O Happy Day! - Der rätselhafte Adventskalender 2011
Rideamus (30.11.2011, 10:08): Liebe Ratefreunde,
bei der Suche nach einem Motto für mein diesjähriges Adventsrätsel hatte ich drei besondere Ziele:
- ich wollte mal wieder einem musikalischen Motto folgen, wie beim ersten Ensemblerätsel, und keinem textbezogenen
- ich wollte diesmal die Liebhaber der Instrumentalmusik, die sich bislang ausgeschlossen fühlten, besser einbeziehen
- ich wollte das Rätsel einmal nicht so schwer machen wie sonst und möglichst viele sehr bekannte Stücke erfragen
Um zu testen, ob sich diese Anforderungen alle erfüllen lassen, habe ich dem diesjährigen Rätsel eine längere Testphase vorangestellt, die Ihr hier nachlesen und jederzeit mit Kommentaren zum musikalischen Kern des Themas der vier Töne ergänzen könnt: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1796. Dabei stellte sich, für mich etwas überraschend, heraus, dass die dritte Anforderung die schwierigste war, weil kaum jemand das ganze Spektrum des Repertoires kennt, auf das ich mich hier beziehen konnte. Dennoch: so wenig, wie man zuvor kein Fachmann für Könige, Weltreisen oder Bäder zu sein brauchte um meine Rätsel zu lösen, braucht es diesmal auch keine Kenntnisse in Musikgeschichte, Notenlesen oder auch nur eine besondere Musikalität, obwohl beides in diesem Forum natürlich immer hilft. Zu diesem Zweck habe ich nämlich auch diesmal wieder versucht, die Textaufgaben so zu formulieren, dass man ohne Extrawissen auf ihren Spuren zur Lösung kommt. Den Rest besorgen hoffentlich wieder Eure Tipps. Lasst Euch also bitte nicht von einer vermeintlichen Schwierigkeit entmutigen, die es gar nicht gibt.
Worum geht es? Natürlich um die vier Töne, die auch schon im Zentrum der Testaufgaben standen, also C-F-G-A (oder Do-Fa-So-La). Auf das faszinierende Thema der Vielseitigkeit dieser Tonfolge brachte mich ein Aufsatz Leonard Bernsteins in seinem Buch „Die unendliche Vielfalt der Musik“, in dem er ausführte, wie viele bekannte Musikstücke mit den vier ersten Noten des amerikanischen Trinkliedes „How Dry I Am“ oder eben C-F-G-A anfangen. Allan Sherman hat später zusammen mit Arthur Fiedler und den Boston Pops eine komische Darbietung des Themas veranstaltet, die man hier hören kann und sollte, weil sie großen Spaß macht, und man sich dabei die vier Töne hervorragend einprägen kann: http://www.youtube.com/watch?v=Cb-29YlZuqY. Aber auch der Gospel-Erfolg „Oh Happy Day“, der diesem Rätsel seinen Titel gegeben hat, beruht ursprünglich auf dieser Tonfolge, wenn sie auch für den Song leicht variiert wurde, wie in dieser Szene aus dem Film SISTER ACT: http://www.youtube.com/watch?v=oTo094jCN4M“
Nun zu der leider notwendigen, ausführlichen Erläuterung der Spielregeln:
Wie schon im letzten Adventsrätsel werden nicht nur Werke gesucht, sondern ganz konkrete Stücke, Ensembles, Arien, Lieder o.ä., die der einzigen Grundvoraussetzung entsprechen, dass ihre wesentlichen Motive auf den Tönen C-F-G-A aufbauen, bevor sie beliebig weitergehen. In dem angeführten Testthread habe ich schon viele verschiedene Beispiele eingestellt. Dort wurden auch die Grenzen der Beliebigkeit in der Reihenfolge der Töne sowie meines Gehörs sichtbar. Ich habe mich deshalb bemüht, in dem eigentlichen Rätsel möglichst viele Stücke unterzubringen, die mit den vier Tönen in der originalen Reihenfolge (oder im Krebsgang rückwärts) beginnen. Leider ließ sch das nicht ganz durchhalten, da ich möglichst verschiedenartige Musikwerke unterbringen wollte und nicht nur Kirchen- und Volkslieder oder Schlager, welche dieses eingängige Phänomen besonders gerne nutzen.
Die Spielregeln, die ab jetzt auch für alle Teilnehmer der Testphase verbindlich gelten, sind dieselben wie zuvor, aber ich erläutere sie gerne noch einmal für alle, die erst jetzt zu unserer Rätselgemeinde stoßen. Beginnend mit der Nacht zum 1. Dezember werde ich bis zum 24. jede Nacht eine neue Frage einstellen. Wenn Ihr eine Lösung zu dieser Frage (oder einer beliebigen früheren aus diesem Rätsel) habt, schickt sie mir bitte per PN oder per Email an Rideamus@email.de. Ich werde wie immer versuchen, diese Vorschläge zeitnah zu bestätigen (oder auch nicht, je nachdem). Wenn Ihr die Bestätigung bekommen habt, gebt bitte Euren Mitratern einen Tipp zur Lösung in diesem Thread, aber niemals die Lösung selbst.
Da sich die Suche nach Extrapunkten beim letzten Adventsrätsel als sehr fruchtbar erwiesen hat, gibt es auch diesmal bei vielen Fragen Extrapunkte zu verdienen, wenn Ihr weitere Werke der Gattung oder des jeweiligen Komponisten nennt, die in den einzelnen Fragen angesprochen werden. Ich hoffe, dass dabei viele weitere Beispiele für dieses faszinierende Thema zutage kommen und bedanke mich noch einmal bei allen, die mir schon so viele wertvolle Hinweise gegeben haben.
Wie zuvor, werde ich auch diesmal das Rätsel sowohl im capriccio-kulturforum.de als auch in das-klassikforum.de laufen lassen, die beide öffentlich einsehbar sind, so dass jeder, der will, alle Tipps mitbekommen kann. Eure Tipps solltet Ihr bitte aber konsequent nur in einem der beiden Foren veröffentlichen, da ich sonst bei der Zählung zu leicht durcheinander komme. Apropos Zählung: erfahrungsgemäß unterlaufen mir dabei immer kleine Fehler, weil ich die oftmals gehäuft eintreffenden PN nicht alle zur Überprüfung aufheben kann. Ich rate also jedem, dem sein Punktestand wichtig ist, sich seine eigenen Punkte zu notieren, damit Ihr mich bei Bedarf korrigieren könnt.
Die vollständige Lösung einer Frage besteht aus folgenden Angaben, die jeweils gezielt erfragt werden: - die gesuchte Nummer (Arie, Lied, Satzbezeichnung o.ä.) - ggf. das Werk, aus dem sie stammt - der Komponist des Werkes, soweit bekannt. - der gesuchte Lösungsbuchstabe.
Diese Informationen bringen zusammen einen Punkt. Zudem greife ich gerne eine Übung aus dem Baderätsel wieder auf und belohne die ersten drei öffentlich gegebenen Tipps, die erfahrungsgemäß den Mitratern am meisten helfen, mit je einem Extrapunkt pro Frage und Tippgeber.
Richtig aneinandergereiht, ergeben die Lösungsbuchstaben den Komponisten und Titel eines weiteren bekannten Musikstückes, das auf der Basis der vier Töne dieses Rätsel kennzeichnet. Die Nennung des richtigen Lösungswortes verdient selbstverständlich einen weiteren Punkt.
Das Rätsel ist vollständig gelöst, wenn alle Fragen richtig beantwortet werden und das Lösungswort stimmt. Als Gewinner kann sich aber, wie immer in diesen Rätseln, schon fühlen, wer überhaupt mitmacht. Alle Extrapunkte einschließlich derer für die bereits vorliegenden Nominierungen der Testphase gehören nicht zur eigentlichen Lösung des Rätsels, sind aber im Bedarfsfall für ein Stechen wichtig und gehen deshalb in die Gesamtwertung ein.
Ich hoffe, dass damit alle Klarheiten beseitigt sind und bitte, in diesen Thread fortan nur noch Fragen zu den Spielregeln des Rätsels und Tipps einzustellen. Diese Tipps können natürlich auch Darstellungen der Töne der jeweils gefragten Melodie sein. Bei „How Dry I Am“ wäre das die schon vertraute Folge C-F-G-A.
Und nun wünsche ich allen viel Vergnügen mit dem diesjährigen rätselhaften Adventskalender
Riddleamus
Rideamus (01.12.2011, 00:18): Fangen wir unser Rätsel mal ganz einfach mit der nur um einige Wiederholungen angereicherten Tonfolge C-F-G-A an. Diese extrem bekannte Melodie zum Lob einer hochaktuellen Saisonware ist auch die eines Studentenliedes sowie der Hymne dreier amerikanischer Bundesstaaten. Allerdings nicht die von Kansas, dessen Hymne aber auch in das Rätsel passen würde.
Gesucht werden der erste Buchstabe des in dem, hierzulande besonders bekannten, Lied besungenen Objektes und für je einen Extrapunkt der Titel des Studentenliedes sowie der Name der Hymne von Kansas.
Bitte vor Abschluss des Rätsels hier nur Fragen oder Tipps, aber keine Lösungsvorschläge oder Links zu Lösungen einstellen. Die sendet bitte nur per PN an mich.
Riddleamus
Heike (01.12.2011, 16:53): lieber Rideamus, ich hebe mir die Rätsel auf bis nach dem 12.12., also nicht wundern! Ich habe im Moment so viel Zeugs um die Ohren, dass ich mich vermutlich nur durcheinander kommen würde, wenn ich in diesem Zustand auch noch täglich anfange mit der Raterei. Bis später Heike
Rideamus (01.12.2011, 23:43): Allen, die nur später oder teilweise mitmachen können oder wollen, sei versichert, dass jeder einzelne Beitrag hier mehr als willkommen ist, denn das Rätsel soll ja Freude machen und nicht in irgendeinen Leistungsdruck ausarten. Zeit zum Nachholen der frühen Fragen wird auf jeden Fall genug bleiben. Aber Ihr werdet sehen, es wird wesentlich einfacher, als Ihr befürchtet. So zum Beispiel auch mit dem zweiten Türchen, wiederum mit der einfachen Folge C-F-G-A:
Wenn jemand schweigt, kann das verschiedene Ursachen haben. Ist es eine Frau, könnte sie zum Beispiel einem Bösewicht Alfred Hitchcocks begegnet sein, der ein spezielles Verhältnis zur gesuchten Musik hat. Das hatten übrigens auch ein Exil-Wiener und ein Exil-Berliner. Wer bricht das Schweigen?
Gesucht sind: der Endbuchstabe eines jeden Wortes im Titel des Werkes, das dem Hitchcock-Mörder seinen Spitznamen gab. Und natürlich wie immer der Titel des erfragten Originalduetts und sein Komponist. Für je einen Extrapunkt könnt Ihr mir darüber hinaus verraten, wer die Exilanten waren, die das Musikwerk auf die Leinwand brachten, und welche Paare bei ihnen die Hauptrollen spielten.
Bitte vor Abschluss des Rätsels hier keine Lösungsvorschläge oder Links zu Darbietungen in YouTube einstellen.
Riddleamus
Rideamus (03.12.2011, 00:17): Es sieht fast so aus, als würde das Schweigen hier niemand mehr brechen wollen. Versuchen wir's also zur Abwechslung mit einer Frage für die Liebhaber volkstümlicher Musik und des Pianos. Für den Hinweis auf diese Melodie, die erneut mit den vier Tönen des Rätsels beginnt, danke ich Frank Pronath.
Ein beliebtes Volkslied , das leider nicht ganz in dieses Rätsel passt, schildert einen regelmäßig sich wiederholenden Vorgang um einen Himmelskörper im Perfekt. Es gibt aber noch ein anderes volkstümliches Lied, das denselben Vorgang im Präsens schildert. Ein großer Komponist hat es zum Thema des zweiten Satzes seines Opus 1 gewählt.
Gesucht werden der Titel des volkstümlichen Liedes und der erste Buchstabe des Komponistennamens. Bis zu drei Extrapunkte kann verdienen, wer noch weitere Musiken nennt, die von Sonne Mond und Sternen handeln oder vom Komponisten des Opus 1 stammen und von den vier Tönen C-F-G-A ausgehen. Passende Stücke aus dem Vorbereitungsthread gelten natürlich nicht.
Riddleamus
Rideamus (03.12.2011, 23:55): Und noch einmal die ganz einfache Tonfolge zum Memorieren. Außerdem hat das hinter diesem Türchen gesuchte Musikstück etwas Kennzeichnendes mit dem heutigen Tag gemeinsam.
Eine Szene eines einst in unseren Breiten sehr beliebten Filmes mit einem damals noch aufstrebenden, künftigen Weltstar schildert die Entstehung eines beliebten Marsches, der, wie übrigens auch der Film, nach seinen Widmungsträgern benannt wurde. Ob es Puccini bewusst war, dass er in seiner TURANDOT diesen Marsch zitierte?
Gesucht sind der Name des Marsches und zweite Buchstabe des Komponistennamens.
Riddleomy
Severina (04.12.2011, 01:27): Tipp zu Frage 4:
Bis heute ein Hit für K.u.k-Nostalgiker!
lg Severina :hello
Rideamus (05.12.2011, 00:21): Drehen wir die bekannte Tonfolge um und spielen sie rückwärts, also im Krebsgang, wandelt sich ihr Charakter auf das Erstaunlichste, wie wir noch des Öfteren sehen werden. Besonders deutlich aber hier:
Obwohl der hier gesuchte Komponist im Laufe seines Lebens zahllose eingängige Melodien schuf, blieb die hier angesprochene eine seiner populärsten, denn sie gibt einer Sehnsucht Ausdruck, die nur auf den Flügeln des Gedanken erreichbar ist.
Gesucht werden der letzte Buchstabe des Komponistennamens und für maximal drei Extrapunkt weitere Stücke von ihm, die sich hätten für dieses Rätsel qualifizieren können
Rideamus
Severina (05.12.2011, 01:03): Mein Tipp zu 5:
Diese Flügeln kitzelten die politischen Herren des Komponisten ganz schön in der Nase!
lg Sevi :hello
Rideamus (05.12.2011, 23:17): Wegen akuter Müdigkeit stelle ich das morgige Türchen jetzt schon ein, aber Bestätigungen von Lösungen gibt's erst ab morgen. Wer trotzdem schon Tipps abgeben möchte, möge dies auf eigenes Risiko tun, sollte sich seiner Antwort aber sehr sicher sein
Bleiben wir noch bei den leichten Aufgaben, die sich auch der Anfänger auf dem virtuellen Keyboard erklimpern kann.
Dieser Tage hören wir häufig von einem Rotgewandeten. Sogar in der Oper. Da geht es aber um einen anderen, der uns mit den Tönen C-F-G-A ein Rätsel aufgibt. Das Rätsel stammt von einem Dichter, der zahlreiche Volkslieder schuf, von denen sich nicht wenige dieser vier Töne bedienten, darunter ein lautmalerisches über einen Waldvogel und eines über denselben und ein Grautier.
Gesucht werden der dritte Buchstabe des realen Vornamens dieses Dichters und mindestens die angesprochenen drei seiner Lieder um die Töne C-F-G-A. Wer mehr als die drei findet, kann bis zu drei Extrapunkte verdienen.
Ich wünsche Euch allen einen erfolg- und genussreichen Nikolaustag
Riddleamus
Rideamus (06.12.2011, 06:39): Pünktlich zum Nikolaustag hat sich leider der erste meiner wohl unvermeidlichen Fehler eingeschlichen, weil ich in letzter Minute die Frage geändert habe, denn "I Saw Mommy Kissing Santa Claus Last Night" gefiel mir plötzlich nicht mehr.
Wie mir einige Nachteulen bescheinigten, passt aber das Lied mit dem Grautier nicht in das von mir vorgegebene Tonschema. Es gibt aber andere des Dichters, die passen, obwohl die Melodie des saisonbezogenen natürlich viel älter ist als der gesuchte Dichter. Trotzdem darf es gerne genannt werden.
Rideamus
Rideamus (07.12.2011, 00:07): Zur Abwechslung mal kurz und knapp:
Hier wird von einem sehr national gesinnten Komponisten neben anderen Sehenswürdigkeiten etwas lang sich Windendes beschrieben, das sehr gut in das letzte Rätsel in diesem Forum gepasst hätte.
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens
Rideamus
Rideamus (08.12.2011, 00:17): Wir kommen zu einem ausnahmsweise etwas weniger bekannten Werk, bleiben aber bei der Geographie, obwohl der Name des Komponisten eher an einen Polizeistaat erinnert. Damit hatte er aber wirklich nichts zu schaffen.
Womöglich trug sich der Komponist mit ähnlichen Gedanken wie der Komponist des hinter dem letzten Türchen Nr. 7 erfragten Stückes. Seine in ihrem Ursprungsland sehr populäre Komposition enthält nämlich ebenfalls eine Landschaftsschilderung. Man könnte sie auch als frühlingshaftes Gegenstück zu einer Alpensinfonie bezeichnen.
Gesucht werden der Name des Werkes und der letzte Buchstabe des Komponistennamens Riddleamus
Rideamus (09.12.2011, 00:11): Für den Hinweis auf das schöne Werk, das im Zentrum der nächsten Frage steht, danke ich Christian Köhn
Dieses bekannte Stück Kammermusik wurde für ein damals brandneues Instrument geschrieben und von seinem Komponisten danach benannt. Heute spielt aber kaum jemand mehr dieses Instrument, so dass wir das Stück meist in Bearbeitung zu hören bekommen - das aber wegen seiner Schönheit recht häufig.
Gesucht wird der dritte Buchstabe im Namen des Komponisten, der das neue Instrument im zweiten Satz des Werkes mit unserer Tonfolge einsetzen lässt.
Riddleamus
Rideamus (10.12.2011, 00:25): Bleiben wir bei kennzeichnenden, ungewöhnlichen Instrumenten und kommen zur nächsten Frage, wobei wir gerade hier wieder intensiv daran erinnert werden, dass unser Thema die Tonfolge C-F-G-A ist: Oder habt Ihr das etwa schon vergessen?
Dieser Abschnitt des wohl populärsten Instrumentalwerkes dieses mehr fürs Vokale bekannten, international tätigen Komponisten bezieht sich im Satztitel auf ein besonderes Instrument
Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens und für maximal drei Extrapunkte weitere zum Rätsel passende Stücke dieses - im Gegensatz zu seinem Hauptkonkurrenten allerdings wohl nur musikalisch - sehr fruchtbaren Komponisten
Rudolfamulus
Rideamus (10.12.2011, 23:23): Von dem sonnigen Anlass des vorigen Stückes gehen wir schnurstracks über zum Gegenteil:
Vier Töne, zwei Komponisten, ein Titel. Gesucht werden zwei Stücke zweier Werke gleichen Titels von zwei Komponisten, die gegensätzlicher kaum sein könnten, und das gilt für die Werke wie für die Komponisten.
EDIT zum Advent, weil die Frage so wohl sehr schwer ist: das eine Stück ist ein leichtfüßiges Menuett, das andere ein Liedtitel um seltsam kostümierte Künstler. Derselbe Titel hat die verschiedenen Sprachen der beiden Komponisten.
Gesucht wird der erste Buchstabe des Nachnamens des Komponisten des älteren Werkes, und für maximal drei Extrapunkte weitere zum Rätsel passende Stücke von einem der beiden.
Bis nächsten Dienstag werde ich wegen eines Besuchs nicht so viel am PC sein können. Wer sich also sicher fühlt, möge seine Tipps ruhig auch ohne meine Freigabe einstellen.
Euch allen schon jetzt einen beschaulichen Dritten Advent
Riddleamus
Rideamus (11.12.2011, 11:46): Seltsam. Im Moment komme ich mir vor, wie ein Komponist, der eine Melodie nicht wiederfinden kann, die er gestern noch glaubte sicher zu haben.
Tatsächlich beginnt die zweite Melodie die Abfolge B-C-F-F, was auch in einer Transposition nicht zu C-F-G-A werden kann. Diese Töne in der Abfolge G-A-F-G-A-A-A-C1 kommt erst im weiteren Verlauf, nämlich in der dritten Zeile des Liedes. Tut mir sehr Leid.
Das mit dem identischen Titel der Werke in zwei Sprachen ist aber nach wie vor richtig, und dass der dritte Satz der älteren Komposition mit C-F-G-A beginnt, stimmt auch noch.
:A Riddleamus
Rideamus (11.12.2011, 23:19): Der Komponist der Stücke im Zentrum unserer nächsten Frage liebte Frauenstimmen und die Tonfolge im Zentrum dieses Rätsels. Deshalb gibt es gleich zwei populäre Stücke von ihm, die in dieses Rätsel gehören. Das spätere beginnt mit der Reihenfolge C-F-G-A, die wir jetzt schon gut kennen. Auch eine bekannte Instrumentalkomposition des Komponisten setzt sie so ein.
Gesucht werden der erste Buchstabe des Komponistennamens sowie die beiden angesprochenen Vokalkompositionen. Für je einen Extrapunkt dürfen auch weitere Stücke des Komponisten genannt werden, welche in dieses Rätsel gepasst hätten.
Bis Dienstag werde ich wegen eines Besuchs nicht so viel am PC sein. Wer sich also sicher fühlt, möge seine Tipps ruhig auch ohne meine Freigabe einstellen.
Eine Rückmeldung verrät mir, dass meine Frage vielleicht zu kryptisch ausgefallen ist. Daher dies zur Ergänzung:
Ich suche zwei sehr bekannte Opernszenen. In der zweiten und späteren beginnt die Melodie mit genau den vier Tönen (konkret: C-F-G-A-A-A-g-e-f-g). In der ersten und noch bekannteren sind sie vertauscht und beginnen mit der Reihenfolge G-A-F-C.
Das Instrumentalwerk ist nicht ausdrücklich gefragt, aber für einen Extrapunkt gut.
:wink : Riddleamus
Rideamus (12.12.2011, 23:16): Nicht DSDS, sondern HSDS. Von seiner Wahl der hellenischen Supergöttin berichtet hier der jodelnde Juror, mit unseren vier Tönen beginnend. Wäre die Belohnung des Jurors doch nur früh genug lustige Witwe geworden und geblieben, vielleicht hätte der Walzer der Heldin dann auch mit unseren vier Tönen begonnen. Hier aber wählte der Komponist, der, zugegeben, noch nichts von der lustigen Witwe wissen konnte, als Beginn ihres Walzers die Tonfolge C-F-Fis-G, was schon auf üble Folgen hindeutet.
Gesucht werden der drittletzte Buchstabe des Komponistennamens sowie das Stück mit dem jodelnden Juror und dem Walzer. Für je einen Extrapunkt (maximal drei) dürfen auch weitere Stücke des Komponisten genannt werden, welche in dieses Rätsel gepasst hätten.
Riddleamus
Severina (13.12.2011, 12:29): Tipp zu Frage 13:
Der jodelnde Hirt hat mit dem Ort der Uraufführung viel gemeinsam!!
lg Severina :hello
Heike (13.12.2011, 15:43): Sevi, ich kann dir (hoffentlich) beim Raten und tippen hier bald Gesellschaft leisten - ich habe soeben endlich mal Zeit gehabt, erste Lösungsvorschläge an Riddleamus einzusenden Heike
Severina (13.12.2011, 17:43): Liebe Heike, das ist schön, dass ich in diesem Thread nicht völig vereinsame :D! Sag an, wo Du noch Tipps brauchst, falls überhaupt! (Ich verfüge mich jetzt aber gleich zu einer Adventfeier, also kann ich erst wieder morgen aktiv werden.)
lg Sevi :hello
Heike (13.12.2011, 23:56): Huhu Sevi, ich bin in einer Hau Ruck- Aktion auf dem Laufenden - mal gucken, ob ich den Rest in dem Stress irgendwie auch hinkrieg! Heike
Rideamus (14.12.2011, 00:12): Schön, dass Sevi nicht mehr allein ist und hier vielleicht auch mal wieder Tipps zu lesen sein werden. Deshalb gleich weiter mit der neuen Aufgabe.
Dieser Komponist liebte besonders den Krebsgang unserer Tonfolge. Unter anderen wählte er sie als Signatur seiner populärsten Sinfonie und seines beliebtesten Konzertes. In der richtigen Reihenfolge setzte er sie dagegen in einer kaum weniger populären Schlachtbeschreibung ein.
Gesucht sind der letzte Buchstabe des Komponistennamens, wie er uns meistens begegnet, sowie für je einen Punkt die drei angesprochenen Kompositionen
Riddleamus
Heike (14.12.2011, 10:54): !4 Das gesuchte Werk ist laut Wiki das am häufigsten eingespielte Klavierkonzert überhaupt.
Rideamus (15.12.2011, 00:09): Ich bitte um Nachsicht für meine nachträgliche Ergänzung dieser sonst vielleicht zu schweren Frage. Für den Hinweis auf den klassischen Teil danke ich wiederum Christian Köhn, der die Tonfolge so erläuterte: "a-d-d-d-d-e-fis-fis-e-e-e-e-fis... (transponiert: C-F-F-F-F-G-A-A-G-G-G-G-A) Also 13-fach „Deine“ Töne, dann erst anders".
Ein lautes und besonders großes Standwerkzeug, das mit erneuerbarer Energie betrieben wird, wird im Volkslied für kurze Zeit mit fast denselben Tönen besungen wie sie ein großer Komponist im Schlussteil einer frühen Programmmusik (sein Opus 2) für ein sehr leises Flugtier und zur Illustration eines Maskenballs verwendet. Der Komponist dieses Werks hatte mit dem in Nr. 3 erfragten Komponisten nicht nur die Liebe zum Klavier gemeinsam.
Gesucht sind das Volkslied sowie das Opus 2 und der letzte Buchstabe des Nachnamens seines Komponisten
Riddleamus
Heike (15.12.2011, 12:22): ich mochte als Kind vor allem die gelben Flieger... Heike
Severina (15.12.2011, 20:58): Tipp zu 15: Das flatternde Tierchen hat auch einen Opernkomponisten inspiriert, dort allerdings mit letalem Ausgang!
lg Sevi :hello
Rideamus (16.12.2011, 01:02): Zu einem richtigen Rätsel gehört eine richtige Rätselfrage. Diese gilt einem musikalischen Bühnenwerk mit einer seltsamen Mathematikaufgabe auf der Basis einer inzwischen sehr bekannten Tonfolge: drei sind die Fragen, ... (das Ergebnis) ist einzig
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens und für die Extrapunkte weiteres Passende vom selben Komponisten, der hier indirekt schon einmal vorkam. Leider weiß ich nicht mehr, von wem der Hinweis auf diese Frage kam, für die ich mich sehr bedanke.
Riddleamus
Severina (16.12.2011, 15:06): Mein Tipp zu 16:
Auf die Lösung von Riddles Rätselfrage stößt man bestimmt auch ohne schlaflose Nacht!
lg Severina :hello
Rideamus (17.12.2011, 00:13): Einen namhaften Komponisten scheint unsere Tonreihe besonders gern zu einem flotten Rondo inspiriert zu haben, denn seine beiden beliebtesten Instrumentalkonzerte beginnen ihren abschließenden dritten Satz mit sehr vertrauten Tönen.
Gesucht werden die beiden Konzerte und der vorletzte Buchstabe des Komponistenvornamens. Für den Hinweis auf diese beiden Stücke danke ich Tharon.
Riddleamus
Severina (17.12.2011, 11:35): Heike, wo bist Du????? :( Das müsste eine Frage für Dich sein, bei mir macht sich nur Ahnungslosigkeit breit :I Zu dem gesuchten Vornamen mit I an vorletzter Stelle fällt mir auf Anhieb zwar Antonin ein, aber danach ist's zappenduster......
lg Sevi, ratos :I
Heike (17.12.2011, 11:59): Sevi, ich warte noch auf die Bestätigung des Rätselmeisters. In der nächsten Zeit bitte nicht wundern, wenn ich nichts schreibe, ich bin ab Montag für ein paar Tage in Weimar und habe am Wochenende meinen Bruder aus Budapest in Berlin zu Gast, also ich weiß noch nicht, ob ich da noch zum Rätseln komme. Ich hoffe, dann danach alle Tipps von dir vorzufinden!!! Heike
Rideamus (18.12.2011, 00:10): Für den Hinweis auf den lebhaften Teil der folgenden Frage danke ich Frank Pronath
Hier ist es der, von der Klarinette eingeleitete, zweite Teil eines viersätzigen Instrumentalstückes, welchem man einen sparsamen Beinamen gegeben hat, dem es den Eingang in dieses Rätsel verdankt. Der Schluss des Werkes wurde übrigens von einem anderen Komponisten als Eröffnungschor eines Kinofilms mit der beliebtesten Musik des gesuchten Komponisten übernommen.
Gesucht werden der dritte Buchstabe des Komponistennamens, die vollständige Identifikation des gesuchten Stückes und der Titel des Spielfilms sowie seines adaptierenden Komponisten.
Euch allen einen friedlichen Vierten Advent
Riddleamus
Heike (18.12.2011, 08:25): 18: Der Komponist hatte auch eine berühmte Schwester, ob sie allerdings auch was für CFGA passendes schrieb, weiß ich nicht. Heike
Severina (18.12.2011, 14:04): Tipp zu 17:
Der gesuchte zweite Komponist galt als Wunderkind in der Stadt, aus der er dann später flüchten musste. Wegen einer anderen Stadt genießt er noch heute Weltruhm.
lg Sevi :hello
Rideamus (18.12.2011, 23:28): Mal was ganz anderes, aber wieder eine Frage, die ich Frank Pronath verdanke:
Dieses Lied ist argentinischen Ursprungs, wurde dann (unter anderem) ein Weihnachtslied und endete schließlich als verlogener deutscher Lichtleinschwenker. Die von den bekannten vier Tönen ausgehende Melodie muss also sehr eingängig sein.
Gesucht werden die drei angesprochenen Inkarnationen des Liedes sowie insbesondere der erste Buchstabe des lateinamerikanischen Originaltitels. Je einen Extrapunkt gibt es für die Nennung des Komponisten (Künstlername genügt) und eines deutschen Interpreten des Liedes, der damit Nachbarschaftspflege betrieb.
