Leos Janacek - Klassiker der Moderne

Rolf Scheiwiller (10.04.2006, 12:29):
Guten Tag zusammen.

Gibt es unter Euch hier im Klassikforum Freunde oder Kenner der Musik dieses mährischen Komponisten ? ( 1854 - 1928 )
Ich selber kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis.

Vor wenigen Jahren erst habe ich an einigen seiner Kompositionen Gefallen gefunden. Nicht alle gefallen mir gleich gut.
Das erste was ich hörte war seine JENUFA. Ein Geniewerk ohne Vorbild. Auch sein "Schlaues Füchslein " ist eine hintergründige, sehr melodiöse Oper.
Später dann seine andern Bühnenwerke. Aber , ich muss es zugeben, das ist keine Musik die sofort ins Ohr geht. Schwere Kost !
Sein heiteres, phantastisches Werk " Die Ausflüge des Herrn Broucek " sind noch am leichtesten zu erfassen." Katja Kabanova" geht auch noch so. Aber die andern. Sehr schwer.

Der grosse australische Dirigent Ch. Mackkerras hat betr. seiner Opern die grössten Verdienste. Bei DECCA hat er mehrere Referenzeinspielungen hergestellt.

Von seinen andern Schöpfungen Janaceks wurde die sog. " Glagolitische Messe " sehr bekannt. Gesungen in altslawisch. Oder seine " Sinfonietta " , sowie " Taras Bulba ". Auch die " Lachischen Tänze " werden oft gespielt.
An Kammermusik schrieb er 2 Streichquartette " Tagebuch eines Verschollenen ".

Seine musikalische " Sprachmelodie " blieb ohne Nachfolge.


Wer von Euch hat Einspielungen dieses einzig dastehenden " Klassikers der Moderne " ?

Rolf.
Landowski (10.04.2006, 13:10):
Das Violinkonzert ist ausgesprochen schön und mein persönlicher Liebling, da es zu den ersten Werken gehörte die ich jemals (aus der Klassik) gehört habe.
Na ja, und die Sinfonietta gehört ja in die "Top of the Pops".

Die Aufnahme deckt das wichtigste ab:

http://www.estore.com.tr/estore/Assets/product_images/CD/K/K_CD02603.jpg
Zelenka (10.04.2006, 17:37):
Lieber Rolf:

Du fragst, wer von uns Einspielungen mit Janáceks Musik zuhause hat. Der Einfachheit halber hier weiter unten ein Ausschnitt aus meinem Katalog. Peinlich auffällig ist sofort, daß ich keine einzige Oper von J. besitze. Ich habe zwar welche gesehen, aber zu einer ernsthaften Auseinandersetzung hat es bislang nicht gereicht :I. Öfter höre ich nur die Sinfonietta, die Aufnahme mit Kubelík dürfte eine der besten sein, nur scheint sie derzeit nicht lieferbar zu sein; das Konzertino für Klavier, 2 Violinen etc.; die beiden Streichquartette (die Aufnahme mit dem Prazák-Quartett ist sehr empfehlenswert); seltener Firkusný am Klavier und die glagolitische Messe, um die ich mich immer wieder kümmern möchte, aber es dann doch nicht tue. Meine Nachlässigkeit ist ohne Zweifel sehr peinlich.

("Tagebuch eines Verschollenen ist übrigens im wesentlichen ein Liedzyklus.)

Gruß,

Zelenka

Taras Bulba (Rhapsody for orchestra after Nikolai V. Gogol)
Czech Philharmonic O, Ancerl ADD EMI Great Conductors of the 20th Century CZS5750912
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602

Concertino for piano, 2 violins, viola, clarinet, horn and bassoon
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Concertino for piano (left hand) and wind instruments
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Overture "Zárlivost", The Cunning Little Vixen (Suite)
VPO, Mackerras DDD Decca Legends 4702632

Sinfonietta
LSO, Abbado ADD Decca The Classic Sound 4485792
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BPO, Abbado DDD DG Masters 4455012

String quartet No. 1 "Kreutzer Sonata"
Medici String Quartet DDD Koch Classics 364362Y6
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

String quartet No. 2 "Intimate Letters"
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

Sonata for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD250153
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD350014

Allegro for violin and piano, Romance for violin and piano, Dumka for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano, Presto for cello and piano
Yang, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano
Rostropovich, Britten ADD Decca Britten at Aldeburgh 4668232

March of the bluebreasts (Allegro) for piccolo and piano
Adorján, Mishory DDD Tudor 7003

Tema con variazioni, On the overgrown path, Reminiscence, Piano sonata 1.X.1905 "From the street", In the mists
Firkusný ADD DG Originals 4497642

Tema con variazioni, Music for exercises with clubs, In memoriam (Na památku), Reminiscence (Vzpomínka)
Mishory DDD Tudor 7003

Glagolitic Mass
Lear, Rössel-Majdan, Haefliger, Crass, Bavarian Radio Chorus, B. Janácek, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602
Kubiak, Collins, Tear, Schöne, Birch, Brighton Festival Chorus, RPO, Kempe ADD Decca Legends 4702632
nikolaus (10.04.2006, 20:03):
Hallo,

ich kann sicher nicht mit den Klassik-Kennern hier mithalten, möchte mich aber doch zu Wort melden:
Ich habe mich bisher kaum mit Janácek beschäftig (leider), besitze aber eine Aufnahme der Piano Sonata 1.X.1905, In the Mists und On the Overgrown Path mit Leif Ove Andsnes und höre sie von Zeit zu Zeit extrem gerne. Janácek hat eine ganz eigene musikalische Sprache, teilweise etwas spröde, aber sehr reizvoll und vor allem intensiv.
Live habe ich seine Sonate für Klavier und Violine mit Gidon Kremer und Piotr Anderszewski erlebt: ungemein spannend.

