Jürgen (07.05.2010, 11:18): Wenn mich die Suchfunktion nicht täuscht, haben wir noch keinen Thread zu Die Planeten.
Lediglich beim Thema: Aus der internationalen Presse wurde mal folgende Kritiker-Hitliste zitiert:
Original von HenningKolf Original von Tangua Die Planeten scheinen sich in diesem Forum ja doch eher einer sehr überschaubaren Beliebtheit zu erfreuen. Das ist bei mir ganz anders, und "zufällig" besitze ich alle 10 dieser Aufnahmen, daher für die wenigen dennoch Interessierten die Reihenfolge der 10, die ich festlegen würde: 1.Gardiner 2.Karajan 3.Steinberg 4.Previn 5.Bernstein 6.Ormandy 7.Levine 8.Ozawa 9.Boult 10.Svetlanov
Die m.E. beste Aufnahme des Werkes fehlt in dieser Liste: Karajan mit den Berliner Philharmonikern!
Ich habe die Planeten mit Marriner, Dutoit und Davis...keiner unter den ersten zehn? Egal, ich kaufe keine weitere Einspielung. Mir gefallen eigentlich alle drei die ich habe und mehr als drei Aufnahmen muss ich von den Planeten nun auch nicht haben...
Gruß Henning
Bemühe ich jedoch die Volltextsuche, so stelle ich fest, dass Die Planeten recht häufig gehört werden (u.A. von mir).
Suche ich bei Amazon nach Einspielungen, dann werde ich nahezu überflutet. Kaum ein namhafter Dirigent der letzten 50 Jahre hat dieses Werk nicht eingespielt.
Dennoch wird darüber kaum diskutiert. Ist es aus Scham, weil das Werk oft als kitschig abgetan wird?
Es gibt übrigens den Trailer von Greystoke, in dem der Anfang von Mars wunderbar eingesetzt wird. Gerade hier empfinde ich die Musik alles andere als kitschig, sondern ein Meisterstück.
Wie denkt Ihr darüber?
Und was sind Eure Favoriten aus der Flut von Einspielungen?
Grüße Jürgen
Armin70 (07.05.2010, 15:51): Für mich zählen "Die Planeten" von Gustav Holst zu den schönsten Orchesterwerken überhaupt. Vor allem, weil das Werk so abwechslungsreich ist: markant, wuchtig wie im "Mars", zart lyrisch in "Venus"-Satz, diabolisch im "Uranus" oder geheimnisvoll-mystisch im "Neptun". Das ist schon eine große Bandbreite und zudem äusserst effektvoll und brilliant instrumentiert.
Mich ärgert es immer, wenn ich merke, dass "Die Planeten" als oberflächliche Klassik, die mehr in Richtung Filmmusik geht, abgetan wird. Dieses Werk ist ein typisches Beispiel für die großen Orchesterwerke, die Anfang des 20. Jahrhunderts komponiert wurden. In dieser Zeit entstanden viele opulente und luxuriös besetzte Werke und daher ist dieses Werk auch nicht besser oder schlechter als z. B. die großen Orchesterwerke von R. Strauss oder die Sinfonien von Scriabin, um nur einige Beispiele zu nennen.
Meine Lieblingsaufnahme von den Planten ist folgende:
Philharmonia Orchestra, John Eliot Gardiner
Für mich ist das sowohl von der Interpretation als auch von der Klangqualität die beste Aufnahme. Einerseits wuchtig und dramatisch andererseits kommen aber auch die feinen Details dieser Partitur sehr gut zur Geltung.
Eine andere auch gute Aufnahme ist diese:
Royal Scotish National Orchestra, David Lloyd-Jones
Vor allem in Bezug auf den sehr günstigen Preis ist das eine Aufnahme auf sehr hohem Niveau. Interessant sind auch die beiden anderen Werke auf dieser CD: "The mystic Trumpeter" für Sopran und Orchester von Holst und als moderne Fortsetzung der Planeten der Satz "Pluto" des zeitgenössischen Komponisten Colin Matthews.
Desweiteren habe ich noch diese 2 Aufnahmen:
Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Diese Karajan-Aufnahme war meine erste Planeten-CD. So ganz kann ich die positiven Meinungen, die ich im Internet über diese Aufnahme lese, nicht teilen. Die Stärken liegen meiner Meinung nach eher in den ruhigeren Passagen. In den wuchtigen Stellen fehlt mir ehrlich gesagt die "Power". Da haben Gardiner und Jones mehr zu bieten.
Dann noch diese Aufnahme:
Royal Philharmonic Orchestra, Andre Previn
Klanglich bietet diese Aufnahme beste Telarc-Qualität und zählt zusammen mit der Gardiner-Aufnahme wohl zu den technisch hervorragendsten Aufnahmen. Bei der Interpretation vermisse ich allerdings bei Previn etwas die Dramatik. Da könnte manchmal noch etwas mehr passieren.
Die Planeten würde ich übrigens auch gerne mal live im Konzert erleben aber dazu muss ich wohl mal wieder nach England reisen, weil da die Chancen höher sind als hier.
Amadé (07.05.2010, 20:03): Hallo Armin, ich kenne nur eine einzige Aufnahme, nämlich diese:
kennst Du sie und wie würdest Du sie charakterisieren?
Gruß Amadé
Armin70 (08.05.2010, 00:51): Hallo Amadé,
die Steinberg-Aufnahme kenne ich nicht. Mal "frech" gefragt: Sollte ich sie kennen bzw. ist sie zu empfehlen und lohnt sich der Kauf und wenn ja, warum ?
Gruß Armin
teleton (08.05.2010, 09:09): Hallo Jürgen und alle Planeten-Liebhaber,
ich bin tatsächlich verwundert, das noch kein Planeten - Thread hier vorhanden war. Meine Durchsicht hat dies bestätigt.
Meine Erstaufnahme, damals auf LP war Bernstein / New Yorker PH (CBS), die dann später auf durch die Karajan-Aufnahme (DG) abgelöst wurde - mein ehemaliger Favorit.
Inzwischen habe ich 6 Aufnahmen auf CD (es könnten noch weit mehr sein, aber ich habe nur die wirklich Guten behalten).
Hier meine TOP-Aufnahmen in dieser Reihenfolge (die ich aus Zeitgründen zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren werde):
1.) Metha / Los Angeles PO (Decca, ADD) 2.) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD) 3.) Handley / Royal PO (RPO, 1993, DDD 4.) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD) 5.) Solti / London SO (Decca, ADD) 6.) Bernstein / New Yorker PH (SONY, ADD)
Amadé (08.05.2010, 11:35): Original von Armin70 die Steinberg-Aufnahme kenne ich nicht. Mal "frech" gefragt: Sollte ich sie kennen bzw. ist sie zu empfehlen und lohnt sich der Kauf und wenn ja, warum ?
Hallo Armin, über die Qualität der Steinberg-Aufnahme kann ich wenig sagen, da es meine einzigste ist und ich mich bisher kaum mit dem Werk beschäftigt habe. Beim Erscheinen in den 70ern wurde sie m.W. gelobt. Inzwischen ist jedoch eine ganze ANzahl neuerer Aufnahmen auf den Markt gekommen. Vielleicht kkann ein anderer Forianer da helfen.
Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (08.05.2010, 14:55): Original von Armin70 Mich ärgert es immer, wenn ich merke, dass "Die Planeten" als oberflächliche Klassik, die mehr in Richtung Filmmusik geht, abgetan wird.
Ich denke, das kommt daher, dass die Planten vor allem bei kulinarsich-mystizistischen Erlebnissuchern (Wunderlich Konzertführer) Kult geworden sind; bezeichnenderweise erst im Hifi-Zeitalter. Über die Orchestrations- und Klanggestaltungskunst kann bei diesem Werk kaum ernsthaft diskutiert werden, wohl aber darüber, dass viele Interpretationen in der Tat nach Filmmusik klingen, weil Effekte und Dramatik aus diesem Genre abgekupfert werden. Wenn man wissen will, wie das ursprünglich gedacht war, muss man zum Original greifen. Da gibt es zwar deutliche Abstriche bei der Klangqualität, dafür rasante Tempi und keinen Schwulst oder Kitsch.
Armin70 (08.05.2010, 17:55): Original von Amadé http://ecx.images-amazon.com/images/I/41893PFTKPL._SL500_AA300_.jpg
Ich bin auf diese Aufnahme neugierig geworden und habe sie mir daher schnellstens besorgt und mir gleich angehört.