Riddleamus
Rideamus (20.12.2011, 00:03): So seid denn von dem argentinisch/deutschen Ohrwurm erlöst, für den ich mich entschuldige, und konzentriert Euch auf den nächsten.
Mit diesem Lied findet ein Mensch, der schon morgens spazieren geht, Eingang in ein Instrumentalwerk. Aber auch eine Eselei desselben Komponisten passt hierher.
Gesucht sind der letzte Buchstabe des Komponistennamens und die drei angesprochenen Musikstücke Riddleamus
Severina (20.12.2011, 00:23): Ich bin leider vom argentinischen Ohrwurm keinesfalls erlöst, weil ich völlig im Dunkeln tappe! "Feliz navidad" wird's ja wohl nicht sein, und das ist das einzige südamerikanische Weinachtslied, das ich kenne. Auch die Tipps in Capriccio helfen mir nicht, weil ich noch nie bei einem Event war, wo man Lichtlein schwenkt (außer in der Arena di Verona, und die meint ihr wohl nicht :wink), keine deutschen oder österreichischen Schnulzenheinis kenne und völlig ahnungslos bin, was bei der EM 1992 passiert ist (Und auch absolut keine Zeit zu komplizierten Konversationen mit Tante Google habe!!). Also ?( ?( ?( ?( ?( ?( ?( ?( ?( ?(
lg Sevi :hello
Severina (20.12.2011, 01:26): Mein Tipp zu 20 (noch unbestätigt):
Die Interessen der Ehefrau des Komponisten auf dem Gebiet der Künst(l)e(r) war breit gefächert...
lg Severina :hello
Armin70 (20.12.2011, 01:27): Hi Sevi,
das urspr. "sonnige" wortlose Lied hatte mit Weihnachten zunächst gar nix zu tun. Die Weihnachtsversion entstand etwas später mit einem englischen Text und wurde u. a. von Boney M. und Johnny Mathis gesungen. Es gibt zwei deutsche Versionen, die beide nix mit Weihnachten zu tun haben und eine davon ist eine Verballhornung unseres direkten nördlichen Nachbarlandes und stammt von einem ostfriesischen Blödelbarden, der ein Faible für Rüsseltiere hat. Die andere deutsche Version war u. a. auch in Österreich in den Top 10.
Die Melodie hast du bestimmt schon mal irgendwo gehört auch wenn du, ausser in Verona, sonst noch nie bei einem Event ein Lichtlein geschwenkt hast.
Armin
Rideamus (20.12.2011, 06:09): Armin hat schon alles Wesentliche gesagt. Schade, dass man jetzt erst von Dir hört.
:hello Rideamus.
Severina (20.12.2011, 17:24): Danke, Armin, diese geballte Ladung an Zaunpfählen hat dann schließlich doch Wirkung gezeigt und zumindest den Weg gewiesen, wo Tante Google wohnt. Ich kenne die Melodie in der Tat, allerdings weder von deutschen noch österreichischen Schnulzenheinis, auch nicht als Weihnachtslied, sondern in einer sehr schlichten Version mit einer Panflöte!
lg Sevi :hello
Rideamus (21.12.2011, 00:37): Diesmal finden sich die vier Töne nicht in den bekannten ersten Takten der Melodie, bei denen leider ein As zuviel ist, sondern im Refrain eines der größten Hits der klassischen Musikliteratur, der von störrischen Vögeln handelt. Seine Librettisten sind uns übrigens hier schon einmal begegnet.
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens oder seiner bekanntesten Heldin sowie natürlich ihr zu diesem Rätsel gehörendes Auftrittslied und das Werk, aus dem es stammt
Rideamus
Severina (21.12.2011, 15:22): Mein Tipp zu 21 (noch unbestätigt):
Manchmal sollte man(n) doch besser auf Mutti hören..... lg Sevi :hello
Rideamus (21.12.2011, 23:08): Der Dank für den HInweis auf folgende Musikstücke gilt wieder Tharon
Ein alle Jahre wieder aktuelles Musikwerk beginnt nicht nur mit unseren vier Tönen, obwohl es eine Weile dauert, bis der vierte Ton kommt, sondern enthält auch einige weitere Stücke, die ebenfalls mit diesen Tönen beginnen, darunter eine besonders schöne Sopranarie über Flößer.
Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistennamens sowie das Werk und bis zu drei Stücke daraus, die der Vorgabe dieses Rätsels entsprechen.
Riddleamus
Rideamus (22.12.2011, 23:10): Wir nähern uns dem Ende des Rätsels mit einem Schlussstück.
„Wie es euch gefällt“ ist nicht nur ein Stück von Shakespeare. Dieses hier gefragte Stück zum Beispiel heißt auch so und bildet den Abschluss einer vielteiligen Komposition, deren Interpretation einen Instrumentalisten weltberühmt gemacht hat, bevor er zur Legende wurde.
Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistennamens (sic!) sowie das Werk und die laufende Nummer des erfragten Satzes. Bis zu drei Extrapunkte gibt es wiederum für Stücke des Komponisten, die der Vorgabe dieses Rätsels entsprechen und bisher noch nicht darin vorkamen. Riddleamus
Rideamus (23.12.2011, 16:28): Beschließen wir diese Adventstournee, die uns durch mehr verschiedene Musikgattungen führte als jedes andere Rätsel zuvor, mit einem sehr häufig variierten Thema, nämlich C-C-G-G-A-A-G-F-F-E-E-D-D-C. Für den Hinweis auf eine der gefragten Musiken danke ich Heike
Wenige Melodien wurden in so vielen verschiedenen Kompositionen eingesetzt wie diese. Unter anderen prägt sie ein englisches Kinderlied aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein beliebtes Weihnachtslied eines Autoren, der in dem Rätsel schon ein mal auftauchte, berühmte Klaviervariationen eines Komponisten, der ebenfalls hier schon vorkam, und eine virtuose Opernarie eines anderen Komponisten, der ein anderes und kaum weniger beliebtes Weihnachtslied schrieb.
Gesucht sind der erste Buchstabe des Textes des Weihnachtsliedes und die Komponisten der Klaviervariationen sowie der Arie. Bis zu drei Extrapunkte können auch noch mit der Nennung zusätzlicher Lieder aller Art verdient werden, die bisher noch nicht erfragt wurden, aber zu diesem Rätsel passen
Damit seine Prophezeiung wahr bleibt und der morgige Tag möglichst frei von Denksportaufgaben bleiben kann, stelle ich diese letzte und leichteste Frage jetzt schon ein. Zur Überbrückung, falls Euch morgen am rätselfreien Tag wider Erwarten und jede Hoffnung langweilig wird, könnt Ihr ja versuchen, das Lösungswort zusammenzubasteln, falls Ihr es nicht schon habt, und dabei diese Variationen beliebter Weihnachtslieder anhören: „http://www.youtube.com/watch?v=CS8G_LyYlso“ und "http://www.youtube.com/watch?v=ne6e5buAR3k".
Ihr könnt Euch natürlich auch einen alten deutschen Film ansehen und dabei vielleicht zufällig auf das Lösungswort stoßen.
Riddleamus
Rideamus (25.12.2011, 10:41): Ein kurzer Zwischenstand zum offiziellen Ende des 24. Tages:
Bislang haben vier Ratefreunde alle Fragen einschließlich der nach dem einmaligen Lösungswort richtig beantwortet. Sechs weitere stehen kurz davor, weil ihnen nur noch das Lösungswort und manchmal auch noch eine einzige Frage fehlt. Eure Tipps haben sich also wieder ein,al als sehr hilfreich erwiesen.
Aber nicht nur sie sind jetzt schon die Gewinner dieses Rätsels, sondern das sind alle, die sich an eine Frage davon gewagt und dabei etwas für sie Neues erfahren haben. Davon kann es gar nicht genug geben, und deshalb bleibt das Rätsel noch mindestens das ganze Jahr lang offen, damit jede/r, die/der will, nach dem Weihnachtsstress noch hinreichend Gelegenheit hat, es vollständig zu lösen und ggf. auch weitere Extrapunkte zu sammeln. Ratefreunde, die gerne noch hinzu stoßen möchten und besonders willkommen sind, finden eine Zusammenfassung aller bisherigen Fragen und Tipps hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/raetselhaftes-und-spielerisches/3586-o-happy-day-zusammenfassung-der-fragen-und-tipps/
Ich werde weiterhin Vorschläge entgegen nehmen und wünsche derweilen Euch allen ein fröhliches Feiern mit Euren Lieben und deren hoffentlich erfreulichen Geschenken.
Riddleamus
Rideamus (30.12.2011, 08:00): Obwohl es bislang nicht den Anschein hat, als wollten noch weitere Ratefreunde ihr Punktekonto aufbessern, weise ich sicherheitshalber darauf hin, dass ich am Montag mit der Auflösung des Rätsels beginnen werde. Danach gilt für jede gelöste Frage: rien ne va plus
In diesem Sinne wünsche ich allen schon mal einen guten und einfallsreichen Rutsch in die neue Saison.
Rideamus
Rideamus (01.01.2012, 18:57): Da sich manche, die nur noch wenige Fragen offen haben, noch in der Feiertagspause befinden, möchte ich die Bekanntgabe der Gewinner noch ein paar Tage aussetzen, aber dessen ungeachtet, wie versprochen, mit der Auflösung der ersten Fragen beginnen, bevor die ganz unaktuell werden.
Fangen wir unser Rätsel mal ganz einfach mit der nur um einige Wiederholungen angereicherten Tonfolge C-F-G-A an. Diese extrem bekannte Melodie zum Lob einer hochaktuellen Saisonware ist auch die eines Studentenliedes sowie der Hymne dreier amerikanischer Bundesstaaten. Allerdings nicht die von Kansas, dessen Hymne aber auch in das Rätsel passen würde.
Gesucht werden der erste Buchstabe des in dem hierzulande besonders bekannten Lied besungenen Objektes und für je einen Extrapunkt der Titel des Studentenliedes sowie der Name der Hymne von Kansas.
Tipps:
Die "hochaktuelle Saisonware" hat einen festen Platz im Lebensritual vieler Menschen in Deutschland... – Josquin Dufay
In meinem Leben allerdings schon seit etlichen Jahren nicht mehr - unter anderem aus Platz- und Entsorgungsgründen – Arundo Donax
Man kann es auch politisch sehen (oder hören) und landet dann bei der britischen Sozialdemokratie - Gurnemanz
In der Kansas-Variante tummelt sich allerlei Getier. Und dass Bernd mit der gefragten Saisonware nichts anfangen kann, ist klar. Daraus kann man ja keine Mundstücke für Oboen machen... – Amelia Grimaldi
Zum Erkennen dieses Liedchens braucht man hier nur C und F, letzterer Ton synkopiert wiederholt. Und schon bricht bei mir die Weihnachtsallergie aus! – Quasimodo
Bei einer Zweigstelle wird man den sperrigen Gegenstand nicht kaufen können – Calisto
Andererseits bin ich sicher, dass man sowas in der nächsten Zeit bei jeder Zweigstelle von Obi kriegen kann - Quasimodo
Es ist in dem Lied auch von einer Farbe die Rede, die saisonbedingt grad rar wird – Philmus
In einer Textvariante, die wir zu Schulzeiten gesungen haben, ist von einer anderen Farbe die Rede – Arundo Donax
Wenn man bei der Antwort den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, ist das kein Unglück – Waldi
Die erste Textzeile des Stückes ist identisch mit der eines anderen ... und die Kansas-Hymne kannte ich bisher nur als Western-Song, mit dem man am Lagerfeuer zu später Stunde.... mit Gitarre und so viel Erfolg hatte (keiner lief weg) - Eifelplatz
Die Lösung: O Tannenbaum – Lauriger Horatius – Home on the Range Lösungsbuchstabe: T
Als ich vor etlichen Jahrzehnten bei einem Stummfilmfestival erstmals die offizielle Musik zu D. W. Griffiths Epos THE BIRTH OF A NATION hörte, merkte ich ganz verwundert auf, als ich plötzlich völlig unmotiviert das vertraute Weihnachtslied hörte. Mir wurde dann erklärt, dass es sich auch um die offizielle Hymne des amerikanischen Bundesstaates Maryland auf ein Gedicht von James Ryder Randall handelt, dem man die vertraute Melodie des Weihnachtsliedes untergeschoben hatte (s. http://en.wikipedia.org/wiki/Maryland,_My_Maryland). Später adoptierten dann auch die gleichsilbigen Staaten Michigan und Florida und, wie ich beim Abfassen dieses Textes lernte, auch der Staat Iowa dieses Lied.
Die Hymne des amerikanischen Bundesstaates Kansas ist dagegen ein erzamerikanisches Lied. Das Gedicht, das ursprünglich „My Western Home“ hieß stammt von einem Arzt namens Brewster M. Higley. 1873 veröffentlichte er es unter dem Titel „Oh give me a home where the buffalo roam“ und ließ es von einem Freund namens Daniel E. Kelley vertonen. Die Melodie erwies sich als dermaßen eingängig, dass sie eine schnell einer der populärsten des amerikanischen Westens wurde und entsprechend häufig als patriotische oder nostalgische Melodie in Westernfilmen u. ä. vorkommt. Aber nicht nur dort. Vielmehr ist es dermaßen bekannt, dass sich Blake Edwards in seinem Remake von VICTOR/VICTORIA erlauben konnte, Robert Preston als schwulen Impresario die Zeilen Oh give me a home Where the buffalo roam Where the deer and the antilope play In “Where the deer and the antilope are gay” umzuwandeln und weltweit auf Lacher rechnen zu können.
Angeblich war „Home on the range“ auch das Lieblingslied des Präsidenten Franklin D. Roosevelt, was dazu beigetragen haben mag, dass der Bundesstaat Kansas es 1947 als seine offizielle Hymne adoptierte. Informationen zur Geschichte des Liedes und eine Darbietung seines Originaltextes, der von modernen Versionen abweicht, findet Ihr hier: "http://www.youtube.com/watch?v=ArgMK2kAjzw&feature=related"
Sehr schön fand ich das Missverständnis (?) von Gurnemanz, der mich auf das Lied „Dust in the Wind“ der Rockband Kansas verwies. Zwar passt deren Song weder zu der Tonfolge des Rätsels noch zu der Hymne, aber dieser Witz war mir einen Extrapunkt wert.
Deutlich älter, nämlich aus dem späten 18. Jahrhundert, ist das Studentenlied „Lauriger Horatius, das auf die Melodie des Liedes vom Weihnachtsbaum mit leicht anzüglichen, lateinischen Versen, die eher zu Ovid als zu Horaz gepasst hätten, das Anschwellen von Mädchenbrüsten mit dem des Alkoholpegels gleich setzt:
Lauriger Horatius, quam dixisti verum: Fugit Euro citius tempus edax rerum! Ubi sunt, o, pocula dulciora melle! Rixae, pax et oscula rubentis puellae? Crescit uva molliter et puella crescit, sed poeta turpiter sitiens cansecit. Quod iuvat aeternitas nominis, amare nisi terrae filias licet, et potare?
Neusprachler finden eine Übersetzung hier: "http://ingeb.org/Lieder/lauriger.html" Sie könnte vielleicht Weihnachtsallergikern helfen, mit dieser Melodie ein ganzes Jahr und noch viel mehr zu leben.
Ob dagegen der leipziger Organist Ernst Anschütz diesen Text bereinigen wollte oder sich gleich auf ein noch älteres Lied namens
Ach Tannenbaum, ach Tannenbaum, du bist ein edler Zweig! Du grünest uns den Winter, die liebe Sommerzeit.
von Melchior Schütz aus dem Jahr 1615 stützte, als er die Melodie für den heutigen Weihnachtsklassiker adaptierte, haben mir weder Wikipedia noch andere Quellen des Web verraten können.
Jedenfalls fand ich, dass sich dieses Lied hervorragend zum Auftakt des Adventsrätsels eignet:
Oder seht Ihr das anders?
:wink : Riddleamus
Rideamus (02.01.2012, 15:40): Wenn jemand schweigt, kann das verschiedene Ursachen haben. Ist es eine Frau, könnte sie zum Beispiel einem Bösewicht Alfred Hitchcocks begegnet sein, der ein spezielles Verhältnis zur gesuchten Musik hat. Das hatten übrigens auch ein Exil-Wiener und ein Exil-Berliner. Wer bricht das Schweigen?
Gesucht sind: der Endbuchstabe eines jeden Wortes im Titel des Werkes, das dem Hitchcock-Mörder seinen Spitznamen gab. Und natürlich wie immer der Titel des erfragten Originalduetts und sein Komponist. Für je einen Extrapunkt könnt Ihr mir darüber hinaus verraten, wer die Exilanten waren und welches Paar bei ihnen die Hauptrollen spielte.
Tipps:
Das erfragte Duett erklang in dem Werk zunächst nur instrumental und wurde erst nach der 300. Aufführung als Gesangsnummer integriert – Emotione
Auch weit unangenehmere Leute als Hitchcocksche Mörder waren Fans des gesuchten Werks. Dmitrij Schostakowitsch berichtet bei Gelegenheit davon – Quasimodo
Ein Studium zu absolvieren, ist immer schwer. Immer? Nun, das in dem gesuchten Werk erwähnte dürfte in großen Teilen ein nicht unangenehmes sein. Der Rest ist Schweigen – Amelia Grimaldi
Béla Bartók zitiert Schostakowitschs Verwendung dieser Melodie in seinem Konzert für Orchester. Und dann gibt es auch noch einen Film mit Lana Turner. Irgendwie putzig – Calisto
Der musikalische Sohn einer der von calisto genannten Personen hat übrigens einen Vornamen, der weiteren Lösungssuchenden helfen könnte. Mehr verrate ich nicht: Meine Lippen bleiben verschlossen - Gurnemanz
Lösung: Franz Léhar: „Lippen schweigen“ aus DIE LUSTIGE WITWE Lösungsbuchstabe: E s. http://www.youtube.com/watch?v=RqWFkJXJASw
Auch diese Frage nach der Operette DIE LUSTIGE WITWE, neben der FLEDERMAUS wohl die am verschwenderischsten mit einprägsamen Melodien ausgestattete Operette überhaupt, stellte sich als so leicht heraus, wie ich erwartet hatte. Das beweist: die originale Version dieses einprägsamsten aller Ohrwürmer auf der Basis der Tonfolge C-F-G-A braucht wohl keine weitere Vorstellung. Für alle, die dazu Empfehlungen haben wollen, gibt es sie in unserer Diskographie hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/operette-musical-zarzuela/3333-leh%C3%A1r-die-lustige-witwe-kommentierte-diskographie/. Kostproben einer ordentlichen, aber auch ordentlich konventionellen Aufführung kann man übrigen hier in einer Aufzeichnung der Berliner Produktion mit Gwyneth Jones, René Kollo und Siegfried Jerusalem abrufen: http://www.youtube.com/watch?v=c1qV5n4O4CE. Das erfragte Duett kommt allerdings erst im Teil 4.
Da ich Euch mit musikalischen Empfehlungen nur wenig Neues bieten kann, möchte ich mich diesmal gleich mit diversen Filmen beschäftigen. Da wäre zunächst der in der Frage angesprochene Film von Alfred Hitchcock, den ich für einen seiner besten halte:
Joseph Cotten spielt darin den sympathischen Onkel der Hauptdarstellerin, der seinen Lebensunterhalt auf weit weniger sympathische Weise verdient, nämlich als Mörder reicher Witwen, weshalb man ihn als den „Lustige-Witwen-Mörder“ sucht. Dazu lässt Hitchcock immer wieder Walzerbilder mit unseren vier Tönen einblenden, denn die sind ja nicht nur die Basis des Duetts, sondern auch des nicht umzubringenden „Lustige Witwe-Walzers“. Sollte es noch jemanden geben, der den Film nicht kennt, dann wird es aber höchste Zeit, denn es gibt erheblich viel schlechtere Möglichkeiten, sich einen lauschigen Winterabend zu gestalten. Zudem ist der Film zur Zeit enorm günstig zu haben.
Weniger günstig, aber absolut lohnend ist die erste und bis heute wohl spektakulärste Verfilmung der Operette durch den Exilwiener Erich von Stroheim.
Seine Version mit Mae Murray und John Gilbert würde heute womöglich als krass sozialkritisches Regietheater geschmäht, ist aber unübertrefflich. Die Begleitmusik dieses Stummfilms ist zudem ein sehr schönes Potpourri der einschlägigen Melodien des Werkes, wovon man sich ab hier in einer technisch leider sehr schlechten Kopie überzeugen kann: http://www.youtube.com/watch?v=cIvGsG_Gq_s. Wer aber wissen will, wie dieser Film wirklich wirken kann, der braucht schon mindestens die DVD, da eine richtige Kinovorführung mit Orchester den meisten wohl kaum je geboten wird.
Zur Zeit leider nicht verfügbar ist der, so köstliche wie kostbare, Tonfilm von Ernst Lubitsch, der Jeanette MacDonald und Maurice Chevalier eine zwar sehr amerikanische, dank des Regisseurs Ernst Lubitsch aber auch atmosphärisch hinreißende Version geworden ist, von der man sich mit diesem Trailer hier immerhin einen kleinen Eindruck verschaffen kann: http://www.youtube.com/watch?v=bqE9oIIr3EA
Wer einmal Maurice Chevalier als Danilo erlebt hat, kann eigentlich nur noch darüber staunen, dass auch Johannes Heesters einst für diese Rolle so berühmt war. Aber das ist eine andere Diskussion, die hier nicht auch noch aufgegriffen werden soll.
:hello Rideamus
Rideamus (03.01.2012, 10:58): Nun zur Abwechslung etwas für die Liebhaber volkstümlicher Musik und des Pianos. Für den Hinweis auf diese Melodie, die ebenfalls mit den vier Tönen des Rätsels beginnt, danke ich Frank Pronath.
Ein beliebtes Volkslied , das leider nicht ganz in dieses Rätsel passt, schildert einen Vorgang um einen Himmelskörper im Perfekt. Es gibt aber noch ein anderes Lied, das denselben Vorgang im Präsens schildert. Ein großer Komponist hat es zum Thema des zweiten Satzes seines Opus 1 gewählt.
Gesucht werden der Titel des Volksliedes und der erste Buchstabe des Komponistennamens. Bis zu drei Extrapunkte kann verdienen, wer noch weitere Musiken nennt, die von Sonne Mond und Sternen handeln oder vom Komponisten des Opus 1 stammen und von den vier Tönen C-F-G-A ausgehen. Passende Stücke aus dem Vorbereitungsthread gelten natürlich nicht.
Tipps:
Wie immer bei den Rätseln unseres Meisters sollte man die Frage genau lesen (auch die nicht fett gedruckten Teile), um sich die Suche zu erleichtern – Pavel
Das gesuchte Volkslied kommt wohl aus dem rheinisch-bergischen Raum; bei dem Himmelskörper handelt es sich um einen Leisetreter. Außerdem bewegen wir uns hier wieder im molligen Bereich; die genaue Tonfolge wäre also (transponiert) C-F-G-As..... – Arundo Donax
Stimmt. Der große Komponist, der Volksliedersammlungen schätzte und dieses sechs Jahre nach der Drucklegung seines Opus 1 auch für einen Frauenchor setzte, verwahrte sich ausdrücklich gegen Bestrebungen, Volkslieder nur in Dur-Tönen gelten zu lassen, weil er das "dekadent" fand. ... Wer keine Volkslieder kennt, sollte diese vorzügliche Sammlung nutzen um sie kennen zu lernen: http://www.zeit.de/themen/kultur/volkslieder/index - Rideamus
Ein kompetentes Mitglied dieses Forums hat uns vor kurzem einige Werke des gesuchten Komponisten sehr anschaulich nahe gebracht – Amelia Grimaldi
Jetzt habe auch ich mich in die Lösung hineingestohlen – Gurnemanz
Zitat Rideamus: „...auch für einen Frauenchor setzte“ – Diesmal ohne Opuszahl. Ist aber trotzdem nummeriert! Drei mal elf, sieben mal sieben! - Quasimodo
Lösung: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803-1869): Verstohlen geht der Mond auf und Johannes Brahms: Klaviersonate Nr. 1 C-Dur op. 1 – 2. Satz: Andante Lösungsbuchstabe: B Zum Volkslied s. http://www.youtube.com/watch?v=G7A9Wn5uOvg und Zur Sonate von Brahms: s. http://www.youtube.com/watch?v=DGt1seluuT0. Der zweite Satz beginnt ab 7’ 50“
Diese Frage stellte sich, für mich etwas überraschend, als eine - zumindest für manche - relativ schwierige heraus, was wohl weniger an dem Opus 1 von Brahms lag, das ich ja schon in der Einleitung zur Frage als Pianomusik bezeichnet hatte. Der versteckte Hinweis auf den leisen Mond wurde aber nicht allgemein wahrgenommen. Vermutlich liegt das daran, dass, im Gegensatz zu den beliebten Mondliedern „Der Mond ist aufgegangen“ und „Guter Mond, du gehst so stille“, das mit Recht dem „piano“ zugeordnet wurde, aber leider auch nicht zu unserer Notenfolge passt, das Volkslied „Verstohlen geht der Mond auf“ weit weniger bekannt ist. Eigentlich hätte ich mir das denken können, denn mir war es das auch nicht, bis mich Frank Pronath darauf hinwies. Laut Wikipedia geht die Melodie dieses Liedes auf ein Prozessionslied des 16. Jahrhunderts namens „Wohlauf zu Gott“ zurück, aber bekannt wurde es wohl erst, als der Volksliedsammler und -verleger Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803-1869) es in seine 1829 veröffentlichte Sammlung „Deutsche Volkslieder mit ihren Originalweisen“ aufnahm.
Zuccalmaglio wurde oft der nicht ganz unbegründete Vorwurf gemacht, er hätte die Volkslieder nicht einfach gesammelt, sondern sich durch unstatthafter textliche und andere Ergänzungen zu eigen gemacht. So stammt angeblich nur der erste Vers dieses Liedes nicht von ihm:
Verstohlen geht der Mond auf Blau, blau Blümelein Durch Silberwölkchen geht sein Lauf. Rosen im Tal, Mädchen im Saal O schönste Rose
Er steigt die blaue Luft hindurch Blau, blau Blümelein Bis dass er schaut auf Löwenburg Rosen im Tal, Mädchen im Saal O schönste Rose etc.
Andererseits entstammt die Nennung der Löwenburg wohl wirklich dem bergischen Lied, das laut Zuccalmaglio Mädchen im Herbst beim Flachsen gesungen haben sollen. Text, Noten und weitere Informationen finden Interessierte in der sehr verdienstvollen Volksliedserie der ZEIT hier: http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-11/volkslieder-folge-7 bzw. des SWR hier: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/volkslieder/verstohlen-geht-der-mond-auf/-/id=6768062/nid=6768062/did=6819532/11n7h3l/index.html
Keinerlei Probleme mit Zuccalmaglios Eigenmächtigkeiten hatte Johannes Brahms, der dieses Lied 1859 (WoO 38/20) selbst für einen Frauenchor bearbeiten sollte. Ihm gefiel diese – nach seinen Worten „einem alten Minnelied“ entnommenen - Melodie so sehr, dass er sie zum Thema des Variationssatzes seiner zweiten Klaviersonate in C-Dur machte. Diese gefiel ihm dann wiederum so gut, dass er sie an Stelle ihrer eigentlichen Vorgängerin nachträglich zu seinem Opus 1 erklärte und an Robert Schumann schickte, der Brahms schon zuvor in höchsten Tönen gelobt hatte. Etwas überrascht war ich, als ich las, dass Brahms dieses Klavierstück dem Geiger Joseph Joachim widmete. Der war aber viel mehr als das und kann wohl als eine Art Mentor des jungen Komponisten angesehen werden.
Berufenere als ich, der ich mich nach all zu langer Abstinenz erst langsam wieder der Klaviermusik widme, haben hier schon Brahms’ Klavierwerk gewürdigt, so dass ich an dieser Stelle vor allem auf eine mustergültige Aufnahme des Klavierwerkes verweisen möchte:
Diese Einspielung von Brahms gesamtem Klavierwerk hat neben ihrem künstlerischen Rang den Vorteil eines höchst attraktiven Preises für die darin enthaltenen sechs cd. Näheres könnt Ihr diesem Thread entnehmen: http://www.capriccio-kulturforum.de/instrumentalisten/3526-julius-katchen-ein-groszer-brahms-interpret/
Brahms scheint übrigens die Töne C-F-G-A besonders geliebt zu haben, denn hier hatte ich die Wahl aus einer ganzen Reihe von Werken, auf die mich vor allem Pavel und Philmus, die dafür kräftig Extrapunkte scheffelten, schon im Vorfeld des Rätsels hinwiesen.
Pavel 28 deutsche Volkslieder (WoO 32) Nr 4: Auf, gebt uns das Pfingstei Nr 13: Schifferlied
49 deutsche Volkslieder (WoO 33) Nr 8: Ach, englische Schäferin Nr 24: Mir ist ein schön's braun's Maidelein Nr 31: Dort in den Weiden steht ein Haus
Philmus Beispiel Tonfolge (leicht verdreht...): 2. Satz aus dem Doppelkonzert: C-F-G-C1-A-F Seitenthema aus dem ersten Klavierkonzert: C-F-G-A-G-F-A-D-F1-E.... 3. Satz der 3. Symphonie: verdreht und in Moll: F-G-As-C (-Bb-G)
Für diese Hinweise danke ich ihnen herzlich. Leider gehörten sie nicht nur bei dieser Frage zu den Ausnahmen.
:hello Rideamus
PS: der von mir in der vorigen Antwort eingestellte Link zum Trailer von Lehaer/Lubitschs THE MERRY WIDOW ist inzwischen gesperrt worden. Man kann den Trailer aber auch hier sehen: http://www.youtube.com/watch?v=hT3t_h4MVGc
Rideamus (04.01.2012, 11:20): Kehren wir zum Memorieren noch einmal zu den ganz banalen Grundlagen, nämlich der Tonreihe selbst zurück. Das hinter diesem Türchen gesuchte Musikstück hat nämlich etwas Kennzeichnendes mit dem heutigen Tag (i. e. dem 4. Dezember) gemeinsam.