Also danke, dass du das Thema eröffnet hast. Ich werde mich jetzt mal intensiver mit Janácek beschäftigen.

Nikolaus.
Rachmaninov (10.04.2006, 21:31):
@Nikolaus,

siehst Du, damit bist Du mir EINIGES bei dem Thema Janacek voraus.

Glaube ich werde mal die Brillinat Box in meinen Warenkorb legen damit ich mal die Klavierwerke kennen lerne!
Rolf Scheiwiller (11.04.2006, 08:18):
Original von Zelenka
Lieber Rolf:

Du fragst, wer von uns Einspielungen mit Janáceks Musik zuhause hat. Der Einfachheit halber hier weiter unten ein Ausschnitt aus meinem Katalog. Peinlich auffällig ist sofort, daß ich keine einzige Oper von J. besitze. Ich habe zwar welche gesehen, aber zu einer ernsthaften Auseinandersetzung hat es bislang nicht gereicht :I. Öfter höre ich nur die Sinfonietta, die Aufnahme mit Kubelík dürfte eine der besten sein, nur scheint sie derzeit nicht lieferbar zu sein; das Konzertino für Klavier, 2 Violinen etc.; die beiden Streichquartette (die Aufnahme mit dem Prazák-Quartett ist sehr empfehlenswert); seltener Firkusný am Klavier und die glagolitische Messe, um die ich mich immer wieder kümmern möchte, aber es dann doch nicht tue. Meine Nachlässigkeit ist ohne Zweifel sehr peinlich.

("Tagebuch eines Verschollenen ist übrigens im wesentlichen ein Liedzyklus.)

Gruß,

Zelenka

Taras Bulba (Rhapsody for orchestra after Nikolai V. Gogol)
Czech Philharmonic O, Ancerl ADD EMI Great Conductors of the 20th Century CZS5750912
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602

Concertino for piano, 2 violins, viola, clarinet, horn and bassoon
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Concertino for piano (left hand) and wind instruments
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Overture "Zárlivost", The Cunning Little Vixen (Suite)
VPO, Mackerras DDD Decca Legends 4702632

Sinfonietta
LSO, Abbado ADD Decca The Classic Sound 4485792
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BPO, Abbado DDD DG Masters 4455012

String quartet No. 1 "Kreutzer Sonata"
Medici String Quartet DDD Koch Classics 364362Y6
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

String quartet No. 2 "Intimate Letters"
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

Sonata for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD250153
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD350014

Allegro for violin and piano, Romance for violin and piano, Dumka for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano, Presto for cello and piano
Yang, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano
Rostropovich, Britten ADD Decca Britten at Aldeburgh 4668232

March of the bluebreasts (Allegro) for piccolo and piano
Adorján, Mishory DDD Tudor 7003

Tema con variazioni, On the overgrown path, Reminiscence, Piano sonata 1.X.1905 "From the street", In the mists
Firkusný ADD DG Originals 4497642

Tema con variazioni, Music for exercises with clubs, In memoriam (Na památku), Reminiscence (Vzpomínka)
Mishory DDD Tudor 7003

Glagolitic Mass
Lear, Rössel-Majdan, Haefliger, Crass, Bavarian Radio Chorus, B. Janácek, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602
Kubiak, Collins, Tear, Schöne, Birch, Brighton Festival Chorus, RPO, Kempe ADD Decca Legends 4702632

Guten Morgen Zelenka. Also, das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass hier im Forum ein so grosser Kenner seiner Musik anzutreffen wäre.
Kompliment !
Ich selber kenne von seinen Klavierwerken absolut nichts. Nur das was ich weiter oben aufgezählt habe. Aber mir solls genügen.

Gruss.
R.
Rolf Scheiwiller (10.04.2006, 12:29):
Guten Tag zusammen.

Gibt es unter Euch hier im Klassikforum Freunde oder Kenner der Musik dieses mährischen Komponisten ? ( 1854 - 1928 )
Ich selber kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis.

Vor wenigen Jahren erst habe ich an einigen seiner Kompositionen Gefallen gefunden. Nicht alle gefallen mir gleich gut.
Das erste was ich hörte war seine JENUFA. Ein Geniewerk ohne Vorbild. Auch sein "Schlaues Füchslein " ist eine hintergründige, sehr melodiöse Oper.
Später dann seine andern Bühnenwerke. Aber , ich muss es zugeben, das ist keine Musik die sofort ins Ohr geht. Schwere Kost !
Sein heiteres, phantastisches Werk " Die Ausflüge des Herrn Broucek " sind noch am leichtesten zu erfassen." Katja Kabanova" geht auch noch so. Aber die andern. Sehr schwer.

Der grosse australische Dirigent Ch. Mackkerras hat betr. seiner Opern die grössten Verdienste. Bei DECCA hat er mehrere Referenzeinspielungen hergestellt.

Von seinen andern Schöpfungen Janaceks wurde die sog. " Glagolitische Messe " sehr bekannt. Gesungen in altslawisch. Oder seine " Sinfonietta " , sowie " Taras Bulba ". Auch die " Lachischen Tänze " werden oft gespielt.
An Kammermusik schrieb er 2 Streichquartette " Tagebuch eines Verschollenen ".

Seine musikalische " Sprachmelodie " blieb ohne Nachfolge.