Diese Aufnahme finde ich fantastisch. Die schnellen und zügigen Tempi, die Steinberg wählt, bekommen dem Werk großartig, weil damit übertriebener Pomp und falsches Pathos vermieden wird. Auch die ruhigeren lyrischen Stellen (Venus, Saturn und Neptun) driften nicht ins sentimental-kitschige ab.
Eine Erklärung, warum neuere Aufnahmen der Planeten zu "cineastisch" klingen liegt vielleicht daran, dass sich Filmmusikkomponisten bei ihren Soundtracks zu Science-Fiction-Filmen Gustav Holsts Werk zum Vorbild nahmen, wenn ich allein nur an John Williams und seine, ohne Frage, imposante Musik zu den Star Wars-Filmen denke. Ohne Gustav Holsts Werk hätten John Williams und andere ihren Musiken so nicht komponiert.
Als Steinberg diese Aufnahme machte (1971) gabs John Williams Star Wars-Soundtrack noch nicht. Möglicherweise ist Steinbergs Aufnahme deshalb unbelastet von diesen "cineastischen" Einflüssen, die bei späteren Aufnahmen anderer Dirigenten, bewusst oder unbewusst, vorhanden sind. Vielleicht ist meine These gewagt und andere halten sie für absurd aber ich halte sie für plausibel...
Ich habe mal die Spielzeiten der mir vorliegenden Aufnahmen verglichen: 1. Karajan: 1. Mars: 7:21 2. Venus: 8:37 3. Merkur: 4:16 4. Jupiter: 7:36 5. Saturn: 9:22 6. Uranus: 6:03 7. Neptun: 8:46
Dann hatte Cetay auf Holsts eigene Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra aus dem Jahr 1928 hingewiesen, die ich nicht kenne. Dennoch habe ich zum Vergleich mal Holsts eigene Tempi der Ergänzung wegen mit aufgelistet:
Ob jetzt Holst deshalb so zügige und flotte Tempi wählte, weil das halt seiner eigenen Interpretationsempfindung entsprach oder ob das zumindest z. T. auch an den damals beschränkten technischen Aufnahmemöglichkeiten lag, weiss ich nicht.
Jedenfalls stellt Steinergs Aufnahme ohne Frage eine Bereicherung meiner CD-Sammlung dar. Daher auch mein Dank an Amadé, der mich auf diese Aufnahme aufmerksam machte.
Amadé (08.05.2010, 19:17): Danke Armin,
dann wird es Zeit, mich mal näher mit dem Werk zu beschäftigen, bei mir noch, wie der Zarathustra, auf LP.
Gruß Amadé
Jürgen (10.05.2010, 09:49): Ich will mal aufzählen, welche Aufnahmen mein Planeten-Bild bestimmen.
Bis vor Kurzem und seit etwa 12 Jahren hatte ich drei Aufnahmen im Regal, die ich auch bei Armin gelesen habe:
Karajan, 1981 Previn, 1986 Gardiner, 1994
Vor ein paar Tagen habe ich dann die vierte Einspielung Svetlanow, 1991 günstig erstanden. http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5028421940441.jpg
Svetlanow lässt es langsamer angehen. Den ruhigeren Stücken schadet das nicht, beim Mars jedoch, wo ein paar mal die Dramatik etwas herausgenommen wird, zerfällt das Stück. In summa gefällt mir Svetlanow aber noch besser als Previn, der mir sehr lau erscheint. Da kommt keine Dramatik auf und das Vokalisieren des Damenchors am Schluss nervt mich in dieser Aufnahme.
An der Spitze bei mir immer noch Karajan und Gardiner. Letzterer besticht durch super Klangqualität, da hört man bisher nicht gekannte Details heraus. Karajan erzeugt mehr Dramatik, hat auch die strafferen Tempi. Allerdings ist die Klangqualität trotz (oder eigentlich wegen) der frühen Digitalaufnahme relativ schlecht. Da machen 13 Jahre Üben schon eine Menge aus.
Karajan hat die Planeten 1962 schon einmal für Decca aufgenommen und ich habe in die Soundschnipsel reingehört. Das hörte sich recht vielversprechend an und für die damalige Zeit auch klanglich hervorragend. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wffFSdA0L._SL500_AA300_.jpg
Diese Aufnahme, Solti (mir aus LP-Zeiten bekannt) und Steinberg, auf den ich durch diese Diskussion aufmerksam geworden bin, stehen auf meiner langfristigen Wunschliste.
Die Planeten von Holst höre ich immer wieder gerne - für mich ein Meisterwerk des 20.Jahrhunderts.
:beer Meine erste Aufnahme auf LP war mit Bernstein/New Yorker PH auf CBS - eine gute Aufnahme mit der ich Jahrelang zufrieden war.
Später zur CD-Zeit kaufte ich mir dann die 1982er-DG-Aufnahme natürlich mit Karajan/Berliner PH, die von der Klangqualität sowieso und ich meine auch von der Interpretation noch ein paar Punkte mehr verdient. Im laufe der Jahre mußte ich aber durch viele Beiträge und Meinungen feststellen, das die Karajan - Planeten sehr umstritten sind: Der Eine findet sie unsagbar gut, der andere lehnt sie ab (darunter auch die Karajangegner).
:hello Gut, dieser Thread ist gerade erst neu, aber mich wundert, das keiner die TOP-Aufnahmen mit Metha und Handley erwähnt hat !?! Steinberg (DG) ist sicher auch sehr interssant. Denn darüber habe ich schon viel Lob glesen, aber sie ist mir noch unbekannt geblieben.
Hier nun meine Eindrücke zu meinen Favoriten:
1.) Metha / Los Angeles PO (Decca, ADD) Für mich sowohl von der feurigen Interpretation wie von der audiophilen Analog-Decca-Quailtät die stimmigste Aufnmahme, bei der alles stimmt und einen emotianal harten Interpretationsansatz liefert, der mich voll überzeugt. Der Mars zupackend (einer der härtesten), mein Lieblingssatz Uranus genau so, wei er sein soll (auch von den Pauken her), der Schlussatz nicht zu überhastet. Für die Interessenten die Spielzeiten: 1. Mars: 7:13 2. Venus: 8:08 3. Merkur: 3:51 4. Jupiter: 7:51 5. Saturn: 9:56 6. Uranus: 5:40 7. Neptun: 7:04
2.) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD) Anfang 2009 fiel mir die Gardiner-DG-CD in die Hände, die ich mir wegen der Empfehlungen zulegte. Bei einem "Spitzen-Planeten-Mitglied", der zuletzt 40 verschiedene Aufnahmen der Planeten hatte, steht diese Gardiner-Aufnahme auf seinen ersten drei Plätzen
da muß etwas dran sein. :hello Das dies auch Armins Lieblingsaufnahme ist, kann ich nachvollziehen !
John Eliot Gardiner, den ich immer eher mit Bach, Monteverdi, Gluck und Beethoven in HIP in Zusammenhang gebracht habe und daher auch keine weiteren CD´s mit ihm habe, hätte ich so eine großvolumige Interpretation niemals zugetraut. Weit gefehlt - hier mit dem Philharmonia Orchestra London bietet er eine der klangbesten Aufnahmen, die bei auftrumpfenden Passagen genau so kraftvoll spannend und emotional ist, wie präzise und feinsinnig in den ruhigeren Abschnitten. Er bietet einen der längsten Mars-Sätze und kostet die kriegerischen Elemente in über 8Miniten kunstvoll und begeisterungswürdig aus; wunderbar feinsinnig mit fabelhaften Orchesterfarben die Venus undSaturn; spannend Mercury und Jupiter und mit kraftvollen Pauken den besten Uranus, den man sich vorstellen kann, abschließend nicht zu schnell heruntergerasselt den Neptun in angemessensten 8:11.
Auf der CD steht 4D
auf Dolby Surround-Anlagen entwickelt diese CD allerbeste natürliche Räumlichkeit. (Das ist warscheinlich die beste DG-CD, die ich jemals in den Fingern hatte.)
OT: Auf der CD befindet sich Percy Graingers bekanntestes Werk - The Warriors. J.E.Gardiner hat famliere Affinitäten zu diesem australischen Komponisten, die er eigennützig und fulminant zum Ausdruck bringt. Ich habe The Warriors bereits mit Rattle (EMI). Aber was Gardiner im Gegensatz zu Rattle hier auf die Beine stellt, wirkt bei Rattle mehr wie Kapellmeistermusik. Mir war das Werk bisher auf der Rattle-Grainger-EMI-CD gar nicht so herausragend aufgefallen. Alleine schon wegen The Warriors lohnt der Kauf dieser fabelhaften DG-Gardiner-CD ! Und dann noch diese Wahnsinns-Planeten ....
