O Fledermaus, O Fledermaus...

Rolf Scheiwiller (23.03.2006, 16:24):
Hallo zusammen.
Glücklich ist, wer vergisst...
Die Fledermaus. Ich kann sie das ganze Jahr über hören. Nicht nur am Silvester.
Dank DVD sind einige Inszenierungen bekannt geworden.
An erster Stelle für mich die Aufführung aus der Bayerischen Staatsoper.
Carlos Kleiber! Und ein Orlowski der obersten Liga. Brigitte Fassbänder. Dazu das fantastische Orchester.
Die CD Version ist nicht ganz ebenbürtig. Die Kenner wissen warum!
Als weitere eine Aufnahme aus der Wiener Staatsoper in der Insz. v. Otto Schenk.
Diese Aufnahme hat prachtvolle Sänger/innen. Eine Sternstunde liefert Helmut Lohner. Der Dirigent ist leider etwas gehemmt.
Und als 3. eine aus Covent Garden. In Englisch!
Geschmacksache sowieso. Aber es war die Abschiedsvorstellung der Dame Joan Sutherland. Mit dabei Pavarotti, M.Horne . Originelle Einlagen bekommen wir zu hören. Den Orlowski sang Jochen Kowalski. Sensationell gut. Riesenbeifall für ihn.
Was habt ihr so erlebt mit dieser genialen Operette?
Was habt ihr auf Tonträger?
Gruss
Rolf.
Ganong (23.03.2006, 17:44):
Lieber Rolf ,
ohne jeden Zweifel für mich : Herbert von Karajan !
Grüsse , Ganong
Rolf Scheiwiller (24.03.2006, 07:59):
Guten Tag Ganong.
Ja, für dieses Meisterwerk hatte Karajan das richtige Feeling.
Sensationell seine DECCA Aufnahme!
Aber auch seine frühere Einspielung auf EMI hatte Qualitäten.
Wobei mir allerdings der Interpret des Orlofski gar nicht gefällt.
Lieber einen Mezzo oder vielleicht noch eine Ausnahme wie den sagenhaft guten Altus J. Kowalski.

Ich sehe gerade, dass ich noch eine Aufnahme mit Rob. Stolz habe.
Auf EURODISC. Die ist sehr gut. Auch der Zigeunerbaron.

Die Eiinspielung mit Harnonc. und Previn besitze ich auch, aber die laufen so gut wie nie im Player.

Viele Grüsse.
Rolf.
Wotan (24.03.2006, 19:20):
Ich muss sagen, Operetten gefallen mir eigentlich nicht. "Die Fledermaus" bietet dabei aber eine ganz klare Ausnahme und dabei natürlich die Aufnahme von Carlos Kleiber, einem der besten Dirigenten aller Zeiten. Auch sängerisch ausgezeichnet. Die DVD habe ich leider noch nicht, hoffe aber, dieses Versäumnis baldmöglichst nachzuholen.
Jeremias (25.03.2006, 22:13):
Ich oute mich hier jetzt mal als nahezu fledermaus-fanatiker! Es gab Zeiten, da habe ich sie mehrfach pro Woche gehört. Dazu kommen zwei Live-Erlebnisse, einmal Silvester 04/05 in der Oper D'dorf und einmal Silvster 02/03 in der Staatsoper München. Herausragend ist die Aufnahme mit Carlos Kleiber, eine Aufnahme für die Ewigkeit. Aber auch Boskovsky schätze ich sehr mit einer vorzüglichen Anneliese Rothenberger. Karajan ist in seiner Decca-Aufnahme mit seinen Stargästen m.E. langweilig, zudem ist die Aufnahmetechnik nicht besonders gut, man fühlt sich ein wenig abseits stehend. Aber auch die DVD mit Carlos Kleiber der DG ist sehr zu empfehlen!
Cosima (25.03.2006, 22:21):
Original von Jeremias
Ich oute mich hier jetzt mal als nahezu fledermaus-fanatiker!