Eine Szene eines einst in unseren Breiten sehr beliebten Filmes mit einem damals noch aufstrebenden, künftigen Weltstar schildert die Entstehung eines beliebten Marsches, der, wie übrigens auch der Film, nach seinen Widmungsträgern benannt wurde. Ob es Puccini bewusst war, dass er in seiner TURANDOT diesen Marsch zitierte?
Gesucht sind der Name des Marsches und zweite Buchstabe des Komponistennamens.
Tipps:
Bis heute ein Hit für K.u.k-Nostalgiker - Severina
Das 17-jährige Mädchen Rosemarie dieses Filmes nabelte sich bald von ihrer dominanten Mutter ab, um in Frankreich ihre Film- (und Theater-) karriere fortzusetzen und das Image ihrer Filme aus der Teenagerzeit loszuwerden – Pavel
In der Chorszene im Anschluss an Puccinis Ministerterzett ist das Zitat zweimal unüberhörbar – Emotione
Im Film spielt die Mutter auch mit, allerdings nicht in der Mutterrolle. Und Gretl Schörg führt die - filmische - Uraufführung des Marschs an - Waldi
Mein Tipp zu Frage Nummer vier ist einfach Nummer 4 – Amelia Grimaldi
K.u.k. Nr. 4 – Quasimodo
Nach der gestrigen Niederlage in München glaube ich nicht mehr daran, dass Werder Bremen noch Deutscher Fußball-Meister wird. Wer der Meinung ist, diese Anmerkung gehöre nicht an diesen Ort, hat nur teilweise recht – Gurnemanz
Salzstangen oder -stangerln tragen es manchmal in sich. Ich wusste gar nicht, dass die Dinger innen hohl sind - Calisto
Hat eigentlich außer Emotione noch jemand die Stelle mit dem Marsch in der TURANDOT erkannt, wo die vier Töne durch den gleich anschließenden Rückwärtsgang statt einer Vorwärtsbewegung etwas statisch-prunkvolles bekommen? – Riddleamus
Die Stelle aus der Turandot ist im Trailer der Bayerischen Staatsoper zu hören. (Gleich bei den Schlittschuhläufern) http://www.bayerische.staatsoper.de/861-bXNnX2lkPTE0MDQ0-~Staatsoper~bso_aktuell~aktuelles_detail.html - Pavel
Lösung: Wilhelm August Jurek: Deutschmeister Regimentsmarsch Lösungsbuchstabe: U "http://www.youtube.com/watch?v=6tB-4ZcieW0"
Die Idee zu diesem Rätsel verdanke ich nicht nur, wie schon ausgeführt, Leonard Bernstein, sondern auch der vagen Erinnerung an eine Peter Alexander Show, in deren Finale der Star die Tasten eines Klaviers abräumte und nur noch die vier Noten C-F-G-A übrig ließ. Nach dem obligatorischen „Lippen schweigen“ zog plötzlich eine Militärkapelle ein und spielte diesen Marsch zu der gleichen Melodie, die dennoch ganz anders wirkte. Ich habe ihn für dieses Rätsel lange suchen müssen, denn der Deutschmeistermarsch des Militärkapellmeisters Wilhelm August Jurek, der über 300 Stücke dieser Art verfasst hatte, beginnt eigentlich ganz anders, wie man hier hören kann: "http://www.youtube.com/watch?v=d65PkPJEQ5k".
Erst der Film bestätigte dann meine Erinnerung, dass es sich bei diesem Marsch um den Hoch- und Deutschmeister Marsch handelte, den Jurek dem k.u.k. Infanterie Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 widmete, in dem er, wie zuvor schon sein Vater, selbst gedient hatte. Angeblich kam ihm die Idee für den Rhythmus des Marsches, als er reihenweise Urlaubsscheine auszustellen hatte und beim Abstempeln immer das „Bumm, bumm, bumm, ka und ka Infanterie Regiment Hoch- und Deutschmeister Nummero vier, bumm, bumm“ hörte.
Eine etwas andere Entstehungsgeschichte schildert Ernst Marischkas Spielfilm von 1955 mit Mutter Magda und Tochter Romy Schneider, in dem Siegfried Breuer Jr. den Jurek verkörperte, und dessen musikalische Leitung kein Geringerer als Robert Stolz übernommen hatte:
Die DVD dieses Films ist zur Zeit dermaßen billig, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt, die technisch schlechtere Kopie auf YouTube anzusehen, aber wer einmal in den Film hineinschauen möchte und nicht nur die o. a. Szene von der Entstehung des Marsches sehen will, kann das ab hier tun: http://www.youtube.com/watch?v=LuPSMY6pd_4
Etwas verlässlichere Auskunft über Jurek und seine bekannteste Komposition findet sich auf dieser Website, die anlässlich seines 110. Geburtstags veröffentlicht wurde: http://www.1133.at/document/view/id/33. Dieser Seite kann man auch entnehmen, dass der Marsch ursprünglich ein Lied mit dem folgenden blutrünstigen Text war, der über dem Marsch aber bald vergessen wurde:
Mir san vom vierten Regiment, gebor'n san mir in Wean! Wir hab'n unser liab's Vaterland und unsern Kaiser gern! Und fangens wo mit Österreich zum Kriegführ'n amal an, So haut a jeder von uns drein, so viel er dreinhaun kann. Die Schlacht, zum Beispiel bei Kolin, wie's jeder wissen thuat, Beweist doch gleich, was all's im Stand is's Weanabluat. Und so wie's die vor uns hab'n g'macht, so kämpfen wir auch heut' Und geb'n 'n letzten Tropfen Bluat für's Vaterland voll Freud!
Refrain: Mir san vom ka und ka Infantrie-Regiment Hoch und Deutschmeister Nummero vier!
Na, dann: Rechts, zwo, drei, vier...
Ob es dieser blutrünstige Hintergrund war, der Puccini dazu inspirierte, die vier Schlüsselnoten dieses Marsches in den pompösen Aufzugsmarsch des Hofstaates der Prinzessin TURANDOT im Anschluss an das Ministerterzett in den zweiten Akt seiner Oper zu übernehmen? Ich weiß es nicht. Ich finde es aber bewundernswert, wie er von dem vorwärtsdrängenden Charakter von Jureks Marsch durch eine einfache Umkehrung des viertönigen Motivs auf kürzestem Raum eine prunkvoll statische Angelegenheit zu machen verstand, wie man in dem Trailer der jüngsten Münchener Aufführung hören kann. Vielen Dank an Pavel für den Hinweis in seinem sehr hilfreichen Tipp, der uns übrigens auch an anderer Stelle noch einmal willkommen sein wird.
Rideamus
Rideamus (05.01.2012, 11:10): Drehen wir die bekannte Tonfolge um und spielen sie rückwärts, also im Krebsgang, wandelt sich ihr Charakter auf das Erstaunlichste, wie wir noch öfter sehen werden. Besonders deutlich aber hier:
Obwohl der hier gesuchte Komponist im Laufe seines Lebens zahllose eingängige Melodien schuf, blieb die hier angesprochene eine seiner populärsten, denn sie gibt einer Sehnsucht Ausdruck, die nur auf den Flügeln des Gedanken erreichbar ist.
Gesucht werden der letzte Buchstabe des Komponistennamens und für maximal drei Extrapunkt weitere Stücke von ihm, die sich hätten für dieses Rätsel qualifizieren können
Tipps:
Diese Flügeln kitzelten die politischen Herren des Komponisten ganz schön in der Nase! - Severina
Wenn ich das richtig höre, folgt dem Krebsgang ein munterer Oktavsprung hinauf - ins Freie? - Gurnemanz
Nein, nicht ins Freie, sondern als Absprung für Arpeggien: einmal die Tonika runter, dann die (um den Grundton) verkürzte Dominante hinauf... Klingt a weng fragend, was der Textaussage nicht ganz entspricht... – Philmus
Hunderttausende stimmten beim Trauerzug des Komponisten spontan dieses Lied an – Emotione
Dominante mit Septime, gelle? Die Melodei habe ich schon häufig bei diversen Chormuggen gespielt..... – Arundo Donax
Der Gesuchte hat seine letzte Ruhestätte in einem Altersheim gefunden – Amelia Grimaldi
Darüber gibt es auch einen wunderbaren Film - Calisto
Das Libretto sollte ursprünglich von Otto Nicolai vertont werden – Pavel
Also wenn meine Lösung nicht stimmt, verbuddel ich mich im Sand oder trete in die Gewerkschaft ein - Erzherzog
Dann hat das Rätsel doch wenigstens einen Sinn für Dich gehabt. – Calisto
Lösung: Giuseppe Verdi: Nabucco – Va pensiero (Flieg, Gedanke) Lösungsbuchstabe: I "http://www.youtube.com/watch?v=e1JkhNOcXGo"
Zu diesem 1842 uraufgeführten ersten Erfolgswerk Verdis, der Oper NABUCCO, muss ich hier wohl nicht sehr viel sagen, wenn es mich auch, als ich in einem früheren Rätsel schon einmal danach gefragt habe, überrascht hat, wie wenig präsent das finale Los der Priesterin Abigaille zu sein scheint, die immerhin von der Riesenstatue ihres Abgottes Baal erschlagen wird. Womöglich liegt das daran, dass sich keine Inszenierung traut, diese Regieanweisung des Librettos auch konkret umzusetzen, und wahrscheinlich haben auch die Soprane etwas dagegen, der Gefahr einer technischen Panne ausgesetzt zu werden. Auch Styropor kann weh tun.
Was aber wohl jedem, der auch nur gelegentlich klassische Musik oder Wunschkonzerte hört, sofort in dem inneren Ohr aufklingt, ist der sogenannte Gefangenenchor, das „Va pensiero“, der die Oper unmittelbar nach seiner Premiere zu einem Riesenerfolg im nationalistischen Mailand und bald darauf in ganz Italien machte. Die Inspiration zu dem Text des Chores bezog der Librettist Temistocle Solera aus dem 137. Psalm, dessen lateinische Fassung „Super flumina Babylonis“ schon Orlando di Lasso inspirierte, und der vielen heute noch als Popsong mit dem Titel „By the Rivers of Babylon“ etwas sagen dürfte.
Niemand aber fasste die – übrigens ziemlich unhistorische – Trauer des jüdischen Volkes im Exil so machtvoll in Töne wie Giuseppe Verdi, dessen Chor sehr bald als Ausdruck der Hoffnung des italienischen Volkes nach einem eigenen Staat interpretiert wurde. Man darf bezweifeln, dass Verdi das schon in seinem NABUCCO beabsichtigte, aber der sehr verwandte Chor „O signore dal tetto natio“ in dem patriotischen Nachfolgewerk I LOMBARDI ALLA PRIMA CROCIATA gab dem patriotischen Affen ganz unmissverständlich denselben Zucker. Der Erfolg gab Verdi, dessen Namen man daraufhin gerne als Akronym für Vittorio Emmanuele Re d’Italia las, Recht, In einem späteren Rückblick konnte er mit gutem Grund den NABUCCO und insbesondere diesen Erfolgschor als das Werk betrachten, mit dem „meine künstlerische Karriere ernsthaft begann“.
Meine Lieblingsaufnahme dieser Oper ist diese hier, nicht zuletzt, weil ich Ghena Dimitrova auf dem Höhepunkt ihrer zu kurzen Karriere in dieser Rolle in Verona zu hören bekam (sehen ist auf der Arena ja nur sehr eingeschränkt möglich, wenn man auf den hinteren Plätzen sitzt) und bewundern konnte:
Dabei möchte ich aber mit meiner Reverenz vor Elena Suliotis in ihrer besten, vielleicht einzig guten Platteneinspielung nicht hinter dem Berg halten, zumal sie in Tito Gobbi einen optimalen Partner hat. Den entscheidenden Unterschied macht aber auch bei dieser Oper mit ihrer vermeintlich schlichten Begleitung der Dirigent aus.
Mehr noch als der durchaus engagierte und lobenswerte Gardelli hat nämlich Sinopoli hier einen starken Beleg dafür vorgelegt, dass man die Opern des frühen Verdi nicht unterschätzen sollte. Mögen sie auch reich mit seinen berüchtigten "Leierkastenmelodien" gefüllt sein und ihr Orchester noch weitgehend mit der viel gescholtenen Rolle einer "großen Gitarre" abfinden, es blitzt doch immer wieder das heranwachsende musikalische Genie auf. Selbst der berühmt-berüchtigte Gefangenenchor ist das ja nicht von ungefähr geworden, denn eine solch unverwüstliche Popularität schaffen wirklich nur die ganz großen melodischen Einfälle. Man sollte also ruhig mal wieder in diese Oper hinein hören und sich davon überzeugen, wie spürbar Verdi schon hier die Weiterentwicklung der Belcanto-Opern Bellinis, Donizettis und erst recht Mercadantes voran treibt.
Der Ehrgeiz, Extrapunkte zu sammeln, hat sich bei diesem Rätsel ersichtlich in Grenzen gehalten, aber bei Verdi gab es doch einige schöne Entdeckungen von Philmus, Pavel und Quasimodo.
Philmus: Oboenmelodie aus der Ouvertüre zu LA FORZA DEL DESTINO (C-As-G-F-G-As-C)
Pavel: UN BALLO IN MASCHERA: Ma se me forza perderti (Arie des Riccardo) OTELLO: Inaffio l'ugola (Trinklied des Jago) Aus den SEI ROMANZE: „Lo spazzocamino“ (und auch - mit einem Oktavsprung und einer Verzierung: „La zingara“)
Quasimodo: RIGOLETTO: Quest’ o quella; Bella figlia dell’amore
Weitere Ergänzungen dürfen natürlich wiederum gerne hier eingestellt werden.
:hello Rideamus
Rideamus (06.01.2012, 10:08): Bleiben wir noch bei den leichten Aufgaben, die sich auch der Anfänger auf dem virtuellen Keyboard erklimpern kann.
In diesen frühen Dezembertagen hören wir häufig von einem Rotgewandeten. Sogar in der Oper. Da geht es aber um einen anderen, der uns mit den Tönen C-F-G-A ein Rätsel aufgibt. Das Rätsel stammt von einem Dichter, der zahlreiche Volkslieder schuf, von denen sich nicht wenige dieser vier Töne bedienten, darunter ein lautmalerisches über einen Waldvogel und eines über denselben und ein Grautier.
Gesucht werden der dritte Buchstabe des realen Vornamens dieses Dichters und mindestens drei seiner Lieder um die Töne C-F-G-A. Wer mehr als drei findet, kann bis zu drei Extrapunkte verdienen.
Tipps: Der Gesuchte benannte sich nach seinem Geburtsort, wohl weil er nicht heißen wollte wie so viele – Gurnemanz
Ein Text des gesuchten Dichters wird - in Kombination mit einer Melodie, die früher für den Nachbarpotentaten verwendet wurde - heute noch oft gesungen. Manchmal werden dazu aber nur die Lippen bewegt - Amelia Grimaldi
So werden wenigstens textliche Eigenwilligkeiten wie "Brüh im Lichte" vermieden - Emotione
Beethoven hat einen Kanon über einen Namensvetter dieses Mannes geschrieben, der ein Wortspiel mit diesem Namen betreibt und einen Vorwurf beinhaltet der auf unseren Dichter bestimmt nicht zutrifft. ... Auch wenn seine Liedtexte von recht banalen Dingen handeln, die kommen oder gehen, oder auch stehen) Übrigens steht man auch meist beim Singen eines seiner Lieder. Mit einem Lied haben sich sogar Mozart und Ernst v Dohnanyi beschäftigt - Erzherzog
Dem Rotgewandeten aus dem Lied wird nachgesagt, er sei der eigentliche Grund dafür, dass ein Schlitten durch den Winterhimmel fliegt – Philmus
Das gilt aber nicht für den Rotgewandeten aus der Oper. Der bleibt im Wald, bis er (aus Versehen?) gepflückt wird – Riddleamus
Der Rotgewandete oder die Rotgewandete, das ist die Frage. Bei "der Rotgewandete" ist äußerste Vorsicht nach dem Pflücken angeraten, ja nicht in die Küche mitnehmen! Bei "die Rotgewandete" (worauf die meist unterschlagene letzte Strophe hindeutet) hingegen ist es erlaubt und sogar empfohlen, an Tee und Marmelade zu denken. Beide Möglichkeiten gelten als legitime Auslegung. Was die Oper betrifft: Der Hinweis auf diese ist kein Märchen, die Oper schon – Waldi
Och, einer geht nach meinen Informationen ganz gut. Davon wird man dann ordentlich high - ich übernehme allerdings keine Gewähr bei entsprechenden Experimenten! ... Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch du die Oper mit den mehreren Männchen bereits gesehen hast. Vielleicht liegt das aber schon sehr lange zurück – Arundo Donax
Diese Oper habe ich erst einmal in meinem Leben in einem Opernhaus gesehen. Außer mir wir 2.000 Kinder anwesend, die aber zu meiner Überraschung ganz konzentriert zuhörten - Calisto
Während eines Aufenthalts auf Helgoland 1841 traf unser Dichter auf eine der neun Musen, die ihm das Lippenbewegungslied einhauchte – Calisto
Der gesuchte Dichter hieß so wie jener Ernst Theodor, der seinen Wilhelm gegen einen Amadeus eintauschte. Der Nachname war ihm gerade mal als Vorname gut genug – Quasimodo
Ich mag ich diesen roten Tee, den Waldi da anpreist überhaupt nicht. Ich finde diese roten Dinger am Strauch viel schöner. - Maggie
Ich auch nicht. Aber die Marmelade, die man in Süddeutschland daraus bereitet - Philmus
Lösung: August Heinrich Hoffmann, bekannt als Hoffmann von Fallersleben Ein Männlein steht im Walde – Kuckuck ruft’s aus dem Wald – Der Kuckuck und der Esel Lösungsbuchstabe: G
Mit der Gewohnheit, in der Familie zu singen, verschwand allmählich auch das Wissen um die Autoren der Lieder selbst. Das traditionelle deutsche Liederbuch bestand nämlich durchaus nicht nur aus anonym verfassten Volksliedern und Sammlungen wie „Des Knaben Wunderhorn“, sondern viele wurden im 19. Jahrhundert in Folge der, mit dem Streben nach einem deutschen Nationalstaat einhergehenden, Besinnung auf das überlieferte Volksgut eigens neu gefasst oder ergänzt, wie die Lieder in den Sammlungen von Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (s. Frage 3), oder eigens neu geschrieben. Eine der bekanntesten Neuschöpfungen, die so schnell in den Volksliederschatz einging, dass Engelbert Humperdinck sie in seiner Oper HÄNSEL UND GRETEL schon ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung bereits als ein solches verwenden konnte, war das Rätsellied vom einbeinigen Männlein im roten Mantel, das Hoffmann im Jahr 1843 als eines von über 500 volkstümlichen Liedern erdachte. Viele glauben, dass des Rätsels Lösung der Fliegenpilz ist, obwohl der - nicht nur von Humperdinck unterschlagene, weil in einem anderen Rhythmus gesprochene - letzte Vers belegt, dass die Beschreibung, die eigentlich auch darauf nicht ganz passt, weil sie eher hängt als steht, der Hagebutte gilt:
Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. Sagt, wer mag das Männlein sein, Das da steht im Wald allein Mit dem purpurroten Mäntelein.
Das Männlein steht im Walde auf einem Bein Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein, Sagt, wer mag das Männlein sein, Das da steht im Wald allein Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?
gesprochen: Das Männlein dort auf einem Bein Mit seinem roten Mäntelein Und seinem schwarzen Käppelein Kann nur die Hagebutte sein.
Der Verfasser dieses Gedichtes ist heute wohl den meisten, die nicht, wie ich für kurze Zeit, in der Nähe seiner Grabstätte im Kloster Corvey lebten, nur noch als der Textautor der deutschen Nationalhymne bekannt, die er auf Haydns Melodie der österreichischen Kaiserhymne schrieb. Dabei war August Heinrich Hoffmann (1798 – 1874), der sich nach seinem Geburtsort trotz seiner ursprünglichen Gegnerschaft zum Adel etwas anmaßend von Fallersleben nannte, eine der schillerndsten Figuren seiner Zeit und wurde, ähnlich wie Richard Wagner, eine Zeit lang sogar als Revolutionär und Staatsfeind verfolgt. Unter dem Einfluss Jacob Grimms und später seines Professors Ernst Moritz Arndt wandte er sich der Germanistik zu und erhielt in Breslau eine Professur in diesem Fach. 1841, in dem Jahr, in dem er auch das „Lied der Deutschen“ schrieb, erschien seine ironisch betitelte Gedichtsammlung „Die unpolitischen Lieder“, die ihn, neben seinem engagierten Einsatz für einen einheitlichen deutschen Staat, zum Verfolgten des preußischen Geheimdienstes machte und ihm für längere Zeit seine Beamtenstellung und –pension kostete, so dass er an der Märzrevolution von 1948 schon nicht mehr aktiv teilnehmen konnte.
Nach der Niederschlagung der Märzrevolution und einer anschließenden Amnestie konzentrierte sich Hoffmann zunehmend auf sein dichterisches Schaffen und die Dokumentierung volkstümlicher Traditionen. Etwa 80 seiner Kinderlieder, in denen unsere Tonfolge C-F-G-A besonders häufig in Erscheinung tritt, komponierte er selbst oder mit seinem Freund Ernst Richter. Dazu gehören so populäre Weisen wie „Alle Vögel sind schon da“ oder „Winter ade“, aber auch die in der Frage angesprochenen, besonders beliebten Kuckuckslieder und noch ein weiteres Lied nach einer alten Melodie, dem wir noch später in diesem Rätsel begegnen werden. Aber auch viele andere Komponisten seiner Zeit bedienten sich seines Werkes, etwa Robert Schumann in seinem „Frühlingsgruß“, Brahms mit „Wie die Wolke nach der Sonne“ und sogar noch Aribert Reimann („Sie weiß es nicht“).
Vielleicht sollte man öfter hörend auf diese Spuren wandeln. Kennt zum Beispiel jemand diese Aufnahme mit Liedern nach Eichendorff, Fallersleben und anderen?
:hello Rideamus
Rideamus (07.01.2012, 10:33): Vorab noch eine notwendige Ergänzung zur vorigen Lösung. Leider vergaß ich nämlich die Abbildung dieser cd zum Avbschluss des Textes:
Nun aber zur nächsten Frage, und zur Abwechslung mal kurz und knapp:
Hier wird von einem sehr national gesinnten Komponisten neben anderen Sehenswürdigkeiten etwas lang sich Windendes beschrieben, das sehr gut in das letzte Rätsel gepasst hätte.
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens
Tipps:
Es windet sich in dieser Frage mehrteilig – Amelia Grimaldi
Mal wieder Moll - am Ende wird Hochaufragendes gestreift – Philmus
Irgendwann wird das Lindwurmthema aber auch verdurt, oder habe ich das falsch im Gedächtnis?... Beim betreffenden Werk habe ich schon mehrfach mitgespielt, aber für die Oboen gehört es zum Fadesten überhaupt (was natürlich nichts daran ändert, dass es sich um letztlich wunderschöne Musik handelt) – Arundo Donax
Die nationale Gesinnung kam spät - auch das Erlernen der dazu gehörenden Sprache – Quasimodo
Hiermit bestätige ich alle vorlauten Lösungen und teile darüber hinaus mit, dass das Moll so sehr stimmt, dass es sogar in der Lösung steckt, allerdings lleicht übertrieben. Meine Frage galt nämlich dem Einzelstück auf deutsch, nicht dem Zyklus – Riddleamus
Und es handelt sich auch gar nicht um den Llindwurm – Philmus
Geht mich nix an, ist dort weder meine Vatersprache noch mein Mutterland – Gurnemanz
Das Anfangsmotiv des Einzelstücks hat eine auffallende Ähnlichkeit mit einem sehr bekannten schwedischen Volkslied und klingt auch in der Nationalhymne Israels an - Emotione
Beim Türchen 7 würde ich sagen, dass das Obers mit Taubheit geschlagen wurde, aber ich weiß nicht, ob das in Deutschland verstanden wird – Pavel
In der Tat bildet dieser österreichische Komponist gewissermaßen einen wichtigen Bestandteil der böhmischen Küche - Quasimodo
Der Komponist verwendete in einer Sinfonie die österreichische Kaiserhymne und widmete sie unserer Sisi. Um diese Sinfonie geht es hier aber gar nicht. Dabei fällt mir ein, dass der vierteilige Zyklus später noch um zwei Teile erweitert wurde – Calisto
Ich würde sagen, beim Komponisten dieses Werks handelt es sich nicht um einen Wald- und Wiesen-, sondern um einen Hain- und Flurkomponisten – Amelia Grimaldi
....und in Teil drei spielt eine taffe Amazonenkönigin eine wesentliche Rolle – Calisto
Mein Bruder, der wenig Ahnung von Klassik hat, hat beim Hören des 2. Satzes von Beethovens 6. spontan auf dieses Werk getippt. So gut kann Musik lautmalen, dass diejenigen die sich nicht auskennen, das Sujet zumindest erkennen - Erzherzog
Um im Land zu bleiben: Wenzel mit dem Beinamen der Faule ließ einen späteren Heiligen in die gefragte Lösung werfen - Waldi
Lösung: Bedrich Smetana: VLTAVA (Die Moldau) aus dem Zyklus von Tondichtungen MA VLAST (Mein Vaterland) Lösungsbuchstabe: N s. http://www.youtube.com/watch?v=aUty8JyVUVs
Obwohl es bereits der zweite Teil der Tondichtung MEIN VATERLAND war, bekam Smetana sein wohl populärstes Instrumentalstück über den Fluss Vltava bzw. Moldau nie zu hören, weil er während seiner Komposition Ende 1874 fast völlig ertaubte. Die zunächst vier Teile dieses Zyklus ursprünglich unabhängiger Programmmusiken brachten dem späteren Nationalkomponisten Bedrich Smetana zunächst nicht nur Begeisterung, sondern auch heftige Kritik ein, weil man die an Liszt und Wagner geschulten, freien Formen für einen Niederschlag der Abhängigkeit von den deutschsprachigen Unterdrückern hielt. Erst später, als Smetana mit den beiden letzten Teilen des Zyklus, TÁBOR und BLANÍK, zwei explizit auf die frühe tschechische Geschichte bezogene Episoden hinzu gefügt hatte, wurde das umfangreiche Gesamtwerk als der erste große Höhepunkt tschechischer Instrumentalmusik anerkannt.
Das ist insofern nicht frei von einer gewissen Ironie, als ausgerechnet die bekannte Melodie der besonders beliebten MOLDAU gar keine nationalen Wurzeln hat, sondern vielmehr auf ein italienisches Lied der Renaissance mit dem Namen „La Mantovana“ zurück geht, also eine der wenigen populären italienischen Melodien ist, die weder in Neapel noch in Venedig entstanden, sondern womöglich auf den 1616 verstorbenen, italienischen Tenor Giuseppe Cenci (auch bekannt als Giuseppino del Biado) zurück geht. Die Melodie wanderte durch viele europäische Landschaften, u. a. als Ack Värmeland du sköna (s„ http://www.youtube.com/watch?v=x7y4WTKK3ZQ ) und wurde schließlich auch einer der Grundsteine der israelischen Nationalhymne HATIKVA (s. http://www.youtube.com/watch?v=uBD9j94Chu8). Man kann aber auch das Kinderlied „Alle meine Entchen“ darin entdecken, wenn man will.
Smetana selbst beschrieb seine Komposition wie folgt:
„Die Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen bei den beiden kleinen Quellen, der kühlen und der warmen Moldau, über die Vereinigung der beiden Bächlein zu einem Fluss, den Lauf der Moldau durch Wälder und Fluren, durch Landschaften, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert wird. Beim nächtlichen Mondschein tanzen die Nymphen ihren Reigen. Auf den nahen Felsen ragen stolze Burgen, Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau wirbelt in den Johannisstromschnellen; im breiten Zug fließt sie weiter nach Prag, am Schloss Vyseherad vorbei (dem der erste Teil von Smetanas Zyklus gilt), und in majestätischem Lauf entschwindet sie in der Ferne schließlich in der Elbe.“
Natürlich gibt es von DIE MOLDAU eine Unzahl von Einspielungen, von denen vermutlich fast jeder Klassiksammler schon mindestens eine hat, und auch von dem kompletten Zyklus sollte man eine Aufnahme haben, weil er in jede halbwegs vollständige Basisdiskothek gehört. Meine erste war und bleibt, nicht nur aus sentimentalen Gründen die Einspielung von Karel Ancerl aus dem Jahr 1964:
Ich gebe aber gerne zu, dass ich keine Vergleichseinspielungen des kompletten Zyklus kenne und deswegen auch nicht wirklich bewerten kann, ob Ancerl mehr ist als eine gute und sehr preiswerte Wahl. Vielleicht kann ja jemand von Euch den potenziellen Interessenten hier weiter helfen.
:hello Rideamus
Rideamus (08.01.2012, 12:20): Wir kommen zu einem ausnahmsweise etwas weniger bekannten Werk, bleiben aber bei der Geographie, obwohl der Name des Komponisten eher an einen Polizeistaat erinnert. Damit hatte er aber wirklich nichts zu schaffen.
Womöglich trug sich der Komponist mit ähnlichen Gedanken wie der Komponist des hinter dem letzten Türchen Nr. 7 erfragten Stückes. Seine in ihrem Ursprungsland sehr populäre Komposition enthält nämlich ebenfalls eine Landschaftsschilderung. Man könnte sie auch als frühlingshaftes Gegenstück zu einer Alpensinfonie bezeichnen.
