Kantaten von J.S.Bach

Amadé (24.05.2009, 20:02):
Liebe Forianer,

bei der Durchsicht der Gattung Vokalmusik in unserem Forum stelle ich fest, das es keinen Faden zu Bach-Kantaten gibt, das wundert mich ein wenig. Deshalb dieser neue Thread. Eigentlich war ich Daniel nur eine Antwort bezüglich der Kreuzstabskantate mit Fischer Dieskau schuldig, möchte deshalb weder eine allgemeine Einführung ins Kantatenwerk Bachs geben noch auf bestimmte Kantaten eingehen. Dies mögen kompetentere Forianer nachholen.

@Daniel
Nach meinem Wissen hat Fi-Di die Kantate BWV 56 "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" insgesamt viermal aufgenommen.
- - 1951 mit Karl Ristenpart und seinem Kammerorchester in Berlin, DGA

http://ecx.images-amazon.com/images/I/614XXGBAQRL._SL500_AA240_.gif

- - 1964 mit Rudolf Baumgartner und den Festival strings Lucerne, DGG
- - 1969 mit Karl Richter und dem Münchner Bachorchester, DGA
- - ??? mit Helmuth Rilling und dem Stuttgarter Bachorchester

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4010276015185.jpg

diese Aufnahme kenne ich nicht.

Bei Fischer-Dieskau kann man allgemein sagen: Wo Fi-Di draufsteht, ist auch Fi-Di drin, d.h.: der Sänger blieb sein gesamtes Sängerleben unverwechselbar, mit seinen guten wie weniger guten sängerischen Tugenden. Dann gilt auch das, was man Herbert von Karajan immer nachsagt, seine späteren Aufnahmen wurden nicht besser.
In seiner ersten Aufnahme klingt die Stimme schlanker, weicher, leichter und deshalb beweglicher. Bei Richter singt er so, als müsse er sich in der Eingangsarie selbst Mut einflösen und zusätzlich noch die Zuhörer mit überzeugen ihm gleichzutun und den Kreuzstab zu tragen.
Die Aufnahme mit Baumgartner liegt hier etwas in der Mitte. Während Ristenpart und Baumgartner eindeutig Kammerorchester beschäftigen, die durchsichtig und schlank geführt sind, geht Richters (Kammer-) Orchester in Richtung romantischer Ausdeutung, ein voller, voluminöser Klang. Mir gefällt die urwüchsigere Art der Darstellung mit Ristenpart am besten, das ist jedoch Geschmachsache. Wie Du besitze ich auch noch Peter Kooy mit Herreweghe, von dem ich eine Anzahl von Kantaten besitze, die mir besser gefallen als die Richter-Produktionen. Eine eindeutige Empfehlung kann ich nicht geben, da mir da der Überblick fehlt.

Grüße Amadé
daniel5993 (24.05.2009, 21:53):
Guten Abend Amade,

vielen Dank für die Antwort und diesen Thread. Auch ich habe an die Eröffnung eines Threads gedacht, jedoch denke ich, dass besondere Kantaten einen Einzelthread verdienen, zumal mich auch das drumherum um eine Kantate interessiert. Solche Informationen wären in einem Gesamtthread wohl verloren, auch wenn es nicht gerade danach aussieht, als würde diese Musikrichtung großen Andrang finden. Ich hab mich bereits über BWV 82 informiert, ist doch interessant, was da alles an wichtigen Informationen anfällt, was da für Geschichte hintersteckt.

Eine Frage möchte ich noch loswerden: Bach wird heute kaum noch mit Großorchester und in Sachen "Richter" gespielt, sondern alle historisch orientiert, was ich schon Schade finde. Gibts vom Stamm "Karl Richter" noch weitere, die so ausschweifend musizieren ließen? Und wenn, lässt sich da was empfehlen?

Grüße
Daniel
Amadé (26.05.2009, 21:51):
Lieber Daniel,

Berlin classics hat vor ein paar Jahren eine ganze Reihe Kantaten mit Kurt Thomas sowie Ehrhard Mauersberger mit bekannten Solisten, dem Thomanerchor und Mitgl. des Gewandhausorchesters herausgebracht, die keine historisierenden Einspielungen wie bei Harnoncourt, Leonhardt, Herreweghe oder Gardiner darstellen. Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob da augenblicklich noch was im Angebot ist.

Gruß Amadé
daniel5993 (26.05.2009, 22:20):
Original von Amadé
Lieber Daniel,

Berlin classics hat vor ein paar Jahren eine ganze Reihe Kantaten mit Kurt Thomas sowie Ehrhard Mauersberger mit bekannten Solisten, dem Thomanerchor und Mitgl. des Gewandhausorchesters herausgebracht, die keine historisierenden Einspielungen wie bei Harnoncourt, Leonhardt, Herreweghe oder Gardiner darstellen. Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob da augenblicklich noch was im Angebot ist.

Gruß Amadé

Abend Amade,

habe mich am Sonntag für Dieskau/Ristenpart und Prey/Thomas entschieden.

