Habe die CD gerade nach langer Zeit mal wieder eingeschoben. Ich habe zu allem Überfluß auch noch Argerichs ersten Versuch zusammen mit Kovacevich (Philips Duo 4465572).
Gruß,
Zelenka
AcomA (05.04.2006, 16:34): hallo Sergejewitsch und Jan Dismas,
beide platten sind absolute topscorer, ich habe sie auch schon längere zeit. den bartok/ravel habe ich mir übrigens in teheran gekauft ! da gibt es wirklich alles ! die haben z.b. die testament-reihe komplett ausgestellt ! fliege nächste woche wiedermal dorthin. 1001 nacht !
gruß, siamak :engel
AcomA (05.04.2006, 16:40): liebe freunde,
ich möchte hier näher auf die medtner/rachmaninov-platte eingehen:
nikolai medtner knight errant op. 58,2 russischer rundtanz op. 58,1
sergei rachmaninov suite nr. 2 op. 17 russische rhapsodie op. posth. symphonische tänze op. 45
sämtliche hier eingespielte werke sind für zwei klaviere konzipiert. davon abgesehen, dass beide komponisten miteinander sehr befreundet waren, so gibt es auch musikalisch gemeinsamkeiten: polymelodik, exotische rhythmik, stark kontrapunktische konstruktionen. beide sind der spätromantik verpflichtet. die bedeutendsten schöpfungen sind rachmaninovs 2. suite f. zwei klaviere (alexander goldenweiser gewidmet) und quasi seine letzte komposition ('mein letzter funke'), die symphonischen tänze. zwar wurden die tänze für eugene ormandy und seinem philadelphia orchestra geschrieben, aber zunächst erschienen sie als version f. zwei klaviere, so dass meiner meinung nach dieses werk auf den flügeln viel reichhaltiger wirkt als mit orchester.
dimitri alexeev und nikolai medtner sind beide schüler dimitri bashkirovs (petersburger und moskauer konservatorium) gewesen, so dass sie mit ihren fähigkeiten für obige komponisten prädestiniert sind: kunst des singens, ehernes technisches rüstzeug, 'russische seele'. beide komponisten haben immer wieder ihr ausgeprägtes heimweh kompositorisch zum ausdruck gebracht. was dieses duo so interessant macht (ähnlich wie bei argerich und freire): es handelt sich nicht um geschwister, die ein leben lang immer zusammen gespielt ahben und wie eine einheitliche maschine sich präsentieren, sondern ihre unterschiedlichen arten zum verschmelzen bringen. ihre interpretation der 2. suite ist argerich/freire ebenbürtig, die symphonischen tänze habe ich nicht besser gehört. lyrischer höhepunkt: der mittelteil (lento) des ersten satzes aus den symphonischen tänzen. eine jener wunderschönen melancholischen melodien rachmaninovs, wie wir sie auch in den etudes tableaux oder den corelli-variationen antreffen. Aufnahmetechnisch exzellent bei etwas hart intonierten flügeln erstellt.
gruß, siamak :engel
Rachmaninov (05.04.2006, 17:26): @Siamak,
die Alexeev/Demidenko Aufnahme ziehe ich auch der Aufnahme mit Argerich/Rabinowitsch ganz eindeutig vor. Zu ungleich sind die Qualitäten bei Argerich/Rabinowitsch verteilt.
Da ist das Päarchen Alexeev/Demidenko doch ebenbürtiger.
Genannt werden kann, nein muß, aber auch die grandiose Aufnahme von Argerich/Pletnev mit Prokofiev Cinderella Suite (Transkribtion durch Pletnev) und Ravels Ma Merer l'Oye.
Auch diese Aufnahme zeigt wie viel Freude es machen kann wenn 2 Pianisten von Weltklasse gemeinsam Musik genießen.
:down
AcomA (05.04.2006, 17:50): lieber Richard,
und dieses cover deiner letztgenannten platte, die ich auch habe (hatte mir meine schwester geschenkt), ist ebenfalls 'spitze' ! wahre kunst.
gruß, siamak :engel
Zelenka (05.04.2006, 17:59): Und dann ist da auch noch Debussy, z.B.
En blanc et noir für zwei Klaviere R. Casadesus, G. Casadesus (Philips Great Pianists of the 20th Century 4567392) Richter, Britten (Decca Britten at Aldeburgh 4668212) Argerich, Kovacevich (Philips Duo 4465572)
Argerich/Kovacevich gewinnen hier um Längen.
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (03.05.2006, 21:27): Wie mir gerade auffällt wurde bisher die Sonate für 2 Klaviere op.34b hier noch gar nicht genannt.
