John Dowland - Lachrimae or Seaven Teares

Cetay (23.11.2021, 04:24):
Dowland war der erste, der ein Stück abstrakter Musik geschrieben hat, dachte Buckman. Er nahm das Band heraus, legte ein anderes ein und lauschte den >Lachrimae antique pavan<. Darauf beruhen, überlegte er, letzten Endes auch Beethovens Quartette. Und alles andere. Außer Wagner. Er konnte Wagner nicht ausstehen. Wagner und seinesgleichen - Leute wie Berlioz - hatten die Musik um drei Jahrhunderte zurückgeworfen. Erst Karlheinz Stockhausen mit seinem >Gesang der Jünglinge< hatte sie wieder auf die Höhe der Zeit gebracht.
(Philip K. Dick, Eine andere Welt, Fischer Klassik E-BOOKS, Pos. 1527-1531)
Dieses von mir meistgeliebte Musik-Zitat aus einem Roman war zwar nicht meine erste Begenung mit Dowland, aber diejenige, die mich zu einer erneuten Beschaeftigung mit ihm und speziell den Larchimae bewogen hat. So ungewoehnlich wie gedacht ist der Weg nicht. Im Komponistenthread berichtet ein Mitglied, dass der Roman seine Erstbegegung war, waehrend ein anderes umgekehrt den Roman wegen dem Bezug zu Dowland gelesen hat. Im Original lautet der Titel "Flow my Tears, the Policeman Said".

Ich lernte Dowland durch das ECM-Projekt kennen. Hierfuer wurden der Hilliard-Saenger John Potter und der Jazz-Saxophonist/Multi-Instrumentalist John Surman zusammengebracht. Das lies kurz aufhorchen, aber ein Interesse am Original wurde dadurch bei mir nicht geweckt. Dafuer musste der alte Dick herhalten. Als Rookie hat es man es freilich schwer, durchzublicken, weil der Titel "Lachrimae" (Tears oder Teares / Traenen) von Dowland mehrfach verwendet wurde. Zunachst ist es ein Tanzstueck (Pavan) fuer die Laute (1596), dann eine Umarbeitung dieses Stueckes zu dem Lied "Flow my Teares" aus dem Second Book of Songs and Ayres (1600) und schliesslich wiederum ein darauf beruhendes Pavan, "Lachrimea Antique", das erste von sieben Lachrimea, die 1604 zusammen mit 14 anderen Werken unter dem Titel:

Lachrimae or Seaven Teares Figured in Seaven Pavans, with Divers other Pavans, Gailards, and Almands, Set Forth for the Lute, Viols, or Violins, in Five Parts

publiziert wurden. Das Original-Pavan muss ein vertiabler Hit gewesen sein, denn es hatte sich weit verbreitet und ist in mehreren Bearbeitungen fuer andere Soloinstrumente oder Instrumentengruppen erhalten geblieben. Der Anfang, das "Traenenmotiv" a'-g'-f'-e' dient als Ausgangspunkt fuer die 7 instrumentalen Lachrimae. Auch wenn das Thema als Ausdruck des Melancholie-Kults der Elisabethianischen Zeit verstanden wird, so ist die mehrfache Verarbeitung in Variationen in der Tat "reine" funktionsbefreite Instrumental-Musik und laut Holman* die erste, die weitere Verbreitung gefunden hat. Damit haette unser Polizist Recht und der ambitonierte Klassikhoerer die Pflicht, sich mit den Anfangen seiner geliebten Untergattung zu beschaeftigen. Und das wurde trotz der Schwierigkeiten, die mir dieser 30-Minueter anfangs gemacht hat, bald zur vergnuegungsvollen Kuer.

Berichte dazu, samt der spannenden Frage nach der korrekten Instrumentierung (die trotz der Hinweise im Titel nicht eindeutig geklaert ist) folgen. Und hoffentlich teilen die werten Mitforianer ihre Erfahrungen / Einschaetzungen und erlauben einen Blick in ihre Sammlung.

*Eine Lesestoff-Empfehlung habe ich dazu: Wer alles genau wissen will, dem sei Peter Holmans Publikation in der Cambridge Music Handbooks Reihe empfohlen. Die ist zwar ziemlich knapp, aber dafuer sehr teuer. Doch es bleiben keine Fragen offen, ausser denen, die nach dem Stand der Forschung noch nicht beantwortet sind.


