Krenek, Ernst (1900-1991): Du Fremder, Zugereister!
thwinter12 (30.08.2009, 11:00): Original von thwinter12 aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (22.08.2009) Jetzt amüsiert mich sowohl textlich als auch musikalisch ein Neuerwerb von gestern:
Ernst Krenek (1900-1991) "Reisebuch aus den österreichischen Alpen" Heinz Zednik (Tenor) + Konrad Leitner (Klavier) 1995 Preiser 1996 Original von ab aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (27.08.2009) wie ist denn die gesanglich? (Die bekannte Konkurzen von Holzmair kann ich mir einfach nicht anhören bei der unflexiblen Stimmführung mit dem nervigen Tibre.)
Vorausgeschickt sei, dass ich die Einspielung mit Holzmair nicht kenne. Ich kann mich nur erinnern, dass sie auch Travi einmal hörte und damals der folgende kurze Austausch zwischen uns stattfand:
Original von Travi aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (22.03.2009) Mit Krenek hat's heute begonnen, mit Krenek hört's heute wohl auch auf:
Eine kleine, merk-würdige Kostbarkeit, Kreneks Reisebuch aus den österreichischen Alpen, eine teilweise auch ironisch gebrochene Huldigung an Schubert und an Österreich. Original von thwinter12 aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (23.03.2009) DAS ist schon ein ganz besonderes Stück Krenek! Beim Hören dieses Liedzyklus kommt mir oftmals ein Schmunzeln aus - ein geistreicher Text, der sowohl zynische als auch ironische Passagen enthält - Krenek pur eben.
Überhaupt schätze ich an ihm sehr, dass er zu den meisten seiner Opern und Lieder(zyklen) auch die Texte selbst verfaßte.
Über diesen Komponisten möchte ich mich außerdem in die Welt der Errungenschaften der Kompositionstechniken des vorigen Jahrhunderts (Atonalität, Zwölftontechnik, serielle Musik etc.) vortasten, mit denen ich mich teilweise noch nicht so anfreunden konnte. :A Krenek war ja "Universalist", der so ziemlich alles ausprobierte! Aber da halte ich es so wie Du bei "Jonny spielt auf":
Original von Travi Macht aber nichts; da muss ich dann eben nochmal ran... Nachdem ich von Krenek so einige Tonträger zusammengesammelt habe, wird das sicherlich eine spannende Reise... :down
Mit Kreneks "Reisebuch" kam ich in der nachfolgenden Interpretation das erste Mal in Kontakt:
Ernst Krenek (1900-1991) "Reisebuch aus den österreichischen Alpen op. 62“ Markus Köhler (Bariton) + Reinhard Schmiedel (Klavier) 1992 cpo 1993
Der Liedzyklus ist hier stimmlich sicherlich tadellos gesungen (Bariton ist übrigens meine Lieblingsstimmlage - speziell der Bassbariton! :down) - mir FEHLT nur etwas: nämlich die gewisse Portion "(Wiener) Schmäh", welche den teils sarkastischen, teils ironischen Texten Kreneks den noch angemesseneren Ausdruck verleihen könnte.
Somit wollte ich mir beizeiten eine Einspielung mit einem österreichischen Sänger zulegen (etwa zwei Jahre zogen ins Land :ignore). Dabei bin ich auf die beiden Aufnahmen bei Preiser Records gestoßen:
-) Heinz Zednik (ein Tenor von dem ich las, dass er ein passabler Darsteller in Wagner-Opern war) und -) Julius Patzak (ebenfalls Tenor; eine Mono-Aufnahme).
Als sich letzte Woche die (günstige) Gelegenheit ergab, habe ich bei Ersterer zugegriffen.
Die Lieder werden von Zednik bis ins kleinste Detail intelligent vorgetragen und bei Ihm hörte ich dann auch den vermissten „(Wiener) Schmäh“ heraus - für mich also eine durchaus empfehlenswerte Einspielung dieses Liederzyklus. (Einziger Wermutstropfen: Er müsste halt ein Bariton sein. :ignore)
Fortsetzung folgt… :wink
Servas, Thomas
thwinter12 (30.08.2009, 11:01): Hallo allen,
nach dem obigen Posting zu Kreneks "Reisebuch" nun eine kurze Einleitung zum Komponisten selbst. Zunächst sei erwähnt, dass der Titel des Threads aus einer Textpassage eben dieses Werkes stammt und es auch gleichzeitig der Titel einer etwa halbstündigen Fernsehdokumentation ist. Diese Worte aus dem Jahr 1929 sollten später auch Kreneks Schicksal versinnbildlichen, denn nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 musste er aus seiner Heimat fliehen und in die USA emigrieren.
