einen Hinweis auf die DVD aus neuerer Zeit mit der unvergleichlichen Alexandrina Pendatchanska
TOP 5: GIOVANNA D'ARCO mit Caballé - Doningp - Millness, keine Alternativ damals
TOP 6: MACBETH Die Rysanek ist einfach unvergleichlich - Leonard Warren ein kongelialer Partner. Die Zampieri mag ich allerdings auch
TOP 7: I MASNADIERI mit Sutherland und Bonisolli (keine Alternative)
TOP 8: LA BATTAGLIA DI LEGNANO mit Ricciarelli - Carreras
TOP 9: LUISA MILLER Jetzt darf die Anna 'ran. (mit Anna Moffo, Carlo Bergonzi und Shirley Verrett)
TOP 10: STIFFELIO mit Silvia Sass und Carreras
Der Vollständigkeit halber will ich aber auch noch einen Vorschlag für die ausgelassenen Opern machen.
OBERTO: mit Dimitrova - Bergonzi UN GIORNO DI REGNO: mit Jessye Norman ALZIRA: mit der Cotrubas ATTILA: mit der Deutekom Il CORSARIO: mit Caballé - Norman AROLDO: mit der Caballé GERUSALEMME: mit Leila Gencer
Damit hätten wir die 17 Frühwerke erfasst. Hinweis: GERUSALEMME ist eine Umarbeitung der LOMBARDI und AROLDI der Nachfolger des STIFFELIO, beides eigenständige Werke
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Es ist denkbar, dass es mit Callas aus den fünfziger Jahren eine Nabucco-Einspielung gibt. Der frühe Verdi war nicht ihr Ding. Es war zu dieser Zeit die Domäne von Leila Gencer. Mit der Cerqueti gibt es einen Ernani mit del Monaco als Partner.
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Es wäre interessant, wenn ein Forianer eine Bestandsaufnahme der bereits existierenden DVDs vorlegen könnte. Vortrefflich wäre der Hinweis, ob es sich um eine konservative Einspielung handelt oder ob in aktueller Kleidermode agiert wird.
Ganz vorzüglich der preiswerte Bildband: DIE OPERN VERDIs von Giorgio Bagnoli mit berauschenden Szenen-Fotos von jeder Verdi-Oper (Parthas-Verlag)
Gruss Engelbert :engel
Ganong (21.09.2006, 13:40): Bei den Aufnahmen 1 , 2 und 4 kann ich ohne weiteren Kommentar zustimmen .
Der Satz zu / über Anna Moffo hat mir richtig gut getan . Sie ist je Anfang dieses Jahres in new York an den Spätfolgen ihrer Krebserkrankung verstorben . Noch heute bedauere ich , dass sie leider nie eine ihr auch nur annähernd gleichwertige junge Sopranistinnen in s grosse Opernfach heranführen können .
Die Livemitschnitte etwa von Traviata ( auf CD noch immer erhältliich ; mit Karajan aus Mailand ) oder Bohème sind nach wie vor beeindruckend .
Und ein kleiner Hinweis : da in Zusammenhang mit Puccini und L. Price Giacomo Puccini so abgewertet worden ist ( so hat es 2002 nur noch Claudio Abbado im Berliner "Tagespiegel" fertiggebracht ) , sei auf die Cd mit Pric eals herrlicher Puccinisängerin ( Betterfly ! 9 verwiesen und natürlich wier auf "meine" Anna Moffo . Eine hinreissendere Musetta kennt die Schallplattengeschichte nicht ! Und die Mimi war damals Maria Callas in einem hinreissenden n , einfühlsamen Duett mit di Stefano :"O soave fanciulla...." .
Wie Abbado 2002 zu dme ganz unsinnigen Vergleich debussy versus Puccini gekommen ist , bleibt ein Rätsel . Dass er Puccini nicht mag , ist natürlich seine Geschmacksrichtung . Aber Abbado ist ja auch nicht als wichtiger Debussydirigent in Erinnerung ! Etwa im gegnsatz zu den grossen Debussydirigenten wie Martinon , Monteux oder Munch .
Grüssse ,
Frank
Ganong (21.09.2006, 13:46): Zu recht werden zwei bedeutende Verdi - Interpretinnen erwähnt :
Anita Cerquetti u n d
Leyla Gencer .
Anita cerquetti hat leider sehr früh ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet ( und nicht weil die Callas "kam" ) .