:hello
satie (23.11.2021, 08:06):
Lieber VAT69,
vielen Dank für diesen Thread. Die sieben Tränen sind auch unter meinen Lieblingsstücken. Das Holman-Buch habe ich gerade erst gelesen und wollte es auch schon hier im Forum empfehlen, doch nun warst Du schneller. Ich habe es übrigens gar nicht teuer erstanden, als ausgemustertes Bibliotheksexemplar aus GB.
Ich habe die Stücke übrigens nicht in ihrer eigentlichen Form kennengelernt, sondern durch ein Stück von Michael Riessler, das einmal im Radio kam. Es hieß so ähnlich wie "Mr. J. D. and..." und dann kam der Name einer exotischen Frucht.
Dann hörte ich die Savall-Aufnahme rauf wie runter, die von Fretwork mag ich mittlerweile lieber. Nach weiteren muss ich mal suchen und danke für Hinweise.
Das Tränen-Motiv ist übrigens ein "phrygisches Tetrachord", welches u. a. auch als Lamentobass anzutreffen ist. Die ansteigende Tonfolge mit dem Halbton am Ende ist schon lange mit der Melancholie verbunden. Der Melancholie ist im Barock das nobelste Temperament: der Melancholie ist sensibel und fähig zur Introspektion. Heute neigt man dazu, solchen Leuten Medikamente zu geben oder sie zur Therapie zu schicken...
Ich besitze übrigens ein Faksimile der Noten, das stelle ich mal bei Gelegenheit vor.

Herzliche Grüße
Satie
Cetay (23.11.2021, 08:52):
Die Instrumentierung scheint auf den ersten Blick klar zu sein. Aber for the Lute, Viols, or Violins, in Five Parts kann man unterschiedliche Weise lesen. {Laute und 4 Gamben oder Laute und 4 Violinen} scheint naheliegend zu sein, man kann die 5 Stimmen aber auch auf die Gamben oder die Violinen beziehen und die Laute als sechstes Instrument verstehen. Die Tabulatur listet immerhin 6 Stimmen. Daraus zu schliessen, dass diese alle gleichzeitg zu spielen sind, ist aber voreilig*. Es gibt auch Lesearten, dass es entweder nur mit Laute oder nur mit 5 Streichern zu spielen ist. Die Laute kann man getrost weglassen, da sie abgesehen von Ornamentierungen am Ende jeder Variation lediglich die Mittelstimmen verdoppelt. Das wiederum spricht gegen die Laute als Soloinstrument, weil der Cantus fehlen wuerde, aber es ist ohne weiteres moeglich mit nur einer Sopran- und einer Bassgambe als Begleitung auszukommen.
Aber selbst wenn man sich geeinigt hat, ist man man noch nicht fertig. Wenn mit fuenf Streichern gespielt wird, dann stellt sich die Frage mit welchen. Die Gambenfamilie wurde entwickelt, um die Tonlagen der menschlichen Stimmen (SATB) zu imitieren. Entsprechend gibt es vier Groessen und theroretisch vier Tonlagen, aber in der Praxis wurden die mittleren Stimmen unisono gestimmt, so dass es nur drei unterschiedliche Tonlagen (STB) gibt. Naheliegend ist SSTTB, aber es gibt Gelehrte, die STTTB fuer richtig halten - beides ist spielbar. Es gibt auch eine Edition mit der "Schubert-Loesung" SSTBB, aber das scheint auf den Instrumenten der Zeit nicht spielbar gewesen zu sein. Zu guter Letzt kann man noch fuer die Mischung von Geigen und Gamben plaedieren, satt fuer entweder-oder. Das ist zwar unwahrscheinlich, weil die Consorts der Zeit ueblicherweise nicht gemischt waren, ist aber nicht ganz zu verwerfen, denn es gab die sogenannten Broken Consorts mit gemischter Instrumentierung. Fazit: Es spricht zwar vieles fuer die zu allererst genannte 4 + 1 Loesung mit den Streichern in STTB, aber man weiss es eben nicht sicher und das freut uns als Hoerer, denn so bekommen wir mehr Variantenreichtum bei den Aufnahmen und lassen unsere Ohren das Urteil faellen, was fuer uns am stimmigsten klingt.