Gruß
Daniel
Amadé (26.05.2009, 23:09):
Guten Abend Daniel,

nicht schlecht gewählt. Da bin ich gespannt auf Deinen Bericht, auch bezgl. Hermann Preys.

Gruß Amadé
daniel5993 (26.05.2009, 23:21):
Original von Amadé
Guten Abend Daniel,

nicht schlecht gewählt. Da bin ich gespannt auf Deinen Bericht, auch bezgl. Hermann Preys.

Gruß Amadé

Wir haben hier ja im Forum auch mehrere Mitglieder, welche Hermann Prey (wenn ich das richtig gedeutet habe) sehr schätzen. Mir ist er weithin nur von Mozartopern bekannt und mal sehen wie er Bach singt?! Oft bin ich zu sehr eingenommen von Dieskaus Prachtstimme sodass ich anderen Sängern dieses Fachs nur selten richtig zuhöre.

Grüße
Daniel
Heike (16.10.2009, 21:23):
Hallo,
bei der Durchsicht der Gattung Vokalmusik in unserem Forum stelle ich fest, das es keinen Faden zu Bach-Kantaten gibt, das wundert mich ein wenig.
Es ist, ehrlich gesagt, ein Skandal !!! ?(
Ich mag die Bach- Kantaten gern. Im rbb-Kulturradio kommt jeden Sonntag eine, ich höre da zum Sonntags- Frühstück sehr oft rein und denke immer wieder, dass das großartige Musik ist und dass man da noch viel zu wenig kennt. Das geht mir irgendwie so wie bei den Haydn-Sinfonien, man denkt, das sind zu viele, als dass man sich tiefergehend damit auseinandersetzen könnte - hört man aber eine gut gespielt im Konzert, dann ist man begeistert..

Also, zum Thema, dann höre ich z.B. sowas wie das folgende und weiß, dass es sich lohnt, sich damit zu beschäftigen: Aus aktuellem Anlass (weil ich neulich irgendwo hier oder in einem anderen Forum aktuell was darüber gelesen habe, weiß nicht mehr, wo es genau war), habe ich mal wieder eine meiner Lieblings-Kantaten-CDs eingelegt:



Lorraine Hunt Lieberson ~ Bach Kantaten BWV 82 & 199

Habt ihr auch solche Favoriten, die euch besonders unter die Haut gehen?
Heike
Agravain (25.11.2009, 09:58):
Original von Amadé
Lieber Daniel,

Berlin classics hat vor ein paar Jahren eine ganze Reihe Kantaten mit Kurt Thomas sowie Ehrhard Mauersberger mit bekannten Solisten, dem Thomanerchor und Mitgl. des Gewandhausorchesters herausgebracht, die keine historisierenden Einspielungen wie bei Harnoncourt, Leonhardt, Herreweghe oder Gardiner darstellen. Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob da augenblicklich noch was im Angebot ist.

Gruß Amadé

Wen man in diesem Zuge nicht vergessen darf ist Hans Joachim Rotzsch, der ebenfalls mit dem Thomanerchor und dem neuen Bachischen Collegium Musicum Leipzig eine Reihe der Bachschen Kantaten vorgelegt hat. Gegenwärtig sind selbige recht günstig in einer Box zu erwerben.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51uhfJ2Lf2L._SS400_.jpg

Was Rotzschs (kaum aussprechbar, gell :J) Ansatz angeht, so steht er ganz in der Tradition der sächsischen Bach-Deutung: Klare Strukturen, protestantisch-nüchterne, dabei aber nicht bloß akademisch-kühle Bach-Deutung, glänzend gewählte Tempi (Rotzsch hat die Fähigkeit das - wie ich es immer zu beschreiben versuche - der Musik innewohnende "natürliche Tempo" zu treffen) und die besten Bach-Sänger die die DDR zu bieten hatte.
Des Weiteren ist für die Kantaten BWV 56 und 82 die Aufnahme mit Siegfried Lorenz und Max Pommer kaum zu umgehen.
Grüße
Agravain
Amadé (25.11.2009, 23:19):
nur zur Information:

Hans Joachim Rotzsch war, bevor er die Thomas-Kontorei übernahm, einer der besten Tenöre Ostdeutschlands, unvergessen und bisher nicht übertroffen ( m.E.): der "Schwan" in Carmina burana (Kegel, 1.Aufn. 1960).

Gruß Amadé
Agravain (26.11.2009, 16:00):
Original von Amadé
nur zur Information:

Hans Joachim Rotzsch war, bevor er die Thomas-Kontorei übernahm, einer der besten Tenöre Ostdeutschlands, unvergessen und bisher nicht übertroffen ( m.E.): der "Schwan" in Carmina burana (Kegel, 1.Aufn. 1960).

