Engelbert (15.10.2006, 10:41): Gestern abend hatte ich das außerordentliche Vergnügen, Grace Bumbriy in einer Benefiz-Veranstaltung am Fernsehen life zu erleben. Sie sang die Aida, was mich sehr überrascht hat, weil ich gar nicht wusste, dass sie diese Partie im Repertoire hatte. Ich kannte nur ihre hervorragende Amneris neben der Nilsson.
Die Stimme war völlig intakt. Mit der Höhe hatte sie überhaupt keine Probleme, nach unten dunkelte sie schön ab. Sie phrasierte sorgfältig, forcierte nie und gab sich äußerst souverän. Sie nahm sich Zeit für eine ausgefeilte Mimik in der Szene des dritten Aktes mit Amonasro.
Grace hatte ein wunderschönes regenbogenschillerndes Kleid an, eine weiße Perlenkette dazu und trug eine rostbraune unauffällige Kurzhaarperücke. Ihr Lebsnsalteralter, welches ich zwischen 65 und 68 Jahren einschätze, sah man ihr nicht an und hörte man ihr nicht an.
Zusammengefasst: Sie war eine hinreißende Aida, begehrenswert für jeden optisch und stimmlich jugendlichen Rhadames, dramaturgisch glaubwürdig, weil bei Aufführungen in der Regel die Amneris die hübschere ist.
Somon Estes war ihr Partner, nicht ganz vollwertig, sein Bassbariton klang ein bisschen gauimig und verdeckt. Den Philip im Don Carlos hatte er allerdings voll im Griff.
Als weitere besonders angenehme Überraschung fand ich die Rumänin Leontina Vaduva. Die Zerlina kaufe ich ihr allerdings so nicht ab. Vom Wesen her passt die Partie nicht zu ihr und ihr Partner war zwar ganz nett anzusehen, hatte aber als Don Giovanni zu wenig Diabolik. Eine Überraschung war ein junger schlanker österreichischer Mezzo, die den Cherubin sang. So hell timbriert hatte ich den Knaben noch nie singen gehört, machte sich aber gut.
Hellen Kwon, eigentlich nicht mein Fall, sang die 'Tutte' recht passabel und ist mit voranschreitendem Alter offenbar dabei den Stimmtyp zu wechseln. Von der Norina zur Giulietta (Offenbach) ist der Weg allerdings noch ein bisschen weit. Eine mir unbekannte Primadonna aus Moldavien sang die Dalila tadellos, aber welcher Mezzo tut das nicht?
Ein Ärgernis ist für mich jedesmal Caroline Reiber als Moderatorin. Die Dame kann ich einfach nicht verknappen, weil mir ihr Gelaber auf den Keks geht. Zu Maria Hellwig passt sie, für die Moderation von Klassik ist sie einfach zu unwissend und ihr Kommentar zu banal.
Zuürck zu Grace Bumbry: Ich hatte das Vergnügen sie in Hamburg in den siebziger Jahren an der Seite von Capucilli life als Lady Macbeth erleben zu dürfen. Ihr Name ist mir seit ihrem Debut in Bayreuth 1961 neben der Los Angeles geläufig.
An Einspielungen von ihr besitze ich den Orpheus, die Eboli, die Carmen, die Amneris, die Chimene (Le Cid) eine Arienplatte und eine Liederplatte. Vorstellen kann ich mir, dass sie eine gute Abgail abgibt. Es soll auch eine Jenufa von ihr geben.
-
Wer hat die Sendung gestern abend noch gesehen?
Gruß Engelbert :engel
nikolaus (15.10.2006, 10:51): Schade, das hätte ich gerne gesehen!
Grace Bumbry schätze ich sehr. Sie war Ende der 80er Jahre meine erste Tosca und erste Opernerfahrung live überhaupt. Was besseres kann einem nicht passieren. Neben ihr kann ich mich noch an einen sehr beeindruckenden Juan Pons als Scarpia erinnern, den Tenor weiß ich nicht mehr. Ja, damals kamen noch Weltstars nach Bonn. Leontina Vaduva hat dort übrigens die Gilda gesungen, habe ich auch positiv in Erinnerung.
Am 25.11. findet eine Gala in Essen statt. Grace Bumbry und Agnes Baltsa stehen auf dem Programm!
Gruß, Nikolaus.
Jürgen (17.10.2006, 09:09): Ich habe es gesehen.
Die Stückeauswahl entsprach allerdings nicht ganz meinem Geschmack.
