Pianisten: Eure "liebsten" 5, noch aktiven

ab (10.07.2007, 15:35):
Liebe Forianerinnen und Forianer,

ich habe soeben entdecken müssen, dass fast alle der genannten Pianistinnen und Piansiten in der Rubrik Pianisten: Eure "liebsten" 5 , die hier genannte wurden, gar nicht mehr aktiv sind, meist, weil schon verstorben. Daher die Frage hier einmal enger gestellt:

Welches sind eure "liebsten" 5 Pianisten, die heute noch aktiv im Konzertleben stehen?

Aus meiner Liste (zu der ich heute unbedingt auch noch den verstorbenen Estéban Sanchez hinzufügen wollte) blieben ja höchstens noch drei Damen übrig.

Meine derzeitige Liste wäre - ohne Reihung - wie folgt:

Uchida
Deyanova
Larrocha (noch aktiv?)

Afanassiev
Sokolov
Koroliov
El Bacha
Lubimov
Rachmaninov (10.07.2007, 16:14):
@ab,
in der Tat, die von Dir genannte Liste enthält viele verstorbene Größen. E. Sanchez ist leider auch verstorben und hat leider nur sehr wenige Aufnahmen hinterlassen.

Bevor ich antworte eine kleine Bitte:
Es wäre toll wenn jeder kurz begründen würde warum er gerade diese Pianisten nennt.

:hello
Cosima (10.07.2007, 16:37):
Okay, dann übernehme ich meine beiden Lieblinge aus der alten Liste auch in diese: (Begründungen habe ich hier und da schon geliefert, glaube ich)

Pollini
Koroliov

El Bacha gefällt mir auch immer besser. Seine Schumann- (die vor allem :down) und die Ravel-Platte mag ich sehr. Es gibt auch eine neue Aufnahme mit ihm - Rachmaninov, wenn ich mich recht erinnere. Kennt die jemand?
Tharaud (außer Ravel) nannte ich ja auch schon.

Über den Rest muss ich mir erst noch Gedanken machen. :hello
ab (10.07.2007, 16:56):
Original von Cosima
El Bacha gefällt mir auch immer besser. Seine Schumann- (die vor allem :down) und die Ravel-Platte mag ich sehr. Es gibt auch eine neue Aufnahme mit ihm - Rachmaninov, wenn ich mich recht erinnere. Kennt die jemand?


Den Ravel liebe auch ich ganz besonders! Ich habe von El Bacha nur noch Chopin gehört, der mir aber gar nicht gefallen hat. Die Schumann-CD will ich schon lange einmal in Händen bekommen. Auch wird sein Beethoven sehr gelobt. Von einer Rach-CD bei Forlane wusste ich noch gar nichts, sehe aber gerade, dss sie bereits seit Februar 06 erhältlich ist: Die Préludes von ihm dürften eigentlich meinem Geschmack besondes entgegen kommen. Gerne hätte ich einmal die Prokofiev-Konzerte mit dem Monnaie SO unter Kazushi Ono gehört, obwohl ich da sehr skeptich bin.
Rachmaninov (10.07.2007, 17:23):
@alle,
von den derzeit lebenden und aktiven würde ich folgende nennen:

Sudbin:
Der junge Russe ich für mich von den ganz jungen Pianisten, derjenige mit dem wohl größten Potential und seine bisherigen Aufnahmen (Scarlatti, Rachmaninov und Tchaikovsky/Medtner) zeigen ganz deutlich das hier technische Fähigkeiten und ein hohes intellektuelles Potential vorliegen.
Seinen Klavierton mag ich! So warm und farbig, aber ohne abdriften ins "Schmalzige"!

Demidenko:
Es ist einfach so, ich liebe fast alle seine Aufnahmen, seine Spielweise, seinen Klavierton, seine Eigenarten. Für mich einer der Größten überhaupt!

Sokolov:
Einer der ganz großen Pianisten, der nichtnur im Vergleich zu seinen derzeitigen Kollegen genannt werden muß. Dieser Mann setzt Maßstäbe!!!

Schepkin:
Seine Bach Aufnahmen sind gigantisch, so klar, so exakt artikuliert und jeder einzelne Anschlag wohl überlegt!