Ich habe mich für diese Threaderöffnung entschlossen, da mir Ernst Krenek aus folgendem Grund sehr am Herzen liegt: Er ist eigentlich einer der wenigen Komponisten des vorigen Jahrhunderts, bei dem ich es zumindest ansatzweise versuche, mich Zwölftonmusik und serieller Musik zu widmen und diesen etwas abzugewinnen. Seine Schaffensphasen können größtenteils sehr sauber in die verschiedenen Kompositionstechniken unterteilt werden.
Zugeben muss ich aber auch, dass ich mich am besten in seinen tonalitätsfreien, neoklassizistischen und romantischen Werken zurechtfinde. Ab der Dodekaphonie wird es dann für meine Sinne immer schwieriger beim Hören Zusammenhänge zu finden und zu begreifen. (Oder sollte ich das bei „Neuer Musik“ erst gar nicht versuchen, sondern einfach nur das Dargebrachte auf mich einwirken lassen?) ?(
Weshalb ich dazu gerade diesen Komponisten auswählte, kann ich nicht genau sagen. Vor Jahren stieß ich auf eine CD mit einer Auswahl seiner Klavierwerke quer durch alle Schaffensperioden und war wie gebannt (aber nicht nur begeistert!) über diese „moderne Musik". Vielleicht auch gerade dieser Komponist weil er ein (vertriebener) „Landsmann“ von mir ist und ich seine Lebensgeschichte interessant finde!?
Herausragende Werke, die mir spontan einfallen, sind für mich sein erstes Streichquartett, seine ersten beiden Symphonien und seine sieben Klaviersonaten. Bekannt dürfte er der Öffentlichkeit aber vor allem durch seine Opern sein: "Jonny spielt auf", "Das geheime Königreich", "Karl V.", "Sardakai" etc. Bei der Beschäftigung mit dieser Werkgattung Kreneks stehe ich zwar noch am Anfang (Ihr wisst ja wie es bei mir diesbezüglich steht) :wink, aber so nach und nach möchte ich mir seine Opern zu Gemüte führen. Da gibt es sicherlich noch einiges zu entdecken und ich schätze an Krenek sehr, dass er für den Großteil seiner Opern auch selbst die Texte verfasste.
Löblichst sei abschließend vermerkt, dass zwar laufend nicht allzu viele neue Veröffentlichungen mit Aufnahmen seiner Werke auf den Markt kommen, diese Einspielungen aber immerhin in regelmäßigen Abständen und auf hohem Niveau von bestimmten Labels und Künstlern schon über Jahrzehnte hinweg stattfinden. Hier seien vor allem die Labels "Capriccio" und "Phoenix" erwähnt. Zusätzlich erschienen in den 1990er Jahren eine Menge interessanter Aufnahmen bei "ORFEO" und "cpo"(leider aber schon teilweise vergriffen).
Vielleicht kennen ja außer mir, ab und Travi noch Andere von Euch Werke von Krenek und dazu entsprechende Aufnahmen... Servas, :hello Thomas
ab (02.11.2009, 23:22): Krenek, Ernst : Sonata for Piano no 2, Op. 59
Maria Yudina vergriffen bei Melodiya, nun in der Serie bei Vista Vera: The Legacy of Maria Yudina Vol 2
http://www.hbdirect.com/coverm/56/955856.jpg
Krenek, Ernst : Sonata for Piano no 3, op. 92 Glenn Gould in der Sony Glenn Gould Edition http://ecx.images-amazon.com/images/I/51NKG7T8P9L._SL500_AA240_.jpg
und unbedingt seine ganz grandiose Autobiographie, ein sprachlich und inhaltliches Juwel über die erste Hälfte des 20. Jahrunderts: Im Atem der Zeit. Erinnerungen an die Moderne (Gebunden bei Hoffmann und Campe oder als Taschenbuch bei Diana) Auch jeden Nicht-Musikliebhaber wärmstens zu empfehlen!