Gesucht werden der Name des Werkes und der letzte Buchstabe des Komponistennamens
Tipps:
Kontinent wechseln und im Frühling eine Quelle suchen - Pavel
Der Vorname des Komponisten findet sich (minimal anders geschrieben) auch im Titel eines Opernfragments aus dem 20. Jahrhundert wieder. Als "frühlingshaftes Gegenstück zu einer Alpensinfonie" bleibt eigentlich nur noch ein Werk, oder? – Arundo Donax
Die Initiatorin des Werks hatte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Modern Dance – Emotione
Der Komponist war ein ungewöhnlicher Mensch, der mit Musik für gewöhnliche Menschen berühmt wurde – Quasimodo
Das Gegenstück zu den Alpen klingt auch ein bisschen ähnlich, auch wenn es mehr Buchstaben braucht – Philmus
Operettig ist es nicht. Höchstens ballettig. Der Kern ist aber wieder mal eine alte Hymne, wie so oft bei diesen Tönen - Rideamus
Emotiones Tip hat mich auf den Sprung (übern Teich) gebracht (danke!) und: Name = Polizeistaat, das ist wirklich gut! - Gurnemanz
Beim Vornamen des Komponisten muss ich an ein goldenes Kalb denken – Calisto
"Moses!" würde vielleicht ein Landsmann rufen, der weiß, dass man es mit Verwandten manchmal schwer hat – Waldi
Lösung: Aron Copland: Appalachian Spring Lösungsbuchstabe: D s. http://www.youtube.com/watch?v=xDRWdNn_nLk
Wie leider die meisten Komponisten von der anderen Seite des Atlantik gehört auch Aron Copland (1900-1990) zu den Tonschöpfern, die zwar den meisten Klassikliebhabern irgendwie bekannt sind, aber selten interessant genug erscheinen um sich eingehender mit ihnen zu beschäftigen. Das spiegelt sich auch in den Spalten dieser Foren wider, denn von einer kurzen, aber auch viel zu schnell abgebrochenen Beschäftigung mit seinen Symphonien abgesehen (Copland: Die 5 Sinfonien), findet man hier leider so gut wie nichts über ihn. Dabei ist seine Musik einerseits eingängig und typisch für die amerikanische Orchestermusik ihrer Zeit, andererseits aber alles andere als flach. Liegt es daran, dass sie in ihrer unverhohlenen Tonalität trotz ihrer sehr individuellen, synkopierten Klangrede einfach nicht als modern genug gilt? Missionare haben leider die unangenehme Eigenschaft, neben den ihren keine anderen Götter gelten zu lassen.
Zum Teil liegt es vielleicht aber auch daran, dass Copland, wie viele Komponisten seiner Zeit, für das damals besonders populäre, heute aber deutlich weniger beliebte Medium des Balletts komponierte. So entstand auch APPALACHIAN SPRING, eine seiner populärsten Kompositionen, als Auftragswerk einer Balletttruppe, nämlich der Martha Grahams, die das Stück 1944 in der Library of Congress in Washington zur Uraufführung brachte. Im folgenden Jahr schrieb Copland auf der Basis des Werkes eine Suite, deren Orchestrierung er 1956 auf Bitten des Dirigenten Eugene Ormandy noch weiter ausbaute. Schon 1946 aber erhielt Copland für seine Komposition den Pulitzer Preis für das beste Musikwerk. Eine faszinierende Rekonstruktion der Uraufführung von und mit Martha Graham kann man hier hören und sehen: "http://www.youtube.com/watch?v=XmgaKGSxQVw".
Allerdings schwebte weder ihr noch Copland ursprünglich die Bergwelt der Appalachen vor. Nicht einmal der Titel des Werkes stand lange Zeit im Raum. Lediglich der ungefähre Rahmen der Geschichte um das Richtfest eines neuen Bauernhauses in Pennsylvania, ein frisch verheiratetes Ehepaar und einen Prediger stand wohl schon früh fest, und die Kombination dieser Elemente gab Copland wohl die Idee, eine alter Hymne der Shaker mit dem Titel „Simple Gifts“ (Einfache Gaben) – nach anderen Quellen „The Gift to be Simple" (Die Gabe der Einfachkeit) - auf der Basis der Tonfolge C-F-G-A als ein zentrales Thema seines Stückes zu nutzen. Die Umwidmung des Stückes zu einer Naturbeschreibung erfolgte erst kurz vor der Premiere des Balletts, als Graham die Nähe der Musik zu einem Gedicht von Hart Crane auffiel, das bezeichnenderweise „The Dance“ (Der Tanz) heißt. Das Gedicht spielt mit der doppelten Bedeutung des Wortes „spring“, das sowohl Quelle als auch Frühling bedeuten kann, evoziert zunächst aber eine Quelle in den Bergen der Appalachen. Von daher kann die Komposition durchaus als Parallele zu der vorher gefragten Schilderung der Quelle der Moldau durch Smetana gehört werden.
Wie ich allerdings aus dem englischsprachigen Wikipedia-Artikel hier http://en.wikipedia.org/wiki/Appalachian_Spring erfuhr, amüsierte sich Copland oft köstlich über das Lob, wie wunderbar er die Stimmung des Frühlings in den Appalachen eingefangen habe, hatte er doch nichts dergleichen im Sinn, als er die Musik komponierte. So wurde dieses Stück ein herausragendes Beispiel für Programmmusik, deren Programm man ihr mindestens teilweise erst im Nachhinein überstülpte. Irgendwie empfinde ich das auch als eine Aussage über die Vielseitigkeit der Musik, nicht unähnlich der vielseitigen Anwendbarkeit der Töne C-F-G-A.
Was nun die optimale Aufnahme des Werkes betrifft, so führt natürlich kaum ein Weg an der, leider schon lange vergriffenen, Einspielungen von Copland selbst mit dem London Symphony Orchestra vorbei. Allerdings war Copland kein herausragender Dirigent, und so schwanke ich heute zwischen diesen beiden Aufnahmen der vergrößerten Orchesterfassung von Coplands Schüler und Freund Leonard Bernstein einerseits:
und dieser vorzüglichen neueren Aufnahme von Michael Tilson Thomas und seinem Sinfonieorchester von San Francisco
Da beide auch fast identische Kopplungen mit anderen Musiken Coplands anbieten (die FANFARE FOR THE COMMON MAN finde ich entbehrlich), kann ich die Wahl und ggf. auch den Vorschlag anderer Alternativen nur Euch überlassen.
:hello Rideamus
Rideamus (09.01.2012, 10:28): Für den Hinweis auf das schöne Werk, das im Zentrum der nächsten Frage steht, danke ich Christian Köhn
Dieses bekannte Stück Kammermusik wurde für ein damals brandneues Instrument geschrieben und von seinem Komponisten danach benannt. Heute spielt aber kaum jemand mehr dieses Instrument, so dass wir das Stück meist in Bearbeitung zu hören bekommen - das aber wegen seiner Schönheit recht häufig.
Gesucht wird der dritte Buchstabe im Namen des Komponisten, der das neue Instrument im zweiten Satz des Werkes mit unserer Tonfolge einsetzen lässt.
Tipps: Heute ist Freitag, da gibt’s Forelle Müllerin - Pavel
Kaum ward es geboren, geriet es schon wieder in Vergessenheit - Emotione
Bei diesem, in der Tat ungewöhnlichen, Instrument war ich mir nicht ganz sicher, welches Geschlecht es hat. Ich habe nachgesehen: Es ist männlich - Gurnemanz
Der gefragte Komponist hat wohl den größten Teil seines Schaffens Klangkörpern gewidmet, deren Fortpflanzung weniger Rätsel aufwirft, da sich die Komplikationen vor Allem im psychischen Bereich bewegen, wovon manches Werk wiederum Zeugnis ablegt - Philmus
Am häufigsten wird das gesuchte Werk wohl auf dem Cello gespielt, aber auch Bratscher erweitern damit ganz gerne ihr Repertoire. Es gibt sogar eine Bearbeitung für Flöte und Klavier, durch die ich mich mit meiner Oboe spaßeshalber schon mal durchgepfuscht habe (natürlich nicht im Konzert, sondern rein privat). Gut geklungen hat das nicht, Freude gemacht hat es trotzdem ... Leider hat der Komponist meinereinen in seiner Kammermusik überhaupt nicht bedacht. Es gibt aus seiner Feder zwar ein großes Xtett mit Bläserbeteiligung, aber da darf ich nicht mitspielen. – Arundo Donax
Nr. 9 wurde auf einem Nachbau des gefragten Instruments von einem Hamburger Hochschullehrer eingespielt, der aus Sachsen stammt und dessen Familienname dem einer hessischen Wissenschafts-Stadt gleicht – Waldi
Das Instrument befindet sich im Bestand des Musikinstrumenten-Museums in Berlin. Da ich es nicht kenne (das Instrument),werde ich es mir in den nächsten Tagen wohl mal näher ansehen müssen. - Calisto
Der gesuchte Komponist ist auch als Liederfürst bekannt – Amelia Grimaldi
Wenn man dem merkwürdigen Instrument die letzte Silbe stiehlt, ergibt sich eine Klangwolke, was sich z. B. auf der Harfe gut ausmacht. Auch auf dem Klavier geht das gut. Es ist aber weder eine Harfe noch ein Klavier - Gurnemanz
Lösung: Franz Schubert: Sonate für Arpeggione und Klavier a-moll D.821 - 2. Satz Lösungsbuchstabe: H s. http://www.youtube.com/watch?v=h9G11vxq2IQ s. http://www.youtube.com/watch?v=YsHL77ZLNq4
Der Arpeggione wurde um 1823 von dem wiener Instrumentenbauer Johann Georg Stauffer erfunden und gebaut. Heute wäre das Instrument, eine Kreuzung aus einem Standinstrument, das wie das Cello oder die Viola da gamba gestrichen, aber wie eine Gitarre besaitet und auf die Töne E-A-d-g-h-c’ gestimmt wird, wahrscheinlich als äußerst kurzlebige Kuriosität vergessen, hätte Stauffer sein Instrument nicht dem Komponisten Franz Schubert vorgestellt und ihm vorgeschlagen, eine eigenes Stück dafür zu schreiben. Schubert tat ihm den Gefallen, und das Resultat war eine seiner schönsten Kompositionen, der er selbst den Namen dieses Instrumentes gab - wohl auch um darauf hinzuweisen, dass er hier eine besondere Möglichkeit des sechssaitigen Instrumentes für den Einsatz von Arpeggien und Akkorde nutzte, die auf einem normal gestimmten Cello nur sehr schwer auszuführen sind. Kenner behaupten, es sei die schwerste Streicherkomposition Schuberts für ein Streichinstrument. Das ist wohl richtig und auch logisch, wenn man bedenkt, dass das Werk für ein ganz anderes Instrument geschrieben wurde und seine Interpreten zum besonders häufigen Akkordspiel und zum Zupfen statt Streichen ihres Instrumentes zwingt. Das können aber Leute, die diese Instrumente beherrschen, sicher besser erläutern als ich.
Nach ihrer Uraufführung im Dezember 1824 durch den Virtuosen Vinzenz Schuster, der sogar ein Lehrbuch zum Gebrauch des Arpeggione verfasste, geriet die Sonate mangels genügender Interpreten in Vergessenheit, bis sie 1871 doch noch erstmals gedruckt wurde, lange nachdem die kurze Existenz des Arpeggione als aktiv eingesetztes Musikinstrument zu ihrem frühen Ende gekommen war.
Es spricht für die Kraft von Schuberts Komposition, dass sie sich dennoch durchsetzen und im Repertoire halten konnte, allerdings als Sonate für Klavier und die gebräuchlicheren Streichinstrumente Bratsche oder Cello. Eine vorzügliche Interpretation des zweiten Satzes einer solchen Darbietung mit Marta Argerich und dem Bratschisten Yuri Bashmet kann man sich – leider nur teilweise - über diesen YouTube – Link anhören und – sehen: „http://www.youtube.com/watch?v=0it4C1ItCuk“.
Rideamus (10.01.2012, 10:19): Bleiben wir bei kennzeichnenden, ungewöhnlichen Instrumenten und kommen zur nächsten Frage, wobei wir gerade hier wieder intensiv daran erinnert werden, dass unser Thema die Tonfolge C-F-G-A ist: Oder habt Ihr das etwa schon vergessen?
Dieser Abschnitt des wohl populärsten Instrumentalwerkes dieses mehr fürs Vokale bekannten, international tätigen Komponisten bezieht sich im Satztitel auf ein besonderes Instrument
Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens und für maximal drei Extrapunkte weitere zum Rätsel passende Stücke dieses - im Gegensatz zu seinem Hauptkonkurrenten allerdings wohl nur musikalisch – sehr fruchtbaren Komponisten
Tipps: Die Satzüberschrift bezieht sich auf einen Tanz, der seinen Namen von dem Instrument bezog – Pavel
Ein weiteres populäres Instrumentalstück des Komponisten hat ein anderes Element im Titel – Emotione
Warum muss ich nur an Brunetti denken? – Amelia Grimaldi
Also, wenn ich jetzt auch an Brunetti denke, fällt mir das Hochwasser ein – Calisto
Bin inzwischen auch dabei. Für diese Frage musste ich durchs Feuer gehen - oder habe ich da etwas verwechselt? - Gurnemanz
Die beiden schon erwähnten Elemente können Dich auf die Spur führen. Und wenn Du die Lösung hast, dann pfeife einfach ganz laut – Amelia Grimaldi
Wenn Dich jemand als "Hornochse" beschimpfen sollte, bleibt Dir immerhin noch, ins Wasser zu gehen – Gurnemanz
Lösung: Georg Friedrich Händel: Water Music - Suite No. 2 in D major, HWV 349 - Alla Hornpipe s. http://www.youtube.com/watch?v=3w4XFnUZm_Y%E2%80%9C
Ich gebe zu, dass ich mich bei der Einleitung zu dieser Frage habe von der Versuchung verleiten lassen, wie schon in der vorangehenden Frage erneut die Besonderheit eines eigens genannten Instrumentes als Identifikationsmerkmal hervorzuheben. Tatsächlich bezieht sich Händels Satzbezeichnung „Alla Hornpipe“, die sowohl in der ersten wie der zweiten Suite der sogenannten Wassermusiken vorkommt, nicht auf das gleichnamige Holzblasinstrument, eine Mischung aus (Tier-) Horn und Flöte, wie der Name schon sagt, und wie ich lange glaubte, sondern auf einen seinerzeit beliebten Tanz, den man heutzutage noch am ehesten in diversen Jane Austen – Verfilmungen vorgeführt bekommt, sei es nach originalen Kompositionen von Purcell oder Händel oder den Eigenschöpfungen von Filmkomponisten, welche diese gut studiert haben. Ursprünglich war der Hornpipe wohl ein Tanz von Seeleuten, und ein wenig sieht er in vielen Rekonstruktionen tatsächlich so aus, als balancierten die Tänzer in einer Art Formationspolonaise auf schwankendem Boden.
Dass die sogenannte WASSERMUSIK, eigentlich eine spätere Zusammenstellung aus dreien von vielen Concerti grossi Händels, heute als die bekannteste und beliebteste Komposition dieses eigentlich eher für seine Opern und Oratorien bekannten, überragenden Musikers gelten kann, hat natürlich nicht nur mit ihrer prachtvollen Klangwelt zu tun, in der es von originellen Einfällen nur so wimmelt, sondern auch mit ihrem anekdotischen Wert, der schon Generationen von Musiklehrern beflügelt hat. Jedenfalls dürfte es kaum jemanden geben, der einmal Musikunterricht erhalten und dabei nicht dieses Werk kennen gelernt hat. Der Rest kennt es vielleicht aus einer der zahllosen Aufnahmen, von denen in den 60er und 70er Jahren eine, für damals sensationelle 5,00 DM angebotene, Einspielung des RSO unter Lorin Maazel zumindest hierzulande wohl die erfolgreichste Klassikschallplatte aller Zeiten wurde. Heute gibt es sie immer noch in dieser Zusammenstellung:
Sie kann inzwischen als in jeder Hinsicht überholt gelten, aber davon später mehr. Zunächst noch einmal zurück zum Anekdotischen:
Als der Hannoveraner Kurfürst im Jahr 1714 auf Grund seiner entfernten Verwandtschaft mit der kinderlos gestorbenen Königin Anne und dank seines protestantischen Glaubens als George I den englischen Thron bestieg, hatte der erst zwei Jahre zuvor aus seinen Diensten nach London gezogene Komponist Georg Friedrich Händel ein ernsthaftes Problem, denn der Musiker hatte eigentlich nur befristeten Urlaub erhalten. Zumindest der im Jahr nach Händels Tod erschienenen Biographie Sir John Mainwarings zufolge hatte Georg ihm diese faktische Desertion aus seinem Dienstverhältnis übel genommen. Als bekannt wurde, dass der König am 17. Juli 1717 eine ausgedehnte Bootsfahrt auf der Themse unternehmen wollte, schickte sich Händel an, für dieses Ereignis eine eigene Festmusik zu komponieren. Um die 50 Musiker fuhren vor dem König in einem eigenen Boot voran, und Georg soll das Konzert so sehr gefallen haben, dass er noch zwei Wiederholungen anordnete.
Soweit die Anekdote. Die Wahrheit, die unter anderem von dem preußischen Gesandten Friedrich Bonet am englischen Hof übermittelt wurde, ist wohl etwas prosaischer, aber tatsächlich war es wohl der Graf Kielmansegg, der das Unternehmen zum Entzücken von George I finanziert und Händel dafür engagiert hatte. Tatsächlich lässt sich nur für die hier erfragte zweite Suite mit gutem Grund vermuten, dass sie bei diesem Ereignis gespielt wurde, denn es ist vor allem diese Festmusik in der bekannten Besetzung offensichtlich für eine derartige Freiluftveranstaltung gedacht gewesen. Ob und wann auch die beiden anderen Suiten als Wassermusiken verwandt wurden, ist wohl kaum mehr zu eruieren, und zumindest im Fall der dritten Suite spricht die Besetzung nur mit Holzbläsern und Streichern eher für ein kleinformatigeres Ereignis, womöglich ein Konzert auf einem Weiher anlässlich der Hochzeit des Thronfolgerpaares.
So oder so stellt eine echte HIP-Einspielung der Wassermusiken jeden Produzenten und Dirigenten vor gewisse Probleme, die u.a. in diesem Thread zurecht angesprochen wurden: Händel: Wassermusik. Wer möchte denn heute ernsthaft die vielen Nebengeräusche – einschließlich konstanter Jubelrufe - auf seiner cd haben, die das damalige Ereignis sicher begleiteten und ohnehin unmöglich authentisch zu rekonstruieren sind?
Meine erste Aufnahme des Werkes, die ich noch immer besitze, ist heute eine Rarität. Es war eine LP des damaligen Billiglabels Concert Hall aus der Mitte der 60er Jahre, auf der ein noch aufstrebender Dirigent das Residentie Orkest von Den Haag leitete, der sich bis dahin vor allem als Komponist und noch nicht als potenzieller Opernhausprenger einen Namen gemacht hatte: Pierre Boulez. Heute ist natürlich auch diese Aufnahme ziemlich überholt, denn es gibt mindestens drei Aufnahmen, denen ich den Vorzug geben würde, nämlich die von Trevor Pinnock und The English Concert
Sowie die von John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists
Da beide Aufnahmen auch preislich kaum mehr zu unterbieten sind, sollte für die meisten die Wahl leicht sein, aber ich möchte doch noch ein starkes Wort für die Aufnahme von Jordi Savall und Le Concert des Nations einlegen
Wahrscheinlich liegt es nur an einer übergroßen Vertrautheit mit den beiden ersten Aufnahmen, die mich heute besonders gerne zu der Aufnahme Savalls greifen lässt, aber vielleicht habt Ihr ja noch andere Anregungen.
Händel hat sich auch als relativ ergiebig für die Nennung von Extras erwiesen, die ich hier einmal weitergebe, obwohl ich sie nur teilweise habe prüfen können:
Philmus Feuerwerksmusik: 1.Satz, vorletzter und letzter Satz
Quasimodo: "O Thou that telletz good tidings" aus dem Messias, mit Quintfall statt Quartsprung (C' - F - G -A)
:hello Rideamus
Rideamus (11.01.2012, 11:33): Von dem sonnigen Anlass des vorigen Stückes gehen wir schnurstracks über zum Gegenteil:
Vier Töne, zwei Komponisten, ein Titel. Gesucht werden zwei Stücke zweier Werke gleichen Titels von zwei Komponisten, die gegensätzlicher kaum sein könnten, und das gilt für die Werke wie für die Komponisten.
Gesucht wird der erste Buchstabe des Nachnamens des älteren Komponisten, und für maximal drei Extrapunkte weitere zum Rätsel passende Stücke von einem der beiden. Tipps:
Die Töne kann man natürlich auch bei Tageslicht wahrnehmen - Emotione
Die seltsam kostümierten Künstler sollen endlich hereinkommen!! Aber dabei bitte nicht über CFGA stolpern – Frank Pronath
Tatsächlich beginnt die zweite Melodie mit der Abfolge B-C-F-F, was auch in einer Transposition nicht zu C-F-G-A werden kann. Diese Töne in der Abfolge G-A-F-G-A-A-A-C1 kommen erst im weiteren Verlauf, nämlich in der dritten Zeile des Liedes. ... Das mit dem identischen Titel der Werke in zwei Sprachen ist aber nach wie vor richtig, und dass der dritte Satz der älteren Komposition mit C-F-G-A beginnt, stimmt auch noch - Rideamus
Der Todestag des älteren Komponisten jährte sich erst vor Kurzem zum x-ten Mal, dem jüngeren kann eine besondere Affinität zum Rätselhersteller nachgesagt werden. Oder eher dem Rätselsteller zu ihm – Amelia Grimaldi
Der gemeinsame Titel hat nichts mit einem Barbier zu tun, obwohl auch dieser Berufsstand beide Komponisten beschäftigt hat – Pavel
Das Werk des jüngeren Komponisten kenne ich (noch) nicht, das des älteren gehört zu den allseits bekannten "Klassik-Hits" – Gurnemanz
Lösung: Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade G-Dur KV 525 „Eine kleine Nachtmusik“ – III Rondo Allegretto Stephen Sondheim: A Little Night Music – “Send in the Clowns“ Lösungsbuchstabe M Karl Böhm: http://www.youtube.com/watch?v=SoXfGj7VyIs Gewandhaus Quartett: http://www.youtube.com/watch?v=en6MzTZuiVQ Dench: http://www.youtube.com/watch?v=yvZex3Qf7QQ Petibon: http://www.youtube.com/watch?v=1AyMaRzL-2
Zugegeben: ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, einmal eine zumindest vage Gelegenheit zu nutzen, diese beiden denkbar verschiedenen Stücke gleichen Namens zusammen zu spannen, denn Stephen Sondheims beliebtestes Lied geht zwar nicht von der Kette C-F-G-A aus, wie Frank Pronath zu Recht bemängelte und ich in meinem Tipp erläuterte, liegt aber so nahe an dem gleichen Bauprinzip, welches es in Zeile 3 dann auch tatsächlich übernimmt, dass ich den Versuch immer noch für legitim halte. Wie schon der geringen Zahl der Tipps zu entnehmen ist, fiel es Euch auch nicht gerade ungemein schwer, trotzdem auf die richtige Lösung zu kommen. So viele Nachtmusiken, die auch noch so heißen, gibt es ja in der Tat nicht.
Man kann lange darüber spekulieren, warum Sondheim seinem Musical den Titel von Mozarts Serenade gab. Er selbst hat das nicht erläutert, soweit ich weiß. Ich weiß auch nicht, ob ihm bewusst war, dass der Titel „Eine kleine Nachtmusik“ eine Verballhornung des ursprünglichen Titels „Eine kleine Serenade“ war, denn dieser Gattung eines abendlichen oder nächtlichen Freiluftkonzertes in kleiner Besetzung gehört Mozarts Stück, zu dem ursprünglich wohl noch ein fünfter Satz gehörte, tatsächlich an. Man kann sogar mit gutem Grund der Meinung sein, dass dieses gelassen heitere Stück nicht nur dem nächtlichen, sondern auch dem gelassen heiteren, anderen Teil des Wortes, der in dem englischen Begriff „serene“ (frz. sereine) steckt, näher kommt als irgendeine andere Komposition Mozarts. Vielleicht mit Ausnahme des heiteren Kinderliedes „Komm lieber Mai und mache“, von dem viele gar nicht wissen, dass es von Mozart komponiert wurde („Sehnsucht nach dem Frühling" KV 596). Das wird übrigens auch aus einer gut in dieses Rätsel passenden Tonreihe entwickelt, nämlich F-A-C1-F1-C1-A-G. Frage: Täuscht mich mein Gedächtnis oder greift er dieses Thema nicht auch in einer Klaviersonate auf?
Über die Entstehungsgeschichte eines der bekanntesten klassischen Superhits aller Zeiten ist uns so gut wie nichts bekannt. Mozart komponierte das Stück offenbar mitten in der Arbeit am DON GIOVANNI. Mag sein, dass es sich bei diesem Werk, so eine verbreitete Theorie, die darauf fußt, dass so gar nichts über ihre Entstehung dokumentiert ist, „nur“ um ein Auftragswerk handelt, aber die Perfektion und Geschlossenheit des Stücks, das sich jeder kritischen Analyse unterhalb der reinen Bewunderung zu entziehen scheint, sprechen eher dagegen. Jedenfalls kam es sicher nicht von ungefähr, dass sich ausgerechnet diese Serenade so unablässig gespielt wurde und wird uns sich so sehr in das Bewusstsein des Klassikhörers eingrub, dass viele eine Abwehrhaltung gegen sie entwickelten. Man kennt das ja auch von anderen Werken kennt, die man einst geschätzt, dann aber viel zu oft gehört hat. Dafür kann aber eigentlich das Werk nichts. Im Gegenteil: ein Werk, das für eine minimale Besetzung komponiert wurde, als bassverstärktes Streichquartett optimal durchsichtig klingt (s. die oben verwiesene Aufnahme des Gewandhausquartetts) und gleichzeitig die großorchestrale Lesart eines Karl Böhm und dann noch diese flotte Bearbeitung durch die Swingle Singers ("http://www.youtube.com/watch?v=Pk0ROE0V4HI") schadlos aushält, muss schon etwas Besonderes haben.
Das hat natürlich auch das Musical A LITTLE NIGHT MUSIC von Stephen Sondheim, über das ich aber hier nicht mehr viel schreiben brauche, denn ich habe das in aller Ausführlichkeit bereits in diesem Thread getan, dem ich auch heute kaum noch etwas hinzuzufügen habe: SONDHEIM: A Little Night Music - Wenn die Mitternachtssonne dreimal lächelt. Ein Werkführer.
Das Lied „Send in the Clowns“, heute Sondheims bekanntestes Komposition, wurde im Kontext seines Musicals zunächst eher reserviert aufgenommen, bis Stars wie Judy Collins, Frank Sinatra und Barbra Streisand, für die Sondheim sogar eine eigene Strophe schrieb, es für sich entdeckten und zu einem Hit machten.
Eher eine Kuriosität, aber dennoch bemerkenswert ist die etwas holperige deutsche Version Eckart Hachfelds, mit der Zarah Leander als Madame Armfeld 1975 im Theater an der Wien auftrat. Es wurden ihre letzten Bühnenauftritte im deutschsprachigen Raum, und deshalb sang sie auch dieses Lied ein, das eigentlich ihrer Bühnentochter zugeeignet ist: http://www.youtube.com/watch?v=BF8jnVqKna8“
Später konnte sich die Melodie dank Aufnahmen von Sarah Vaughan, Carmen MacRae, Count Basie, Stan Kenton auch als Jazzstandard etablieren.
Am besten aber gefallen mir immer noch die oben angeführten Versionen von Judi Dench und besonders Patricia Petibon, die auch das Bewusstsein verarbeitet haben, dass sich dieses Musical bei aller Resignation, die in dem Lied anklingt, bei passend nächtlicher Beleuchtung eigentlich als eine melancholische Walzeroperette entpuppt, die genau auf die gelassene Bedeutung des Wortes „serene“ hinaus läuft, die schon in der nächtlichen Serenade Mozarts steckt. Und das kommt in keiner Gesamtaufnahme besser zur Geltung als in dieser, leider vergriffenen, Londoner Version mit Jean Simmons und Hermione Gingold:
Dass die Extrapunkte durchweg von Stücken Mozarts erworben wurden, sollte eigentlich nicht verwundern, aber überprüft mal dieses Stück hier aus SWEENEY TODD: Mir will scheinen, dass die Krebsfolge A-G-F-C mindestens in dem Refrain „The history of the world, my dear“ darin steckt: http://www.youtube.com/watch?v=J7LhNCK2axY
Zu Mozart wurden geboten: Quasimodo und Pavel : Ein Mädchen oder Weibchen
Pavel : Fantasia in F, KV 594 Symphonie Nr.22, C-Dur, KV 162, 2.Satz
Ich danke den Dreien für diese wertvollen Hinweise, von denen mir vor dem Rätsel nur der zweite Satz des Klarinettenkonzertes und natürlich der Papageno passend vorkamen.
:hello Rideamus
Rideamus (12.01.2012, 10:20): Der Komponist der Stücke im Zentrum unserer nächsten Frage liebte Frauenstimmen und diese Tonfolge. Deshalb gibt es gleich zwei populäre Stücke von ihm, die in dieses Rätsel gehören. Das spätere beginnt mit der Reihenfolge C-F-G-A, die wir jetzt schon gut kennen. Auch eine bekannte Instrumentalkomposition des Komponisten setzt sie so ein.
Gesucht werden der erste Buchstabe des Komponistennamens sowie die beiden angesprochenen Vokalkompositionen. Für je einen Extrapunkt dürfen auch weitere Stücke des Komponisten genannt werden, welche in dieses Rätsel gepasst hätten.
