Mussorgsky - Bilder einer Ausstellung (Orchesterfassung)

Cosima (15.04.2006, 09:49):
Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, sind Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ ein Klavierzyklus, an dessen Orchestrierung der Komponist selber wohl gar nicht gedacht hatte. Die Fülle und Monumentalität der wechselnden Stimmungen reizte jedoch andere Musiker schon frühzeitig, eine eigene Orchesterfassung zu entwerfen: Der erste war der Russe Tanejew, dann folgten der Franzose Cailliet, der Deutsche Oscar von Pander und der Dirigent Stokowsky. Die bekannteste und erfolgreichste Fassung stammt von Maurice Ravel, der die letzte Promenade des Originals strich.

Grundsätzlich stellt sich die Frage: Welche Fassung wird bevorzugt? Klavier solo oder die instrumentierte Version? Als nächstes natürlich die Frage nach den bevorzugten Interpretationen. Mir liegen vor:

Reiner / CSO (1957)
Sinopoli / NYP (1990)
Gergiev / Kirov Orch. (2002)
Karajan / Berliner Ph. (1969)

Gruß, Cosima
Walter (15.04.2006, 18:44):
:D ich kann mich für beide Fassungen begeistern - kennengelernt habe ich diese Musik in einer sehr eigenwilligen Interpretation von Emerson, Lake and Palmer. Ich bin noch immer begeistert von dieser Rock-Fassung. :engel

von der Orchesterfassung habe ich eine Aufnahme von RCA mit dem Philadelphia Orchester unter Ormandy und eine von EMI mit dem selben Orchester unter Maazel. Ich muss noch mal reinhören, aber soweit ich mich erinnere fand ich die Ormandy Aufnahme eindrucksvoller.

Gruss,
Walter
Tangua (15.04.2006, 22:18):
Ich kannte bis vor kurzem nur die Ravel-Fassung. Dann erstand ich diese Ashkenazy-Aufnahme und war von Anfang an begeistert - sowohl von seiner nach meinem Empfinden luftigeren, leichteren und transparenteren Orchestrierung als auch von der Aufnahme an sich.
Ich möchte beide Fassungen nicht missen!
Cosima (15.04.2006, 23:22):
Ich liebe auch beide Fassungen: Die Orchesterversion, weil sie die Bilder aufgrund der vielfältigeren klanglichen Möglichkeiten plastischer vor Augen führt - die Klavierversion, weil sie mehr Vorstellungskraft beim Anhören erfordert und der Reiz größer ist, zu erleben, ob der Pianist genug Suggestivkraft und manuelle Fähigkeiten besitzt, die Bilder vor meinem geistigen Augen erstehen zu lassen.

Über die Karajan-Aufnahme sage ich lieber nichts. Ich kaufte die CD nur wegen der Lazar Berman-Klavierfassung, mit der sie gekoppelt ist. Aber dafür hatte sich der Kauf gelohnt.

Zu Gergiev: Hier hatte ich mich oben vertan, es spielen nämlich die Wiener, es handelt sich um eine Live-Aufnahme. Wie immer, wenn Gergiev dieses Orchester dirigiert, gefällt mir das Ergebnis nicht so recht. Auch hier (wie bei der Tschaikowsky-Aufnahme) habe ich das Gefühl, als wenn das Orchester einfach nicht so will wie sein Dirigent. Da steckt einfach mehr in Gergiev, als in dieser Aufnahme zu hören ist. Sie klingt in meinen Ohren leicht verwaschen und wie mit angezogener Handbremse gespielt.

Fritz Reiner: Eine tolle Aufnahme, in der man die Bilder wirklich zu sehen glaubt. Eine im wahrsten Sinne des Wortes „malerische“ und im Finale sehr pompöse Aufnahme. Allerdings habe ich generell ein bisschen Probleme mit Reiner: er trägt mir oft zu viel Farbe auf, bleibt dabei zu sehr an der Oberfläche.

Deshalb bevorzuge ich die m.E. rundum gelungene Aufnahme unter Sinopoli! Die Darstellung der verschiedenen Bilder gelingt frappierend gut; die ästhetische, klare Interpretation passt zum Rahmen der imaginären Bilderausstellung. Da drängt sich nichts vordergründig auf (wie bei Reiner), nichts wird um des Effekts willen überbetont, sie wirkt insgesamt eher suggestiv, aber dafür umso nachhaltiger auf mich.

Gruß, Cosima
Jürgen (21.03.2007, 14:06):
Original von Walter
:D ich kann mich für beide Fassungen begeistern - kennengelernt habe ich diese Musik in einer sehr eigenwilligen Interpretation von Emerson, Lake and Palmer. Ich bin noch immer begeistert von dieser Rock-Fassung. :engel

...

Gruss,
Walter

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6226821.jpg

Auch für meinen Zugang zur klassischen Musik hat ELP, insb. Keith Emerson Immenses geleistet. Die alte Rochfassung der Bilder lassen sich heute nur noch mit tiefgefühltem damaligen Zeitgeist geniessen. Selbst nur wenige Jahre Spätergeborene haben Schwierigkeiten, das Synthesizersolo beim Tor von Kiew zu mögen.

Aus heutiger Sicht leichter zugängig ist die Kurzfassung, die ELP ca.1990 herausbrachten. Mit klassischen Maßstäben gemessen war die Stimme von Greg Lake damals zwar schon fertig, aber was ein Gnom!!!
http://covers.allofmp3.com/covers/e/elp/in_the_hot_seat/cover.jpg


Grüße
Jürgen
Jürgen (21.03.2007, 14:58):
Okay, jetzt aber zurück zur Orchesterfassung.

Leider kenne ich nur die Ravel'sche Orchestrierung.

Und davon habe ich drei auf meiner FP.

1. Giulini DGG
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B00000E330.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.gif

2. Inbal Denon/Brilliant
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B0000034QT.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

3. Solti Decca
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B0000041SU.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

Ja und weil das auf dem Rechner so schnell geht, habe ich von allen Versionen die letzten beiden Stücke (Baba Yaga/Das große Tor) kurz nacheinender angespielt. Und siehe da: Solti ist ein wenig strukturierter als Giulini und pointierter. Und Inbal fällt in diesen Direktvergleich sogleich hinten runter. Bei ihm klingt alles so verwaschen, undeutlich. Bei Denon bin ich auch besseren Klang gewöhnt.

Daraufhin habe ich mich für Solti entschieden und ihn ganz durchgehört.

Auf die lange Sicht muß aber noch eine andere Orchestrierung her.


Grüße
Jürgen

P.S: Ich kenne noch weitere Obskuritäten. Orgel oder Gitarre.
Wotan (07.04.2007, 15:28):
Ich kenne nur die Version von Karajan (ohne Kommentar...), Celibidache (hier ist die Langsamkeit nicht das Passende) und Gergiev mit den Wienern, die mir als recht ordentlich erscheint. Kennt einer die ätere Gergiev Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra?

MfG
Wotan
Tangua (11.04.2007, 16:50):
Hallo Cosima,
schön, mal wieder von Dir zu hören!!!
karajan (20.05.2007, 19:26):
Eine sehr feine Ausgewogene Aufnahme
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7287495.jpg
Meine liebste Aufnahme
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6644693.jpg
Gruß ab
Andreas
flixi (21.05.2007, 18:45):
Hallo!

Obwohl ich die Klavierfassung bevorzuge, besitze ich diverse Aufnahmen der Orchesterfassung(en). Als da wären:

Maurice Ravel

- Orchestre de Paris, Serge Baude (1969, EMI)
- The USSR Symphony Orchestra, Evgeni Svetlanov (1974, Moscow Studio Archives)
- Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado (1994)
- Oslo Philharmonic Orchestra, Mariss Jansons (1989, EMI)

Desweiteren:

Leo Funtek
- The Finnish Radio Symphony Orchestra, Leif Segerstam (1986, BIS)

Jukka-Pekka Saraste
- Toronto Symphony Orchestra, Jukka-Pekka Saraste (1996, Finnlandia Records)

Vladimir Ashkenazy
- Philharmonia Orchestra, Vladimir Ashkenazy (1982, Decca)

Obwohl die Fassung von Ravel sicherlich am wenigsten mit Mussorgsky zu tun hat, ist sie auf ihre Weise schon genial. Ich mag alle genannten Aufnahmen, mein Favorit ist Jansons.

Die anderen Fassungen sind deutlich weniger farbenfroh als Ravels, gerade das macht sie für mich interessant. Zu den Aufnahmen kann ich mangels Vergleichsmöglichkeit wenig sagen. Sie sind recht gut, ich könnte mir aber vorstellen, dass es noch besser geht.

Gruß, Felix

P.S.: Von der Fassung für Gitarre habe ich auch gehört, kennt die jemand?
Jürgen (22.05.2007, 12:54):
Original von flixi
P.S.: Von der Fassung für Gitarre habe ich auch gehört, kennt die jemand?

Ja, ich. Es ist von Kazuhito Yamashita Solo-Gitarre, 1981

http://www.guitarchina.com/news/newspic/20040701_110230_73600.jpg
Sorry, ist ein wenig groß.

Es gibt wohl noch eine Fassung für drei Gitarren, aber die kenne ich nicht.

Die Bearbeitung von Yamashita ist wohl eher interessant für Leute, die selber Gitarre spielen. Ich bevorzuge alle anderen mir bekannten Versionen, selbst Orgel oder Tomita.

Nichtsdestotrotz hier ein Link.
Wenn man die Finger sieht, ist es schon beeindruckend.

Grüße
Jürgen
Tangua (23.05.2007, 18:08):
Endlich mal einer, der sich zu Karajan bekennt - finde ich gut! Meine liebsten Aufnahmen:

Klavierfassung - Pogorelich (mit Abstand!!!)
Orchesterfassung Ravel - Celibidache (nach langem Überlegen, es gibt so viele gute - Szell, Reiner, Ormandy, Giulini, Karajan...)

Nicht besonders gefallen hat mir übrigens die Einspielung von Wand, den ich sonst sehr schätze - seine Aufnahme fehlt irgendwie das Feuer und die Dramatik, die diese musik m.E. einfach braucht.

Und grauenvoll finde ich die Version von Emerson, Lake & Palmer, obwohl ich auch Rock-Fan bin!
karajan (02.07.2007, 21:50):
Original von Tangua
Endlich mal einer, der sich zu Karajan bekennt - finde ich gut! Meine liebsten Aufnahmen:

Klavierfassung - Pogorelich (mit Abstand!!!)
Orchesterfassung Ravel - Celibidache (nach langem Überlegen, es gibt so viele gute - Szell, Reiner, Ormandy, Giulini, Karajan...)

Nicht besonders gefallen hat mir übrigens die Einspielung von Wand, den ich sonst sehr schätze - seine Aufnahme fehlt irgendwie das Feuer und die Dramatik, die diese musik m.E. einfach braucht.

Und grauenvoll finde ich die Version von Emerson, Lake & Palmer, obwohl ich auch Rock-Fan bin!

Hallo
Leider heute erst gelesen. Ja warum nicht denn für mich sind die Bilder mit Karajan die Referenz. Hier im Forum habe ich so bosheiten nicht erlebt, ...

Admin: Sorry, aber Kommentare zu oder über Postings in anderen Foren lösche ich gnadenlos raus! Gruß R

Gruß ab Andreas
karajan (03.07.2007, 13:04):
Original von karajan
Original von Tangua
Endlich mal einer, der sich zu Karajan bekennt - finde ich gut! Meine liebsten Aufnahmen:

Klavierfassung - Pogorelich (mit Abstand!!!)
Orchesterfassung Ravel - Celibidache (nach langem Überlegen, es gibt so viele gute - Szell, Reiner, Ormandy, Giulini, Karajan...)

Nicht besonders gefallen hat mir übrigens die Einspielung von Wand, den ich sonst sehr schätze - seine Aufnahme fehlt irgendwie das Feuer und die Dramatik, die diese musik m.E. einfach braucht.

Und grauenvoll finde ich die Version von Emerson, Lake & Palmer, obwohl ich auch Rock-Fan bin!

Hallo
Leider heute erst gelesen. Ja warum nicht denn für mich sind die Bilder mit Karajan die Referenz. Hier im Forum habe ich so bosheiten nicht erlebt, ...

Admin: Sorry, aber Kommentare zu oder über Postings in anderen Foren lösche ich gnadenlos raus! Gruß R

Gruß ab Andreas
Hallo
Warum wird die Wahrheit einfach gelöscht.!!
Stellungnahme!!!
teleton (20.01.2008, 12:09):
Hallo Mussorgsky-Freunde,

dieser Thread ist 07/07 unschön zuende gegangen. Wiedermal hat der Dirigent Karajan polarisiert. In diesem Fall kann ich nicht mitreden, ich kenne Karajan´s Aufnahme nicht.

:W Meine Lieblingsaufnahme ist die von Jürgen bereits genannte
Solti-Aufnahme in der Ravel-Fassung. Präziser und zugleich feuriger habe ich Ravels Bilder nie gehört, auch nicht im Klavier-Original.
Für mich absolut referenzwürdig und da der klang auch Wunschlos glücklich macht, kommt bei mir im Prinzip kein Wunsch nach einer anderen Aufnahme auf.
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B0000041SU.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
Decca, 1980,DDD

Ich hatte zuvor auch andere Aufnahmen der Ravel -Fassung auf LP und CD, diese aber wieder abgesetzt, weil keine Solti erreichte. Ganz langweilig war die Previn-Aufnahme, die ich auf CD nur hatte, weil die Klavierfasung mit Brendel auf dieser CD war.
Aber auch Brendel, den ich sonst sehr schätze, habe ich wieder (zusammen mit Previn) abgesetzt.
Den Ausschlag Brendel abzusetzen hat die Ashkenazy-Aufnahme (Decca) gegeben, der Ravel ungleich spannender, feuriger, klanglich präsenter und farbenreicher auf dem Klavier präsentiert - für mich die schönste Aufnahme auf den Klavier.

Ich finde die Ravel-Fassung immer noch eine der gelungensten und effektvollsten von allen. Der Bezug zum Klavier-Original ist gewahrt und Ich will nicht leugnen, dass dies auch einen gewohnheitseffekt bei mir hat
eine andere Fassung wirkt dann einfach frend.


:) So geht es mir auch mit der Orchesterfassung von Ashkenazy (auf der CD mit Ashkenazy´s Klavieraufnahme), die ich zwar sehr gut finde und gelegentlich auch mal auflege, aber IMO reicht sie für meinen Geschmack nicht an die o.g.Ravel/Solti-Fassung heran.
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B0000041Q6.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
Decca, DDD
Wie in mehreren Kritiken angegeben, ist die DDD-Klangqualität wirklich spitze. Ich glaube nicht, das in der derzeit aktuellen Decca-Originals-Version ein anderes Remastering verwendet wurde (wozu auch).
Der Unterschied zwischen der alten Decca-CD und der Originals-CD wird nur optisch darin bestehen, dass man bei den Originals ein schiefes Cover auf der CD hat .

Sympatisch ist bei Ashkenazy´s Version schonmal die Umsetzung der gesamten Klaviergassung, ohne Striche einer Promenade (wie bei Ravel) oder weitere erhebliche Striche (wie bei Stokowsky). Die orchestrale Umsetzung von Ashkenazy finde ich keinesfalls zu farbig zu überzogen oder "übermalt" - kurz gesagt: sehr gut und farbig instrumentiert - mir gefällt die Fassung, die stimmungsmäßig sehr nah an der Klavierfassung angelehnt ist.

Trotz allem ist mir nun egal, ob diese für viele gewünschte totale Annäherung an die Klavierfassung nun mehr oder weniger vollendet ist und russisch oder französisch klingt.
:cool Ich finde das Ergebnis der orchestralen Umsetzung ist trotz aller guten Worte für Ashkenazy und Stokowsky, bei Ravel für meinen Geschmack insgesamt noch am Besten gelungen.

Wenn ich mir eine meiner Lieblingssatze "Die Hütte der BabaYaga" aus den Bildern anhöre, dann schafft es keine Orchesterfassung und keine Aufnahme besser als die Ravel-Fassung mit Solti/Chicago SO diese rhymischen Energien derart gekonnt umzusetzen. Die Katakomben erzeugen nirgendwo diese unglaubliche Atmosphäre, wie bei Ravel.


Klavierfassung Mussorgsky mit Brendel und Ashkenazy:
Bisher hatte ich nur die Klavierfassung in der Aufnahme mit Alfred Brendel, die sehr sachlich und korrekt gespielt ist.
Der einzige Dorn im Auge war mir bisher nur die auf dieser CD anthaltene Ravel-Fasssung mit dem "Softie" Previn.
Auf der Philips-CD hat die Klavieraufnahme eine sehr gute Klangqualität.

Von Vladimir Ashkenazy´s Tastenzauber und seinem ungleich härteren Anschlag und seiner gesamten Interepretation bin ich absolut begeistert. Ashkenazy erzugt in jedem Satz eine ausdrucksstarke Atmosphäre mit höchster Einfühlsamkeit und brillantem Feuer, wo es angebracht ist.
Wie er die Katakomben gestaltet, die Hütte der BabaYaga wegfetzt und das Große Tor pianistisch malt ist einfach Klasse.
Wo bei Brendel die Akkorde nebeneinandergestellt werden wird bei Ashkenazy ein atmosphärisches Feuer mit Gänsehautfaktor entfacht
das nenne ich Interpretation !
:beer Der Kauf der Decca-CD hat sich voll gelohnt. Nicht nur Ashkenazy´s schöne und komplette Orchesterfassung zu hören, sondern seine noch bessere Klavierfasssung.


:W Wegen der guten Kritik wurde ich auch auf die neue Aufnahme mit Serebrier der Stokowsky-Fassung aufmerksam.
Bisher habe ich die Stokowsky´s Instrumentation der Bilder einer Ausstellung nicht sehr geschätzt, weil mir die alte Aufnahme unter Stokowsky´s dirigat mit dem LSO einfach zu grob, abgehackt und fremd erschien.

Es ist nun auch wirklich schwierig für eine Fassung und Aufnahme den Vergleich mit der Ravel-Fassung und der Aufnahme mit Solti/Chicago SO (Decca) positiv zu überstehen.
:thanks Doch was für eine Überraschung bietet diese Neuaufnahme mit dem Stokowsky-Schüler Jose Serebrier:
Ganz anders als Stokowsky, der auf Effekte setzt, bietet Serebrier Orchesterfarben an, die der Klavierfassung näher stehen, als ich es aus der Ravel-Fassung kenne.
Perfekt spielt das Bournemouth SO mit klanglichen Details, die man bei Stokowsky nicht mal ahnen kann.
Die Klangqaulität ist absolut aktuell - wüßte ich nicht das es eine NAXOS-CD ist, würde ich eine audiophile CD-Marke vermuten.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/2286978.jpg
Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung (Orch. Fass.)
(arr. Leopold Stokowski)
Mussorgsky / Stokowski: Eine Nacht auf dem kahlen Berge;
Entr'acte zu Akt IV von Chowanschtschina;
Symphonische Synthese aus Boris Godunov
+Tschaikowsky / Stokowski: Humoresque op. 10, 2; Solitude op. 73, 6
+Stokowski:Traditionelle slawische Weihnachtsmusik
Bournemouth SO, Serebrier
NAXOS, Aufnahme 2004 DDD

:beer Für alle die der Stokowsky-Fasung der Bilder bisher skeptisch gegenüberstanden (ich auch) sei diese Neuaufnahme empfohlen.
Die Bilder einer Ausstellung werden hier nicht zum Showpiece, sondern man kann hier hören welch geschickter Instrumentator Stokowsky war und welche gute Orchesterfassung Stokowsky hinterlassen hat.
Sein ehemaliger Schüler macht dies möglich.

Auch die anderen Werke sind sehr schön und detailreich mit wunderbaren Orchesterfarben interpretiert.
Die Boris Godunow-Synthese von Stokowsky begeistert mich hier erstmals. In der Stokowsky-Aufnahme habe ich das Stück als nicht weiter hörenswert abgehakt.

Allerdings bekommt der Sinfonischen Dichtung Die Nacht auf dem Kahlen Berge in der Stokowsky-Instrumentation Stokowsky´s unerbittlicher und bombastischer Orchesterklang eher, als Serebriers Feingefühl. Hier ist Stokowsky´s alte Aufnahme, mit hohem Gänsehautfaktor doch vorzuziehen, weil er unerbittlich die wilden Klänge der Nacht adkB "raushaut".
HenningKolf (20.01.2008, 14:31):
Hallo Wolfgang,


Mussorgskis Bilder in der Ravel-Fassung habe ich mit Karajan und mit Ormandy, wobei es vernünftig betrachtet an der Karajan-Aufnahme nichts auszusetzen gibt, jedenfalls nichts, was die Ausbreitung des Mantels des Schweigens notwendig machen würde. Die Ormandyeinspielung ist aber meine Referenz, kraft- und eindrucksvoll mit allerbestem Klang (ich finde kein Cover...eine Japanausgabe mit R.-K.s Scheherazade gekoppelt - anscheinend in Europa nicht als CD aufgelegt, mir völlig unverständlich)

Serebriers Stokowski-Version habe ich auf der Festplatte, schon länger, muss nur mal hineinhören.... :B :W



Noch vor einem halben Jahr hätte ich gesagt, was soll ich mit einer Klavierversion (auch wenn es das Original ist), wenn ich ein Orchester haben kann. Ich hatte die Bilder früher auch schon als Klavierfassung gehört, ohne dass mich dies angesprochen hätte. Als mit dem Solopianogenre wenig Vertrauter habe ich mich hier im Forum beraten lassen, was dazu geführt hat, dass ich mir diese CD zugelegt habe:

http://img.hmv.co.jp/image/jacket/190/07/6/0/006.jpg

Seitdem ich diese CD habe, denke ich anders. Jetzt mag ich die Bilder auch ganz ohne Orchester. Einfach grandios. Kraftvoll, Virtuos.

Gibt es übrigens hier zu kaufen

link


Henning
Jeremias (15.04.2006, 10:22):
Ich finde beide Versionen interessant. Bzgl. Orchesterfassung bevorzuge ich jedoch Ashkenazy. Er hat sich viel mehr Gedanken über die Verwendung der einzelnen Instrumente gemacht, das Ergebnis spricht für sich:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000041Q6.01.LZZZZZZZ.jpg
Jürgen (21.03.2007, 14:06):
Original von Walter
:D ich kann mich für beide Fassungen begeistern - kennengelernt habe ich diese Musik in einer sehr eigenwilligen Interpretation von Emerson, Lake and Palmer. Ich bin noch immer begeistert von dieser Rock-Fassung. :engel

...

Gruss,
Walter

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6226821.jpg

Auch für meinen Zugang zur klassischen Musik hat ELP, insb. Keith Emerson Immenses geleistet. Die alte Rochfassung der Bilder lassen sich heute nur noch mit tiefgefühltem damaligen Zeitgeist geniessen. Selbst nur wenige Jahre Spätergeborene haben Schwierigkeiten, das Synthesizersolo beim Tor von Kiew zu mögen.

Aus heutiger Sicht leichter zugängig ist die Kurzfassung, die ELP ca.1990 herausbrachten. Mit klassischen Maßstäben gemessen war die Stimme von Greg Lake damals zwar schon fertig, aber was ein Gnom!!!
http://covers.allofmp3.com/covers/e/elp/in_the_hot_seat/cover.jpg


Grüße
Jürgen
Jürgen (21.03.2007, 14:58):
Okay, jetzt aber zurück zur Orchesterfassung.

Leider kenne ich nur die Ravel'sche Orchestrierung.

Und davon habe ich drei auf meiner FP.

1. Giulini DGG
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B00000E330.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.gif

2. Inbal Denon/Brilliant
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B0000034QT.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

3. Solti Decca
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B0000041SU.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

Ja und weil das auf dem Rechner so schnell geht, habe ich von allen Versionen die letzten beiden Stücke (Baba Yaga/Das große Tor) kurz nacheinender angespielt. Und siehe da: Solti ist ein wenig strukturierter als Giulini und pointierter. Und Inbal fällt in diesen Direktvergleich sogleich hinten runter. Bei ihm klingt alles so verwaschen, undeutlich. Bei Denon bin ich auch besseren Klang gewöhnt.

Daraufhin habe ich mich für Solti entschieden und ihn ganz durchgehört.

Auf die lange Sicht muß aber noch eine andere Orchestrierung her.


Grüße
Jürgen

P.S: Ich kenne noch weitere Obskuritäten. Orgel oder Gitarre.
Wotan (07.04.2007, 15:28):
Ich kenne nur die Version von Karajan (ohne Kommentar...), Celibidache (hier ist die Langsamkeit nicht das Passende) und Gergiev mit den Wienern, die mir als recht ordentlich erscheint. Kennt einer die ätere Gergiev Aufnahme mit dem London Symphony Orchestra?

MfG
Wotan
Tangua (11.04.2007, 16:50):
Hallo Cosima,
schön, mal wieder von Dir zu hören!!!
karajan (20.05.2007, 19:26):
Eine sehr feine Ausgewogene Aufnahme
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7287495.jpg
Meine liebste Aufnahme
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6644693.jpg
Gruß ab
Andreas
flixi (21.05.2007, 18:45):
Hallo!

Obwohl ich die Klavierfassung bevorzuge, besitze ich diverse Aufnahmen der Orchesterfassung(en). Als da wären:

Maurice Ravel

- Orchestre de Paris, Serge Baude (1969, EMI)
- The USSR Symphony Orchestra, Evgeni Svetlanov (1974, Moscow Studio Archives)
- Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado (1994)
- Oslo Philharmonic Orchestra, Mariss Jansons (1989, EMI)

Desweiteren:

Leo Funtek
- The Finnish Radio Symphony Orchestra, Leif Segerstam (1986, BIS)

Jukka-Pekka Saraste
- Toronto Symphony Orchestra, Jukka-Pekka Saraste (1996, Finnlandia Records)

Vladimir Ashkenazy
- Philharmonia Orchestra, Vladimir Ashkenazy (1982, Decca)

Obwohl die Fassung von Ravel sicherlich am wenigsten mit Mussorgsky zu tun hat, ist sie auf ihre Weise schon genial. Ich mag alle genannten Aufnahmen, mein Favorit ist Jansons.

Die anderen Fassungen sind deutlich weniger farbenfroh als Ravels, gerade das macht sie für mich interessant. Zu den Aufnahmen kann ich mangels Vergleichsmöglichkeit wenig sagen. Sie sind recht gut, ich könnte mir aber vorstellen, dass es noch besser geht.

Gruß, Felix

P.S.: Von der Fassung für Gitarre habe ich auch gehört, kennt die jemand?
Jürgen (22.05.2007, 12:54):
Original von flixi
P.S.: Von der Fassung für Gitarre habe ich auch gehört, kennt die jemand?

Ja, ich. Es ist von Kazuhito Yamashita Solo-Gitarre, 1981

http://www.guitarchina.com/news/newspic/20040701_110230_73600.jpg
Sorry, ist ein wenig groß.

Es gibt wohl noch eine Fassung für drei Gitarren, aber die kenne ich nicht.

Die Bearbeitung von Yamashita ist wohl eher interessant für Leute, die selber Gitarre spielen. Ich bevorzuge alle anderen mir bekannten Versionen, selbst Orgel oder Tomita.

Nichtsdestotrotz hier ein Link.
Wenn man die Finger sieht, ist es schon beeindruckend.

Grüße
Jürgen
Tangua (23.05.2007, 18:08):
Endlich mal einer, der sich zu Karajan bekennt - finde ich gut! Meine liebsten Aufnahmen:

Klavierfassung - Pogorelich (mit Abstand!!!)
Orchesterfassung Ravel - Celibidache (nach langem Überlegen, es gibt so viele gute - Szell, Reiner, Ormandy, Giulini, Karajan...)

Nicht besonders gefallen hat mir übrigens die Einspielung von Wand, den ich sonst sehr schätze - seine Aufnahme fehlt irgendwie das Feuer und die Dramatik, die diese musik m.E. einfach braucht.

Und grauenvoll finde ich die Version von Emerson, Lake & Palmer, obwohl ich auch Rock-Fan bin!
karajan (02.07.2007, 21:50):
Original von Tangua
Endlich mal einer, der sich zu Karajan bekennt - finde ich gut! Meine liebsten Aufnahmen:

Klavierfassung - Pogorelich (mit Abstand!!!)
Orchesterfassung Ravel - Celibidache (nach langem Überlegen, es gibt so viele gute - Szell, Reiner, Ormandy, Giulini, Karajan...)

Nicht besonders gefallen hat mir übrigens die Einspielung von Wand, den ich sonst sehr schätze - seine Aufnahme fehlt irgendwie das Feuer und die Dramatik, die diese musik m.E. einfach braucht.

Und grauenvoll finde ich die Version von Emerson, Lake & Palmer, obwohl ich auch Rock-Fan bin!

Hallo
Leider heute erst gelesen. Ja warum nicht denn für mich sind die Bilder mit Karajan die Referenz. Hier im Forum habe ich so bosheiten nicht erlebt, ...

Admin: Sorry, aber Kommentare zu oder über Postings in anderen Foren lösche ich gnadenlos raus! Gruß R

Gruß ab Andreas
karajan (03.07.2007, 13:04):
Original von karajan
Original von Tangua
Endlich mal einer, der sich zu Karajan bekennt - finde ich gut! Meine liebsten Aufnahmen:

Klavierfassung - Pogorelich (mit Abstand!!!)
Orchesterfassung Ravel - Celibidache (nach langem Überlegen, es gibt so viele gute - Szell, Reiner, Ormandy, Giulini, Karajan...)

Nicht besonders gefallen hat mir übrigens die Einspielung von Wand, den ich sonst sehr schätze - seine Aufnahme fehlt irgendwie das Feuer und die Dramatik, die diese musik m.E. einfach braucht.

Und grauenvoll finde ich die Version von Emerson, Lake & Palmer, obwohl ich auch Rock-Fan bin!