Leyla Gencer habe ich mehrfach live erlbt ( verona ) . Sie war in vielen Punkten sängerisch Maria Callas gegenüber gleichwertig . Wie es ein Rezensent einmal formulierte :"Frau Gencer ist das Opfer der callas geworden" .
daran ist vile Wahres .
Es gibt immer noch Aufnahmen ( auf CD ) von L. gencer , die deren können beweisen .
Auch von A. Cerquetti sind vereinzelt Aufnahmen , oft aus zweiter oder dritter Hand , erhältlich . es lohnt sich bei beiden Sängerinnen die Aufnahmen zu kaufen !!!
Beste Grüsse ,
Frank
Ganong (21.09.2006, 14:13): Fortsetzung meiner Top 10 Verdi - Opern .
Ich möchte nun einmal selbst eine Oper so besetzen wollen , wie ich mir eine Idealbesetzung vorstelle :
es handelt sich , unschwer zu erraten , nachdem diese bedeutende Oper im Schaffen Verdis nicht vorgekommen ist um
Don Carlo .
Wohl kaum ein Zweifel dürfte bestehen , dass es mehrere zur Zeit erhältliche gute Gesamtaufnahmen und eine sehr überzeugende DVD gibt .
Meine Traumbesetzung wäre :
Filippo II......................Boris Christoff . Mit warmen Timbre , ganz kontemplativ , aber auch voll erregter , verzweifelter Leidenschaft , innigsten Momenten eines stillen Innehaltens , gestaltet er die Rolle .
Rodrigo......................Ettore Bastianini . Bastianini vermag schon im grossen ersten Duett mit Don Carlo stimmlich - dramaturgisch die Vision von Freiheit dermassen packend , voller Affekte zu singen , dass er für mich nicht übertroffen wird . Sein Duett mit dem König ist ein Höhepunkt eines psychologisch die Rolle klar erfassenden Posa .
Carlo.........................José Carreras . Der junge Carreras bringt all die in der Rolle immanenten innerseelischen Schwierigkeiten stimmlich zur Darstellung . Einne tatsächlichen kollegialen Rivalen dürfte er allenfalls in Flaviano Labò haben ( Aufnahme bei der DGG ).
Grande Inquisitore ......Hans Hotter ( live ; Wien ; Staatsoper ) . Ohne weiteren Kommentar die für mich beeindruckenste sängerische wie schauspielerische Leistung dieses furchterregenden Grossinquisitors . Weitaus intensiver , eindringlicher sang hotter damls ( mit Ghiaurov als Filippo II . )
Eboli........................Agnes Baltsa Auf LP , CD und DVD ( Salzburger Festspiele mit einem ungemein intellektuellen Furlanetto als Filippo II ; eine sehr überzeugend eund insich schlüssige Auffasunng der Rolle ! ) . Die Sopran - Fans mögen es mir nachsehen , aber die bedeutenste weibliche Rolle der Oper ist eindeutig die der Eboli .
Elisabetta..................Antonietta Stella Sie gehört nicht zu den (über-)priesenen Sopranistinnen der Opernwelt . Hier versteht sie jedoch über sich selbst hinauszuwachsen . Sie vermeidet die hier nicht immer angebrachten schönen Töne einer Caballé oder die Forciertheit der Freni .
Dirigent...................Carlo Maria Giulini . Ein grösseres Gespür für Verdi kann ein Dirigent nicht haben . Bei Giulini stimmt absolut alles ! ( in seiner Gesamtaufnahme singt leider Milnes den Posa und die Caballé singt einfach zu schön , zu lyrisch timbriert . )
Orchester ...............Scala di Milano 8 in der Aufnahme mit Boris Christoff und Stella ; DGG ) .
Grüsse
Frank
Jascha Horenstein (22.09.2006, 10:52): Lieber Frank, bei "Macbeth" bevorzuge ich die Aufnahme durch Erich Leinsdorf. Leonie Rysanek ist die personifizierte Lady MacBeth.
eine grosse Interpretin der Rolle . ich besitze die Aufnahme ( natürlich als bekennender Fan des Macbeth - Stoffes ) .
Und wie steht es mit Maria Callas ? Unabhängig von eher mässigen sonstigennLeistungsträgern und einermiserablen Technik derAufnahme , ist ihre grosse Arie doch sehr überzeugend .