3.) Handley / Royal PO (RPO, 1993, DDD Die Aufnahme aus der audiophilen RPO-Serie in 32Bit-Auflösung mit Vernon Handley / Royal Philharmonic Orchestra kaufte ich eher zufälli wegen der giten Erfahrungen aus der RPO-Serie. Was man hier auch klangtechnisch zu hören bekommt und wie insbesondere der Satz Jupiter und der von mir hochgeschätzte Satz Uranus pathetisch aufgeladen wird und das bei höchster Präzision, das hat was ganz besonderes. Ist das die beste Aufnahme ? Klangtechnisch ist sie es allerdings, sogar die Decca-Aufnahme mit Solti übertreffend. Einzig der letzte Satz Neptun mit Frauenchor ist mit knapp über 6Minuten schneller als die 3anderen Aufnahmen und breitet deshalb nicht die geheimnisvolle Klangwelt aus, die Karajan mit den Berliner PH in über 8Minuten zaubert. Auch hier noch nicht aufgeführt die Spielzeiten: 1. Mars: 7:31 2. Venus: 8:43 3. Merkur: 4:00 4. Jupiter: 8:01 5. Saturn: 8:47 6. Uranus: 5:48 7. Neptun: 6:49
4.) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD) Karajan´s Aufnahme mochte ich immer schon und da hat sich nichts dran geändert; der Klangzauber den diese DG-Produktion ausbreitet ist wunderbar. Er ist einer der wenigen, die auch den letzten Satz NEPTUN nicht überhasten, sondern das Werk beseelt und angemessen enden lassen. Durch den späteren Kauf von Handley, Metha und zuletzt Gardiner wurde er etwas weiter nach unten gereicht.
5.) Solti / London SO (Decca, ADD) Als Solti-Fan habe ich diese aufnahme natürlich auch irgendwann angeschafft; aber meine vollsten Erwrtungen erfüllte diese nicht. Solti bietet zumindest eine geringfügig bessere Decca-Klangqualität als der DG-Sound mit Karajan. Aber wenn man beide Aufnahmen vergleicht, so hört man bei Karajan einige Stellen, die bei Solti nicht so durchhörbar sind und umgekehrt bei Solti Einzelheiten die bei der Karajan – Aufnahme untergehen. Vielleicht wäre das ganze in Chicago noch besser gelungen. Ganz extem ungewohnt ist bei Solti der Anfang von Uranus – hier hören sich die vier Paukenschläge so an als wäre es Einer; die müssen sauber einzeln Durchhörbar sein. Die Sätze der Planeten in der mehr Feuer angesagt ist (Mars, Jupiter und Uranus) werden insgesamt von Solti mit dem gebotenen Engagement präsentiert, das es eine Freude ist. Es gibt wohl nur wenige Aufnahme mit so einer überrumpelnden Kriegsmaschinerie für den Mars – toll. Die Solti-Spielzeiten: 1. Mars: 6:39 2. Venus: 8:20 3. Merkur: 3:48 4. Jupiter: 7:15 5. Saturn: 9:48 6. Uranus: 5:32 7. Neptun: 7:56
Wenn ich Jürgen im letzten Beitrag richtig verstehe, steht diese auf seiner abschussliste ??? Warum ? Ich habe nur am Uranus etwas auszusetzen. Solti liefert wie erwartet ein Decca-Spitzenprodukt ab, das insbesondere bei den Allegro-Sätzen punktet und auch eine wunderschöne Durchhörbarkeit bietet – man wird den Mars selten besser hören; vielleicht bei Matha und Gardiner noch ! Vielleicht wäre die Aufnahme mit dem Chicago SO noch besser geworden ?
6.) Bernstein / New Yorker PH (SONY, ADD) Hier habe ich durch den CD-kauf vor einb paar jahren alte Erinnerungen aufgefrischt, denn das war damals meine LP-Aufnahme der Planeten, die mich jahrelang zufrieden begleitet hatte. Auf CD klingt die CBS-Aufnahme sehr natürlich, sauber durchhörbar ohne das auch nur ein Detail verloren geht. Bernstein liefert eine Aufnahme ab an der man gar nichts aussetzen kann, ohne jegliche Extras und Exsesse. Bei der Bernstein-Aufnahme ist alles vorhanden was man sich wünscht, da fehlt nichts, da geht nichts unter. Man könnte nach wie vor nur mit dieser Aufnahme zufrieden sein, aber letztendlich gebe ich hier doch den anderen drei Aufnahmen den Vorzug, da diese noch emotionsgeladener sind und klangtechnisch ebenfalls mehr hergeben.
PS: Die Swetlanow-Aufnahme habe ich mir übrigens bisher verkniffen, da sie sehr schlechte Kritik hatte und von den gewohnten Spitzenaufnahmen total abweichen soll. Ich habe bisher den Eindruck gewonnen, das Swetlanow bei nichtrussischen-Werken immer etwas fremd klingt. Wenn ich da an die so toll empfohlene triologioe sinfonischer Dichtungen von Respighi denke, dann fehlt da bei ihm doch eine Menge Präzision und Durchhörbarkeit. Zwar sind bei Feste Romane unheimlich packende Stellen dabei, aber Aufnahmen mit Dutoit(Decca), Lopez-Cobos(Telarc), Muti (EMI,jetzt Brillant) und (außer den Festen) Reiner (RCA) sind mir in diesem Falle alle lieber als Swety ! Bei der von mir gekauften Sheherazade mit Swetlanow, liegt er wieder ganz auf der TOP-Line
es ist ja auch ein russisches Orchesterwerk.
Jürgen (10.05.2010, 13:48): Original von teleton Wenn ich Jürgen im letzten Beitrag richtig verstehe, steht diese auf seiner abschussliste ???
Ich fürchte, da habe ich mich unglücklich ausgedrückt :cool Es sollte Wunschliste heißen, ich habe es korrigiert.
Jürgen (11.05.2010, 14:36): Ich habe mir den Steinberg ausgeliehen :D
Er gefällt mir sehr gut. Neben den stellenweise flotten Tempi (gerade dem Kriegsgott bekommt das recht gut) ist das markante Blech das Hauptmarkenzeichen dieser Aufnahme, die ich hiermit ganz weit oben einordne.
Grüße Jürgen
teleton (12.05.2010, 10:02): Hallo Armin und Jürgen,
ich habe Steinberg / Boston SO (DG, 1970, ADD) auch heute erhalten. Ich bin zunächst ebenfalls von dieser Aufnahme und dem hervorragend disponierten Boston SO absolut fastziniert. Ich bin derzeit noch nicht soweit sie in meine genannten Aufnahmen einzusortieren. :beer Aber soviel ist klar, das sie in die oberste Riege gehört (im Niveau der Besten) !
Die von Armin gemachte Aussage, das Steinberg noch nichts von John Williams Starwars-Gedöns gewust hat und sich dadurch kein Vorbild in diese Richtung ergeben hat, möchte ich hiermit bekräftigen. Die Steinberg-Interpretation wirkt vollkommen eigenständig, ist fabelhaft durchdacht und interpretiert; hervorragende Blechbläser, prägnante Pauken; zupackendes Orchester. Was will man mehr ?
