Marc-André Hamelin

Jeremias (08.04.2006, 13:15):
Soeben las ich, dass Hamelin neue Aufnahmen plant: Das Konzert für Klavier solo, welches ich mit ihm in einer älteren Aufnahme bereits habe sowie die Klavierquartette von brahms. Hier bin ich besonders auf das ungarische Rondo aus dem 1. Quartett gespannt!

Was sind Eure Lieblingsaufnahmen, welche schätzt Ihr nichtso?
Rachmaninov (08.04.2006, 13:35):
Hallo Jeremias,

ja, MAH. Mmmmh......... zwiespältiger Pianist aus meiner Sicht.

Seine technischen Fähigkeiten stehen wohl außer Frage, auch wenn ich sie nicht als so exorbitant und unerreicht einschätze wie es wohl viele tuen.
Da gibt es sicherlich sehr viele, die da technische ohne Probleme mithalten können.

Was mir bei ihm fehlt ist "Musikalität". Mag seltsam klingen bei einem Pianisten, aber ich empfinde viele Seiner Aufnahmen als zu kalt, zu technisiert.
Un da gibt es eben andere, auf gleichem technischen Niveau, die ihm da IMO überlegen sind.
Dafür gehört er für mich auch nicht in die abolute Spitzengruppe der Pianisten.

Zugegeben, seine Verdienste was die Alkan Werke angeht oder die Rzewski Aufnahem von "The people united will never be defeated!" sind tolle Aufnahmen. Aber leider fehlen als Vergleich auch Deutungen anderer Pianisten.

Die Aufnahme mit kapustin Klavierwerken ist sicherlich auch so ein Fall. Sehr gut gespielt, aber ich würde behaupten jeder hochklassige Jazz Pianist würde da viel mehr rausholen als er.

Seine Aufnahme der Schostakowitsch Klavierkonzerte finde ich allerdings sehr gut und ich höre sie immer wieder gerne.

Mit seiner Aufnahme der Schumann Werke (op.17, 22 und 13) bin ich bisher noch nicht richtig "warm" geworden. (im warsten sinne des Wortes)

Die Medtner Klavierwerke habe ich seit geraumer Zeit hier liegen, aber irgendwie intensiv gehört habe ich sie noch nicht!

Gestern las ich folgendes in einem Interview mit Bashkirov:

"Die Perfektion und die Meisterschaft der Pianisten heute ist höher als damals,
nur mit der Seele bei ihnen hat man oftmals seine Probleme."
Denke das trifft es ganz gut .......
AcomA (08.04.2006, 17:12):
lieber Jeremias, lieber Sergejewitsch,

Jeremias war auch dabei. wir hörten hamelin zweimal live im rahmen des klavierfestivals ruhr, vor mehreren jahren und dann letztes jahr. der erste abend, in bochum, gehört zum grandiosesten live-spiel, dass ich hörte. bach - englische suite, alkan - symphonie, liszt - einige transcendentale etüden und kapustins 2.sonate (sog. jazz-sonate). und letztes jahr in mülheim:chopin-godowsky - etüden, liszt - opernparaphrasen. das liszt-programm in mülheim war musikalisch hohl. aber ansonsten handelt es sich ja um werke, die durch die virtuosität erst zum musikalischen gehalt geführt werden. und da waren wir uns einig, es gibt derzeit nur ganz wenige, die solches zustande bringen könnten: scherbakov, kissin, volodos. ich denke, es ist einfach so. und dieser mann wirkt wie ein beamter am postschalter, wenn man ihn vorher und nachher betrachtet, unfassbar.

daher ergibt sich zwangsläufig, dass werke mit superlative-virtuosity und 'notenwald/salat' (gedächtnisleistung !!! :down) seine domäne sind und die entsprechenden einspielungen auch in zukunft marksteine sein werden. die musikalität würde ich ihm unter keinen umständen absprechen, er ist nicht nur mit einer sängerin verheiratet, er musiziert auch mit ihr zusammen !!! das problem ergibt sich, wenn die werke für ihn 'zu leicht' sind ! dieses phänomen gibt es auch beim operieren. es gibt vereinzelt operateure, die bei den komplexen high-end-eingriffen phänomenal agieren, 12 stunden ohne unterbrechung ! aber bei einer 'popligen' bandscheibenoperation nicht zurecht kommen, ja sie sogar hassen, weil sie zu einfach ist ! :rofl man möchte lachen ob dieser situation, aber es gibt's.

als erstes muss ich hier seine gesamteinspielung der medtner-sonaten anführen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000DG21.03.LZZZZZZZ.jpg

gesamtaufnahme der klaviersonaten auf 4 cds
hyperion, DDD, aufn. 1996-98

die klaviersonaten medtners sind kostbarkeiten der spätromantik. der klaviersatz ist äußerst dicht, ja manchmal erdrückend. medtner verwendet viel kontrapunktik. überdies ist der einfallsreichtum an melodien scheinbar unerschöpflich. die einspielung hamelins ist eine pianistische orgie. dieser pianist blüht meistens da auf, wo man vor lauter bäumen den wald nicht mehr sieht. bei der darstellung einer mozartsonate z.b. scheint er ratlos. aber hier vollbringt er ware wunder. es ist nicht nur die technische omnipotenz, sondern der sonore anschlag und das ausgeklügelte klangempfinden. unter seinen händen 'atmet' die musik medtners, und als zuhörer gerät man in einen wahren 'sauerstoff'-rausch. ich kann es nicht besser ausdrücken. im vergleich zu vielen späteren hyperion-aufnahmen ist der klavierklang hier noch sehr direkt und nicht 'gesoftet' aufgenommen.

ich habe vor etwa 2 jahren die gesamteinspielung mit hamelin meinem alten freund und kollegen gegeben. er schrieb mir extra einen brief, der immer noch im booklet liegt: 'lieber herr kollege a. ! haben sie besonderen dank für diese einmalige, superwertvolle disc, mit der musik eines offensichtlichen einzelkämpfers und musikfanatikers. es ist erstaunlich, fast unglaublich, wie m.a. hamelin sein instrument (ein sehr gutes) und diese nicht nur technisch schwierige musik mit leichtigkeit beherrscht...' dieser einer meiner besten freunde (spielte seit der frühesten kindheit klavier, kannte nahezu die komplette literatur) lebt nicht mehr. :engel

die variationen von rzewski und die schostakowitsch/shchedrin-cd nannte Sergejewitsch ja schon. bezüglich seiner alkan-interpretationen, die auch zum gipfel der pianistik gehören, verweise ich auf den alkan-thread. :) eine platte, die für mich referenzcharakter hat, ist sein reger-recital:

max reger
variationen und fuge über ein thema von js bach op.81
fünf humoresken op.20
variationen und fuge über ein thema von g.p. telemann op.134

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8865573.jpg

hyperion, DDD, aufn. 1997/98

das gipfelwerk sind die bach-variationen. das thema ist 'seine allmacht zu ergründen, wird sich kein mensch finden' aus der 128. kantate 'auf christi himmelfahrt allein'. der klaviersatz verdichtet sich extrem. wenn der pianist den zyklus zusammenhält und zugriff für ihn jenseits der probleme liegt, dann werden klänge dem flügel entlockt, die IMO jede orgel im ausdruck verblassen lassen. und immerhin, ich kann vergleichen mit andras schiff und gerhard oppitz. es gibt einige tricks, die die beiden letztgenannten nicht auf lager haben. die humoresken sind spätromantik im besten sinne und hier tönt hamelin sehr warm ab, brahmsähnlich.