*Hier wird es kurios. Die Tabulator-Partitur listet alle Stimmen auf einem Blatt, mit jeweils zwei Stimmen auf den Laengseiten, die gegenueberliegenden auf den Kopf gestellt und den restlichen beiden quer dazu. So konnte das von der um einen Tisch versammelten Mannschaft vom selben Blatt gespielt werden. Es gab wohl ernsthafte Forschungen, ob es anhand der damaligen Anatomie (!) und Instumentengroessen ueberhaupt moeglich war, dass man sich zu sechst so aufstellen konnte, dass jeder seinen Part noch lesen konnte, ohne sich beim Spielen zu behindern. Da kommt mir ein alter Freund in den Sinn, dem dazu wohl "man kann auch versuchen, sich ein Monogramm in den Hintern zu beissen" als Kommentar eingefallen waere.
Cetay (23.11.2021, 09:07):
Lieber Satie,

danke fuer deine kenntnisreichen Ergaenzungen und ich zittere schon vor den anstehenden Kommentaren zu meinen laienhaften Ausfuehrungen. :A

Aufnahmen habe ich in rauhen Mengen gehoert, allerdings nicht systematisch vergleichend, sondern halt immer dann, wenn ich das Werk hoeren wollte - also zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten, in unterschiedlicher Gemuetsverfassung, mal mit und mal ohne Alkohlbegleitung. Wohl dem, der von sich behaupten kann, dass haette keinen Einfluss auf Wahrnehmung und Urteil.

Meine Favoriten liefere ich spaeter mit kurzen Hoereindruecken.
Cetay (24.11.2021, 01:56):
Wenn ich die 7 Lachrimae beschreiben soll, dann faellt mir erst mal nur ein Attribut ein, das eine wenig anziehende Wirkung haben duerfte: Geichfoermig - in Tempo (langsam), Stimmung (melancholisch) und Grobdynamik (leise). Was mich immer wieder fasziniert, ist der Zusammenklang der alten Instrumente, egal ob es mit Gamben oder Violinen gespielt wird. Diese bald erotisch wirkende Klangwelt verschafft mir jedesmal aufs neue ein Wurmloch unter die einfoermige Oberflaeche und laesst mich bereitwillig den Stimmen lauschen, wie sie sich harmonisch miteinander bewegen, sich dissonant reiben, auseinander driften, sich kreuzen, umspielen, wieder vereinen und das Thema immer wieder von neuen Seiten beleuchten. Mehr kann ich dazu kaum sagen, ausser noch, dass ich manche Melodien einfach zum heulen schoen finde. :ignore

Die Charakteristik einer Interpretation zeigt sich fuer mich darin, ob und wieviel innere Bewegung stattfindet, die sich dem niedrueckenden Aspekt der Melancholie entgegenstemmt und die noble Seite, die das zu einer beglueckenden Innenschau macht, hervorbringt. Eigentlich sollte ich genauer sagen, in mir hervorbringt, denn Musik transportiert keine Stimmung per se, sondern loest sie im Hoerer aus. (Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Lachrimae manchen Genossen aggressiv machen koennen.) Wenige Ensembles verharren ganz auf dem ersten Aspekt und spielen das fast schon quaelend statisch, waehrend andere eher betonen, dass es sich bei einem Pavan um einen -wenn auch langsamen- Tanz handelt.

In der Mitte -auch von der klanglichen Intensitaet her- liegt ein Consort, mit dem man selten etwas falsch macht. Ich meine, dass hier die Dissonanzen vor allem in den beiden letzten Saetzen eine besonders starke Wirkung haben, muss das aber auf anderen Aufnahmen noch mal gegenhoeren. Auf der CD befinden sich neben den 7 Larchimae, die hintereinander gespielt werden, noch alle 14 weiteren Taenze des Originalmanuskripts. Die Besetzung ist "gebrochen": 2 Violinen, Tenorgambe, Bassgambe & Laute.