Wer von Euch hat Einspielungen dieses einzig dastehenden " Klassikers der Moderne " ?

Rolf.
Landowski (10.04.2006, 13:10):
Das Violinkonzert ist ausgesprochen schön und mein persönlicher Liebling, da es zu den ersten Werken gehörte die ich jemals (aus der Klassik) gehört habe.
Na ja, und die Sinfonietta gehört ja in die "Top of the Pops".

Die Aufnahme deckt das wichtigste ab:

http://www.estore.com.tr/estore/Assets/product_images/CD/K/K_CD02603.jpg
Zelenka (10.04.2006, 17:37):
Lieber Rolf:

Du fragst, wer von uns Einspielungen mit Janáceks Musik zuhause hat. Der Einfachheit halber hier weiter unten ein Ausschnitt aus meinem Katalog. Peinlich auffällig ist sofort, daß ich keine einzige Oper von J. besitze. Ich habe zwar welche gesehen, aber zu einer ernsthaften Auseinandersetzung hat es bislang nicht gereicht :I. Öfter höre ich nur die Sinfonietta, die Aufnahme mit Kubelík dürfte eine der besten sein, nur scheint sie derzeit nicht lieferbar zu sein; das Konzertino für Klavier, 2 Violinen etc.; die beiden Streichquartette (die Aufnahme mit dem Prazák-Quartett ist sehr empfehlenswert); seltener Firkusný am Klavier und die glagolitische Messe, um die ich mich immer wieder kümmern möchte, aber es dann doch nicht tue. Meine Nachlässigkeit ist ohne Zweifel sehr peinlich.

("Tagebuch eines Verschollenen ist übrigens im wesentlichen ein Liedzyklus.)

Gruß,

Zelenka

Taras Bulba (Rhapsody for orchestra after Nikolai V. Gogol)
Czech Philharmonic O, Ancerl ADD EMI Great Conductors of the 20th Century CZS5750912
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602

Concertino for piano, 2 violins, viola, clarinet, horn and bassoon
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Concertino for piano (left hand) and wind instruments
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Overture "Zárlivost", The Cunning Little Vixen (Suite)
VPO, Mackerras DDD Decca Legends 4702632

Sinfonietta
LSO, Abbado ADD Decca The Classic Sound 4485792
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BPO, Abbado DDD DG Masters 4455012

String quartet No. 1 "Kreutzer Sonata"
Medici String Quartet DDD Koch Classics 364362Y6
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

String quartet No. 2 "Intimate Letters"
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

Sonata for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD250153
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD350014

Allegro for violin and piano, Romance for violin and piano, Dumka for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano, Presto for cello and piano
Yang, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano
Rostropovich, Britten ADD Decca Britten at Aldeburgh 4668232

March of the bluebreasts (Allegro) for piccolo and piano
Adorján, Mishory DDD Tudor 7003

Tema con variazioni, On the overgrown path, Reminiscence, Piano sonata 1.X.1905 "From the street", In the mists
Firkusný ADD DG Originals 4497642

Tema con variazioni, Music for exercises with clubs, In memoriam (Na památku), Reminiscence (Vzpomínka)
Mishory DDD Tudor 7003

Glagolitic Mass
Lear, Rössel-Majdan, Haefliger, Crass, Bavarian Radio Chorus, B. Janácek, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602
Kubiak, Collins, Tear, Schöne, Birch, Brighton Festival Chorus, RPO, Kempe ADD Decca Legends 4702632
nikolaus (10.04.2006, 20:03):
Hallo,

ich kann sicher nicht mit den Klassik-Kennern hier mithalten, möchte mich aber doch zu Wort melden:
Ich habe mich bisher kaum mit Janácek beschäftig (leider), besitze aber eine Aufnahme der Piano Sonata 1.X.1905, In the Mists und On the Overgrown Path mit Leif Ove Andsnes und höre sie von Zeit zu Zeit extrem gerne. Janácek hat eine ganz eigene musikalische Sprache, teilweise etwas spröde, aber sehr reizvoll und vor allem intensiv.
Live habe ich seine Sonate für Klavier und Violine mit Gidon Kremer und Piotr Anderszewski erlebt: ungemein spannend.

Also danke, dass du das Thema eröffnet hast. Ich werde mich jetzt mal intensiver mit Janácek beschäftigen.

Nikolaus.
Rachmaninov (10.04.2006, 21:31):
@Nikolaus,

siehst Du, damit bist Du mir EINIGES bei dem Thema Janacek voraus.

Glaube ich werde mal die Brillinat Box in meinen Warenkorb legen damit ich mal die Klavierwerke kennen lerne!
Rolf Scheiwiller (11.04.2006, 08:18):
Original von Zelenka
Lieber Rolf:

Du fragst, wer von uns Einspielungen mit Janáceks Musik zuhause hat. Der Einfachheit halber hier weiter unten ein Ausschnitt aus meinem Katalog. Peinlich auffällig ist sofort, daß ich keine einzige Oper von J. besitze. Ich habe zwar welche gesehen, aber zu einer ernsthaften Auseinandersetzung hat es bislang nicht gereicht :I. Öfter höre ich nur die Sinfonietta, die Aufnahme mit Kubelík dürfte eine der besten sein, nur scheint sie derzeit nicht lieferbar zu sein; das Konzertino für Klavier, 2 Violinen etc.; die beiden Streichquartette (die Aufnahme mit dem Prazák-Quartett ist sehr empfehlenswert); seltener Firkusný am Klavier und die glagolitische Messe, um die ich mich immer wieder kümmern möchte, aber es dann doch nicht tue. Meine Nachlässigkeit ist ohne Zweifel sehr peinlich.