Grüsse ,
Frank
Jimi (15.10.2006, 19:17): Original von Ganong
> ´La Forza del Destino ( RCA ) L. Price ( Nicht die bedeutenste Verdioper , aber mit disem Ensemble unddem überragendne Diriegnetn bleibt dies Aufnahme spannungsgeladen , stimmlich einzigartig und eine der besten Gesamtaufnahmen der Opernwelt ) .
Hallo Frank,
100% Zustimmung meinerseits, aber ich hoffe wir meinen die gleiche Aufnahme :wink , denn es gibt 2 Einspielungen von "La Forza" mit Leontyne Price bei RCA. Eine von 1964 unter Thomas Schippers und eine unter James Levine von 1976.
Viele Grüße,
Jimi
Ganong (17.10.2006, 18:45): Lieber Jimi ,
kein Zweifel : ich meine die frühe Aufnahme . Sie ist wirklich konkurrenzlos .
Viele Grüsse ,
Frank
sennahresor (22.10.2006, 21:15): Lieber Frank,
das scheint mir eine wirklich sehr stimmige Auswahl. Hier trotzdem einige Alternativ-Vorschläge. Also:
bei Traviata bevorzuge ich doch eher eine sahnige, kunstvoll-virtuose Stimme, entfesselt-expressiv muss das gar nicht sein. Daher wäre ich eher für die Gruberova, aber noch lieber Joan Sutherland, gerne in der späten Digitalaufnahme mit Pavarotti. Aber mit dieser Ansicht stehe ich wahrscheinlich ziemlich einsam da.
Bei Falstaff würde ich die Wahl auch vom Dirigenten abhängig machen. Der Favorit: Karajan (paßt ja zu Taddei). Alternativ kommt natürlich Toscanini in Frage (der auch bei Otello nicht unerwähnt bleiben darf), aber auch Bernsteins Falstaff finde ich hörenswert, wenn Fischer-Dieskaus Gestaltung der Titelrolle auch geschmackssache ist.
Bei Aida würde ich ebenfalls sagen: Karajan ist hier ein Muss, und zwar gerne in der Salzburger XXL-Version bei EMI. Hier wird gar nicht erst versucht, das ganze psychologisch zu vertiefen, was ich in Ordnung finde. Die Sänger finde ich eigentlich auch sehr gut, und die MAssenszenen haben eine umwerfende Dramatik. Abbado wäre bei Aida eine Alternative, wenn es seriöser sein soll, aber da muss man halt die erbärmliche Ricciarelli als Aida ertragen.
Forza del Destino würde ich nicht in die Top 10 aufnehmen (wenn schon, dann am besten Bruno Walter live von der Met), statdessen dann lieber Don Carlo. Karajans live-Aufnahme aus Salzburg ist zu sehr gekürzt, geradezu verstümmelt, das gibt ein schiefes Bild. Die spätere Studio-Aufnahme ist mir zu dunkel. Daher plädiere ich für Solti mit seinem guten Ensemble, alternativ auch gerne Giulini. Bei Abbado ist es wieder dasselbe: schön und gut, aber warum durfte Ricciarelli da mitmachen? Die reinste Lärmbelästigung...
Viele Grüße, Hannes
Jimi (23.10.2006, 21:07): Hallo Hannes,
im Zusammenhang mit Claudio Abbado ist unbedingt seine Aufnahme von SIMONE BOCCANEGRA zu erwähnen (keine Panik ohne Katia Ricciarelli :D) :
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5230518.jpg
Eine ausgezeichnete Besetzung mit Jose Carreras damals Ende der 70er noch in Topform, Mirella Freni, Piero Cappuccilli, Nicolai Ghiaurov und dem überragenden Jose van Dam.
Die CD gehört für mich zu den besten Verdi Gesamtaufnahmen überhaupt.
Viele Grüße Jimi
manrico (08.04.2007, 21:02): Als neues Mitglied möchte ich mich hier einmal mit meinen persönlichen Lieblingsaufnahmen von Verdi vorstellen:
Il Trovatore (RCA; Björling, Milanov, Barbieri, Warren 1968). Vier der besten Verdi Sänger liefern sich einen vokalen Wettstreit der Extraklasse. Das Dirigat von Cellini hält da leider nicht ganz mit; allein: Was tut's? (Die fantastische Aida in der selben Besetzung schmuggel ich hier jetzt ein, ich mag die Oper selber nur nicht so gern)
Simon Boccanegra (Gala; Gobbi, Gencer, Tozzi, Zampieri 1961). Ein Livemitschnitt aus Salzburg. Gobbi ist spannender und intensiver als in der Studioproduktion, zudem hat er als Partnerin die unvergleichliche Leyla Gencer. Ihre flutenden Pianissimi sind IMO unübertroffen (nicht nur in dieser, sondern auch in anderen Produktionen).