Gruß Amadé


...leider war er auch IM der Stasi, was zu seinem Rücktritt/seiner Entlassung 1991 geführt hat. Bach konnte er trotzdem...
Heike (26.11.2009, 18:45):
Da es die Kantaten-Box beim marketplace grad sehr sehr günstig gab, hab ich mir die mal blind zugelegt. :engel
Heike
Jürgen (26.11.2009, 22:43):
Original von Hebre
Da es die Kantaten-Box beim marketplace grad sehr sehr günstig gab, hab ich mir die mal blind zugelegt. :engel
Heike

Die Preise beim Marketplace ändern sich oft sehr schnell.
Ich habe eben nachgeschaut und da war der Marketplace Preis mit dem original Amazon Preis identisch. (knapp 26€).

Da Agravain aber von einer zweiten Box, die er sich zugelegt hat, geschrieben hat, habe ich mal nach der geschaut:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51aIRHlZASL._SS500_.jpg

Und dort war der Marketplace Preis so interessant (11€+3), dass auch ich mal blind zugelangt habe.

Grüße und Dank für die Anregung
Jürgen
Heike (26.11.2009, 22:45):
Die Kantaten waren vorab auch für 11 Euro + 3 Euro Porto zu haben, bei 11 CDs ein Witz!
Heike
Jürgen (26.11.2009, 22:57):
Original von Hebre
Die Kantaten waren vorab auch für 11 Euro + 3 Euro Porto zu haben, bei 11 CDs ein Witz!
Heike

Ja, dann war ich schlicht 4 Stunden zu spät am Rechner. :(

Original von Obelix
Die - Preise - fliegen - über - den - Markt

Aber Du kannst Dir ja die zweite Box auch so günstig holen !

Original von Beckenbauer
Ja, ist denn schon Weihnachten?

Grüße
Jürgen
uhlmann (01.12.2009, 10:31):
Original von Amadé
- - ??? mit Helmuth Rilling und dem Stuttgarter Bachorchester

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4010276015185.jpg

diese Aufnahme kenne ich nicht.

Bei Fischer-Dieskau kann man allgemein sagen: Wo Fi-Di draufsteht, ist auch Fi-Di drin, d.h.: der Sänger blieb sein gesamtes Sängerleben unverwechselbar, mit seinen guten wie weniger guten sängerischen Tugenden.

fidis aufnahme unter rilling ist aus 1983. ich kenne mit ihm nur die - wenn ich das so höre, brauche ich keinesfalls eine andere.

ja, unverwechselbar ist er, das steht fest, allerdings auf eine groteske weise. dieses unnatürliche, über-interpretierte singen, das unerträgliche anschleifen der töne, manchmal überschlägt es ihm geradezu die stimme - nie werde ich verstehen, wie einem das gefallen kann.
Armin70 (16.12.2009, 19:34):
Passend in die Advents- bzw. Vorweihnachtszeit kann ich folgende Aufnahmen mit Bach-Kantaten empfehlen:

Zum einen Bachs Adventskantaten:



Eine frische Interpretation mit schön durchdachten Tempi. Das im Text vorkommende "emporschwingen" kommt im Chor sehr gut rüber. Auch die Dynamik und die Artikulation lässt keine Wünsche offen.

Dann Bachs Weihnachtskantaten:



Diese Kantaten sind nicht identisch mit den Kantaten, die im Weihnachtsoratorium verwendet werden.
Interessant ist, dass der Eingangschor der Kantate "Unser Mund sei voll Lachens" BWV 110 identisch ist mit der Ouvertüre der 4. Orchesteruite D-Dur BWV 1069. Höchst virtuos im Wechsel zwischen Soli und Chor und mindestens so eindrucksvoll wie der Eingangschor des Weihnachtsoratoriums.

http://www.youtube.com/watch?v=ayVX-t0ZEiY
Bernfried (05.02.2010, 00:36):
Hallo allerseits!

Meine Wenigkeit ist neu hier. :D

Die Kantaten von Bach werden jedes Wochenende auf den ÖR - Klassiksendern gespielt. Es empfiehlt sich die Anschaffung eines Digitalsat – Festplattenreceivers / Recorders. Sehr aufwandsarm zu handhaben, da man die meisten Geräte so programmieren kann das sie fortlaufend jede Woche zur selben Zeit aufzeichnen. MDR Figaro, NDR Kultur und WDR 3 sind dabei zu bevorzugen. Zudem sind auf den Senderseiten in der Pogramvorschau Infos zu finden. (Für den der sich die Arbeit der Einzelprogrammierung machen möchte.)