The Consort of Musicke, Anthony Rooley
(Mangels schneller Auffindbarkeit des Einzelalbums ist die Box, wo das drauf ist, abgebildet)
Cetay (24.11.2021, 04:42):
Die Einspielung der Musica Antiqua ist ein Fall fuer sich. Ich hatte oben irrtuemlicherweise geschrieben, dass Goebel in der "Schubert-Besetzung" spielt und das inzwischen korrigiert. Er spielt mit einem Quintett, bestehend aus Violine, 3 Bratschen & Cello. Eine Laute ist nicht dabei. Einige, aber nicht alle der 7 Traenen werden aussergewoehnlich taenzerisch gespielt, was diese Aufnahme in Verbindung mit dem hoeheren und durchdringenderen Klang der Geigenfamilie als die am wenigsten melancholisch empfundene heraushebt. Holmes schreibt, dass einige der Saetze eher auf ein Gamben- und andere mehr auf ein Geigen-Consort zugeschnitten sind. Da Consort-Musik auf Gamben eher im intimen Rahmen gespielt wurde, waehrend Tanzmusik im groesserem Rahmen und auf Geigen dargeboten wurde, ist anzunehmen, dass von der Antiqua gerade die 'Geigen-Saetze' mehr als Taenze genommen werden. Es ist jedenfalls eine nette Abwechslung, Dowland auch mal 'fetzig' zu hoeren -freilich in den engen Grenzen, die das Material zulaesst- aber mir sagen die dunkleren Lesearten deutlich mehr zu. Goebels Restprogramm besteht aus Pavans von anderen Komponisten (Heinrich Scheidemann, Johann Schop, Carlo Farina, Samuel Scheid), zum Teil auf demselben Thema beruhend.



Musica Antiqua Koeln, Reinhard Goebel
satie (24.11.2021, 10:44):
Hier sind ein paar Bilder der Faksimilie-Partitur, damit man sich besser vorstellen kann, wie das aussieht. Ich habe mehrere Bilder gemacht, damit die Größe besser vorstellbar ist, v.a. bei dem Bild mit meiner Hand daneben sollte das deutlich werden.







Auf dem letzten Foto sieht man die Anordnung recht gut. Für Dowland war es übrigens durchaus ein Problem, wie 6 Ausführende ihren Part sinnvoll angeordnet bekommen könnten. Der Lautenpart (rechts in der Mitte) ist wegen der Tabulatur deutlich platzfressender, aber der Lautenist ist seinerseits ebenfalls einer, der mehr Platz braucht als die Tenor- und Diskantgamben. Die Lösung war also: Laute rechts, Bassgambe links jeweils allein sitzend, an den anderen Seiten des Tischs jeweils zwei Instrumente. Der Druck ist groß genug, damit man die Noten auch aus einigem Abstand noch lesen kann. Der Tisch selber muss so klein sein, dass die Noten gerade so draufpassen.
Was ich immer wieder toll finde, ist der Notensatz der damaligen Zeit. Man hatte in der ausgehenden Renaissance und im frühen Barock diese wunderbare Technik mit beweglichen Lettern wie im Buchdruck. Damit konnte man sehr einfach Fehler korrigieren. Später ging das aufgrund der komplexer werdenden Partituren nicht mehr, und man fertigte Kupferstiche an. Beethoven hat die Verleger damit wahnsinnig gemacht, dass er immer wieder Fehler entdeckte in den Probedrucken. Das bedeutete dann: Druckplatte wegschmeißen, neuen Kupferstich herstellen. Schön zu sehen hier im Beispiel übrigens auch, wie die Noten noch aussehen wie aus der Mensuralnotation, Taktstrichen gibt es auch noch nicht.

Herzliche Grüße
Satie
Cetay (25.11.2021, 08:48):
Bevor ich meine Favoritin kuere, kommen hier noch zwei Spezialitaeten.