Derzeit besitze ich lediglich die Aufnahme mit Suchanov / Afanassiev
Diese gefällt mir recht gut, allerdings wäre ich durchaus auch an einer Alternative interessiert!
Kennt jemand die Aufnahme von Argerich / Zilberstein (EMI) ?
nikolaus (04.05.2006, 12:47): @ Rachmaninov
Na klar kenne ich die Aufnahme mit Argerich/Zilberstein :wink! Ich finde sie (natürlich) sehr gut, besser als Argerich/Rabinovitch, da etwas spontaner und live. Sie ist sehr energetisch/zupackend und rhythmisch. Ich liebe diese Sonate sehr, auch das ihr zugrunde liegende Quintett. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine Alternativ-Aufnahme zulegen?!
Vorteil bei Argerich/Zilberstein ist ein schwungvolles Mendelssohn Trio Nr. 1 mit Argerich/Capucon-Brüder. Bei Argerich/Rabinovitch sind noch die Haydn-Variationen dabei sowie einige Walzer - auch schön.
Ich glaube, ich werde Argerich/Zilberstein gleich in den Player schieben :thanks für den Tip!
Nikolaus.
Rachmaninov (12.07.2006, 10:41): MIr ist eben aufgefallen, daß hier die Werke SchostakowitschÄs noch gar nicht genannt wurden.
Nun, dann möchte ich dies tuen.
Zu nennen sind die Suite für 2 Klaviere op.6 und das Concertino für 2 Klaviere op.94
Wie man unschwer erkennen kann sind die Werke innerhalb völlig unterschiedlicher Lebensabschnitte Schostakowitsch entstanden!
Op.6 ist aus dem Jahr 1922 und op.94 entsand 1953.
Als Empfehlung würde ich die Aufnahme von Tanyel & Brown nennen.
Es soll jedoch von op.94 eine Aufnahme von Dimitri mit seinem Sohn Maxim geben! :engel
Von Ilya Dimov gibt es ein Arrangement von op.94 für Klavier und Kammerorchester.
Estmalig eingespielt von Florian Uhlig.
Die Aufnahme hatte ich im Rahmen der Schostakowitsch Klavierkonzerte bereits vorgestellt.
Rachmaninov (31.07.2006, 09:13): Gestern entdeckte ich, daß es von der 4. Sinfonie Schostawitsch's eine Version für 2 Klaviere gibt.
Derartiges stelle ich mir sehr reizvoll vor und frage mich ob ihr ggf. andere Versionen für 2 Klaviere bekannter Sinfonien kennt!
R
satie (31.07.2006, 10:59): Ergänzend hätte ich noch anzubieten:
Milhaud: Scaramouche (es gibt auch eine Fassung mit Orch.) Ligeti: Monument Selbstportrait Bewegung (drei Stücke für zwei Klaviere) Cage: Winter Music (für beliebig viele Klaviere) Bartok: 7 Stücke aus Mikrokosmos Stockhausen: Mantra (zwei Pianisten und Ringmodulatoren) Strawinsky: Konzert für zwei Soloklaviere (1935) (ohne Orch.)
Mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Satie
ab (01.08.2006, 17:13): Original von Rachmaninov Gestern entdeckte ich, daß es von der 4. Sinfonie Schostawitsch's eine Version für 2 Klaviere gibt.
Derartiges stelle ich mir sehr reizvoll vor und frage mich ob ihr ggf. andere Versionen für 2 Klaviere bekannter Sinfonien kennt!
R
Schostakowitsch hat seine eigene 10.-Sinfonie-Bearbeitungen (live?) zusammen mit Vainberg am Klavier eingespielt! (RussianRevelation)
Mahlers Sinfonien gibts bei mdg: Piano Duo Zenker / Trenkner
Bei BIS gibts Glasunows 6., Rachmaninovs Der Fels sowie Scriabins 4. vom Duo Achatz/Nagai - genauso Tschaikowskijs 5.:
Rachmaninov (01.08.2006, 20:28): Original von ab
Schostakowitsch hat seine eigene 10.-Sinfonie-Bearbeitungen (live?) zusammen mit Vainberg am Klavier eingespielt! (RussianRevelation)
Bin mir uahc nicht sicher ob es sich um eine live Aufnahme handelt!
Danke für den Hinweis auf die BIS Aufnahmen :hello
satie (01.08.2006, 20:57): Hmmm.... ich sehe nicht ganz den Reiz von Bearbeitungen von Symphonien etc. für zwei Klaviere (oder gar eines allein wie bei Liszt). Der Sinn dieser Auszüge lag ja darin, dass sich jemand auch zuhause mit den Werken in irgendeiner Weise befassen konnte, damals als die gute Schallplatte noch nicht existierte. Natürlich nicht ausschließlich, mitunter ging es auch um die Virtuosität (Liszt wieder). Ich weiss nicht, mir geht hier einfach nur viel von den Farben verloren. Mag sein, dass man vielleicht manchs transparenter hört, aber dann sind mir Originalkompositionen doch lieber. Generell finde ich die meisten Bearbeitungen nicht gut. Aber das mag Geschmackssache sein.