Die Kleiber-Aufnahme habe ich auch hier, seit ewigen Zeiten schon, aber immer noch nicht gehört. Jetzt werde ich sie mir aber doch mal zu Gemüte führen. Fanatisch - das klingt gut. :)

Gruß, Cosima
Wotan (24.03.2006, 19:20):
Ich muss sagen, Operetten gefallen mir eigentlich nicht. "Die Fledermaus" bietet dabei aber eine ganz klare Ausnahme und dabei natürlich die Aufnahme von Carlos Kleiber, einem der besten Dirigenten aller Zeiten. Auch sängerisch ausgezeichnet. Die DVD habe ich leider noch nicht, hoffe aber, dieses Versäumnis baldmöglichst nachzuholen.
Jeremias (25.03.2006, 22:13):
Ich oute mich hier jetzt mal als nahezu fledermaus-fanatiker! Es gab Zeiten, da habe ich sie mehrfach pro Woche gehört. Dazu kommen zwei Live-Erlebnisse, einmal Silvester 04/05 in der Oper D'dorf und einmal Silvster 02/03 in der Staatsoper München. Herausragend ist die Aufnahme mit Carlos Kleiber, eine Aufnahme für die Ewigkeit. Aber auch Boskovsky schätze ich sehr mit einer vorzüglichen Anneliese Rothenberger. Karajan ist in seiner Decca-Aufnahme mit seinen Stargästen m.E. langweilig, zudem ist die Aufnahmetechnik nicht besonders gut, man fühlt sich ein wenig abseits stehend. Aber auch die DVD mit Carlos Kleiber der DG ist sehr zu empfehlen!
Cosima (25.03.2006, 22:21):
Original von Jeremias
Ich oute mich hier jetzt mal als nahezu fledermaus-fanatiker!

Die Kleiber-Aufnahme habe ich auch hier, seit ewigen Zeiten schon, aber immer noch nicht gehört. Jetzt werde ich sie mir aber doch mal zu Gemüte führen. Fanatisch - das klingt gut. :)

Gruß, Cosima
Solitaire (10.03.2008, 16:30):
Ich mag die Fledermaus auch sehr. Ich habe überhaupt etwas für die Operette übrig, allerdings nur dann, wenn sie von wirklichen Spitzenmusikern gespielt und gesungen wird, und das ist genau der Grund, warum ich in unserem Theater so gut wie nie in die Operette gehe. Das, was bei einer Traviata zur Not noch angehen mag, Sänger der zweiten oder dritten Garnitur nämlich, ist m. E. bei einer Operette unerträglich. Ich persönlich bin der Ansicht, je leichter die Muse, umso großartiger muß der Künstler sein, der sie zu Gehör bringt. Sonst verkommt sie schnell zur Großeltern-am-Nachmittag-Bespaßung. :ignore Ich höre solcheSachen ja am liebsten mit Sängern vom Format eines Fritz Wunderlich oder einer Erna Berger. Es gibt einen "Zarewitsch" mit Teresa Stratas, der von einigen Jahren mal im Fernsehen lief, und der mich sehr begeistert hat. Vor allem die Stratas ist mir im Gedchtnis geblieben, an die anderen kann ich mich weniger gut erinnern.
Ich finde , daß es in Operetten von Lehàr fast tragischer zugeht, als bei Verdi und Kollegen... Sonja (Zarewitsch) z.B. muß damit leben, daß der Kerl den sie liebt am leben ist und sie nie wiedersehen darf, da ist das im allgemeinen doch sehr verklärte Sterben einer Violetta, einer Manon oder eines Werther schon fast gnädiger :ignore
Alfredo und DesGrieux sind noch jung, die werden sich nach heftiger Trauerphase schon wieder berappeln, und Lotte wird bald Kinder und damit jede Menge Ablenkung haben, aber Sonja und ihr Zar... :I

