Joseph Joachim Raff (1822-1882)

Maurice inaktiv (22.04.2013, 22:00):
Der Komponist Joseph Joachim Raff gehört zu den Komponisten,die man eher in die "zweite Reihe" stellen würde,obwohl er durchaus mehr als achtbare Werke geschrieben hat.

Er lebte von 1822-1882,und ist damit ein Zeitgenosse von Bruckner,Brahms,Liszt und Richard Wagner.

Raff schrieb 12 Sinfonien,aber eine davon gilt als "verschollen".Viele dieser Sinfonien haben ein Motto als Basis,damit ist die Nähe zu den Sinfonischen Dichtungen eines Franz Liszt fast schon zu spüren.

Er wurde dann auch von Liszt 1850 als sein Assistent und Sekretär eingestellt,und war u,.a. für die Instrumentation der Orchesterwerke Liszts zuständig.

Weitere Kompositionen sind seine sechs Opern,davon drei noch unveröffentlicht,mehrere Werke für Chor und Orchester,drei Orchester-Suiten,diverse Ouvertüren,u.v.m.

Ebenfalls schrieb er jeweils 2 Violin-und Cello-Konzerte,ein Klavierkonzert.

Er war auch in der Kammermusik sehr aktiv,darunter 8 Streichquartette,4 Klaviertrios,2 Klavierquartette,mehrere Werke für Violine und Klavier,u.v.m.

Weitere Informationen entnehmt ihr bitte hier :

http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Raff

Seine Sinfonien haben mMn mehrere Einflüsse,die man auch hören kann.Neben Franz Liszt höre ich Mendessohn,aber auch Carl Maria von Weber,Robert Schumann und ein wenig Wagner.

Mir gefallen seine doch oftmals sehr wohlklingenden,aber einfachen Melodien,die man meint,schon einmal bei einem anderen Komponisten gehört zu haben.

Hier eine kleine Auswahl an Einspielungen,die ich für sehr gelungen halte:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wQIgC%2BGaL._SL500_AA300_.jpg

Es ist die bis jetzt einzige vollständige GE seiner Sinfonien.Diese wurden zum Glück sehr kompetent von den Bamberger Symphonikern unter Hans Stadlmair aufgenommen und bei Tudor erschienen.

Die gleiche Kombination nahm auch noch weitere Werke auf,darunter die Violin-und Cellokonzerte.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/515I%2BWYpDxL._SL500_AA300_.jpg

Hier die Violinkonzerte,auf Tudor veröffentlicht

http://ecx.images-amazon.com/images/I/6149PZWY44L._SL500_AA300_.jpg

Hier die Cello-Konzerte,ebenfalls bei Tudor veröffentlicht.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51P8SP5VV3L._SL500_AA300_.jpg

Hier die Shakespeare-Ouvertüren,ebenfalls bei Tudor erschienen.

Ebenfalls wurden auf Marco Polo / Naxos die Sinfonien veröffentlicht,die auch ganz ordentlich gelungen sind.Nur die Nr.1 war deutlich schwächer,aber hier war auch nicht der Dirigent Urs Schneider der Ausführende,sondern Samuel Friedman.

Auch das Label CPO hat immerhin die Nummern 7-11 veröffentlicht.Hier ebenfalls auf sehr achtbarem Niveau.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61YDY5KZ80L._SL500_AA300_.jpg

Hier die Nummer Sieben,noch mit der Philharmonia Hungaria unter Werner Andreas Albert.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61jI7xr%2Ba4L._SL500_AA300_.jpg

Hier als Doppel-CD die Nummern 8-11,ebenfalls unter der Philharmonia
Hungaria unter Werner Andreas Albert.

VG,Maurice
Cantus Arcticus (23.04.2013, 10:57):
Hallo Maurice
Die GA der Symphonien habe ich auch und muss diese zwingend empfehlen!! :down

Das Klavierkonzert (dieses hier):

http://c3.cduniverse.ws/MuzeAudioArt/Large/78/1199978.jpg

Ist eines meiner Lieblingswerke in dieser Gattung :engel

Ich durfte vor einigen Jahren am Snow & Symphony Festival in St. Moritz den Intendanten des Festivals, Peter Aronsky, mit Werken von Mozart, Schubert und Schumann erleben und ihn persönlich kennenlernen. Eine charismatische und weltgewandte Persönlichkeit.