Satie
Rachmaninov (02.08.2006, 07:33): Original von Satie Hmmm.... ich sehe nicht ganz den Reiz von Bearbeitungen von Symphonien etc. für zwei Klaviere (oder gar eines allein wie bei Liszt). Der Sinn dieser Auszüge lag ja darin, dass sich jemand auch zuhause mit den Werken in irgendeiner Weise befassen konnte, damals als die gute Schallplatte noch nicht existierte.
Hier hast Du natürlich im Grundsatz recht! Vor allem dienten solche Auszüge ja auch zur Vorstellung und Durchsprache mit anderen Musikern oder Dozenten im kleinen Rahmen.
Ich weiss nicht, mir geht hier einfach nur viel von den Farben verloren.
Natürlich können selbst 2 Klaviere das Klangspektrum eines Sinfonieorchesters niemals nachbilden.
Schon alleine der Unterschied zu den Eigenschaften der Streichinstrumente ist ja erheblich.
Rachmaninov (16.01.2007, 16:43): Gerade höre ich mit vollem Entzücken die Suiten für 2 Klaviere von Arensky
die Moldau http://magazin.klassik.com/records/covers/8871_400x400.jpg
YJ (25.12.2007, 16:39): Milhaud: Scaramouche (es gibt auch eine Fassung mit Orch.) Ligeti: Monument Selbstportrait Bewegung (drei Stücke für zwei Klaviere) Cage: Winter Music (für beliebig viele Klaviere) Bartok: 7 Stücke aus Mikrokosmos Stockhausen: Mantra (zwei Pianisten und Ringmodulatoren) Strawinsky: Konzert für zwei Soloklaviere (1935) (ohne Orch.)
Das könnte man noch ergänzen durch:
Messiaen: Vision de l'amen Schostakovitsch: Concertino für 2 Klaviere Rachmaninov: Suite-tableaux (glaub op.5 und op.17)
Ich finde 2-klavierig auch interessanter als vierhändig, da man auf zwei Klavieren einfach mehr Möglichkeiten zur Gestaltung hat, während man bei vierhändig halt doch auf eine Tastatur beschränkt ist, da könnte man gleich solo spielen :P
Diese CD habe ich letztens als Werbegeschenk anlässlich eines Zeitschriftenabonnemnts erhalten.Abgesehen vom Bolero eine ganz hervorragende CD wie ich finde und ein sehr willkommenes Geschenk.
Die CD enthält die Rhapsodie espagnole für zwei Klaviere, Ma Mère l´Oye für vier Hände, die Pavane pour une Infante défunte in einer Bearbeitung für vier Hände und den Bolero in einer Bearbeitung für 2 Klaviere und Perkussion (außerdem noch zwei Soloklavierstücke). Die Rhapsodie und die Pavane finde ich zum Niederknien!
Den Bolero allerdings finde ich weniger gelungen. Zwar ist es folgerichtig, dass die Geschwister Labeque das Arrangement für Klavier mit Perkussion unterlegen, allerdings hätte dies für mein Dafürhalten monotoner geschehen sollen. Es hätte gereicht, stets ein und dasselbe "Rhytmus"instrument zu benutzen, etwa eine Trommel. Wohl um der Abwechslung Willen und damit den beiden Perkussionisten nicht langweilig wird ?( werden auch andere Perkussionsinstrumente/Rhythmusgeber eingesetzt, zwar dezent, aber trotzdem störend (insbesondere ein Instrument wirkt, wenn auch sehr leise im Hintergrund für mich störend, weiss nicht genau, um was es sich handelt, klingt ein wenig wie Castagnetten)...die Faszination des Bolero liegt in der Wiederholung und der vermeintlichen Monotonie..."Abwechslung" passt in meinen Ohren nicht zu einer derart minimalistischen Idee - ohne die störende Perkussion würde der Bolero mit zwei Klavieren bestens funktionieren, denke ich..
Macht aber nichts, die anderen Stücke sind auf allerhöchstem Niveau interpretiert
Gruß Henning
ab (08.02.2007, 12:19): Brahms Requiem in der Fassung für 2 Klaviere. Dazu hier.