("Tagebuch eines Verschollenen ist übrigens im wesentlichen ein Liedzyklus.)

Gruß,

Zelenka

Taras Bulba (Rhapsody for orchestra after Nikolai V. Gogol)
Czech Philharmonic O, Ancerl ADD EMI Great Conductors of the 20th Century CZS5750912
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602

Concertino for piano, 2 violins, viola, clarinet, horn and bassoon
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Concertino for piano (left hand) and wind instruments
Firkusný, BRSO, Kubelik ADD DG Originals 4497642

Overture "Zárlivost", The Cunning Little Vixen (Suite)
VPO, Mackerras DDD Decca Legends 4702632

Sinfonietta
LSO, Abbado ADD Decca The Classic Sound 4485792
BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4394372
BPO, Abbado DDD DG Masters 4455012

String quartet No. 1 "Kreutzer Sonata"
Medici String Quartet DDD Koch Classics 364362Y6
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

String quartet No. 2 "Intimate Letters"
Prazák Quartet DDD Praga Digitals PRD350014

Sonata for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD250153
Remes, Kayahara DDD Praga Digitals PRD350014

Allegro for violin and piano, Romance for violin and piano, Dumka for violin and piano
Gawriloff, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano, Presto for cello and piano
Yang, Mishory DDD Tudor 7003

Fairy tale (Pohádka) for cello and piano
Rostropovich, Britten ADD Decca Britten at Aldeburgh 4668232

March of the bluebreasts (Allegro) for piccolo and piano
Adorján, Mishory DDD Tudor 7003

Tema con variazioni, On the overgrown path, Reminiscence, Piano sonata 1.X.1905 "From the street", In the mists
Firkusný ADD DG Originals 4497642

Tema con variazioni, Music for exercises with clubs, In memoriam (Na památku), Reminiscence (Vzpomínka)
Mishory DDD Tudor 7003

Glagolitic Mass
Lear, Rössel-Majdan, Haefliger, Crass, Bavarian Radio Chorus, B. Janácek, BRSO, Kubelik ADD DG Classikon 4593602
Kubiak, Collins, Tear, Schöne, Birch, Brighton Festival Chorus, RPO, Kempe ADD Decca Legends 4702632

Guten Morgen Zelenka. Also, das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass hier im Forum ein so grosser Kenner seiner Musik anzutreffen wäre.
Kompliment !
Ich selber kenne von seinen Klavierwerken absolut nichts. Nur das was ich weiter oben aufgezählt habe. Aber mir solls genügen.

Gruss.
R.
Travi (13.03.2008, 10:25):
Ich hatte noch nie eine Oper von diesem tschechischen Komponisten gesehen oder gehört, und so ergriff ich vergangenen Montagabend die Gelegenheit beim Schopf, als ich bemerkte, dass bei ARTE Leoš Janáceks Oper in 3 Akten Aus einem Totenhaus auf dem Programm stand. Bei der Sendung handelte es sich um das Gemeinschaftswerk zweier Giganten, nämlich des Dirigenten (und Komponisten) Pierre Boulez und des Regisseurs Patrice Chéreau, mit dem man im Mai 2007 die Wiener Festspielwochen eröffnet hatte. ARTE zeigt nun dreimal in dieser Woche die Aufführung, die im vergangenen Juli auch in Aix-en-Provence zu sehen war. Auf der Bühne sind zu erleben das Mahler Chamber Orchestra und der Arnold Schoenberg-Chor, 16 Schauspieler und 22 Sänger.

Leoš Janácek (1854-1929) schrieb das Libretto zu seiner neunten und letzten Oper selbst. Er konnte den letzten der 3 Akte allerdings nicht mehr, wie es sonst seine Gewohnheit war, durchsehen, und dies führte dazu, dass der ursprüngliche, pessimistische Schluss zunächst nicht gezeigt wurde, da man sich nicht vorstellen wollte, dass Janácek ihn wirklich so beabsichtigt hätte. Vorlage war ein russischer Roman, nämlich die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus von Dostojewski, der dort seine Erfahrungen als politischer Häftling verarbeitet hatte. Ausgerechnet Puccini soll sich übrigens schon 1900 für den Stoff interessiert haben. Janácek selbst hat wohl nicht die furchtbaren Erlebnisse gehabt, die diese Oper vollständig bestimmen. Sie wurde 1930 nach seinem Tode am Nationaltheater von Brünn uraufgeführt. Max Brod, der Freund Kafkas, schrieb bereits 1930 die deutsche Fassung und ein Vorwort dazu.

Die Handlung wird immer wieder neu monologisch erinnert in den Arien einzelner Figuren, die dann aus der Masse der durchweg männlichen Strafgefangenen heraus- und anschließend wieder in sie zurücktreten. Die Lage der Männer ist mit einer Ausnahme völlig hoffnungslos und der Grad der Entwürdigung ist u.a. schon an der Namenslosigkeit vieler ablesbar. Da gibt es z.B. "den kleinen", "den großen", den "ganz alten", "den jungen" und "den betrunkenen Sträfling"; es gibt allerdings auch "den Koch", "den Popen" und "den Platzkommandanten". Es soll jedoch das Anliegen des Komponisten gewesen sein zu zeigen, dass "in jeder Kreatur ein Funke Gottes" sei. Dies wird exemplifiziert an vier Einzelschicksalen.