Tipps: Der gesuchte Komponist ließ in seinem Werk (nicht in dem hier gesuchten) u.a. Köpfe entfernen, zurückgekehrte Ehemänner niedermetzeln und zuletzt auch Lieder singen – Amelia Grimaldi
Hier lässt sich aber der richtige Komponist doch leicht erraten! Von wegen kryptisch! - Ich sehe gerade, dass Renates Tipp ja fast derselbe wie meiner ist! Sorry, demnächst acht' ich besser darauf! Ich gelobe es! - Quasimodo
Ja, wenn man Schweinshaxe mag ... – Pavel
Wenn man meinem Buch über die Opern des Komponisten trauen kann, muss das zweite, spätere Beispiel noch nicht einmal transponiert werden. Dort steht tatsächlich C-F-G-A-A-A-G-E-F-G als Notenbeispiel abgedruckt.... Beide Bühnenwerke zählen für meine Ohren rein musikalisch zu den absoluten Gipfelpunkten der Opernliteratur - auch wenn viele Capricciosi das anders sehen werden – Arundo Donax
GaGaGa sagt mir überhaupt nichts . Hab' mir's aber gelobt, bis zum Rätselende durchzuhalten - Calisto
Da wird eine Nachbildung aus dem Bereich der Botanik weitergereicht – Gurnemanz
Du willst noch einen Tipp? Aber der Richtige sollte es schon sein... – Amelia Grimaldi
.... wenn's einen gibt auf dieser Welt..... – Calisto
Nö, falscher Akt! Der Tipp von Calisto ist hier ausgesprochen zielführend (aber der richtige! ). – Quasimodo
In München gibt es einen lokalen Radiosender, der nach einem von den gesuchten Bühnenwerken benannt ist – Frank Pronath
Eines der beiden Werke heißt, glaube ich: "Der schöne Papagei" - Gurnemanz
Bei dem Instrumentalwerk geht es um ein Finale, das nur wenige real, d. h. außerhalb der Musik erleben können - Rideamus
Lösung: Richard Strauss: Der Rosenkavalier: - Hab mir’s gelobt Arabella - Aber der Richtige Tod und Verklärung Lösungsbuchstabe S s. Te Kanawa, Howells, Bonney: http://www.youtube.com/watch?v=AnRhDsqx5Zs s. Della Casa, Güden: http://www.youtube.com/watch?v=MhoddSrJrds ab 2’30" s. Furtwängler: http://www.youtube.com/watch?v=FR5NvegciuI ab 19’
Wir wissen ja inzwischen aus zahlreichen Beispielen, dass sich unsere Tonfolge C-F-G-A in der volkstümlichen Musik einer besonderen Beliebtheit erfreut, und so kann es kaum überraschen, dass eine der reinsten Erscheinungsformen dieser Tonfolge in der besonders ambitionierten Kunstmusik auf einem Motiv der Volksmusik basiert. Jedenfalls heißt es überall, dass Richard Strauss die Melodie des Duetts der beiden Schwestern Arabella und Zdenka einem südslowakischen oder kroatischen Volkslied entlehnt hätte. Allerdings fand ich bislang nirgendwo einen Hinweis auf die konkrete Quelle, so dass sich mir der Verdacht aufdrängt, als habe hier lediglich auf der Basis einer ungefähren Äußerung von Strauss ein Kommentator vom anderen abgeschrieben. Dieser Verdacht wird auch gestützt durch Strauss’ eigene Äußerung zu seinem nächsten Librettisten Stefan Zweig, dem gegenüber er die Bitte um eine neue Komödie mit folgendem Eingeständnis verband: „Am besten liegen mir süddeutschem Bourgeois ‚Gemütskisten’, aber solche Treffer wie das Arabelladuett oder das Rosenkavalierterzett gelingen nicht immer. Muss man 70 Jahre alt werden um zu erkennen, dass man eigentlich zum Kitsch die meiste Begabung hat?“ (zit. n. Kurt Wilhelm: Richard Strauss persönlich. München 1984)
Man sollte Strauss’ ironische Selbstkritik nicht zu ernst nehmen, denn natürlich wusste er um den Wert dieser großen Würfe, und dass es sich dabei um weit mehr handelt als zwei kitschige Melodien. Bemerkenswert ist schon allein die Konstanz, mit der er im Abstand von jeweils 20 Jahren zu den gleichen Tönen fand, nämlich zu unserer Tonfolge, wenn es ihm um eine Mischung von Melancholie und Verklärung ging. Deswegen fand ich es auch überraschend, dass das früheste, instrumentale Stück allen Ratefreunden so schwer fiel, denn der oft genannten TILL EULENSPIEGEL verläuft zwar sehr ähnlich, hat als vierten Ton aber ein gis und dann erst das A. Ich hätte aber doch gedacht, dass die Apotheose von Strauss’ dritter Tondichtung, TOD UND VERKLÄRUNG aus dem Jahr 1889, die ebenfalls mit der Tonfolge C-F-G-A beginnt, den meisten Klassikfreunden vor Ohren steht. Wenn nicht, sollte man gleich mal in die oben zitierte Aufnahme Wilhelm Furtwänglers hinein hören oder sich gleich diese vorzügliche Scheibe mit einigen der besten Aufnahmen Herbert von Karajans anhören bzw. zulegen, die maßstäbliche Einspielungen dreier eng miteinander verwandter Werke von Richard Strauss zu einem Spottpreis bietet:
Besser und preiswerter wird man diese Werke kaum sonst zu hören bekommen. Hier ist leider nicht der Ort für eine ausführliche Beschäftigung mit den einzelnen Werken, und so hätte ich gerne auf einen Thread verwiesen, der sich mit der Tondichtung von Richard Strauss beschäftigt. Leider gibt es den (noch?) nicht, und ich kann nur hoffen, dass jemand sich irgendwann aufgerufen fühlt, diese empfindliche Lücke zu schließen.
Zwanzig Jahre später schuf Strauss in Zusammenarbeit mit seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal dann das Werk, mit dem er seither vor allem identifiziert werden sollte (und auch gerne wollte). Glücklicherweise gibt es zu dieser vermutlich letzten Oper, die zum Bestandteil des allgemein akzeptierten Standardrepertoires der Opernhäuser wurde, wenigstens einen diskographischen Thread: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/2224-strauss-der-rosenkavalier-%E2%80%93-kommentierte-diskographie. Dennoch vermisse ich die ausführliche Diskussion der Oper und ihrer Hauptrollen, die einst in Tamino geführt wurde, die dort noch zu lesen ist, die ich aber leider nicht verlinken kann, obwohl sie überwiegend von Leuten bestritten wurde, die sich jetzt bei Capriccio oder im Klassikforum aufhalten.
Es fällt mir schwer, mich bei dieser Oper auf eine einzige Lieblingsaufnahme festzulegen, denn Kleiber (Erich), Karajan (mit Schwarzkopf), Bernstein oder Georg Solti in seiner bereits oben verwiesenen DVD haben alle starke Meriten, ganz zu schweigen von den historischen Schätzen wie der Aufnahme Rudolf Kempes mit Lisa Della Casa. Dennoch würde ich mich, müsste ich mich hier und heute auf eine einzige Aufnahme dieser Oper festlegen, für Carlos Kleiber entscheiden, der für meine Ohren mehr Subtilität und Klangdifferenzierung aus dieser Partitur herausholte als jeder andere. Zum Glück gibt es diese Aufnahmen auch als DVD:
Zwischen den absolut gleichwertigen Aufnahmen aus München und Wien kann und brauche ich mich zum Glück nicht entscheiden, denn ich habe beide und genieße immer die am meisten, die ich jeweils gerade sehe. Meistens höre ich die allerdings nur, weil ich mir die - nicht störenden, aber auch nicht sonderlich erhellenden und ziemlich identischen - Inszenierungen Otto Schenks nicht immer wieder vor Augen führen muss.
Wiederum 20 Jahre später komponierte Strauss das letzte Libretto Hugo von Hofmannsthals, der während der Arbeit daran einem Schlaganfall erlag. Das mag dazu beigetragen haben, dass das Werk, das Hofmannsthal zwar im ersten Entwurf fertig stellen, aber nur bis zum Ende des ersten Aktes nach den Anregungen von Strauss überarbeiten konnte, dramaturgisch weitaus unglücklicher gebaut ist und noch all zu viele Spuren der ursprünglichen Ideenskizzen Hofmannsthals für ganz andere Werke enthält, in denen noch Arabella die unsympathische Hauptfigur und ihre Schwester Zdenka die eigentliche Heldin war. Hinzu kam ein vorübergehendes Zerwürfnis zwischen beiden, weil Hofmannsthal Strauss aufgefordert hatte, für dieses Projekt, das sich beide zunächst als operettigen Nachfolger des ROSENKAVALIER vorstellten, einmal etwas leichter zugängliche Musik in der Art von der Lehar zu schreiben. Es verwundert kaum, dass Strauss ihm das übel nahm, allerdings auch nicht, dass er beim besten Willen nicht in der Lage war, dem gar nicht so falschen Rat seines Librettisten zu folgen.
Zur Oper selbst, die ich, zugegeben, nicht so schätze wie ihr Vorbild, habe ich schon vor einiger Zeit in meinem Geschwisterrätsel alles gesagt, was mir dazu einfällt, so dass ich hier nur auf diese Lösung zu verweisen brauche: Der Lösungsthread zum Geschwisterrätsel
Meine wohl unschlagbare, bevorzugte Aufnahme der Oper bleibt die von Georg Solti, für die eine optimale Besetzung zusammen kam. Heute kann man sie sehr günstig erhalten:
Daneben gibt es natürlich auch weitere durchaus akzeptable Aufnahmen, etwa die DVD von Georg Solti mit Gundula Janowitz, Christian Thielemanns DVD aus der MET mit Kiri Te Kanawa oder einen schönen, aber leider nicht käuflich zu erwerbenden TV-Mitschnitt aus Paris, in dem Karita Mattila, Barbara Bonney und Thomas Hampson unter der Leitung Christoph von Dohnanyis die Hauptrollen singen, aber ich möchte einer Diskografie nicht vorgreifen, die Berufenere hoffentlich noch in Angriff nehmen werden.
:hello Rideamus
Rideamus (13.01.2012, 11:22): Nicht DSDS, sondern HSDS. Von seiner Wahl der hellenischen Supergöttin berichtet hier der jodelnde Juror, mit unseren vier Tönen beginnend. Wäre die Belohnung des Jurors doch nur früh genug lustige Witwe geworden und geblieben, vielleicht hätte der Walzer der Heldin dann auch mit unseren vier Tönen begonnen. Hier aber wählte der Komponist, der, zugegeben, noch nichts von der lustigen Witwe wissen konnte, als Tonfolge ihres Walzers C-F-Fis-G, was schon auf üble Folgen hindeutet.
Gesucht werden der drittletzte Buchstabe des Komponistennamens sowie das Stück mit dem jodelnden Juror und dem Walzer. Für je einen Extrapunkt (maximal drei) dürfen auch weitere Stücke des Komponisten genannt werden, welche in dieses Rätsel gepasst hätten.
Tipps: Der Komponist war mit seinem Nachnamen nicht zufrieden und wollte lieber urban genannt werden... Das wird ihm bis heute gewährt – Amelia Grimaldi
Der urbane Nachname klingt nicht nach dem Land, in dem der Komponist wirkte, sondern irgendwie - hiesig. Und urban ist vor dem Hintergrund der wahrhaft urbanen Wirkungsstätte des Mannes auch, na ja, relativ – Philmus
Die Librettisten finden sich auch in Sevilla zurecht - Pavel
Dem Komponisten muss eine besondere Affinität zu diesem Stoff in die Wiege gelegt worden sein - er wurde nämlich (vermutlich) am Großen Griechenmarkt geboren. Der jodelnde Juror ist übrigens Tenor - und als dieser gelingt dem jungen Jussi Björling eines der schönsten hohen Cs der Schallplattengeschichte. - Quasimodo
Eine kleine Bergtour wäre hilfreich - und dabei einfach an eine bei Operettenliebhabern sehr bekannte, aber nicht singende Schwester denken – Waldi
Der jodelnde Juror hat mit dem Ort der Uraufführung viel gemeinsam!! - Severina
Man sagt, dass die außergewöhnlich schöne Dame aus einem Ei schlüpfte. Ob der Vater wohl aus der Familie der Entenvögel stammte?? - Calisto
Der Komponist liegt, wenn man so will, nahe bei Frankfurt – Gurnemanz
Lösung: Jacques Offenbach: La belle Hélène – Au mont Ida und Je crains leur fureur bzw. Entr'Acte: Lösungsbuchstabe A s. http://www.youtube.com/watch?v=yYCmtFFmQMM ab 3’ 15“ und http://www.youtube.com/watch?v=8cfsWU9tesc
Das war sicher eine der leichtesten Fragen, und dies nicht nur für Leute, die meine Vorlieben kennen. Aber ich konnte der Verbindung zwischen der walzenden lustigen Witwe und der walzenden Ehebrecherin, deren Galan nicht nur jodeln kann, sondern seine Abenteuer auch noch mit den Tönen C-F-G-A besingt, einfach nicht widerstehen. Hinzu kam die hübsche Kontrastierung von einem Jurymitglied und drei Bewerberinnen in HSDS (Hellas sucht die Supergöttin) gegenüber dem umgekehrten Usus in DSDS. Wenn man bedenkt, wie viel Unglück von dem antiken Wettbewerb ausging, fällt es einem vielleicht etwas leichter, gegenüber dem blassen, wiewohl aufwändigen Abklatsch DSDS milder gestimmt zu sein, zumal offensichtlich hier wie da gelogen wird, bis sich die Bohlen biegen.
Aber im Ernst: ich halte Jacques Offenbachs Operette LE BELLE HÉLÈNE, die eigentlich eine komische Oper ist, für eine der größten Schöpfungen des Musiktheaters und zudem für einen gewaltigen Fortschritt gegenüber ihrer ohnehin schon fulminanten Vorgängerin ORPHÉE AUX ENFERS. Dieses Lob gilt nicht nur der zu Recht viel gepriesenen, vielseitigen und köstlich moussierenden Musik Offenbachs, sondern auch dem Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy, die sich nicht nur um die besten Werke Jacques Offenbachs verdient gemacht haben, sondern auch die großartigen Bücher zu so verschiedenen Opern wie Bizets CARMEN und Massenets MANON verfassten, ganz zu schweigen von „Le Reveillon“ der Vorlage zu der anderen großen Operette DIE FLEDERMAUS.
Wenn es zu diesem Geniestreich noch eine Steigerung geben konnte, dann hat sie Laurent Pelly vollbracht, als er die Idee hatte, die schon lange etwas unzeitgemäße Geschichte der schönen Helena als Wunschtraum einer Frau zu erzählen, deren Ehe schon länger und fester eingeschlafen ist als ihr royal schnarchender Gatte. Diese auch heute noch ungebrochen gültige Aktualisierung wird von dem herrlichen Paar Felicity Lott und Michel Sénéchal dermaßen hinreißend zelebriert und von Marc Minkowski so unvergleichlich schwungvoll dargeboten, dass ich nicht zögere, diese Aufnahme in mein ganz persönliches Pantheon der 50 besten Einspielungen aller Zeiten aufzunehmen, dann aber, bei allem verdienten Lob für das vorzügliche getextete Beiheft der cd-Box, gleich in der köstlichen DVD:
Wer die Aufnahme noch nicht kennt, kann beispielsweise das köstliche Finale mit Anklängen an eine denkbare Darbietung des originalen HSDS mit Jodlern und allem Drum und Dran hier testen: http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=-amkGG9MWNM
Bekanntlich war der große Erfolg von Offenbachs Operetten auch der Tatsache zu verdanken, dass Unmengen von Fremden zur Weltausstellung nach Paris reisten, was es dem Vernehmen nach höchst ratsam erscheinen ließ, sich angemessen mit Geld, Vorsicht und Verhütungsmitteln zu versorgen, wie Offenbach, Meilhac und Halévy bald danach in ihrer großartigen Satire LA VIE PARISIENNE andeuteten. Ich weiß nicht, ob damals der deutsche Wortgebrauch „Pariser“ entstand, aber bei der Recherche dieser Frage fiel mir eine parallele Entwicklung mit dem Namen des Volkes der Trojaner auf, dem Paris angehörte, und die ich in diesem Thread angesprochen habe: Undercover. Wie man sehen kann, hat die Wissenschaft der Etymologie manchmal auch ihre überraschenden und amüsanten Aspekte.
Amüsante Aspekte hat sicher auch die Suche nach weiteren Beispielen für die Tonfolge C-F-G-A bei Jacques Offenbach, aber leider ist sein Werk unter den Mitgliedern des Forums nicht so bekannt, wie es das verdient – jedenfalls über die anerkannten Meisterwerke hinaus. Zu denen gehört fraglos auch seine letzte Oper, LES CONTES D’HOFFMANN, die jüngst etwas intensiver diskutiert wurde. Aber auch da gibt es noch etliches zu finden. Hört Euch zum Beispiel mal diese Tonfolge aus der leider nicht sonderlich gelungenen münchener Aufführung mit der wunderbaren Diana Damrau an: http://www.youtube.com/watch?v=n_yivi-7cy8
Immerhin fand Pavel noch zwei Stellen: Orphée aux enfer: Je suis Cupido / Venus La vie parisienne: Rondeau: Vous sauvient-il, ma belle
Vielleicht schaffe ich es ja eines Tages noch, auch die unbekannteren Stücke Offenbachs nach weiteren Beispielen zu durchforsten. Nur wird es die leider kaum auf YouTube geben. Einen Fund aus einem bekannteren Stück aber habe ich noch, und zwar das „Ah, que j’aime les militaires“, diesmal gleich mit Régine Crespin: http://www.youtube.com/watch?v=nu42_9gA3k0 und der unübertrefflichen Felicity Lott: http://www.youtube.com/watch?v=nu42_9gA3k0
Weitere Nennungen sind hier natürlich jederzeit willkommen, zumal der andauernde Lösungsmonolog langsam so eintönig wird, wie er einseitig ist. Gibt es zu den Lösungen wirklich gar nichts zu ergänzen?
:hello Rideamus
Severina (13.01.2012, 11:52): Lieber Rideamus, glaub mir, ich bemühe mich wirklich, etwas Lichtvolles zu Deinen fundierten Auflösungen beitragen zu können, aber bei diesem Rätsel kam ich in 99% der Fälle nur durch Intuition und nicht durch Wissen zur Lösung, weil ich das meisten zwar schon gehört habe, aber keine Einspielung besitze, und wenn, dann exakt die ohnehin von Dir vorgestellte (z.B. bei "Belle Hélène", "Nabucco"....). Ist irgendwie nicht so ganz mein Revier - sorry! Aber der Weiterbildungsfaktor ist wie immer bei Deinen Auflösungen sehr hoch, und dafür danke ich Dir sehr!
lg Sevi :hello
Heike (13.01.2012, 17:19): Aber der Weiterbildungsfaktor ist wie immer bei Deinen Auflösungen sehr hoch, und dafür danke ich Dir sehr! Nicht nur der Weiterbildungsfaktor, auch der Unterhaltungsfaktor! Heike
Rideamus (14.01.2012, 10:40): Ich danke für Euren Zuspruch. Da macht man doch gleich noch lieber weiter.
Dieser Komponist liebte besonders den Krebsgang unserer Tonfolge. Unter anderen wählte er sie als Signatur seines beliebtesten Konzertes und seiner populärsten Sinfonie. In der richtigen Reihenfolge setzte er sie dagegen in einer kaum weniger populären Schlachtbeschreibung ein.
Gesucht sind der letzte Buchstabe des Komponistennamens, wie er uns meistens begegnet, sowie für je einen Punkt die drei angesprochenen Kompositionen
Tipps:
Seine musikalische Karriere ermöglichte er durch die Aufgabe seines eigentlich erlernten Berufes – Josquin Dufay
Mit meinem Avatarträger hat der Gesuchte etwas gemeinsam: Dabei geht es um eine Dame und um Geld – Gurnemanz
Obwohl er im Umgang mit Damen etwas, na ja: gehandycapt? war, ist seine Musik bei Damen sehr beliebt - Philmus
Der gesuchte Komponist versuchte sich werksmäßig auch in der Ornithologie. Ein gewisser Bezug zu Calistos Tipp zur letzten Frage lässt sich nicht von der Hand weisen – Amelia Grimaldi
Der ornithologische Ausflug passt auch in die Tonfolge, allerdings in Moll - Philmus
Meinst du tanzende Entenvögel? Mit einer bestimmten Ouvertüre des Komponisten kann man die dynamischen Qualitäten der Lautsprecherboxen testen - Calisto
Sein erstes veröffentlichtes Werk war aber eine italienische Kanzonette. Italienische Kanzonen verwendete er auch in einem späteren Werk - Pavel
Ein gesuchtes Werk ist laut Wiki das am häufigsten eingespielte Klavierkonzert überhaupt - Heike
Lösung: Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op. 23 und Sinfonie Nr. 6 h-moll op. 74 sowie die Ouverture solenelle „1812“ op. 49 Lösungsbuchstabe Y Argerich/Kord: http://www.youtube.com/watch?v=1axL9ZNnJIE Jansons http://www.youtube.com/watch?v=WVlmN7x7C_U ab 4'35" Ouvertüre http://www.youtube.com/watch?v=G4h7NGMz2RI ab 1'10”
Richard Wagner ausgenommen, bei dem allerdings noch ganz andere Gründe hinzu kamen, wurden wohl nur wenige große Komponisten schon zu Lebzeiten so kontrovers aufgenommen wie Peter Tschaikowski. Zwar traf ein ähnliches Schicksal auch andere Komponisten der Romantik und danach, sobald sie beim Publikum besonders erfolgreich waren, aber wenige wurden derart geschmäht wie der besonders emotional wirkende Tschaikowski. Warum das so ist, wurde u. a. in diesem lesenswerten Thread zu diskutieren versucht und soll deshalb hier nicht näher untersucht werden: Tschaikowski – Ein absoluter Tiefpunkt der Musik des 19. Jahrhunderts?.
Ich beschränke mich deshalb hier darauf, festzuhalten, dass wohl noch niemand Tschaikowski eine übertriebene Subtilität nachgesagt hat, obwohl er durchaus dazu in der Lage war, wenn ich an Werke wie den EUGEN ONEGIN oder die ERINNERUNGEN AN FLORENZ denke. Er ist aber nun einmal eher bekannt, ja berüchtigt dafür, dass er den Hörer mit voller Wucht überfällt. Vielen gefällt das, wie Tchaikowskis gegen alle Kritik anhaltende Popularität belegt, aber andere fühlen da ein ähnliches Unbehagen wie gegenüber einem Fremden, der einem bei einer Begegnung notorisch zu nahe kommt.
Wohl kein anderer der großen Komponisten der Musikgeschichte, nicht einmal der mit Tschaikowski befreundete Edvard Grieg in seinem gleichrangigen Klavierkonzert, hat jemals dem Hörer den Beginn eines Konzertes dermaßen intensiv um die Ohren gehauen wie Tschaikowski das in seinem ersten Klavierkonzert mit den vier Tönen tat, die in diesem Rätsel im Mittelpunkt stehen. Vielleicht war es dieses selbst für damalige Verhältnisse ungestüme „Mit-der-Tür-ins-Haus-Fallen“, das den ursprünglich beabsichtigten Widmungsträger des Konzertes, Tschaikowskis Freund und zeitweiligen Mentor Anton Rubinstein, veranlasste, es so harsch zu kritisieren, dass sich der Komponist von ihm abwandte und das Werk Hans von Bülow widmete. Der zeigte sich erkenntlich und brachte das Konzert in den USA mit einem derartigen Erfolg zur Uraufführung, dass Rubinstein später einlenkte und selbst zur Erfolgsgeschichte des Konzertes in Europa beitrug. Danach wurde dieses Werk das wohl meistaufgeführte Instrumentalkonzert überhaupt. Warum das so sein könnte, wird in diesem sehr schönen Thread diskutiert (Tschaikowsky, Pjotr Iljitsch: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-moll op. 23 - Mehr als ein Reißer), der mir eine weitere Diskussion dieses Werkes an dieser Stelle erspart, so dass ich mich hier auf zwei Hinweise beschränken kann: die Bestätigung, dass auch Tschaikowskis Violinkonzert zu meiner Frage gepasst hätte und als richtige Antwort gewertet wurde, und die Nennung meiner eigenen Lieblingsaufnahmen, an denen wohl kaum jemand vorbei kam, der, wie ich, in den 60er Jahren in der klassischen Musik sozialisiert wurde:
Van Cliburn / Kondraschin
und Richter / Karajan
Wie manch anderer Klassikneuling habe ich mich dann an Tschaikowski überhaupt und an diesem Konzert im Besonderen derart überhört, dass ich eine lange Pause einlegen musste und deshalb nur wenig zu neueren Aufnahmen sagen kann, zumal ich schon immer eine starke Abneigung gegen notorische Tastenlöwen hegte, die ich gerade erst schrittweise und bezeichnenderweise mit überwiegend den langsamen Sätzen der in diesem Rätsel angesprochenen Werke wieder abbaue. Der oben genannte Thread zum Klavierkonzert sollte aber die diskographische Lückenhaftigkeit dieses Textes mehr als genügend füllen.
Dass auch Tschaikowskis letztes besonders populäres Werk, seine sechste Symphonie, auf derselben Tonreihe im Krebsgang basiert, habe ich erst bei der Recherche zu diesem Rätsel bemerkt, und diese Tatsache hat mich sehr überrascht. Fast in jedem Konzertführer steht nämlich zu dem Hauptthema des ersten Satzes geschrieben, dass es sich um eine Melodie von „überirdischer Schönheit“ (Knaurs Konzertführer) oder eine ähnliche Größenordnung handelt. Das sei nicht bestritten, aber eigentlich ist es wirklich nichts anderes als Lehars „Lippen schweigen“, das Männlein im Walde oder Strauss’ „Aber der Richtige“ im Rückwärtsgang. Die starke Wirkung dieses Themas muss also weitere Ursachen haben als die bloße Tonfolge, und genau da setzt die Größe Tschaikowskis ein, der hier ein eigentlich banales Thema in einer Weise verpackt und instrumentiert, die nahezu jeden Hörer überwältigt und in der Tat den Beinamen „Pathétique“ verdient, den Tschaikowskis Bruder Modest der Sinfonie nach wenigen Aufführungen verpasste.
Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass Tschaikowski selbst schon alles getan hat um die Emotionalität seines Werkes zur Geltung zu bringen und diese nicht auch noch durch eine übergroße Emphase in der Interpretation steigern wollen. Vielmehr sollten wir uns bewusst – und nach allem, was wir über die Verwurzelung unserer Tonfolge im Volkslied wissen, auch nicht überrascht – sein, dass dieses Thema seinen Ursprung wahrscheinlich in einem ukrainischen Volkslied hat und daher eher schlicht als überschwänglich vorgetragen werden sollte. Das haben russische Dirigenten wie Mrawinsky und Swetlanov wohl schon mit der Muttermilch mitbekommen, aber ich hatte immerhin das Glück, dass meine ersten LP Aufnahmen auch von eher nüchternen Dirigenten wie Paul Kletzki oder Otto Klemperer bestritten wurden, die zu verhindern wussten, dass mich die Gefühlsintensität von Tschaikowskis geheimnisvollem Programm, das nach dessen eigenen Worten hinter dieser Sinfonie steckt, als Klassikfrischling davon schwemmte. Später kam dann der für meine Begriffe als Tschaikowski-Dirigent total unterschätzte Charles Dutoit hinzu.
Leider sind Dutoits Aufnahmen der drei letzten Sinfonien Tschaikowskis vom Markt verschwunden. So bleibt mir auch hier nur der Hinweis auf diesen Thread, in dem mindestens die wichtigsten aller Gesamtaufnahmen von Tschaikowskis sechs Sinfonien erfasst zu sein scheinen: Tschaikowski: Die Sinfonien – Gesamtaufnahmen und Einzeleinspielungen
Ein erfolgreicher Komponist wie Tschaikowski konnte es sich zwar leisten, die meisten Aufträge abzulehnen, die ihm nicht genehm waren. Manche aber musste er jedoch annehmen, und dazu gehörte die Kommission, zur Eröffnung der Moskauer Weltausstellung im Jahr 1882 eine Festouvertüre zur Erinnerung an die an die Schlacht an der Borodina bei Moskau im September 1812 zu verfassen, welche die Russen zwar verloren, die sich aber als bis dato wohl blutigste Schlacht der Weltgeschichte für Napoleon als Pyrrhussieg erweisen sollte, dessen immense Verluste letztlich seinen Rückzug aus Russland und seine spätere totale Niederlage erzwangen.
Tschaikowski selbst mochte diese Ouvertüre nicht besonders und charakterisierte sie als „sehr laut und geräuschvoll. Ich habe sie mit wenig Wärme und Liebe geschrieben; sie wird daher wohl nur geringen künstlerischen Wert haben.“ (zit. n. Harenberg Kulturführer Konzert. Mannheim 2007)
Laut und geräuschvoll ist das Werk in der Tat, und natürlich beschönigt seine Schlachtbeschreibung mit der untergehenden Marseillaise auch den Anlass der Komposition. Es hat jedoch etwas durchaus Pikantes, wenn man feststellt, dass die triumphierende Melodie, die sich gegen Ende des Werkes durchsetzt, nichts anderes als der Spiegel des emotionalen Ankers der späteren „Pathetique“ ist, nämlich unsere bekannte Tonfolge in der aufsteigenden Folge C-F-G-A. Ob der Occupy-Bewegung wohl bewusst ist, mit welcher Musik sie sich identifiziert, wenn sie die Maske des Films V FOR VENDETTA übernimmt, in dem diese Ouvertüre so prominent zitiert wird, wie der YouTube-Verweis oben belegt?
Eine Analyse und Diskussion der Ouvertüre findet Ihr übrigens auch in diesem illustrativen Thread: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1277.
Ihr könnt aber auch gerne Eure eigenen Lieblingsaufnahmen dieser mit am häufigsten aufgezeichneten Schlatrösser der Musikgeschichte nennen.
:hello Rideamus
Rideamus (15.01.2012, 11:36): Für den Hinweis auf den klassischen Teil der folgenden Frage danke ich wiederum Christian Köhn, der die Tonfolge so erläuterte: "a-d-d-d-d-e-fis-fis-e-e-e-e-fis... (transponiert: C-F-F-F-F-G-A-A-G-G-G-G-A) Also 13-fach „Deine“ Töne, dann erst anders".
Ein lautes und besonders großes Standwerkzeug, das mit erneuerbarer Energie betrieben wird, wird im Volkslied für kurze Zeit mit fast denselben Tönen besungen wie sie ein großer Komponist im Schlussteil einer frühen Programmmusik (sein Opus 2) für ein sehr leises Flugtier und zur Illustration eines Maskenballs verwendet. Der Komponist dieses Werks hatte mit dem in Nr. 3 erfragten Komponisten nicht nur die Liebe zum Klavier gemeinsam.