eine sehr starke platte ist darueberhinaus eine fruehere platte seines amerikanischen labels mit: 2. sonate rachmaninovs, rudepoema von villa-lobos, 2. sonate chopins und strauss-schulz-evlers 'an der schoenen blauen donau'. hier zeigt er, dass er auch das 'bekannte repertoire beherrscht.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (08.04.2006, 18:45):
Also, ich würde behaupten, daß auch Pletnev, Berezovsky und Demidenko neben den von Dir genannten derartiges spielen können.
Das sie es nicht tuen bedeutet nicht das sie es nicht können. Nicht jeder ist ein Freund von Alkans Klaviermusik und daher 'meiden' diese Pianisten ggf. auch diese hoch virtuosen Werke.

Original von AcomA
das problem ergibt sich, wenn die werke für ihn 'zu leicht' sind !


Sollte er sie dann nicht meiden?
Wenn er dann ihnen nichts 'mitgeben kann'!

Also,
ich würde behaupten für Richter und Sofronitsky war auch EINIGES zu 'leicht', aber sie spielten es großartig :down
AcomA (08.04.2006, 20:05):
lieber Sergejewitsch,

ich verstehe deine einwände und bedenken. aber hast du hamelin schon live erlebt, und scherbakov sowie volodos ?

gruß, siamak :)
Rachmaninov (08.04.2006, 20:07):
Original von AcomA
lieber Sergejewitsch,

ich verstehe deine einwände und bedenken. aber hast du hamelin schon live erlebt, und scherbakov sowie volodos ?

gruß, siamak :)

Nein :cool
AcomA (08.04.2006, 20:15):
Sergejewitsch,

ich sage dir, was dieser mann, jetzt rein pianistisch betrachtet, auch noch live bringt, da kommen allenfalls :rofl scherbakov und volodos, vielleicht auch noch osborne, hough und lane mit. glaube es mir ! wenn dieser hamelin dir über den weg laufen soll, hör ihn dir an und sieh dir diesen 'postbeamten' an, wie er abends vor publikum seinen vorliebn frönt und pianistisch die... rasu lässt. da ich das wort nicht nannte, auch kein :ignore

gruß, siamak :)
Jeremias (09.04.2006, 11:35):
Ich habe hamelin zweimal mit siamak erlebt und zudem noch einmal bei den Schwetzinger festspielen 2003. Er spielte auch da u.a. die Sinfonie von alkan, noch risikofreudiger als 3 Jahre zuvor in Mülheim. Einmal hatte er ein Programm angekündigt mit den 3 letzten Sonaten Beethovens. die op.111 nahm er allerdings kurzfristig aus dem programm. Als er auch mit seinen Zugaben fertig war merkte er an, er wisse, dass einige sicherlich auch wegen dieser Sonate gekommen seien. Wenn das Publikum wolle, dann spiele er sie jetzt noch.... natürlich ist keiner gegangen!
Rachmaninov (27.04.2006, 18:41):
@Jeremias,

mittlerweile habe ich mich auch mit dieser Aufnahme Hamelins etwas näher beschäftigt.



Bin zwar kein bekundender Hamelin Liebhaber aber ich muss letztendlich die pianistische Leistung anerkennen und feststellen das Hamelin hier ganz klar sensationel mit den Schwierigkeiten dieser "Studien" umgeht :down
Rachmaninov (30.07.2006, 12:08):
Gerade hörte ich die Aufnahme Hamelins mit Klavioerwerken Kapustins, die alle einen klare Anlehnung an Jazz aufweisen.



Die Aufnahme ist für mich ein Paradebeispiel zum Thema Hamelin.

Auf der einen Seite natürlich die famose Technik, aber auf der anderen Seite fehlt es ihm an der nötigen Spontanität und dem richtigen "feeling" für diese Art der Musik, die in seinen Händen eher zu Technik-Show wird als zu "Fetzer"!
AcomA (30.07.2006, 15:25):
lieber Sergejewitsch,

ich verstehe sehr gut, was du meinst. bei dieser kapustin-scheibe gebe ich dir recht. allerdings kann er auch anders. vielleicht hast du ja seine kalleidoskop-cd. es ist eines der letzten stücke darauf, ein kurzes boogie-woogie stück ebenfalls von kapustin. da kommt der groove phantastisch gut ! :cool ich meine, immerhin ist er nordamerikaner ! möglicherweise sie die werke der kapustin-platte nicht die besten des komponisten !

gruß, siamak :)
nikolaus (30.07.2006, 23:00):
Hallo,
ich besitze zwar nur eine Aufnahme von MAH, möchte mich aber trotzdem zu Wort melden.

Es handelt sich um die Aufnahme von Albeniz Iberia, die bei Erscheinen sehr gelobt wurde.
Ich habe sie dann "blind" gekauft und bin jetzt doch nicht ganz zufrieden. Irgendwas fehlt mir, und ich weiß nicht so recht, was. Vielleicht mehr "Farbigkeit" entsprechend dem spanischen Kolorit (es muß ja nicht gleich volkstümlich werden).
Ich würde daher Rachmaninov zustimmen, und MAH's Spiel als etwas unterkühlt bezeichnen (was bei anderen Stücken durchaus passen kann, hier aber nicht).

Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (31.07.2006, 07:26):
Original von nikolaus
Es handelt sich um die Aufnahme von Albeniz Iberia, die bei Erscheinen sehr gelobt wurde.
Ich habe sie dann "blind" gekauft und bin jetzt doch nicht ganz zufrieden. Irgendwas fehlt mir, und ich weiß nicht so recht, was. Vielleicht mehr "Farbigkeit" entsprechend dem spanischen Kolorit (es muß ja nicht gleich volkstümlich werden).

@Nikolaus,

was die Iberia Aufnahme angeht stimme ich Dir zu.
Hier fehlt mir auch die "Farbigkeit" und etwas mehr "Seele".

Das klingt mir alles zu sehr nach technischer Brillianz und zu "steril".

Mir ist klar, daß Siamak die Aufnahme sehr schätzt aber man höre im Vergleich einfach mal Esteban Sanchez und man was was mir fehlt :D

Dennoch bin ich sehr gespannt auf die Dukas Aufnahme.
Rachmaninov (19.08.2006, 10:27):
Forianer,

ein paar Worte zur neuen Hamelin Aufnahme möchte ich hier schreiben, auch wenn ich bisher erst die Hälfte gehört habe und diese Hälfte bisher auch erst zweimal.



Typisch Hamelin, er sucht sich natürlich, so wie es seine Art ist, einen eher unbekannten Brocken der Klaviermusik für seine Einspielung aus.

Brilliantes Klavierspiel erwartet den Zuhörer und auch an der Aufnahmequalität ist bei dieser Produktion des Labels Hyperion nichts zu bemängeln.