Bei den Verbrechen, für die diese Menschen ins Lager geschickt wurden, geht es um Mord und Totschlag. Die erinnernden Bekenntnisse sind eingebettet in die Härte und Monotonie des Alltags im sibirischen Gefangenenlager: Es wird zwar "am Feiertag" auch Theater gespielt, aber größtes Erlebnis ist ein verletzter Adler, der sich zu den Häftlingen verirrt und am Ende, wieder halbwegs geheilt, zur Freude der Männer davonfliegt. An der Situation der Gefangenen ändert sich jedoch nichts.

Das äußerst karge Bühnenbild wirkt wie aus grauen Betonwänden immer wieder neu zusammengeschoben; die durchweg eintönig-düsteren Farben der Kostüme heben sich von dem schlichten Grau immerhin ab. Die Kamera bleibt in der Regel eher auf Distanz zu den Figuren, so dass der Zuschauer meist mit der Masse der Menschen konfrontiert ist.

Opern werden heute in der Originalsprache gesungen und entsprechend war die tschechische Originalfassung (mit deutschen Untertiteln) zu hören. Die Verwendung des Tschechischen in der Oper war übrigens zu Janáceks Lebzeiten nicht selbstverständlich; nicht einmal in Prag. Er hat sich in seinen Werken von der tschechischen Sprache, aber auch von vielem anderen inspirieren lassen, z.B. von Volksliedern, die er seit 1885 sammelte und später auch herausgab (wobei die intensive Beschäftigung damit ihm zeitweilig den Ruf des "Folkloristen" einbrachte und verhinderte, dass man ihn als Komponisten ernst nahm); ferner beschäftigte er sich mit Alltagsgeräuschen wie Lachen, Weinen, normalem Sprechen, dem Gackern eines Huhns usw. Die Experimentierfreudigkeit wird in dieser Oper z.B. deutlich, wenn das Lachen der Zuschauer bei der Theateraufführung oder das Schnarchen der Häftlinge musikalisch umgesetzt erklingt. Janácek hatte großes Interesse auch am Dissonanten, am - fast - Atonalen, was sich in der Partitur deutlich spiegelt. Wie man auf der Website der Schweizer Janácek-Gesellschaft unter http://www.leos-janacek.org/nav/navmain.htm nachlesen kann - übrigens eine Fundgrube mit vielen präzisen Details -, wird mit bewusst ausgelassenen Mittelstimmen gearbeitet und gezielt harten Kontrasten zwischen lyrischen und dramatischen Passagen, um das Leiden der Menschen musikalisch zu verdeutlichen.

Ich muss gestehen, dass ich, mangels Gewöhnung, zwar mit der Sprache gewisse Schwierigkeiten hatte, nicht aber mit der Musik, die ich so noch nicht gehört hatte - obwohl in der Tat "harte Kost", wie jemand bereits in diesem Faden schrieb. Meinem an gehörten und/oder gesehenen Opern noch immer nicht allzu reichen Erfahrungsschatz habe ich diese Woche jedenfalls ein interessantes Beispiel hinzufügen können.

Die Sendetermine (ARTE):

Montag, 10.03.08, 10.30-00.10 Uhr

Mittwoch, 12.03.08., 3.00-4.45 Uhr

Sonntag, 16.03.08, 9.45-11.25 Uhr.

Die Aufführung ist ab 17.03.08 auch als DVD erhältlich. Ob sie irgendwelche Extras enthält, ist mir leider nicht bekannt.


Gruß,
Travi
teleton (13.03.2008, 12:02):
Hallo Janacek-Freunde,

es sind nun schon eine Menge an Janacek-Werken und Aufnahmen genannt worden.
Bevor ich mir damals eine CD zulegte habe ich erstmal in verschiedene Aufnahmen reingehört und habe festgestellt, das Charles Mackerras für Janacek der Fachmann ist - er hat bei mehreren Labels Aufnahmen gemacht.

Zunächst hatte ich die Decca-Ovation Einzel-CD mit den Werken Sinfonietta und Taras Bulba.

Diese beiden Hauptwerke sind auch enthalten in der interpretatorisch und klanglich hervorragenden DECCA-Doppel-CD mit Charles Mackeras und den Wiener PH.
:) Mackeras bietet bei Decca ein slawischen Ton der modern wirkt und bei Decca eine sehr analytische Klangqualität bietet, die expressive Momente bietet.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7667530.jpg
Janacek: Sinfonietta; Taras Bulba;
Lachische Tänze; Suite f. Streicher;
Mladi; Capriccio;Concertino f. Klavier & Orch.
Wien PO, Mackerras (1980 DDD) ;London PO, Huybrechts;
Los Angeles Chamber Orch.,Marriner;Crossley,
London Sinfonietta, Atherton
Decca, 1970-1980, ADD/DDD


:cool Wer Janacek noch kompletter haben möchte, der bestelle für den sagenhaften Preis von 19,99EURO die 5CD-Decca-Box, in der die Aufnahmen der o.g. Doppel-CD auch alle enthalten sind und hat noch das Kammermusikwerk und Klavierwerke dazu.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4672683.jpg
Orchesterwerke, Kammermusik, Klavierwerke
Sinfonietta; Taras Bulba; Lachische Tänze;
Suite für Streichorchester; Rikadla;
Missa Glagolytica; Bläsersextett "Mladi";
Capriccio für Klavier linke Hand & Kammerensemble; Concertino; Pohadka für Cello & Klavier; Streichquartette Nr. 1 & 2; Violinsonate;
Dumka für Violine & Klavier; Romanze für
Violine & Klavier; Auf verwachsenem Pfade für
Klavier; Paralipomena für Klavier; Recollection
für Klavier;Thema & Variationen "Im Nebel"
Crossley, Sillito, Benackova, Bogachov, Trotter,
Gabrieli Quartet, Wien PO, Los Angeles Chamber
Orchestra, London PO, Mackerras, Marriner,
Chailly u. a.
Decca, 5 CDs , 1970-1997 ADD/DDD

In der jpc-Aufstellung der Werke fehlt die Suite "Das schlaue Füchslein", ich meine die wäre mit in der CD-Box enthalten.