Was die Fledermaus angeht, so kann man sie nicht anders denn als Meisterwerk bezeichnen. Ich kann mich erinnern, mal eine Dokumentation über die Probenarbeiten zu einer Aufführung gesehen zu haben. Ist ewig her, und ich weiß nicht mehr, wer da mit wem geprobt hat, auf jeden Fall ist mir ein Satz des Dirigenten im Gedächtnis geblieben. Der Sänger der den Alfred gesungen hat, war wohl in seinem Gesang etwas schwerfällig und nicht ganz so beschwingt, wie er hätte sein sollen. Der Dirigent: "Etwas mehr Sinatra, junger Mann!" :rofl
Vor eingen Wochen lief eine andre Doku: "Harnoncourt dirgiert die Fledermaus". Auch sehr interessant, aber ich hatte mit einem Leiden zu kämpfen, daß einen manchmal nach Genuß von zuviel Sekt befällt (Karneval) uund war des öfteren sehr abgelenkt... :D
manrico (12.03.2008, 00:02):
Bei Operetten bin ich eher empfindlich. Es gibt eine kleine Zahl an Komponisten, die wirklich grossartige Musik geschrieben haben. Da mein ich in erster Linie Johann Strauss mit der Fledermaus, aber auch Eine Nacht in Venedig oder Der lustige Krieg sind musikalisch grandiose Stücke (An den Streit um die Tänzerin Saffafrati als Kriegsgrund zwischen Genua und Neapel mit einem tölpelhaften holländischen Tulpenhändler als vermeintlichem Ehegatten für eine Gräfin und einem Heer aus kriegslustigen Frauen mit Tante Artemisia als Feldwebel muss man sich allerdings erst gewöhnen). Simplicius finde ich schon sehr nahe an der Spieloper.

Daneben halte ich Millöcker, Suppe und aus der so genannten "Silbernen Operette" Leo Fall für unterschätzt. Franz Lehar hat mit der Lustigen Witwe ein grosses Werk geschaffen, leider ist der Rest für mich nicht wirklich hörbar, denn dann wird's unerträglich sentimental (mit dem Land des Lächelns als Tiefpunkt an hohlem Pathos). Ich mag auch ungarische Operette (Kalman und Co) nicht.

Und dann gibt es noch den göttlichen Offenbach, der in Mark Minkowski und Künsterln wie Felicitas Lott, Yann Beuron, oder Francois Le Roux würdige Fürsprecher seines Werkes gefunden hat. Aber auch Gardiner hat eine geradezu exemplarische Einspielung des brillianten Werkes "Les Brigands" vorgelegt (mit Ghyslaine Raphanel, einer meiner absoluten Lieblingssängerinnen - so müssen Koloraturen gesungen werden). Seine Werke würden tatsächlich einen eigenen Thread verdienen.

lg


Werner
Jimi (12.03.2008, 18:04):
Original von manrico
Und dann gibt es noch den göttlichen Offenbach ... Seine Werke würden tatsächlich einen eigenen Thread verdienen.


Hallo Werner,

ich kann da leider nicht viel beitragen mit Operette hab ich's nicht so, ich habe glaube ich keine einzige Gesamtaufnahme.
Die Fledermaus hatte ich mal ausgeliehen, war schon ganz witzig, aber gekauft habe ich sie dann doch nicht.

Offenbach würde mich interessieren denn diese Cd hat mich neugierig gemacht :

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0886972345529.jpg

Darauf sind Stücke aus Pomme d'Api, La Perichole, Les Contes d'Hoffmann, La Belle Helene, Barbe-Bleue, Orphee aux enfers, La Grande-Duchesse de Gerolstein, sehr abwechslungsreich gefällt mir sehr gut.
Außer der unvermeidlichen Barcarole aus Hoffmann und "Vive le vine"aus Orphee waren mir die Stücke unbekannt.