Soweit meine derzeitigen Top 4. Alles russische Pianisten übrigends!!!

Desweiteren schätze ich derzeit recht hoch ein:

Zimerman, Berezovsky, N. Cole (nochaktiv?), Pollini (immer mehr), S. Osborne.

Immer zu beachten:
Hamelin und Koroliov (sehr abhängig vom Repertoire).

Afanassiev hatte mich einst sehr begeistert, aber mittlerweile nur noch sein Schubert & Schumann!
Cosima (10.07.2007, 17:45):
Original von ab
Von einer Rach-CD bei Forlane wusste ich noch gar nichts, sehe aber gerade, dss sie bereits seit Februar 06 erhältlich ist: Die Préludes von ihm dürften eigentlich meinem Geschmack besondes entgegen kommen.

Nein, ich meine diese hier:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5589283.jpg

Rachmaninoffs Etudes-tableaux op. 33 Nr. 1-3, 5-9
+Scriabin: Klaviersonate Nr. 2
+Balakireff: Islamey
+Strawinsky: 3 Sätze aus "Petruschka"

Triton, veröffentlicht 22.6.2007

Seinen Prokofiev kenne ich leider auch nicht, aber ich glaube, dass Siamak sich schon einmal positiv dazu äußerte.

Gruß, Cosima
Cosima (10.07.2007, 17:59):
Original von ab
Welches sind eure "liebsten" 5 Pianisten, die heute noch aktiv im Konzertleben stehen?


Hamelin, Berezovsky, Osborne, Sudbin, Lugansky. Pletnev nicht zu vergessen! Dann noch Ashkenazy (die alten Aufnahmen) und Andreas Staier. Sokolov wird auch nominiert.

Und vor allem noch: Christian Zacharias (den ich für sehr unterschätzt halte, so selten wie er genannt wird!). Allein für seine Interpretation der Davidsbündlertänze verdient er einen Ehrenplatz! :down

Das sind nun mehr als fünf – macht aber nix…

Uchida kann ich überhaupt nicht leiden. Vor allem seit ich sie in einem Konzertmitschnitt nicht nur spielen hörte sondern auch spielen sah. Ende letzten Jahres, etwas von Mozart unter Rattle, glaube ich. Ehrlich gesagt: Meine Abneigung gegen beide – Uchida und Rattle – hat sich seitdem verstärkt.

Gruß, Cosima

P.S.: Ich habe noch einen wichtigen Künstler vergessen: Volodos.
nikolaus (10.07.2007, 19:53):
O.k., dann will ich mal:

Martha Argerich für ihre Energie, Leidenschaft, Zärtlichkeit (oh ja!)...

Yevgeni Sudbin für genau das, was unser Admin geschrieben hat

Krystian Zimerman für seinen Perfektionismus und Bedingungslosigkeit

Leif Ove Andsnes für seine "Normalität" und "Unaufgeregtheit"

und um den fünften Platz (nicht als Rangfolge gedacht!) streiten sich

Alexandre Tharaud für seine Eleganz und Feinsinnigkeit

Nicholas Angelich für seine Ernsthaftigkeit

Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Gabriela Montero für ihr Fähigkeit zur Improvisation

und da gibt es bestimmt noch viele, die ich sträflich vernachlässigt habe!

Nikolaus.
Rachmaninov (10.07.2007, 19:56):
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I
Rachmaninov (10.07.2007, 21:57):
Original von Cosima
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5589283.jpg

Rachmaninoffs Etudes-tableaux op. 33 Nr. 1-3, 5-9
+Scriabin: Klaviersonate Nr. 2
+Balakireff: Islamey
+Strawinsky: 3 Sätze aus "Petruschka"

Triton, veröffentlicht 22.6.2007

Seinen Prokofiev kenne ich leider auch nicht, aber ich glaube, dass Siamak sich schon einmal positiv dazu äußerte.

Gruß, Cosima

sträflicherweise habe ich um ihn bisher einen "Bogen" gemacht!
Wie wohl um so viele!!!!!