Gesucht sind das Volkslied sowie das Opus 2 und der letzte Buchstabe des Nachnamens seines Komponisten
Tipps:
Französische Flugtiere, entomologisch. Und ein Brettspiel – Quasimodo
Flügel haben beide, Werkzeug (in der elementar anderen Ausführung) und Tier - Philmus
Mit dem im Volkslied besungenen Werkzeug assoziiert man meist einen anderen Komponisten und nach dem Flugtier ist auch eine Schlucht auf einer Insel im Mittelmeer sowie eine Romanverfilmung mit zwei sehr bekannten Hauptdarstellern benannt - Emotione
Die Lösung flatterte mir fast zu. Kein Rauschen, kein Klappern, einfach so – Amelia Grimaldi
Es gibt auch eine Symphonie eines Böhmen, die sehr ähnlich anfängt... - Philmus
Die (fremdsprachige) Bezeichnung des Flugtieres ist auch der Name einer Hunderasse. (Mit dem schweren Werkzeug habe ich mich in der ursprünglichen Fragestellung schwer getan, da mir kein Volkslied über einen Presslufthammer einfiel - Pavel
Exemplare des "große(n) Standwerkzeug(s), das mit erneuerbarer Energie betrieben wird", habe ich vor einigen Jahren recht häufig bei unseren nordwestlichen Nachbarn angetroffen; da ergaben sich schöne Fotomotive. Allerdings handelte sich da um nahe Verwandte des hier gefragten Werkzeugs: Die betreibende Energie war anderer Art, wiewohl ebenfalls erneuerbar - Gurnemanz
Klappern gehört klipp und klar zum Handwerk – Calisto
Und ich dachte schon klirr und klapp...Faltern gehört zum Flügelwerk - Philmus
Ich mochte als Kind vor allem die gelben Flieger - Heike
Das flatternde Tierchen hat auch einen Opernkomponisten inspiriert, dort allerdings mit letalem Ausgang - Severina
Lösung: Es klappert die Mühle am rauschenden Bach und Schumann: „Papillons“ Lösungsbuchstabe N King’s Singers http://www.youtube.com/watch?v=nRY09qQOV8E Jörg Demus (mit Noten) ab 11’18“ http://www.youtube.com/watch?v=Ghjhk6Es6D8
Ich kannte das erstmals 1824 von Ernst Anschütz in seinem „Musikalischen Schulgesangbuch“ veröffentlichte Kinderlied natürlich, hatte es aber nicht als Beispiel für die Tonfolge C-F-G-A auf dem Radar, als mich Christian Köhn auf die oben bezeichnete Stelle in Robert Schumanns Klavierzyklus op. 2 PAPILLONS hinwies. Schon beim ersten Hören aber war die Ähnlichkeit beider Themen ohrenfällig, und ich konnte und wollte der Versuchung nicht widerstehen, auch einmal diesen Komponisten, dessen Klavierwerk ich wie so vieles dieser Gattung gar nicht bzw. bis dahin am ehesten noch über seine KINDERSZENEN und den CARNAVAL kannte und schätzte, in eines meiner Rätsel einzubauen.
Der Leipziger Organist und Lehrer Ernst Anschütz (1780-1861) ist uns ja bereits zu Beginn dieses Rätsels als Autor des Weihnachtsliedes „Oh Tannenbaum“ begegnet, und wie bei so vielen Volksliedsammlern des 19. Jahrhunderts ist nicht immer leicht auszumachen, was von ihm selbst stammt, und wie weit er gesammelte Lieder adaptiert oder ganz übernommen hat. Jedenfalls muss Anschütz, auf den so bekannte Lieder wie „Alle meine Entchen“, „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ oder auch „Wenn ich ein Vöglein wär’“ zurück gehen, ein außerordentlich verdienstvoller und hoch geschätzter Mann gewesen sein. Besonders hoch anzurechnen ist ihm, dass er, obwohl er als Vater von sieben Kindern stets am Rande der Armut lebte, auf Honorare für seine Liedersammlungen verzichtete, damit die Bücher für seine Schüler erschwinglich blieben.
Hier ist sein lautmalerischer Text für das große Handwerkszeug, das bekanntlich vielen Liedern, Bildern und Texten der Romantik als Demonstrationsobjekt für Beschaulichkeit und einen gottgefälligen Lebenswandel diente. Die endgültige Melodie des Liedes, das wohl auf das ältere Volkslied „Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus“ zurück gehen dürfte, stammt Carl Reinecke (1824-1910), der sie um 1865 den neuen Versen von Anschütz als Melodie unterlegte und als sein op. 91.1 heraus gab.
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp. Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp. Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Schrot, und haben wir solches, so hat's keine Not. Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
Flink laufen die Räder und drehen den Stein, klipp klapp, und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein, klipp klapp. Der Bäcker dann Zwieback und Kuchen draus bäckt, der immer den Kindern besonders gut schmeckt. Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
Wenn reichliche Körner das Ackerfeld trägt, klipp klapp, die Mühle dann flink ihre Räder bewegt, klipp klapp. Und schenkt uns der Himmel nur immerdar Brot, so sind wir geborgen und leiden nicht Not. Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
Leider bin ich alles andere als ein Kenner von Schumanns Werk und kann deshalb auch nicht sagen, ob dieser das Kinderlied von den drei Reitern gekannt hatte, oder ob es ihm als solches präsent war, als ihm die Idee zu dem Finale seines Opus 2 kam. Fest steht nur, dass Carl Reinecke wiederum zum engen Kreis der Musiker um Robert Schumann gehörte und es deshalb keineswegs auszuschließen ist, dass die endgültige Form des Kinderliedes wiederum auf Schumanns Schmetterlinge zurück geht. Die Gemeinsamkeit mit dem Komponisten der Frage 3, Johannes Brahms, ist natürlich beider Liebe zu Clara Wieck, Schumanns späterer Frau, die mindestens eine der ersten war, die im damals noch zarten Alter von 13 Jahren die PAPILLONS spielen durfte.
Die Inspiration der Schmetterlinge war eine literarische. Schumann war nämlich ein begeisterter Leser der Werke Jean Pauls, und besonders dessen unvollendeter Roman „Flegeljahre“ hatten es ihm angetan. In einem für Schumann wohl nicht untypischen Versuch, seine Musik gleichzeitig zu erklären, deren persönliche Wurzeln aber möglichst zu verschleiern, schrieb er an den Kritikerkollegen Ludwig Rellstab: „Euer Hochwohlgeboren erinnern sich der letzten Szene: Larventanz – Walt – Vult – Masken – Vina – Vults Tanzen – Das Umtauschen der Masken – Geständnisse – Zorn – Enthüllungen – Forteilen – Schlussszene und dann der fortgehende Bruder. Noch oft wendete ich die letzte Seite um, denn der Schluss schien mir nur wie ein neuer Anfang – fast unbewusst war ich am Klavier, und so entstand ein Papillon nach dem anderen“. (zit. n. dem Programmheft der Kölner Philharmonie hier: http://www.koelner-philharmonie.de/media/content/veranstaltung/programmheft/2011-02-16.pdf)
Ob diese Stichworte tatsächlich die 12 Teile des gut viertelstündigen Klavierstückes kennzeichnen, sei dahingestellt. Vermutlich ist es wohl eher so, dass Schumanns Miniaturen eher Nachklänge des Romans darstellen, dessen letztes Kapitel, auf das sich Schumann bezog, bezeichnenderweise „Larventanz“ heißt. Schmetterlinge (i. e. Papillons) schlüpfen ja bekanntlich aus Larven aus und haben dann eine ganz andere, federleichte Gestalt. Fest steht, dass in den Dreiertakten der Walzer und anderen Tänze dieses Stückes der Ausklang eines Karnevals geschildert wird, was auch erklärt, dass Bruchstücke der PAPILLONS auch in Schumanns op. 9, CARNAVAL, wieder auftauchen.
Übrigens dürfte Schumann das Motto dieses Rätsels gefallen haben, liebte er es doch selbst zumindest in seiner Anfangszeit, seine Werke auf bestimmten Buchstabenkombinationen aufzubauen, wie die ABEGG-Variationen oder sein Opus 9, CARNAVAL, das er mit den Tönen A-eS-C-H konstruierte, die sowohl für das Gut Asch standen, auf dem seine damalige Verlobte Ernestine von Fricken wohnte, als auch die tönenden Teile seines eigenen Namens, nämlich eS-C-H-A, umfassten.
Bevor wir über diese Verkleidung von Buchstaben und Tönen nachdenken, geht es uns aber zunächst um die Schmetterlinge, die den Larven Jean Pauls entschlüpften. Deren Maskenfest endet mit dem Finale, das mit der klappernden Mühle beginnt, schließlich aber ähnlich wie ein weiteren Maskenfest ausklingt, nämlich dem des zweiten Aktes eines anderen Werkes um ein unruhiges Flattertier: DIE FLEDERMAUS (ursprünglich, wie in der letzten Lösung angesprochen „Le reveillon“ von Meilhac und Halévy). Während dort aber ein allgemeiner, spöttischer Kehraus die Gefoppten davon schickt, schrieb Schumann am Ende seins Finales in die Partitur ein überraschendes Stück seines Programms hinein: “Das Geräusch der Faschingsnacht verstummt. Die Turmuhr schlägt sechs”. Danach verschwinden die Gäste hörbar nach und nach in einem ganz ungewöhnlichen Klangeffekt. Er lässt nämlich in einem lange gehaltenen Diminuendo eines Akkordes nacheinander die einzelne Töne ausklingen, bis schließlich alle Gäste verschwunden sind und die Stille des Nichts die bunte Szenerie abschließt. Die Leere, welche die Gäste hinterlassen, ersetzt sie rückstandslos. Kein Wunder, dass Schumann zu den Bewunderern von Berlioz gehörte, der gerade ein Jahr zuvor in seiner SYMPHONIE FANTASTIQUE mit ähnlich kühnen Klangeffekten seines Orchesters überrascht hatte.
Wer sich darüber hinaus für Schumanns Leben und Werk interessiert sollte einmal (wieder) diesen umfangreichen Thread nachlesen: http://www.capriccio-kulturforum.de/komponisten/1606-schumann-%E2%80%93-verkannt/ . Wie gesagt, bin ich nämlich keineswegs ein Kenner Schumanns oder gar seines Klavierwerkes. Deshalb wäre es auch vermessen, wenn ich neben der oben genannten Einspielung von Jörg Demus auf YouTube, nahe der man auch Aufnahmen von Claudio Arrau, Wilhelm Kempff und anderen hören kann, eigene Plattenempfehlungen geben würde. Sehr glücklich, auch im Hinblick auf den anderen Wiener Karneval, und preiswert scheint mir aber diese Werkkombination zu sein:
Kann jemand etwas über die Qualität dieser Aufnahme sagen?
:hello Rideamus
Rideamus (16.01.2012, 10:58): Zu einem richtigen Rätsel gehört eine richtige Rätselfrage. Diese gilt einem musikalischen Bühnenwerk mit einer seltsamen Mathematikaufgabe auf der Basis einer inzwischen sehr bekannten Tonfolge: drei sind die Fragen ... (das Ergebnis) ist einzig
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens und für die Extrapunkte weiteres Passende vom selben Komponisten, der hier indirekt schon einmal vorkam. Leider weiß ich nicht mehr, von wem der Hinweis auf diese Frage kam, für die ich mich sehr bedanke.
Tipps:
Nicht nur der Komponist, auch das Bühnenwerk wurde in diesem Rätsel schon als Lösungshinweis verwendet – Pavel
Unser Rätselmeister stellt oft Fragen, bei denen man sich den Kopf zerbrechen kann. Im gesuchten Werk hingegen kann einer (wie viele seiner Vorgänger) selbigen sogar verlieren... – Amelia Grimaldi
In Köln sagt man ja "Drei mol null es null" - die beiden Protagonisten in diesem Stück kriegen als Ergebnis gleich dreimal hintereinander "1" heraus – Quasimodo
Der Komponist ist wohl auch ein Experte für große Gefühle... – Pavel
Da musste nur der Richtige kommen, damit bei dieser Dame das Eis schmilzt wie Butter in der Sonne - Calisto
Auf die Lösung stößt man bestimmt auch ohne schlaflose Nacht! - Severina
Auch Hoffnung und Feuer spielen eine Rolle - Gurnemanz
Lösung: Giacomo Puccini: TURANDOT - In questa reggia... Gli enigmi sono tre, la morte una Lösungsbuchstabe N http://www.youtube.com/watch?v=n_vc_txniDM (Schluss ab Minute 5)
In einem Tipp zur Frage 4 mit dem Hoch- und Deutschmeistermarsch hat Pavel auf einen Trailer der Bayerischen Staatsoper verwiesen, den ich hier gerne noch einmal aufrufe: http://www.bayerische.staatsoper.de/861-bXNnX2lkPTE0MDQ0-~Staatsoper~bso_aktuell~aktuelles_detail.html. Als ich den sah, bereits wissend, dass diese Frage Nr. 16 kommen würde, hatte ich nämlich vorübergehend das Gefühl, dass in München jemand gerade in exakt denselben Bahnen dachte wie ich bei der Gestaltung dieses Rätsels und mir in dem Trailer genau die richtigen Ausschnitte liefern wollte. Statt einer ausführlichen Werkläuterung dieser Lösung rate ich also dringend dazu, sich diese beiden Links anzusehen, solange sie noch im Netz stehen. Man bekommt da nämlich nicht nur einen Eindruck von einer außerordentlichen Inszenierung und einer bemerkenswerten Darbietung der Titelrolle, die bekanntlich zu den ganz großen Herausforderungen dieses Metiers zählt, durch die amerikanische Sopranistin Jennifer Wilson. Ich kenne leider nur den Trailer und die Rundfunkübertragung der Premiere unter Zubin Mehta, aber auf dieser Basis kann ich jedem nur raten, sich trotz Mehtas dröhnender Einheitslautstärke diese Inszenierung anzusehen, wenn es sie im April wieder gibt (und Mehta ohnehin durch Dan Ettinger ersetzt wird). Man wird nämlich, nicht zuletzt auch wegen des hervorragenden Chores der Bayerischen Staatsoper, aktuell kaum eine bessere TURANDOT zu hören und mehr Spektakel zu sehen bekommen.
Natürlich sollte man nicht unbedingt noch Birgit Nilsson und Franco Corelli im Ohr haben, die in dem weiter oben, gleich nach der Lösung, verwiesenen YouTube-Clip natürlich auf Dauer eine Idealbesetzung für diese Oper darstellen. Aber man vergleiche mal diese beiden Clips, und dann darf man sich schon wundern, warum von dieser Münchener Aufführung gar so wenig zu hören oder zu lesen war - schon gar nicht, soweit ich feststellen konnte, in diesen Spalten. Dabei hätten doch wenigstens die vernichtenden Kritiken der Inszenierung Carlos Padrussas im österreichischen Forum dazu reizen können, sich einmal damit zu beschäftigen. Aber vielleicht geschieht das ja hier noch.
Einer solchen Diskussion der mir nur in kleinen Teilen bekannten Inszenierung und vor allem des Werkes möchte ich deshalb jetzt nicht zu weit vorgreifen, sondern nur auf einige Aufnahmen hinweisen, die meinen Eindruck von Puccinis letzter Oper, die ich neben der BOHÉME und Telen des TRITTICO von seinen Opern am meisten schätze, am nachhaltigsten geprägt haben. Mindestens eine der m. E. besten Aufnahmen ist dieser Klassiker mit Birgit Nilsson, Renata Tebaldi und Jussi Björling unter der Leitung von Erich Leinsdorf:
Ihretwegen habe ich mir nie die konkurrierende und seinerzeit viel gelobte Aufnahme Molinaro-Pradellis mit Nilsson, Corelli, statt Björling und Renata Scotto angeschafft, da ich annahm, dass beide einander zu ähnlich sein würden. Stimmt's oder habe ich da Recht?
Ohnehin bleibt meine Lieblingsaufnahme aber diejenige, die ich nach ihrem Erscheinen sehr häufig mit meinen Kindern gehört habe, und die mich davon überzeugt hat, dass TURANDOT ungeachtet (oder doch wegen?) ihrer Rätselhaftigkeit und Grausamkeit eine ideale Oper für junges Publikum ist. Aber auch abseits dieses besonderen Aspektes wartet die Aufnahme mit einem Orchesterzauber auf, der gerade in dieser Oper für mich unabdingbar dazu gehört, denn es ist sonst zu leicht, sie in einem Wettbewerb einander nieder brüllender Starsänger zu ruinieren. Da diese sich hauptsächlich in dem von Franco Alfano vervollständigten Finale austoben können und müssen, habe ich auch viel Sympathie für die Entscheidung Padrussas, in ihrer Münchener Aufführung, wie schon Toscanini bei der Uraufführung der Oper im Jahr 1926, auf dieses Finale ganz zu verzichten.
Aus dem gleichen Grund höre ich auch meine Lieblingsaufnahme der Oper selten bis zu Ende durch, denn die wird gerade im letzten Teil durch eine mehr als unglückliche Besetzung der Titelrolle beinahe ruiniert. Ich spreche von der umstrittenen Einspielung Herbert von Karajans, die leider immer noch im Hochpreissegment angeboten wird:
Zugegeben, Katia Ricciarelli ist über weite Strecken ihrer Partie total überfordert, und Karajan plustert den orchestralen Part der Wiener Philharmoniker auch noch in einer Weise auf, die in der Oper die Sänger erschlagen würde. Auch glättet er manche Schärfe, die von Puccini bewusst gesetzt war, Karajan aber wohl zu schroff klang. Irgendwie aber passen diese Lesart und die Überforderung Katia Ricciarellis für mich zu dem Stück und insbesondere zu der Rolle der eiskalten Prinzessin. Die ist ja auch ein sich übernehmender, fehlender Mensch und nicht nur eine eiskalte Todesprinzessin. Mit Domingo bin ich durchaus einverstanden, und die Liu der Barbara Hendricks gehört für mich zu den ganz großen Interpretationen dieser Rolle, weil sie als eine der ganz wenigen Schönsängerinnen auch die sehr jugendliche, um nicht zu sagen naive, Schwärmerei der Rolle deutlich macht. Eine "ältere" Stimme wie etwa die der Tebaldi zum Zeitpunkt der o.g. Aufnahme reduziert für mich das Drama zum Schöngesang, weil, und da gehe ich ganz mit Puccini konform, diese Rolle für mich der eigentliche Dreh- und Angelpunkt des Werkes ist. Bezieht man dann noch die luxuriöse Besetzung der Nebenrollen des Timur mit Ruggero Raimondi, sowie die in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzenden Ping, Pang und Pong mit Gottfried Hornik, Heinz Zednik und Francisco Araiza (!) in seine Überlegungen ein, hat man mehr als genug Argumente um sich diese Interpretation zumindest als Gegenpol zu allen anderen zuzulegen.
TURANDOT ist aber eigentlich eine Oper, die man auch sehen sollte. Leider kenne ich nur drei Bildaufzeichnungen, nämlich die plüschige Inszenierung Franco Zeffirellis der MET, die an Aufwand noch gewaltig getoppt wird von der pseudoauthentische Fassung Zhang Yimous aus Peking. Beide verfehlen für meine Begriffe das Wesen der Oper, weil sie das Werk auf einen kalten Kostümschinken reduzieren und auch musikalisch eine ausgeprägte Kompromissfähigkeit erfordern. Das ist zwar mit Eva Marton und José Carreras (Ricciarelli ist hier als Liu viel passender besetzt) unter der Stabführung Lorin Maazels auch in erheblichem Maße erforderlich, aber wenigstens gibt die Inszenierung von Harold Prince einen angemessenen Eindruck davon, was man aus der Oper machen könnte, wenn man die richtige Besetzung hat.
Gespannt wäre ich noch auf die Inszenierung Chen Kaiges aus Barcelona mit Maria Guleghina, Alexia Voulgaridou und dem Münchener Kalaf, Marco Berti. Kann jemand zu der DVD etwas sagen?
Bei den Extras haben sich auch hier nur wenige Teilnehmer gefunden, die sich trauten, sich auf weitere Stücke Puccinis um die Töne C-F-G-A festzulegen, aber Pavel hat doch einige gefunden, für deren Nennung er besonderes Lob verdient und fleißig Punkte gesammelt hat.
EDGAR - Tu volutta di fuoco (Beginn der Szene Tigrana - Edgar, 1.Akt) FANCIULLA DEL WEST: Io non son che una povera fanciulla (Szene Minnie -Dick Johnson, 1.Akt) CRISANTEMI (ab Takt 24 und nochmals knapp vor dem Ende)
:hello Rideamus
Rideamus (17.01.2012, 12:37): Einen großen Komponisten scheint unsere Tonreihe besonders gern zu einem flotten Rondo inspiriert zu haben, denn seine beiden beliebtesten Instrumentalkonzerte beginnen ihren abschließenden Satz mit sehr vertrauten Tönen.
Gesucht werden die beiden Konzerte und der vorletzte Buchstabe des Komponistenvornamens. Für den Hinweis auf diese beiden Stücke danke ich Tharon.
Tipps:
Lest Euch doch mal die Frage richtig durch. Gibt es wirklich so viele Komponisten, die verschiedene Instrumentalkonzerte mit einem Rondo als letztem Satz geschrieben haben, so dass es beliebteste geben kann, und deren Vorname mit ...i. endet? - Riddleamus
Das Eine ist das letzte, das Andere das einzige - Emotione
Solange ich der Bestätigung harre: Es scheint wichtig zu sein, dass die 3.Sätze nicht nur Rondos sind (wie nahezu alle 3.Sätze in Konzerten), sondern explizit so heißen.... - Philmus
Das von Emotione benannte Einzige weicht a weng in der Tonfolge ab: (transponiert) F-C-F-A-C1-F-C-F-A-C1-Bb-G-A-F... sonst wär’s auch arg einfach - Philmus
Das Vorletzte, Vorvorletzte, Vorvorvorletzte und Vorvorvorvorletzte ist nicht gemeint, endet aber auch mit einem Rondo. Gemeint ist tatsächlich das Letzte – Calisto
Der besagte Vorname ähnelt sehr dem Nachnamen eines früheren Transportunternehmensdirektors und hat auch in der Sprache unserer Nachbarn ein I an vorletzter Stelle... - Philmus
Der hat sich selbst sicher nicht als Kleinmeister gesehen! Aber leider hat er weder ein Cello- noch ein Klarinetten- noch ein Oboenkonzert komponiert - Gurnemanz
Ein Oboenkonzert schon, wie man in Gunter Joppigs Buch "Die Oboe" und auch auf Wikipedia nachlesen kann. Es existiert aber leider heute nur noch als Rekonstruktion (Erstaufführung 2003 in Rotterdam) – Arundo Donax
Ein mit Wegen umgebenes Gartenstück + ein falsch geschriebener Wärmeabgeber - Maggie
Quasimodo hatte erst keinen Schimmer, dann geschlafen und dann zu tun. Und dann hat er sich angesichts Maggies Tip gefragt, ob die schon erfolgte Bestätigung durch den Rätselmeister nur geträumt war. - Aber nein! Das ist ein guter Tipp! Er sollte nicht auf taube Ohren stoßen! - Quasimodo
Was soll man da noch für Tipps geben? Heroisch, wer die Frage als erster lösen konnte, fidel, wer überhaupt zur richtigen Lösung gelangt ist. Und wer noch auf dem Hügel nach Tipps spähend sitzt, dem wünsche ich viel Erfolg! – Amelia Grimaldi
Lösung: Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61 s. http://www.youtube.com/watch?v=yNUZtSqpOWc Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur s. http://www.youtube.com/watch?v=Mcn7jb_Y3fA ab 27’30" Lösungsbuchstabe: I
Ich gestehe, ich war zunächst etwas überrascht, dass die Beantwortung dieser Frage zunächst so schwer fiel, denn so viele Komponisten, die zwei „beliebteste“ Instrumentalkonzerte verfassten, gibt es ja nun wieder auch nicht. Wenn man bedenkt, dass Tschaikowski gerade erledigt war, Haydns Konzerte kaum qualifiziert sind, Mozart zu viele schrieb, um ernsthaft auf zwei „beliebteste“ festgelegt werden zu können, bei Brahms nur sein erstes Klavierkonzert in Frage kam (aber nicht nach den vier Tönen), weil genauso wie bei Dvorak und Strauss die übrigen Konzerte nicht mit einem Rondo abschlossen, dann war die Auswahl unter den „großen Komponisten“ mit einer kleinen Zahl von möglicherweise beliebtesten Konzerten doch recht gering. Danach haben Emotiones Tipp mit dem letzten und einzigen und der von Philmus, dass die Rondos nicht nur welche sind, sondern auch noch so heißen, zum Glück den Knoten ja doch noch zum Platzen gebracht. Dergleichen Überraschungen gibt es bei diesen Rätseln zum Glück immer wieder. Anders wäre es aber auch langweilig.
Langweilig wäre es auch, wenn ich zu den beiden Konzerten Beethovens, die in der Tat zu den bedeutendsten und populärsten der Konzertliteratur gehören, noch etwas zu schreiben versuchte, was nicht schon anderswo, aber auch hier zuhauf und weitaus kompetenter geschrieben worden wäre. Kaum ein Klassikliebhaber dürfte nicht über eine oder mehrere Aufnahmen dieser Werke verfügen, und selbst wenn es sich dabei um preiswerte Ausgaben ohne Beiheft handelt, so bietet allein Wikipedia mehr Information als mir selbst zu Gebote steht. Das gilt für die musikologischen Erläuterungen wie für das anekdotische Rankenwerk um Beethovens Partitureintrag zum Violinkonzert, dass er es aus Barmherzigkeit (Clemenza) für den Wiener Violinsolisten Clement komponiert habe oder den Umstand, dass sein letztes Klavierkonzert während der Besetzung Wiens durch Napoleons Truppen entstand und deshalb sein englischer Beiname „Emperor“ mehr als irreführend und, wie die meisten Beinamen beliebter Kompositionen, ohnehin nicht autorisiert ist, sondern von einem Verleger stammt. Ich bitte daher um Nachsicht, wenn ich hier darauf verzichte, das alles mit eigenen Worten abzukupfern.
All das und noch mehr kann man zudem in unseren eigenen Spalten nachlesen, nämlich hier (Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61) bzw. hier (http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=251) und hier (Ludwig van Beethoven: das Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur op. 73: der "Kaiser" unter Beethovens Klavierkonzerten) bzw. hier: (http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=107) . All diese Threads bieten nicht nur gute Einführungen in die beiden Werke, sondern auch einen sehr guten Überblick über die besonders erstrebenswerten Aufnahmen, so dass ich hier nur meine eigenen Lieblinge zu ergänzen brauche.
Wie meist bei Instrumentalaufnahmen habe ich diese zu Beginn meiner Klassiksozialisation in Aufnahmen, die damals als Referenz galten, rauf und runter gehört, bis meine Neugier auf weniger vertraute Werke des Repertoires die Oberhand gewann und weitere Neuerwerbungen in der Regel blockierte. Meine Lieblinge sind daher die bewährten Klassiker, nämlich vom Violinkonzert die alte Aufnahme von Wilhelm Furtwängler mit Wolfgang Schneiderhahn, die es derzeit leider nur antiquarisch oder als Download gibt:
Oder die Aufnahme Nikolaus Harnoncourts mit Gidon Kremer, die, nicht zuletzt wegen ihrer sinnvollen Kopplung mit den beiden Violinromanzen sicher zu den erstrebenswertesten mindestens im Niedrigpreissektor gehört:
Bei dem Klavierkonzert hat mich besonders die Gesamtaufnahme mit Leon Fleisher und George Szell geprägt, die ich noch als LP-Boxen besitze:
Ich schätze sie aber auch in der GA mit Alfred Brendel und Bernard Haitink, möchte aber zusätzlich diese beiden extrem gegensätzlichen Aufnahmen hervorheben, die jeweils ein sehr individuelles Bild dieses Konzertes abgeben, nämlich die gelassen virtuose Version von Vladimir Horowitz und Fritz Reiner in einem sehr guten und preiswerten Remastering:
und die sehr interessante HIP-Aufnahme von Arthur Schoonderwoerd, die so ganz anders klingt als gewohnt. Sie verdient sicher den Hype, der vor Kurzem noch um sie aufgebaut wurde, als sie als überraschend neu gefeiert wurde, dürfte diesem auf Dauer aber kaum standhalten. Als provokante Alternative wird sie jedoch bestimmt eine beachtliche Position behalten,
wobei nach meiner Auffassung Schoonderwoerds Hammerklavierfassung des Violinkonzertes diese Sonderstellung noch nachhaltiger verdienen dürfte, denn gerade das fünfte Klavierkonzert fordert nach meinem Gefühl doch eine etwas majestätischere Aura als Schoonderwoerds relativ kleine Besetzung anbietet.
Das sind aber nur meine persönlichen Empfehlungen aus einer Vielzahl von Aufnahmen, die ich gar nicht erst kenne. Zu ihnen gehört eigentlich noch die Aufnahme des fünften Klavierkonzertes mit Bernstein/Zimerman, auch wenn die Scheibe zwar billig, aber mit 40 Minuten Spielzeit auch nicht gerade generös ausfällt. Wer sie sich leisten kann, sollte deshalb dieses DVD mit allen instrumentalen Hauptwerken Beethovens in den Interpretationen des späten Bernstein in Erwägung ziehen:
Welche wichtigen Aufnahmen hätte ich jetzt noch erwähnen sollen?
:hello Rideamus
Rideamus (29.01.2012, 11:09): Nun komme ich endlich dazu, die überfällige Entschuldigung für meinen Irrtum bei der Tonfolge in Beethovens Violinkonzert zu formulieren und mich wieder ein wenig auf die verbleibenden Auflösungen des Adventsrätsels zu konzentrieren. Ich hoffe, ich kann sie diesmal abschließen, bevor die Karnevalszeit endgültig alle Erinnerungen daran verwischt hat.
Für den Hinweis auf den lebhaften Teil der folgenden Frage danke ich Frank Pronath
Hier ist es der, von der Klarinette eingeleitete, zweite Teil eines viersätzigen Instrumentalstückes, welchem man einen sparsamen Beinamen gegeben hat, dem es den Eingang in dieses Rätsel verdankt. Der Schluss des Werkes wurde übrigens von einem anderen Komponisten als Eröffnungschor eines Kinofilms mit der beliebtesten Musik des gesuchten Komponisten übernommen.