Jérusalem (SRO; Ricciarelli, Carreras, Nimsgern 1975). Zu diesem Zeitpunkt war die Stimme des J. Carreras noch intakt, Siegmund Nimsgern ist als Roger in Ordnung, vor allem aber möchte ich eine Lanze für Katia Ricciarelli brechen: Es ist keine Frage, dass sie sich mit Partien wie der Turandot oder der Tosca in verhängnisvolles Fahrwasser begeben hat. Trotzdem ist ihrer Stimme auch in den weniger gelungen Aufnahmen nie Wärme, Ehrlichkeit und Empfindsamkeit abgegangen. Bei vielen anderen Starsopranistinnen kann ich mich des Eindrucks der fehlenden Rollenidentifikation nicht erwehren. Die Ricciarelli lebt ihre Rollen, die Lyrismen sind anrührend, die Spitzentöne - wenn auch nicht immer unverwackelt - so doch niemals schrill oder schmerzhaft. "Mes pleintes sont vaines" und "Une pensée amère" gehören für mich zu den Sternstunden des Verdi-Gesanges.
Don Carlos (Bella Voce; Domingo M. Price, Nesterenko, Bruson, Obraztowa 1978). Domingo in einer seiner besten Rollen, sehr inspiriert und genau, erstaunlich hell in seiner Tongebung. Bruson besitzt eine der edelsten Baritonstimmen und ist doch zu lange im Schatten berühmterer Kollegen gestanden, der Tod des Posa mit diese Tatsache völlig unverständlich. Price ist eine anrührende Elisabetta, Obraztowa rast vor Eifersucht - ihre leidenschaftliche Gestaltung steht in spannendem Konstrast zur sehr kontrollierten Price. Das Lamento mit Nesternko und Domingo gerät zum beklemmenden Höhepunkt des 4. Aktes. Abbado dirigiert die 5-aktige Fassung auf italienisch hart und prägnant, kein Funken Sentimentalität oder falsche Drücker.
Rigoletto (paperback opera; Taddei, Pagliughi, Tagliavini, Neri 1954): Merill unter Solti ist hervorragend, Warren im Livemittschnitt unter Sodero beeindruckend, Taddei ist besser - das muss man gehört haben. Keinem anderen Sänger steht eine derartige Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und Farben zur Verfügung wie Taddei. Das differenzierteste Rollenportrait, das ich kenne. Auch der Rest der Besetung ist ausgezeichnet, verblasst allerdings gegenüber dem übermächtigen Taddei.
Otello (Music and Arts; Martinelli, Rethberg, Tibett, 1938). Martinellis Stimme ist zu diesem Zeitpunkt noch in phantastischer Verfassung (spätere Aufnahmen von ihm sind nicht mein Fall), in Tibett hat er einen würdigen Gegenspieler, in Rethberg eine der besten Verdisängerinnen überhaupt.
La Traviata (Orfeo; Stratas, Wunderlich, Prey, 1965). Mag auch die Stratas im ersten Akt ein wenig patzen, mag Prey nicht umbedingt ein idealer Giorgio Germont sein, die Aufnahme gehört für mich zu den allerbesten. Stratas bietet eine rollendeckende Violetta, dazu hat sie in Wunderlich den besten Alfredo ((fast) gleichwertige Alternativen sind für mich Aragall und Lorengar unter Maazel 1969 und Cotrubas und Gedda unter Krips 1971, aber da muss man jeweils penetrante Väter ertragen)
Ernani (Opera italiana; Domingo, Kabaiwanska, Ghiaurov, 1969). Kein Vergleich mit Mutis späterer Einspielung. Domingo ist jung, agil und leidenschaftlich, Kabaiwanska eine rollendeckende Elvira und Ghiaurov ein gefährlicher Rivale.