edwin (17.11.2010, 15:35): Boshaft könnte man sagen: Ernst Krenek hat nichts erfunden, aber alle Erfindungen brauchbar gemacht. Und er war in vielen Belangen doch ein wenig früher dran als viele. Er war vielleicht der erste Komponist nach 1900, der sich von der Avantgarde verabschiedete und zu einer Romantik zurückkehrte, die jedoch gleichsam unter Anführungszeichen steht. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später würde man das "postmodern" nennen. Auch die erste Oper, die auf dem basiert, was man in Mitteleuropa als "Jazz" mißverstand, stammt von Krenek: "Jonny spielt auf", Uraufführung 1926. Kurt Weills "Dreigroschenoper" kam erst 1928 heraus. Der Komponist der ersten abendfüllenden Zwölfton-Oper heißt ebenfalls Krenek, das Werk ist "Karl V." Serialität und Postserialität griff Krenek als einer der ersten auf - bei ihm klingt das alles geschmeidiger, färbiger, als bei den meisten anderen Komponisten dieser Richtungen, und der klangliche Reiz der seriellen "Sestina" wird nur von Boulez' "Marteau sans maitre" übertroffen.
Kreneks Hauptwerk, meiner Meinung nach ein Meilenstein der Musik des 20. Jahrhunderts, ist "Karl V.". Das literarisch ambitionierte und teilweise dichterische Textbuch ist stark an der Dramatik Paul Claudels orientiert - kein Wunder: Wie der Franzose, so war auch der Österreicher ein überzeugter Katholik (woran auch mehrere Ehen nichts ändern konnten). Und er war obendrein ein überzeugter Konservativer, der dem Heiligen Römischen Reich nachweinte. "Karl V." ist der Versuch einer nationalen Erneuerung in klarer Absage gegen den heraufziehenden , in dem Krenek als eine alte Werte zerschlagende Bewegung von Proleten sah. Von Claudel übernimmt Krenek die Technik der Lebensbilanz: Der alternde und sterbende ehemalige Kaiser hält mit Unterstützung seines Beichtvaters Rückschau, analysiert und bewertet die Stationen seines Lebens. Der zentrale Satz lautet: "Alles ist nur eins und tausendfach verwandelt." Diesen Satz, in dem Krenek nicht nur sein Geschichtsbild sondern auch seinen Glauben ausdrückt, symbolisiert Krenek musikalisch durch die Zwölftontechnik.
"Karl V." ist Kreneks erstes konsequent zwölftöniges Werk - man würde Ungeschicklichkeiten und ein trockenes Abspulen der Reihen erwarten. Das Gegenteil ist der Fall. "Karl V." ist eine der süffigsten Zwölftonopern überhaupt. Denn Krenek gewinnt der Reihe immer neue prägnante Formulierungen ab, ob nun Kantilene mit spätromantischem Gestus oder Landsknechtlied. Auch die illustrative Kraft der Musik setzt Krenek unvermindert ein, etwa wenn er Uhren ticken läßt und daraus eine Klangvision von bestürzender Unmittelbarkeit gewinnt.
Soll man sich diesem Werk szenisch oder akustisch nähern? Natürlich szenisch, würde ich sagen. Doch die einzige Möglichkeit besteht in dieser DVD: Boshaft könnte man sagen: Ernst Krenek hat nichts erfunden, aber alle Erfindungen brauchbar gemacht. Und er war in vielen Belangen doch ein wenig früher dran als viele. Er war vielleicht der erste Komponist nach 1900, der sich von der Avantgarde verabschiedete und zu einer Romantik zurückkehrte, die jedoch gleichsam unter Anführungszeichen steht. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später würde man das "postmodern" nennen. Auch die erste Oper, die auf dem basiert, was man in Mitteleuropa als "Jazz" mißverstand, stammt von Krenek: "Jonny spielt auf", Uraufführung 1926. Kurt Weills "Dreigroschenoper" kam erst 1928 heraus. Der Komponist der ersten abendfüllenden Zwölfton-Oper heißt ebenfalls Krenek, das Werk ist "Karl V." Serialität und Postserialität griff Krenek als einer der ersten auf - bei ihm klingt das alles geschmeidiger, färbiger, als bei den meisten anderen Komponisten dieser Richtungen, und der klangliche Reiz der seriellen "Sestina" wird nur von Boulez' "Marteau sans maitre" übertroffen.
Kreneks Hauptwerk, meiner Meinung nach ein Meilenstein der Musik des 20. Jahrhunderts, ist "Karl V.". Das literarisch ambitionierte und teilweise dichterische Textbuch ist stark an der Dramatik Paul Claudels orientiert - kein Wunder: Wie der Franzose, so war auch der Österreicher ein überzeugter Katholik (woran auch mehrere Ehen nichts ändern konnten). Und er war obendrein ein überzeugter Konservativer, der dem Heiligen Römischen Reich nachweinte. "Karl V." ist der Versuch einer nationalen Erneuerung in klarer Absage gegen den heraufziehenden , in dem Krenek als eine alte Werte zerschlagende Bewegung von Proleten sah. Von Claudel übernimmt Krenek die Technik der Lebensbilanz: Der alternde und sterbende ehemalige Kaiser hält mit Unterstützung seines Beichtvaters Rückschau, analysiert und bewertet die Stationen seines Lebens. Der zentrale Satz lautet: "Alles ist nur eins und tausendfach verwandelt." Diesen Satz, in dem Krenek nicht nur sein Geschichtsbild sondern auch seinen Glauben ausdrückt, symbolisiert Krenek musikalisch durch die Zwölftontechnik.