Hamelin's Klavierspiel zeigt sich hier durchaus stellenweise etwas farbiger als ich es erwartet habe, wobei es dennoch der typische Hamelin-Klang bleibt.

Die Dukas Sonate hat mich allerdings noch nicht in ihren Bann gezogen :tongue:
Jeremias (05.09.2006, 11:19):
Ich wusste schon immer, dass er verrückt ist!

http://www.youtube.com/watch?v=-3_J7Tc2g_w
Cosima (05.09.2006, 12:44):
Original von Jeremias
Ich wusste schon immer, dass er verrückt ist!


Ja, herrlich! Danke für den Link. Er hat auch richtig Humor! Ich musste laut lachen, als er sich bekreuzigte, bevor er zu spielen begann. :D

Gruß, Cosima
Jeremias (05.09.2006, 13:09):
Es gibt noch mehr:

Seine eigene Bearbeitung von Rossini's "La Danza"

http://www.youtube.com/watch?v=iK8bx0PyBNs&mode=related&search=

Die 2. Rhapsodie von Liszt mit dieser Wahnsinns-Kadenz

http://www.youtube.com/watch?v=CBygW-3ffOY

Ein Ausschnitt aus der Alkan-Symphonie

http://www.youtube.com/watch?v=NqRGAiaUmGQ

Viel Spaß!
Anna-Marie (08.09.2006, 12:41):
Hallo,
Hamelins Virtuosität steht nicht nur außer Frage, sie macht eine Klassifizierung dieses Ausnahmepianisten auch schwer, weil Virtuosentum immer einen negativen Beigeschmack hat. Der Klassikhörer stellt automatisch Vergleiche an mit ihm Bekanntem, um eine sichere rationale und emotionale Einordnung vornehmen zu können. Ich gehe soweit zu sagen, daß unbewusste Vorurteile gegen Virtuosentum eine Barriere darstellen, um sich der Musikalität dieses Künstlers nähern zu können. Sein technisches Können steht weit über jedem Maß, weshalb notgedrungen die Wahrnehmung seiner musikalischen Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt wird.
LG,
Anna-Marie
Rachmaninov (08.09.2006, 12:44):
Original von Anna-Marie
Sein technisches Können steht weit über jedem Maß, weshalb notgedrungen die Wahrnehmung seiner musikalischen Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt wird.
LG,
Anna-Marie

Das würde nun allerdings bedeuten, daß ich nur weil ich weiß das er technisch spitze ist seinen Ton als kühl empfinde?

Dies bezweifel ich doch sehr.
Zelenka (08.09.2006, 12:55):
Original von Rachmaninov
Original von Anna-Marie
Sein technisches Können steht weit über jedem Maß, weshalb notgedrungen die Wahrnehmung seiner musikalischen Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt wird.
LG,
Anna-Marie

Das würde nun allerdings bedeuten, daß ich nur weil ich weiß das er technisch spitze ist seinen Ton als kühl empfinde?

Dies bezweifel ich doch sehr.

Liebe Anna-Marie:

Auch ich muß hier Zweifel anmelden: Es hat in der Geschichte genug Virtuosen gegeben, die ihr technisches Können in den Dienst einer tieferen musikalischen Aussage gestellt haben. Frühe Aufnahmen von Josef Hofmann fallen mir spontan ein. Per se schreckt zumindest mich Virtuosentum nicht ab. Rachmaninov empfindet seinen Tom als kühl, ich würde vielleicht noch hinzufügen, daß er eher selten, wenn überhaupt, den tieferen Geheimnissen besonders etwa romantischer Werke (Schumann, Brahms) nahekommt. Da fehlt einfach etwas bei ihm. Auch im spanischen Répertoire.

Gruß,

Zelenka
AcomA (08.09.2006, 18:28):
lieber Richard und Jan Dismas,

ich muss hier Anna-Marie zum teil recht geben. die technisch-manuelle extrem-überlegenheit kann dazu führen, dass der hörer mehr auf das technische als den musikalischen kontext achtet. es ist jedoch auch so, dass müheloses gelingen auch eher langweilen kann, als bravouröser 'kampf'.

gruß, siamak :)
Anna-Marie (08.09.2006, 18:39):
Hallo,
"die technisch-manuelle extrem-überlegenheit kann dazu führen, dass der hörer mehr auf das technische als den musikalischen kontext achtet."
Das untermauert meine These, der ich eine weitere Fragestellung anfügen könnte: Ist man nicht ebenso schnell dabei, einem 'mittelmäßigen Pianisten 'immerhin noch' Musikalität zuzusprechen, wie man übersensibel darauf achtet, ob und in welchem Maß der überdurchschnittlich manuell-technisch begnadete Künstler diese unter Beweis stellt?
LG,
Anna-Marie
Rachmaninov (12.09.2006, 13:46):
Ich hörte einst Hamelin in einer TV Übertragung mit einer Beethoven Sonate und seinen vorherigen Erklärungen.

Die Interpretation gefiel mir rein gar nicht.

Anbei 2 Videos

Video 1

und

Video 2

Mein Eindruck hier ist deutlich besser!
Rachmaninov (22.10.2006, 18:55):
Obwohl ich recht skeptisch war, und auch immer noch ein wenig bin, muß ich feststellen, daß ich sehr positiv von der neuen Aufnahme vom M.A. Hamelin überrascht bin. Nach dem zweiten Hören mußt ich doch feststellen, daß es sich um eine sehr gute Aufnahme handelt.



Gleichfalls positiv überrascht bin ich von den DSO unter A. Litton, die von mir bei den Rachmaninov Aufnahmen von S. Hough als deutlich unterkühlt wahrgenommen wurden.
Gamaheh (22.10.2006, 22:15):
Hallo allerseits,

da mich das Repertoire, das M-A Hamelin gewöhnlich spielt, (jedenfalls bis jetzt) nicht so interessiert, habe ich noch nicht so viel von ihm gehört. Neulich allerdings hörte ich ihn mit Schumanns Carnaval im Radio, und das Wort, das mir dazu spontan einfiel, war "seelenlos".

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (22.10.2006, 22:18):
Original von Gamaheh
Hallo allerseits,

da mich das Repertoire, das M-A Hamelin gewöhnlich spielt, (jedenfalls bis jetzt) nicht so interessiert, habe ich noch nicht so viel von ihm gehört. Neulich allerdings hörte ich ihn mit Schumanns Carnaval im Radio, und das Wort, das mir dazu spontan einfiel, war "seelenlos".

Grüße,
Gamaheh

Ja,
sein Schumann ist sicherlich nicht bemerkenswert! :A
Cosima (01.07.2007, 11:36):
Ich erlebte Hamelin Ende letzten Jahres mit einem Programm, das mir eher ungewöhnlich für diesen Pianisten schien: Er spielte Chopin, etwas Liszt und zwei Sonaten von Haydn. – Es war ein berauschender und zutiefst beglückender Abend!