Macbetto (Living Stage; Taddei, Gencer 1960). Zwei absolute Meister ihres Faches liefern sich einen packenden Opernkrimi. Klar, was die Callas aus der Nachtwandelszene gemacht hat, hat keine andere je wieder so gestaltet, im Gesamten aber ist dieser Mitschnitt dramatischer, fahler und stimmiger als alle anderen.
Attila (Philipps; Bergonzi, Deutekom, Milnes, Raimondi 1973). Meine Begeisterung für diese Aufnahme rührt weniger von der Besetzung der Hauptrolle (hier hätte ich Ghiaurov oder Ramey bevorzugt), sondern vor allem von der herausragenden Leistung des Carlo Bergonzi. Bei Attila geht es nicht um differenzierte Rollenportraits, sondern um zupackende Leidenschaft. Und die ist hier in ausreichendem Mass gegeben. Deutekom liefert Koloraturen wie aus dem Maschinengewehr, Milnes ist ein sehr energischer, vokal prächtiger, wenn auch nicht sehr differenzierter Ezio.
normalerweise tummle ich mich in diesem Forumsbereich eher selten. Weil aber im Forum im Moment gerade nicht viel los ist und ich hier einen neuen Namen entdeckt hatte, dachte ich mir, dass wenigstens ich Dich mal herzlich im Forum begrüßen sollte. Vielleicht stellst Du Dich - jenseits der Lieblings-Verdi-Opern und nur, wenn Du möchtest - mal gelegentlich auch noch im Mitlgiederbereich vor?
Viel Spaß im Forum und beste Grüße nach Wien
Sabine
Jimi (09.04.2007, 13:03): Hallo Manrico,
auch von mir, herzlich willkommen im Forum. Es freut mich natürlich sehr, dass ich in deiner Liste auch einige meiner Lieblingsaufnahmen entdeckt habe. Ich mag zwar diese Top 10 Auswahlgeschichten nicht so gerne, aber egal.
Klar das du ,als Manrico, mit dem Trovatore beginnst, die Aufnahme mit Björling, Milanov usw. ist mir neben der etwas neueren Aufnahme Aufnahme von Arturo Basile (Price,Tucker,Warren, auch RCA 1959) die liebste Studio-Aufnahme. Die Cellini-Aufnahme ist allerdings nicht von 1968, da war Björling längst tot, sondern von 1952. Björling selbst finde ich auf einer früheren Live-Aufnahme(1941) noch besser.
Besonders gefreut habe ich mich über deine Auswahl der Othello-Aufnahme, ich kenne sie erst von dieser neuen, sehr gelungenen Naxos Überspielung von Ward Marston:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8690094.jpg
Ich war begeistert, Martinelli zeigt deutlich auf: ein Othello muss nicht im Dauerforte durch die Gegend brüllen, und den Helden markieren, im Gegenteil er ist ja ein tragischer Held und das sollte er auch ausdrücken können , aber bitte gesungen und nicht mit üblen Verismoeffekten (Jammern, Schluchzen usw). Darauf verzichtet Martinelli hier im Gegensatz zu mancher seiner späteren Aufnahmen fast völlig(Pagliacci 1941).
Die Rigoletto Aufnahme mit Taddai, Pagliughi, Tagliavini ist wohl eine der wenigen, neben der Aufnahme unter Solti, die rundherum gelungen ist.
Die frühen Aufnahmen von J.Carreras schätze ich sehr, z.B. Il Corsaro oder Un Giorno Di Regno, kein Vergleich zu seinen Aufnahmen ab Mitte der 80ger Jahre. Die von Dir erwähnte Jerusalem-Aufnahme kenne ich nicht, werde sie mir aber sicher mal anhören.
Vielen Dank für Euren freundlichen Empfang. Ich werde natuerlich gerne eurer Aufforderung nachkommen und mich in nächster Zeit im Mitgliederforum vorstellen.
Zuerst aber, habe ich mir gedacht, ist es für die Forumsmitglieder interessant, wenn ich mich einmal sozusagen musikalisch positioniere.
Meine Liste an Verdi- Aufnahmen war auch nicht unbedingt reihend gemeint, sie spiegelt lediglich eine Auswahl an Aufnahmen, die ich gerne mag (ich bin auch kein Anhänger von Präferenzlisten, deshalb habe ich auch irgendwann Nick Hornbys: "High fidelity" entnervt beiseite gelegt).