Gesucht werden der dritte Buchstabe des Komponistennamens, die vollständige Identifikation des gesuchten Stückes und der Titel des Spielfilms sowie seines adaptierenden Komponisten.
Tipps: Nicht nur Schwaben wird Sparsamkeit nachgesagt – Pavel
Die Klarinette ahmt hier ein landestypisches Instrument nach. Nein, kein schwäbisches! Es ist eher eine Verwandtschaft zu Türchen Nr. 10 gegeben – Quasimodo
Der Schöpfer des gesuchten Films hat eine enge Verbindung mit der Geburtsstadt Mozarts. Jetzt müsste man nur noch wissen, wo Mozart geboren wurde. Und die Verbindung liegt an einem Weiher – Amelia Grimaldi
Und vergessen Sie nicht die chinesischen Nachtigallen! – Emotione
Die Klarinette glaube ich gefunden zu haben, aber beim Spielfilm tappe ich noch im dunkeln... - Gurnemanz
Dabei solltest Du eigentlich im Hellen tappen, denn im Gegensatz zur momentanen Düsternis draußen spielt der Film im fast genauen Gegenteil. In und um Athen ist da aber trotzdem Nacht. – Riddleamus
Der Filmemacher ist eher für ein älteres Genre bekannt – Quasimodo
In den Oboen (1. und 2. unisono) kommt das Thema später auch noch. Und es ist, wie ich vor gut 2 Jahren erfahren konnte, ganz schön hakelig zu spielen. Aber wenigstens gab es damals keinen Dirigenten, der moppern konnte, wenn es mal etwas geklappert hat.... – Arundo Donax
Der Regisseur war in zweiter Ehe mit einem Mitglied einer berühmten Wiener Theaterdynastie verheiratet – Amelia Grimaldi
Eine Inszenierung des verfilmten Stücks veranlasste seinerzeit das Publikum zu dem Ausspruch: "Det muß man jesehen haben, um zehn Uhr dreht sich bei ......... der Wald." Vielleicht lichtet sich jetzt das Dunkel um den Regisseur, der im Gebäude am Weiher mit den chinesischen Nachtigallen residierte – Emotione
1. Hier geht es kariert zu. 2. Der Regisseur hatte auch jahrelang in Berlin seine Wirkungsstätte. Sein Name ist nicht Schall und Rauch. Calisto
Einer der Film-Schauspieler gab dann später unter der Regie Billy Wilders einen Amerikaner mit kommunistischem Schwiegersohn, ein anderer dieser Film-Schauspieler spielte später ebenfalls unter Billy Wilder und auch einen Amerikaner, einen der sich nicht beirren ließ, als ihm das Objekt seiner zärtlichen Gefühle eine unerwartete Überraschung bereitete... – Waldi
Danke, lieber Waldi: Die "unerwartete Überraschung" hat bei mir sofort ein Klick ausgelöst. Und da vermutlich alle jetzt die Lösung haben, ist jeder weitere Tipp überflüssig. Oder? - Gurnemanz
Naja, das weiß man nie so genau - Waldi
Lösung: Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 3 a-moll op. 56 „Schottische“ – Zweiter Satz: Vivace non troppo Lösungsbuchstabe: N Sinfoniesatz: s. http://www.youtube.com/watch?v=7zGwsPAndQ8 Schluss s. ab 7’ 42“; http://www.youtube.com/watch?v=lf1rzTf1XFA
Es ist schon bemerkenswert, wie selten man gleich an Mendelssohn denkt, wenn nach den großen Sinfonikern gefragt wird, obwohl er nach dem Urteil der meisten Kenner fraglos dazu gehört, und auch die Beliebtheit von mindestens zwei seiner Sinfonien dafür spricht. Auch in meinem Sinfonienranking kommt seine Italienische Sinfonie erst an 14. Stelle (immerhin noch unter den Top 15), obwohl ich ihn bei erneutem Nachdenken eigentlich viel höher ansetzen möchte. Aber auch der ordentliche (26. bzw. 32.), aber bei weitem nicht angemessene Mittelplatz der beiden beliebtesten Sinfonien Mendelssohn Bartholdys im Capriccio-Symphonienranking zeigt, dass dieser Komponist mindestens im deutschsprachigen Raum bis heute unter einem anscheinend unüberwindlichen Handicap zu leiden hat.
Das hat sicher auch mit seinem jüdischen Hintergrund und seiner tausendjährigen Verfemung hierzulande zu tun, scheint mir inzwischen aber vor allem der speziell deutschen Hassliebe gegenüber Privilegierten zuzuschreiben zu sein, die sich all zu gerne in blankem Neid auf Leute niederschlägt, die vermeintlich mit einem silbernen Löffel im Mund geboren wurden. Jedenfalls ist es bemerkenswert, wie oft in den Urteilen über Mendelssohn die Abneigung gegen jemanden mitschwingt, dessen Lebensweg nicht der Maxime des per aspera ad astra folgte – obwohl auch er seine Rückschläge und Selbstzweifel zu überwinden hatte. Aber das ist eine Diskussion, die besser anderswo geführt wird. Vielleicht erbarmt sich mal wieder jemand dieses Threads, der sich des Problems auch nur ansatzweise annahm: Mendelssohn Bartholdy – Wie bedeutend war er wirklich?
Ein Niederschlag seiner Selbstzweifel waren Mendelssohns Skrupel gegenüber seinen symphonischen Hauptwerken. Während er die durchaus eindrucksvollen, im Alter von nur 13 Jahren komponierten, Streichersinfonien immer nur als kompositorische Fingerübungen betrachtete, ließ er nach der Veröffentlichung seiner ersten Sinfonie von 1824 die späteren lange liegen und publizierte sie nach vielen Überarbeitungen erst lange nach ihrer ursprünglichen Komposition. Deshalb stimmt ihre heutige Zählung nur im Falle der ersten Sinfonie mit der Chronologie ihrer Entstehung überein. Die dritte, die sogenannte “Schottische“, folgte nämlich eigentlich der chronologisch fünften, die er unter dem Titel „Lobgesang“ als seine zweite Sinfonie veröffentlichen ließ, obwohl sie seine letzte und eher eine sinfonische Kantate ist.
Die ersten Inspirationen zu seinen beiden mit Recht beliebtesten Sinfonien brachte Mendelssohn von seinen Bildungsreisen nach England und Italien 1829/30 mit, wie er selbst bezeugte, und selten erwies sich ein Mitbringsel als fruchtbarer und langlebiger. Anders als viele Komponisten nach ihm, von Dvorak und Tschaikowski bis Strauss, die ganze Motive aus der jeweiligen Volksmusik übernahmen, beschränkten sich Mendelssohns Eindrücke eher auf den – erfolgreichen – Versuch, eine gewisse Stimmung einzufangen. Im Falle der schottischen Sinfonie, die in ihrem machtvollen Themenreichtum alles andere als eine sparsam ausgestattete MacSymphony ist, war es wohl vor allem der Eindruck von der zerfallenden Burg Maria Stuarts, der sich ihm eingeprägt hatte und seine Sympathien für die gewaltsame Geschichte des stolzen und dafür immer wieder schwer geschlagenen Volkes der Schotten weckte.
In meiner Frage ging es aber primär um den quicklebendigen zweiten Satz, der einen weit volkstümlicheren Charakter hat, wie es sich für das Motiv unseres Rätselthemas gehört. Das wird nämlich, wie Frank Pronath sehr richtig erkannt hatte, als er mir diesen schönen Hinweis gab, in diesem Satz immer wieder durchgespielt, und zwar sowohl vorwärts als auch im Krebsgang. Dabei bietet es die Basis einer Virtuosität in der Instrumentierung, die noch über Mendelssohns eigenes Vorbild in der Musik des SOMMERNACHTSTRAUM hinaus geht und in einem Sinfoniensatz ihresgleichen sucht. Ich weiß nicht, ob Mendelssohn seinem Wanderfreund Berlioz in Italien schon Skizzen dieses Satzes vorgestellt hat, aber allein angesichts seiner Jugendouvertüre zu Shakespeares Komödie, die Berlioz bestimmt kannte, ist verständlich, dass es diesem große Sorge bereitete, dass ausgerechnet Mendelssohn seine Begeisterung für Lord Byrons episches Gedicht „Childe Harold’s Pilgrimage“ teilen könnte und das Thema von Harold in Italien könnte komponieren wollen, bevor er selbst dazu kam. Es sollte jedoch noch lange dauern, bevor Berlioz erfuhr, welcher Stoff der englischen Welt Mendelssohn statt dessen tatsächlich beschäftigt hatte.
Dies wurde in dem gewaltigen letzten Satz der Sinfonie besonders deutlich, die mit einer ziemlich einmaligen Überraschung endet, nämlich mit einem wie angeklebt wirkenden Hymnus, in dem man sehr gut das Echo Bravehearts und anderer Helden des schottischen Widerstand gegen die Engländer heraus hören kann. Mendelssohn hatte diesen Abschnitt ursprünglich mit der kriegrischen Tempobezeichnung "Allegro guerriero" bezeichnet, bevor er die Anweisung in „Allegro maestoso assai“ abwandelte, und man kann diesem Abschnitt leicht die Absicht triumphaler Programmmusik unterstellen. Dies tat dann auch Erich Wolfgang Korngold, als Max Reinhart ihn bat, für die Eröffnungssequenzen seiner Verfilmung von Shakespeare’s EIN SOMMERNACHTSTRAUM eine Musik zu schaffen, die es in Mendelssohns Partitur zu diesem Stück nicht gab. Korngold griff zielsicher zu diesem Stück und machte daraus einen chorischen, aber auch amüsant parodistischen Hymnus um die feierliche Begrüßung des siegreichen Königs Theseus durch das Volk von Athen angemessen zu unterlegen. Leider ist Gerd Albrechts sehr gelungene Einspielung dieser Filmmusik mit dem DSO Berlin schon wieder aus dem Katalog verschwunden, so dass ich jedem Interessenten nur raten kann, sich ein Exemplar zu sichern, solange es noch erreichbar ist:
Was die Einspielungen der eigentlichen Sinfonie betrifft, so solltet Ihr die Gelegenheit nutzen, hier einmal Eure Lieblinge zu nennen. Meine Favoriten sind die Darbietung der dritten und vierten Sinfonie durch Claudio Abbado mit dem LSO, die es derzeit erfreulich günstig gibt
und die Gesamteinspielung aller fünf Sinfonien sowie der in diesem Zusammenhang besonders wichtigen Ouvertüren durch Christoph von Dohnanyi und die Wiener Philharmoniker, die lange zu Recht als Referenz galt.
:hello Rideamus
Rideamus (30.01.2012, 10:10): Mal was ganz anderes, aber wieder eine Frage, die ich Frank Pronath verdanke:
Dieses Lied ist argentinischen Ursprungs, wurde dann (unter anderem) ein Weihnachtslied und endete schließlich als verlogener deutscher Lichtleinschwenker. Die von den bekannten vier Tönen ausgehende Melodie muss also sehr eingängig sein.
Gesucht werden die drei angesprochenen Inkarnationen des Liedes sowie insbesondere der erste Buchstabe des lateinamerikanischen Originaltitels. Je einen Extrapunkt gibt es für die Nennung des Komponisten (Künstlername genügt) und eines deutschen Interpreten des Liedes, der damit Nachbarschaftspflege betrieb.
Tipps: Die Nachbarschaftspflege kann man heute als Rache für die EM 1992 hören, auch wenn sie natürlich schon vorher entstanden war und auf einen Nordseeanrainer zurückgeht... - Philmus
Der Sänger der deutschsprachigen Version hat sich fürs Lügen gleich tausendfach zu verantworten! – Quasimodo
Weihnachtslieder feiern ja die Geburt eines besonderen Kindes, hier auf englisch. Da dürfte es viele Freudentränen gegeben haben. Dass die allerdings der wörtliche Anlass für die Lichterschwenkerei gewesen sind, bezweifle ich – Amelia Grimaldi
Danke für den Tipp. Mir kamen schon fast die Tränen, und das ist die Wahrheit - Emotione
Mir kommen keine Tränen, doch ich frage mich: Sagen Dänen stets die Wahrheit? - Gurnemanz
Bei mir fließen die Tränen in Strömen , weil sich das schreckliche Lied als Ohrwurm eingenistet hat. - Calisto
Nein, nein, mein Freund! - Quasimodo
Lösung: „Soleado“ von Ciro Dammico genannt „Zacar“. Auch “When a child is born” und “Tränen lügen nicht“ bzw. „Dänen lügen nicht“ . Lösungsbuchstabe: S
Es war einmal eine hübsche Melodie, die übrigens doch nicht in Argentinien, sondern 1972 in Italien auf die Welt kam. Geschrieben wurde sie von dem italienischen Komponisten und Produzenten Ciro Dammico für sein Daniel Sentacruz Ensemble. Unter dem Namen „Soleado“ wurde dieses textlose Stück mit dem vokalisierenden Chor ein Welterfolg: http://www.youtube.com/watch?v=-J9PUiGxEKA
Über den Umweg des Soundtracks des argentinischen Films „Nazareno Cruz y el lobo“ (1975) von Leonardo Favio gelangte die Melodie in die USA, weil diese Nacherzählung der alten Legende um einen Werwolf der erfolgreichste argentinische Film aller Zeiten wurde. Dort nahm sie Johnny Mathis als „Theme From the Motion Picture 'The Love of the Wolf' in sein Album erfolgreicher Filmhits auf. Mit sicherem Gespür für den – nennen wir es freundlich: - emotionalen Drive der Melodie unterlegte ihr der Texter Fred Jacobson alias Fred Jay eine vage weihnachtliche Bedeutung, indem er ihr den Titel „When a child is born“ gab und in seinem Text auf einen kleinen Stern hinwies, der nicht von ungefähr an die Geschichte der heiligen drei Könige erinnert – ohne jedoch deren Geschichte explizit zu benennen.
A ray of hope flickers in the sky A tiny star lights up way up high All across the land, dawns a brand new morn' This comes to pass when a child is born.
Mit diesem Text wurde das Lied von zahlreichen SängerInnen aufgenommen – oft als Teil neuer Alben mit Weihnachtsliedern. Zu ihnen gehörten so verschiedene Interpreten wie Boney M. Charlotte Church, Charles Aznavour und Placido Domingo, aber auch die australische Gruppe The Seekers: http://www.youtube.com/watch?v=QeEG38iUe5U
Es gab auch weitere Textversionen, etwa eine französische von Mireille Mathieu ("On ne vit pas sans se dire adieu"), die schon herb war. Es blieb jedoch bezeichnenderweise einem deutschen Schlagerproduzenten vorbehalten, aus dieser Melodie den absoluten Tiefpunkt textlichen und musikalischen Kitsches zu fabrizieren, indem er den Sänger Michael Holm 1974 die Melodie mit dem absurd verlogenen Text „Tränen lügen nicht“ einsingen ließ. Kaum zu glauben, aber wahr, ist dann noch, dass diese deutsche Fassung es ebenfalls in die amerikanischen Hitparaden schaffte, nämlich immerhin auf Platz 7 der Easy Listening Charts.
So gesehen, kommt es einer kleinen Ehrenrettung des deutschen Populärgeschmacks gleich, dass der Komiker Otto den verlogenen Charakter des Hits erkannte und mit seiner Parodie „Dänen lügen nicht“ die Melodie wieder ein wenig verträglicher machte: http://www.youtube.com/watch?v=RS9GaBs137A
Im Zusammenhang des Rätsels war mir – neben dem weihnachtlichen Zusammenhang – vor allem wichtig, dass es sich bei diesem Lied um einen weiteren unleugbaren Welterfolg des kleinen Themas handelt, das den Ausgangspunkt des Rätsels bildete. Aber natürlich entschuldige ich mich bei allen, die wegen meiner Rätselfrage länger von diesen Ohrwurm heimgesucht wurden. Ich werde deswegen diesmal ausnahmsweise auch keine Einspielungsempfehlung geben.
:hello Rideamus
Rideamus (31.01.2012, 10:55): Mit diesem Lied findet ein Mensch, der schon morgens spazieren geht, Eingang in ein Instrumentalwerk. Aber auch eine Eselei desselben Komponisten passt hierher.
Gesucht sind der letzte Buchstabe des Komponistennamens und die drei angesprochenen Musikstücke
Tipps: Die Begegnung des Komponisten mit Freud ist Thema in einem Film – Pavel
Der Komponist ließ in seinen längeren Werke meist aufmarschieren – Amelia Grimaldi
Der Spaziergang klingt nicht wie ein Marsch... - Philmus
In dem Instrumentalwerk vergehen schon einige sehr atmosphärische Minuten, bis die Liedmelodie erscheint... – Philmus
Das Instrumentalwerk endet titanenhaft - Quasimodo
Ob unser Rätselmeister mit der "Eselei" darauf anspielen will, dass der Komponist gern auf der Alm Ski fuhr? – Gurnemanz
Natürlich nicht. Das wäre ja eher eine Ferkelei als eine Eselei, und unser Forum hat hoffentlich einen guten Ruf zu verlieren, den ich nicht riskieren möchte. ... Die Anspielung gilt auch nicht Mendels Sohn und seiner Titania. Die waren nämlich schon dran. Eher Brettspielen wie HAlma oder Mühle mit Werfeln. - Riddleamus
Wie wir aus einem Brief wissen, fuhr er aber auch gerne Rad. Wo auch immer – Amelia Grimaldi
Aber doch wohl nicht auf der Alm? - Calisto
Mancher Esel ist mit einem hohen Verstand gesegnet, den man nicht genug loben kann. – Calisto
Lösung: Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen - Ging heut’ morgen übers Feld zit. in Sinfonie Nr. 1, 1. Satz s. "http://www.youtube.com/watch?v=wSvTDs4kIPw" (ab 4’ 40“) und Lob des hohen Verstandes: "http://www.youtube.com/watch?v=F-H2gs_2eHc" Lösungsbuchstabe: R
Ich bin zwar nicht unbedingt ein Fan großformatiger Musikwerke und habe deshalb meine Schwierigkeiten mit manchem Werk Gustav Mahlers, aber seine erste Sinfonie mag ich sehr. Dennoch spare ich mir hier einen Kommentar dazu, denn in diesem vorzüglichen Thread über das Werk hat mela schon alles zusammengestellt, was ich andernorts nur unsinnigerweise abschreiben könnte: Mahler: Sinfonie Nr. 1 D-Dur - Der Lebensweg eines Jünglings Dort gibt es auch diverse gute Einspielungsempfehlungen, und was dann vielleicht noch fehlt, findet man ggf. auch hier: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=999.
Kommen wir also gleich zu dem nur scheinbaren Volkslied, das Mahler zum Hauptthema des Kopfsatzes seiner ersten Sinfonie wählte. Tatsächlich ist es ungeachtet seines volkstümlichen Anklangs, den wir nicht zuletzt in dem Gebrauch unserer Tonfolge F-C-F-G-A-Bb-C1 erkennen können, ein von Mahler selbst komponiertes und sogar getextetes Lied, das er Mitte der 1880er Jahre während seiner eigenen „Wanderzeit“ als aufstrebender Dirigent komponierte, aber erst über zehn Jahre später, also kurz vor Drucklegung seiner ersten Sinfonie, im Zusammenhang mit drei weiteren Stücken als LIEDER EINES FAHRENDEN GESELLEN veröffentlichen ließ. Leider gibt es zu diesem kleinen Zyklus hier noch keinen eigenen Thread, und ich bin nicht sonderlich gut informiert über das Liedrepertoire allgemein, aber eines fiel auch mir auf: das Lied strahlt einen für Mahler ungewöhnlichen Optimismus aus, dem man die mehrfach angesprochene, „schöne Welt“ nur zu gerne glauben möchte, zumal in dieser wunderschönen Interpretation Elisabeth Kulmanns: http://www.youtube.com/watch?v=yGeewqPaCUw
Ging heut Morgen übers Feld, Tau noch auf den Gräsern hing; Sprach zu mir der lust'ge Fink: "Ei du! Gelt? Guten Morgen! Ei gelt? Du! Wird's nicht eine schöne Welt? Zink! Zink! Schön und flink! Wie mir doch die Welt gefällt!"
Auch die Glockenblum' am Feld Hat mir lustig, guter Ding', Mit den Glöckchen, klinge, kling, Ihren Morgengruß geschellt: "Wird's nicht eine schöne Welt? Kling, kling! Schönes Ding! Wie mir doch die Welt gefällt! Heia!"
Und da fing im Sonnenschein Gleich die Welt zu funkeln an; Alles Ton und Farbe gewann Im Sonnenschein! Blum' und Vogel, groß und Klein! "Guten Tag, ist's nicht eine schöne Welt? Ei du, gelt? Schöne Welt!"
Nun fängt auch mein Glück wohl an? Nein, nein, das ich mein', Mir nimmer blühen kann!
Erst die letzte Strophe erinnert daran, dass Mahler diese Lieder nicht nur unter dem Eindruck der beiden großen Liederzyklen Schuberts und der Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ schrieb, sondern damit auch einen eigenen Liebeskummer zu verarbeiten suchte. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass dies den ersten Hörern seiner Sinfonie bewusst war, so dass nach diesem optimistischen Auftakt der Einbruch des letzten Satzes um so gewaltiger auf das Publikum wirken musste, dem ja Mahlers Vorliebe für die Kontrastierung (fast) trivialer Themen mit Urgewalten noch nicht so vertraut sein konnte wie sie uns heute ist.
Dieser Kontrast, diesmal aber zwischen der komplexen Orchestration und dem schlichten Text aus DES KNABEN WUNDERHORN, wird viel direkter ohrenfällig in Mahlers Vertonung des „Lob des hohen Verstandes“, die er nicht viel später zunächst für Klavierbegleitung schrieb, dann aber auch orchestrierte und in seine Sammlung von Liedern auf „Des Knaben Wunderhorn“ einfügte:
Einstmals in einem tiefen Tal Kuckuck und Nachtigall Täten ein Wett' anschlagen: Zu singen um das Meisterstück, Gewinn' es Kunst, gewinn' es Glück: Dank soll er davon tragen.
Der Kuckuck sprach: "So dir's gefällt, Hab' ich den Richter wählt", Und tät gleich den Esel ernennen. "Denn weil er hat zwei Ohren groß, So kann er hören desto bos Und, was recht ist, kennen!"
Sie flogen vor den Richter bald. Wie dem die Sache ward erzählt, Schuf er, sie sollten singen. Die Nachtigall sang lieblich aus! Der Esel sprach: "Du machst mir's kraus! Du machst mir's kraus! I-ja! I-ja! Ich kann's in Kopf nicht bringen!"
Der Kuckuck drauf fing an geschwind Sein Sang durch Terz und Quart und Quint. Dem Esel g'fiels, er sprach nur "Wart! Wart! Wart! Dein Urteil will ich sprechen, Wohl sungen hast du, Nachtigall! Aber Kuckuck, singst gut Choral!
Und hältst den Takt fein innen! Das sprech' ich nach mein' hoh'n Verstand! Und kost' es gleich ein ganzes Land, So lass ich's dich gewinnen!
Ich finde, Brigitte Fassbaender und Hans Zender gelingt es in der Aufnahme, auf die ich oben verwiesen habe, besonders gut, den süffisanten Kommentar Mahlers, den er mit diesem Lied nicht zuletzt einer auch heute noch vertrauten Spielart der Musikkritik widmet, zum Ausdruck zu bringen.
Ob gerade ich bei meiner recht limitierten Kenntnis des recht umfangreichen Angebotes an Einspielungen dieser Werke der Geeignetste bin um für diese Stücke Aufnahmeempfehlungen zu geben, sei dahingestellt. Ich verweise daher gerne auf diesen Thread, in dem eine ganze Reihe von Aufnahmen empfohlen werden, unter denen sich auch meine Lieblinge befinden: Mahler, Gustav: Lieder nach Texten aus "Des Knaben Wunderhorn"
Zwei dieser Empfehlungen bestätige ich aber besonders gern, und zwar die Zusammenstellung, die Thomas Hampson mit Leonard Bernstein eingespielt hat:
und die klassische Zusammenstellung der Wunderhorn-Lieder mit Elisabeth Schwarzkopf, Dietrich Fischer-Dieskau unter der Leitung von George Szell.
Es gibt noch viele weitere sehr gute, und Ihr solltet Eure Favoriten ruhig hier nennen, aber ich habe eigentlich erst in neuer Zeit wieder das Bedürfnis, mich intensiver mit Mahlers Liedschaffen zu befassen. Deshalb bin ich gerne offen für Ratschläge, womit ich diese beiden Aufnahmen ergänzen sollte. Ersetzen kann man sie wohl kaum. Aber ich bin ja nicht der ganz große Mahler-Enthusiast, wie gesagt, so sehr ich vieles von ihm schätze und früher noch viel lieber gehört habe.
:hello Rideamus
Rideamus (01.02.2012, 11:29): Diesmal finden sich die vier Töne nicht in den bekannten ersten Takten der Melodie, bei denen leider ein As zuviel ist, sondern im Refrain eines der größten Hits der klassischen Musikliteratur, der von störrischen Vögeln handelt. Seine Librettisten sind uns übrigens hier schon einmal begegnet.
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens oder seiner bekanntesten Heldin sowie natürlich ihr zu diesem Rätsel gehörendes Auftrittslied und das Werk, aus dem es stammt.
Tipps: Zu dieser Oper gibt es einen Stummfilm, in dem eine Opernsängerin die Titelrolle spielt ! - Pavel
Am Anfang klingt die Melodie eher wie ein langsam sinkender Segelflieger... - Philmus
Wenn ich mich nicht irre, dann wird hier auch gehörig geklappert – Amelia Grimaldi
Die Melodie des Auftrittsliedes ist im Grunde ein Plagiat. Der Komponist war der irrigen Meinung, es handele sich um ein Volkslied – Emotione
Zu dieser Oper scheint es überhaupt recht viele Verfilmungen zu geben - Gurnemanz
Später heißt es dann : Mischen! Abheben! Noch später: Olé, Olé! - Calisto
Wenn die Emanze an einen beschränkten Macho gerät, dann künden die Karten die Wahrheit... - Waldi
Manchmal sollte man(n) doch besser auf Mutti hören..... – Severina
Die Raucherin in diesem Stück kann sich vermutlich nicht leisten, eine Havanna zu qualmen. Also muss sie eine singen - Pavel
Lösung: Bizet: Carmen - L'amour est un oiseau rebelle Lösungsbuchstabe: E http://www.youtube.com/watch?v=xlGTz0pSLS8
von den von Dir vorgestellten Verfilmungen kenne ich nur die Flamenco-Version von Carlos Saura, die aber gründlich, denn dieser Film faszinierte mich Kino-Muffel derart, dass ich ihn mir damals gleich viermal anschaute. Inzwischen besitze ich natürlich auch die DVD. Ich muss gestehen, dass diese getanzte Version der Habanera mir die Knie weicher macht als das je zwei Opernsänger geschafft hätten, nicht einmal Baltsa und Lima. Übrigens gastierte Carlos Saura mit dieser Produktion (und beinahe identer Besetzung) 1986 (Wenn ich nicht irre...) in der Wiener Stadthalle, aber in diesem unpersönlichen Rahmen und noch dazu von weit oben stellte sich die Verzauberung des Filmes natürlich nicht ein.
lg Sevi :hello
Rideamus (02.02.2012, 13:21): Liebe Sevi,
danke für Deinen Kommentar. Ich wusste gar nicht (mehr), dass Saura mit dem Stück auch mal auf Theatertournee war, aber von den CARMEN-Filmen kennst Du jedenfalls die besten, denn die Opernverfilmung von Francesco Rosi gehört ja auch dazu, finde ich. Nun aber zur nächsten Frage
Ein alle Jahre wieder aktuelles Musikwerk beginnt nicht nur mit unseren vier Tönen, obwohl es eine Weile dauert, bis der vierte Ton kommt, sondern enthält auch einige weitere Stücke, die ebenfalls mit diesen Tönen beginnen, darunter eine besonders schöne Sopranarie über Flößer.
Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistennamens sowie das Werk und bis zu drei Stücke daraus, die der Vorgabe dieses Rätsels entsprechen
Tipps: Der besagte Anfang ist erst mal eine recht forsche Aufforderung zu saisonalen Gefühlsäußerungen – Philmus
Kannte man seinerzeit eigentlich schon den Begriff Recycling? – Emotione
Aber der Schluss hat etwas mit Riechen zu tun – Pavel
Im aktuellen Kirchenjahr hat das Werk die Teile 1, 2, 3, 4, 6 und 5. Also wird die Parfum-Werbung etwas vorgezogen – Quasimodo
Vielleicht schaust Du Dir einfach mal ganz kurz die Aufforderung aus dem letztjährigen Weihnachtsrätsel an – Quasimodo
Ich habe mal alle sechse an einem Abend mitgesungen. Danach fragte ich mich: Ist schon Ostern? – Gurnemanz
Vielleicht müssen wir Renate noch etwas locken, damit sie froh wird? – Gurnemanz
Ja, ich kann auch jauchzen und frohlocken, aber im Moment nicht – Amelia Grimaldi
Auch wenn Ihr jetzt schnauben werdet, weil ich vom Herrscher des Himm, äh, der Rätsel, noch keine Bestätigung habe, werde ich einfach mal mitlallen. Die Flößerarie gehört zu den damals sehr beliebten Echo-Arien. – Calisto
Lösung: Bach: Weihnachtsoratorium – Jauchzet, frohlocket / Flößt mein Heiland Lösungsbuchstabe: A s. http://www.youtube.com/watch?v=yjmyt3DQaJU s. http://www.youtube.com/watch?v=LTK092jlqy4
Für ihre Hinweise auf diese Stücke (es kamen mehrere) danke ich vor allem Heike und Josquin Dufay, deren Hinweise so rechtzeitig kamen, dass ich sie für das Rätsel auswählen konnte.