Durch Empfehlungen kaufte ich mir später noch die Supraphon - Mackerras-Aufnahmen (2CD-Box) dazu, die Ersteinspileungen von unbekannten Janacek-Werken enthält und dadurch interessant ist:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7301953.jpg
Tschechische PH, Mackerras
Supraphon, 2000-2003, DDD

Diese Supraphon-CD´s bieten einige bisher uneingespielte Janacek-Werke und sind dadurch interessant.
Die Hauptwerke Sinfonitta und Taras Bulba ziehe ich allerdings nach wie vor in der analytischen und für meine Ohren packenderen Version (auch mit mehr BISS) auf Decca mit den Wiener PH vor.

Mein Eindruck:
:times10 Obwohl die WPO spielen hat die Decca-Aufnahme mehr slawisches Temprament, als die bei Supraphon mit der Tschechischen PH.
Klangtechnisch haben beide Aufnahmen gleich hohes Niveau.
:beer Die Schlaginstrumente klingen zudem in Wien prägnanter.

Wer kennt die Mackerras - Aufnahmen auf Decca und Supraphon ?
Cetay (inaktiv) (13.03.2008, 12:20):
Original von Travi
Gruß,
Travi

:hello Schön mal wieder -in gewohnt fundierter Manier- von dir zu lesen.
Travi (13.03.2008, 16:47):
Herzlichen Dank für den freundlichen Kommentar, lieber Dox Orkh. Ich würde mich gern öfter hier melden und mehr schreiben, aber leider ist nicht immer die Zeit dafür da.

Travi :hello
edwin (18.11.2010, 11:37):
Einer der seltsamsten Umstände bei Janácek ist wohl, daß der Großteil seiner Hauptwerke ausschließlich auf das Spätwerk entfällt. Man halte sich vor Augen: Als er "Jenufa" schrieb, war er für seine Verhältnisse zwar fast noch ein Jüngling, nämlich 49. "Katja Kabanowa" ist das Werk eines 67-Jährigen. Mit 69 komponiert er das "Füchslein", mit 71 "Makropulos", mit 74 das "Totenhaus". Beflügelt dazu hat ihn die Liebe zur verheirateten Kamila Stösslová, die sich, nebenbei bemerkt, weder sonderlich für Musik noch sonderlich für Janácek selbst interessierte.

Wirklich spannend wird die Sache Janácek, wenn man seine Werke vor "Jenufa" kennt. Schlecht sind sie nicht. Aber gut? Sie sind epigonenhaft. An allen Ecken und Enden lugt Dvorák hervor, manchmal schüchtern Smetana, mitunter (eher selten) Wagner. Und natürlich die Volksmusik - aber so konventionell und mehlig arrangiert, daß sie kaum je wirkliches Temperament entfaltet.

Und dann, auf einmal, ist "Jenufa" da, und sie steckt voller Volksmusik, aber die Trompeten und Posaunen verleihen ihr scharfe Konturen, plötzliche Temperamentsausbrüche bringen eine ungeheure Spannung in die Musik, der Schluß erhebt sich zu einem Hymnus, dessen Schönheit man wohl nur in der Originalfassung wirklich begreifen kann, denn nur dort klingt er nicht nach Richard Strauss, sondern behält diese Herbe, die für das ganze Werk charakteristisch ist. Wobei der Erste Akt fast noch eine folkloristische Oper erwarten läßt, der Zweite und Dritte Akt dann aber auf der Basis der Intonation der tschechischen Sprache den Folklorismus in eine allgemeingültige Sprache transformiert. Janácek leistet in seinem Schaffen für die tschechische Musik, was Bartók für die ungarische bedeutet hat.

Die vielleicht unglaublichste Oper Janáceks ist "Die Sache Makropulos": Da geht es um einen Rechtsstreit, und am Schluß erkennt man, daß eine Formel für das ewige Leben der Inhalt dieses Rechtsstreits ist. Die Protagonistin verzeichtet auf das ewige Leben, die Formel geht in Flammen auf.
Janácek entwickelt die Diktion ganz aus der Sprache. Selbst die unangenehm hoch liegenden Töne in den rein rezitativischen Abschnitten sind vernünftig - man höre nur, wie Muttersprachler diese Sätze intonieren.
Die Ouvertüre, vielleicht eine der schönsten, die ein Komponist geschrieben hat, steht mit dem Drama lediglich in einem losen Zusammenhang: Sie soll das alte Prag evozieren, jene längst versunkene Zeit, in der die Formel entwickelt wurde und die daher bis in die Gegenwart nachwirkt. Am Schluß der Oper wird Janácek dann die Musik nochmals ungeheuer verdichten und zu einem gewltigen und erschütternden Höhepunkt führen.

Dieses herrliche, so spröde und doch so mitreißende Werk ist eine der großen Opern des 20. Jahrhunderts. Es gehört in keine Stilrichtung, ist weder expressionistisch noch neoklassizistisch - und nachromantisch schon gar nicht. Die "Sache Makropulos" gehorcht nur ihrem eigenen Gesetz. Und wirkt deshalb heute so unglaublich neuartig und modern, daß man, hört man diese Musik, niemals auf die Idee kommt, der Komponist sei in einem Jahr geboren, da Richard Wagner gerade einmal 41 Jahre zählte, an seinem "Ring" arbeitete und den "Tristan" noch nicht begonnen hat.
:hello
Heike (18.11.2010, 19:47):
Hallo edwin,
herzlich willkommen!

