ab (18.08.2007, 12:01): Iván Fischer, ungarischer Dirigent und Mitgründer des phantastischen Budapester Festspielorchester - eines der wenigen weltweiten Orchester, die als Verein organisiert sind -, steht in der typischen Ungarischen Tradition des rhythmisch pointierten Zugriffs bei sehr genauer Orchesterarbeit. Eher schlank dirigierend, wie etwa Fricsay, heimsen seine Aufnahmen regelmäßig Preise ein. Pompösität oder Vordergründigkleit ist seine Sache nicht: Genial sind die sorgfältigen Übergänge und das Gespür für Linien und Timing. (Im Konzert steht der Eindruck, so meine ich, etwas hinter seinen Aufnahmen zurück.)
Grund für diese Zeilen ist Cosimas Begeisterung für seine erste Einspielung des Konzert für Orchesters von Bártok:
Meine Begeisterung für die Hungarton-CD nimmt mit jedem Hören zu. Die Aufnahme ist ein wirklicher musikalischer Leckerbissen! Die Präzision und Virtuosität des Orchesters sind faszinierend! Die Klarheit und Detailverliebtheit gehen aber nicht zu Lasten des Gesamteindrucks bzw. der Gesamtstruktur. Überaus spannungsgeladen und mit der rechten Prise an Humor und Mehrdeutigkeit wird hier großartig musiziert.
Von diesem Orchester unter diesem Dirigenten würde ich unbedingt gern mehr hören. Die tolle 2. Mahler-Sinfonie erwähnte ich schon irgendwo, die Einspielung der Bartók-Klavierkonzerte mit András Schiff ist auch sehr gut. Wie steht es mit weiteren Aufnahmen? Kennt jemand z.B. die Rachmaninov- oder Dvorák-CD?
Iván Fischer nimmt inzwischen bei Channel Classics auf, nachdem ihn mir unverständlicherweise Philips den Laufpass gegeben hat. Die Rachmaninov CD ist derzeit in der verbilligten Jubiläumsausgabe erhältlich.
http://ec1.images-amazon.com/images/I/31PKX8NE4CL._AA240_.jpg Trotz der wunderbaren Klangaufnahme höre ich letztlich lieber die aus dem Ende der 60er mit Svetlanov, die eher bescheiden klingt. Sehr schön dafür die Vokalise. (Im Konzert - wo ich dieses als Zugabe hörte- stellte er die Streicher rechts im Saal auf: entzückend...)
Seine Mahler 6. bei Channel wurde ausgezeichnet rezensiert! Ebenso die neue mit Straussens Josef-Legende. Den Tchaikovsky 4 kenne ich nicht.
Bei Philips soll es eine Referenzuafnahme der Ungarischen Tänze Brahms' geben, ebenso sollen die Ungarische Rhapsodien von Liszt einzuschätzen sein.
Bei BerlinClassics sollte man nicht die Bartok-Violinkonzerte mit Zehetmair vergessen, und keinesfalls das Dvorak-Cellokonzert mit Miklós Pérenyi bei Hungaroton bzw. in Lizenz bei Laserlight (gepaart nicht mit dem Roccoco-Variationen, sondern mit dem Hindemith Cellokonzert!).
Bei DECCA (Eclipse) gabs ein verbeugungswürdiges Dirigat - ebenso detailliert wie das Concerto für Orchester oder das Dvorak-Cellokonzert - beim Brahms Violinkonzert mit Boris Belkin.
Enttäuschend fand ich bei Hungaroton die Kodaly Psalmen und vor allem die Richard Strauss, aber auch die Schubert-CD.
Die Ausschnitte der Dvorak-Sinfonien bei Philips, die ich anhörte, empfand ich eher ungarisch pointiert denn bömisch: allemal interessant. Viele schwärmen von seiner 9. aus der neuen Welt.
Cosima (18.08.2007, 21:09): Lieber ab,
vielen Dank für die Thread-Eröffnung!
Zu Iván Fischer vielleicht dies noch: Geboren wurde er am 20.1.1951 in Budapest. Er studierte u.a. in Salzburg bei Nicolaus Harnoncourt die Interpretation der Barockmusik. 1977 wird er auch Harnoncourts Assistent an der Züricher Oper.