Jimi, du hast natürlich recht, der Trovatore mit Björling stammt aus dem Jahr 1952. Ich finde auch, dass Björling sowohl in der Aufnahme von 1941 (Met) als auch 1939 (London) inspirierter singt. Allerdings hat er da nicht die Barbieri zur Mutter und Warren zum Rivalen. Bruna Castagna ist gut, aber wenn die Barbieri "Deh rallentate, oh barbari" singt, dann weiss sie genau, welches Schicksal ihr bevorsteht und sie bäumt sich mit Händen und Füßen (und natürlich mit phänomenalen vokalen Mitteln) dagegen auf. Bei Castagna merke ich diese Verzweiflung nicht. Die Azucena der Gertrud Wettergren leidet hauptsächlich an ihrem kastastrophalen italienisch, ansonsten fügt sie der Aufnahme keinen nennenswerten Schaden zu, ich hatte aber bisher auch nicht das Bedürfnis, sie in weiteren Rollen kennenzulernen.
In der Basile - Aufnahme gefällt mir Warren sogar noch besser als unter Cellini, ich halte sie auch für die gelungenste Leonora - Einspielung der Price (mit Karajans Wahl der Tempi - auch in der ersten Leonora -Arie kann ich mich nicht so recht anfreunden, aber da kann die Price nix dafür, und bei Metha ist ihre Stimme bereits "charakteristischer" geworden, um es euphemistisch zu formulieren). Für mich hinterläßt aber wieder einmal Leyla Gencer den bewegensten Eindruck als Leonora (ihre beiden Liebhaber sind halt nicht mein Fall)
Freut mich, dass du den Otello kennengelernt hast. Er war lange Zeit zumindest in Wien praktisch nicht erhältlich und ich konnte ihn auch nur durch Zufall ergattern, ich finde, dass es höchste Zeit war, dieses tolle Tondokument leichter zugänglich zu machen.
Technisch ist meine Aufnahme allerdings miserabel. Lohnt es sich technisch, die Neuüberspielung von Naxos zu kaufen?
Und bei Carreras kann ich dir nur beipflichten: Ich finde, dass er vor allem bei "Un giorno di regno" sehr schön und kultiviert gesungen hat. Diese Oper wird IMO völlig unterschätzt - ich habe sie bisher ein einziges Mal auf der Bühne gesehen und trotz nicht unbedingt herausragenden Einzelleistungen als durchaus überlebensfähig und witzig empfunden.
Liebe Grüße aus Wien
Werner
Ganong (09.04.2007, 19:28): Lieber Werner ,
danke , dass Du Leyla Gencer als Leonora so hervorhebst .
Frau Gencer war auch nach ihren eigenen Worten im Grunde ein Opfer der Callas -Hysterie gewesen . Dabei hat sie der Callas nachweislich sehr gewholfen . Da die Callas ( EMI ) eine Oper nicht vollständig zu Ende sang ( oder die Szene durech die EMI nicht vollständig aufgenommen worden ist ). lieh sie ihre Stimme ganz selbstlos.
Wer Leyla Gencer mit Top-Partnern live erlebt hat , der wiss um ihr ausserordentliches Können .
Als im aktuellen Heft von BC Music Magazine die "20 Top Sopranos" ermittelt worden sind , fehglte bbc-typisch leider Leyla Gencer !
Ich kann nur empfehlen die Einzelbegründungen nachzulesen .
Also : Wennn ( noch ) möglich Aufnahmen mit Frau Gencer besprgen .
Grüsse ,
Frank
manrico (09.04.2007, 23:35): Lieber Frank !
Ich halte Leyla Gencer auch für eine der überragenden Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts, soweit ich das zumindest von den mir bekannten Mitschnitten beurteilen kann (live habe ich sie nie gesehen). Ähnlich wie bei Bergonzi kenne ich keine einzige Aufnahme von ihr, die ich als schwach oder mißlungen bezeichnen würde.
Il Trovatore (Gencer, Barbieri, del Monaco, Bastianini, 1957)
Simon Boccanegra (Gobbi, Gencer, Tozzi, 1961)
Un ballo in maschera (Gencer, Bergonzi, 1961)
Meine anderen Gencer-Aufnahmen gehören nicht hier her, aber vielleicht sollten wir für Frau Gencer einen eigenen Thread eröffnen. Ich denke, diese Künstlerpersönlichkeit sollte entsprechend gewürdigt werden und ich wüßte natürlich gerne, was andere Forianer über Frau Gencer denken.