Was das Klangbild angeht, schlagen Gambe di Legno alles. Das ist so tief fundiert und so (Eingeweide- )durchdringend als ob drei Bassgamben dabei waeren. Das liegt daran, dass neben der Laute, einer Sopran- und einer Tenorgambe gleich drei Bassgamben dabei sind. Ich liebe den Klang dieses Instruments, da frage ich lieber nicht, wie sie darauf gekommen sind und wie sie es hinbekommen haben, das spielbar zu machen, wo es doch nach Lehrmeinung nicht mal mit zwei Baessen geht. Leidet darunter nicht die Durchhorbarkeit? Doch, sicher. Geht da nicht die Laute unter? Doch, sicher. Aber was fuer ein Sound!

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Sit Fast bedeutet nicht schnell hinsetzen! sondern ruhig und konzentriert zu sitzen um geschwinde aufnahmefaehig zu sein. Das ist hier auch bitternoetig, denn 'fast' ist hier gar nichts. Die Truppe braucht ueber 40 Minuten (normal sind rund 27-30) und ohne in tiefenentspannter, kontemplativ-meditativer Grundstimmung zu sein und ohne exakt austarierten Promillepegel -das Gehoer schon geschaerft, aber der Geist noch nicht vernebelt- ist das nicht auszuhalten. Aber wehe wenn es mal passt, dann verschwindet alles andere.
Cetay (26.11.2021, 04:33):
In meiner Spielliste hat sich innerhalb der letzten Wochen einiges angesammelt. An eine wirklich 'schlechte' Aufnahme kann ich mich nicht erinnern. Wer mit einer Erstanschaffung liebauegelt, wird das vielleicht auch vom Rahmenprogramm abhaengig machen. Will man die 14 'other Pavans, Gailards, and Almands' mit dazu oder lieber einige Lieder oder Werke aus Dowlands Umfeld (wie bei Goebel) oder gar die Kombination mit einem gegenwaertigen Werk (wie bei Sit Fast). Hier eine unvollstaendige Aufzaehlung dessen, was ich aussser den schon Genannten gehoert habe:
Academia Strumentale (Stradivarius) - "Come away sweet love" bringt die 7 Pavans eingerahmt und interpunkiert von Liedern mit der tollen Stimme von Roberta Invernizzi.
Fretwork & Christopher Wilson (Erato) - Das komplette 1604 Manuskript. Eher auf der taenzerischen und lichten Seite mit prominenter Laute.
Hathor Consort & Romina Lischka (Fuga_Libera) - Komplett. Ausgewogen, transparent, intensiv, einnehmend. Top-Empfehlung.
Dowland Consort & Jacob Lindberg (BIS) - Komplett.
Chelys Consort & James Akers (BIS) - "A pleasing Melancholy" interpunktiert von Liedern mit Emma Kirkby.
Daedalus (Accent) - "The Anatomy of Melancholy" ergaenzt mit Werken von Trabaci, Frescobaldi und anderen. Klar auf der melancholischen Seite. Sehr langsam. Klanglich eher licht (Gamben, aber hoher Kammerton?) und ungemein intensiv.
John Holloway (ECM New Series) - "Pavanas und Fantasies from the Age of Dowland" mit Geigen-Consort und Werken von Purcell, Lawes, Jenkins, u. a. zwischen die Pavans gestreut.
Nigel North & Les Voix humaines (ATMA) - Mit vorlauter Laute und Interpunktiert mit Lautensteucken.
Opera Omnia (Brilliant), Chrisitano Contadin - Komplett. Gebrochenes Consort (Geigen & Gamben gemischt) mit vergroesserter Besetzung und sporadisch eingesetzter Floete.
Brennend interessiert haetten mich Phantasm, aber die hat mein Stromanbieter nicht. Auch A Parsely of Instruments und Savall sind dort nicht auffindbar. Es gibt zwar noch einige Aufnahmen mehr, aber da kommt dann wieder die Geschichte mit dem Monogramm ins Spiel...

Wenn es nur eine sein soll, dann favorisiere ich die Hathors (aber Rooley kommt mit weniger als 1/1000 Abstand dahinter - eigentlich 'braucht' man beide). Die klingen wie ein einziges Instrument, das Ambiente ist angenehm hallig, die Durchhoerbarkeit bleibt exzellent. Klare Artikulation, fliessende Phrasierung, sehr intensiv einnehmender Klang - und einfach das Quant mehr Magie, das sich jeder Beschreibung entzieht. Ich komme immer wieder auf diese zurueck: