"Morgenlich leuchtend" - Eine Arie und ihre Interpreten
Falstaff (05.04.2017, 22:48): Walther von Stoltzing - Die Meistersinger von Nürnberg - III. Akt
Wenn es Arien gibt, die mich süchtig machen, die mich immer und immer und immer packen und nicht mehr loslassen, auf die ich gerne stundenlang warte, dann ist diese eine davon.
Nun gibt es ja durchaus unterschiedliche Weisen, sich ihr zu nähern. Schwerer Heldentenor oder eher jugendlicher Heldentenor oder doch eher 'tenore di forza', also mit eher lyrischer Stimme, aber fähig zu strahlenden, dramatischen Ausbrüchen.
Ich muss gestehen, ich kann mich da, was das Stimmfach angeht, nicht so richtig entscheiden. Es hängt ganz entschieden von den jeweiligen Interpreten ab.
Fang ich halt mal an. Einer meiner liebsten Stoltzings ist Max Lorenz, also ein wirklicher Heldentenor. Da kann man sicherlich einiges einwenden, aber er ist halt mein absoluter Lieblingstenor im Wagnerbereich und so auch bei dieser Arie. Die hohe Tessitura bereitet ihm durchaus einige Schwierigkeiten, aber er meistert sie mit seiner schweren Stimme trotzdem sehr eindrucksvoll. Zudem bringt er diesen emphatischen Schwung mit, der für mich einfach dazugehört. Aber ich bin bei ihm auch nicht objektiv. :)
Empfehlen würde ich die frühe (1927) Aufnahme. In Bayreuth in der Gesamtaufnahme hat er nicht seinen besten Tag.
:hello Falstaff
Falstaff (05.04.2017, 22:54): Wer A sagt, muss auch B sagen. Hier also der große, wirklich große Konkurrent von Max Lorenz.
Lauritz Melchior hat die Partie, anders als Lorenz, nie auf der Bühne gesungen, weil sie ihm zu hoch lag. Hätte er bloß. Immerhin hat er Arien aus den Meistersingern einzeln eingespielt. Und das ist einfach zum :down . Melchior
:hello Falstaff
Falstaff (05.04.2017, 23:10): In der heutigen Zeit wird bei dieser Partie wohl eher der Zugang von der lyrischen Seite her bevorzugt (wohl auch in Ermangelung wirklicher Heldentenöre). Ein früher Vertreter dieser Richtung ist der unvergessene Peter Anders, wobei auch er, großartig wie auch immer es ist, an Grenzen kommt. Auch wenn diese eher zu ahnen, als zu hören sind. 'Die Muse des Parnass' ist ja so eine prekäre Stelle. Wie intelligent umschifft Melchior diese Klippe. Anders geht sie direkter an und hat dann doch hörbare Schwierigkeiten, kann 'Parnass' auch nicht voll aussingen (Leitner 1953). Aber unabhängig davon ist es eine wunderbare Aufnahme. Eine begnadete Stimme, jugendlich frisch voller Elan.
:hello Falstaff
Falstaff (05.04.2017, 23:17): 2005 hörte ich ein einziges Mal Ben Heppner live. In einem Gala-Konzert zusammen mit Deborah Voigt unter Peter Schneider. Das war ein wunderbarer Moment. Auch er ganz lyrisch mit heldischem Kern, intelligent phrasierend, mit sehr guter Diktion, zwar einer gewissen Angestrengtheit in der Höhe und vielleicht nicht ganz so voller Elan, aber dafür die Arie wunderbar aufbauend.
:hello Falstaff
Falstaff (05.04.2017, 23:29): Anders, Traxl, Wunderlich (wenn es ihm denn vergönnt gewesen wäre) Schock. Alle kamen sie aus derselben stimmlichen Ecke. Hier nun Schock. Er geht die ganze Chose sehr unbekümmert, aber mit durchaus prächtigem Material an. Feinheiten kann man weniger erwarten, aber er hat es drauf. Jedenfalls zu der damaligen Zeit. Schade, dass er dann sich eher auf das Wandern, Operettenarien pfeifend, verlegt hat.
:hello Falstaff
Cavaradossi (06.04.2017, 09:33): Aber unabhängig davon ist es eine wunderbare Aufnahme. Eine begnadete Stimme, jugendlich frisch voller Elan. Lieber Falstaff,
da kann ich Dir nur voll zustimmen! Peter Anders war ein begnadeter "Meistersinger". Wie schade, daß er so früh von uns gegangen ist. Auf dieser CD sind übrigens die beiden Meistersinger-Arien (mit F. Leitner) auch enthalten:
In die Galerie derer, die dieses herrliche Lied mehr von der lyrischen Seite angingen, gehört unbedingt aber auch Richard Tauber (1891-1948). Seine Aufnahme von 1927 ist hier zu finden:
Es gab eine CD von PEARL, da war auch noch "Am stillen Herd" enthalten, die Arie fehlt hier. Leider scheint sie z.Zt. vergriffen zu sein. Aber hier geht es ja um "Morgenlich leuchtend". Beide Aufnahmen vom 23. Mai 1927 sind wahre Sternstunden des Wagner-Gesanges, und es sind auch Sternstunden des Sängers Richard Tauber, der alles andere als ein Wagner-Tenor war, aber hier erteilt er vielen seiner berühmten "Helden-Kollegen" eine Lektion, wie man diese Stücke mit einer Poesie, mit einem Leuchten in der Stimme, mit einer Emphase singen kann, die beispielhaft geblieben ist. Da war ein echter Meistersinger am Werk, am Dirigentenpult der Berliner Staatskapelle stand übrigens der legendäre George Szell. Es sind Aufnahmen für den CP-Olymp.
LG :hello Cavaradossi
Cavaradossi (06.04.2017, 10:18): Hallo Falstaff,
wer sucht, der findet. Hier sind beide Meistersinger-Arien drauf:
Eine 5 CD-Box, mit einem Querschnitt durch Taubers umfangreiches Repertoire. Es wird immer wieder vergessen, welch ein herausragender Opernsänger Tauber war. Daran trägt er natürlich viel selber schuld, wegen seines Einsatzes für die Operette, vor allem für die von Franz Lehár. Doch Tauber verstand die seltene Kunst, selbst Kitsch in Kunst zu verwandeln ....
:hello Cavaradossi
palestrina (06.04.2017, 10:36): Hier sind beide Arien auch mit drauf .....
die Aufnahmen sind auch remastert 1991.
Nur mal so nebenbei, wie auch auf der von Cavaradossi gezeigten Doppel CD, so auch hier ist das wunderschöne Duett aus der toten Stadt mit Lotte Lehmann enthalten, was gäbe ich für eine Einspielung einer GA mit beiden :I das ist so idiomatisch gesungen :down !
LG palestrina
Cavaradossi (06.04.2017, 12:07): Hier nun Schock. Er geht die ganze Chose sehr unbekümmert, aber mit durchaus prächtigem Material an. Feinheiten kann man weniger erwarten, aber er hat es drauf. Lieber Falstaff,
es stimmt, Schock kann sich in der Aufnahme hören lassen, aber für mich ist er trotzdem der einzige echte Schwachpunkt der Kempe-Aufnahme. Er singt kehlig und in den Höhen angestrengt. fast überfordert. Völlig unverständlich, daß man Josef Traxel, der doch zum Stammpersonal der Electrola gehörte, nicht zu der Aufgabe herangezogen hat. Welch ein prachtvoller Walther von Stolzing er gewesen wäre, beweist er eindrucksvoll auf dieser CD:
Da singt er das "Morgenlich leuchtend" so strahlend schön, daß es eine wahre Pracht ist. Wilhelm Schüchter begleitet ihn einfühlend und behutsam, er läßt sich und dem Sänger Zeit. Es ist eine EMI-Aufnahme von 1957 aus Berlin, die noch heute zu begeistern vermag. Dagegen sieht auch René Kollo (in der berühmten Karajan-Aufnahme aus Dresden, EMI) ziemlich alt aus. Sowohl Traxel als auch Tauber und Anders waren ja keine eigentlichen Wagner-Tenöre, und doch zeigen sie, wie man Wagner singen kann (und singen muß), um ihm gerecht zu werden. Natürlich wären sie in den großen Partien des RING oder beim TRISTAN überfordert gewesen, aber da haben sie sich ja auch nicht rangetraut (wenn man mal von den "Winterstürmen" absieht). Die von palestrina vorgestellte Tauber-CD steht sogar in meinem Regal, ich hatte sie heute früh total übersehen. Es stimmt, die beiden Stücke aus Korngolds toter Stadt sind wahre Perlen; auch hier schlägt Tauber (im Verein mit Lotte Lehmann) mühelos René Kollo mit Carol Neblett in der ansonsten respektablen Leinsdorf-GA (RCA).
LG, Cavaradossi
palestrina (06.04.2017, 22:52): Ein wahrer Schatz in meiner Sammlung ist diese CD von Gösta Winbergh ...*1943 +2002
Wenn man mit 52 Jahren noch so eine Stimme besaß ist das aller Ehren wert! Sein „ Morgenlich leuchtend " ist Belcanto, sowie wie er auch alle anderen Wagnerpartien anging und sang, mit einer fantastischen Gesangskunst! :times10 1998 habe ich ihn als Lohengrin gehört, das war eine Sternstunde feinsten Wagnergesangs, gepaart mit einer wunderbaren Gestaltung!
LG palestrina
Falstaff (06.04.2017, 23:38): Die von palestrina vorgestellte Tauber-CD steht sogar in meinem Regal, ich hatte sie heute früh total übersehen. Es stimmt, die beiden Stücke aus Korngolds toter Stadt sind wahre Perlen; auch hier schlägt Tauber (im Verein mit Lotte Lehmann) mühelos René Kollo mit Carol Neblett in der ansonsten respektablen Leinsdorf-GA (RCA). Moin, ihr beiden, die CD steht bei mir auch im Regal und ich teile eure Begeisterung für das Korngold-Duett. Allerdings nicht so ganz, lieber Cavaradossi, deine für 'Morgenlich leuchtend'. Das Leuchten ist da, auch diese wunderbare lyrische Emphase. Aber die Höhe finde ich jetzt eher zweifelhaft und ohne strahlende Höhe funktioniert es nicht so richtig.
LG Falstaff
Falstaff (06.04.2017, 23:47): Völlig unverständlich, daß man Josef Traxel, der doch zum Stammpersonal der Electrola gehörte, nicht zu der Aufgabe herangezogen hat. Lieber Cavaradossi, ich habe mir gerade Traxel in der Bayreuther Cluytens-Aufnahme von 1958 noch einmal angehört und muss dir da völlig rechtgeben. Das ist, was den lyrischen Gesang angeht, Wonne pur. Zudem baut er die Arie in ihrer dramatischen Steigerung wunderbar auf. Allerdings kommt er dann in der Höhe, v.a. beim Schlusston, schon recht stark an seine Grenzen. Das wird wohl der Grund für die Wahl Schocks gewesen sein, der wohl damals vielleicht auch den kassenträchtigeren Namen hatte.
LG Falstaff
Falstaff (06.04.2017, 23:52): Ein wahrer Schatz in meiner Sammlung ist diese CD von Gösta Winbergh ...*1943 +2002 Lieber Palestrina, da ich von Winbergh keine CD habe und ihn auch leider nie live erleben konnte, habe ich mir diesen Ausschnitt angesehen.
https://www.youtube.com/watch?v=fade2JrSLU4
Das ist sehr überzeugend gesungen, allerdings irritiert mich dieses leicht abgehackte Singen. Ist das jetzt nur diesem Abend geschuldet oder ist das für ihn typisch?
LG Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 01:44): Übrigens experimentierte Bayreuth in den späten 50igern ja mit sehr verschiedenen Stoltzings. Windgassen, Traxel, Schock und Walter Geisler. Offensichtlich war Wieland da sehr auf der Suche.
Geisler, den sicherlich am wenigsten bekannte von ihnen, empfinde ich durchaus als markant und zupackend. Auch bei ihm gibt es wieder Probleme mit der Höhe, aber insgesamt ist das eine sehr bewusste, sichere Angelegenheit, wenn auch der letzte Glanz, das gewisse Etwas fehlt.
:hello Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 01:54): Fehlt noch der Letzte des Quartetts, Bayreuths 'Allzweckwaffe', der stets bereite Wolfgang Windgassen.
Ich habe durchaus meine Probleme mit ihm. Einerseits schätze ich seine künstlerische Leistung in Bayreuth in den Jahren, seine Zuverlässigkeit, seine Ausdrucksfähigkeit, seine Hingabe, seine sängerische Intelligenz. Gleichzeitig vermisse ich bei ihm in vielen Partien diesen besonderen Glanz, dieses Mitreißende, diesen Moment, in dem eine Interpretation zu etwas ganz besonderem wird. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mit Windgassen bekommt man immer gute bis sehr gute Leistungen und das in allen relevanten Wagnerpartien. Das soll ihm erst einmal einer nachmachen.
:hello Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 02:03): Kehren wir in die Gegenwart (nun leider such schon Vergangenheit) zurück. Der jüngst verstorbene Johan Botha.
Es tut mir leid, aber so richtig begeisternd finde ich das nicht. Da ist zunächst einmal die Diktion, die doch sehr störend ist, aber auch die Höhe, die nicht richtig in den Gesamtfluss eingebunden ist, das 'Parnass', dass einen schon zusammenzucken lässt (ich beziehe mich da auf die 2008-Aufnahme unter Thielemann), insgesamt die Art, wie diese Arie doch relativ belanglos heruntergesungen wird. Ich möchte da nur noch einmal an Heppner erinnern, der zeigte, dass diese Arie in neuester Zeit durchaus anders dargebracht werden konnte.
:hello Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 02:19): Nun wieder einmal einer der klassischen Heldentenöre. Set Svanholm mit einer Aufnahme aus der Spätzeit seiner Karriere.
Mit Sicherheit kein Meister des Legato, aber dafür mit einer dramatischen Emphase und einer sicheren Höhe, die für ihn einnimmt. Insgesamt ein 'Held'. Die Frage ist, ob man das hören will oder eher den jugendlich-dramatischen Zugang zu dieser Partie. Ich persönlich finde die Besetzung mit schweren Heldenstimmen schon sehr faszinierend.
:hello Falstaff
Cavaradossi (07.04.2017, 11:46): Das Leuchten ist da, auch diese wunderbare lyrische Emphase. Aber die Höhe finde ich jetzt eher zweifelhaft und ohne strahlende Höhe funktioniert es nicht so richtig. Lieber Falstaff,
daß Richard Tauber kein "Höhensänger" war, ist bekannt. Und Du hast völlig recht, auch im Preislied stößt er diesbezüglich an seine bekannten Grenzen. Aber trotzdem: Mich überwältigt er immer wieder mit den beiden "Ohrwürmern" aus den Meistersingern. Da erzeugt er eine Atmosphäre, die ich bei vielen seiner Kollegen vermisse (wobei ich das Lied von den "klassischen Heldentenören" gesungen möglichst meide, deren Stimmen sind mir dafür einfach zu "schwer"). Ich will zu Tauber einmal Jürgen Kesting zitieren, eben weil er exakt auf den Punkt bringt, was ich meine: " .... beide Stücke kommen Offenbarungen gleich. .... In das Preislied gießt er die träumerische Erregung, über die Sachs zuvor gesprochen hat - keine andere Aufnahme hat diese Glut und verinnerlichte Spannung." Nun bin ich mit Kesting längst nicht immer einer Meinung, aber hier kann ich jedes Wort nur unterstreichen. Deshalb ist (für mich) die fehlende Höhe beim Parnass nicht so wichtig. Doch das ist sicher eine ganz persönliche Sichtweise. Allerdings kommt er dann in der Höhe, v.a. beim Schlusston, schon recht stark an seine Grenzen. Das wird wohl der Grund für die Wahl Schocks gewesen sein, der wohl damals vielleicht auch den kassenträchtigeren Namen hatte. Das betrifft jetzt Traxel. Die Bayreuth-Aufnahme von 1958 unter Cluytens kenne ich nicht, ich habe nur die Electrola-Studiofassung von 1957, und da singt Traxel nach meinem Empfinden so strahlend und mühelos (auch den "Parnass"), daß ich hellauf begeistert bin. Ich habe soeben noch einmal Traxel und Schock direkt nacheinander gehört und muß sagen, daß Traxel das Lied wirklich illuminiert, während ich bei Schock mehrmals bei den hohen Tönen den Kopf einziehen mußte! Schon bei "heilig holden Mienen" oder "hell vor mir lag" und erst recht beim "Parnass". Da ziehe ich sogar deutlich René Kollo (bei Karajan) vor. Ich bin etwas erstaunt, daß Traxel in Bayreuth beim Schlußton an seine Grenzen kam, denn seine strahlende, unangestrengte Höhe war doch eigentlich sein Markenzeichen. Ich denke da spontan an das Postillonlied "Freunde, vernehmet die Geschichte", da erreicht er das hohe D so unverkrampft und völlig ohne jede Anstrengung, daß er (nach meinem Empfinden) sogar Gedda und Rosvaenge auf die Plätze verweist. Vielleicht war er am Tag des Mitschnitts in Bayreuth leicht indisponiert? Also ich glaube, daß Du mit der Vermutung richtig liegst, daß Schocks kassenträchtigerer Name den Ausschlag gegeben hat, denn in den 50ern war seine Popularität ja mit der von Tauber in den 20er Jahren vergleichbar. Das mag bei einer GA der "Meistersinger" in einer Zeit, als die 5 LP-Kassette noch für 125 DM über den Ladentisch ging, schon eine große Rolle gespielt haben. Der zurückhaltende Traxel war ja eigentlich nur einem Fachpublikum näher bekannt, während Schock sich ja schon früh in Filmen und im Fernsehen tummelte.
Windgassen war ein guter und bekannter Wagner-Tenor, aber so recht konnte ich mich nicht für ihn begeistern, aus den gleichen Gründen, die Du anführst. Noch weniger allerdings war Hans Hopf mein Fall, der ja auch viel Wagner gesungen hat. In Konwitschnys "Tannhäuser"-Aufnahme mit einer sonst erstklassigen Besetzung ist er für mich der einzige Minuspunkt. Wie stehst Du zu ihm?
LG :hello Cavaradossi
Cavaradossi (07.04.2017, 12:10): Sein „ Morgenlich leuchtend " ist Belcanto, sowie wie er auch alle anderen Wagnerpartien anging und sang, mit einer fantastischen Gesangskunst Hallo palestrina,
ich kenne Gösta Winbergh nur aus der Muti-Aufnahme von "Don Pasquale":
und da singt er den Ernesto ganz wunderschön, das ist Belcanto pur! :times10 Leider ist er später von der Musikindustrie nur wenig berücksichtigt worden, mir ganz unverständlich.
Gruß, Cavaradossi
Jürgen (07.04.2017, 13:24): Ein wahrer Schatz in meiner Sammlung ist diese CD von Gösta Winbergh ...*1943 +2002
AD 1995
Wenn man mit 52 Jahren noch so eine Stimme besaß ist das aller Ehren wert! Sein „ Morgenlich leuchtend " ist Belcanto, sowie wie er auch alle anderen Wagnerpartien anging und sang, mit einer fantastischen Gesangskunst! :times10 1998 habe ich ihn als Lohengrin gehört, das war eine Sternstunde feinsten Wagnergesangs, gepaart mit einer wunderbaren Gestaltung!
LG palestrina
Diese CD ist Bestandteil der Box nebenan. So habe ich sie kennengelernt.
palestrina (07.04.2017, 14:11): Na klar Jürgen, ist doch auch das gleiche Cover! ;) Und wie findest du seinen Gesang?
LG palestrina
Ps: Nachtrag Heute 19.40h , sorry lieber Jürgen, danke für deine PN, konnte ja nicht ahnen das du das Cover nicht gesehen hast, das war also ein blödes Missverständnis, hoffentlich sieht man es jetzt! :D LG palestrina
Falstaff (07.04.2017, 21:49): Ich will zu Tauber einmal Jürgen Kesting zitieren, eben weil er exakt auf den Punkt bringt, was ich meine: " .... beide Stücke kommen Offenbarungen gleich. .... In das Preislied gießt er die träumerische Erregung, über die Sachs zuvor gesprochen hat - keine andere Aufnahme hat diese Glut und verinnerlichte Spannung." Lieber Cavaradossi, dem Kesting-Urteil würde ich durchaus beipflichten, aber daneben gibt es eben immer die Töne, die es jedenfalls mir schwer machen. Aber das ist auch Geschmacksfrage. Ich bin etwas erstaunt, daß Traxel in Bayreuth beim Schlußton an seine Grenzen kam, denn seine strahlende, unangestrengte Höhe war doch eigentlich sein Markenzeichen. Kann gut sein, dass er am Ende der langen Rolle an dem Tag nicht mehr so fit war. Denn Höhe hatte er ja wirklich, wobei es immer darauf ankommt, wie er die Spitzentöne jeweils, abhängig von der Partie, produzieren muss. In Konwitschnys "Tannhäuser"-Aufnahme mit einer sonst erstklassigen Besetzung ist er für mich der einzige Minuspunkt. Wie stehst Du zu ihm? Ich kann mit ihm leben. :D Er ist nicht mein liebster Heldentenor, aber persönlich empfinde ich ihn auch nicht als solch ein Ausfall.
LG Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 22:08): Ein weiterer Sänger darf hier nicht vergessen werden. Sandor Konya.
Das ist schon sehr lyrisch, fast sanft, mit den entsprechenden dramatischeren Ausbrüchen, dabei ausdrucksvoll und unbedingt klangschön gesungen.
:hello Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 22:16): Was haltet ihr denn von ihm?
Ich muss gestehen, ich kann mit seiner Art des Singens nichts anfangen. Dieser weiche, gaumige Tonansatz irritiert mich regelmäßig. Seine Interpretation finde ich hingegen ganz schön, auch wenn er mir zu melancholisch rüberkommt.
:hello Falstaff
palestrina (07.04.2017, 22:25): Ein weiterer Sänger darf hier nicht vergessen werden. Sandor Konya.
Das ist schon sehr lyrisch, fast sanft, mit den entsprechenden dramatischeren Ausbrüchen, dabei ausdrucksvoll und unbedingt klangschön gesungen.
:hello Falstaff Für mich die beste Meistersinger Aufnahme, auch wenn Konya etwas Probleme mit dem Deutsch hat, verzeihe ich ihm das hier liebend gerne, denn ja, das ist wunderschön interpretiert! :thumbsup: Nur so nebenbei, T.Stewart imo einer der besten Sachs Interpreten! ;)
LG palestrina
Falstaff (07.04.2017, 22:26): Ich finde es immer wieder erstaunlich, was René Kollo aus seiner Stimme herausgeholt hat.
Und auch das Preislied finde ich erstaunlich gut. Und genauso habe ich ihn auch immer auf der Bühne erlebt, wobei da ein Gutteil seiner Wirkung sicherlich auf seine Präsenz und schauspielerischen Qualitäten zurückzuführen waren.
:hello Falstaff
Falstaff (07.04.2017, 22:31): Für mich die beste Meistersinger Aufnahme, auch wenn Konya etwas Probleme mit dem Deutsch hat, verzeihe ich ihm das hier liebend gerne, denn ja, das ist wunderschön interpretiert! Lieber Palestrina, dann geben wir noch einen drauf. :)
https://www.youtube.com/watch?v=vIXtkIi0cE0
LG Falstaff
palestrina (07.04.2017, 22:52): Hallo Falstaff, was du zu Max Lorenz sagst, das gilt für mich bei J.Kaufmann, das man da nicht objektiv urteilen kann! :D
Habe mir heute auch mal die 1927 Aufnahme angehört, sorry, mir hat das gar nicht gefallen, du hast z.B. bei einigen Sängern den Parnaß bemängelt, der kommt aber bei Lorenz sehr dürftig rüber! :ignore Wie schreibst du immer, :) Geschmackssache! Somit alles OK! Bei Kollo bin ich immer zweigeteilt, auf der obigen CD finde ich ihn weniger gut als auf der GA mit Solti!
LG palestrina
Falstaff (07.04.2017, 23:19): Habe mir heute auch mal die 1927 Aufnahme angehört, sorry, mir hat das gar nicht gefallen, du hast z.B. bei einigen Sängern den Parnaß bemängelt, der kommt aber bei Lorenz sehr dürftig rüber! Lieber Palestrina, völlig d'accord. Der 'Parnaß' ist wirklich nichts Tolles. Aber ich verzeihe ihm halt so Manches. ;)
Ich habe mir übrigens dahin die Arie aus der GA noch einmal angehört.
Und auch wenn ich seine Leistung darin weiter oben eher bemängelt habe (und er hatte wohl wirklich nicht seinen besten Tag), die Arie und v.a. den 'Parnaß' singt er ausgesprochen toll und für jemanden mit solch einer Riesenstimme auch wunderbar sensibel.
LG Falstaff
palestrina (10.04.2017, 22:51): Zu allererst will ich hier mal den leider noch nicht genannten, fantastischen, überragenden Stolzing erwähnen, nämlich Franz Völker, das ist ein Musterbeispiel großer Gesangskunst eines jugendlichen Heldentenors, da kommt nichts gedrücktes das fließt alles, das ist eine jener Aufnahmen die heute noch Gültigkeit haben! AD 1928 und die Tonqualität ist super!
LG palestrina
palestrina (10.04.2017, 23:02): Ein jugendlicher Heldentenor aus der jüngeren Vergangenheit, eine wunderschöne Stimme mit großer Ausdruckskraft ist Robert Dean Smith, was ich ganz besonders hervorheben möchte ist die Tatsache, daß er nicht nur das Preislied vorträgt sondern auch an wen es gerichtet ist!
AD 2000
Er war Ende des 20.Jahrhunderts, Anfang des 21.Jahrhunderts der Stolzing par Exzellenz, mit einem wunderbaren Gefühl für die Partie!
LG palestrina
Falstaff (10.04.2017, 23:23): Zu allererst will ich hier mal den leider noch nicht genannten, fantastischen, überragenden Stolzing erwähnen, nämlich Franz Völker, das ist ein Musterbeispiel großer Gesangskunst eines jugendlichen Heldentenors, da kommt nichts gedrücktes das fließt alles, das ist eine jener Aufnahmen die heute noch Gültigkeit haben! Lieber Palestrina, schön, dass du an ihn hier erinnerst. Wirklich eine, v.a. auch vokale, große Leistung. Ein jugendlicher Heldentenor aus der jüngeren Vergangenheit, eine wunderschöne Stimme mit großer Ausdruckskraft ist Robert Dean Smith, was ich ganz besonders hervorheben möchte ist die Tatsache, daß er nicht nur das Preislied vorträgt sondern auch an wen es gerichtet ist! Hier gehe ich nicht so d'accord. Sorry. Ich habe ihn live in Berlin erlebt und fand ihn durchweg passable, aber auch leider nicht mehr. Das war nett gesungen, aber ihm fehlte (ich kenne nun allerdings nicht die von dir gepostete Aufnahme) jegliche Begeisterung, jeglicher Überschwang. Und in der Höhe klang er durchaus angestrengt. Aber vielleicht ist die Studio-Aufnahme ganz anders.
LG Falstaff
palestrina (10.04.2017, 23:34): Hier gehe ich nicht so d'accord. Sorry. Ich habe ihn live in Berlin erlebt und fand ihn durchweg passable, aber auch leider nicht mehr. Das war nett gesungen, aber ihm fehlte (ich kenne nun allerdings nicht die von dir gepostete Aufnahme) jegliche Begeisterung, jeglicher Überschwang. Und in der Höhe klang er durchaus angestrengt.Aber vielleicht ist die Studio-Aufnahme ganz anders.
LG Falstaff Und ich wiederum habe ihn in Wiesbaden erlebt als Stolzing und das war superb, genauso wie auf dem Recital! Wie schriebst du so schön, jeder hat mal einen schlechten Tag! ;)
LG palestrina
Falstaff (10.04.2017, 23:36): Wie schriebst du so schön, jeder hat mal einen schlechten Tag! :thumbsup:
War auch der 31.12.2000 in Berlin. Vielleicht war er gedanklich schon am Brandenburger Tor. ^^
LG Falstaff
palestrina (11.04.2017, 00:08): Wie schriebst du so schön, jeder hat mal einen schlechten Tag! :thumbsup: War auch der 31.12.2000 in Berlin. Vielleicht war er gedanklich schon am Brandenburger Tor. ^^