Rachmaninov (04.03.2007, 11:03):
Forianer,
wiedereinmal möchte ich hier im Forum ein Klavierwerk vorstellen.
Dieses mal das groß angelegte Werk von O. Messiaen:
Vingt regards sur l'Enfant-Jésus
Messiaen schrieb dieses Werk in Parias zwischen dem 23. März und dem 8. September 1944.
Einer Zeit der großen Not i.d. die Stadt Paris unter der deutschen Besatzung zu leiden hatte. Einer Zeit in der es so gut wie an allem mangelte.
Die einzelnen Titel lauten:
Regard du Pere - Betrachtung des Vaters
Regard de l'Etoile - Betrachtung des Sterns
L'echange - Der Austausch
Regard de la Vierge - Betrachtung der Jungfrau
Regard du Fils sur le Fils - Der Sohn betrachtet den Sohn - Von Ihm ward alles erschaffen
Ragrard de la Craoix - Betrachtung des Kreuzes
Regard des hauteurs - Betrachtung der Höhen
Regard du Temps - Betrachtung der Zeit
Regard de l'Esprit de joie - Betrachtung des Geistes der Freude
Premiere communion de la Vierge - Die erste Kommunion der Jungfrau
La parole toute puissante - Das allmächtige Wort
Noel - Weihnacht
Regard des Anges - Betrachtung der Engel
Le baiser der l'Enfant-Jesus - Der Kuss des Jesuskindes
Regard des prophetes, des berges et des Mages - Betrachtung der Propheten, der Hirten und der Weisen.
Regard du Silence - Betrachtung der Stille
Regard de l'Onction terrible - Betrachtung der letzten Ölung
Je dors, mais mon coeur veille - Ich schlafe, aber mein Herz hält Wache
Regard de l'Eglise d'amour - Betrachtung der liebenden Kirche
Messaien selbst sagte:
Das Werk bringt viele neue Verfahren zum Einsatz, die sich von Stück zu Stück unterscheiden. Drei Hauptthemen durchziehen die Vingt Regards, das "Gottesthema", das sie fast durchweg und gleich von der ersten Seite n hören werden: das "Thema des Sterns und der Kreuzes", und schließlich das "Akkordthema", das dazu gedacht ist, fragmentiert oder konzentriert in einem Regenbogen wiederzukehren.
Viel Liebe, Freud, Leid und Meditation stehen am Ursprung dieses Werkes; aber auch viel Lektüre, insbesondere "Le Christ dans ses Mysteres" von Dom Columba Marmion und die "Douze Regards" von Maurice Toesca. Und schließlich enthält es eine gewisse Anzahl von besonderen pianistischen Charakteristken und Effekten - eine kleine Revolution in der Stimmführung für Klavier - die ich niemals hätte realisieren können, hätte ich nicht die ersten Konzerte von Yvonne Loriod gehört und nicht das Glück gehabt, selbst Pianist zu sein
Das Werk ist wirklich extrem reichhaltig an Ausdrucksformen und unterschiedlichen Eindrücken, die es vermittelt. Keine "leichte" Kost aber sicherlich wert gehört zu werden.
Es fordert den Zuhörer und seine Konzentration aber dann offenbart es auch einiges.
Mir liegt die Aufnahme von S. Osborne vor, die mir viel Freude bereitet:
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