Das Festspiel-Orchester Budapest ist wirklich ein ganz besonderes Orchester! Ich führe sie hier noch einmal auf, weil ich sie so hervorragend finde – Fischers 2. Mahler-Sinfonie bei Channel Classics: http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3742471.jpg
Das Brahms-Violinkonzert mit Boris Belkin ist aber mit dem London Symphony Orchestra, oder? Jedenfalls ist es derzeit eh nur als (teure) Gebrauchtware erhältlich.
Die Rachmaninov-CD würde mich schon reizen. Ich habe zwar bereits 4 Aufnahmen von der 2. Symphonie, aber andererseits höre ich sie auch wieder sehr gern, so dass eine weitere Aufnahme nicht schaden kann. Ich werde beim nächsten jpc-Besuch mal reinhören…
Die Bartók-Violinkonzerte kenne ich noch gar nicht. Da ich auch Thomas Zehetmair durchaus mag (hier hatte ich übrigens seinerzeit einen Thread über ihn eingerichtet), wäre die Aufnahme auch interessant für mich. Ich denke, dass Zehetmairs Violinspiel gut mit dem Orchesterklang der Budapester harmonieren könnte.
Eine weitere Aufnahme der Ungarischen Tänze wäre auch nicht schlecht. Hier habe ich eh nur die Einspielung mit den Wienern unter Claudio Abbado. Das überlege ich mir noch.
Bestellt habe ich mir eben aber die Tschaikowsky-Aufnahme:
http://ec1.images-amazon.com/images/I/51PFTBQ9DML._AA240_.jpg Darauf freue ich mich schon!
Gruß, Cosima
ab (18.08.2007, 23:41): Original von Cosima Die Bartók-Violinkonzerte kenne ich noch gar nicht. Da ich auch Thomas Zehetmair durchaus mag (hier hatte ich übrigens seinerzeit einen Thread über ihn eingerichtet), wäre die Aufnahme auch interessant für mich. Ich denke, dass Zehetmairs Violinspiel gut mit dem Orchesterklang der Budapester harmonieren könnte.
Leider ist diese Aufnahme klanglich ziemlich bescheiden. (Bestelle doch auch die Zehtmair-Bach-Violinkonzerte mit der Sinfonietta Amstadamse gleich mit: wunderbar!)
Rachmaninov (19.08.2007, 14:32): @ab,
ich kenne mit Ivan Fischer 2 Aufnahmen. Beide mit dem Budapast Festival Orchestra.
Einmal die bereits absolut zurech deinerseits vorgestellte und 100%ig empfehlenswerte Aufnahme der Dvorak Cellokonzert's mit Perenyi.
http://www.hungaroton.hu/albumok/702.jpg
Also noch eine Aufnahme aus der Hungaroton-Zeit.
Desweiteren die Aufnahme des Dvorak Violinkonzerts mit Akiko Suwanai (Philips).
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3408993.jpg
Beide Aufnahme zeichnen sich durch spitzen Solisten UND sehr guten Orchester aus. Dadurch gelingt ein Miteinander auf höchsten Niveau. Da steht keiner "nach" oder "überstrahlt".
Beide Aufnahmen kann ich sehr empfehlen!!
ab (18.08.2007, 12:01): Iván Fischer, ungarischer Dirigent und Mitgründer des phantastischen Budapester Festspielorchester - eines der wenigen weltweiten Orchester, die als Verein organisiert sind -, steht in der typischen Ungarischen Tradition des rhythmisch pointierten Zugriffs bei sehr genauer Orchesterarbeit. Eher schlank dirigierend, wie etwa Fricsay, heimsen seine Aufnahmen regelmäßig Preise ein. Pompösität oder Vordergründigkleit ist seine Sache nicht: Genial sind die sorgfältigen Übergänge und das Gespür für Linien und Timing. (Im Konzert steht der Eindruck, so meine ich, etwas hinter seinen Aufnahmen zurück.)
Grund für diese Zeilen ist Cosimas Begeisterung für seine erste Einspielung des Konzert für Orchesters von Bártok:
Meine Begeisterung für die Hungarton-CD nimmt mit jedem Hören zu. Die Aufnahme ist ein wirklicher musikalischer Leckerbissen! Die Präzision und Virtuosität des Orchesters sind faszinierend! Die Klarheit und Detailverliebtheit gehen aber nicht zu Lasten des Gesamteindrucks bzw. der Gesamtstruktur. Überaus spannungsgeladen und mit der rechten Prise an Humor und Mehrdeutigkeit wird hier großartig musiziert.
Von diesem Orchester unter diesem Dirigenten würde ich unbedingt gern mehr hören. Die tolle 2. Mahler-Sinfonie erwähnte ich schon irgendwo, die Einspielung der Bartók-Klavierkonzerte mit András Schiff ist auch sehr gut. Wie steht es mit weiteren Aufnahmen? Kennt jemand z.B. die Rachmaninov- oder Dvorák-CD?
Iván Fischer nimmt inzwischen bei Channel Classics auf, nachdem ihn mir unverständlicherweise Philips den Laufpass gegeben hat. Die Rachmaninov CD ist derzeit in der verbilligten Jubiläumsausgabe erhältlich.
http://ec1.images-amazon.com/images/I/31PKX8NE4CL._AA240_.jpg Trotz der wunderbaren Klangaufnahme höre ich letztlich lieber die aus dem Ende der 60er mit Svetlanov, die eher bescheiden klingt. Sehr schön dafür die Vokalise. (Im Konzert - wo ich dieses als Zugabe hörte- stellte er die Streicher rechts im Saal auf: entzückend...)
Seine Mahler 6. bei Channel wurde ausgezeichnet rezensiert! Ebenso die neue mit Straussens Josef-Legende. Den Tchaikovsky 4 kenne ich nicht.
Bei Philips soll es eine Referenzuafnahme der Ungarischen Tänze Brahms' geben, ebenso sollen die Ungarische Rhapsodien von Liszt einzuschätzen sein.
Bei BerlinClassics sollte man nicht die Bartok-Violinkonzerte mit Zehetmair vergessen, und keinesfalls das Dvorak-Cellokonzert mit Miklós Pérenyi bei Hungaroton bzw. in Lizenz bei Laserlight (gepaart nicht mit dem Roccoco-Variationen, sondern mit dem Hindemith Cellokonzert!).
Bei DECCA (Eclipse) gabs ein verbeugungswürdiges Dirigat - ebenso detailliert wie das Concerto für Orchester oder das Dvorak-Cellokonzert - beim Brahms Violinkonzert mit Boris Belkin.
Enttäuschend fand ich bei Hungaroton die Kodaly Psalmen und vor allem die Richard Strauss, aber auch die Schubert-CD.
Die Ausschnitte der Dvorak-Sinfonien bei Philips, die ich anhörte, empfand ich eher ungarisch pointiert denn bömisch: allemal interessant. Viele schwärmen von seiner 9. aus der neuen Welt.
Cosima (18.08.2007, 21:09): Lieber ab,
vielen Dank für die Thread-Eröffnung!
Zu Iván Fischer vielleicht dies noch: Geboren wurde er am 20.1.1951 in Budapest. Er studierte u.a. in Salzburg bei Nicolaus Harnoncourt die Interpretation der Barockmusik. 1977 wird er auch Harnoncourts Assistent an der Züricher Oper.
Das Festspiel-Orchester Budapest ist wirklich ein ganz besonderes Orchester! Ich führe sie hier noch einmal auf, weil ich sie so hervorragend finde – Fischers 2. Mahler-Sinfonie bei Channel Classics: http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3742471.jpg
Das Brahms-Violinkonzert mit Boris Belkin ist aber mit dem London Symphony Orchestra, oder? Jedenfalls ist es derzeit eh nur als (teure) Gebrauchtware erhältlich.
Die Rachmaninov-CD würde mich schon reizen. Ich habe zwar bereits 4 Aufnahmen von der 2. Symphonie, aber andererseits höre ich sie auch wieder sehr gern, so dass eine weitere Aufnahme nicht schaden kann. Ich werde beim nächsten jpc-Besuch mal reinhören…
Die Bartók-Violinkonzerte kenne ich noch gar nicht. Da ich auch Thomas Zehetmair durchaus mag (hier hatte ich übrigens seinerzeit einen Thread über ihn eingerichtet), wäre die Aufnahme auch interessant für mich. Ich denke, dass Zehetmairs Violinspiel gut mit dem Orchesterklang der Budapester harmonieren könnte.
Eine weitere Aufnahme der Ungarischen Tänze wäre auch nicht schlecht. Hier habe ich eh nur die Einspielung mit den Wienern unter Claudio Abbado. Das überlege ich mir noch.
Bestellt habe ich mir eben aber die Tschaikowsky-Aufnahme:
http://ec1.images-amazon.com/images/I/51PFTBQ9DML._AA240_.jpg Darauf freue ich mich schon!
Gruß, Cosima
ab (18.08.2007, 23:41): Original von Cosima Die Bartók-Violinkonzerte kenne ich noch gar nicht. Da ich auch Thomas Zehetmair durchaus mag (hier hatte ich übrigens seinerzeit einen Thread über ihn eingerichtet), wäre die Aufnahme auch interessant für mich. Ich denke, dass Zehetmairs Violinspiel gut mit dem Orchesterklang der Budapester harmonieren könnte.
Leider ist diese Aufnahme klanglich ziemlich bescheiden. (Bestelle doch auch die Zehtmair-Bach-Violinkonzerte mit der Sinfonietta Amstadamse gleich mit: wunderbar!)
Rachmaninov (19.08.2007, 14:32): @ab,
ich kenne mit Ivan Fischer 2 Aufnahmen. Beide mit dem Budapast Festival Orchestra.
Einmal die bereits absolut zurech deinerseits vorgestellte und 100%ig empfehlenswerte Aufnahme der Dvorak Cellokonzert's mit Perenyi.
http://www.hungaroton.hu/albumok/702.jpg
Also noch eine Aufnahme aus der Hungaroton-Zeit.
Desweiteren die Aufnahme des Dvorak Violinkonzerts mit Akiko Suwanai (Philips).
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3408993.jpg
Beide Aufnahme zeichnen sich durch spitzen Solisten UND sehr guten Orchester aus. Dadurch gelingt ein Miteinander auf höchsten Niveau. Da steht keiner "nach" oder "überstrahlt".
Beide Aufnahmen kann ich sehr empfehlen!!
ab (19.08.2008, 14:23): Um hier wieder einmal etwas zu posten. Ich habe gerade entdeckt, dass die dereinst hoch gelobte Einspielung der Ravel-Klavierkonzerte mit Zoltan Kocsis (den anderen der Begründer des Budapeter Festspielorchesters) gemeinsam mit Debussys selten gespielter Fantasie G-Dur für Klavier & Orchester inzwischen in der Eloquenze-Serie aufgelegt worden ist.
Neu bei Channel-Classis ist die Konzert-Aufnahme des Dvorak Cellokonzert mit Peter Wispelwey. ( +Variationen für Orchester op. 78) Das Dirigat finde ich persönlich weniger gut als das mit Pérenyi (Hungaroton) und den Cellisten sowieso.
Iván Fischer scheint sich derzeit etwas mehr in Richtung Breitbandsound zu entwickeln.
Ein Jammer, dass die Beethoven-Einspielungen, die gerade im Entstehen sind, nicht in der revidierten Fassung von Gustav Mahler aufgenommen werden - da hätte Channel Classics sinnvoll eine klaffende Lücke im Katalog füllen können :I
Cetay (inaktiv) (20.08.2008, 12:07): Original von ab Ein Jammer, dass die Beethoven-Einspielungen, die gerade im Entstehen sind, nicht in der revidierten Fassung von Gustav Mahler aufgenommen werden
?( Ist das ein Verschreiber oder habe ich etwas nicht mitbekommen?
ab (20.08.2008, 13:17): Original von Dox Orkh Original von ab Ein Jammer, dass die Beethoven-Einspielungen, die gerade im Entstehen sind, nicht in der revidierten Fassung von Gustav Mahler aufgenommen werden
?( Ist das ein Verschreiber oder habe ich etwas nicht mitbekommen?
Was hast Du nicht mitbekommen, Fischers Channel Classics-Beethoven-Ambitionen (bislang Symphonie Nr. 7) oder das mit den behutsamen Instrumentationsverbesserungen Mahlers?
Cetay (inaktiv) (20.08.2008, 13:27): Original von ab Original von Dox Orkh Original von ab Ein Jammer, dass die Beethoven-Einspielungen, die gerade im Entstehen sind, nicht in der revidierten Fassung von Gustav Mahler aufgenommen werden
?( Ist das ein Verschreiber oder habe ich etwas nicht mitbekommen?
Was hast Du nicht mitbekommen, Fischers Channel Classics-Beethoven-Ambitionen (bislang Symphonie Nr. 7) oder das mit den behutsamen Instrumentationsverbesserungen Mahlers?
Das Zweite. Das kannte ich bislang nur von Schumann.
Leif Erikson (20.08.2008, 15:57): Nachdem ich anfangs dachte, daß es nur einen Dirigenten namens Fischer gäbe, habe ich die Box von Brilliant mit Orchestermusik von Bartok gekauft:
Das war Adam Fischer und ich habe es nicht bereut. Dirigent und Orchester sind erstklassig.
Vor 2 Tagen habe ich mir nun auch die von ab gezeigte Philips-Box mit Bartok Orchestermusik von Ivan Fischer gekauft. Bisher habe ich nur den "Holzgeschnitzten Prinzen" verglichen. Der gefällt mir von Adam Fischer besser. Wenn ich mit vergleichen durch bin poste ich nochmal.
Die Klavierkonzerte mit Ivan Fischer und Andras Schiff sind für mich die beste Einspielung dieser Konzerte und im "Insel-Gepäck" mit dabei.
Gruß, Leif
ab (20.08.2008, 16:43): Original von Leif Erikson Nachdem ich anfangs dachte, daß es nur einen Dirigenten namens Fischer gäbe, habe ich die Box von Brilliant mit Orchestermusik von Bartok gekauft:
Adam und Iván sind Brüder, höchst unterschiedlicher Herangehensweise.
Adam Fischer ist insbesondere bekannt für seine Haydn-Sinfonie-GA bei Nimbus geworden, aber auch für sein Einspringen in Bayreuth nach dem plötzlichen Tod von Sinopoli, wo sich alle damals ob des schlanken, durchsichtigen Wagner-Klangs überschlugen. Leider sind auch die Nimbus-Aufnahmen nicht komplett, weil nur die Wunderbare-Madarin-Suite, statt des gesamten Balletts.
Die Violinkonzerte mit Gerhard Hetzel, dem damaligen Konzertmeister der Wiener Philharmoniker (der angeblich als einziger der Welt die allerschwersten Stellen auch tatsächlich ausspielen konnte, der bei einem Bergunfall tragisch zu Tode kam) finde ich ob des romantischen Zugriffs und des breiten Vibratos wenig erbaulich.
Beim Konzert für Orchester bin ich sowieso nach wie vor ergebenster Bwunderer der früheren Aufnahmen Iván Fischers bei Hungaroton. Die spätere bei Philips (aus der Box) finde ich gelegentlich fast schon manieriert. Leider ist in der Philips-Box nicht auch Herzogs Blaubarts Burg mit dabei (die ich in der Interpretation noch immer noch kenne), denn dort soll sich einer der gewaltigsten Dynamikschübe der Plattengeschichte befinden: Der schlagartige Übergang vom absoluten ppp zum fff zur Öffnung der 5.Tür soll auf keiner anderen Aufnahme derart full range droben sein: etwas für Audiophile...
könntest Du mir mitteilen, wo es die Bluebeard-Aufnahme noch zu kaufen gibt ? Ich habe sie zwar bei amazon.com marketplace gesehen, aber die versenden normalerweise nicht nach Deutschland. Außerdem kostet sie dort 48 $.
Gruß, Leif.
Amadé (20.08.2008, 20:27):
Original Dox Orkh Das Zweite. Das kannte ich bislang nur von Schumann.
Nicht nur Mahler, sondern auch sein Zeitgenosse und Nachfolger bei den Wiener Philharmonikern, Felix Weingartner, hat Verbesserungsvorschläge unterbreitet. 1916 erschien die 2.Auflage seiner Schrift Ratschläge für Aufführungen der Symphonien Beethovens Leipzig Breitkopf und Härtel. Generationen von Dirigenten haben seine Ratschläge gelesen und auch (zumindest teilweise) befolgt. Auch in unseren Beethoven-Sammlungen stehen CDs, bei denen Dirigenten den einen oder anderen "Ratschlag" übernommen haben. Weil unsere Ohren an solche Aufführungen gewöhnt sind, fällt es uns nicht auf. Erst mit der VErwendung neuerer Beethoven-Ausgaben ( Markevitch, del Mar) änderte sich dies.
Grüße Amadé
ab (21.08.2008, 10:21): siehe nach bei amazon.fr, die verschicken sowohl original als auch per marketplace
Leif Erikson (26.08.2008, 21:07): Hallo ab,
die SACD mit Bartok "Bluebeard's Castle" ist von amazon.fr sehr schnell geliefert worden.
Ich bin begeistert. Eine excellente Einspielung, die beiden Stimmen sind wunderschön, sehr gut geführt und passen zueinander. Auch die Psychologie der Handlung kommt gut rüber. Das Orchester ist ein Traum und die Aufnahmetechnik excellent.