Nach diesen Live-Eindrücken freute ich mich umso mehr auf seine Haydn-Aufnahmen. Ich wurde nicht enttäuscht.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9365741.jpg

Auch die oben bereits erwähnte Brahms-Platte (2. Klavierkonzert) finde ich ganz ausgezeichnet! Sie war für mich eine echte Überraschung.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (02.07.2007, 07:15):
Original von Cosima
Ich erlebte Hamelin Ende letzten Jahres mit einem Programm, das mir eher ungewöhnlich für diesen Pianisten schien: Er spielte Chopin, etwas Liszt und zwei Sonaten von Haydn. – Es war ein berauschender und zutiefst beglückender Abend!

Nach diesen Live-Eindrücken freute ich mich umso mehr auf seine Haydn-Aufnahmen. Ich wurde nicht enttäuscht.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9365741.jpg

Auch die oben bereits erwähnte Brahms-Platte (2. Klavierkonzert) finde ich ganz ausgezeichnet! Sie war für mich eine echte Überraschung.

Gruß, Cosima

@Cosima,

Lizst würde ich bei Hamelin nicht als ungewöhnlich bezeichnen.

Bei Hamelin ist man nie vor einer Überraschung sicher. Manche Aufnahmen, wie sein Schumann, kann man getrost vergessen, andere Aufnahmen, wie z.B. seine Godowsky Aufnahmen, oder das 2. Brahms, sind sicherlich sehr gut.
Cosima (11.07.2007, 11:07):
Hamelin ist für mich ein Phänomen. Er kommt auf die Bühne, vollkommen unscheinbar, äußerlich der fade Beamtentyp schlechthin. Er lächelt kurz, setzt sich und spielt. Und sein Spiel hat sofort etwas so Bezwingendes, dass man sich dem Rausch nicht entziehen kann. Aus dem unscheinbaren Menschen wird ein ganz anderes Wesen, das einen in eine andere Welt mitnimmt, aus der man eigentlich nicht mehr zurück möchte.

Ich hörte ihn u.a. mit der Chopin-Sonate op. 58 und der 3. Ballade. Das war kein Chopin, wie ich ihn kannte und bis dahin liebte. Und dennoch hat Hamelins Klavierspiel etwas so Selbstverständliches und strahlt so viel Sicherheit aus, dass man augenblicklich das Gefühl hat: Genau so ist es richtig. Nicht einen Moment glaubt man, dass er sich jemals verspielen könnte, dass er irgendwie seiner Sache nicht sicher sei. Er ist stets absolut Herr der Lage, hochkonzentriert, seine ganze Energie scheint vollkommen auf die Hände gebündelt zu sein. Da gibt es keine unnötigen Gesten, nur die Augenbrauen zucken gelegentlich und verraten ein wenig von der Anspannung, unter der er steht.

Ich meine ganz sicher: Man muss diesen intelligenten Ausnahme-Künstler einmal live erlebt haben.

Ein paar Eindrücke kann man auch auf der DVD "Marc Andre Hamelin - It's all about the music" sammeln.

Gruß, Cosima :hello
Rachmaninov (01.08.2007, 06:54):
Original von Cosima

Ein paar Eindrücke kann man auch auf der DVD "Marc Andre Hamelin - It's all about the music" sammeln.

Gruß, Cosima :hello

@Cosima,

glaube aus der CD habe ich einst Ausschnitte gesehen!
Spricht er da auch über Beethoven und spielt einige Stellen vor?
Cosima (01.08.2007, 19:09):
Original von Rachmaninov
Spricht er da auch über Beethoven und spielt einige Stellen vor?

Das weiß ich leider nicht mehr so genau, habe die DVD vor Monaten zuletzt gesehen. Im 2. Teil - dem Recital - spielt er auf jeden Fall keinen Beethoven.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (01.08.2007, 19:16):
Original von Cosima
Original von Rachmaninov
Spricht er da auch über Beethoven und spielt einige Stellen vor?

Das weiß ich leider nicht mehr so genau, habe die DVD vor Monaten zuletzt gesehen. Im 2. Teil - dem Recital - spielt er auf jeden Fall keinen Beethoven.

Gruß, Cosima

Okay,

danke! Jedenfalls sprach er über Beethoven, als er es spielte fand ich von "gesagten" nichts wieder X(
Jeremias (08.04.2006, 13:15):
Soeben las ich, dass Hamelin neue Aufnahmen plant: Das Konzert für Klavier solo, welches ich mit ihm in einer älteren Aufnahme bereits habe sowie die Klavierquartette von brahms. Hier bin ich besonders auf das ungarische Rondo aus dem 1. Quartett gespannt!

Was sind Eure Lieblingsaufnahmen, welche schätzt Ihr nichtso?
Rachmaninov (08.04.2006, 13:35):
Hallo Jeremias,

ja, MAH. Mmmmh......... zwiespältiger Pianist aus meiner Sicht.

Seine technischen Fähigkeiten stehen wohl außer Frage, auch wenn ich sie nicht als so exorbitant und unerreicht einschätze wie es wohl viele tuen.
Da gibt es sicherlich sehr viele, die da technische ohne Probleme mithalten können.

Was mir bei ihm fehlt ist "Musikalität". Mag seltsam klingen bei einem Pianisten, aber ich empfinde viele Seiner Aufnahmen als zu kalt, zu technisiert.
Un da gibt es eben andere, auf gleichem technischen Niveau, die ihm da IMO überlegen sind.
Dafür gehört er für mich auch nicht in die abolute Spitzengruppe der Pianisten.

Zugegeben, seine Verdienste was die Alkan Werke angeht oder die Rzewski Aufnahem von "The people united will never be defeated!" sind tolle Aufnahmen. Aber leider fehlen als Vergleich auch Deutungen anderer Pianisten.

Die Aufnahme mit kapustin Klavierwerken ist sicherlich auch so ein Fall. Sehr gut gespielt, aber ich würde behaupten jeder hochklassige Jazz Pianist würde da viel mehr rausholen als er.

Seine Aufnahme der Schostakowitsch Klavierkonzerte finde ich allerdings sehr gut und ich höre sie immer wieder gerne.

Mit seiner Aufnahme der Schumann Werke (op.17, 22 und 13) bin ich bisher noch nicht richtig "warm" geworden. (im warsten sinne des Wortes)

Die Medtner Klavierwerke habe ich seit geraumer Zeit hier liegen, aber irgendwie intensiv gehört habe ich sie noch nicht!