Hallo
Leider heute erst gelesen. Ja warum nicht denn für mich sind die Bilder mit Karajan die Referenz. Hier im Forum habe ich so bosheiten nicht erlebt, ...

Admin: Sorry, aber Kommentare zu oder über Postings in anderen Foren lösche ich gnadenlos raus! Gruß R

Gruß ab Andreas
Hallo
Warum wird die Wahrheit einfach gelöscht.!!
Stellungnahme!!!
teleton (20.01.2008, 12:09):
Hallo Mussorgsky-Freunde,

dieser Thread ist 07/07 unschön zuende gegangen. Wiedermal hat der Dirigent Karajan polarisiert. In diesem Fall kann ich nicht mitreden, ich kenne Karajan´s Aufnahme nicht.

:W Meine Lieblingsaufnahme ist die von Jürgen bereits genannte
Solti-Aufnahme in der Ravel-Fassung. Präziser und zugleich feuriger habe ich Ravels Bilder nie gehört, auch nicht im Klavier-Original.
Für mich absolut referenzwürdig und da der klang auch Wunschlos glücklich macht, kommt bei mir im Prinzip kein Wunsch nach einer anderen Aufnahme auf.
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B0000041SU.03._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
Decca, 1980,DDD

Ich hatte zuvor auch andere Aufnahmen der Ravel -Fassung auf LP und CD, diese aber wieder abgesetzt, weil keine Solti erreichte. Ganz langweilig war die Previn-Aufnahme, die ich auf CD nur hatte, weil die Klavierfasung mit Brendel auf dieser CD war.
Aber auch Brendel, den ich sonst sehr schätze, habe ich wieder (zusammen mit Previn) abgesetzt.
Den Ausschlag Brendel abzusetzen hat die Ashkenazy-Aufnahme (Decca) gegeben, der Ravel ungleich spannender, feuriger, klanglich präsenter und farbenreicher auf dem Klavier präsentiert - für mich die schönste Aufnahme auf den Klavier.

Ich finde die Ravel-Fassung immer noch eine der gelungensten und effektvollsten von allen. Der Bezug zum Klavier-Original ist gewahrt und Ich will nicht leugnen, dass dies auch einen gewohnheitseffekt bei mir hat
eine andere Fassung wirkt dann einfach frend.


:) So geht es mir auch mit der Orchesterfassung von Ashkenazy (auf der CD mit Ashkenazy´s Klavieraufnahme), die ich zwar sehr gut finde und gelegentlich auch mal auflege, aber IMO reicht sie für meinen Geschmack nicht an die o.g.Ravel/Solti-Fassung heran.
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B0000041Q6.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
Decca, DDD
Wie in mehreren Kritiken angegeben, ist die DDD-Klangqualität wirklich spitze. Ich glaube nicht, das in der derzeit aktuellen Decca-Originals-Version ein anderes Remastering verwendet wurde (wozu auch).
Der Unterschied zwischen der alten Decca-CD und der Originals-CD wird nur optisch darin bestehen, dass man bei den Originals ein schiefes Cover auf der CD hat .

Sympatisch ist bei Ashkenazy´s Version schonmal die Umsetzung der gesamten Klaviergassung, ohne Striche einer Promenade (wie bei Ravel) oder weitere erhebliche Striche (wie bei Stokowsky). Die orchestrale Umsetzung von Ashkenazy finde ich keinesfalls zu farbig zu überzogen oder "übermalt" - kurz gesagt: sehr gut und farbig instrumentiert - mir gefällt die Fassung, die stimmungsmäßig sehr nah an der Klavierfassung angelehnt ist.

Trotz allem ist mir nun egal, ob diese für viele gewünschte totale Annäherung an die Klavierfassung nun mehr oder weniger vollendet ist und russisch oder französisch klingt.
:cool Ich finde das Ergebnis der orchestralen Umsetzung ist trotz aller guten Worte für Ashkenazy und Stokowsky, bei Ravel für meinen Geschmack insgesamt noch am Besten gelungen.

Wenn ich mir eine meiner Lieblingssatze "Die Hütte der BabaYaga" aus den Bildern anhöre, dann schafft es keine Orchesterfassung und keine Aufnahme besser als die Ravel-Fassung mit Solti/Chicago SO diese rhymischen Energien derart gekonnt umzusetzen. Die Katakomben erzeugen nirgendwo diese unglaubliche Atmosphäre, wie bei Ravel.


Klavierfassung Mussorgsky mit Brendel und Ashkenazy:
Bisher hatte ich nur die Klavierfassung in der Aufnahme mit Alfred Brendel, die sehr sachlich und korrekt gespielt ist.
Der einzige Dorn im Auge war mir bisher nur die auf dieser CD anthaltene Ravel-Fasssung mit dem "Softie" Previn.
Auf der Philips-CD hat die Klavieraufnahme eine sehr gute Klangqualität.

Von Vladimir Ashkenazy´s Tastenzauber und seinem ungleich härteren Anschlag und seiner gesamten Interepretation bin ich absolut begeistert. Ashkenazy erzugt in jedem Satz eine ausdrucksstarke Atmosphäre mit höchster Einfühlsamkeit und brillantem Feuer, wo es angebracht ist.
Wie er die Katakomben gestaltet, die Hütte der BabaYaga wegfetzt und das Große Tor pianistisch malt ist einfach Klasse.
Wo bei Brendel die Akkorde nebeneinandergestellt werden wird bei Ashkenazy ein atmosphärisches Feuer mit Gänsehautfaktor entfacht
das nenne ich Interpretation !
:beer Der Kauf der Decca-CD hat sich voll gelohnt. Nicht nur Ashkenazy´s schöne und komplette Orchesterfassung zu hören, sondern seine noch bessere Klavierfasssung.


:W Wegen der guten Kritik wurde ich auch auf die neue Aufnahme mit Serebrier der Stokowsky-Fassung aufmerksam.
Bisher habe ich die Stokowsky´s Instrumentation der Bilder einer Ausstellung nicht sehr geschätzt, weil mir die alte Aufnahme unter Stokowsky´s dirigat mit dem LSO einfach zu grob, abgehackt und fremd erschien.

Es ist nun auch wirklich schwierig für eine Fassung und Aufnahme den Vergleich mit der Ravel-Fassung und der Aufnahme mit Solti/Chicago SO (Decca) positiv zu überstehen.
:thanks Doch was für eine Überraschung bietet diese Neuaufnahme mit dem Stokowsky-Schüler Jose Serebrier:
Ganz anders als Stokowsky, der auf Effekte setzt, bietet Serebrier Orchesterfarben an, die der Klavierfassung näher stehen, als ich es aus der Ravel-Fassung kenne.
Perfekt spielt das Bournemouth SO mit klanglichen Details, die man bei Stokowsky nicht mal ahnen kann.
Die Klangqaulität ist absolut aktuell - wüßte ich nicht das es eine NAXOS-CD ist, würde ich eine audiophile CD-Marke vermuten.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/2286978.jpg
Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung (Orch. Fass.)
(arr. Leopold Stokowski)
Mussorgsky / Stokowski: Eine Nacht auf dem kahlen Berge;
Entr'acte zu Akt IV von Chowanschtschina;
Symphonische Synthese aus Boris Godunov
+Tschaikowsky / Stokowski: Humoresque op. 10, 2; Solitude op. 73, 6
+Stokowski:Traditionelle slawische Weihnachtsmusik
Bournemouth SO, Serebrier
NAXOS, Aufnahme 2004 DDD

:beer Für alle die der Stokowsky-Fasung der Bilder bisher skeptisch gegenüberstanden (ich auch) sei diese Neuaufnahme empfohlen.
Die Bilder einer Ausstellung werden hier nicht zum Showpiece, sondern man kann hier hören welch geschickter Instrumentator Stokowsky war und welche gute Orchesterfassung Stokowsky hinterlassen hat.
Sein ehemaliger Schüler macht dies möglich.

Auch die anderen Werke sind sehr schön und detailreich mit wunderbaren Orchesterfarben interpretiert.
Die Boris Godunow-Synthese von Stokowsky begeistert mich hier erstmals. In der Stokowsky-Aufnahme habe ich das Stück als nicht weiter hörenswert abgehakt.

Allerdings bekommt der Sinfonischen Dichtung Die Nacht auf dem Kahlen Berge in der Stokowsky-Instrumentation Stokowsky´s unerbittlicher und bombastischer Orchesterklang eher, als Serebriers Feingefühl. Hier ist Stokowsky´s alte Aufnahme, mit hohem Gänsehautfaktor doch vorzuziehen, weil er unerbittlich die wilden Klänge der Nacht adkB "raushaut".
HenningKolf (20.01.2008, 14:31):
Hallo Wolfgang,


Mussorgskis Bilder in der Ravel-Fassung habe ich mit Karajan und mit Ormandy, wobei es vernünftig betrachtet an der Karajan-Aufnahme nichts auszusetzen gibt, jedenfalls nichts, was die Ausbreitung des Mantels des Schweigens notwendig machen würde. Die Ormandyeinspielung ist aber meine Referenz, kraft- und eindrucksvoll mit allerbestem Klang (ich finde kein Cover...eine Japanausgabe mit R.-K.s Scheherazade gekoppelt - anscheinend in Europa nicht als CD aufgelegt, mir völlig unverständlich)

Serebriers Stokowski-Version habe ich auf der Festplatte, schon länger, muss nur mal hineinhören.... :B :W



Noch vor einem halben Jahr hätte ich gesagt, was soll ich mit einer Klavierversion (auch wenn es das Original ist), wenn ich ein Orchester haben kann. Ich hatte die Bilder früher auch schon als Klavierfassung gehört, ohne dass mich dies angesprochen hätte. Als mit dem Solopianogenre wenig Vertrauter habe ich mich hier im Forum beraten lassen, was dazu geführt hat, dass ich mir diese CD zugelegt habe:

http://img.hmv.co.jp/image/jacket/190/07/6/0/006.jpg

Seitdem ich diese CD habe, denke ich anders. Jetzt mag ich die Bilder auch ganz ohne Orchester. Einfach grandios. Kraftvoll, Virtuos.

Gibt es übrigens hier zu kaufen

link


Henning
Amadé (30.09.2008, 20:39):
Hallo,

Kurt Masur hat vor Jahren noch eine hier nicht genannte CD in der Instrumentation von Sergei Petrovitch Gortchakov, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand und weniger grell instrumentiert ist als die von Ravel:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ZKS9MSK2L._SL500_AA240_.jpg

Grüße Amadé
Dr. Schön (30.09.2008, 21:48):
Die nicht-von-Ravel Fassungen würde ich beizeiten auch gerne mal hören.

Selbst besitze ich zwei Einspielungen:

Markevitch mit den Berlinern aus den 50ern. Im Grunde typisch für disen Dirigenten. Nüchterne, trockene Haltung aber exprssiv, scharf und kontrastreich. Ich wurde mit dem Dirigenten Markevitch bisher leider nie wirklich warm, aber das scheint eher persönliche Gründe zu haben, den für sich gesehen ist das ob Markevitchs Eigenschaften eine sehr gute Einspielung.

Dann habe ich noch Swetlanow, die natürlich sehr russisch ist und klanglich schon eher Mussorgsky nahe kommt und wo der Ravel Einfluss weit weniger auffällt. Finde ich sehr gut.

Stokowski habe ich mal gehört. Irgendwo faszinierend, aber irgendwo auch Showpiece. Muss so nicht sein finde ich.

Insgesammt ziehe ich die Klavierfassung aber vor.
Cetay (inaktiv) (04.10.2013, 06:31):
Freunde der Bilder möchte ich auf folgende Kuriosität aufmerksam machen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61WIvuYQoaL._SL500_AA240_.jpg

Arrangiert von Noriko Ishikawa für 2 Klaviere zu 12 Händen und 10 Schlagzeuger mit 23 Instrumenten.
nikolaus (05.10.2013, 10:17):
Original von Cetay
Freunde der Bilder möchte ich auf folgende Kuriosität aufmerksam machen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61WIvuYQoaL._SL500_AA240_.jpg

Arrangiert von Noriko Ishikawa für 2 Klaviere zu 12 Händen und 10 Schlagzeuger mit 23 Instrumenten.

Ganz schön eng!

Schwer vorstellbar, wie das klingt. Schon gehört?

Nikolaus
Jürgen (07.10.2013, 11:01):
Ich glaube, ich habe die Orgelfassung noch gar nicht gepostet:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ECME8FP2L._SX300_.jpg

Pierre Yves Asselin - Cavaille-Coll Orgel


Und ausserdem die vollsynthetische, dennoch schon angestaubt klingende, Aufnahme von Isao Tomita (1975):

http://moblog.net/media/j/o/k/jokerxl/isao-tomita.jpg


Grüße
Jürgen
Cetay (inaktiv) (27.01.2014, 00:56):
Original von nikolaus
Original von Cetay
Freunde der Bilder möchte ich auf folgende Kuriosität aufmerksam machen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61WIvuYQoaL._SL500_AA240_.jpg

Arrangiert von Noriko Ishikawa für 2 Klaviere zu 12 Händen und 10 Schlagzeuger mit 23 Instrumenten.

Ganz schön eng!

Schwer vorstellbar, wie das klingt. Schon gehört?

Nikolaus

Oh, wie konnte mir diese Frage durchrutschen... ?(
Immerhin läßt sie sich aus der Distanz leicht(er) beantworten. Ja, ich habe es gehört, aber ich kann mich nicht mehr recht dran erinnern, das heißt der Eindruck kann nicht allzu groß gewesen sein. Eben höre ich eine weitere Kuriosität und die finde ich aufgrund der -bei der Besetzung eher unerwarteten- vielschichtigen klanglichen Raffinessen recht fesselnd:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51raCOA7PUL._SL500_AA240_.jpg

Arrangiert von Heikki Jokiaho für 3 Akkordeone.
Cetay (inaktiv) (09.04.2014, 03:59):
Original von Cosima
Grundsätzlich stellt sich die Frage: Welche Fassung wird bevorzugt? Klavier solo oder die instrumentierte Version?

Wer sich hier nicht entscheiden mag, nimmt die -eigentlich naheliegende- Version als Klavierkonzert.

Der Komponist und Dirigent Lawrence Leonard hat sich im Jahr 1977 daran versucht; auf Platte gibt es das vonTamás Ungár mit dem Philharmonia Orchestra unter der Leitung Geoffrey Simon. Im Jahr 1994 folgte Emile Naoumoff, der das selbst eingespielt hat, begleitet vom Deutschen Symphonie Orchester Berlin mit Stabnführung von Igor Blaschkow.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61KbbNk56yL._SL500_AA270_.jpghttp://ecx.images-amazon.com/images/I/51JllxqNkZL._SY270_.jpg
Cetay (inaktiv) (15.02.2015, 06:36):
Wir sind noch nicht durch mit den Kuriositäten:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51YtVpjxRZL.SL500_AA270.jpg
Arrangement für Fagott-Quintett (4 Fagotte, 1 Kontrafagott) von Dag Jensen
Dag Jensen, Quadriga Bassoon Ensemble, Norihito Yamada

Das hat durchaus Raffinesse und Jensen hat es verstanden, die Gefahr der Eintönigkeit zu umschiffen. Trotzdem kommt mir gerade in den Sinn, eine Playlist zu erstellen, bei denen Stücke dieses Arrangements mit Stücken aus dem Arrangement für 3 Akkordeons alternieren...
Cetay (inaktiv) (06.04.2015, 08:50):
Und weiter geht es mit den Raritäten:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51gVdNtsX0L._SL500_AA325_.jpg
Arrangement für Posaune und Klavier von Christian Lindberg
Christian Lindberg, Roland Pöntinen
Hosenrolle1 (06.04.2015, 11:04):
Ich habe bei dem Cover spontan an die Blues Brothers gedacht ... eine gewisse Ähnlichkeit ist doch da, oder?

Die "Bilder einer Ausstellung" nur für Fagotte, das ist auch interessant. Ich habe vor längerer Zeit eine CD gehört, wo mehrere Hornisten verschiedene Opernstücke nachspielen, muss aber gestehen, dass es für mich irgendwann langweilig klang, weil es eben immer nur Hörner waren, und mir andere Klangfarben abgingen.
Wie wurde denn hier die Eintönigkeit vermieden?




LG,
Hosenrolle1
teleton (03.05.2015, 12:12):
Ob ich neben der originalen Klavierfassung an den "Kuriositäten" (gem. den letzten Beiträgen) wirklich so richtigen Spass haben würde wage ich für mich zu bezweifeln. Vielleicht nohch die KK-Fassung in cetay´s Beitrag.


Kommen wir wieder zur Ravel-Fassung.

Ich hatte mir vorigen Monat die abgebildete SONY-Szell-CD bestellt, da ich die beiden Werke von Kodaly/Prokofieff auf einer CBS-CD habe - mit der Hoffnung auf ein besseres/neueres Remastering bei SONY. Für ein paar Cent Bestellpreis, kann man sich den Luxus gönnen !

Auf der SONY-CD sind nun noch zusätzlich die Bilder einer Ausstellung mit Szell enthalten. :cool Eigendlich hatte ich nach Solti für die Ravel-Fassung (Decca) abgeschlossen, denn besser gehts nicht !!!
Aber auch Szell meistert die Bilder genau so packend wie Solti, dass auch hier totaler Hörspass die Folge ist.
*** Vielleicht für viele nicht so wichtig, aber ich achte darauf: Auch Szell meistert "Die Hütte der Baba Jaga" (im Gegensatz zu vielen anderen Dirigenten) so unerbittlich wie Solti - eben auch so genial wie Ashkenazy in der Klavierfassung !

:engel Da auch Kodaly´s Harry-Janos-Suite, Prokofieffs Leutnant Kije-Suite und auch Mussorgsky´s Bilder ganz ausgezeichnete referenzwürdige "Lieblingsaufnahmen" sind, kann ich für diese TOP-CD eine dicke Empfehlung aussprechen. Das Remastering ist auch vorbildlich gelungen für diese Aufnahmen von 1963 und 1969:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51zmsngCQuL._SX466_.jpg
SONY, 1963, 1969, ADD