William Steinberg ist übrigens deutscher Auswanderer (1. 8. 1899 Köln–16. 5. 1978 New York City) und heißt gebürtig eigtl. Hans Wilhelm Steinberg. Steinberg emigrierte durch die Judenverfolgung 1936 in die USA und machte dort Dirigentenkarriere: 1936–1938 Chefdirigent des Palestine Symphony Orchestra 1945–1952 Chefdirigent des Buffalo Philharmonic Orchestra 1952–1976 Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra 1958–1960 Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra 1969–1972 Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra
:thanks OT: Gleiches gilt auch für R.Staruss: Also Sprach Zarathustra
Tangua (13.05.2010, 20:48): Hallo allerseits, die Planeten waren das erste klassische Musikstück, dass mich dazu brachte, mir eine Klassik-CD zu kaufen – so vor ungefähr 25 Jahren… Ich hatte den „Mars“ in der ARD-Astro-Show (mit Horst Buchholz und Elisabeth Tessier, die älteren unter uns werden sich mit Grausen erinnern…) gehört und war „hin und weg“. Ohne mich groß zu informieren, kaufte ich mir damals die Einspielung von Karajan mit den Berlinern auf DG – und war begeistert. Wesentlich später entdeckte ich dann meine Liebe für die klassische Musik allgemein. Irgendwann erinnerte ich mich auch wieder an die Planeten und begann, verschiedene Einspielungen zu sammeln. Daraus wurde ein kleiner Spleen… heute besitze ich 38 verschiedene Einspielungen, die letzte habe ich mir vor 10 Minuten gekauft… Meine Einspielungen im einzelnen: Karajan BPO DG Mehta LAPO Decca Maazel ON de France Sony Previn RPO Telarc Slatkin Philharmonia Orch. RCA Bernstein NYPO Sony Lloyd-Jones Royal Scottish NO Naxos Haitink LPO Philips Steinberg Boston SO DG Ormandy Philadelphia Orch. RCA Rattle Birmingham SO EMI Karajan WPO Decca Mackeras Royal Liverpool PO Virgo Gardiner Philharmonia Orch. DG Dutoit SO de Montreal Decca A.Davis BBC SO Apex C.Davis BPO Philips Groves Royal PO Cirrus Solti LPO Decca Boult LPO EMI Levi Atlanta SO Telarc Handley Royal PO Allegria Leaper Gran Canaria PO Arte Nova Levine Chicago SO DG Stokowski LAPO EMI Marriner Royal Concertgebouw Philips Hughes RPO Apex Hickox LSO Regis Ozawa Boston SO Philips Simon LSO Laserlight Serrebrier Melbourne SO Norrington RSO Stuttgart Hänssler Susskind St. Louis SO Svetlanov Philharmonia Orchestra Collins Rattle BPO EMI Goodman New Queenshal Orch. Carlton Judd Royal Philharm. Orch. Denon Elder Halle Orchestra Hyperion
Unter diesen vielen Einspielungen sind erfreulicherweise sehr viele sehr gute, darunter übrigens auch sehr preisgünstige. Meine Lieblingsaufnahme ist aber immer noch meine erste. Für den Klangästheten Karajan (ich bin übrigens kein Fan von ihm) sind diese Suiten einfach ein Paradestück, wo er seinen Sinn für Klangfarben, Dynamik und orchestralen „Schönklang“ voll ausleben kann. Ich finde seine Berliner Aufnahme auch besser als die mit den Wienern aus den 60ern, obwohl manche das genau andersherum sehen. Dass dem Mars in dieser Aufnahme die Power fehlen soll, wie Armin70 schreibt, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen: Ich liebe die Aufnahme gerade auch für den Mars, der meines Erachtens sehr wuchtig, dramatisch und aggressiv, ja düster gespielt wird – gerade so, wie man sich einen Kriegsgott vorstellt. In einem anderen Forum wurde der Karajan-Aufnahme vorgeworfen, gerade im Mars unsauber zu sein (manche Einsätze der Blechbläser, soweit ich mich erinnere). Das mag sein, mein Gehör ist für diese Feinheiten vielleicht nicht geschult genug – aber auch das würde ja für einen rauhen, ungeschliffenen – und damit adäquat gespielten – Kriegsgott sprechen. Wie gesagt, die Aufnahme bleibt mein Favorit. Ansonsten kann ich voll und ganz zustimmen, was über die Gardiner-Aufnahme gesagt wurde: Was Tempi. Präzision, Orchesterleistung und Klangqualität angeht, ist diese Aufnahme „objektiv“ betrachtet vielleicht die Referenz-Aufnahme – bei mir ist sie die Nr.2. Dahinter folgt dann Dutoits Aufnahme mit dem Montreal-SO – ebenfalls grandios. Bei der Anzahl meiner Aufnahmen kann ich mich natürlich nicht an jede auswendig erinnern, ich versuche trotzdem mal, meine Top-12 aufzu-stellen, ungefähr auch in dieser Reihenfolge:
Karajan BPO Gardiner Philharmonia Orch. Dutoit SO de Montreal Mackeras Royal Liverpool PO Mehta LAPO Previn RPO Steinberg Boston SO Bernstein NYPO Karajan WPO Groves Royal PO Handley Royal PO Judd Royal Philharm. Orchestra
Aber wie gesagt – erfreulicherweise sind sehr viele meiner Aufnahmen auch wirklich sehr gut. Als enttäuschend habe ich eigentlich nur Leaper, Marriner, Svetlanov (relativ, da hatte ich halt mehr erwartet, Rattle (Birmingham) und C.Davis in Erinnerung. Das aber unter dem Vorbehalt meines Gedächtnisses… :W Die Aufnahmen von Metha, Mackerras, Steinberg, Karajan (WPO), Groves und Handley aus meinen Top-12 sind übrigens allesamt sehr preisgünstig zu bekommen! Insgesamt bleibt das Werk jedenfalls eines meiner liebsten, und mit Järvis Aufnahme mit dem Cincinnati SO gibt es auch eine sehr aktuelle, die u.a. schon auf meiner Liste steht…
Tangua (18.05.2010, 10:39): ... übrigens:
Meine soeben erstandene Nr.38, Mark Elder mit dem Halle-Orchestra, würde ich auch im oberen Drittel meiner Sammlung ansiedeln. Auch die Klangqualität ist sehr gut!
Amonasro (11.08.2013, 23:38): Eine Frage an jemanden, der beide Karajan-Einspielungen kennt:
Würdet ihr/würdest du eher die von 1962 oder die von 1982 empfehlen?
Gruß Amonasro (der anfängt sich stärker mit der Instrumentalmusik zu beschäftigen) :hello
Tangua (12.08.2013, 12:22): Hallo Amonasro, ich bin ja fanatischer Planeten-Sammler und habe - natürlich - beide Aufnahmen. Die mit den Berlinern von 1982 ist von meinen gut 50 Aufnahmen meine Lieblings-Einspielung, das beantwortet Deine Frage. Die ältere mit den Wienern ist aber zweifellos auch sehr gut!
Amonasro (12.08.2013, 13:27): Vielen Dank. Dann kommt die von '82 schon mal auf meine Wunschliste (die in letzter Zeit leider immer länger wird :W).
Gruß Amonasro :hello
Tangua (13.08.2013, 10:23): Das gute ist, dass diese Aufnahme - zumindest gebraucht und sehr gut erhalten - regelmäßig sehr günstig zu haben ist.
teleton (25.08.2013, 17:42): Nach meinen beiträgen von 05/2010 haben sich auch bei mir weitere Aufnahmen der Planeten eingefunden.
Die Steinberg-Aufnahme mit dem Boston SO (DG) war dabei ein ganz herausragendes Erlebnis. Als Swetlanow-Fan darf da seine Aufnahme auch nicht fehlen. Die nicht ganz so hohge Kritik führe ich aber eher auf die Melodiya-Klangqualität zurück, als auf die reine Interpretationsfrage. Der MARS ist jedenfalls auch mit Swetlanow - hammermässig.
In der Beliebheitsscala entdecke ich einige Parallenen mit Tangua. Meine aktuelle Rangliste 2013 sieht so aus:
1.) Metha / Los Angeles PO (Decca, ADD) 2.) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD) 3.) Steinberg / Boston SO (DG, 1970, ADD) 4.) Handley / Royal PO (RPO, 1993, DDD 5.) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD) 6.) Solti / London SO (Decca, ADD) 7.) Swetlanow / Philharmonia Orchestra (Brillant, ADD)
Warum fehlt in der aktuellen Liste jetzt die Bernstein-Aufnahme ? Es war eine gute Aufname der Mitte - die grossen Bernstein-Emotionen fehlten allerdings. Ich habe mich (weil ich die CD ohnehin nach den vorhandenen Favoriten nicht unbedingt hören will) von der CD getrennt
nicht wegen Holst/Bernstein, sondern wegen der Kopplung mit Waltons Facade (unter Ormandy). Dieses fürchterliche nervende Stück (buhh - atzend) wollte ich nicht mehr als CD vorliegen haben - i hate that Piece !