Grace Bumbry habe ich auf LP als Venus mit der Tannhäuser-Aufnahme aus Bayreuth von 1962. Live habe ich sie auch als Venus in den achtzigern in Wiesbaden erlebt.
Jürgen
Engelbert (04.12.2006, 20:20): Grace Bumbry gibt am 26. Februar 2007 in der Staatsoper Hamburg einen Liederabend mit Werken von Berlioz, Wagner, Rachmaninoff u.a.
Sie war nicht nur in Bayreuth eine faszinierend eSängerin , eine überzeugende Amnersi ( in der Aufnahme mit Nilsson und Corelli ; EMI ) , eine begnadete Jazz- und Soulsängerin . Und wäre fast eine interpretatorisch herausfordernde Donna Anna geworden . warum sie die Rolle unter Karjan nicht gesungen hat , ist nie sicher zu klären gewesen .
Einen erheblichen Einbruch erlitt sie , als sie in Sopranfach wechselte ( u.a. als Norma ) .
Kennt Ihr Rollen von Grace Bumbry , die Euch besonders überzeugen ?
Grüsse ,
Frank
nikolaus (04.01.2007, 20:00): Ich habe sie live als Tosca in Bonn erlebt als Jugendlicher und fand sie toll. Erst kürzlich bei der AIDS-Gala in der Essener Philharmonie, immer noch sehr beeindruckend, auch in ihrer Professionalität!
Gruß, Nikolaus.
cellodil (04.01.2007, 21:11): Original von nikolaus Ich habe sie live als Tosca in Bonn erlebt als Jugendlicher und fand sie toll. Erst kürzlich bei der -Gala in der Essener Philharmonie
Lieber Nikolaus,
ein Glück, dass cellodilen grün ja gut zu Gesicht steht...
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (05.01.2007, 12:40): Original von cellodil
Lieber Nikolaus,
ein Glück, dass cellodilen grün ja gut zu Gesicht steht...
Herzliche Grüße
Sabine
Na ja, wenn ich deine Konzertpläne für dieses Jahr lese, werde ich so was von grün, und grün steht Nikoläusen nun wirklich nicht gut zu Gesicht oder sonstwo!!
Vielleicht sollte ich mal von meinem 4wöchigen Aufenthalt vor - Schreck laß'nach - 10 Jahren in Wien erzählen, dann schaffen wir möglicherweise ein Remis! :wink
Gruß, Nikolaus.
cellodil (05.01.2007, 19:38): Original von nikolaus Na ja, wenn ich deine Konzertpläne für dieses Jahr lese, werde ich so was von grün, und grün steht Nikoläusen nun wirklich nicht gut zu Gesicht oder sonstwo!!
Vielleicht sollte ich mal von meinem 4wöchigen Aufenthalt vor - Schreck laß'nach - 10 Jahren in Wien erzählen, dann schaffen wir möglicherweise ein Remis! :wink
Gruß, Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
auch, wenn ich mich hier nun wirklich off topic bewege, kann ich mir den Nachklapp doch nicht verkneifen...
Ich muss Dir leider widersprechen: Auch Nikoläusen steht grün ausgesprochen gut. Zumindest denen aus Schokolade. Ich habe letztes Jahr einen verschenkt und der war sehr dekorativ. Aber wahrscheinlich gibt's derlei nur im Ländle...
Die Konzerte hatte ich ja nur erwähnt, weil Jeremias mich provoziert hatte... Aber, wo's schon mal raus ist und damit Du schön weitergrünen kannst: Das waren nur die im Januar.
Erzähl' mir doch mal von Wien, da war ich früher auch ziemlich oft, allerdings damals vorwiegend im Theater.
Dir herzliche Grüße (und alle anderen bitte ich für meine Abschweifungen um Verzeihung)
Sabine
Engelbert (05.01.2007, 19:57): Die Bumbry singt auch die 'Türkenbab' in Strawinsky's 'The Rake's Progress'
Engelbert (27.02.2007, 15:18): Gestern abend hatte Grace Bumbry ihren großen Auftritt in der Hamburg Staatsoper. Sie war einfach hinreißend. Stimmlich in Hochform, passte sie ihre Interpretation dem jeweiligen Lied an. Das Programm war nun sehr differenziert, so dass die Stimmung ständig wechselte, meistens sang sie gelassen, dann kamen plötzlich dramatische Ausbrüche. Ihr Timbre ist nach wie vor unverwechselbar, die Stimme intakt wie in alten Zeiten, in der Tiefe manchmal gewollt brüchig, um dem Lied eine besondere Note zu geben.