Die CD hat ein sehr interessantes Programm!
nikolaus (10.07.2007, 22:40):
Original von Rachmaninov
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I

Danke für den link! :J

Was seine Aktivität angeht, hast du wahrscheinlich nicht ganz unrecht. Gibt es eigentlich das von ihm geleitete Festival (Bad Wörrishofen, Bad Gastein oder wo war das gleich?) noch?

Gruß, Nikolaus.
Jürgen (11.07.2007, 14:47):
Original von Rachmaninov
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I

Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.

Phantasielose Menschen verwenden "genial".

:D

Jürgen
nikolaus (11.07.2007, 15:24):
Original von Jürgen
Original von Rachmaninov
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I

Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.

Phantasielose Menschen verwenden "genial".

:D

Jürgen

ad 1) Hoppla, das wußte ich nicht... :ignore

ad 2) Danke für das Kompliment :thanks

Nikolaus.
Gamaheh (11.07.2007, 16:03):
Original von Jürgen
Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.


Was heißt "offiziell"? Selbst der kleine Rechtschreib-Duden hat es ("nach Art eines Genies"), und "offiziell" ist es älter als genial - hier ein Auszug aus dem Grimm:

"GENIAL , GENIALISCH, adj. zu genie.
1) es gilt seit dem 18. jh., nicht wie genie nach dem franz. (es ist nicht franz.), sondern nach lat. genialis, aber nur der form nach, denn dieses hat ganz andern sinn, wie noch ital. geniale, dem sinne des altrömischen genius, ital. genio entsprechend, auch z. b. für gemütlich, sympathisch, wolthuend freundlich; ebenso engl. genial, das doch TH. CARLYLE sich auch im deutschen sinn erlaubt, wie ...
2) die anfangs gebrauchte form ist aber g e n i a l i s c h , d. h. in der endung auch wirklich deutsch gemacht, wie es anfangs hiesz idealisch, kolossalisch, sentimentalisch und noch jetzt theatralisch, moralisch, physicalisch, collegialisch, infernalisch, martialisch, die uns durchaus noch nicht zopfig anmuten, wie jene doch thun; genialisch gilt bis ins 19. jh. herein, z. b.: dieses gedicht war die frucht einiger genialischen stunden im jahre 1771. WIELAND vorbericht zu Kombabus, d. h. in denen ihn 'der genius' besuchte; da er jenem das genialische geheimnis, angenehm zu sein, niemals abzulernen vermag. SCHILLER X, 304, 25 (10. ästh. br.); obgleich genialische weiber meistens ungläubig sind, wie genialische männer gläubig. J. PAUL 24, 100" usw.

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (11.07.2007, 19:02):
@Cosima, @ab,

wie würdet ihr El Bacha charakterisieren und welche Aufnahmen kennt ihr / würdet ihr empfehlen?

R
Cosima (11.07.2007, 20:35):
El Bacha verfügt über ein fantastisches rhythmisches Gespür, spielt leidenschaftlich, aber transparent und klar. Sein Klavierspiel ist sehr schön ‚singend’, er erinnert mich ein wenig an Esteban Sanchez (aber dies nun nur aus der Erinnerung, ich müsste beide Pianisten mal direkt vergleichen).

Ich kenne seine Schumann-Platte, den Ravel und seinen Chopin. Gefällt mir alles ganz ausgezeichnet. Einsteigen würde ich vielleicht mit Ravel, es sei denn Du liebst Schumann so wie ich.

Die 2. Schumann-Klaviersonate hat mich trotz der großartigen Richter-Aufnahme (EMI) – die m.E. nicht zu toppen ist – sehr begeistert. Op. 14 spielt El Bacha brillant, differenziert und feinsinnig. In den Waldszenen verleiht Bacha jedem der Stücke gem. der Vortragsanweisungen den betreffenden Charakter und Rhythmus, in wundervoll klarer und inniger Art und Weise.

Gruß, Cosima :hello
Rachmaninov (11.07.2007, 20:58):
Original von Cosima
El Bacha verfügt über ein fantastisches rhythmisches Gespür, spielt leidenschaftlich, aber transparent und klar. Sein Klavierspiel ist sehr schön ‚singend’, er erinnert mich ein wenig an Esteban Sanchez (aber dies nun nur aus der Erinnerung, ich müsste beide Pianisten mal direkt vergleichen).