Tangua (26.08.2013, 10:19): Endlich einer, der meine Begeisterung für dieses Werk teilt! Deine Auswahl ist schon sehr gut, liebver Teleton. Wenn ich Dir noch einige Aufnahmen empfehlen darf? - Dutoit / Montreal SO (Decca, DDD) - meine "Nr.3" - Groves / Royal Phil. (Cyrrus, DDD) - sehr gut und oft sehr günstig zu haben - Mackerras / Royal Liverpool PO (Virgo, DDD) sehr ausgewogen, alle Sätze gleich gut, erstaunlich gutes Orchester
Es gibt nur wenige wirklich schlechte Aufnahmen, von zweien würde ich aber dringend abraten: - Marriner / Concertgebouw (Philips, ADD) - trotz Super-Orchester und brit. Dirigenten total enttäuschend - Leaper / Gran Canaria PO (Arte Nova, DDD) - von Arte Nova gibt es viele preis- und empfehlenswerte Aufnahmen, diese hier gehört nicht dazu...
teleton (26.08.2013, 18:49): Hallo Tangua,
ja, das glaube ich Dir besonders bei Charles Groves. Der hat mich schon mehrfach sehr positiv bei englischem Repertoire auf höchste begeistert - so u.a.bei Bliss - A Colour Symphony + Thinks to come.
Aber mit meinen genannten Favoriten soll es nun genug sein ... die sind schon fantastisch genug - wann soll man das alles hören ... im Endeffekt totes Kapital: Ich gehe mehr und mehr dazu über CD´s auszusortieren, die ich ohnehin nicht mehr höre.
Jürgen (27.08.2013, 09:16): Original von teleton Meine aktuelle Rangliste 2013 sieht so aus:
1.) Metha / Los Angeles PO (Decca, ADD) 2.) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD) 3.) Steinberg / Boston SO (DG, 1970, ADD) 4.) Handley / Royal PO (RPO, 1993, DDD 5.) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD) 6.) Solti / London SO (Decca, ADD) 7.) Swetlanow / Philharmonia Orchestra (Brillant, ADD)
Die Liste kann ich nahezu übernehmen:
Steinberg / Boston SO (DG, 1970, ADD) Karajan / Berliner PH (DG, 1982, DDD) Metha / Los Angeles PO (Decca 1971, ADD) Gardiner / Philharmonia Orchestra (DG, 1995, DDD) Solti / London SO (Decca 1978, ADD)
Handley muss ich rausnehmen, weil ich die Aufnahme leider nicht kenne, und Swetlanow, weil sie mir nicht gefällt. Er wählt m.E. zu verhaltene Tempi, wodurch der Spannungsbogen verloren geht. Die Reihenfolge auf den Plätzen 2-4 variieren, je nach Tagesform.
Grüße Jürgen
Tangua (28.08.2013, 10:36): Da hast Du allerdings Recht! Sehe ich eigentlich genauso, nur bei den Planeten bin ich etwas "spleenig" und sammle alle Aufnahmen, die ich kriegen kann - bisher sind es 47 plus eine Klavierfassung...
Jürgen (30.08.2013, 07:10): http://cdn.7static.com/static/img/sleeveart/00/014/689/0001468939_350.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/51snUm-7HqL._SL500_AA240_.jpghttp://c3.cduniverse.ws/resized/250x500/music/196/1014196.jpg
Ich habe sehr viele Cover mit Handley gefunden und meine Auflistung ist sicherlich noch nicht vollständig. Aber offensichtlich gibt es nur eine Aufnahme (1993 RPO). Weiss jemand von Euch, ob es qualitative Unterschiede gibt?
Klar, die SACD unten rechts wird wohl mehr liefern, kostet dummerweise z.Zt. etwa auch das 10fache. Aber bei den Anderen?
Grüße Jürgen
Nordolf (12.09.2013, 20:05): Die Planeten-Suite gehört für mich zu den einprägsamsten, charaktervollsten Stücken der englischen Spätromantik des 20. Jahrhunderts. Ihren Einfluss auf moderne Filmkomponisten wie John Williams kann man gar nicht überschätzen. Im nachhinein haftet ihr damit ein gewisses, von Holst nicht intendiertes episches Leinwand-Flair an. Für manche ein Grund sich von dem Werk abzuwenden, aber mich stört das überhaupt nicht. Besonders wichtig snd mir die aggressive Düsternis des „Mars“ und die atmosphärische Schwere des „Saturn“.
Meine fünf Einspielungen sind alle hörenswert. Ich würde sie in die folgende Reihenfolge bringen:
I. http://ecx.images-amazon.com/images/I/41NHPQXKE8L._AA160_.jpg
Zubin Mehta / Los Angeles Philharmonic Orchestra 1971 (Los Angeles Master Chorale)
An dieser sehr leidenschaftlichen Interpretation stimmt einfach alles: ein schweißtreibender „Mars“, eine romantisch interpretierte „Venus“, ein bombastischer „Jupiter“, ein düster paukender „Saturn“, ein dämonischer, scherzo-hafter „Uranus“, ein zauberischer „Neptun“ usw. Das ADD-Klanggewand ist warm und verleiht der Musik eine hohe Durchschlagskraft. Das Kino-Flair kommt in dieser Aufnahme ganz besonders zur Geltung.
II. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51a2dVDlypL._AA160_.jpg
Vernon Handley / The Royal Philharmonic Orchestra 1993 (Ambrosian Chorus)
Von hoher Durchschlagskraft und Präzision ist Handleys „harte“ Variante der Planeten. Die Rhythmik im „Mars“ ist von eiskalter Gnadenlosigkeit, die Uhren im „Saturn“ läuten unerbittlich den Gang der Zeit ein. Handley interpretiert kantig und schroff. Dabei erzeugt er in jedem Moment diese für ihn so typische innere Spannung in der Musik.
III. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51NXBUDxXmL._AA160_.jpg
Herbert von Karajan / Berliner Philharmoniker 1981 (RIAS Kammerchor)
Karajans “Mars” ist in ausgeprägt fahle Klangfarben getaucht, bleibt dabei aber immer von einem martialischen Vorwärtsdrang geprägt. Die nachfolgenden Sätze haben nicht mehr diese Kompromißlosigkeit: - glänzend romantisch gleiten sie dahin, die Melodien und Harmonien werden fein herauszisiliert.
IV. http://ecx.images-amazon.com/images/I/41T5VG5F5WL._AA160_.jpg
Georg Solti / London Symphony Orchestra 1978 (London Philharmonic Choir)
Soltis Interpretation bietet auch viel Feuer und Vorwärtsdrang. Sie ist an manchen Stellen etwas wattig aufgenommen und klingt nicht ganz so differenziert, wie man es sonst von seinen DECCA-Aufnahmen gewöhnt ist. Trotzdem ist das immer noch eine hervorragende Variante der Planeten.
V. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51C8LiQHDNL._AA160_.jpg
John Eliot Gardiner / Philharmonia Orchestra 1994 (Monteverdi Choir)
Bei Gardiners Aufnahme beeindruckt zunächst der räumliche, sehr effektbetonte und brilliante Klang. Schon allein deswegen sollte man sie auf jeden Fall gehört haben. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Gardiner über weite Strecken eine Interpretation abliefert, die nur im Bereich des oberen Durchschnitts anzusiedeln ist. Der „Mars“ klingt bei ihm fast ein wenig nach Ravels Bolero – es fehlt doch ein wenig an Aggression. Natürlich kommen die effektvollen Stellen bei diesem Sound mit einer gewissen Klanggewalt daher. Aber wie gesagt – mir fehlt der „kriegslüsterne“ Wille beim Dirigenten. Auch die Venus klingt viel zu neutral: - man kann viel mehr Stimmung mit dieser Musik zaubern, als Gardiner ihr offenbar zutraut. Ich finde, diese Haltung schlägt auch bei den meisten anderen Sätzen negativ zu Buche: - besonders beim Jupiter. Schön ist allerdings die bewegte, luftige Stimmung des Merkur gezeichnet. Richtig großartig ist neben dem Merkur nur noch der Neptun: - ätherisch schwebend, mystisch zelebriert, dazu mit einem hervorragend disponiertem Monteverdi Chor. Von allen Aufnahmen gefällt mir dieser Satz bei Gardiner am besten.
teleton (13.09.2013, 18:00): Hallo Nordolf,
bei Dir sind alle Aufnahmen vertreten, die sich auch in meiner Favoriten-Liste finden - finde ich Interessant und Klasse.
Hallo Jürgen,
die SACD-Version hatte ich mir, wegen meiner Begeitreung für Handley vor einigen KJahren gekauft - die RPO-SACD´s kosteten alle 7,99Euro !!!
Ich kopiere mein Statement dazu von anderer Stelle:
Die abgebildete Handley-Aufnahme/ Royal Philharmonic Orchestra als Alto-CD gibt es auch seit Jahren als CD aus der audiophilen RPO-Serie in 32Bit-Auflösung.