"Die Sache Makropulos" klingt für mich sehr interessant, ich kenne die Oper nicht, mag aber anderes von Janácek. Kannst du Einspielungen oder DVDs empfehlen?
Heike
edwin (18.11.2010, 22:38):
Liebe Heike,
es gibt nur eine CD-Aufnahme, die ich uneingeschränkt empfehle, und das ist Mackerras auf Decca: Alle anderen trauen da und dort nicht Janáceks Instrumentierungsideen und bessern nach, indem sie Mittelstimmen auffüllen und Bläserstimmen ausdünnen:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51sCvOl6B4L._SL500_AA300_.jpg

Vorsicht! - Mackerras hat das Werk ein zweites Mal aufgenommen, nämlich:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51hidCvh1RL._AA115_.jpg
Der Orchesterklang ist weniger üppig als jener der Wiener Philharmoniker auf Decca, was kein Fehler ist; Mackerras dirigiert das Werk eigentlich noch spannender - aber es wird Englisch gesungen, und das von Sängern, die ihren Rollen zumeist wirklich nicht ganz gewachsen sind.

DVD ist nur eine einzige auf dem Markt:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51RrDPIqjmL._SL500_AA300_.jpg
Insgesamt gut, auch von der wirklich nicht mehr jungen Silja, die aber restlos, auch stimmlich, überzeugt. Instrumentierungsretuschen sind mir keine aufgefallen. Das Tschechische kommt allen halbwegs sauber über die Lippen, aber vielleicht liegt es am Sprachproblem, daß diese Aufführung etwas gebremst wirkt. Wenn Du DVD bevorzugst - abraten tu' ich Dir nicht, die Inszenierung ist ziemlich konservativ aber akzeptabel, die Aufführung vermittelt schon einen guten Eindruck von der Kraft des Werks.
:hello
Heike (19.11.2010, 07:53):
Danke sehr lieber Edwin, das kommt erstmal auf meinen Merkzettel und ich werde es definitiv im Auge behalten!
Heike
Maurice inaktiv (17.03.2013, 19:51):
Janacek zu verstehen,hat bei mir lange Zeit gedauert.Bei ihm ist doch zunächst mal viel weniger von der melodienbetonten Musik Smetanas und Dvoraks zu hören,auch wenn er sich damit äußerst intensiv beschäftigt hat.

Ich versuche mal einen Vergleich anzustellen,der gewagt ist,aber vielleicht so für Janacek-Fremde besser verständlich sein könnte.Wenn man mal Dvorak jetzt einmal als "Edvard Greig Tschechiens" bezeichnen würde,wäre Janacek der "Sibelius Tschechiens".Seine Musik ist rauher und schroffer,aber dennoch tief in der Tradition verwurzelt und greift bereits einige Dinge der Moderne vor,die doch bald schon kommen werden.

Neben Mackerras,Talich und Kubelik gibt es doch noch einige andere Dirigenten,die man als Janacek-Spezialisten bezeichnen könnte.Hier steht steht Frantisek Jilek ganz Oben auf der Liste.

Jilek studierte bei dem Janacek-Schüler Brestislav Bakala,und war sehr lange Zeit mit der Brünner Oper und der Staatsphilharmonie Brünn verbunden.Das war das Orchester,das Janaceks Werke regelmäßig aufführte,schon unter Janaceks Lebzeiten.

Hier entstanden für Supraphon doch einige fanatstische Aufnahmen,die leider heute viel zu wenig gewürdigt werden.

http://www.amazon.de/Orchesterwerke-Vol-2-Zenaty/dp/B000025KHP/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1363545026&sr=1-1

http://www.amazon.de/Taras-Bulba-Orchesterst%C3%BCcke-Jilek-Frantisek/dp/B000GCG8I0/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1363545026&sr=1-2

http://www.amazon.de/Sinfonietta-Violinkonzert-Zenaty-I/dp/B000GCG8IA/ref=sr_1_9?s=music&ie=UTF8&qid=1363545026&sr=1-9

http://www.amazon.de/Janacek-Orchestral-Frantisek-Jilek-Czech/dp/B004717GF0/ref=sr_1_14?s=music&ie=UTF8&qid=1363545026&sr=1-14

Hier dürfte man einen "authentischen" Janacek erleben,der dem des großen Mackerras in Nichts nachstehen dürften.

Ebenfalls einen hervorragenden Eindruck macht der Dirigent Jiri Belohlavek auf mich.Er hatte es ja geschafft,dem BBC Symphony Orchestra diese für die Briten doch fremde Musik überzeugend einzutrichtern,was sicher eine sehr schwere Aufgabe war.

Er gilt ja auch als ein hervorragender Anwalt für Martinu,dessen Sinfonien er komplett eingespielt hat.

http://www.amazon.de/Two-One-Orchesterwerke-Belohlavek-Jiri/dp/B00000IYN0/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1363545467&sr=1-1

Diese Doppel-CD sollte hier als Empfehlung ausreichen.