Es ist jedes Jahr dasselbe Problem mit dem Adventsrätsel, bzw. mit seinen Lösungen. Da die Fragen um so weihnachtlicher werden, je näher die Feiertage rücken, also auch desto später dran kommen, sind die Lösungen regelmäßig erst zur Karnevalszeit oder gar parallel zur alljährlichen Diskussion der Passionen fällig, wenn keiner mehr etwas zu einem weihnachtlichen Thema hören will - oder schreiben. Dabei war ich eigentlich sehr froh, dass es mir einmal gelungen war, das beliebte Oratorium zeitnah in mein Rätsel einzubauen. Was also tun?
Natürlich könnte man sich auf die Geburtstagskantate für die sächsische Kurfürstin BWV 214 beziehen, die Bach hier, wie so viele Teile dieses Oratoriums, recycelt hat und wie man hier hören kann: "http://www.youtube.com/watch?v=yeWvzBm35YU". Aber wer hört da noch das „Tönet ihr Pauken! Erschallet Trompeten!“ und nicht gleich das „Jauchzet! Frohlocket!“?
Auch „Flößt mein Heiland“, die schöne Echoarie des Soprans aus dem vierten Teil, die natürlich nichts mit dem Flößerhandwerk zu tun hat, hat ihren Ursprung in einer weltlichen Kantate Bachs, nämlich der Kantate Nr. 213, HERKULES AUF DEM SCHEIDEWEGE. Dort war es noch der Dialog des Helden mit dem Echo, der diese oft kopierte Form der Echoarie begründete, was dort tatsächlich mehr Sinn machte, als in der Soloarie des Weihnachtsoratoriums, wo Bach das Echo der Stimme des Jesukindes einfügen musste um die musikalische Struktur zu erhalten. An der Schönheit dieser Arie ändert aber das natürlich nichts.
Da man andernorts auchleicht nachlesen kann, wo Bach sich in diesem Werk sonst noch „parodiert“ hat, da ich zudem leider so gar nicht der Fachmann für seine Kantaten und Oratorien bin, und der Komponist ohnehin gleich noch einmal vorkommt, bitte ich um Nachsicht, wenn ich an dieser Stelle auf weitere Erläuterungen verzichte und mich auf die Nennung der beiden Aufnahmen beschränke, die bei mir in der Adventszeit immer wieder mal laufen, und zwar abwechselnd, da sie so grundverschieden klingen.
Ansonsten verweise ich natürlich gerne auf diese Threads, in denen das WOO eingehend diskutiert und jede Menge weiterführende Anregungen gegeben werden: Bach, J. S.: Weihnachtsoratorium BWV 248 bzw. http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=847
Auch an Extras gibt es bei Bach sicher noch mehr zu vermelden als die nachfolgenden, die mich rechtzeitig zur Sicherung von Extrapunkten erreichten, aber die waren mir auch schon einiges wert, da sie belegen, wie zentral unsere Tonfolge auch für diesen großen Komponisten des Barock waren.
EXTRAS:
Heike: Flößt, mein Heiland, flößt ...C1 G A F G C1 "Großer Herr und staaaaarker Köööööönig" im Bass: D a fis a d-e-fis e fis-fis-e-d bzw. auf dem virt. Keybord F1 C1 A C1 F-G-A G A-A-G F1 Choral "Jesus richte mein Beginnen" C1 A G F (Sopran)
Josquin Dufay: Jauchzet, frohlocket... Herrscher des Himmels, Flößt, mein Heiland, den allerkleinsten Samen ein, Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben...
Pavel: Herr, wenn die stolzen Feinde
Philmus: Das Rezitativ "Nun wird mein liebster Bräutigam", Die Arie "Bereite Dich Zion" (in Moll), Die Arie "Frohe Hirten, eilt" ebenfalls in Moll, Das Rezitativ "Und da acht Tage um waren" Die Arie "Erleucht auch meine finst´re Sinnen" (Fis-moll)...
Tharon: Weihnachtsoratorium I Nr. 3 (Alt-Rezitativ "Nun wird mein liebster Bräutigam")
Weihnachtsoratorium II Nr. 14 (Bass-Rezitativ "Was Gott dem Abraham verheißen")
Weihnachtsoratorium IV Nr. 37 (Tenor-Rezitativ "Und da acht Tage um waren") Nr. 42 (Choral "Jesus richte mein Beginnen")
Weihnachtsoratorium VI Nr. 54 (Chor "Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben")
:hello Rideamus
Rideamus (03.02.2012, 13:58): Wir nähern uns dem Ende des Rätsels mit einem Schlussstück.
„Wie es euch gefällt“ ist nicht nur ein Stück von Shakespeare. Dieses hier gefragte Stück zum Beispiel heißt auch so und bildet den Abschluss einer vielteiligen Komposition, deren revolutionäre Interpretation einen Instrumentalisten weltberühmt gemacht hat, bevor er zur Legende wurde.
Gesucht werden der zweite Buchstabe des Komponistennamens (sic!) sowie das Werk und die laufende Nummer des erfragten Satzes. Bis zu drei Extrapunkte gibt es wiederum für Stücke des Komponisten, die der Vorgabe dieses Rätsels entsprechen und bisher noch nicht darin vorkamen.
Tipps: Diese Frage ist Goldes wert – Amelia Grimaldi
Angeblich wollte der russische Gesandte am Dresdner Hof durch die Stücke in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden. - Calisto
Es gibt ein Theaterstück von George Tabori mit dem gleichen Titel (das aber keinen Bezug zum gesuchten Werk hat) – Pavel
In einem der Teile geht es zu wie bei Kraut und Rüben... – Josquin Dufay
Hier geht es um eine Arie, doch erfreulicherweise wird nicht gesungen - Gurnemanz
Ein erfundener Kapellmeister lässt sich vom gesuchten Stück zur Improvisation anregen. Darüber macht ein anderer Komponist einen Klavierzyklus - Quasimodo
Lateiner tun sich mit der Antwort vermutlich leichter, und zum Gold muss man in diesem Fall quasi hinaufsteigen - Waldi
Lösung: Bach: Goldberg Variationen Lösungsbuchstabe: A http://www.youtube.com/watch?v=0drm2bY1490
So verschieden können Zeiten und Menschen sein. Während Johann Sebastian Bach seine berühmten Variationen BWV 988 für seinen fürstlichen Gönner Graf Keyserling schrieb, weil dieser an Schlaflosigkeit litt und um ein Stück für Cembalo bat, bei dem er sich entspannen könne, diente mir diese Komposition vor Jahren längere Zeit als Aufweckmusik, da sie mich immer wieder zu elektrisieren vermochte ohne mich aufschrecken zu lassen.
Beide Male hatte die erwünschte Wirkung sicher auch mit dem Interpreten zu tun. Bei mir war es die klassische und heftiger pulsierende Aufnahme des frühen Glenn Gould, mit der dieser seinen legendären Namen in der anspruchsvollen Welt der schwarzen und weißen Tasten begründete. Aber auch der damals gerade 14 Jahre alte Johann Gottlieb Goldberg, ein Schüler von Bachs Sohn Wilhelm Friedemann, muss ein wahres Wunderkind gewesen sein, wenn er diese immer anspruchsvoller werdenden Miniaturen Nacht für Nacht so fehlerfrei spielen konnte, dass sein Herr sich zu entspannen vermochte. Immerhin war der ja als russischer Gesandter am sächsischen Hof, der dort Bachs Anstellung als Hofkomponist bewerkstelligt hatte, keineswegs unmusikalisch.
Bach schrieb diese Variationen, die wohl zu seinen beliebtesten Kompositionen gehören, als letzten Teil seiner „Klavierübungen“ als „Aria mit verschiedenen Veränderungen“, und selten ist ein so anspruchsvolles Werk bescheidener betitelt worden.
Ich kann und will dem hervorragenden Wikipedia-Artikel hier http://de.wikipedia.org/wiki/Goldberg-Variationen) keine Konkurrenz machen, wenn es doch genügt, darauf zu verweisen. Ich beschränke mich in meinen Erläuterungen daher auf das finale Element, das im Mittelpunkt meiner Rätselfrage stand, nämlich das Quodlibet, mit dem Bach eine alte Übung seiner höchst musikalischen Familie aufgriff und sehr unterschiedliche Themen und Melodien in einem einzigen Kanon bündelte. Zu denen gehören zwei damals aktuelle „Schlager“, nämlich das Lied
Kraut und Rüben Haben mich vertrieben Hätt’ meine Mutter Fleisch gekocht So wäre ich geblieben
und das "Ich bin so lang nicht bei dir g’west“ aus seiner eigenen Bauernkantate BW 212, das auf der Tonfolge unseres Rätsels basiert, nämlich C-F-G-A-Bb-C1: s. http://www.youtube.com/watch?v=fzKhE3F-F_Y
Was Bach aus diesen eigentlich banalen Elementen macht, grenzt ans Wunderbare. Man kann es hier (http://www.youtube.com/watch?v=eA3CVzeoJSg), abgerundet von der finalen Repetition der Aria, in der großartigen Aufnahme des Cembalisten Scott Ross hören, die es ab hier auch vollständig zu hören gibt: http://www.youtube.com/watch?v=V76UXDfD1tw.
Damit habe ich auch die beiden Aufnahmen genannt, die für mich stets die maßstäblichen geblieben sind, wobei ich heute, im Gegensatz zu früher, im Fall Glenn Gould die spätere, gemessenere Aufnahme von 1981 bevorzuge:
Dass Goulds Aufnahmen trotz ihres legendären Rufes bei weitem nicht unumstritten oder gar konkurrenzlos sind, kann man diesen Threads entnehmen, in denen zahlreiche Alternativen diskutiert werden: http://www.capriccio-kulturforum.de/musik-fuer-tasteninstrumente/2592-j-s-bach-bwv-988-die-goldberg-variationen/ bzw. http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=2
Weitere Extras wurden diesmal nur von Philmus und Pavel genannt, aber auch die belegen, wie vielfältig unsere Tonfolge schon von einem der ersten Großmeister eingesetzt werden konnte:
Extras :
Philmus : Bourrée aus der SuiteNr.2 h-moll,
Badinerie aus derselben
Gloria a. d. H-moll-Messe
Et exsultavit aus dem Magnificat
1.Satz aus dem Violinkonzert a-moll
Pavel :
- Amore traditore (BWV 203)
- Lobet Gott in seinem Reiche (BWV 11) Nr.1 (Flöte)
- Gott fahret auf mit Jauchzen (BWV 43) Nr.5 (Oboe)
:hello Rideamus
Rideamus (04.02.2012, 11:07): Beschließen wir diese Adventstournee, die uns durch mehr verschiedene Musikgattungen führte als jedes andere Rätsel zuvor, mit einem sehr häufig variierten Thema, nämlich C-C-G-G-A-A-G-F-Fe-e-d-c. Für den Hinweis darauf danke ich Heike
Wenige Melodien wurden in so vielen verschiedenen Kompositionen eingesetzt wie diese. Unter anderen prägt sie ein englisches Kinderlied aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein sehr häufig gesungenes Weihnachtslied eines Autoren, der in dem Rätsel schon ein mal auftauchte, berühmte Klaviervariationen eines Komponisten, der ebenfalls hier schon vorkam, und eine virtuose Opernarie eines anderen Komponisten, der ein anderes und kaum weniger beliebtes Weihnachtslied schrieb.
Gesucht sind der erste Buchstabe des Textes des Weihnachtsliedes und die Komponisten der Klaviervariationen sowie der Arie. Extrapunkte können auch noch mit der Nennung zusätzlicher Volks- oder Weihnachtslieder verdient werden, die bisher noch nicht erfragt wurden, aber zu diesem Rätsel passen
Tipps: Der Komponist der Bravourarie zeigt uns in einem anderen Werk einen Vertreter eines Berufsstandes, der gerade jetzt besonders viel zu tun haben müsste – Amelia Grimaldi
Der Komponist der Arie ist was für Tenöre, die auf die Ritter vom Hohen C herabblicken können – Quasimodo
Von dem, was Rideamus schreibt oder zeigt, ist kaum etwas ohne Bedeutung... So wie der Stern den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg gewiesen hat, sollen wir seine Hinweise verstehen und auch den nächsten Schritt gehen... – Amelia Grimaldi
Tipp zur Bravourarie: Vor- und Nachname des Komponisten reimen sich stäblich, aber eigentlich sind beide Vornamen – Amelia Grimaldi
Es handelt sich da möglicherweise um einen Herrn, dessen Name auch einen sehr alten Mann bekleidet, jedenfalls wenn man alten Geschichten glaubt - Gurnemanz
Lösung: Mozart: Variationen KV 265 bzw. Adolphe Adam: “Ah! Vous dirai-je, Maman” bzw. Twinkle Twinkle Little Star oder Morgenkommt der Weihnachtsmann (Fallersleben) s. Mozart: http://www.youtube.com/watch?v=NO-ecxHEPqI Twinkle Twinkle Little Star: http://www.youtube.com/watch?v=_9bkHN7Zn0Q
Es gibt wohl kaum einen fortgeschrittenen Klavierschüler, der nicht irgendwann die Noten zu den 12 Variationen auf das Lied „Ah! Vous dirai.je, Maman“ (KV 265) auf sein Instrument gelegt bekommt, die Wolfgang Amadeus Mozart 1781/82 für eine seiner ersten wiener Klavierschülerinnen, Josepha Barbara von Auernhammer, verfasste. Eine hübsche Zusammenstellung solch „einfacher“ Klavierstücke Mozarts spielte Peter Waldner im Jahr 2005 mit dem Clavichord ein:
Der Klang ist allerdings auf die Dauer gewöhnungsbedürftig. Ich beherrsche leider das Klavierspiel nicht, glaube aber gerne, dass die schon recht begabt gewesen sein muss, denn die Variationen sind mit ihren vielfältigen Überraschungen wie Taktwechsel, berkreuz-Spielen, Moll-Variationen etc. sicher weitaus schwerer zu spielen, als sie sich vordergründig anhören. Ich lernte sie einst durch die Swingle Singers und ihre Platte „Anyone for Mozart“ kennen und schätzen, die es heute anscheinend nur noch in dieser Form gibt:
Die Melodie, die Mozart Jahre später noch einmal zu seinem „Ein Mädchen oder Weibchen“ inspiriert haben dürfte, war damals in Europa enorm beliebt und ist wahrscheinlich viel älter als ihre erste Druckfassung von 1774 unter diesem Titel. Eine frühe Fassung unter dem Titel La confidance weist noch auf ihre Wurzeln in Form eines Kinderliedes hin:
Ah ! Vous dirai-je, Maman, Ce qui cause mon tourment ? Papa veut que je raisonne, Comme une grande personne ; Moi, je dis que les bonbons Valent mieux que la raison.
Ah, wie sag ich’s euch, Mama, Was mir wieder mal geschah? Papa will, dass ich schon groß bin, Meine Albernheiten los bin, Doch ich möchte lieber schon Statt Verstand noch ein Bonbon.
Daraus machte man in einer Parodie die Klage eines jungen Mädchens, das von einem jungen Mann verführt wurde.
Ah ! vous dirai-je, maman, Ce qui cause mon tourment ? Depuis que j'ai vu Clitandre, Me regarder d'un air tendre ; Mon cœur dit à chaque instant : "Peut-on vivre sans amant ?
Ah, wie sag ich’s euch, Mama, Was mir wieder mal geschah? Seit Clitander ich gesehen, Ist es ganz um mich geschehen Und mein Herz sagt sich nur noch Wär’ ich bei dem Liebsten doch.
In einer Version dieser Parodie kann das Mädchen widerstehen, aber alle anderen erzählen mehr oder weniger unverblümt die Geschichte vom Verlust einer „Unschuld.“, wie sie wahrscheinlich verlaufen ist, zum Beispiel in der von der französischen Wikipedia wiedergegebenen Fassung: http://fr.wikipedia.org/wiki/Ah_vous_dirai-je,_maman
Mozart war beileibe nicht der einzige, der sich dieser beliebten Melodie annahm. So gibt es Variationen von Johann Christoph Friedrich Bach, die Fossile im KARNEVAL DER TIERE von Camille Saint-Saens und Variationen von Franz Liszt, Ernst von Dohnanyi, Erwin Schulhoff und sogar John Corigliano (THE MANNHEIM ROCKET http://www.youtube.com/watch?v=cSIqhenLi5A - ab 3’20“) und als neueste Komposition, auf die mich Pavel hingewiesen hat, die LITTLE STAR VARIATIONS für Solovioline von Quanzi Ye aus dem Jahr 2008, um nureinige zu nennen. Natürlich ist auch das Andante von Joseph Haydns G-Dur Sinfonie Nr. 94, der mit dem Paukenschlag, ganz offensichtlich von dieser Melodie geprägt, auch wenn es leider etwas von der Tonfolge.im Zentrum des Rätsels abweicht. Aber mit solchen Schwierigkeiten wollte ich die letzte Frage des Rätsels nicht belasten.
Die waren ohnehin schon mit der Frage nach der Bravourarie gegeben, die der Komponist Adolphe Adam – offensichtlich in großer Vertrautheit mit Mozarts Schaffen – 1849 für seine Oper LE TORÉADOR verfasste, und die man hier in einer absolut hinreißenden Darbietung von Beverly Sills hören und sehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=eT5pw8E5IYE. Das in der Frage angesprochene, berühmt-berüchtigte Weihnachtslied Adams, das "Minuit Chrétiens", auch bekannt als "Cantique de Noel" kann jeder, der es zu dieser Jahreszeit noch hören will oder kann, von Jonas Kaufmann hören: http://www.youtube.com/watch?v=mWS5Hl85jeU.
Die letzte Frage dieses Rätsels wäre jedoch nicht vollständig beantwortet, wenn man nicht auch wieder zu dem Volkslied zurück kehrt, für das unsere Tonfolge von so großer Bedeutung ist. Dass die Melodie älter sein muss als die bekannte französische Fassung, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass selbst damals bereits viele Varianten mit kindgerechten Texten existierten, etwa „Quand trois poules vont aux champs“ (Als drei Hühner auf’s Feld gingen), der berühmten englischen Version von Jane Taylor, „Twinkle, Twinkle, little star“, aus der Lewis Carroll in seinem „Alice in Wonderland“ das „Twinkle, Twinkle, little bat“ (Zwink’re, kleine Fledermaus) machte, und auf dem auch das international variierte „Alphabet-Lied“ basiert: http://www.youtube.com/watch?v=iEaQVdCwhsI. Und schließlich, denn das war ja ein Adventsrätsel, müssen wir natürlich auch noch ein drittes Mal zu Hoffmann von Fallersleben zurückkehren, welcher um 1840 der Melodie mit seinem „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ die bei uns gebräuchlichste Fassung gegeben hat:
Morgen kommt der Weihnachtsmann, Kommt mit seinen Gaben. Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, Ja, ein ganzes Kriegesheer Möchte’ ich gerne haben.
Der stark militaristische Einschlag dieses Textes sagt uns Einiges über den Geist der Zeit, in der Fallersleben gewirkt hat, aber es verwundert wenig, dass man später weniger kriegerische Texte auf denselben Einfall gemünzt hat. Die wohl originellste, überraschendste und für mich schönste neuere Version dieses „Weihnachtsliedes“ aber ist der Variationensatz von Peter Heidrich, hier in einer Aufnahme des Fauré-Quartetts: http://www.youtube.com/watch?v=ne6e5buAR3k.
:hello Rideamus
Rideamus (06.02.2012, 07:25): Nun bleiben mir nur noch zwei Dinge um auch dieses Rätsel zum Abschluss zu bringen: die Auflösung des Lösungswortes und die Siegerehrung. Für letztere muss ich noch um etwas Geduld bitten, da ich gerade viel zu tun habe, aber hier ist schon mal die Erläuterung des Lösungswortes:
Tipps: Ich habe da so eine Vermutung, die sich buchstabenmäßig auch ausgeht. Mein Weg dahin ging nicht über den Komponisten (es ist nicht der fünfbuchstabige mit dem Y), sondern über Rideamus' Formulierung über die Häufigkeit bestimmter Vorkommnisse – Amelia Grimaldi
Jeder Dezember hat nur eine Weihnacht - Rideamus
Ein Unikat ! - Emotione
Über den Komponisten erschien dieses Jahr eine interessante Biographie mit Klangbeispielen auf cd – Rideamus
Das wäre auch zu schön um wahr zu sein, wenn sich das Lösungswort mit nur einmal Überlegen erschließen würde... – Amelia Grimaldi
Danke Renate, du hast mich gerettet. Heute werden alle Märchen wahr – Pavel
Ihr könnt Euch natürlich auch einen alten deutschen Film ansehen und dabei vielleicht zufällig auf das Lösungswort stoßen - Rideamus
Das Lied sagt das Gegenteil von "Alle Jahre wieder" – Rideamus
...das gibt's nicht nur, äh - hin und wieder... - Gurnemanz
Der Komponist war auch einige Jahre lang Generalmusikdirektor - allerdings nicht an einem Theater! - Quasimodo
Das Lösungswort bezieht sich auf einen Musikfilm – Rideamus
Felix Weingartner führte 1918 mit den Wiener Philharmonikern die "Rhapsodische Sinfonie" des Komponisten auf - Calisto
Mit dem Buchstabensalat hatten schon ganz andere ihre Schwierigkeiten, denn, hey, Mann, den gibt’s nur einmal – Rideamus
Und so lautet dann das Lösungswort fast so, wie der letzte Tipp von mir:
HEYMANN: DAS GIBT’S NUR EINMAL Das Lied entstammt natürlich dem Film DER KONGRESS TANZT von Erik Charrell, für den Werner Heymann die Musik und diesen Evergreen schrieb, nachdem Charrell nicht mit Ralph Benatzky, dem Komponisten des IM WEISSEN RÖSSL, über die Vertragsbedingungen hatte einigen können.
Diese frühe Tonfilmoperette von 1931 mit Lillian Harvey als Blumenmädchen, Willy Fritsch als Zar Alexander und Conrad Veidt als Metternich gehört mit dem unvergesslichen und für die damaligen schwerfälligen Verhältnisse des Tonfilms technisch sensationellen Rundumschwenk im Studiogelände (http://www.youtube.com/watch?v=h5cWBv9gm6Q ab 2'30"), während dem es erstmals gesungen wird, zu den bleibend großen Schöpfungen des deutschen Films wie der Operette allgemein.
Leider ist ihr Komponist Werner Heymann (1896-1961) heute nicht mehr so bekannt, wie er verdient, aber allein dieser Schlager ist es wert, dass man sich seiner erinnert. Ich habe mir einmal vorgenommen, das demnächst einmal im Rahmen unserer Gedenktafel zu tun, auf die auch er gehört, nachdem er als Jude 1933 von der UFA als Generalmusikdirektor hinausgeworfen worden war und emigrieren musste.
Immerhin gelang es ihm, auch in der Emigration noch einige Erfolge zu feiern und u. a. die Filmmusiken der besten Werke Ernst Lubitschs von BLAUBARTS ACHTE FRAU und NINOTSCHKA bis hin zu TO BE OR NOT TO BE zu verfassen. Manche werden sich vielleicht auch noch daran erinnern, dass wir dem Film schon einmal begegnet sind, nämlich in der Vorbereitung zu diesem Rätsel, als es um die Melodie „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ ging, die zwar nicht von Heymann stammt, sondern von Johann Strauß, von Heymann aber sehr geschickt in die Partitur des Films eingefasst wurde.
Bei uns gab es den Film also nicht nur einmal. Wohl aber gilt das für dieses Adventsrätsel, das es natürlich nur einmal geben konnte. Ich hoffe, es hat Euch wieder etwas Freude bereitet und ein paar Wege in die „unendliche Vielfalt der Musik“ (Leonard Bernstein) gewiesen. Man stelle sich vor, wir dürften einmal nur noch Sätze bilden, die mit lediglich vier Buchstaben unseres Alphabetes beginnen, bevor sie anders weitergehen dürfen. Ich fürchte, das Ergebnis wird weit weniger vielfältig sein als mit den vier Tönen C-F-G-A. Als ich begann, mit der Idee eines Rätsels über eine Tonfolge zu spielen, hätte ich allerdings nicht gedacht, dass das Resultat so ergiebig sein würde, dass fast der doppelte Umfang eines Adventsrätsels dabei herausgekommen ist. Das habt Ihr Euch nicht zuletzt selbst zu verdanken, denn Eure Einfälle und Hinweise haben es erst ermöglicht, dass sich so viele Fragen ergaben. Leider waren auch ein paar Patzer dabei, aber ich hoffe, Ihr findet die so verzeihlich wie ich - mindestens im Nachhinein, denn auch aus solchen kann man lernen. Vielleicht sogar mehr.
Unsere Sieger, und das sind ja wie immer mindestens alle, die sich aktiv an dem Rätsel beteiligt haben, haben bestimmt wieder eine Menge hinzu gelernt. Von ihnen soll aber erst bei meiner nächsten und letzten Mitteilung im Rahmen dieses Rätsels die Rede sein.
:hello Rideamus
Rideamus (20.02.2012, 10:36): Wie eigentlich jedes Jahr komme ich erst am Höhepunkt der närrischen Saison dazu, den längst überfälligen Abschluss des letzten Adventsrätsels zu verfassen und einzustellen. Diesmal fehlt nur noch die Siegerehrung, die ich hiermit gerne nachhole.
Offenbar haben sich diesmal doch einige von der befürchteten Notwendigkeit abschrecken lassen, Noten lesen und identifizieren zu müssen. Das war zwar nicht nötig, wie alle, die sich beteiligt haben, sehr bald erfahren haben, aber geglaubt hat mir das anscheinend doch nicht jeder.
Trotzdem haben sich immerhin 19 Mitglieder wenigstens teilweise an dem Rätsel beteiligt. Zehn von ihnen, also mehr als die Hälfte, haben schließlich auch das gesamte Rätsel einschließlich des lange Zeit schleierhaften Lösungsspruches bewältigt und zählen damit zu den absoluten Gewinnern des letzten Rätseljahrgangs. Breiter als sonst fiel diesmal Streuung der erreichten Punkte aus, da sich viele doch sehr schwer damit taten, die ausgelobten Extrapunkte zu verdienen. Die meisten versuchten es deshalb gar nicht erst. Ingesamt gab es nämlich, zumindest theoretisch, 101 Punkte zu verdienen, die niemand auch nur annähernd erreichte. Das setzt allerdings voraus, was ich vermute, aber nicht überprüft habe, dass es für alle angebotenen Extrapunkte auch genügend Lösungen gab. Vor diesem Hintergrund ist es eine besonders rühmenswerte Leistung von
Pavel
dass er nicht nur als Erster mit allen richtigen Antworten durch die Ziellinie schoss, sondern dabei auch satte 75 Punkte, also acht Punkte mehr als der zweite Sieger,
Quasimodo
mit 67 Punkten einfahren konnte, der mich im Vorfeld mit einer Fülle von Vorschlägen versorgte, die ich teilweise in Fragen ummünzen konnte. Den dritten Platz erreichte mit 62 Punkten
Philmus
der das eigentliche Rätsel sogar noch besser abschloss als Quasimodo. Diesen drei allerersten Siegern, erstmals durchweg männlichen Geschlechtes, gilt mein ganz besonderer Glückwunsch.
Danach holten die Frauen aber kräftig auf, und so kann ich die erfreuliche Bilanz verkünden, dass sich die zehn Sieger genau hälftig auf beide Geschlechter verteilen. In der Reihenfolge ihres Zieleinlaufes und der Punktezahl, die sie hauptsächlich mit ihren guten Tipps verdienten, sind dies:
Auch sie haben meinen herzlichen Glückwunsch und Euer aller Gratulation verdient. Dies gilt natürlich auch für diejenigen, die aus den verschiedensten Gründen nur teilweise mitmachen konnten oder wollten. Ich nenne sie mal nur in der Reihenfolge der von ihnen erreichten Punktzahl:
Frank Pronath (der im Vorfeld die meisten Fragen beisteuerte) Maggie Waldi Arundo Donax Oper 337 Tharon Musikkristin Eifelplatz Erzherzog :beer :beer :beer :beer :beer :beer :beer :beer :beer Sie alle haben dazu beigetragen, dass das Rätsel auch diesmal wieder recht interessant und lebhaft war und viele großartige Tipps hervor brachte, obwohl es diesmal offensichtlich als besonders schwer empfunden wurde.
Hinzu kommen ausweislich der enormen Zahl von weit über 15.000 Klicks auf das Rätsel und seine Vorbereitung in beiden Foren offensichtlich noch zahlreiche Interessenten, die vielleicht nur mitgelesen, bestimmt aber auch oft und hoffentlich mit viel Erfolg mitgeraten haben.
Euch allen danke ich herzlich für das Kompliment Eurer Aufmerksamkeit. Damit hat es erst einmal mit der Raterei ein Ende. Ich werde mich jetzt erst einmal mindestens eine Weile in anderen Regionen tummeln. Aber Ihr dürft natürlich gerne auch mal wieder unser aller Findigkeit testen.
:hello Rideamus
Severina (20.02.2012, 11:46): Och nein, und ich habe mich schon so aufs Ostereiersuchen gefreut :(! Aber ich hab gut reden, denn schließlich hast DU die Mühe und ICH nur das Vergnügen! Und die enorme Arbeitsleistung, die Du mit dem Erstellen, der ständigen Betreuung aller Ratefüchse und vor allem Deinen aufwändigen Lösungsbeiträgen erbringst, kann gar nicht hoch genug eingegeschätzt werden. Daher noch einmal ein dickes DANKESCHÖN :thanks für dieses Rätsel, das hoffentlich nicht das letzte gewesen sein wird!
lg Sevi :hello
Heike (20.02.2012, 13:58): Lieber Riddleamus, vielen Dank für das schöne Rätsel und vor allem auch für die lesenswerten Auflösungen!
Da ich ja erst nach der Halbzeit eingestiegen bin und dann kaum jemand noch Tipps brauchte und ich auch die Notenergänzungen vorweihnachtsstressbedingt nur sporadisch gesucht habe, habe ich es leider nicht geschafft, die Männerspitzengruppe vom Siegerpodest zu stoßen LOL ;-) Aber immerhin bleibt das beglückende Gefühl, alle Rätsel (und einige waren ganz schön harte Nüsse!) geknackt zu haben! Merci für die anregende Beschäftigung, der ich trotz Zeitknappheit wie immer nicht widerstehen konnte!
Wie Sevi hoffe ich, dass du uns wenigstens ein kleines Osterei zum Raten servierst! Heike