J.S.Bach - Die Violinenkonzerte

Rachmaninov (17.03.2006, 17:19):
J.S. Bachs Violinenkonzerte stellen für mich, also meiner Entwicklung zum Klassikhörer, einen Meileinstein dar.
War es doch die Übertragung einer Darbietung von Bach's Doppelkonzert das mich nachhaltig auf
die Schönheit der klassischen Musik aufmerksam machte.

Erste eigene Violinenkonzerte schrieb Bach erst gegen 1720 in Köthen. Davon sind drei als Original
überliefert (BWV 1041, 1042 und 1043)

Auf Basis seiner Studien der italienischen Formtypen schaffte Bach etwas vollkommen Neues, etwas
dem >concertare<, also dem Gegeneinander, entgegen gerichtetem. Dem Miteinander.

Einfach wundervoll der Dialog der Geigen mit dem Orchester im Doppelkonzert, wobei für mich der Mittelsatz
eins der schönsten Werke für Violine und Orchester überhaupt darstellt.

Es gibt viele, sehr viele Aufnahmen dieser drei Konzerte.

Eine meiner Favoriten ist und bleibt die Aufnahme von Arthur Grumiaux mit den New Philharmonic Orchestra
unter Arpad Gerecz und Herman Krebbers als zweite Violine bei BWV 1043.


:down

Mit auf dieser Aufnahme auch BWV 1060
Peter (20.03.2006, 14:32):
Hallo,

vor ein paar Tagen habe ich mir auch meine erste Aufnahme der Bach-Violinkonzerte gekauft.
Solist ist Itzhak Perlman, beim Doppelkonzert ist zudem Pinchas Zukerman mit von der Partie.
Klanglich muss man sich erstmal an die Aufnahme gewöhnen, das geht aber relativ fix, ansonsten kann ich nicht meckern. Für den Preis sicher absolut in Ordnung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7648739.jpg


Gruß, Peter.
Rachmaninov (01.04.2006, 11:42):
Heute möchte ich eine weitere Aufnahme mit den Viloinenkonzerten von J.S. Bach vorstellen und empfehlen:

Viktoria Mullova mit dem gleichnamigen Mullova Ensemble:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000041DG.03.LZZZZZZZ.gif

Im Zusammenspiel Solist und Ensemble ist diese Aufnahme der Konzerte einfach vom aller Feinsten. Das macht richtig Freude. Bei kaum einer anderen Aufnahme ist dies derart zu spühren. Wunderbar wie sauber die sehr gute Aufnahmetechnik die einzelnen Instrumente "einfängt". Mir ist keine andere Aufnahme bekannt bei der das Cembalo derart zur Geltung kommt wie bei dieser! Einfach klasse. Ein gesamtheitlicher Genuss ohne dieses "seht her, ich bin ein grandioser Solits!!!!"

Leider ist das von mir so geliebte Konzert für 2 Violinen (BWV 1043) nicht auf der CD mit drauf.

Mit auf der CD:
Konzert für Violine, Streicher und Basso in g-moll (BWV 1056)
Konzert für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo in c-moll (BWV 1060)
Rachmaninov (08.04.2006, 13:01):
Hallo Musikfreunde,

wer ernsthaft über eine Anschaffung der Violinenkonzerte von J.S. Bach nachdenkt sollte sicherlich auch diese großartige Aufnahme der Konzerte mit in betracht ziehen. (sofern er nicht eh mehrere Einspielung erwerben will!)



Die beiden Solokonzerte hat Oistrach, einer der größten Geiger des letzten Jahrhunderts und nicht ohne Grund Vorbild für ganze Generationen von Geigern wie z.B. Julia Fischer, mit den Wiener Sinfonikern aufgenommen.