Die Termine wo Bachkantaten zu finden sind, Sonntags:

NDR Kultur: 8.00 - 8.40 Uhr
WDR 3: 9.00 - 10.00 Uhr
MDR Figaro: 7.00 - 8.00 Uhr
HR 2: 6.00 - 8.00 Uhr
Deutschlandfunk: 6.00 - 7.00 Uhr
SWR 2: 8.00 - 8.30 Uhr
SR 2: 8.00 - 9.00 Uhr
Nordwestradio: 7.00 - 8.00 Uhr
RBB Kulturradio: 9.30 - 10.00 Uhr
Bayern 4: 8.00 - 8.30 Uhr
Bernfried (05.02.2010, 16:25):
Wer sich einen Überblick über die Bachkantaten verschaffen möchte kann sie hier komplett durchhören, läuft über den Realplayer. Was die Texte betrifft finde ich diese Seite am besten.
Agravain (10.04.2010, 12:20):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/318ocEVqLTL._SS400_.jpg

Kann man das besser machen? Jedesmal, wenn ich zu dieser Box greife, um die weltlichen Kantaten Bachs zu hören, stelle ich mir diese Frage. Und mit schöner Regelmäßigkeit beantworte ich selbige mit einem klaren und überzeugten "nein".
Warum? Ganz einfach. Peter Schreier, der hier sowohl als Sänger als auch als Dirigent fungiert, hat für diese Einspielung ein Ensemble von deutschen Bach-Musikern um sich versammelt, das im Entstehungszeitraum künstlerisch voll im Safte stand. Als Solisten stehen ihm Edith Mathis, Arleén Auger, Lucia Popp, Carolyn Watkinson, Julia Hamari, Theo Adam und Siegfried Lorenz zur Seite, als Chor die ganz hervorragenden Berliner Solisten, als Orchester das ebenso exquisite Kammerorchester Berlin (mit wunderbarem Blech).
Wenn man die Aufnahmen hört, so hört man, dass hier Künstler musizieren, die sich über Jahrzehnte mit Bach auseinandergesetzt haben. Doch ist dies nicht mit bloß routiniertem Musizieren zu verwechseln. Die Künstler präsentieren hier unter der Leitung Schreiers zwar keinen neuen, scheinbar spektakulären HIP-Bach - aber was soll's. Was sie mit großem Enthusiasmus zeigen ist ihr Bach, eine aus der deutschen Tradition erwachsende handwerkllich und künstklerisch einwandfreie Interpretation, die wirklich ihresgleichen sucht.
Schreier lässt forsch musizieren, findet jedoch immer das rechte Tempo, nichts wirkt forciert, weder zu hektisch noch zu getragen, die gesamte Gestaltung ist stets ausgesprochen differenziert, es gibt eine klare interpretatorische Richtung, alles ist sehr klangschön und gut durchdacht. Dabei wird gleichzeitig ein größtmöglich natürlicher Bach-Ton entwickelt. Man meint, Bach hätte es nicht anders machen wollen.

Folgende Kantaten sind enthalten:

BWV 36c "Schwingt freudig euch empor", BWV 209 "Non sa che sia dolore", BWV 203 "Amore traditore", BWV 201 "Geschwinde, ihr wirbelnden Winde - Der Streit zwischen Phoebus und Pan", BWV 202 "Weichet nur, betrübte Schatten", BWV 210 "O holder Tag, erwünschte Zeit", BWV 208 "Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd", BWV 204 "Ich bin in mir vergnügt", BWV 205 "Zerreißet, zersprenget, zertrümmert die Gruft", BWV 207 "Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten", BWV 206 "Schleicht, spielende Wellen", BWV 215 "Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen", BWV 211 "Schweigt stille, plaudert nicht" (Kaffee-Kantate), BWV 212 "Mer hahn en neue Oberkeet" (Bauernkantate), BWV 213 "Lasst uns sorgen, lasst und wachen" und BWV 214 "Tönet ihr Pauken! Erschallet Trompeten!"

Absolute und uneingeschränkte Empfehlung - gerade bei dem für 8 CDs doch sehr moderaten Preis.
Jürgen (04.10.2010, 14:59):
Ich stelle fest, dass ich in letzter Zeit fast regelmäßig Kantaten von Bach höre.
Und ich glaube nicht der Einzige dabei zu sein.

Wie wäre es, wenn wir uns jede Woche eine andere Kantate vornähmen, bei BWV 1 beginnend?
Wenn jede Woche 2-3 Beiträge dazu geschrieben würden, wäre das durchaus ein Erfolg. Aber 2-3 Mitstreiter bräuchte man dafür schon.

Für mich hätte es den Vorteil, endlich einmal Ordnung ins Kantaten-Hören zu bringen.

Um damit nicht allzusehr baden zu gehen, frage ich mal in die Runde, wer noch Interesse an sowas hat?

Grüße
Jürgen
Agravain (04.10.2010, 21:36):
Lieber Jürgen,

da würde ich - eine ganze Reihe der Kantaten betreffend - gern mitmachen. Die Frage ist, ob es realistisch ist, pro Woche zwei oder drei Beiträge einstellen zu können. Ich würde vorschlagen, wir orientieren uns an den jeweiligen Kirchensonntagen und den zusätzlichen Festen (zB Reformationsfest) und bringen quasi einen sonntäglichen Kommentar. Dann müssten wir ja auch nicht der willkürlichen Anordung der Kantaten im BWV folgen. Wenn wir ein Jahr durchhalten, so haben wir dann einen kompletten Kantatenjahrgang besprochen. Was hälst Du davon?
Wir könnten direkt zu Beginn des Kirchenjahres mit dem ersten Advent starten. Welche Bachsche Kantate welchem Sonntag zugeordnet ist, findet sich im Übrigen jeweils HIER.
Welchen Sonntag im Kirchenjahr 2010 (1. Advent 2010 - 20.11. 2011) wir jeweils gerade haben, lässt sich HIER berechnen.

