Nicolas_Aine (19.09.2011, 01:27): "Er galt als eine Art Dinosaurier der Klassik-Szene, als Letzter seiner Art. Kurt Sanderling, der am Samstag, einen Tag vor seinem 99. Geburtstag in Berlin gestorben ist, gehörte zu den großen Männer der alten Dirigentengarde. "Er ist friedlich im Kreise der Familie eingeschlafen", sagte sein Sohn, der ebenfalls Dirigent ist."
Heike (19.09.2011, 07:48): Oh das tut mir leid, er war wirklich einer der unbestrittenen Berliner Urgesteine. Ich hätte ihm gewünscht, dass er den 100. noch erleben kann, es gab schon erste Planungen für ein großes Fest hier in Berlin. Heike
Cantus Arcticus (19.09.2011, 14:01): Original von Nicolas_Aine Er galt als eine Art Dinosaurier der Klassik-Szene, als Letzter seiner Art. Kurt Sanderling, der am Samstag, einen Tag vor seinem 99. Geburtstag in Berlin gestorben ist, gehörte zu den großen Männer der alten Dirigentengarde. "Er ist friedlich im Kreise der Familie eingeschlafen", sagte sein Sohn, der ebenfalls Dirigent ist.
Das ist eine wirklich traurige Nachricht...! Ich glaube auch, dass keiner mehr aus dieser Generation noch lebt:
Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Michael Gielen (alle Jahrgang 1927), Lorin Maazel (1930) sind alle 15 Jahre älter oder mehr.
Gruss Stefan
Amadé (19.09.2011, 17:58): Original von Cantus Arcticus Das ist eine wirklich traurige Nachricht...!
Sicher, aber er hatte auch ein sehr langes Leben, in dem er uns auch noch viele Aufnahmen hinterlassen hat, Brahms, Sibelius, Schostakowitsch, um nur einiges zu nennen. Persönlich habe ich ihn als Dirigent nicht mehr erlebt.
Gruß Amadé
Rachmaninov (20.09.2011, 08:07): Hallo,
eine tatsächlich traurige Nachricht. Wenn man schon 99 wird wäre die 100 wohl erstrebenswert.
Für mich persönlich ist der Gedanke an ein so langes Leben, oder genauer, eine solange Lebensphase als alter Mensch eher grauenhaft und nicht erstrebenswert.
Sanderling Schostakowitsch Aufnahmen finde ich übrigends recht hörenswert.
Heike (23.09.2011, 18:52): Gedenkkonzert für Kurt Sanderling Sonntag, 9.10.2011 I 18.00 Uhr I Großer Saal Konzerthaus Berlin
Auf persönlichen Wunsch der Familie Sanderling richten das Konzerthausorchester Berlin und das Konzerthaus Berlin ein Gedenkkonzert für ihren Ehrendirigenten Prof. Kurt Sanderling aus, der am 18. September 2011 im Alter von 98 Jahren verstorben ist. Am 9. Oktober 2011 stehen zwei seiner Söhne, Michael und Thomas Sanderling, am Dirigentenpult. Daniel Barenboim war es ein großes Anliegen, an dem Konzert mitzuwirken.
Kurt Sanderling stand von 1960 bis 1977 an der Spitze des Berliner Sinfonie-Orchesters, des heutigen Konzerthausorchesters Berlin, dem er stets eng verbunden blieb. Seine künstlerische Laufbahn beendete er 2002 am Pult „seines“ Orchesters im Konzerthaus Berlin. Sanderling gelang es in seiner Zeit als Chefdirigent, das Orchester zu internationaler Anerkennung zu bringen und eine große Stammhörerschaft aufzubauen – unvergessen bleiben seine Schostakowitsch- und Mahler-Interpretationen.
Das Programm des Abends wird noch bekannt gegeben. Das Gedenkkonzert findet bei freiem Eintritt und freier Platzwahl statt. Anstelle eines Eintrittspreises bittet die Familie Sanderling um Spenden für die Orchesterakademie am Konzerthaus:
Orchesterakademie am Konzerthaus Berlin e.V. Berliner Sparkasse BLZ 100 500 00 Kontonummer: 6750041750
Karten sind im Besucherservice des Konzerthauses Berlin erhältlich oder telefonisch unter (030) 20309-2101 (nach Maßgabe vorhandener Karten).
Quelle http://www.konzerthaus.de/
Heike (20.09.2012, 07:52): Sanderling wäre gestern 100 Jahre alt geworden. Hier ist z.B. eine Hommage von Barenboim nachzulesen: http://www.berliner-zeitung.de/kultur/kurt-sanderling-so-intensiv--so-detailliert--so-wunderbar,10809150,17283462.html
Zitat: "Ich werde nie eine Probe der 15. Sinfonie von Schostakowitsch mit den Berliner Philharmonikern vergessen. Schostakowitschs Welt war mir bis dahin eher verschlossen geblieben, aber als Kurt Sanderling diese Sinfonie probte, hat er mich in dem Moment davon überzeugt, dass dies die überhaupt größte Musik ist, die je geschrieben wurde: So intensiv, so detailliert, so wunderbar war es. Kein Detail war ihm zu unwichtig. Es war eine unglaubliche Bereicherung, ihm zuzusehen und zu hören. Als er aufhörte zu dirigieren, hat er mir zwei große Geschenke gemacht: Erstens, dass er in meine Konzerte kam und mir so die Gelegenheit gab, mit ihm zu diskutieren. Er hat mich immer gefragt, warum ich etwas auf eine bestimmte Art tue und nicht auf eine andere, und war auch immer sehr ehrlich in seinen Anmerkungen. Das zweite große Geschenk war, dass ich, sooft ich wollte, zu ihm nach Haue kommen und Partituren mit ihm durchgehen durfte. ...."
Im Konzerthaus gibt es ihm zu Ehren eine Konzertreihe, Podiumsgespräche und eine Ausstellung. http://www.konzerthaus.de/hommage Ich finde ja Sanderling heute unterschätzt. Er hat hier in Berlin wirklich gute Musik gemacht, eine Menge für das Repertoire der Moderne getan und auch schöne CDs aufgenommen. Heike