Sarastro (07.03.2008, 22:17): Mich wundert, daß der Name Mozart in diesem Zusammenhang nicht genannt worden ist, sofern ich nichts übersehen habe. Die entsprechenden Werke sind:
1. Das Konzert für zwei Klaviere Es-Dur, KV 365, 1779 für, wie allgemein angenommen wird, Mozart selbst und seine Schwester Nannerl komponiert. 2. Die Sonate für zwei Klaviere in D-Dur, KV 448, aus dem Jahr 1781, ein sehr sprühendes und inspiriertes Meisterwerk. 3. Die Fuge für zwei Klaviere c-Moll, KV 426, komponiert Ende 1783, ein wunderbares und höchst ausdrucksstarkes Zeugnis von Mozarts intensiver Beschäftigung mit Bachs Kontrapunktik (bekannter ist vermutlich die von Mozart selbst 1788 arrangierte Fassung für Streichquartett KV 546, der er ein nicht minder ausdrucksstarkes und spannungsgeladenes Adagio in derselben Tonart vorangestellt hat). Ein Mozart, wie er gängigen Klischeevorstellungen in keiner Weise entspricht!!
Alle drei Werke (ohne die zuletztgenannte Streichquartettversion, versteht sich) sind vereinigt auf einer Schallplattenaufnahme aus dem Jahr 1967 mit Alfred Brendel und Walter Klien (ich habe nicht nach neueren Aufnahmen recherchiert; mir genügt vorläufig diese eine).
Daß jemand auch zu diesen Werken - insbesondere zu KV 448 und 426 - findet und davon angesprochen wird, hofft Sarastro
EinTon (07.03.2008, 22:22): Sehr schön die Hindemith-Sonate:
Ludwig Hoffmann und Ingrid Haebler, augenblicklich nur in der Mozart-Gesamtwidergabe bei Philips zu haben, hier auch die Werke zu 4 Händen. Das Konzert KV 365 gibt es ja in zig Aufnamen.
Gruß Amadé
HenningKolf (08.03.2008, 09:34): &Sarastro
Dass das Mozart´sche Werk für 2 Klaviere bzw. für 4 Hände bei den Forumsmitgliedern keine Rolle spielt kann ich mir weniger vorstellen. Denn ich bin erstens "Mozartmuffel" - höre ihn sehr selten - und habe mich jahrelang ausschließlich mit sinfonischer Musik und Konzerten beschäftigt, bin also was Soloklaviermusik (und Duos) betrifft noch ein ziemlicher Frischling. Aber sogar ich nenne zwei CDs des Duos Tal/Groethuysen mein Eigen, die ich - gelegentlich - höre. Auf dieser hier http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EWSDYA4SL._SS500_.jpg sind auch die von dier angesprochenen beiden Stücke. Ich glaube, Tal und Groethuysen interpretieren ziemlich gut, aber für ein fundiertes Urteil fehlen mir erstens Erfahrung, zweitens Vergleichsmöglichkeiten (Anschaffungen in dieser Richtung sind aber auch nicht mehr geplant).
Gruß Henning
Sarastro (08.03.2008, 11:22): Hallo Henning, es lag mir ja auch völlig fern, den Forumsmitgliedern pauschal ein mangelndes Interesse für Mozarts Musik für zwei Klaviere zu unterstellen. Da aber die Beiträge zeitlich erst mit Schubert anfangen und ihren Schwerpunkt in der Musik des 20. Jahrhunderts haben - warum auch nicht? -, glaube ich, daß dem einen oder anderen die Erinnerung an bzw. der Hinweis auf diese beiden Meisterwerke für zwei Klaviere Solo vielleicht von Nutzen sein könnte. Ich habe eben in die von Dir genannte Aufnahme bei jpc hineingehört; die Interpretation der beiden genannten Werke, soweit ich den Ausschnitten entnehmen kann, wirkt überzeugend, die Fuge wird - wie aber bei Brendel / Klien eben auch, soviel ich mich erinnere - "markig" und zügig gespielt
Schöne Grüße, Sarastro
YJ (23.03.2008, 00:02): es lag mir ja auch völlig fern, den Forumsmitgliedern pauschal ein mangelndes Interesse für Mozarts Musik für zwei Klaviere zu unterstellen. Da aber die Beiträge zeitlich erst mit Schubert anfangen und ihren Schwerpunkt in der Musik des 20. Jahrhunderts haben - warum auch nicht? -, glaube ich, daß dem einen oder anderen die Erinnerung an bzw. der Hinweis auf diese beiden Meisterwerke für zwei Klaviere Solo vielleicht von Nutzen sein könnte. Da gebe ich dir Recht, man soll Mozarts Werke für zwei Klaviere auf keinen Fall vernachlässigen. Habe KV448 selber gespielt, eine tolle Sonate. Mozart war schon in der Lage, mehr als gekonnt die neuen Möglichkeiten, die er nun an zwei Klavieren hatte, auszuschöpfen, das macht das Werk so interessant und lebendig.