Grüsse :hello
Stefan
Gelöschter Benutzer (06.05.2013, 18:09):
Ein Raff-Thread, wie schön. Danke dafür Maurice! :thanks

Raff gehört mittlerweile zu einem sehr wertgeschätzten Komponisten meinerseits. Seine Musik gefällt mir wegen dem Klangreichtum sehr gut.
Die obige Tudor-Box besitze ich auch und die Siebte von cpo mit W. E. Albert.

:hello
Maurice inaktiv (06.05.2013, 18:34):
Ein Raff-Thread, wie schön. Danke dafür Maurice

Wow!!Danke für das Lob!!Gerne.....Den habe ich schon einige Zeit hier mal angefangen.

Ich habe die Tudor-GE leider nur teilweise,aber dafür die CPO-Einspielungen der 7.&8.-11.Sinfonie.

Ich hatte auch die MarcoPolo-Sinfonien,aber die habe ich wieder abgegeben.

Ich bin davon auch begeistert,siehst ja,was ich besitze.

VG,Maurice :hello
Gelöschter Benutzer (07.05.2013, 18:53):
Ich habe mir Raffs Zweite in der Marco Polo Einspielung nun geordert.
Bin gespannt.

:hello
Maurice inaktiv (07.05.2013, 19:02):
Die Schneider-Einspielungen sind eigentlich ganz gut,nur die Nr.1 unter Friedman ist schwach geworden.

Gegen die Tudor-Einspielungen kommen sie aber nicht an.

VG,Maurice
Maurice inaktiv (16.06.2013, 08:40):
Zwei weitere Einspielungen,die sich ein Raff-Freund anhören sollte,wurden auf Sterling veröffentlicht :

http://ecx.images-amazon.com/images/I/81UK6t2ufHL._SL1391_.jpg

Hier befindeen sich die "Suite für Klavier und Orchester,op.200 , sowie die beiden Ouvertüren "Die Eifersüchtigen,WoO55" und "König Alfred,WoO14","Dornröschen,WoO19-Märchen-Epos" und "Samson,WoO20" darauf.

Die Einspielung ist grundsolide,aber es ist die einzige mir bekannte Einspielung des Werkes.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/518cu3nmnkL._SX450_.jpg

Hier ist das bereits auf Tudor eingespielte Violinkonzert Nr.1,op.161 zu hören.Dazu aber die "Suite für Solo-Violine und Orchester,op.181" und "La fée d'amour.morceau caractéristique de concert,op.67" .

Da der Solist Tobias Ringborg sehr schön spielt,ebenfalls wieder eine lohnende CD.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/81TE8%2B5yK%2BL._SL1429_.jpg

Neeme Järvi plant wohl bei Chandos,die Sinfonien komplett einzuspielen.Hier steht ihm sein neues Orchester,das "Orchestre de la Suisse Romande" mit zur Seite.

Leider wurde diese Aufnahme in der Fono-Forum vom Mai 2013 nicht so gut besprochen.Mir hat die Einspielung recht gut gefallen.Also,hier sollte sich wohl jeder selbst ein Bild davon machen.

VG,Maurice
Florestan (16.06.2013, 12:55):
Original von Maurice André


Er wurde dann auch von Liszt 1850 als sein Assistent und Sekretär eingestellt,und war u,.a. für die Instrumentation der Orchesterwerke Liszts zuständig.

VG,Maurice

Das Raff die Orchesterwerke von Liszt instrumentiert hat ist eine Behauptung die Raff selber aufgestellt hat, um seinen Wert zu steigern. Peter Raabe wiederlegt diese Behauptung in seiner ausführlichen Biografie über Liszt. Zwar hat Liszt ihn damit beauftragt die Instrumentierung durchzusehen und ggf. zu korrigieren, aber die schöpferische Leistung lag stets bei Liszt. Im Anfang seiner Beschäftigung mit Orchesterwerken war Liszt noch unsicher, und hat sich helfen lassen. Später hatte er das jedoch nicht mehr nötig. Er ist den Anmaßungen seines Sekretärs, der gerne etwas vom Ruhm seines Meisters abhaben wollte, wiederholt in Briefen entgegengetreten.
s. P. Raabe "Franz Liszts Werke" Drittes Kapitel S. 68f

Florestan
Gelöschter Benutzer (17.06.2013, 20:25):
Ich habe eben Raffs Zweite mit Urs Schneider gehört.