Die Akustik der Hamburger Staatsoper ist im dritten Rang, vorderste Reihe, Mitte, vorzüglich, so dass man denkt, sich der Sängerin direkt gegenüber zu befinden. Grace trug ein türkisfarbenes langes Satinkleid darüber eine durchschimmernde weißgetönter Stola. Auf dem Kopf hatte sie eine blonde Kurzhaarperücke, die ihr gut stand. Der Teint war ein bisschen angepasst.
Zum Schluß gab es drei temepamentvolle Zugaben, die von Publikum mit Standing Ovations quittiert wurden.
Engelbert :)
Gamaheh (06.03.2007, 23:54): Hallo Engelbert,
wie ich gerade sehe, tritt Grace Bumbry auch beim diesjährigen Schleswig-Holstein-Musikfestival auf, und nicht nur das: Sie gibt auch einen Meisterkurs. Du könntest zumindest als Zuhörer dabei sein!
Grüße, Gamaheh
manrico (27.05.2007, 18:56): Bei Grace Bumbry bin ich so im Zweifel. Ich gebe euch völlig recht dass sie ein Stimmjuwel ist, wenn man ihr sehr apartes Timbre betrachtet. Hört man sich dann allerdings an, was sie zum Teil aus diesem Material gemacht hat, könnte man über so viel Verschwendung in Verzweiflung geraten. Sie singt eine sehr beeindruckende Eboli (warum allerdings alle in dieser Aufnahme alle von der Tebaldi so begeistert sind, verstehe ich nicht - sie würde altersmäßig eher zum Großinquisitor als zu Don Carlos passen), eine erotische Venus und ihre beste Rolle ist für mich die Chimene (1976). Als Chimene ist sie dramatisch ohne zu forcieren und ohne scharfen oder gepressten Töne. Die Ensembleszenen und lyrischen Passagen sind klangschön. Die zwischen Rache, Ehre und Liebe zerrissene Prinzessin passt wunderbar zum dunkelrotenTimbre der Bumbry. Aber - bereits ein Jahr später bildet sie sich ein, die Norma singen zu müssen (ob sie es schon früher getan hat, weiss ich nicht - ich habe jedenfalls den Mitschnitt aus diesem Jahr) und das Ergebnis ist niederschmetternd. Sämtlich rasche Koloraturpassagen geraten zum Ritt über den Bodensee, sind ungenau und schlampig. Den dramatischen Auseinandersetzungen ist Bumbry nicht gewachsen und wird von Lella Cuberli völlig an die Wand gesungen. Einzig im Finale "Qual cor tradisti" kann sie zumindest über manche Passagen ihren Stimmzauber entfalten (hier geht auch manches schief, aber irgendwie wird man durch ein paar schöne Phrasen entschädigt).
Auch die Begeisterung mancher für den Salzburger Macbeth kann ich nicht teilen. Fischer-Dieskau ist eine glatte stimmliche Fehlbesetzung. Bruson hat auch keine große Stimme, aber er vertraut auf seine Stimmfarben und erreicht dadurch die nötige Dramatik ohne die Gesangslinie zu verlassen. Dieskau glaubt dramatisch zu sein indem er bellt, brüllt oder die Stimme quetscht - das klingt schauderhaft und zeigt ganz deutlich, dass er einfach überfordert war. Und Bumbry tut es ihm (fast) gleich mit dem selben zweifelhaften Ergebnis.
Aber möglicherweise ist sie eine Sängerin, die auf der Bühne mit starker Persönlichkeit alle diese Schwächen vergessen läßt. Denn ich habe sie einmal live in einer konzertanten Norma gesehen, und die habe ich eigentlich in recht guter Erinnerung - und das hauptsächlich aufgrund der faszinierenden Ausstrahlung der Bumbry. Sie konnte einen wirklich in ihren Bann ziehen.
Liebe Grüße
Werner
Jeremias (14.06.2007, 13:15): `Grace Bumbry ist am 16.09. in Essen und ich werden auf jeden Fall dabei sein!
manrico (20.06.2007, 19:20): Hallo Jeremias !
Du hast noch gar nicht berichtet, wie dir die Bumbry gefallen hat!
Liebe Grüße
Werner
Jeremias (20.06.2007, 21:35): Sie kommt ja auch erst noch! :leb
Jeremias (28.06.2007, 08:48): Dafür sind gestern die KArten gekommen, Philharmonie Essen, 18.Reihe
:haha :haha :haha
Engelbert (15.10.2006, 10:41): Gestern abend hatte ich das außerordentliche Vergnügen, Grace Bumbriy in einer Benefiz-Veranstaltung am Fernsehen life zu erleben. Sie sang die Aida, was mich sehr überrascht hat, weil ich gar nicht wusste, dass sie diese Partie im Repertoire hatte. Ich kannte nur ihre hervorragende Amneris neben der Nilsson.
Die Stimme war völlig intakt. Mit der Höhe hatte sie überhaupt keine Probleme, nach unten dunkelte sie schön ab. Sie phrasierte sorgfältig, forcierte nie und gab sich äußerst souverän. Sie nahm sich Zeit für eine ausgefeilte Mimik in der Szene des dritten Aktes mit Amonasro.
Grace hatte ein wunderschönes regenbogenschillerndes Kleid an, eine weiße Perlenkette dazu und trug eine rostbraune unauffällige Kurzhaarperücke. Ihr Lebsnsalteralter, welches ich zwischen 65 und 68 Jahren einschätze, sah man ihr nicht an und hörte man ihr nicht an.
Zusammengefasst: Sie war eine hinreißende Aida, begehrenswert für jeden optisch und stimmlich jugendlichen Rhadames, dramaturgisch glaubwürdig, weil bei Aufführungen in der Regel die Amneris die hübschere ist.
Somon Estes war ihr Partner, nicht ganz vollwertig, sein Bassbariton klang ein bisschen gauimig und verdeckt. Den Philip im Don Carlos hatte er allerdings voll im Griff.
Als weitere besonders angenehme Überraschung fand ich die Rumänin Leontina Vaduva. Die Zerlina kaufe ich ihr allerdings so nicht ab. Vom Wesen her passt die Partie nicht zu ihr und ihr Partner war zwar ganz nett anzusehen, hatte aber als Don Giovanni zu wenig Diabolik. Eine Überraschung war ein junger schlanker österreichischer Mezzo, die den Cherubin sang. So hell timbriert hatte ich den Knaben noch nie singen gehört, machte sich aber gut.
Hellen Kwon, eigentlich nicht mein Fall, sang die 'Tutte' recht passabel und ist mit voranschreitendem Alter offenbar dabei den Stimmtyp zu wechseln. Von der Norina zur Giulietta (Offenbach) ist der Weg allerdings noch ein bisschen weit. Eine mir unbekannte Primadonna aus Moldavien sang die Dalila tadellos, aber welcher Mezzo tut das nicht?
Ein Ärgernis ist für mich jedesmal Caroline Reiber als Moderatorin. Die Dame kann ich einfach nicht verknappen, weil mir ihr Gelaber auf den Keks geht. Zu Maria Hellwig passt sie, für die Moderation von Klassik ist sie einfach zu unwissend und ihr Kommentar zu banal.
Zuürck zu Grace Bumbry: Ich hatte das Vergnügen sie in Hamburg in den siebziger Jahren an der Seite von Capucilli life als Lady Macbeth erleben zu dürfen. Ihr Name ist mir seit ihrem Debut in Bayreuth 1961 neben der Los Angeles geläufig.
An Einspielungen von ihr besitze ich den Orpheus, die Eboli, die Carmen, die Amneris, die Chimene (Le Cid) eine Arienplatte und eine Liederplatte. Vorstellen kann ich mir, dass sie eine gute Abgail abgibt. Es soll auch eine Jenufa von ihr geben.
-
Wer hat die Sendung gestern abend noch gesehen?
Gruß Engelbert :engel
nikolaus (15.10.2006, 10:51): Schade, das hätte ich gerne gesehen!
Grace Bumbry schätze ich sehr. Sie war Ende der 80er Jahre meine erste Tosca und erste Opernerfahrung live überhaupt. Was besseres kann einem nicht passieren. Neben ihr kann ich mich noch an einen sehr beeindruckenden Juan Pons als Scarpia erinnern, den Tenor weiß ich nicht mehr. Ja, damals kamen noch Weltstars nach Bonn. Leontina Vaduva hat dort übrigens die Gilda gesungen, habe ich auch positiv in Erinnerung.
Am 25.11. findet eine Gala in Essen statt. Grace Bumbry und Agnes Baltsa stehen auf dem Programm!
Gruß, Nikolaus.
Jürgen (17.10.2006, 09:09): Ich habe es gesehen.
Die Stückeauswahl entsprach allerdings nicht ganz meinem Geschmack.
Grace Bumbry habe ich auf LP als Venus mit der Tannhäuser-Aufnahme aus Bayreuth von 1962. Live habe ich sie auch als Venus in den achtzigern in Wiesbaden erlebt.
Jürgen
Engelbert (04.12.2006, 20:20): Grace Bumbry gibt am 26. Februar 2007 in der Staatsoper Hamburg einen Liederabend mit Werken von Berlioz, Wagner, Rachmaninoff u.a.
Sie war nicht nur in Bayreuth eine faszinierend eSängerin , eine überzeugende Amnersi ( in der Aufnahme mit Nilsson und Corelli ; EMI ) , eine begnadete Jazz- und Soulsängerin . Und wäre fast eine interpretatorisch herausfordernde Donna Anna geworden . warum sie die Rolle unter Karjan nicht gesungen hat , ist nie sicher zu klären gewesen .
Einen erheblichen Einbruch erlitt sie , als sie in Sopranfach wechselte ( u.a. als Norma ) .
Kennt Ihr Rollen von Grace Bumbry , die Euch besonders überzeugen ?
Grüsse ,
Frank
nikolaus (04.01.2007, 20:00): Ich habe sie live als Tosca in Bonn erlebt als Jugendlicher und fand sie toll. Erst kürzlich bei der AIDS-Gala in der Essener Philharmonie, immer noch sehr beeindruckend, auch in ihrer Professionalität!
Gruß, Nikolaus.
cellodil (04.01.2007, 21:11): Original von nikolaus Ich habe sie live als Tosca in Bonn erlebt als Jugendlicher und fand sie toll. Erst kürzlich bei der -Gala in der Essener Philharmonie
Lieber Nikolaus,
ein Glück, dass cellodilen grün ja gut zu Gesicht steht...
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (05.01.2007, 12:40): Original von cellodil
Lieber Nikolaus,
ein Glück, dass cellodilen grün ja gut zu Gesicht steht...
Herzliche Grüße
Sabine
Na ja, wenn ich deine Konzertpläne für dieses Jahr lese, werde ich so was von grün, und grün steht Nikoläusen nun wirklich nicht gut zu Gesicht oder sonstwo!!
Vielleicht sollte ich mal von meinem 4wöchigen Aufenthalt vor - Schreck laß'nach - 10 Jahren in Wien erzählen, dann schaffen wir möglicherweise ein Remis! :wink
Gruß, Nikolaus.
cellodil (05.01.2007, 19:38): Original von nikolaus Na ja, wenn ich deine Konzertpläne für dieses Jahr lese, werde ich so was von grün, und grün steht Nikoläusen nun wirklich nicht gut zu Gesicht oder sonstwo!!
Vielleicht sollte ich mal von meinem 4wöchigen Aufenthalt vor - Schreck laß'nach - 10 Jahren in Wien erzählen, dann schaffen wir möglicherweise ein Remis! :wink
Gruß, Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
auch, wenn ich mich hier nun wirklich off topic bewege, kann ich mir den Nachklapp doch nicht verkneifen...
Ich muss Dir leider widersprechen: Auch Nikoläusen steht grün ausgesprochen gut. Zumindest denen aus Schokolade. Ich habe letztes Jahr einen verschenkt und der war sehr dekorativ. Aber wahrscheinlich gibt's derlei nur im Ländle...
Die Konzerte hatte ich ja nur erwähnt, weil Jeremias mich provoziert hatte... Aber, wo's schon mal raus ist und damit Du schön weitergrünen kannst: Das waren nur die im Januar.
Erzähl' mir doch mal von Wien, da war ich früher auch ziemlich oft, allerdings damals vorwiegend im Theater.
Dir herzliche Grüße (und alle anderen bitte ich für meine Abschweifungen um Verzeihung)
Sabine
Engelbert (05.01.2007, 19:57): Die Bumbry singt auch die 'Türkenbab' in Strawinsky's 'The Rake's Progress'
Engelbert (27.02.2007, 15:18): Gestern abend hatte Grace Bumbry ihren großen Auftritt in der Hamburg Staatsoper. Sie war einfach hinreißend. Stimmlich in Hochform, passte sie ihre Interpretation dem jeweiligen Lied an. Das Programm war nun sehr differenziert, so dass die Stimmung ständig wechselte, meistens sang sie gelassen, dann kamen plötzlich dramatische Ausbrüche. Ihr Timbre ist nach wie vor unverwechselbar, die Stimme intakt wie in alten Zeiten, in der Tiefe manchmal gewollt brüchig, um dem Lied eine besondere Note zu geben.