:hello Jimi
Solitaire (18.05.2008, 10:53):
Ich möchte nur mal kurz erwähnwen, daß ich Freitagabend eine entzückende Aufführung des "Vogelhändler" in unserem Teo-Otto-Theater gesehen habe. Es war eine Gemeinschaftsproduktion der Wuppertaler Bühnen gemeinsam mit unseren "Bergischen Symphonikern", die wunderbar gespielt haben. Die Sänger waren klasse: durchweg junge Künstler, die auch spieilen konnten, mit unverbrauchten jungen Stimmen (auch wenn meine Frau Mama sehr treffend festgestellt hat, daß Cornel Frey, der Adam des Abends, kein Fritz Wunderlich ist, aber mein Gott, wer ist das schon... :) sein "Als mein Ahner'l.." hat er jedenfalls mehr als beachtlich hinter sich gebracht) Von alte-Oma-Unterhaltung keine Spur. Es war eine witzige Inszenierng, die vor ein bißchen Sentimentalität (Lied vom Kirschenbaum) an passender Stelle keine Angst hatte, aber nicht schwülstig oder albern und Gott sei Dank frei von bermühter Aktualität war. Die Postchristel kam mit einem grün/gelben Tretroller daher, die Hofgesellschaft des Fürsten war gewandet wie Gestalten aus "Tanz der Vampire", nur niicht so düster und die beiden Professoren deren Namen ich immer wieder vergesse waren einfach zum küssen und haben für ihr "Ich bin dfer Prodekan" ein paar extra "Bravos" abgeräumt.
Jetzt überlegen mein Gatte und ich, ob wir es bei dem alljährlichen bunten Nachmittag unseres Chores, bei dem jeder die Chance bekommt, sich vor Publikum solistisch mit dem zum Stück zum Affen zu machen, mit dem er das schon immer mal tun wollte, ob wir es also an diesem Tag nicht mal mit den Rosen aus Tirol versuchen sollen. Letztes Jahr waren wir Don Giovanni und Zerlina und haben begeisterten Beifall eingesackt. Der galt aber vielleicht mehr unserem Mut und unserer Frechheit Mozart gegenüber, als unseren tatsächlichen vokalen Fähigkeiten :D Wie auch immer: wenn Operette so gespielt wird wie am Freitag, dann bin ich geren dabei. Mir gehen die Melodien schon das ganze Wochenende nicht mehr aus dem Kopf :rofl
Hier ein paar Bilder:
klick
Heike (23.12.2010, 23:35):
26.12,2010; DRadio Kultur, 15.05
Interpretationen
Der fröhliche Untergang
"Die Fledermaus" von Johann Strauss
Gast: Wilhelm Sinkowicz, Moderation: Michael Struck-Schloen
peter337 (24.12.2010, 15:30):
Meine Lieben!

Bei der Frage welche "Fledermaus" ich habe, muss ich mit Beschämung feststellen - ich habe alle, teils auf DVD, teils auf CDs, teils auf LPs, das sind die Gesamtaufnahmen und da wieder in Deutsch oder in Englisch, die Rosalinden allein sind Hilde Güden, Gerda Scheyrer, Wilma Lipp, Gundula Janowitz, Lucia Popp, Pamela Coburn, Liesl Andergast, Regina Resnik, Kiri te Kanawa, Joan Sutherland, Edita Gruberová , Anneliese Rothenberger, Elisabeth Schwarzkopf, Mirjana Irosch, Ljuba Welitsch, bestimmt habe ich bei Querschnitt eine aber die steht die Sängerin der Rosalinde nicht drauf, und eine aus dem Jahr 1907 mit Emilie Herzog, eine mit Ruthilde Boesch, Anna Moffo, Adele Leigh, Margit Schramm und wahrscheinlich habe ich eine oder die andere Aufnahme vergessen, meine Ordnung lässt zu wünschen über - aber ich finde alle gleich. Esther Rethy deshalb nicht, weil sie sie nicht eingesungen hat, aber in der Wiener Staatsoper, ich glaube 1962/63 war es, da hat sie sie gesungen hat. Die aus Mörbisch verschweige ich schamhaft, die habe ich verschenkt, und auch die Salzburger habe ich nicht.

Liebe Grüße sendet Peter aus Wien. :hello :hello
Billy Budd (01.01.2012, 00:45):
Ich bin mir nicht sicher, ob der folgende Beitrag nicht in diesen Thread gehört, aber da es sich ja keine Live-Übertragung handelt, entschied ich mich dann doch für den Thread zum Werk.

Hier gibt es den zweiten Akt der eigentlich schon gestrigen Fledermaus aus der Wiener Staatsoper. Der Link funktioniert aber nur sieben Tage. Keine Ahnung, ob das jemanden interessiert.
Besetzung:
Franz Welser-Möst: Dirigent
Otto Schenk: Regie
Günther Schneider Siemssen: Bühnenbild
Milena Canonero: Kostüme

Kurt Streit: Gabriel von Eisenstein, Rentier
Michaela Kaune: Rosalinde, seine Frau
Zoryana Kushpler: Prinz Orlofsky
Rainer Trost: Alfred, ein Tenor
Markus Eiche: Dr. Falke, Notar
Daniela Fally: Adele, Kammermädchen Rosalindens
Peter Simonischek: Frosch, Gerichtsdiener
Alfred Šramek: Frank
Peter Jelosits: Dr. Blind
Lydia Rathkolb: Ida

Ich werde noch einen Bericht über die ganze Vorstellung, der ich beigewohnt habe, verfassen (im Berichte-Thread).
Billy :hello