Was man hier auch klangtechnisch zu hören bekommt und wie insbesondere der Satz Jupiter und der von mir hochgeschätzte Satz Uranus mit Hochspannung aufgeladen wird und das bei höchster Präzision, das hat was ganz besonderes. Der Mars-Beginn natürlich auch erste Klasse. Ist das eine der besten Aufnahmen ? Klangtechnisch ist sie es allerdings, sogar die Decca-Aufnahme mit Solti übertreffend. Handley lässt sich nicht zu langatmigem Ausufern hinreissen und bietet die Sätze kurz, knapp, präzise und mit begeisterungswürdiger Spannung.
Einzig der letzte Satz Neptun mit Frauenchor ist mit knapp über 6Minuten schneller als die meisten anderen Aufnahmen und breitet deshalb nicht die geheimnisvolle Klangwelt aus. Das mag einige, die darauf Wert legen stören. Was da zum Beispiel Karajan mit den Berliner PH in über 8Minuten oder auch ganz mit Seele Swetlanow mit ~9Minuten zaubern breitet eine hinreissende Atmosphäre aus.
Megapreiswert für unter 1€ bis höchstens 8€; bei Müller kosten die RPO´s 2,50€ ! http://ecx.images-amazon.com/images/I/51a2dVDlypL._AA200_.jpg=B000051KMY RPO, 1993, DDD
:thumbsup: Da die Handley-Aufnahme der Planeten auf jeden Fall zu meinen Favoriten gehört, hatte ich mir vor einigen Jahren die SACD-Version von RPO gekauft. Der Preis für die RPO-SACD´s lag bei Saturn seinerzeit auf 7,99€. Jetzt offenbar zu Mondpreisen im Angebot. :| Hat aber rein klangtechnisch nichts gebracht, denn das ist ja keine SACD-Mehrkanalaufnahme, sondern wurde für die SACD entsprechend aufbereitet und remastert. Für sich genommen natürlich eine TOP SACD. Aber - die RPO-CD ist bereits so gut ist, das man voll zufrieden sein kann. Selbst die CD-Spur der SACD hat nicht die direkt anspringende Klarheit der reinen CD-Version.
Cetay (inaktiv) (14.09.2013, 09:54): Original von Nordolf Die Planeten-Suite gehört für mich zu den einprägsamsten, charaktervollsten Stücken der englischen Spätromantik des 20. Jahrhunderts. Ihren Einfluss auf moderne Filmkomponisten wie John Williams kann man gar nicht überschätzen. Im nachhinein haftet ihr damit ein gewisses, von Holst nicht intendiertes episches Leinwand-Flair an.
Ich meine, das liegt nicht zuletzt daran, dass die meisten Interpreten wenig bis nichts dagegen tun, im Gegenteil - sie verstärken diesen nicht intendierten Effekt dadurch noch, indem sie Holst wie Filmmusik inszinieren. Ich habe oben auf die Einspielung unter Leitung des Komponisten hingewiesen, die zeigt, wie diese Orchestersuite eigentlich mal gedacht war. Dass trötiges Vorkriegsmono bei Event-Hörern, die die Güte einer Interpretation hauptsächlich danach beurteilen, ob es ordentlich blitzt und funkelt und kracht, nicht ankommt, ist verständlich. Es gibt aber auch aus dem Hifi-Zeitalter eine Aufnahme, die eine Anäherung an Holsts Planten versucht:
Norringtons Versuch charakterisiere ich wie folgt: Reduktion auf den musikalischen Gehalt, äußerste Transparenz und zurückhaltende Artikulation. Ein Vergleich mit Zubin Metah, bei dem solche spätromantischen Schlachtrösser immer in guten Händen sind (vgl. seine überragende Alpensinfonie), wirkt fast absurd; ich will mich nicht festlegen, auf wessen Konto das geht. Jedenfalls bildet Norrington eine vertiable Alternative jenseits des vordergründigen Klangrausches (so sagt es das Label) und selbst der sonst so unerbittlich scharfe Norrington-Kritiker David Hurwitz musste für diese individuelle Vorgehensweise eine 9 ziehen. Dass diese Interpretation von anderer Seite als einfallslos gebrandmarkt wurde, zeigt möglicherweise, wie sehr wir uns bei diesem Stück an Interpreten- und Orchesterschaulaufen gewöhnt haben und dabei vergessen zu hinterfragen, was eigentlich an Komposition dahintersteckt - und was nicht.
Tangua (16.09.2013, 10:16): .... Dass trötiges Vorkriegsmono bei Event-Hörern, die die Güte einer Interpretation hauptsächlich danach beurteilen, ob es ordentlich blitzt und funkelt und kracht, nicht ankommt, ist verständlich.
Ich bekenne betroffen, dass ich mich von dieser Charakterisierung "gemeint" fühle... Ich frage mich, wie man in einer Orchestersuite, die das Wesen von Planeten, die als "the bringer of war", "the magican" oder "the mystik" charakterisiert werden, musikalisch beschreiben will, ohne Effekte auskommt... Natürlich ist interessant, wie der Komponist selbst als Dirigent sein Werk umgesetzt hat - wobei klar sein dürfte, dass beileibe nicht jeder Komponist auch ein fähiger Dirigent ist. Und ich bekenne freimütig, dass ich ausgerechnet diese Aufnahme noch immer auf meiner Liste und nicht im CD-Regal habe, gerade weil ich einmal irgendwo gelesen hatte, dass in Holsts Falle das mit dem Dirigieren so eine Sache gewesen sei... Das wird sich aber ändern - ich werde mir die CD zulegen. Davon aber einmal abgesehen habe ich aber offenbar ein anderes Verständnis von "Interpretation". In meine, ein Komponist macht mit seinen Tempoangaben und sonstigen Vorgaben einen Vorschlag, wie er sich die Umsetzung seiner Komposition vorstellt. Wenn sich dann ein Dirigent daran hält, liefert er eine werktreue Interpretation ab. Ein anderer Dirigent aber nimmt sich die Freiheit, mit der Basis der Komposition anders umzugehen, weil er das daraus resultierende Ergebnis für besser bzw. für mehr seinen eigenen Vorstellungen entsprechend hält. Auch das ist m.E. "Interpretation". Und ich wiederum nehme mir das Recht heraus, derartigen Interpretationen zu mögen und sie - zumindest im vorliegenden Fall -den werktreuen vorzuziehen. Daran finde ich ehrlich gesagt nichts Verwerfliches.
Amonasro (16.09.2013, 17:58): Ich muss Tangua voll zustimmen. Außerdem ist es doch gerade interessant möglichst unterschiedliche Aufnahmen eines Werkes zu hören und für sich selbst zu entscheiden, ob man eine Stelle lieber schneller oder langsamer mag. Es wäre ja langweilig, wenn jeder Dirigent sich in allem nach dem Komponisten richten würde. Dann dürfte es nach Holsts Einspielung überhaupt keine Aufnahme der Planeten mehr geben. Ich finde oft auch gerade langsame und schnelle Aufnahmen eines Werkes auf ihre Art und Weise gut und höre dann beide gerne.
Gruß Amonasro :hello
Cetay (inaktiv) (16.09.2013, 20:01): Original von Tangua .... Dass trötiges Vorkriegsmono bei Event-Hörern, die die Güte einer Interpretation hauptsächlich danach beurteilen, ob es ordentlich blitzt und funkelt und kracht, nicht ankommt, ist verständlich.