"Karl V." ist Kreneks erstes konsequent zwölftöniges Werk - man würde Ungeschicklichkeiten und ein trockenes Abspulen der Reihen erwarten. Das Gegenteil ist der Fall. "Karl V." ist eine der süffigsten Zwölftonopern überhaupt. Denn Krenek gewinnt der Reihe immer neue prägnante Formulierungen ab, ob nun Kantilene mit spätromantischem Gestus oder Landsknechtlied. Auch die illustrative Kraft der Musik setzt Krenek unvermindert ein, etwa wenn er Uhren ticken läßt und daraus eine Klangvision von bestürzender Unmittelbarkeit gewinnt.
Soll man sich diesem Werk szenisch oder akustisch nähern? Natürlich szenisch, würde ich sagen. Doch die einzige Möglichkeit besteht in dieser DVD: Boshaft könnte man sagen: Ernst Krenek hat nichts erfunden, aber alle Erfindungen brauchbar gemacht. Und er war in vielen Belangen doch ein wenig früher dran als viele. Er war vielleicht der erste Komponist nach 1900, der sich von der Avantgarde verabschiedete und zu einer Romantik zurückkehrte, die jedoch gleichsam unter Anführungszeichen steht. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später würde man das "postmodern" nennen. Auch die erste Oper, die auf dem basiert, was man in Mitteleuropa als "Jazz" mißverstand, stammt von Krenek: "Jonny spielt auf", Uraufführung 1926. Kurt Weills "Dreigroschenoper" kam erst 1928 heraus. Der Komponist der ersten abendfüllenden Zwölfton-Oper heißt ebenfalls Krenek, das Werk ist "Karl V." Serialität und Postserialität griff Krenek als einer der ersten auf - bei ihm klingt das alles geschmeidiger, färbiger, als bei den meisten anderen Komponisten dieser Richtungen, und der klangliche Reiz der seriellen "Sestina" wird nur von Boulez' "Marteau sans maitre" übertroffen.
Kreneks Hauptwerk, meiner Meinung nach ein Meilenstein der Musik des 20. Jahrhunderts, ist "Karl V.". Das literarisch ambitionierte und teilweise dichterische Textbuch ist stark an der Dramatik Paul Claudels orientiert - kein Wunder: Wie der Franzose, so war auch der Österreicher ein überzeugter Katholik (woran auch mehrere Ehen nichts ändern konnten). Und er war obendrein ein überzeugter Konservativer, der dem Heiligen Römischen Reich nachweinte. "Karl V." ist der Versuch einer nationalen Erneuerung in klarer Absage gegen den heraufziehenden , in dem Krenek als eine alte Werte zerschlagende Bewegung von Proleten sah. Von Claudel übernimmt Krenek die Technik der Lebensbilanz: Der alternde und sterbende ehemalige Kaiser hält mit Unterstützung seines Beichtvaters Rückschau, analysiert und bewertet die Stationen seines Lebens. Der zentrale Satz lautet: "Alles ist nur eins und tausendfach verwandelt." Diesen Satz, in dem Krenek nicht nur sein Geschichtsbild sondern auch seinen Glauben ausdrückt, symbolisiert Krenek musikalisch durch die Zwölftontechnik.
"Karl V." ist Kreneks erstes konsequent zwölftöniges Werk - man würde Ungeschicklichkeiten und ein trockenes Abspulen der Reihen erwarten. Das Gegenteil ist der Fall. "Karl V." ist eine der süffigsten Zwölftonopern überhaupt. Denn Krenek gewinnt der Reihe immer neue prägnante Formulierungen ab, ob nun Kantilene mit spätromantischem Gestus oder Landsknechtlied. Auch die illustrative Kraft der Musik setzt Krenek unvermindert ein, etwa wenn er Uhren ticken läßt und daraus eine Klangvision von bestürzender Unmittelbarkeit gewinnt.