Eine CD,die ich für sehr gelungen halte,stammt von der Janacek-Philharmonie unter Christian Arming.Sie ist zudem extrem günstig zu erwerben udn wurde in der Fono-Forum mit Interpretation sehr gut / Klang hervorragend (02/2000) besprochen.

http://www.amazon.de/Taras-Bulba-Blanik-Ballade-Arming-Christian/dp/B00002DEY1/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1363545756&sr=1-2

Wer noch eine Rarität sucht,dem sei die Marco Polo-Produktion empfohlen,die dann auch bei Naxos erschienen ist :

http://www.amazon.de/Danube-Moravian-Dances-Pesek-Libor/dp/B00005UO8M/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1363545966&sr=1-1

Hier ist der Dirigent Libor Pesek am Werke,den ich bereits sehr be Smetana und Dvorak gelobt habe.Ein idealer Dirigent auch hier bei dieser CD.

Die "Glagolithische Messe" habe ich in der gelobten Einspielung von Sir Simon Rattle.
http://www.amazon.de/Sinfonietta-Glagolith-Messe-Simon-Rattle/dp/B000026D0A/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1363546262&sr=8-5

Jetzt wünsche ich viel Spaß beim Reinhören in die CDs dieses doch so wichtigen Komponisten.

Mit Opern habe ich es nicht so,da halte ich mich total heraus.
palestrina (16.04.2013, 22:46):
Ich trage noch zwei Opern bei , die mir am Herzen liegen , besonders in diesen
Einspielungen , bin nicht so der Mackerras Fan !
Und ich liebe die Stimme von Frau Benackova !
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0099925329129.jpg

Und ganz ausgezeichnet ist die Jenufa aus New York!

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/7318594494505.jpg

Benackova, Rysanek, Ochman , Kazaras und Eve Queler am Pult des
Opera Orchester of New York.

LG palestrina
palestrina (18.04.2013, 20:57):
Hallo zusammen !

Kennt jemand von euch diese Janacek Box , wenn ja , ist sie empfehlenswert !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0885150333594.jpg

LG palestrina
Andréjo (18.04.2013, 23:31):
Ich kenne die Box und habe sie im Wesentlichen auch gehört.

Zwar gibt es zahlreiche gute Einspielungen der Sinfonietta, selbst mehrere mit Mackerras, dennoch halte ich auch die hier vorliegende von 1959 mit dem Londoner Pro Arte Orchestra für überzeugend; sehr archaisch im Zugriff und farbig. Die Aufnahmequalität ist in Ordnung. Auch das Tagebuch eines Verschollenen dürfte eine Referenzaufnahme darstellen.

Natürlich sind die Aufnahmen teilweise älter und es gibt kein Booklet, was möglicherweise bei den Opernauszügen bzw. der Gesamtaufnahme stört und andere Einspielungen nötig macht. Für den Preis habe ich jedoch gerne zugegriffen und dabei auch mein Repertoire erweitert.

:beerWolfgang
palestrina (19.04.2013, 00:17):
Hallo Andrejo !

Lieben Dank , gehe morgen in die Stadt, und die Liebe Seele hat Ruh .
Schleiche schon die ganze Zeit um die Box herum!
Nun hast du mich doch neugieriger gemacht.

LG palestrina
Maurice inaktiv (19.04.2013, 06:23):
Wenn Du beim großen A reinschaust,bekommst Du die Box für 15,62 € direkt bei denen selbst,was nur ein paar Cent mehr ist als beim Händler.Das dürfte man weder am Goethehaus noch beim großen S schaffen,was den Preis angeht.

Ich kenne die Box nicht,doch würde Dir empfehlen,mal folgende CDs zu hören :

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51qwEMwcq4L._AA160_.jpg

Mackerras mit den Wienern zum äußerst günsitgen Preis

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41SFTsesxCL._AA160_.jpg

Oder diese Box mit Mackerras von Suprphon

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51c3mkAABhL._AA160_.jpg

Der Dirigent Frantisek Jilek,den hier im Grunde kein Mensch kennt,ist ein absoluter Janacek-Fachmann,das Orchester war Janaceks Uraufführungsorchester schlechthin.Bei Supraphon natürlich erschienen

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51bsZJD7MBL._AA160_.jpg

Erneut Frantisek Jilek mit Orchesterwerken und der Staatsphilharmonie Brünn/Brno
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51p3D%2BOmt2L._AA160_.jpg

So,das ist die letzte,der drei CDs unter Jilek mit den Orchesterwerken.Auch hier natürlich auf Supraphon.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ccGhTO9ZL._AA160_.jpg

Die Glagolitische Messe hat tatsächlich Sir Simon Rattle hervorragend eingespielt.Auf EMI natürlich

Ich weiß nicht,wie Antoni Wits CDs von Naxos geworden sind,aber auch ihm sind mehr als nur anständige Interpretaitionen zuzutrauen.

Mein Tipp wäre aber tatsächlich diesen Herrn Jilek zu kaufen.Solltest Du eher Jiri Belohlavek mögen,auch er hat auf Chandos eine schöne Doppe-CD vorgelegt.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61EqgK6cXiL._AA160_.jpg

Belohlavek mit der Tschechischen Philharmonie zum Ersten...Chandos

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ip9qLA9iL._AA160_.jpg

Und hier auf Supraphon mit den Suiten zum Zweiten...

Wer die Qual hat hat die Wahl....

Bei mir ist es seit gestern die Qual der nun voll ausgebrochenen fiebrigen Erkältung.

VG,Maurice
Heike (19.04.2013, 08:31):
Wenn Du beim großen A reinschaust,bekommst Du die Box für 15,62 €

bei jpc gerade 9,99 € (und versandkostenfrei bis 21.4.)
palestrina (19.04.2013, 08:35):
Hallo Maurice !

Wie war das Konzert Gestern Abend ?

Gute Besserung und alles gute !

LG palestrina