Kraftvolle, Schwungvolle Aufnahme bei der Oistrach wieder einfach mit seinem wundervollen gefühlvollen Geigenton brilliert. Man muß natürlich sein Vibrato mögen :cool

Das Doppelkonzert mit Sohn Ogor entstand in Zusammenarbeit mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Sir Eugene Goossens.
Dieses wunderbare "Zusammenspiel" von Vater und Sohn zeigt eine innige Verbundenheit die "unter die Haut" geht. Große Emotion!!! :down

Ebensfalls auf der CD:

L.v.Beethoven Romanze für Violine und Orchester Nr.1 G-dur op.40
L.v.Beethoven Romanze für Violine und Orchester Nr.2 F-dur op.50

J. Brahms VK op.77 (mono)
Tchaikovsky VK op.35 (momo)
Jeremias (08.04.2006, 13:11):
Die Mullova-Aufnahme ist sehr gut, habe sie neulich auch via Ebay erhalten. Meine Lieblingsaufnahme des Doppelkonzertes ist folgende:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000025J9.01.LZZZZZZZ.jpg

Weiss jemand, ob es dieses Konzert in der Kombination Menuhin/ Oistrakh senior noch gibt?
Rachmaninov (08.04.2006, 13:53):
Original von Jeremias
Weiss jemand, ob es dieses Konzert in der Kombination Menuhin/ Oistrakh senior noch gibt?

guckst Du mal hier
Rachmaninov (29.04.2006, 13:50):
So weiter mit meiner Reihe der Besprechungen von Aufnahmen der Violinenkonzerte von Bach:

gestern habe ich mir nochmal die Aufnahme mit Hilary Hahn angehört:



Die schnellen Ecksätze sind schon gewöhnungsbedürftig und ich muß sagen, daß sie mir zu schnell sind. Nicht einfach nur wegen dem eingeschlagenen Tempi sondern gehen mir zu viele Feinheiten unter.
Wunderbar allerdings wie Hahn in den Mittelsätzen mit sauberem Geigenton glänzt.

Insgesamt eine Aufnahme, die ich nur als "Ergänzung" sehe und nicht als "die" Aufnahme der Violinenkonzerte (für mich) ansehe, da ich diese Interpretation sicherlich nicht jeden Tag hören könnte!

Interpretation: 7,5
Klang: 9

Gruß
Ganong (29.04.2006, 18:18):
Liebe Bach - Verehrer !

Die Aufnahme von David und Igor Oistrach halte ich für eine der 100 überragenden Aufnahmen aller Zeiten !
Einzigartige interpretatorische Tiefe ; ein Werk für die ganz nachdenklichen , besinnlichen Stunden im Leben .
Grüsse , Frank
fohlenfanatiker (30.04.2006, 14:13):
Mit den Violinkonzerten verbinde ich, insbesondere mit dem a-moll-Konzert sehr frühe Kindheitserinnerungen. Klassische Musik (außer „Eine Kleine Nachtmusik“) gab es bei uns zu Hause nicht. Meine Eltern hatten nichts dagegen, hörten sie aber nicht. Ich bekam mal eine gebrauchte Single-Schallplatte geschenkt. Sie hatte einen dicken Kratzer in der Mitte. Ich weiß nicht mehr was es genau war, ich glaube so eine Art Sampler mit Jazz und Klassik, jedes Stück wurde ungefähr eine Minute angespielt, dann wurde es langsam ausgeblendet, dann kam das nächste, usw
Das letzte Stück war eben das a-moll-Violinkonzert von Bach. Ich fand es einfach toll, nur wurde es natürlich auch nach einer guten Minute ausgeblendet. Ich wusste einfach nicht, wie es weiterging, es hätte mich wahnsinnig interessiert. Irgendwie war ich verzweifelt, ich wusste auch nicht, wie ich Hilfe hätte bekommen können. Erst viel später,als ich in der Lage war, mir selbst Platten zu kaufen,besorgte ich mir eine LP mit dem kompetten Stück. Ich weiß noch wie gespannt ich war, wie dieses schöne Stück weiterging. Ich war jedenfalls nicht enttäuscht und bin also seit meiner Kindheit ein Fan dieses Stückes. Auch das e-moll-Konzert und das Stück für 2 Violinen, die mir ebenfalls sehr gefielen lernte ich dann kennen.
Soviel zu meiner persönlichen Geschichte damit.