Aufnahmen kann ich bieten: Richter (im Aufbau & bald fertig :D), Leusink (komplett), bisschen Gardiner, bisschen Rilling, Koopman liegt mir leider nicht vor, dafür aber diverse Einzeleinspielungen.

Herzliche Grüße

Agravain
Armin70 (04.10.2010, 21:45):
Hallo,

ich finde die Idee von Jürgen sehr interessant und ich würde da gerne mitmachen. Allerdings besitze ich nicht viele Aufnahmen mit Bach-Kantaten (Rilling, Herreweghe und Rifkin), so dass ich dann nur gelegentlich einige Beiträge dazu beisteuern könnte, d. h. wenn dann gerade ein Kirchensonntag oder ein anderes Fest ansteht, wozu ich die passende Kantaten-Aufnahme habe.
Vielleicht finden sich aber noch andere Kantaten-Liebhaber/innen hier im Forum.

Gruß
Armin
Heike (04.10.2010, 23:31):
Hallo,
da im Kulturradio rbb jeden Sonntag früh 9.30 Uhr eine Kantate (natürlich passend zum Tag) gespielt wird - das ist oftmals meine Sonntags-Frühstücks-Musik - finde ich den Vorschlag schön, die Kirchenjahr- Reihenfolge zu wählen.

Dabei hätten wir am nächsten Sonntag 10.10. auch einen schönen Beginn:
Ich will den Kreuzstab gerne tragen BWV 56
Kantate am 19. Sonntag nach Trinitatis

Ich liebe Bachs Kantaten, zwar habe ich nur wenige Aufnahmen davon, aber ich möchte mich auf jeden Fall beteiligen.
Heike
Jürgen (05.10.2010, 08:46):
Hallo Ihr Kantatenliebhaber,

schön, dass Ihr Interesse zeigt.

Bei der Reihenfolge der Kantaten schließe ich mich gerne Eurem Vorschlag an.
Dem Kantatenkalender nach dem Kirchenjahr folgend ist natürlich authentisch. Da ich diesbezüglich nicht so fit bin müsste ich allerdings immer nachforschen.

Ich habe jedoch hier eine weitere Übersicht gefunden, um nachzuschlagen.

Eine Frage habe ich aber noch: Dem 19. Sonntag nach Trinitatis sind drei Kantaten zugeordnet. Wer (neben RBB) legt eigentlich fest, welche Kantate dieses Jahr dran ist?

@Agravain: Mit 2-3 Beiträgen pro Woche meinte ich, dass eine einzelne Kantate thematisiert ist und 2-3 Kommentare dazu geschrieben werden.

Lediglich zu Ostern und Weihnachten wird es schwierig sein, die vorgegebene Schlagzahl zu halten.

Wann wir anfangen, ist mir egal. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Am nächsten Sonntag mit der Kreuzstabskantate haben wir zu Beginn ein schönes Zugpferd. Außerdem ist das Thema noch frisch.

Mit dem neuen Kirchenjahr zu beginnen, hat auch einen gewissen Charme.
Aber wir können ja vorher schon üben :D.

Grüße
Jürgen
Agravain (05.10.2010, 13:24):
.
Agravain (05.10.2010, 13:25):
Lieber Jürgen, lieber Armin, liebe Heike,

Original von Jürgen
Eine Frage habe ich aber noch: Dem 19. Sonntag nach Trinitatis sind drei Kantaten zugeordnet. Wer (neben RBB) legt eigentlich fest, welche Kantate dieses Jahr dran ist?

Niemand. Man hat quasi die Wahl.

Original von Jürgen
Lediglich zu Ostern und Weihnachten wird es schwierig sein, die vorgegebene Schlagzahl zu halten.

:D

Tatsächlich könnten wir auch direkt am Sonntag mit Kantate BWV 56 anfangen. Ich bin da völlig flexibel. :D

Für im Voraus klärenswert halte ich aber die folgende Frage(n): Was wollen wir eigentlich schreiben? Worauf soll der Fokus liegen? Wollen wir über Inhalt, Form und persönlichen Zugang zu den Kantaten schreiben oder soll es imm Wesentlichen darum gehen, Aufnahmen vorzustellen und ggf. zu vergleichen? Oder beides: Vorstellung der Kantate selbst sowie des eigenen Empfindens und die Vorstellung einer Einspielung, die einem persönlich am Herzen liegt? Schön fände ich, wenn die Diskussion nicht in eine dieser elenden HIP-oder-UNHIP-Debatten abgleiten würde.

