Monochord (16.07.2018, 12:42):
Hallo,
ich möchte in diesem Beitrag eine kleine Quellensammlung zu einem Thema starten welches in der heutigen HIP Praxis selten bis nie thematisiert wird:
Viele Instrumente die heute in HIP verwendet werden sind Hybriden, welche in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden, zum einen um modernen Instrumentalisten den Umstieg zu erleichtern oder um ein Umsetzungsproblem zu umgehen.
Ein Beispiel dafür:
Viele Originale von barocken Holzblasinstrumenten sind nicht auf 415 Herz gestimmt, sie mussten also für den Nachbau proportional gekürzt oder verlängert werden.
Dies führte dazu, dass auch die Löcher neu gesetzt werden mussten.
Da heute normalerweise das Tasteninstrument mit seiner Temperierung (meistens Valotti oder etwas naheliegendes) für die absolute Position einer Note genutzt wird, haben viele Instrumentenbauer die Löcher und Griffe gezielt für diesen Anspruch modifiziert.
Wer jedoch Grifftabellen aus dem 18. Jahrhundert anschaut wird bemerken, dass Halbtöne meistens je nach Funktion (Kreuz oder B) anders gegriffen werden, also für die Terz oder Quintfunktion verschieden Intonieren.
Das Tasteninstrument kann also nicht Referenz für Intonation gewesen sein.
Kennt jemand historische Quellen zum praktischen Umgang mit diesem Dilemma?
Lg Monochord