Hörspiele: Komponistenportraits nicht nur für Kinder

Jürgen (10.09.2008, 14:52):
Original von Daniel
Ich kann mich noch "blass" daran erinnern wann ich zum ersten mal mit dieser Symphonie in Berührung gekommen bin. Es war eine Kassette über Schubert aus der Reihe "Wir entdecken Komponisten", welche den älteren Mitgliedern hier im forum bestimmt bekannt ist, oder? Durch diese Reihe bin ich vielen Komponisten mit Ihrer Musik nahegekommen und bis heute habe ich keine vergleichbare Reihe gefunden, welche die Klassik so interessant gestaltete, besonders für Kinder! In dieser Reihe wurde "grob" über Komponisten und Ihre Werke gesprochen. Als Kind hab ich diese Kassettenreihe geliebt und auch heut hör ich noch gern rein. Unterstützt wurde dieses Hörspiel von Aufnahmen der "Deutschen Grammophon Gesellschaft", damals war es bei der Neunten Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker, 1969. Nochmal zurrück zu Schubert und seiner letzter Symphonie.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/61S571PP12L._SL160_AA115_.gif


Ich fand gerade diesen Beitrag durch die Suchfunktion, und stelle fest, dass diese Hörspielreihe mehrere Generationen begeistert.
Mein Sohn (8) hört die Reihe dermaßen oft, dass der Rest der Familie bald keine Zauberflöte mehr vertragen kann.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51B9903T2PL._SL500_AA240_.jpg

Aber auch Bach, Prokoview, Tschaikowsky und Wagner hört er regelmäßig.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41D9HW10FVL._SL160_AA115_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/51PPZ3J6H4L._SL160_AA115_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/5107Q8KPMFL._SL160_AA115_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/616GJT19YWL._SL160_AA115_.gif

Es gibt ja verschiedene Ansätze, Kindern klassische Musik nahezubringen.
Dieser erscheint mir sehr erfolgreich und ich selbst höre diese CDs auch nicht ungern.

Was haltet ihr von solchen Hörspielen?

Grüße
Jürgen
Sarastro (10.09.2008, 21:39):
Hallo Jürgen,
dann hoffe ich mal, daß Deinem Sohn die Freude an klassischer Musik möglichst lange erhalten bleibt! Unsere Tochter (jetzt 19) hörte mit ungefähr sieben Jahren gerne und oft eine Kassette über den jungen Mozart mit einem Sprecher sowie Hörbeispielen, was uns natürlich gefallen hat (die Kassette - ich weiß nicht mehr, wie sie genau hieß - hatten wir ihr geschenkt, wir haben unsere Tochter aber keineswegs unter Druck gesetzt). Wenige Jahre später geriet die Klassik dann aber doch - fast zwangsläufig - in starke Konkurrenz zur Popmusik und wurder von dieser weitgehend verdrängt. Auch das Flöte- und Klavierspielen gab meine Tochter leider auf.
Zum Ausgleich dafür fing in diesem Jahr mein siebzehnjähriger Sohn, der bisher mit Klassik nie etwas am Hut hatte, sich plötzlich hierfür - neben anderen Musikrichtungen - zu interessieren, lernt seit wenigen Monaten mit Begeisterung Klavier, beschäftigt sich sogar mit Harmonielehre und mag nach eigenem Bekunden sehr die kleinen Klavierstückchen von Bach, die ich für ihn herausgesucht habe ... Für Klassik-CDs für Kinder würde er sich aber ganz sicher zu alt fühlen, das ist in seinem Alter ja bestimmt "uncool".

Schöne Grüße,
Sarastro
EinTon (11.09.2008, 00:15):
Ich hatte früher eine ganze Reihe von Komponistenportrait-Kassetten von Karlheinz Böhm. Der "modernste" Komponist war dabei allerdings Richard Wagner! http://www.sequencer.de/synthesizer/images/smiles/icon_rolleyes.gif

Eine sehr nette Einführung in die Instrumente des Orchesters ist mE folgende Aufnahme - leider nur auf Cassette zu haben:

http://www.amazon.de/Piccolo-Sax-Co-Musikkassette/dp/B00004ZWU5/ref=sr_1_5?ie=UTF8&s=music&qid=1221084690&sr=8-5

Bei der neueren (CD-)Version fallen - nach den Audioschnipseln geurteilt - sowohl der Sprecher als auch das Orchester (spieltechnisch) ziemlich ab:

http://www.amazon.de/Piccolo-Sax-Co/dp/B00029MM3C/ref=pd_sim_m_1

Musikalisch finde ichs übrigens sehr gut und mit viel Esprit geschrieben!
Jürgen (06.11.2008, 14:56):
Original von ab
Original von Jürgen
Nachdem mein Sohn sie zum Geburtstag geschenkt bekam (nicht von mir, hätte aber durchaus so sein können), habe ich sie mir heute ausgeliehen und höre sie im Auto.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51BYCZQEW9L._SL500_AA240_.jpg



hallo Jürgen,

ich selbst kenne nur die Erzählte-Komponisten-Serie mit Karlheinz Böhm, mit der ich aufgewachsen bein sowie die eher verunglückte mit anbiedernden Covers von Justus Franz.

Insbesondere die barocken Kompositionen bei Karlheinz Böhm mit seinen vor-informierten Interpretationen kann man sich ja heute so kaum mehr anhören: Wie sind den die Musikausschnite bei der von Dir geposteten Serie? Dazu womöglich ein paar Worte mehr hier in dem von Dir aufgemachten Faden?!

:thanks

Ich hatte in einem anderen Faden (was höre ich gerade) eine CD dieser Reihe erwähnt.
ab fragte nach den Musikausschnitten bei barocken Komponisten (bei mir ist das nur Bach), ob die vor- oder genau-informiert sind.

Nun, die deutsche Grammophon schöpft für diese CD aus ihrem vollen, Generationen übergreifenden Katalog (nur vor 1994, da erschien die CD nämlich). Da sind Karl Richter und Helmut Walcha mit Reinhard Goebel und den English Concert auf einer CD vereint.

Ich zitiere hier mal den Hersteller:

Original von Klassikakzente
Cembalo: Karl Richter, Helmut Walcha
Orgel: Helmut Walcha
Violine: David Oistrakh, Karl-Heinz Schneeberger
Ensemble: Instrumental-Ensemble, The English Concert
Dirigent: Karl Richter, Rudolf Baumgartner, Reinhard Goebel
Artist: Klaus-Peter Kaehler, Ralph Kirkpatrick, Arleen Augér, Karl Richter, Theo Adam, Henryk Szeryng, Hedwig Bilgram, David Oistrakh, Stephen Preston

Ich habe mit dieser Mischung keine Probleme.
Einerseits, weil ich mir vor-informierte Interpretationen durchaus noch gerne anhören kann. Bachs Air aus der 3.Suite z.B. habe ich mit einem Breitwand-Streichersound kennengelernt. Pinnock habe ich Jahre später gehört und das Stück fast nicht wiedererkannt. Will sagen: Das sind fast schon zwei verschiedene Stücke Musik, die mir auf ihre Weise beide gefallen.
Andererseits fällt die Vorinformiertheit bei Stückchen, die selten länger als eine Minute sind, in einem Hörspiel weniger ins Gewicht.

Grüße
Jürgen