Gestern las ich folgendes in einem Interview mit Bashkirov:

"Die Perfektion und die Meisterschaft der Pianisten heute ist höher als damals,
nur mit der Seele bei ihnen hat man oftmals seine Probleme."
Denke das trifft es ganz gut .......
AcomA (08.04.2006, 17:12):
lieber Jeremias, lieber Sergejewitsch,

Jeremias war auch dabei. wir hörten hamelin zweimal live im rahmen des klavierfestivals ruhr, vor mehreren jahren und dann letztes jahr. der erste abend, in bochum, gehört zum grandiosesten live-spiel, dass ich hörte. bach - englische suite, alkan - symphonie, liszt - einige transcendentale etüden und kapustins 2.sonate (sog. jazz-sonate). und letztes jahr in mülheim:chopin-godowsky - etüden, liszt - opernparaphrasen. das liszt-programm in mülheim war musikalisch hohl. aber ansonsten handelt es sich ja um werke, die durch die virtuosität erst zum musikalischen gehalt geführt werden. und da waren wir uns einig, es gibt derzeit nur ganz wenige, die solches zustande bringen könnten: scherbakov, kissin, volodos. ich denke, es ist einfach so. und dieser mann wirkt wie ein beamter am postschalter, wenn man ihn vorher und nachher betrachtet, unfassbar.

daher ergibt sich zwangsläufig, dass werke mit superlative-virtuosity und 'notenwald/salat' (gedächtnisleistung !!! :down) seine domäne sind und die entsprechenden einspielungen auch in zukunft marksteine sein werden. die musikalität würde ich ihm unter keinen umständen absprechen, er ist nicht nur mit einer sängerin verheiratet, er musiziert auch mit ihr zusammen !!! das problem ergibt sich, wenn die werke für ihn 'zu leicht' sind ! dieses phänomen gibt es auch beim operieren. es gibt vereinzelt operateure, die bei den komplexen high-end-eingriffen phänomenal agieren, 12 stunden ohne unterbrechung ! aber bei einer 'popligen' bandscheibenoperation nicht zurecht kommen, ja sie sogar hassen, weil sie zu einfach ist ! :rofl man möchte lachen ob dieser situation, aber es gibt's.

als erstes muss ich hier seine gesamteinspielung der medtner-sonaten anführen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000DG21.03.LZZZZZZZ.jpg

gesamtaufnahme der klaviersonaten auf 4 cds
hyperion, DDD, aufn. 1996-98

die klaviersonaten medtners sind kostbarkeiten der spätromantik. der klaviersatz ist äußerst dicht, ja manchmal erdrückend. medtner verwendet viel kontrapunktik. überdies ist der einfallsreichtum an melodien scheinbar unerschöpflich. die einspielung hamelins ist eine pianistische orgie. dieser pianist blüht meistens da auf, wo man vor lauter bäumen den wald nicht mehr sieht. bei der darstellung einer mozartsonate z.b. scheint er ratlos. aber hier vollbringt er ware wunder. es ist nicht nur die technische omnipotenz, sondern der sonore anschlag und das ausgeklügelte klangempfinden. unter seinen händen 'atmet' die musik medtners, und als zuhörer gerät man in einen wahren 'sauerstoff'-rausch. ich kann es nicht besser ausdrücken. im vergleich zu vielen späteren hyperion-aufnahmen ist der klavierklang hier noch sehr direkt und nicht 'gesoftet' aufgenommen.

ich habe vor etwa 2 jahren die gesamteinspielung mit hamelin meinem alten freund und kollegen gegeben. er schrieb mir extra einen brief, der immer noch im booklet liegt: 'lieber herr kollege a. ! haben sie besonderen dank für diese einmalige, superwertvolle disc, mit der musik eines offensichtlichen einzelkämpfers und musikfanatikers. es ist erstaunlich, fast unglaublich, wie m.a. hamelin sein instrument (ein sehr gutes) und diese nicht nur technisch schwierige musik mit leichtigkeit beherrscht...' dieser einer meiner besten freunde (spielte seit der frühesten kindheit klavier, kannte nahezu die komplette literatur) lebt nicht mehr. :engel

die variationen von rzewski und die schostakowitsch/shchedrin-cd nannte Sergejewitsch ja schon. bezüglich seiner alkan-interpretationen, die auch zum gipfel der pianistik gehören, verweise ich auf den alkan-thread. :) eine platte, die für mich referenzcharakter hat, ist sein reger-recital:

max reger
variationen und fuge über ein thema von js bach op.81
fünf humoresken op.20
variationen und fuge über ein thema von g.p. telemann op.134

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8865573.jpg

hyperion, DDD, aufn. 1997/98

das gipfelwerk sind die bach-variationen. das thema ist 'seine allmacht zu ergründen, wird sich kein mensch finden' aus der 128. kantate 'auf christi himmelfahrt allein'. der klaviersatz verdichtet sich extrem. wenn der pianist den zyklus zusammenhält und zugriff für ihn jenseits der probleme liegt, dann werden klänge dem flügel entlockt, die IMO jede orgel im ausdruck verblassen lassen. und immerhin, ich kann vergleichen mit andras schiff und gerhard oppitz. es gibt einige tricks, die die beiden letztgenannten nicht auf lager haben. die humoresken sind spätromantik im besten sinne und hier tönt hamelin sehr warm ab, brahmsähnlich.

eine sehr starke platte ist darueberhinaus eine fruehere platte seines amerikanischen labels mit: 2. sonate rachmaninovs, rudepoema von villa-lobos, 2. sonate chopins und strauss-schulz-evlers 'an der schoenen blauen donau'. hier zeigt er, dass er auch das 'bekannte repertoire beherrscht.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (08.04.2006, 18:45):
Also, ich würde behaupten, daß auch Pletnev, Berezovsky und Demidenko neben den von Dir genannten derartiges spielen können.
Das sie es nicht tuen bedeutet nicht das sie es nicht können. Nicht jeder ist ein Freund von Alkans Klaviermusik und daher 'meiden' diese Pianisten ggf. auch diese hoch virtuosen Werke.

Original von AcomA
das problem ergibt sich, wenn die werke für ihn 'zu leicht' sind !


Sollte er sie dann nicht meiden?
Wenn er dann ihnen nichts 'mitgeben kann'!

Also,
ich würde behaupten für Richter und Sofronitsky war auch EINIGES zu 'leicht', aber sie spielten es großartig :down
AcomA (08.04.2006, 20:05):
lieber Sergejewitsch,

ich verstehe deine einwände und bedenken. aber hast du hamelin schon live erlebt, und scherbakov sowie volodos ?

gruß, siamak :)
Rachmaninov (08.04.2006, 20:07):
Original von AcomA
lieber Sergejewitsch,

ich verstehe deine einwände und bedenken. aber hast du hamelin schon live erlebt, und scherbakov sowie volodos ?

gruß, siamak :)

Nein :cool
AcomA (08.04.2006, 20:15):
Sergejewitsch,

ich sage dir, was dieser mann, jetzt rein pianistisch betrachtet, auch noch live bringt, da kommen allenfalls :rofl scherbakov und volodos, vielleicht auch noch osborne, hough und lane mit. glaube es mir ! wenn dieser hamelin dir über den weg laufen soll, hör ihn dir an und sieh dir diesen 'postbeamten' an, wie er abends vor publikum seinen vorliebn frönt und pianistisch die... rasu lässt. da ich das wort nicht nannte, auch kein :ignore

gruß, siamak :)
Jeremias (09.04.2006, 11:35):
Ich habe hamelin zweimal mit siamak erlebt und zudem noch einmal bei den Schwetzinger festspielen 2003. Er spielte auch da u.a. die Sinfonie von alkan, noch risikofreudiger als 3 Jahre zuvor in Mülheim. Einmal hatte er ein Programm angekündigt mit den 3 letzten Sonaten Beethovens. die op.111 nahm er allerdings kurzfristig aus dem programm. Als er auch mit seinen Zugaben fertig war merkte er an, er wisse, dass einige sicherlich auch wegen dieser Sonate gekommen seien. Wenn das Publikum wolle, dann spiele er sie jetzt noch.... natürlich ist keiner gegangen!
Rachmaninov (27.04.2006, 18:41):
@Jeremias,

mittlerweile habe ich mich auch mit dieser Aufnahme Hamelins etwas näher beschäftigt.