Ich besitze auch die hier mehrfach erwähnte Oistrach-Version, die für mich Referenz ist.
Mit Hahn geht es mir wie Richard. Irgendwie toll, aber sicher nur eine Ergänzung.
Dann besitze ich noch Mutter/Accardo/English Chamber Orchestra. Die find ich einfach nur durchschnittlich.
Kennt jemand eine gute Hip-Aufnahme?
Zelenka (30.04.2006, 14:36):
Original von fohlenfanatiker
eIch besitze auch die hier mehrfach erwähnte Oistrach-Version, die für mich Referenz ist.
Mit Hahn geht es mir wie Richard. Irgendwie toll, aber sicher nur eine Ergänzung.
Dann besitze ich noch Mutter/Accardo/English Chamber Orchestra. Die find ich einfach nur durchschnittlich.
Kennt jemand eine gute Hip-Aufnahme?

Ich habe Manze und die Academy of Ancient Music auf Originalinstrumenten. Manze ist nicht einer der allersaubersten Geiger, aber langweilig sind seine Konzerte (incl. Doppelkonzert mit R. Podger) gewiß nicht. Ich habe auch die vollständigeren Violinkonzerte mit Elizabeth Wallfisch mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment auf Virgin (wohlfeil als Virgin Veritas Doppel-CD), gemäßigter und weniger aufregend.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000007F0.01.LZZZZZZZ.jpg http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000J2PS.01.LZZZZZZZ.jpg

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (30.04.2006, 14:39):
Original von Zelenka
Ich habe Manze und die Academy of Ancient Music auf Originalinstrumenten. Manze ist nicht einer der allersaubersten Geiger, aber langweilig sind seine Konzerte (incl. Doppelkonzert mit R. Podger) gewiß nicht.

Ja,
aber in die Bach Aufnahme hatte ich seinerzeit reingehört und sie nicht mitgenommen, da sie mich nicht überzeugte!
Zelenka (30.04.2006, 14:51):
Original von Rachmaninov
Original von Zelenka
Ich habe Manze und die Academy of Ancient Music auf Originalinstrumenten. Manze ist nicht einer der allersaubersten Geiger, aber langweilig sind seine Konzerte (incl. Doppelkonzert mit R. Podger) gewiß nicht.

Ja,
aber in die Bach Aufnahme hatte ich seinerzeit reingehört und sie nicht mitgenommen, da sie mich nicht überzeugte!

Der Kontrast zu Grumiaux, den ich auch sehr schätze, ist wohl erst einmal zu groß, aber ich kann mit Manze leben. Doch.

Gruß,

Zelenka
ab (19.05.2006, 17:43):
Meine Lieblingsaufnahme stammt von Thomas Zehetmair (BerlinClassics) Zehtemair ist übrigens jener Geiger, den ich interpretatorisch immer interessanter finde und der m.E. auch gestalterisch immer besser und (noch) vielseitiger geworden.

Sein Ton ist kräftig und intensiv, wenn auch schlank, ganz im Dienste des Ausdrucks. Seine Klangfarben sind sehr vielseitig und abwechslungsreich. Er ist einer der gestaltungsreichsten Violinisten, die ich überhaupt kenne: Jede Phrase klingt anders, jede Wiederholung unterschiedlich. Alles wirkt intuitiv, nichts geplant. Der Fluss der Musik ist bei ihm vorwärtsdrängend. Während aber die alten Aufnahmen von ihm oft sehr unruhig klingen, geradezu gehetzt, als wollte er der Musik hinterhereilen und sie endlich einholen, ist er, insbesondere seit er Streichquartett spielt, mehr zu Ruhe gekommen. Diese Aufnahme ist zwar eher rasch, jedoch schwingt immer alles, so dass sie niemals unruhig oder gehetzt kling. Durch die enorme Gestaltung wirkt es nicht so, als ob er weite Linien zöge.

Die Spannung der Musik ist sehr intensiv. Diese Spannung ergibt sich durch den stets vorwärts drängenden Fluss, aber auch durch die Intensität des Tons. Durch sein Vorwärtsdrängen kann er natürlich keinen großen Raum aufspannen und bleibt eher flach, auch wenn innerhalb der Phrasen nichts flach, sondern atmend ist. Freunde der musikalischen Räumlichkeit sind also bei ihm nicht richtig aufgehoben.