:hello Agravain
Armin70 (05.10.2010, 13:43):
Hallo zusammen,

meiner Meinung könnte das so aussehen, dass zu jeder Kantate ein kurzer Abriss über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe geschrieben wird (bitte keine Referate :wink). Dann stellt man die Aufnahme vor, die man von der betreffenden Kantate hat und wie man allgemein die Musik empfindet. Natürlich kann man auch was zur jeweiligen Aufnahme schreiben. Ich schliesse mich aber Agravain an, dass daraus keine dieser ermüdenden Diskussion über HIP oder UNHIP-Debatten entstehen soll.

Auch sollte das nicht so "pseudo-wissenschaftlich" sein, weil dazu kenne ich mich dann doch zu wenig aus und ich habe keine Lust vor jeden Beitrag, den ich schreibe, Fachliteratur bzw. das Web zu durchforsten.

Das ist mein Vorschlag aber ich bin da flexibel.

Gruß
Armin
Jürgen (05.10.2010, 14:26):
Original von Agravain
Für im Voraus klärenswert halte ich aber die folgende Frage(n): Was wollen wir eigentlich schreiben? Worauf soll der Fokus liegen? Wollen wir über Inhalt, Form und persönlichen Zugang zu den Kantaten schreiben oder soll es imm Wesentlichen darum gehen, Aufnahmen vorzustellen und ggf. zu vergleichen? Oder beides: Vorstellung der Kantate selbst sowie des eigenen Empfindens und die Vorstellung einer Einspielung, die einem persönlich am Herzen liegt? Schön fände ich, wenn die Diskussion nicht in eine dieser elenden HIP-oder-UNHIP-Debatten abgleiten würde.

:hello Agravain

Nun, ich denke wir sollten vorab nichts ausschließen. Es wird schon nicht ausarten.

Schön wäre es, wenn es jeweils einen Einführungsbeitrag gäbe, der in wenigen Sätzen über Besetzung, Struktur und Entstehungsumstände informiert, gäbe. Man kann sich ggf. im Vorfeld absprechen, wer das übernimmt.

Vorstellen und Vergleichen von Aufnahmen ist von mir aus sehr willkommen. Man braucht dazu allerdings die entsprechenden Aufnahmen und viel Zeit.


Grundsätzlich würde ich alles in einen Faden schreiben.

Grüße
Jürgen
Agravain (05.10.2010, 14:35):
Original von Jürgen
Nun, ich denke wir sollten vorab nichts ausschließen. Es wird schon nicht ausarten.

Schön wäre es, wenn es jeweils einen Einführungsbeitrag gäbe, der in wenigen Sätzen über Besetzung, Struktur und Entstehungsumstände informiert, gäbe. Man kann sich ggf. im Vorfeld absprechen, wer das übernimmt.

Vorstellen und Vergleichen von Aufnahmen ist von mir aus sehr willkommen. Man braucht dazu allerdings die entsprechenden Aufnahmen und viel Zeit.


Grundsätzlich würde ich alles in einen Faden schreiben.

Grüße
Jürgen

Original von Armin70
Hallo zusammen,

meiner Meinung könnte das so aussehen, dass zu jeder Kantate ein kurzer Abriss über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe geschrieben wird (bitte keine Referate :wink). Dann stellt man die Aufnahme vor, die man von der betreffenden Kantate hat und wie man allgemein die Musik empfindet. Natürlich kann man auch was zur jeweiligen Aufnahme schreiben. Ich schliesse mich aber Agravain an, dass daraus keine dieser ermüdenden Diskussion über HIP oder UNHIP-Debatten entstehen soll.

Auch sollte das nicht so "pseudo-wissenschaftlich" sein, weil dazu kenne ich mich dann doch zu wenig aus und ich habe keine Lust vor jeden Beitrag, den ich schreibe, Fachliteratur bzw. das Web zu durchforsten.

Das ist mein Vorschlag aber ich bin da flexibel.

Gruß
Armin

Ich denke, dass wir - so wie sich das anhört - d'accord sind. Gibt es noch weitere bzw. andere Ideen?

:hello Agravain
Heike (05.10.2010, 16:56):
Ich bin da ganz eurer Meinug und würde auch alles in einen Faden schreiben und sowieso nicht ganz so dogmatisch vorgehen; also wenn wir mal eine Woche auslassen oder sich niemand für die Einführung findet, dann ginge es eben eine Woche später weiter.

Zu jeder Kantate sollte der Einführungsbeitrag dann eben in das Werk einführen: Entstehung, Struktur, Besonderheiten, evt. Aufnahmen und persönliches. Und dann können sich alle, die Lust haben, daran beteiligen oder auch nicht.

Wer würde sich denn bereitfinden, die Einführung für diesen Sonntag zu BWV 56 zu übernehmen (denn falls niemand so schnell ist, dann fangen wir lieber später an)?