Bin zwar kein bekundender Hamelin Liebhaber aber ich muss letztendlich die pianistische Leistung anerkennen und feststellen das Hamelin hier ganz klar sensationel mit den Schwierigkeiten dieser "Studien" umgeht :down
Rachmaninov (30.07.2006, 12:08):
Gerade hörte ich die Aufnahme Hamelins mit Klavioerwerken Kapustins, die alle einen klare Anlehnung an Jazz aufweisen.



Die Aufnahme ist für mich ein Paradebeispiel zum Thema Hamelin.

Auf der einen Seite natürlich die famose Technik, aber auf der anderen Seite fehlt es ihm an der nötigen Spontanität und dem richtigen "feeling" für diese Art der Musik, die in seinen Händen eher zu Technik-Show wird als zu "Fetzer"!
AcomA (30.07.2006, 15:25):
lieber Sergejewitsch,

ich verstehe sehr gut, was du meinst. bei dieser kapustin-scheibe gebe ich dir recht. allerdings kann er auch anders. vielleicht hast du ja seine kalleidoskop-cd. es ist eines der letzten stücke darauf, ein kurzes boogie-woogie stück ebenfalls von kapustin. da kommt der groove phantastisch gut ! :cool ich meine, immerhin ist er nordamerikaner ! möglicherweise sie die werke der kapustin-platte nicht die besten des komponisten !

gruß, siamak :)
nikolaus (30.07.2006, 23:00):
Hallo,
ich besitze zwar nur eine Aufnahme von MAH, möchte mich aber trotzdem zu Wort melden.

Es handelt sich um die Aufnahme von Albeniz Iberia, die bei Erscheinen sehr gelobt wurde.
Ich habe sie dann "blind" gekauft und bin jetzt doch nicht ganz zufrieden. Irgendwas fehlt mir, und ich weiß nicht so recht, was. Vielleicht mehr "Farbigkeit" entsprechend dem spanischen Kolorit (es muß ja nicht gleich volkstümlich werden).
Ich würde daher Rachmaninov zustimmen, und MAH's Spiel als etwas unterkühlt bezeichnen (was bei anderen Stücken durchaus passen kann, hier aber nicht).

Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (31.07.2006, 07:26):
Original von nikolaus
Es handelt sich um die Aufnahme von Albeniz Iberia, die bei Erscheinen sehr gelobt wurde.
Ich habe sie dann "blind" gekauft und bin jetzt doch nicht ganz zufrieden. Irgendwas fehlt mir, und ich weiß nicht so recht, was. Vielleicht mehr "Farbigkeit" entsprechend dem spanischen Kolorit (es muß ja nicht gleich volkstümlich werden).

@Nikolaus,

was die Iberia Aufnahme angeht stimme ich Dir zu.
Hier fehlt mir auch die "Farbigkeit" und etwas mehr "Seele".

Das klingt mir alles zu sehr nach technischer Brillianz und zu "steril".

Mir ist klar, daß Siamak die Aufnahme sehr schätzt aber man höre im Vergleich einfach mal Esteban Sanchez und man was was mir fehlt :D

Dennoch bin ich sehr gespannt auf die Dukas Aufnahme.
Rachmaninov (19.08.2006, 10:27):
Forianer,

ein paar Worte zur neuen Hamelin Aufnahme möchte ich hier schreiben, auch wenn ich bisher erst die Hälfte gehört habe und diese Hälfte bisher auch erst zweimal.



Typisch Hamelin, er sucht sich natürlich, so wie es seine Art ist, einen eher unbekannten Brocken der Klaviermusik für seine Einspielung aus.

Brilliantes Klavierspiel erwartet den Zuhörer und auch an der Aufnahmequalität ist bei dieser Produktion des Labels Hyperion nichts zu bemängeln.

Hamelin's Klavierspiel zeigt sich hier durchaus stellenweise etwas farbiger als ich es erwartet habe, wobei es dennoch der typische Hamelin-Klang bleibt.

Die Dukas Sonate hat mich allerdings noch nicht in ihren Bann gezogen :tongue:
Jeremias (05.09.2006, 11:19):
Ich wusste schon immer, dass er verrückt ist!

http://www.youtube.com/watch?v=-3_J7Tc2g_w
Cosima (05.09.2006, 12:44):
Original von Jeremias
Ich wusste schon immer, dass er verrückt ist!


Ja, herrlich! Danke für den Link. Er hat auch richtig Humor! Ich musste laut lachen, als er sich bekreuzigte, bevor er zu spielen begann. :D

Gruß, Cosima
Jeremias (05.09.2006, 13:09):
Es gibt noch mehr:

Seine eigene Bearbeitung von Rossini's "La Danza"

http://www.youtube.com/watch?v=iK8bx0PyBNs&mode=related&search=

Die 2. Rhapsodie von Liszt mit dieser Wahnsinns-Kadenz

http://www.youtube.com/watch?v=CBygW-3ffOY

Ein Ausschnitt aus der Alkan-Symphonie

http://www.youtube.com/watch?v=NqRGAiaUmGQ

Viel Spaß!
Anna-Marie (08.09.2006, 12:41):
Hallo,
Hamelins Virtuosität steht nicht nur außer Frage, sie macht eine Klassifizierung dieses Ausnahmepianisten auch schwer, weil Virtuosentum immer einen negativen Beigeschmack hat. Der Klassikhörer stellt automatisch Vergleiche an mit ihm Bekanntem, um eine sichere rationale und emotionale Einordnung vornehmen zu können. Ich gehe soweit zu sagen, daß unbewusste Vorurteile gegen Virtuosentum eine Barriere darstellen, um sich der Musikalität dieses Künstlers nähern zu können. Sein technisches Können steht weit über jedem Maß, weshalb notgedrungen die Wahrnehmung seiner musikalischen Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt wird.
LG,
Anna-Marie
Rachmaninov (08.09.2006, 12:44):
Original von Anna-Marie
Sein technisches Können steht weit über jedem Maß, weshalb notgedrungen die Wahrnehmung seiner musikalischen Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt wird.
LG,
Anna-Marie

Das würde nun allerdings bedeuten, daß ich nur weil ich weiß das er technisch spitze ist seinen Ton als kühl empfinde?

Dies bezweifel ich doch sehr.
Zelenka (08.09.2006, 12:55):
Original von Rachmaninov
Original von Anna-Marie
Sein technisches Können steht weit über jedem Maß, weshalb notgedrungen die Wahrnehmung seiner musikalischen Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt wird.
LG,
Anna-Marie

Das würde nun allerdings bedeuten, daß ich nur weil ich weiß das er technisch spitze ist seinen Ton als kühl empfinde?

Dies bezweifel ich doch sehr.