Die Akustik der Hamburger Staatsoper ist im dritten Rang, vorderste Reihe, Mitte, vorzüglich, so dass man denkt, sich der Sängerin direkt gegenüber zu befinden. Grace trug ein türkisfarbenes langes Satinkleid darüber eine durchschimmernde weißgetönter Stola. Auf dem Kopf hatte sie eine blonde Kurzhaarperücke, die ihr gut stand. Der Teint war ein bisschen angepasst.
Zum Schluß gab es drei temepamentvolle Zugaben, die von Publikum mit Standing Ovations quittiert wurden.
Engelbert :)
Gamaheh (06.03.2007, 23:54): Hallo Engelbert,
wie ich gerade sehe, tritt Grace Bumbry auch beim diesjährigen Schleswig-Holstein-Musikfestival auf, und nicht nur das: Sie gibt auch einen Meisterkurs. Du könntest zumindest als Zuhörer dabei sein!
Grüße, Gamaheh
manrico (27.05.2007, 18:56): Bei Grace Bumbry bin ich so im Zweifel. Ich gebe euch völlig recht dass sie ein Stimmjuwel ist, wenn man ihr sehr apartes Timbre betrachtet. Hört man sich dann allerdings an, was sie zum Teil aus diesem Material gemacht hat, könnte man über so viel Verschwendung in Verzweiflung geraten. Sie singt eine sehr beeindruckende Eboli (warum allerdings alle in dieser Aufnahme alle von der Tebaldi so begeistert sind, verstehe ich nicht - sie würde altersmäßig eher zum Großinquisitor als zu Don Carlos passen), eine erotische Venus und ihre beste Rolle ist für mich die Chimene (1976). Als Chimene ist sie dramatisch ohne zu forcieren und ohne scharfen oder gepressten Töne. Die Ensembleszenen und lyrischen Passagen sind klangschön. Die zwischen Rache, Ehre und Liebe zerrissene Prinzessin passt wunderbar zum dunkelrotenTimbre der Bumbry. Aber - bereits ein Jahr später bildet sie sich ein, die Norma singen zu müssen (ob sie es schon früher getan hat, weiss ich nicht - ich habe jedenfalls den Mitschnitt aus diesem Jahr) und das Ergebnis ist niederschmetternd. Sämtlich rasche Koloraturpassagen geraten zum Ritt über den Bodensee, sind ungenau und schlampig. Den dramatischen Auseinandersetzungen ist Bumbry nicht gewachsen und wird von Lella Cuberli völlig an die Wand gesungen. Einzig im Finale "Qual cor tradisti" kann sie zumindest über manche Passagen ihren Stimmzauber entfalten (hier geht auch manches schief, aber irgendwie wird man durch ein paar schöne Phrasen entschädigt).
Auch die Begeisterung mancher für den Salzburger Macbeth kann ich nicht teilen. Fischer-Dieskau ist eine glatte stimmliche Fehlbesetzung. Bruson hat auch keine große Stimme, aber er vertraut auf seine Stimmfarben und erreicht dadurch die nötige Dramatik ohne die Gesangslinie zu verlassen. Dieskau glaubt dramatisch zu sein indem er bellt, brüllt oder die Stimme quetscht - das klingt schauderhaft und zeigt ganz deutlich, dass er einfach überfordert war. Und Bumbry tut es ihm (fast) gleich mit dem selben zweifelhaften Ergebnis.
Aber möglicherweise ist sie eine Sängerin, die auf der Bühne mit starker Persönlichkeit alle diese Schwächen vergessen läßt. Denn ich habe sie einmal live in einer konzertanten Norma gesehen, und die habe ich eigentlich in recht guter Erinnerung - und das hauptsächlich aufgrund der faszinierenden Ausstrahlung der Bumbry. Sie konnte einen wirklich in ihren Bann ziehen.
Liebe Grüße
Werner
Jeremias (14.06.2007, 13:15): `Grace Bumbry ist am 16.09. in Essen und ich werden auf jeden Fall dabei sein!
manrico (20.06.2007, 19:20): Hallo Jeremias !
Du hast noch gar nicht berichtet, wie dir die Bumbry gefallen hat!
Liebe Grüße
Werner
Jeremias (20.06.2007, 21:35): Sie kommt ja auch erst noch! :leb
Jeremias (28.06.2007, 08:48): Dafür sind gestern die KArten gekommen, Philharmonie Essen, 18.Reihe