Soll man sich diesem Werk szenisch oder akustisch nähern? Natürlich szenisch, würde ich sagen. Doch die einzige Möglichkeit besteht in der bei Capriccio erschienen DVD. Die Inszenierung Uwe Eric Laufenbergs ist gegen das Werk gerichtet und versucht es zu verkleinern, indem er es als Schulstunde (inklusive Schüler-Albernheiten) inszeniert. Nichts gegen Regietheater, und das Werk beinhaltet genug, was mit dessen Mitteln darstellbar und aktualisierbar wäre. Aber "Karl V." ist nun einmal keine "Feuerzangenbowle". Bleibt die bei MDG erschienene, in den gesprochenen Teilen leider etwas steif geratene, musikalisch jedoch vorbildliche Einspielung. Auf dem musikalisch ebenfalls überzeugende Mitschnitt von den Salzburger Festspielen (bei Orfeo) ist das Werk leicht gekürzt. Eine sehr sauber gedruckte Partitur (Vorlage ist der Universal-Edition-Druck, es handelt sich um einen mit der UE vereinbarten Nachdruck) ist bei Opera Explorer Höflich erschienen. :hello
Fairy Queen (17.11.2010, 21:32): Lieber Edwin , herzlich willkommen im Klassikforum- ich freue mich sehr, dich hier zu lesen. :leb Auch wenn ich noch nie etwas von Ernst Krenek gehört oder gesehen habe. Mit deinem Posting ist irgendetwas schiefgegangen, es ershcient gleich in dreifacher Ausführung! Kommen in Kreneks Oper über Karl den V auch sein Sohn und sein Enkel irgendwie vor?
F.Q.
edwin (18.11.2010, 10:07): Liebe Fairy Queen, ja, ja, so trifft man einander wieder... Freue mich, hier zu sein und einmal alles zu erkunden.
Von Karls Verwandtschaft kommt bei Krenek vor: Juana (Mutter) Eleonore (Schwester) Ferdinand (Bruder) Isabella (Ehefrau) Interessant dabei ist, daß es Krenek nicht ansatzweise um psychologische Konflikte geht, sondern ausschließlich um das Reflektieren der Geschichte und die Analyse ihrer Mechanismen. Das war wohl für ihn das Gebot der Stunde. Man darf nicht vergessen, daß Krenek ja auch journalistisch tätig war - aber nicht etwa im Bereich Kultur, sondern in Sachen Außenpolitik. Er hat zweifellos versucht, der momenthaften agitatorischen Politik der Dreißigerjahre einen zeitenüberspannenden Entwurf entgegenzusetzen. :hello
Malliah (18.11.2010, 16:49): Hallo Edwin,
ich habe die Musik von Krenek erst neulich entdeckt und war sehr begeistert (ich habe bisher einige Streichquartette und die 2. und 3. Sinfonie gehört). Jetzt wollte ich mich auch mit Kreneks Opern beschäftigen - und da kommen mir Deine Ausführungen zu Karl V. gerade recht. Es klingt sehr spannend, was Du da berichtest.
Kannst Du das hier noch ein wenig erläutern (ich weiß leider noch nicht wie man hier zitiert:
""Karl V." ist der Versuch einer nationalen Erneuerung in klarer Absage gegen den heraufziehenden , in dem Krenek als eine alte Werte zerschlagende Bewegung von Proleten sah."
Ist »Karl V.« eine politische Oper, in der sich Krenek gegen den Kommunismus ausspricht?
Liebe Grüße und Danke schonmal! Malliah
Hosenrolle1 (27.12.2015, 23:13): Weil ich gerade beim Stöbern auf diesen Thread gestoßen bin: Kreneks Namen habe ich zum ersten Mal durch ein witziges Zitat von Richard Strauss gehört:
Sogar Burschen wie Schönberg und Krenek geben zu ihrem Bockmist 'erläuternde Vorträge'.
:D
LG, Hosenrolle1
satie (28.12.2015, 07:23): Original von Hosenrolle1 Weil ich gerade beim Stöbern auf diesen Thread gestoßen bin: Kreneks Namen habe ich zum ersten Mal durch ein witziges Zitat von Richard Strauss gehört:
Sogar Burschen wie Schönberg und Krenek geben zu ihrem Bockmist 'erläuternde Vorträge'.
:D
LG, Hosenrolle1
Ja ja, ein Zitat, das viel über Strauss aussagt, wenig über Schönberg und Krenek...
Hosenrolle1 (28.12.2015, 07:29): Naja, Strauss nahm sich und seine Werke wohl auch nicht so ernst, und in seinen Briefen war er ja oft witzig :)