Liebe Anna-Marie:

Auch ich muß hier Zweifel anmelden: Es hat in der Geschichte genug Virtuosen gegeben, die ihr technisches Können in den Dienst einer tieferen musikalischen Aussage gestellt haben. Frühe Aufnahmen von Josef Hofmann fallen mir spontan ein. Per se schreckt zumindest mich Virtuosentum nicht ab. Rachmaninov empfindet seinen Tom als kühl, ich würde vielleicht noch hinzufügen, daß er eher selten, wenn überhaupt, den tieferen Geheimnissen besonders etwa romantischer Werke (Schumann, Brahms) nahekommt. Da fehlt einfach etwas bei ihm. Auch im spanischen Répertoire.

Gruß,

Zelenka
AcomA (08.09.2006, 18:28):
lieber Richard und Jan Dismas,

ich muss hier Anna-Marie zum teil recht geben. die technisch-manuelle extrem-überlegenheit kann dazu führen, dass der hörer mehr auf das technische als den musikalischen kontext achtet. es ist jedoch auch so, dass müheloses gelingen auch eher langweilen kann, als bravouröser 'kampf'.

gruß, siamak :)
Anna-Marie (08.09.2006, 18:39):
Hallo,
"die technisch-manuelle extrem-überlegenheit kann dazu führen, dass der hörer mehr auf das technische als den musikalischen kontext achtet."
Das untermauert meine These, der ich eine weitere Fragestellung anfügen könnte: Ist man nicht ebenso schnell dabei, einem 'mittelmäßigen Pianisten 'immerhin noch' Musikalität zuzusprechen, wie man übersensibel darauf achtet, ob und in welchem Maß der überdurchschnittlich manuell-technisch begnadete Künstler diese unter Beweis stellt?
LG,
Anna-Marie
Rachmaninov (12.09.2006, 13:46):
Ich hörte einst Hamelin in einer TV Übertragung mit einer Beethoven Sonate und seinen vorherigen Erklärungen.

Die Interpretation gefiel mir rein gar nicht.

Anbei 2 Videos

Video 1

und

Video 2

Mein Eindruck hier ist deutlich besser!
Rachmaninov (22.10.2006, 18:55):
Obwohl ich recht skeptisch war, und auch immer noch ein wenig bin, muß ich feststellen, daß ich sehr positiv von der neuen Aufnahme vom M.A. Hamelin überrascht bin. Nach dem zweiten Hören mußt ich doch feststellen, daß es sich um eine sehr gute Aufnahme handelt.



Gleichfalls positiv überrascht bin ich von den DSO unter A. Litton, die von mir bei den Rachmaninov Aufnahmen von S. Hough als deutlich unterkühlt wahrgenommen wurden.
Gamaheh (22.10.2006, 22:15):
Hallo allerseits,

da mich das Repertoire, das M-A Hamelin gewöhnlich spielt, (jedenfalls bis jetzt) nicht so interessiert, habe ich noch nicht so viel von ihm gehört. Neulich allerdings hörte ich ihn mit Schumanns Carnaval im Radio, und das Wort, das mir dazu spontan einfiel, war "seelenlos".

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (22.10.2006, 22:18):
Original von Gamaheh
Hallo allerseits,

da mich das Repertoire, das M-A Hamelin gewöhnlich spielt, (jedenfalls bis jetzt) nicht so interessiert, habe ich noch nicht so viel von ihm gehört. Neulich allerdings hörte ich ihn mit Schumanns Carnaval im Radio, und das Wort, das mir dazu spontan einfiel, war "seelenlos".

Grüße,
Gamaheh

Ja,
sein Schumann ist sicherlich nicht bemerkenswert! :A
Cosima (01.07.2007, 11:36):
Ich erlebte Hamelin Ende letzten Jahres mit einem Programm, das mir eher ungewöhnlich für diesen Pianisten schien: Er spielte Chopin, etwas Liszt und zwei Sonaten von Haydn. – Es war ein berauschender und zutiefst beglückender Abend!

Nach diesen Live-Eindrücken freute ich mich umso mehr auf seine Haydn-Aufnahmen. Ich wurde nicht enttäuscht.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9365741.jpg

Auch die oben bereits erwähnte Brahms-Platte (2. Klavierkonzert) finde ich ganz ausgezeichnet! Sie war für mich eine echte Überraschung.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (02.07.2007, 07:15):
Original von Cosima
Ich erlebte Hamelin Ende letzten Jahres mit einem Programm, das mir eher ungewöhnlich für diesen Pianisten schien: Er spielte Chopin, etwas Liszt und zwei Sonaten von Haydn. – Es war ein berauschender und zutiefst beglückender Abend!

Nach diesen Live-Eindrücken freute ich mich umso mehr auf seine Haydn-Aufnahmen. Ich wurde nicht enttäuscht.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9365741.jpg

Auch die oben bereits erwähnte Brahms-Platte (2. Klavierkonzert) finde ich ganz ausgezeichnet! Sie war für mich eine echte Überraschung.

Gruß, Cosima

@Cosima,

Lizst würde ich bei Hamelin nicht als ungewöhnlich bezeichnen.

Bei Hamelin ist man nie vor einer Überraschung sicher. Manche Aufnahmen, wie sein Schumann, kann man getrost vergessen, andere Aufnahmen, wie z.B. seine Godowsky Aufnahmen, oder das 2. Brahms, sind sicherlich sehr gut.
Cosima (11.07.2007, 11:07):
Hamelin ist für mich ein Phänomen. Er kommt auf die Bühne, vollkommen unscheinbar, äußerlich der fade Beamtentyp schlechthin. Er lächelt kurz, setzt sich und spielt. Und sein Spiel hat sofort etwas so Bezwingendes, dass man sich dem Rausch nicht entziehen kann. Aus dem unscheinbaren Menschen wird ein ganz anderes Wesen, das einen in eine andere Welt mitnimmt, aus der man eigentlich nicht mehr zurück möchte.

Ich hörte ihn u.a. mit der Chopin-Sonate op. 58 und der 3. Ballade. Das war kein Chopin, wie ich ihn kannte und bis dahin liebte. Und dennoch hat Hamelins Klavierspiel etwas so Selbstverständliches und strahlt so viel Sicherheit aus, dass man augenblicklich das Gefühl hat: Genau so ist es richtig. Nicht einen Moment glaubt man, dass er sich jemals verspielen könnte, dass er irgendwie seiner Sache nicht sicher sei. Er ist stets absolut Herr der Lage, hochkonzentriert, seine ganze Energie scheint vollkommen auf die Hände gebündelt zu sein. Da gibt es keine unnötigen Gesten, nur die Augenbrauen zucken gelegentlich und verraten ein wenig von der Anspannung, unter der er steht.

Ich meine ganz sicher: Man muss diesen intelligenten Ausnahme-Künstler einmal live erlebt haben.

Ein paar Eindrücke kann man auch auf der DVD "Marc Andre Hamelin - It's all about the music" sammeln.

Gruß, Cosima :hello
Rachmaninov (01.08.2007, 06:54):
Original von Cosima

Ein paar Eindrücke kann man auch auf der DVD "Marc Andre Hamelin - It's all about the music" sammeln.

Gruß, Cosima :hello

@Cosima,

glaube aus der CD habe ich einst Ausschnitte gesehen!
Spricht er da auch über Beethoven und spielt einige Stellen vor?
Cosima (01.08.2007, 19:09):
Original von Rachmaninov
Spricht er da auch über Beethoven und spielt einige Stellen vor?