Und falls wir die rbb Reihenfolge weiterverfolgen würden (was umständliche Absprachen zum ausgewählten Werk überflüsisg machen würde), dann könnte man sich, falls man keine Aufnahme hat, auch die rbb Sendung mitschneiden, wenn man die Kantate kennenlernen will. Man könnte schon für die nächsten Wochen immer nachsehen, was dann drankommt, unter http://www.kulturradio.de/programm/ oben den Sonntag auswählen und um 9.30 Uhr schauen.

Heike
Jürgen (05.10.2010, 22:27):
Ich werde die Einführung für diesen Sonntag zu BWV 56 übernehmen.

Es sei denn, jemandes Herzblut hängt daran.

Fadeneröffnung dito.

In Vorfreude
Jürgen
palestrina (05.03.2013, 20:46):
Habe heute beim Stöbern bei 2001 eine Schnäppchen CD ergattert !

J. S. BACH
Arien und Kantaten für Tenor und Orchester , Titel: Bleibt, ihr Engel bleibt bei mir
MARKUS BRUTSCHER -Tenor
Barockorchester Le Chardon
Leitung Hajo Wienroth

Darauf : Kantate BWV 82 "Ich habe genug"
Dies ist meine absolute Lieblings Kantate , und ich kenne sie in vielen Interpretationen
mit Bass, Bassbariton, Bariton, aber mit Tenor etwas ganz neues und was soll ich sagen
das hat meinem Herzen richtig gut getan, erstens eine fantastische Stimme( kenne ihn
schon aus div. Händel Einspielungen) die einen sehr berührt , die Einspielung fand in der
Kirche in Leer statt , somit hat die Einspielung auch eine gewissen Hall, eben wie in einer
Kirche, das verstärkt noch den Eindruck!
Und die Titel Arie aus BWV 19 , die Arie aus BWV 249, Sanfte soll mein Todeskummer,
sind zum Abheben!!!!!!!!!

LG palestrina
tapeesa (01.01.2021, 15:23):
Habe das Vorhaben, mich dieses Jahr anhand der HR2 Sendung "geistliche Musik" auch etwas konsequenter mit den Bachkantaten zu beschäftigen.
Die Sendung ist Sonntags von 6.04 - 7.30 Uhr. Feiertags, wie heute, auch (ob jeden, weiß ich nicht).
Die Bach-Kantate direkt meist ab 7 Uhr, 7.05, 7.10 Uhr ca.

https://www.hr2.de/suche/index.nc.html?query=geistliche+musik

Über die Suche habe ich nur diesen Thread entdeckt.

Falls dieses Vorhaben:

Ich werde die Einführung für diesen Sonntag zu BWV 56 übernehmen.
in einem anderen Thread begonnen wurde, habe ich es nicht entdeckt.

Ich bin da ganz eurer Meinug und würde auch alles in einen Faden schreiben und sowieso nicht ganz so dogmatisch vorgehen; also wenn wir mal eine Woche auslassen oder sich niemand für die Einführung findet, dann ginge es eben eine Woche später weiter.
Das finde ich sehr sympathisch / ansprechend und würde es gerne locker aufgreifen.
Mir ist vom Sender her HR 2 näher - das Kirchenjahr ist nicht mehr neu, ich beginne nun mit dem neuen Kalenderjahr.

Der Wunsch hier war "nicht zu komplex", zu tief - das käme mir entgegen. Ich hätte Bedarf ab und an mal etwas zum Gehörten festzuhalten. Falls es konkreter um eine Kantate gehen soll, könnte man der dann einen eigenen Thread widmen.
Andere Kantaten, Aufnahmen, Einspielungen im Jahresrhythmus - da sehe ich kein Problem, wenn jemand andere Schwerpunkte hat, einen anderen Radiosender bevorzugt, ebenso bezüglich Ergänzungen. Aber kann natürlich gerne auch aktuell diskutiert werden.

Ich beginne für heute mit der in der Sendung eingespielten Kantate.
tapeesa (01.01.2021, 15:23):
Johann Sebastian Bach - Singet dem Herrn ein neues Lied (BWV 190)

Stefan Kahle, Alt; Christoph Genz, Tenor; Matthias Weichert, Bass
Thomanerchor & Gewandhausorchester Leipzig, Georg Christoph Biller

Die Infos der Sendung zur Kantate (Moderation: Meinolf Bunsmann):

Johann Sebastian Bach hat diese Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig für den 1. Januar 1724 komponiert.
Die unvollständige originale Partitur ( in den beiden Anfangssätzen nur Sing- und Violinstimme) wurde von Ton Koopman rekonstruiert.

Festliche Besetzung: neben Chor und Streichorchester je 3 Trompeten und Oboen, sowie auch Pauken.
___

Wikipedia sagt noch, dass Bach die Kantate 1730 für die Zweihundertjahrfeier des Augsburger Bekenntnisses (laut Philidor ist der Anlass nicht ganz gesichert) zu Singet dem Herrn ein neues Lied, BWV 190a umgearbeitet hat.
Auch eine von Bach komponierte doppelchörige Motette (BWV 225) gibt es unter dem Titel.
______

Dabei mag ich es erstmal belassen. Mein Fokus liegt auf einer Annäherung und auf "Einfühlen".
Momentan bin ich ganz beim festlichen Eindruck des Werks und werde vermutlich, wenn es passt, als nächstes näher zum Text schauen.