Ich bekenne betroffen, dass ich mich von dieser Charakterisierung "gemeint" fühle... Ich frage mich, wie man in einer Orchestersuite, die das Wesen von Planeten, die als "the bringer of war", "the magican" oder "the mystik" charakterisiert werden, musikalisch beschreiben will, ohne Effekte auskommt... Natürlich ist interessant, wie der Komponist selbst als Dirigent sein Werk umgesetzt hat - wobei klar sein dürfte, dass beileibe nicht jeder Komponist auch ein fähiger Dirigent ist. Und ich bekenne freimütig, dass ich ausgerechnet diese Aufnahme noch immer auf meiner Liste und nicht im CD-Regal habe, gerade weil ich einmal irgendwo gelesen hatte, dass in Holsts Falle das mit dem Dirigieren so eine Sache gewesen sei... Das wird sich aber ändern - ich werde mir die CD zulegen. Davon aber einmal abgesehen habe ich aber offenbar ein anderes Verständnis von "Interpretation". In meine, ein Komponist macht mit seinen Tempoangaben und sonstigen Vorgaben einen Vorschlag, wie er sich die Umsetzung seiner Komposition vorstellt. Wenn sich dann ein Dirigent daran hält, liefert er eine werktreue Interpretation ab. Ein anderer Dirigent aber nimmt sich die Freiheit, mit der Basis der Komposition anders umzugehen, weil er das daraus resultierende Ergebnis für besser bzw. für mehr seinen eigenen Vorstellungen entsprechend hält. Auch das ist m.E. "Interpretation". Und ich wiederum nehme mir das Recht heraus, derartigen Interpretationen zu mögen und sie - zumindest im vorliegenden Fall -den werktreuen vorzuziehen. Daran finde ich ehrlich gesagt nichts Verwerfliches. Ich auch nicht. :beer Im Gegenteil, ich schlage mich eher auf die Seite der Interpreten, die ihre guten Gründe haben werden, wenn sie sich Freiheiten gegenüber dem Notentext herausnehmen. Mit Rezensenten, die die Qualität einer Interpretation lediglich an der Genauigkeit der Partiturumsetzung festmachen, fange ich überhaupt nichts an. Natürlich ist das einfach, weil objektiv nachprüfbar, aber wem nützt das etwas, wenn nicht zumindest versucht wird, darzulegen, wie sich die Freiheiten auf die Gesamtsicht des Werks auswirken und welche neuen Erkenntnisse daraus eventuell zu gewinnen sind? Ebenso verquer wird es freilich, wenn lediglich ein bestimmter Aspekt der Interpretation herausgenommen wird und das als alleinseligmachendes Qualitätsmerkmal verkauft werden soll. Dann darf man auch mal darauf hinweisen, was eigentlich komponiert wurde und dass die bevorzugten Interpretationen vielleicht unter Geschmacksgesichtpunkten gut sind, nicht aber nach objektiven Kriterien. Und dass heisst eben, dass andere Interpretationen nicht sind, sondern aufgrund der eigenen Hörpräferenz so empfunden werden. Soviel Respekt für den Künstler darf es schon sein, dass auf diesen Unterschied geachtet wird.
Zurück zu Holst:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41I5fweLjEL._SL500_AA240_.jpg Gustav Holst; Die Planeten op. 32 (arr. für Blechbläserquintett und Orgel von Enrico O. Dastous); Mélanie Barney, Buzz Ensemble
Kennst du diese Aufnahme? Für einen Extremsammler sollte das interessant sein. Ich jedenfalls höre solche Bearbeitungen sehr gerne, wenn ich von einem Werk schon viele Aufnahmen kenne. Bei Mahler habe ich erlebt, dass mir die verstümmelten Fassungen besser gefallen als die Originale (4. Sinfonie, Lied von der Erde), während mir das bei Beethoven oder Bruckner gar nicht zusagt.
Original von Amonarso Es wäre ja langweilig, wenn jeder Dirigent sich in allem nach dem Komponisten richten würde. Dann dürfte es nach Holsts Einspielung überhaupt keine Aufnahme der Planeten mehr geben. Ich finde oft auch gerade langsame und schnelle Aufnahmen eines Werkes auf ihre Art und Weise gut und höre dann beide gerne. Ich sehe nicht recht, wo ich das suggeriert habe. Gerade bei Norrington tritt ja der interessante Fall ein, dass er einer der langsamsten im Feld ist und dennoch sehr viel näher an Holst als etwa ein Metah, der eine grandiose Aufnahme gemacht hat, die unter den die Diskussion lostretenden Gesichtspunkten schwer zu übertreffen sein dürfte. Deshalb darf und soll es beide Einspilelungen gerne geben. :)
Amonasro (16.09.2013, 22:05): Ich wollte dir nichts unterstellen, Cetay. Mein Kommentar war eher als meine eigene Einschätzung bzw. Ergänzung und Zustimmung zu Tanguas Beitrag gemeint. Wenn ich dich richtig verstanden habe, nanntest du gerade die Nähe zu Holsts eigener Interpretation als Vorteil der Norrington-Aufnahme. Selbstverständlich sind auch andere Interpretationen wichtig - ich wollte dir nichts gegenteiliges in den Mund legen. In der Tat ist es gut, dass es auch eine neuere Einspielung gibt, die ähnliche Wege geht wie Holsts eigene, da diese heute wahrscheinlich aufgrund der besseren Tonqualität mehr Konsumenten anspricht.
Gruß Amonasro :hello
Cetay (inaktiv) (17.09.2013, 07:34): Ich stelle gerade fest, dass Zubin Mehta die Planeten noch ein zweites Mal aufgenommen hat - 1990 mit dem New York PO bei Telarc. Die Spielzeiten:
Tangua (17.09.2013, 09:43): Hallo Cetay, nein, die Aufnahme für Blechbläser und Orgel kannte ich ehrlich gesagt nicht. Sie wandert aber umgehend auf meine Wunschliste, da auch ich das Werk in "normaler" Version natürlich in- und auswändig kenne und an solchen Alternativen interessiert bin. Das exotischste, was ich habe, ist die Bearbeitung für Klavier, und die finde ich als Abwechslung schonmal ganz reizvoll. Danke für den Tipp!
Tangua (17.09.2013, 09:48): ... und noch ein wichtiger Tipp - das war mir noch gar nicht aufgefallen!!!
Bislang habe ich nur die Aufnahme mit dem LAPO, und da mir die sehr gut gefällt (es blitzt, funkelt und kracht so schön... :D), werde ich mir wohl auch die andere Aufnahme noch zulegen müssen...
Tangua (17.09.2013, 10:00): ... und schon bestellt! :thanks
Unfassbar - ich beschäftige mich seit mind. 10 Jahren mit dem Werk und allen verfügbaren Aufnahmen, kenne auch das Cover der CD, aber dass es sich um eine andere Aufnahme mit anderem Orchester handelt als die für Decca fällt mir nicht auf... ?( ?( ?(
Cantus Arcticus (17.09.2013, 11:23): Hallo Tangua Diese Aufnahme ist nebst Rattle mit den BPhil die einzige, die ich besitze und eigentlich sehr gut finde, Du wirst sie sicher kennen:
1. Mars, The Bringer of War (7:03) 2. Venus, The Bringer of Peace (8:32) 3. Mercury, The Winged Messenger (3:59) 4. Jupiter, The Bringer of Jollity (8:00) 5. Saturn, The Bringer of Old Age (9:21) 6. Uranus, The Magician (6:12) 7. Neptune, The Mystic (6:53)
8. Colin Matthews: Pluto, The Renewer (6:53)
9. The Mystic Trompeter, Op. 18 - Scena for Soprano and Orchestra (18:37) (ed. colin Matthews & Imogen Holst)
Royal Scotish National Orchestra David Lloyd-Jones No. 9: Claire Rutter, Soprano, Ladies of RSNO Chorus
Gruss :hello Stefan
Tangua (17.09.2013, 13:02): Hallo Stefan,
na klar kenne und habe ich sie... :D
Ich habe sie zwar nicht als Top-Einspielung in Erinnerung, aber auch nicht als Ausfall. Und ich habe sie ehrlich gesagt lange nicht gehört...
Wenn Du mal irgendwann für wenig Geld eine - meiner Meinung nach noch bessere - Alternative suchst, empfehle ich Dir Mehta (LAPO), Handley, Groves oder Mackerras!
Cantus Arcticus (18.09.2013, 12:17): Original von Tangua Hallo Stefan,
na klar kenne und habe ich sie... :D
Ich habe sie zwar nicht als Top-Einspielung in Erinnerung, aber auch nicht als Ausfall. Und ich habe sie ehrlich gesagt lange nicht gehört...
Wenn Du mal irgendwann für wenig Geld eine - meiner Meinung nach noch bessere - Alternative suchst, empfehle ich Dir Mehta (LAPO), Handley, Groves oder Mackerras!
