Percy Aldridge Grainger - Allroundtalent am Klavier

Jeremias (19.07.2006, 22:59):
http://www.percygrainger.org/pgpiano4.jpg

Percy Aldridge Grainger wurde am 8. Juli 1882 in Brighton, Victoria (Australien) als Sohn des bekannten Architekten John H. Grainger geboren. Mit 12 Jahren unternahm er bereits seine erste Konzerttournee, er sollte diesem Instrument lebenslang verbunden bleiben. 1895 führte ihn sein Weg nach Frankfurt/Main, ab 1901 lebte er mit seiner Mutter in London, wo sein Ruf als Klaviervirtuose und Komponist sich stetig festigte. Dort blieb er bis 1914, bereits im Jahre 1911 fand er einen Verlag, welcher seine Werke veröffentlichte. In den Folgejahren prägten ihn v.a. Begegnungen mit Komponisten wie Grieg, Delius oder Scott. Insbesondere inspiriert durch seine englischsprachigen Kollegen verband er seine Kompositionen immer häufiger mit angelsächsischer Folklore.

1914 übersiedelte Grainger mit seiner Mutter in die U.S.A, wo er bis zu seinem Tode lebte. Er erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft, wenngleich er sich immer als Australier bezeichnete und fühlte, und diente für kurze Zeit in den U.S. Army Bands. Konzerttourneen führten ihn auch immer wieder nach "Down under", insbesondere nach Melbourne. 1928 heiratete er die schwedische Künstlerin Ella Viola Strom.

Percy Aldridge Grainger starb am 20. Februar 1961 in New York und wurde in Familiengrab in Adelaide in Süd-Australien beigesetzt.

Grainger schrieb etwa 90 verschiedene Soloklavierwerke. Interessanterweise dienten bei etwa 1/3 Kompositionen anderer Komponisten als Vorlage. Oftmals schuf Grainger hier z.T. hochvirtuose Bearbeitungen. Besonders empfehle ich folgende Aufnahmen, welche sowohl diese Bearbeitungen als auch die Originalkompositionen in einem großen Querschnitt zeigen:

http://images.amazon.com/images/P/B000002ZY3.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1056633549_.jpg

http://images.amazon.com/images/P/B000067UMH.03._SS400_SCLZZZZZZZ_V1133524983_.jpg
Rachmaninov (20.07.2006, 08:10):
@Jeremias,

schön das Du wiedereinmal auf Raritäten aufmerksam machst.

Nach der Beschäftigung mit klassischer Musik über Jahre hinweg ist es immer wieder erfrischend neue Werke zu entdecken.

Da ich bei den Godovsky Aufnahmen bereits positiv überrascht wurde werde ich wohl auch hier "schwach" :engel
nubar (20.07.2006, 11:17):
Hallo,

Percy Grainger gefällt mir sehr. Seine Musik ist geprägt von sommerlich-australischer Unbeschwertheit und hat etwas salonhaftes an sich. In der Parallele zu Bartok hat er sich sehr verdient um die Erhaltung alter englischer Folklore gemacht, ist mit großem Enthusiasmus von Dorf zu Dorf gereist und hat Festivals dieser Musik besucht, um so viel wie möglich zu sammeln. Oftmals ist das dann auch in seine Kompositionen eingeflossen, die meistens für das Klavier geschaffen wurden. Einige hat er auch für das Orchester umgeschrieben. Daneben gibt es auch eine Anzahl von Werken, die schon ursprünglich für Orchester gesetzt waren, so z.B.

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000001GP6.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

"The Warriors" ist eine Balletmusik für großes Orchester und 3 Klaviere !!! Es handelt sich hierbei um ein schwungvolles und effektgeladenes Werk ohne große mentale Herausforderungen, das sich sehr gut anhören lässt.