Thomanerchor Leipzig, Das Kirchenjahr mit Johann Sebastian Bach, Weihnachten
Philidor (01.01.2021, 15:42):
Wikipedia sagt noch, dass Bach die Kantate 1730 für die Zweihundertjahrfeier des Augsburger Bekenntnisses zu Singet dem Herrn ein neues Lied, BWV 190a umgearbeitet hat.
Meines Wissens ist der Anlass zur Überarbeitung nicht ganz gesichert, nur plausibel.

Mir liegen die Aufnahmen mit Rilling, Koopman, Gardiner und Suzuki vor. Wie so oft, ist mir die Aufnahmer mit Masaaki Suzuki die liebste.



Die Solisten (Robin Blaze, James Gilchrist, Peter Kooij) überzeugen mich durchweg. Der EIngangschor, rekonstruiert von Masato Suzuki, dem Sohn des Dirigenten, hält etwa die Mitte zwischen Koopmans klanglicher Fülle und Gardiners mitreißender Spielfreude. Suzukis Ansatz kommt gerade der Fuge und den beiden eingebetten Choralzeilen aus Luthers Fassung des "Te Deum" ("Herr Gott, dich loben wir) zugute.

Gruß
Philidor

:hello
tapeesa (02.01.2021, 20:09):
Meines Wissens ist der Anlass zur Überarbeitung nicht ganz gesichert, nur plausibel.
Ich habe das ergänzt und mir dann erstmal 2 Bücher bestellt, nachdem noch mehr Fragezeichen aufgetaucht sind. :)
Das mit den anderen 4 Neujahrskantaten habe ich auch rausgenommen, da ich meine Formulierung bezüglich Kompositionsdaten missverständlich fand.

Werde mich weiter "vorstottern" - das ist so Neuland - falls jemand Fehler im Geschriebenen auffallen: gerne korrigieren.
Philidor (02.01.2021, 20:12):
Werde mich weiter "vorstottern" - das ist so Neuland
Alles gut ...

... die Idee des Forums verstehe ich so, dass mehrere Einzelinformation und Einzelmeinungen es einem geneigten Leser, einer geneigten Leserin erlauben, sich selbst ein Bild zu machen und mit eigenem Denken fortzusetzen, was in den Beiträgen angelegt ist.

Also grundsätzlich ein offener Ansatz. Keine endgültigen Wahrheiten. (und wo gibt es die schon?)

Gruß
Philidor

:hello
tapeesa (03.01.2021, 11:09):
Keine endgültigen Wahrheiten. (und wo gibt es die schon?)

Das sehe ich prinzipiell auch so - und ich glaube ja auch nicht alles unbenommen, was mir über den Weg läuft
___________

Heute:

Ach Gott, wie manches Herzeleid, BWV 58

In der Aufnahme des
Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, Leitung Ton Koopman
Sopran: Johannette Zomer, Bass: Klaus Mertens

Die Kirchenkantate ist für den ersten Sonntag nach Neujahr bestimmt.
Wurde vermutlich am 05.01.1727 in Leipzig uraufgeführt.

Meinolf Bunsmann von HR 2 spricht von unbekanntem Textdichter.

Auf Bach-Digital .de stehen gleich 3:
Christoph Birkmann (1703–1771)
Martin Moller (1547–1606)
Martin Behm (1557–1622)

und hier
https://webdocs.cs.ualberta.ca/~wfb/cantatas/58.html

ist der unbekannte Dichter wieder - neben zwei bekannten :/

Jetzt doch noch Wikipedia:
- erster Satz:
Verwendung der ersten Strophe des Lieds Ach Gott, wie manches Herzeleid von Martin Moller (1587)
- letzter Satz:
enthält die zweite Strophe aus dem Choral O Jesu Christ, mein’s Lebens Licht von 1610 (Martin Behm)
- Die Binnensätze werden dem Theologen und Bachschüler Christoph Birkmann zugeschrieben.

Laut Radiosendung: eng an das Evangelium des Sonntags angelehnt.
Gegenüberstellung der zeitlichen Leiden auf Erden / himmlische Freuden.
Irgendwo habe ich noch etwas von Kampf der Welt gegen den Glauben gelesen.

... wenn das so weitergeht, kann ich in einem halben Jahr vielleicht etwas zur musikalischen Struktur sagen ;( , momentan gehe ich bereits vorher schon verloren ... (mit leichtem Zwinkern geschrieben / ich kann es mit Humor nehmen)

Jetzt mag ich die Kantate erstmal in Ruhe hören.



J. S. Bach Cantatas Vol. 17