Hallo Tangua Vielen Dank für die Tipps, in der Tat habe ich gestern noch nach Szymanowski die Einspielung eingelegt und muss sagen, das Werk hat mein verstärktes Interesse geweckt. :thanks
Grüsse :hello Stefan
Cetay (inaktiv) (22.06.2020, 03:45): Interessant ist die in der bescheidenen Sammlung von Tangua gelistete Aufnahme mit Roy Goodman und dem New Queens Hall Orchestra. Goodman hat sich in puncto Tempo und Stil am Dirigat der Uraufnahme mit dem Komponisten am Pult orientiert. Damit transportiert er die Interpretationsidee der Erstaufnahme in die Neuzeit und merzt deren Kurzkommen aus: Holst als Dirigient wenig begabt, das Orchester schwach, der Klang der Aufnahme mies (1924!). Er betont aber, dass es sich nicht um eine reine Kopie handelt. Als Sahnehaube werden noch Originalinstrumente verwendet. (Nachdem ich den Sacre mit Les Siècles - François-Xavier Roth gehört habe, bin ich von der Vorstellung, 100 Jahre machten da keinen Unterschied, befreit.) Ob das die beste oder wenigstens eine gute Einspielung ist, muss das subjektive Geschmacksempfinden feststellen. Die 'Authentischte' ist es allmal.
Sfantu (27.02.2022, 15:46): Auch ich höre die Planeten-Suite ab und zu ganz gern.
Heute mit dieser bisher noch nicht genannten Aufnahme:
London Philharmonic Orchestra and Chorus - Bernhard Herrmann (LP, Decca, 1970)
Der Gesamteindruck ist zwiegespalten. Allein die Spielzeiten geben einen ersten Hinweis, in welche Richtung es hier interpretatorisch geht:
Diese breiter als breiten Zeitmaße gehen selbst für mich an die Grenze des Vertretbaren. Mars fehlen Biß und Attacke, Venus haucht unter dem Druck des Nudelholzes ihr Leben aus - das ist nur noch arg schwer verdaulich. Jupiter - immer schon der Satz, den ich am wenigsten mochte - wirkt noch aufgeblasener und plakativer als sonst. Leicht auf der Habenseite dagegen Saturn, Uranus und Neptune. Ihnen bekommen Ruhe und Maß noch am ehesten. Die Frauenstimmen des LPC sind mustergültig schwerelos. Klarer Gewinner dieses Konzepts bleibt der geflügelte Bote. Häufig im Rekordtempo vorüber gehuscht bis dahin geschmiert, bekommt Mercury hier endlich einmal Zeit, zu fließen statt zu wuseln - allerliebst!
Wohl ein Markenzeichen der phase4-Serie war der streckenweise künstliche, designte Klang, der weniger auf eine natürliche Abbildung einer Konzertsaal-Akustik abzielte als auf ein möglichst spektakuläres, cineastisches Sound-Spektakel auf der heimischen Stereo-Anlage. Auch diese Einspielung ist nicht ganz frei von solchen Mätzchen. Das Cello-Solo in der Venus verträgt diese Aufhübschung noch ganz gut. Bevor aber im Jupiter das burleske, stampfende Alla breve-Thema, dieser von den Hörnern dominierte english-country-dance, wiederholt wird, spielt die Klarinette doch eine joviale kleine Überleitung zu eben dieser Wiederholung. Sie wird hier im Sinne des beschriebenen Sound-Designs gehighlightet und gewinnt dadurch etwas Aufdringliches - als wäre hier Giora Feidman mit einer seiner (Fremdschämfaktor 10 von 10) Klezmer-Clownereien als special guest dabei - brrrrrrr!!
Summa summarum halten sich Licht und Schatten bei Herrmann die Waage. Die Leistung des London Philharmonic ist nichts desto weniger erstklassig, die Aufnahmequalität erfreut trotz der beschriebenen kleinen Manipulationen mit weitem Panorama in bestem Decca-Stereo.
Retrobrain (14.07.2022, 11:46): Ich mag englische Komponisten der Romantik, Spätromantik und Moderne. Bei Streifzügen in diese Umgebung fällt mir, scheinbar naturgegeben, immer wieder „Die Planeten“ von Gustav Holst auf die Füße.
Ich mag die Suite sehr und habe auch einige Aufnahmen gehört. Im Moment höre ich sie vom Scottish National Orchestra mit David Lloyd-Jones. Eine sehr gute Aufnahme nach meinem Empfinden. Sowohl technisch als auch interpretatorisch. Und sie enthält auch den später hinzugefügten Pluto.
Ich habe beispielsweise auch Bernstein gehört. Diese Aufnahme mochte ich nicht so sehr. Vielleicht, weil sie verhaltener klingt, nachdenklicher.
Bei Eugene Ormandy klingt es ebenfalls ziemlich zurückhaltend. Sir Colin Davis scheint mir expressiver als die beiden Vorgänger. Leopold Stokowski haut ziemlich rein und ist ziemlich schnell. Leider ist die Aufnahme von Anno-Pief und klingt auch so.
Welche Planeten haltet ihr für die Beste? Und welche anderen Aufnahmen von Holst könnt ihr außerdem empfehlen?
?(
Joe Dvorak (14.07.2022, 11:53): Hamma scho: Gustav Holst: Die Planeten Op.32
:hello
Philidor (14.07.2022, 11:58): Ich mag englische Komponisten der Romantik, Spätromantik und Moderne. ... und sogar ihre Musik ist bisweilen hörenswert! Welche Planeten haltet ihr für die Beste? Saturn - wegen des Rings. Und Merkur, wegen der Temperaturunterschiede. Und wo sonst hat das Jahr nur anderthalb Tage? Zum darauf Leben kommt freilich bis auf Weiteres nur die Erde ernsthaft in Betracht Und welche anderen Aufnahmen von Holst könnt ihr außerdem empfehlen? Fotos kenne ich nicht so viel von Holst. Aber eine Tonaufnahme von Holst möchte ich empfehlen, da hat er - was sonst - seine Suite "The Planets" op. 32 aufgenommen:
Meistens lege ich mir jedoch die Aufnahme mit Charles Dutoit und dem Orchestre Symphonique de Montréal auf.
Andréjo (14.07.2022, 13:03): Philidor und Andréjo sind arge Witzbolde. Das vorneweg.
Welche Planeten haltet ihr für die Beste? Bitte "für die beste" - da auf Planetin bezogen. Daher Kleinschreibung. Und wie implizit vermerkt: Zwingend "Planetin".
Zur Zeit stecke ich nicht so drin in diesem zu Recht zu einem solchen gewordenen musikalischen Renner.
Aber gewiss empfehlen kann man - neben Karajan und Steinberg (... diese drei kenne ich halt ...):
Lieblingssätze sind für mich die beiden letzten. Das dürfte nicht repräsentativ sein.
:) Wolfgang
PS: Mit seinem vermutlich chinesischsprachigenen Hamma scho hat Joe natürlich Recht. Mag die Redaktion zusammenlegen? Sie gönnt sich ja sonst nichts. Danke im Voraus!
Retrobrain (14.07.2022, 13:21): ok, Planetin. Muß es dann aber nicht auch „zwingendin“ heißen? ?(
P.S.: und Redaktionin?
Sfantu (14.07.2022, 14:18): Gender hin, Orthographie her - bitte Joes Link in Beitrag Nr. 2 beachten. Denn, wie gesagt: hamma scho.
Philidor (14.07.2022, 14:52): ok, Planetin Venus ist Planetin. Die Erdin auch.
Merkur, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind Planeten. :D
Nicolas_Aine (14.07.2022, 16:53): die Redation (m/w/d) eilt.
Joe Dvorak (15.07.2022, 04:08):
Bournemouth Symphony Orchestra, George Hurst
Ein Geheimtip ist das nicht, denn entweder ist etwas geheim oder ein Tip. Ich vermag ohnehin nicht zu entscheiden, was eine wirklich gute Interpretation ausmacht, bzw. wodurch sie sich von den nur guten oder maessigen abhebt, ausser bei den wirklich markanten: Holst selbst, Norrington, Goodman.
Da Retrobrain gestanden hat, ab und an ein Metallkopf zu sein, verweise ich nochmal auf die Verbindung zu Holst. Das Eroeffnungsriff von Black Sabbaths Debut-Album ist vom Mars abgeleitet. (Ob das tatsaechlich das erste Metal-Album der Geschichte ist, darueber kann man naechtelang bei ein paar Kaesten Bier diskutieren oder wie Martin Popoff ein 250 Seiten starkes, fuer Headbanger sehr lesenswertes Buch dazu schreiben.) Hier ist eine direkte Verbindungslinie.
Der Mars duerfte eines der haufigsten zitierten klassischen Motive im Metal sein. Die Hurstsche Version findet sich auf diesem huebschen Album, auf dem es weiteren Stoff gibt, den der Metalhead schon mal irgendwo gehoert hat.