Zu Hamelins CD: Sie gibt einen guten Überblick über Graingers Klavierkompositionen, von denen "Country Gardens" wohl noch am bekanntesten ist. Die z.T. hochvirtuosen Stücke werden von Hamelin bravourös gemeistert, aber es fehlt die "innere Seele". Melodien werden nicht ausgesungen, sondern einfach nur dahingespielt. Deshalb sollte man die CD auch nicht zu oft hören.

Eine sehr schöne CD ist folgende:

http://images.amazon.com/images/P/B000060MDU.01._SS500_SCLZZZZZZZ_V1116311012_.jpg

Track Listings
1. Shepherd's Hey
2. Willow Willow
3. I'm Seventeen Come Sunday
4. Bold William Taylor
5. There Was A Pig Went Out To Dig
6. My Robin Is To The Green Wood Gone
7. Lord Maxwell's Goodnight
8. 'duke Of Marlborough' Fanfare
9. Let's Dance Gay In Green Meadow
10. Scotch Strathspey And Reel
11. Pretty Maid Milkin' Her Cow - The Sprig Of Thyme
12. Lisbon
13. Lost Lady Found
14. Shallow Brown
15. Molly On The Shore
16. Shenandoah
17. Irish Tune From County Derry
18. Brigg Fair
19. Green Bushes - Passacaglia On An English Folk-Song

Wunderbar musiziert, sind hier bezaubernd schöne Stücke eingespielt :down. Ursprünglich ist sie als "Salute to Percy Grainger" erschienen, in der Aufmachung besitze ich sie auch. Ich kann sie jedem nur ans Herz legen, eine sehr dicke Empfehlun von mir!

Grüße
nubar
Engelbert (20.07.2006, 17:02):
Hallo Nubar,

Ich muss Dir ehrlich sagen, dass ich mit der Musik des Komponisten überhaupt nichts anzufangen weiß.

Ich habe eine LP von ihm, die auf CD überspielt wurde, von der ich annehme dass es Volksongs-Arragements für Orchester sind. Alles Stückchen mit tänzerischem Charakter von kurzer Dauer zwischen 2 und 6 Minuten. Folklore plump aufgetragen durch die Bournemouth Sinfonietta, eine andere Bewertung habe ich für die Einspielung nicht.
Der Titel der LP lautete: Percy Grainger, Free Rambles, Room-Musik Tit-Bits and... Der Folklore Forschung scheint Graingers Interesse zu gelten.



Vielleicht ist seine Klaviermusik besser?

Gruß
Engelbert
:engel
nubar (20.07.2006, 18:40):
Hallo Engelbert,

jeder Mensch hat andere Geschmäcker, deshalb kann es gut sein, dass dieser Komponist vielleicht nicht auf deiner Wellenlänge liegt. Vorher würde ich aber mal die Hamelin-CD oder die von mir empfohlene probieren bzw. hineinhören.

Grüße
nubar
Engelbert (20.07.2006, 20:31):
Sag mal, Nubar,
weißt Du eigentlich wie alt der Schal ist, den Du auf Deinem Avatar trägst? Er stammt aus dem Nachlass von Olivier Messiaen und ist älter als 23 Jahre. Er hat ihn auf einem Fototermin getragen, anlässlich seiner Einspielung der Turangalila-Sinfonie in Luxemburg, dirigiert von Louis de Froment bei Capriccio. Mit von der Partie war seine Frau Gemahlin Yvonne Loriod, zuständig für das Klavier, und die Omi mit Perlenkette und Terassenkleid spielte das Onde Martintot. Diese Einspielung, besser als diejenige von Previn, gibt es nicht mehr. Die noch bessere Ersatzlösung siehe Cover:



Eine Wahnsinns-Symphonie, in der Tat. Eine Alternative ist im 20. Jahrhundert kaum zu finden.

Es sei denn Du greifst zu Mikis Theodorakis' Sinfonie Nr. 7, ebenfalls der helle Wahnsinn.

Gruß
Engelbert
:engel
nikolaus (20.07.2006, 21:21):
Terassenkleid

Was is'n das? ?(
Jeremias (19.07.2006, 22:59):
http://www.percygrainger.org/pgpiano4.jpg

Percy Aldridge Grainger wurde am 8. Juli 1882 in Brighton, Victoria (Australien) als Sohn des bekannten Architekten John H. Grainger geboren. Mit 12 Jahren unternahm er bereits seine erste Konzerttournee, er sollte diesem Instrument lebenslang verbunden bleiben. 1895 führte ihn sein Weg nach Frankfurt/Main, ab 1901 lebte er mit seiner Mutter in London, wo sein Ruf als Klaviervirtuose und Komponist sich stetig festigte. Dort blieb er bis 1914, bereits im Jahre 1911 fand er einen Verlag, welcher seine Werke veröffentlichte. In den Folgejahren prägten ihn v.a. Begegnungen mit Komponisten wie Grieg, Delius oder Scott. Insbesondere inspiriert durch seine englischsprachigen Kollegen verband er seine Kompositionen immer häufiger mit angelsächsischer Folklore.

1914 übersiedelte Grainger mit seiner Mutter in die U.S.A, wo er bis zu seinem Tode lebte. Er erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft, wenngleich er sich immer als Australier bezeichnete und fühlte, und diente für kurze Zeit in den U.S. Army Bands. Konzerttourneen führten ihn auch immer wieder nach "Down under", insbesondere nach Melbourne. 1928 heiratete er die schwedische Künstlerin Ella Viola Strom.

Percy Aldridge Grainger starb am 20. Februar 1961 in New York und wurde in Familiengrab in Adelaide in Süd-Australien beigesetzt.

Grainger schrieb etwa 90 verschiedene Soloklavierwerke. Interessanterweise dienten bei etwa 1/3 Kompositionen anderer Komponisten als Vorlage. Oftmals schuf Grainger hier z.T. hochvirtuose Bearbeitungen. Besonders empfehle ich folgende Aufnahmen, welche sowohl diese Bearbeitungen als auch die Originalkompositionen in einem großen Querschnitt zeigen:

http://images.amazon.com/images/P/B000002ZY3.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1056633549_.jpg

http://images.amazon.com/images/P/B000067UMH.03._SS400_SCLZZZZZZZ_V1133524983_.jpg
Rachmaninov (20.07.2006, 08:10):
@Jeremias,

schön das Du wiedereinmal auf Raritäten aufmerksam machst.

Nach der Beschäftigung mit klassischer Musik über Jahre hinweg ist es immer wieder erfrischend neue Werke zu entdecken.

Da ich bei den Godovsky Aufnahmen bereits positiv überrascht wurde werde ich wohl auch hier "schwach" :engel
nubar (20.07.2006, 11:17):
Hallo,

Percy Grainger gefällt mir sehr. Seine Musik ist geprägt von sommerlich-australischer Unbeschwertheit und hat etwas salonhaftes an sich. In der Parallele zu Bartok hat er sich sehr verdient um die Erhaltung alter englischer Folklore gemacht, ist mit großem Enthusiasmus von Dorf zu Dorf gereist und hat Festivals dieser Musik besucht, um so viel wie möglich zu sammeln. Oftmals ist das dann auch in seine Kompositionen eingeflossen, die meistens für das Klavier geschaffen wurden. Einige hat er auch für das Orchester umgeschrieben. Daneben gibt es auch eine Anzahl von Werken, die schon ursprünglich für Orchester gesetzt waren, so z.B.

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000001GP6.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

"The Warriors" ist eine Balletmusik für großes Orchester und 3 Klaviere !!! Es handelt sich hierbei um ein schwungvolles und effektgeladenes Werk ohne große mentale Herausforderungen, das sich sehr gut anhören lässt.

Zu Hamelins CD: Sie gibt einen guten Überblick über Graingers Klavierkompositionen, von denen "Country Gardens" wohl noch am bekanntesten ist. Die z.T. hochvirtuosen Stücke werden von Hamelin bravourös gemeistert, aber es fehlt die "innere Seele". Melodien werden nicht ausgesungen, sondern einfach nur dahingespielt. Deshalb sollte man die CD auch nicht zu oft hören.

Eine sehr schöne CD ist folgende:

http://images.amazon.com/images/P/B000060MDU.01._SS500_SCLZZZZZZZ_V1116311012_.jpg

Track Listings
1. Shepherd's Hey
2. Willow Willow
3. I'm Seventeen Come Sunday
4. Bold William Taylor
5. There Was A Pig Went Out To Dig
6. My Robin Is To The Green Wood Gone
7. Lord Maxwell's Goodnight
8. 'duke Of Marlborough' Fanfare
9. Let's Dance Gay In Green Meadow
10. Scotch Strathspey And Reel
11. Pretty Maid Milkin' Her Cow - The Sprig Of Thyme
12. Lisbon
13. Lost Lady Found
14. Shallow Brown
15. Molly On The Shore
16. Shenandoah
17. Irish Tune From County Derry
18. Brigg Fair
19. Green Bushes - Passacaglia On An English Folk-Song

Wunderbar musiziert, sind hier bezaubernd schöne Stücke eingespielt :down. Ursprünglich ist sie als "Salute to Percy Grainger" erschienen, in der Aufmachung besitze ich sie auch. Ich kann sie jedem nur ans Herz legen, eine sehr dicke Empfehlun von mir!

Grüße
nubar
Engelbert (20.07.2006, 17:02):
Hallo Nubar,

Ich muss Dir ehrlich sagen, dass ich mit der Musik des Komponisten überhaupt nichts anzufangen weiß.

Ich habe eine LP von ihm, die auf CD überspielt wurde, von der ich annehme dass es Volksongs-Arragements für Orchester sind. Alles Stückchen mit tänzerischem Charakter von kurzer Dauer zwischen 2 und 6 Minuten. Folklore plump aufgetragen durch die Bournemouth Sinfonietta, eine andere Bewertung habe ich für die Einspielung nicht.
Der Titel der LP lautete: Percy Grainger, Free Rambles, Room-Musik Tit-Bits and... Der Folklore Forschung scheint Graingers Interesse zu gelten.



Vielleicht ist seine Klaviermusik besser?

Gruß
Engelbert
:engel
nubar (20.07.2006, 18:40):
Hallo Engelbert,

jeder Mensch hat andere Geschmäcker, deshalb kann es gut sein, dass dieser Komponist vielleicht nicht auf deiner Wellenlänge liegt. Vorher würde ich aber mal die Hamelin-CD oder die von mir empfohlene probieren bzw. hineinhören.

Grüße
nubar
Engelbert (20.07.2006, 20:31):
Sag mal, Nubar,
weißt Du eigentlich wie alt der Schal ist, den Du auf Deinem Avatar trägst? Er stammt aus dem Nachlass von Olivier Messiaen und ist älter als 23 Jahre. Er hat ihn auf einem Fototermin getragen, anlässlich seiner Einspielung der Turangalila-Sinfonie in Luxemburg, dirigiert von Louis de Froment bei Capriccio. Mit von der Partie war seine Frau Gemahlin Yvonne Loriod, zuständig für das Klavier, und die Omi mit Perlenkette und Terassenkleid spielte das Onde Martintot. Diese Einspielung, besser als diejenige von Previn, gibt es nicht mehr. Die noch bessere Ersatzlösung siehe Cover:



Eine Wahnsinns-Symphonie, in der Tat. Eine Alternative ist im 20. Jahrhundert kaum zu finden.

Es sei denn Du greifst zu Mikis Theodorakis' Sinfonie Nr. 7, ebenfalls der helle Wahnsinn.

Gruß
Engelbert
:engel
nikolaus (20.07.2006, 21:21):
Terassenkleid

Was is'n das? ?(