Eine sehr frische Aufnahme, die mir insgesamt lebendiger erscheint als die von Stadlmair und den Bambergern.


:hello
Maurice inaktiv (17.06.2013, 20:33):
Eine sehr frische Aufnahme, die mir insgesamt lebendiger erscheint als die von Stadlmair und den Bambergern.

Ich finde die Schneider-Einspielungen recht gelungen,leider ist hier die Erste
unter Friedman nicht sonderlich gelungen.

Auch recht gut finde ich die Aufnahmen von CPO der Sinfonien Nr.7 + 8-11.

VG,Maurice
Maurice inaktiv (20.06.2015, 22:32):
Hier hat sich inzwischen nicht wirklich viel getan. Neeme Järvi hat inzwischen die Sinfonie Nr.5 plus einige Ouvertüren eingespielt. Ich besitze die Einspielung nicht, sie ist noch nicht in meinem Preisbereich angekommen.

Sollte sie jemand bereits kennen und gehört haben, wäre eine erster Höreindruck doch sehr erfrischend....
Sfantu (22.09.2024, 14:06):
Einen reizvollen Vergleich bieten folgende drei Alben.

Es geht um die six morceaux für Violine und Klavier op- 85 von 1859. Einmal in Originalbesetzung, dann die letzten vier Stücke in Orchestrierungen. Was bringen diese Bearbeitungen? Für mich heben sie die Musik etwas heraus aus dem Salonhaften, das das op. 85 beinhaltet. Allerdings bleibt die berühmte Cavatina auch in der Orchestrierung ihrem etwas süßlichen Sentiment verhaftet. Sie war es, die Raffs Namen vor dem völligen Vergessen bewahrte - als beliebtes Zugabenstück für Geiger. Diesen Stellenwert unterstreicht Volker Tosta, Booklet-Textautor zur u. g. Tudor-Einspielung:

Einen großen Erfolg erzielte Raff mit den 1859 komponierten sechs Stücken für Violine und Klavier, op. 85. Namentlich die Cavatina daraus wurde das am weitesten verbreitete Werk Raffs, erfuhr zahlreiche Bearbeitungen - so auch die hier eingespielte Fassung für Violine und Orchester von Edmund Singer (1874) - und ließ seinen Namen fortleben als praktisch alle anderen seiner Werke vergessen waren. Angesichts der Fülle unterschiedlichster Werke wäre die Reduktion Raffs auf den Komponisten der "berühmten Cavatina" sehr problematisch. In ihrer eingängigen Sanglichkeit repräsentiert sie aber durchaus einen charakteristischen Aspekt von Raffs Werk.

Beim Scherzino wird in der Bearbeitung eine Nähe zu Mendelssohnschem Elfenspuk deutlicher als im Original hörbar.
Die schöne Canzona erinnert in ihrer Schumann-Annäherung etwas an César Cui, das blasseste Häufchen-Segment des "Mächtigen Häufleins".
Scherzino und Tarantella werden vom Philharmonia Orchestra zwar geschmackvoll aber ein wenig brav gespielt. Turban und Nemtsov dagegen brennen ein wahres Tischfeuerwerk ab, daß die Funken sprühen.



Ingolf Turban, Violine
Jascha Nemtsov, Klavier
(CD, cpo, 2003, AD 2001)

Marcia 4'36
Pastorale 3'27
Cavatina 3'12
Scherzino 2'54
Canzona 3'11
Tarantella 2'29







Yuko Nishino, Violine (Cavatina),
Philharmonia Orchestra London - Yondani Butt
(CD, ASV, 1987)

Cavatina (Arr. Sidney Torch) 5'27
Scherzino (Arr. Albert Cazaboni) 3'24
Canzona (Arr. E. Jacque) 3'45
Tarantella (Arr. Aubrey Winter) 3'24



Auf diesem Album mit den beiden Violinkonzerten ist die Cavatina ebenfalls enthalten - allerdings in einem älteren Arrangement, das die Gefühlsseligkeit für meinen Geschmack etwas besser zügelt statt sie zu unterstreichen - so wie Torch es tat, als er seine Bearbeitung für die BBC schrieb, als Erkennungsmelodie für "Music we love".



Michaela Paetsch, Violine
Bamberger Symphoniker - Hans Stadlmair
(CD, Tudor, 2000)

Cavatina (Arr. Edmund Singer) 4'48