Während zB Manze (den ich sonst besonders schätze) alles immer im höchst freudigen Ausdruck spielt, der einem zu erfüllen versteht, so fehlt Zehetmair eine solche Unbekümmertheit: er spielt alles im intensiven Ausdruck. Die Beglückung stellt sich durch seine nachdrückliche Unmittelbarkeit ein.
Rachmaninov (05.07.2006, 11:04):
Obwohl ich ein großer "Fan" von Akiko Suwanai bin muss ich doch feststellen, daß die von ihr eingespielte Aufnahme der Violinenkonzerte Bach's 'lediglich' eine recht ordentliche Aufnahme ist.
An die IMO großen Einspielungen (z.B. Gruimiax) kommt die Aufnahme leider nicht ran.



Vielleicht wäre es besser gewesen wenn Suwanai nicht selber die Leitung des Orchsters übernommen hätte. Eventuell wäre es dann stellenweise nicht ganz so indifferenziert wenn es in der Hand eines erfahrenden Dirigenten gewesen wären.
Rachmaninov (12.08.2006, 07:45):
Original von ab
Meine Lieblingsaufnahme stammt von Thomas Zehetmair (BerlinClassics) Zehtemair ist übrigens jener Geiger, den ich interpretatorisch immer interessanter finde und der m.E. auch gestalterisch immer besser und (noch) vielseitiger geworden.

Sein Ton ist kräftig und intensiv, wenn auch schlank, ganz im Dienste des Ausdrucks. Seine Klangfarben sind sehr vielseitig und abwechslungsreich. Er ist einer der gestaltungsreichsten Violinisten, die ich überhaupt kenne: Jede Phrase klingt anders, jede Wiederholung unterschiedlich. Alles wirkt intuitiv, nichts geplant. Der Fluss der Musik ist bei ihm vorwärtsdrängend. Während aber die alten Aufnahmen von ihm oft sehr unruhig klingen, geradezu gehetzt, als wollte er der Musik hinterhereilen und sie endlich einholen, ist er, insbesondere seit er Streichquartett spielt, mehr zu Ruhe gekommen. Diese Aufnahme ist zwar eher rasch, jedoch schwingt immer alles, so dass sie niemals unruhig oder gehetzt kling. Durch die enorme Gestaltung wirkt es nicht so, als ob er weite Linien zöge.

Die Spannung der Musik ist sehr intensiv. Diese Spannung ergibt sich durch den stets vorwärts drängenden Fluss, aber auch durch die Intensität des Tons. Durch sein Vorwärtsdrängen kann er natürlich keinen großen Raum aufspannen und bleibt eher flach, auch wenn innerhalb der Phrasen nichts flach, sondern atmend ist. Freunde der musikalischen Räumlichkeit sind also bei ihm nicht richtig aufgehoben.


@ab,

bei Zehetmair Aufnahme bin ich dann doch anderer Meinung als Du.
Es handelt sich sicherlich um eine ordentliche bis gute Aufnahme der Violinenkonzerte BWV 1041 und 1042 aber in die Spitzengruppe (Oistrach , Grumiaux) würde ich die Aufnahme nicht mit rein zählen.

Die Amsterdamse Bach Solisten könnten für meinen Geschmack agiler klingen und Bach etwas lebendiger spielen.

Zehetmair's Spiel empfinde ich in dieser Aufnahme als solide ohne ihm hier all zu große gestalterische Rafinessen unterstellen zu können.

Wie bereits geschrieben, eine ordentliche Aufnahme, die mich aber nicht wirklich fasziniert oder mit reizt.
Rachmaninov (10.11.2006, 20:50):
Seit einigen Tagen habe ich immer wieder die neue Aufnahme der Violinenkonzerte Bach's in der recht neuen Aufnahme mit Daniel Hope gehört und dem Chamber Orchestra of Europe gehört.



Hope hat die beiden Violinenkonzerte sowie das Doppelkonzert (2. Violine Marieke Blankestijn) eingespielt.

Sowohl Hope als auch das Orchestra of Europe spielen sehr gewissenhaft, legen wert auf eine sehr genaue und präzise Gestalltung und Einspielung des Notentextes. Dies kann durchaus gefallen, allerdings führt dies für mich insbesondere in den Ecksätzen, bedingt durch die hohen Tempi (Erinnerungen an die H. Hahn Aufnahme werden wach), zu einer doch übertrieben hektischen Aufnahme, die stellenweise eher gehetzt wird.
Hope spielt IMO stellenweise sehr schön mit einer sehr feinen genauen Bogenführung und Wertschätzung jeder einzelnen Note. Aber wie bereits angesprochen "passt" dies nicht imemr mit dem "Rausch der Geschwindigkeit" überein.

Auch in den mittleren Sätzen vermisse ich doch etwas von diese Eleganz, diesem Noblem, das die Konzerte bieten. Man höre nur den mittleren Satz des Doppelkonzertes mit David und Igor Oistrach um dies nachzuvollziehen, oder die Aufnahme A. Grumiaux, der die Konzerte einfach EDEL und ERHABEN spielt.

Nein, an diese großen Aufnahmen reicht die Aufnahme D. Hope's, trotz aller positiven Aspekte nicht ran. Dafür fehlt ihr doch etwas entscheidendes.

Interpretation: 7-8
Klang: 9
ab (15.11.2006, 16:53):
Sind bei Hope die Tempi (vom Empfinden her) noch rascher als bei Zehetmair?
Welche der beiden Aufnahmen würdest du vorziehen (jetzt abgesehen vom Klang, der wohl bei Hope deutlich besser sein dürfte), nachdem Dir ja Zehetmair gar wenig zusagt?

Danke für Deine Einschätzung!

Ps. Das Orchester betreffend ist meine Lieblingseinspielung die von Harnoncourt: hier wird lebendig musiziert! - Über dem Violinpart aber wollen wir lieber schweigen...
Zelenka (30.04.2006, 14:51):
Original von Rachmaninov
Original von Zelenka
Ich habe Manze und die Academy of Ancient Music auf Originalinstrumenten. Manze ist nicht einer der allersaubersten Geiger, aber langweilig sind seine Konzerte (incl. Doppelkonzert mit R. Podger) gewiß nicht.

Ja,
aber in die Bach Aufnahme hatte ich seinerzeit reingehört und sie nicht mitgenommen, da sie mich nicht überzeugte!

Der Kontrast zu Grumiaux, den ich auch sehr schätze, ist wohl erst einmal zu groß, aber ich kann mit Manze leben. Doch.

Gruß,

Zelenka
Poztupimi (01.03.2009, 19:12):
Hallo zusammen,

ich möchte diesen lange vergrabenen Faden mal wieder aufheben, da ich heute zum zweitenmal diese CD gehört habe (allerdings diesmal nur die beiden Solokonzerte):


Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Konzert für Violine, Streicher und Continuo Nr. 1 a-moll BWV 1041
Konzert für Violine, Streicher und Continuo Nr. 2 E-Dur BWV 1042
Julia Fischer, Vl & Ltg. / Academy of St Martin in the Fields

Auch noch auf der CD, heute aber nicht gehört:
Konzert für 2 Violinen, Streicher und Continuo d-moll BWV 1043
Konzert für Oboe, Violine, Streicher und Continuo c-moll BWV 1060

Tadelloses Geigenspiel, flotte, wie ich finde nie zu schnelle Tempi in den Ecksätzen. Natürlich habe ich keine HIP-Interpretation erwartet, aber schon, daß sie das eine oder andere in ihr Spiel übernimmt, was sie auch tut: schlanker Ton, sparsames Vibrato, offensichtlich mit knapper Bogenführung, ohne daß alles abgehackt wirkt. Teilweise klingt sie stark zurückgekommen gegenüber dem Orchester, sodaß sie für meinen Geschmack doch manchmal etwas im Schönklang der Academy untergeht. Auch wenn dies zur Zeit der Komposition so – ohne Dirigent – üblich war: hier hätte eine leitende Hand, die eben nicht auf das Soloinstrument konzentriert ist, gut getan. Den teilweise etwas überdehnten Crescendi kann ich inzwischen bei Bach auch nicht mehr so viel abgewinnen. Merkwürdig akzentarm läuft das Ganze so durch, man erwartet irgendwie vergebens auf ein wenigstens kleines "Aha!".
Insgesamt etwas enttäuschend, da haben mir pesönlich ihre Konzertaufnahmen bei Pentatone – sei es Mozart, seien es Brahms oder die Russen – deutlich besser gefallen.

Ein deutliches Ärgernis ist wie ich finde das Beiheft, das für meinen Geschmack einfach nur die inzwischen wohl übliche Universal-Vermarktungsmasche fährt, die Solistin auf 16 Seiten 8 mal in prächtiger Umgebung (Palais Auersperg, Wien) abzulichten und die übrigen Beteiligten – neben der ASMF der Geiger Alexander (Sasha) Sitkovetsky und der Oboist Andrey Rubtsov – nur am Rande in Erscheinung treten zu lassen – leider nicht einmal bildlich. Immerhin erfährt man, daß Sitkovetsky der Sitkovetsky-Familie entstammt (Neffe von Dmitry und somit Enkel von Julian; steht aber nicht im Beiheft) und im selben Jahr wie Fischer geboren wurde. Toll! Ach ja, und daß sie beide ein Instrument von Guadagnini spielen (Fischer von 1742, Sitkovetsky von 1753).

Grüße,
Wolfgang
Nicolas_Aine (01.03.2009, 22:33):
hm, vom 2. VK E - Dur 1042 besitze ich eine Aufnahme von Menuhin mit Enescu und dem Orchestre Symphonique de Paris. Eine absolut wunderbare Aufnahme, ich kann die nur uneingeschränkt empfehlen, so einen lebendigen Bach findet man nur selten.
Rachmaninov (16.08.2009, 09:55):
Original von Poztupimi
– neben der ASMF der Geiger Alexander (Sasha) Sitkovetsky und der Oboist Andrey Rubtsov – nur am Rande in Erscheinung treten zu lassen – leider nicht einmal bildlich. Immerhin erfährt man, daß Sitkovetsky der Sitkovetsky-Familie entstammt (Neffe von Dmitry und somit Enkel von Julian; steht aber nicht im Beiheft) und im selben Jahr wie Fischer geboren wurde. Toll! Ach ja, und daß sie beide ein Instrument von Guadagnini spielen (Fischer von 1742, Sitkovetsky von 1753).

Grüße,
Wolfgang

Und was man auch nicht erfährt ist wohl die Tatsache, dass A. Sitkovetsky auch ein richtig uguter Geiger ist, der ggf. eine deutlich bessere Karriere verdient hätte!
ab (17.08.2009, 22:02):
Original von Rachmaninov
Immerhin erfährt man, daß Sitkovetsky der Sitkovetsky-Familie entstammt (Neffe von Dmitry und somit Enkel von Julian; steht aber nicht im Beiheft) und im selben Jahr wie Fischer geboren wurde. Toll! Ach ja, und daß sie beide ein Instrument von Guadagnini spielen (Fischer von 1742, Sitkovetsky von 1753).


Ich hatte gedacht, er ist der Sohn von Dmitry. Ich habe nur eine Aufnahme mit ihm mit Schnittke-Sonate bei Chandos. So dolle ist die leider nicht....
Rachmaninov (18.08.2009, 07:34):
Original von ab
Original von Rachmaninov
Immerhin erfährt man, daß Sitkovetsky der Sitkovetsky-Familie entstammt (Neffe von Dmitry und somit Enkel von Julian; steht aber nicht im Beiheft) und im selben Jahr wie Fischer geboren wurde. Toll! Ach ja, und daß sie beide ein Instrument von Guadagnini spielen (Fischer von 1742, Sitkovetsky von 1753).


Ich hatte gedacht, er ist der Sohn von Dmitry. Ich habe nur eine Aufnahme mit ihm mit Schnittke-Sonate bei Chandos. So dolle ist die leider nicht....

Dimitry hat mich allerdings auch nie so überzeugt!