Dieser Dynamikausbruch am Anfang von track 7 ist eindrucksvoll. Die Ecksätze der Klavierkonzerte bieten aber in der Hinsicht eher noch mehr.
Danke, Leif.
ab (27.08.2008, 11:19): Der Neid frisst mich, wie man so sagt! Der Blaubart gehört zu meinen Lieblingsopern. Tja, finanziell eingeengt, muss man leider Präferenzen setzten :I
Heike (07.10.2011, 09:49): Ein schöner Artikel in der Berliner Morgenpost über den designierten Dirigenten des Konzerthausorchesters (anlässlich des Überraschungskonzertes, das er gestern gab)
Ivan der Empfindsame
Ein Ausschnitt: "Versuchen wir deshalb mal eine kleine Familienaufstellung der Berliner Spitzendirigenten. Kürzlich wollten Sir Simon Rattle, Chef der Berliner Philharmoniker, und Daniel Barenboim, Chef der Staatsoper, gemeinsam vor laufender Kamera eine Erklärung abgeben. Sir Simon kam fünfzehn Minuten früher, saß allein am Rande und lernte seinen deutschen Text auswendig. Er ist ein Perfektionist, auch in der Selbstdarstellung. Daniel Barenboim kam zwei Minuten vorher mit einer Hand in der Hosentasche hereingeschlendert und begrüßte fröhlich diesen und jenen. Dann stellte er sich neben Rattle vor die Kamera und gab in grammatikalisch mutigem Deutsch ein durch und durch glaubwürdiges Statement ab. Als hinter der Kamera eine Frage zurückkam, schnaubte er kurz auf und erzählte eine Anekdote. Sir Simon verfiel dagegen in sein englischsprachiges Lächeln. Ivan Fischer hätte sich wohl zwischen die Beiden gestellt, einen halben Schritt zurück, und sich womöglich leicht Barenboim zugeneigt. Fischer hätte so etwas gesagt wie: Wir müssen das tun, einfach, weil es das Richtige ist. Auf die oberflächliche Nachfrage hin wäre er leise aus dem Raum gegangen. Musiker erzählen, dass er in Proben auch schon mal das Pult verlässt, wenn er sich missverstanden fühlt. Ivan der Empfindsame. "
Ich musste neulich schon lachen, als er mit dem Fahrrad zum Echo_Klassik kam (wo er dirigierte).
Klick zum Fahrradfoto
Heike P.s. das Foto verlinke ich mal doch lieber
Amadé (07.10.2011, 21:12): Original von Heike Ich musste neulich schon lachen, als er mit dem Fahrrad zum Echo_Klassik kam (wo er dirigierte).
Was uns heute fast unmöglich scheint, hat "Tradition", schon Hermann Abendroth (Dirigent) und Eduard Erdmann (Pianist) benutzten regelmäßig dieses Fortbewegungsmittel in Konzertkleidung, um den Konzertsaal zu erreichen.
Gruß Amadé
ab (24.10.2011, 22:29): Original von Leif Erikson Lieber ab,
könntest Du mir mitteilen, wo es die Bluebeard-Aufnahme noch zu kaufen gibt ? Ich habe sie zwar bei amazon.com marketplace gesehen, aber die versenden normalerweise nicht nach Deutschland. Außerdem kostet sie dort 48 $.
Gruß, Leif.
Inzwischen als Lizenz wieder veröffentlicht worden. http://ecx.images-amazon.com/images/I/512DAkm5BRL._SL500_AA300_.jpg
Heike (22.08.2012, 19:27): Die neue Werbekampagne des Konzerthauses ist ganz auf den neuen Chefdirigenten Fischer ausgerichtet. U.a. gibt es auch eine youtube-Serie "Frag Fischer", wo er in kleinen Videos Fragen beantwortet, die ihm die Konzertbesucher per Email stellen können. http://www.konzerthaus.de/chefdirigent-ivan-fischer/videos Bisher: "Gibt es ein ideales Tempo" und "Stört Sie Husten im Saal" Das wird sicher noch erweitert, ich finde das eine nette Idee. Heike
Heike (11.11.2012, 00:40): Iván Fischer im Gespräch mit Simon Halsey (00:20:36) http://www.digitalconcerthall.com/de/konzert/3399-6 (kostenlos anzusehen) 03.11.2012
p.s. interessant, wie er seine Art zu dirigieren und seine Arbeit mit dem Orchester beschreibt, z.B. sagt er: "some musicians are in love with their instruments, I really find it very disturbing"