Das weiß ich leider nicht mehr so genau, habe die DVD vor Monaten zuletzt gesehen. Im 2. Teil - dem Recital - spielt er auf jeden Fall keinen Beethoven.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (01.08.2007, 19:16):
Original von Cosima
Original von Rachmaninov
Spricht er da auch über Beethoven und spielt einige Stellen vor?

Das weiß ich leider nicht mehr so genau, habe die DVD vor Monaten zuletzt gesehen. Im 2. Teil - dem Recital - spielt er auf jeden Fall keinen Beethoven.

Gruß, Cosima

Okay,

danke! Jedenfalls sprach er über Beethoven, als er es spielte fand ich von "gesagten" nichts wieder X(
Rachmaninov (27.08.2008, 15:24):
Mittlerweile habe ich mir Hamelin's Aufnahme "In a state of Jazz" mehrfach angehört.



Die hier eingespielten Werke erlauben durchaus den Titel dieser Aufnahme. Die Kompositionen von Gulda, Weissenberh und Kapustin klingen durchaus nach Jazz, oder eher nach Jazz als nach "Klassik". Hamelin spielt natürlich hinsichtlich der technischen Fähigkeiten brilliant ABER, er ist einfach kein Jazzer. Hier fehlt hörbar die Lockerheit, das Improvisieren, also grundlegendes was den Jazz ausmacht.

Walter brachte es gestern auf den Punkt:


Nett, aber hier fehlt mir die Jazz-keller Atmosphäre


Wie bei seiner Kapustin Aufnahme komme ich auch hier zu dem Schluß, dass dies nicht seine Welt ist.
Cosima (27.08.2008, 16:53):
Original von Rachmaninov
...ABER, er ist einfach kein Jazzer. Hier fehlt hörbar die Lockerheit, das Improvisieren, also grundlegendes was den Jazz ausmacht.


Ich meine, Hamelin hätte selber gesagt, dass er überhaupt kein Jazz-Interpret sei, er sich also auch nicht so sehe, weil das Improvisieren usw. ihm gar nicht liege. Das war, glaube ich, auf einer der beiden DVDs, die ich mit ihm habe. Ich weiß nicht mehr wie das Gespräch weiterging, was er dazu sagte, warum er trotzdem z.B. Kapustin eingespielt hat. Ich muss mal beizeiten in die DVDs reinschauen.
satie (27.08.2008, 17:04):
Ich glaube, der Punkt ist der, dass eben die Stücke selber gar kein Jazz sind. Gulda hat sehr nett Jazz gespielt, und mit seinem Lieblingspartner Joe Zawinul mag das gegangen sein, nicht allerdings mit Chick Corea zusammen. Da hat man wirklich gemerkt, wo der Unterschied liegt.
Und bei diesen Stücken ist es eben so, dass sie von Leuten stammen, die zur Klassik gehören und eben auch eine Schwäche für Jazz oder jazzartige Einflüsse hatten, ganz sicher aber eben keine Jazzmusiker sind/ waren.
Insofern spielt er die Sachen wohl genau richtig: wie ein klassischer Pianist, der Jazz zu spielen versucht. Und wer Jazz hören will, der muss eben Jazz hören. Man würde ja sicherlich auch nicht so verwundert sein, wenn Thelonious Monk eine Beethovensonate so spielen würde, als ob ein Jazzmusiker versucht, Beethoven zu spielen (was durchaus seinen Reiz haben kann).

Herzlich,
S A T I E
Cosima (27.08.2008, 17:08):
Original von Satie
Insofern spielt er die Sachen wohl genau richtig: wie ein klassischer Pianist, der Jazz zu spielen versucht. Und wer Jazz hören will, der muss eben Jazz hören.

Ja, ich denke, das trifft es. Ich sah und hörte Hamelin vor vielen Jahren live mit Kapustin. Und genau das war mein Eindruck. Es schien mir absolut richtig so zu sein. Bei "richtigen" Jazz-Stücken wäre ich weniger begeistert gewesen.
Cosima (27.08.2008, 17:44):
Es handelt sich um diese DVD (It’s all about the music):

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0034571880006.jpg

Hamelin sagt:

"Ich spiele auch einige jazzflektierte Dinge. Ich habe z.B. die Musik von Nikolai Kapustin aufgenommen, der ein zeitgenössischer Komponist ist, der im Jazzstil schreibt.
Aber die Tatsache ist, dass Jazz durch seinen eigenen Charakter improvisatorisch ist. Ich will sagen, es beinhaltet Improvisation, und ich bin überhaupt nicht sehr geschult in Improvisation.
Es ist eine ganz andere Art des Denkens als bei der in Noten geschriebenen Musik. So spiele ich Jazz nicht, traditionell gesprochen, aber ich spiele jazzflektierte Dinge, und es ist wirklich genug für mich."
Heike (25.10.2013, 15:51):
Mittwoch war ich übrigens zu nem grandiosen Recital mit Marc-André Hamelin im Berliner Kammermusiksaal, sagenhaft! Ich hab selten so sauberes und zugleich intensives Spiel gehört, bin immer noch völlig hingerissen, wenn ich dran denke. Das war geradezu unerhört gut. Nichts von "seelenlos", aber wirklich null. Ich kenne keine seiner CDs, also keine Ahnung, wie er dort spielt, aber live war es z.B. bei Janaceks "Auf verwachsenem Pfad- Auszügen" beklemmend fein ausgehört, mit einer ans Herz gehenden Unmittelbarkeit. "Schön" wäre ein sehr falsches Wort, es war richtig. Genau so. Davor eine h moll Sonate, die bestechend logisch durch Abgründe führte und nah dran vorbei. Und zum Einstieg eine Barcarolle von ihm selbst komponiert.

Er hat zum Schluss dann Gaspard de la nuit gespielt, das mich immer sehr aufregt. Pogorelichs Aufnahme hielt ich ja bisher für unübertreffbar, aber ich muss mich revidieren, das war ganz großes inneres Gruseln, zwischen Höllenakrobatik und subtilsten Klängen, die mich fast körperlich angepackt haben. Und DANACH spielt der als Zugabe ganz frech den ersten Satz von Mozarts Sonate facile hinterher, himmlisch pur; einfach - einfacher - am einfachsten - perfekt.

Unbedingt hingehen, wenn der irgendwo auftritt!
Florestan (25.10.2013, 17:03):
Liebe Heike

Mein reden! Diesen Pianisten muß man live erleben, obwohl seine CD Einspielungen meistens auch auf höchstem Niveau angesiedelt sind. Dazu ist er ein ganz bescheidenener und unaufdringlicher Mensch, immer ruhig und besonnen. Ich habe ihn schon viele Male live erlebt, ist er doch ständiger Gast bei unserem Raritätenfestival in Husum, und bin noch nie enttäuscht worden. Für mich ist er einer der ganz großen, eben ein Ausnahmetalent, der auch alles spielen kann (und das häufig auch tut, denn er besitzt eine Notensammlung, die 25 m Regalwand füllt). Ich hoffe nur, das er bald mal wieder in meiner Nähe auftritt, weil ich bereits Entzugserscheinungen bekomme --

LG Florestan