Liebe Grüße
Werner
Ganong (10.04.2007, 13:43): Lieber Werner ,
leider sind selbst bei MYTO und anderen weniger grossen Firmen die Genceraufnahmen immer rarer geworden .
Ich empfehel , ihr Repertoire , das sieaufgenommen hat , in der BritishLibrary ausfindig zu machen .
Eine eigener Thred wäre bestimmt sinnvoll für solch eine Künstlerin , die sicherlich zu den Grossen der Sopranistinnen zählt .
Viele Grüsse ,
Frank
Jimi (10.04.2007, 18:37): Original von manrico
Freut mich, dass du den Otello kennengelernt hast. Er war lange Zeit zumindest in Wien praktisch nicht erhältlich und ich konnte ihn auch nur durch Zufall ergattern, ich finde, dass es höchste Zeit war, dieses tolle Tondokument leichter zugänglich zu machen.
Technisch ist meine Aufnahme allerdings miserabel. Lohnt es sich technisch, die Neuüberspielung von Naxos zu kaufen?
Hallo Werner,
schwer zu sagen ich kenn ja deine Aufnahme nicht. Die Naxos Cd wurde jedenfalls erst kürzlich von Ward Marston überspielt, der ja einer der allerbesten im restaurieren von alten Aufnahmen ist. Da kann es schon sein dass die Qualität besser ist als bei alten Überspielungen, aber zaubern kann der natürlich auch nicht, wenn die alten Bänder oder Schellacks nichts taugen.
Ich finde die Qualität der Aufnahme für das Alter rel. gut, da hab ich schon schlimmeres gehört.
Am besten du versuchst die Cd mal anzuhören. In Wien sollte das ja bei Gramola oder in dem großen Emi-Laden möglich sein.
Bis bald :hello
Jimi
Amonasro (18.08.2013, 15:13): Hier meine 10 liebsten Aufnahmen:
1. Simon Boccanegra (DG) mit P. Cappuccilli, M. Freni, N. Ghiaurov, J. Carreras, J. van Dam, G. Foiani, Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, C. Abbado
2. Il Trovatore (DG) mit F. Corelli, L. Price, G. Simionato, E. Bastianini, N. Zaccaria, Chor der Wiener Staatsoper, Wiener Philharmoniker, H. v. Karajan (Salzburger Festspiele - live)
3. Don Carlo (EMI) mit P. Domingo, M. Caballé, R. Raimondi, S. Verrett, S. Milnes, G. Foiani, S. Estes, Ambrosian Opera Chorus, Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden, C. M. Giulini
4. Ernani (DECCA) mit L. Pavarotti, L. Mitchell, S. Milnes, R. Raimondi, The Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, James Levine (Met - live)
5. Aida (EMI) mit M. Callas, R. Tucker, F. Barbieri, T. Gobbi, G. Modesti, N. Zaccaria, Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin
6. Rigoletto mit T. Gobbi, M. Callas, G. di Stefano, N. Zaccaria, A. Lazzarini, Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin
7. Nabucco mit T. Gobbi, E. Souliotis, C. Cava, B. Prevedi, D. Carral, G. Foiani, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, Wiener Opernorchester, Lamberto Gardelli
8. Un ballo in maschera mit G. di Stefano, M. Callas, T. Gobbi, F. Barbieri, N. Zaccaria, Eugenia Ratti, Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Antonino Votto
und zwei Aufnahmen von Opern, die bereits genannt wurden, aber dennoch zu meinen Lieblingen gehören:
9. Simon Boccanegra mit T. Gobbi, V. de los Angeles, B. Christoff, G. Campora, W. Monachesi, P. Dari, Coro e Orchestra del Teatro dell'Opera di Roma, G. Santini
10. Rigoletto mit S. Milnes, J. Sutherland, L. Pavarotti, Martti Talvela, Huguette Tourangeau, Ambrosian Opera Chorus, London Symphony Orchestra, R. Bonynge
Gruß Amonasro :hello
Falstaff (21.03.2017, 23:48): Schöner Thread und darum wärme ich ihn einmal wieder auf.
Meine 10 liebsten Aufnahmen (wobei die Reihenfolge zufällig ist. Ich fange aber mal mit meinem Namensvetter an. :) ):