Ich kenne seine Schumann-Platte, den Ravel und seinen Chopin. Gefällt mir alles ganz ausgezeichnet. Einsteigen würde ich vielleicht mit Ravel, es sei denn Du liebst Schumann so wie ich.

Die 2. Schumann-Klaviersonate hat mich trotz der großartigen Richter-Aufnahme (EMI) – die m.E. nicht zu toppen ist – sehr begeistert. Op. 14 spielt El Bacha brillant, differenziert und feinsinnig. In den Waldszenen verleiht Bacha jedem der Stücke gem. der Vortragsanweisungen den betreffenden Charakter und Rhythmus, in wundervoll klarer und inniger Art und Weise.

Gruß, Cosima :hello

@Cosima,
deine Charakterisierung klingt sehr interessant! Bitte überprüfe Deine Erinnerungen bzgl. E. Sanchez!!!!

Schumann wäre sicherlich reizvoll, wobei nach Deiner Beschreibung wohl die Ravel Aufnahme sehr interessant klingt.

Habe mal bei jpc.de nachgesehen, wohl die einzige ernsthaftzu nennende Quelle, und dort gibt es viele reizvolle Aufnahmen!

Beethoven - 32 Sonaten
Alles Chopin Werke
Rachmaninov Preludes
Prokofiev Klavierkonzerte

usw....

?(
ab (11.07.2007, 21:50):
Original von Cosima
er erinnert mich ein wenig an Esteban Sanchez (aber dies nun nur aus der Erinnerung, ich müsste beide Pianisten mal direkt vergleichen).


Sanchez zeichnet wohl eher ein überbordernder Klangfarbenreichtum aus, zudem ist dessen Musik kräftig-männlich bestimmt, sozusagen mit eisener Glut (also nicht-glühend). - El Bacha hingegen erinnert mich mehr an Uchida oder Koroliov in Bezug auf sein ebenmäßiges Flließen. Er hat aber einen helleren, durchsichtigen Ton als Uchida, schlanker aber (fast möchte ich sagen: ) athletisch-kräftiger; und anders als Koroliov ist er nicht vom Ausdruck lyrisch-rückwärtsgewandt, sondern leuchtender, auch bestimmter. Sein Rhythmusgefühl und Timing ist phantastisch.
Cosima (11.07.2007, 22:26):
Original von ab
Sanchez zeichnet wohl eher ein überbordernder Klangfarbenreichtum aus, zudem ist dessen Musik kräftig-männlich bestimmt, sozusagen mit eisener Glut (also nicht-glühend). -

Ja stimmt, ich hatte vor allem auch Sanchez' Rhythmusgefühl in Erinnerung.

Wenn ich die Charakterisierungen zusammenfasse, dann kommen wir schon fast auf einen Nenner:

ebenmäßiges Flließen – ich nannte es ‚singend’
helleren, durchsichtigen Ton – ich nannte es transparent und klar

„und anders als Koroliov ist er nicht vom Ausdruck lyrisch-rückwärtsgewandt, sondern leuchtender, auch bestimmter. Sein Rhythmusgefühl und Timing ist phantastisch.“

Ja, das unterschreibe ich auch so.

Gruß, Cosima
ab (11.07.2007, 23:01):
Sanchez spielt auch rhythmisierend, El BAche hingegen fließend: solches bedarf zweier verschiedener Arten von überragenden Rhythmusgefühlen.
Jürgen (12.07.2007, 09:54):
Original von Gamaheh
Original von Jürgen
Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.


Was heißt "offiziell"? Selbst der kleine Rechtschreib-Duden hat es ("nach Art eines Genies"), und "offiziell" ist es älter als genial - hier ein Auszug aus dem Grimm:

"GENIAL , GENIALISCH, adj. zu genie.
1) es gilt seit dem 18. jh., nicht wie genie nach dem franz. (es ist nicht franz.), sondern nach lat. genialis, aber nur der form nach, denn dieses hat ganz andern sinn, wie noch ital. geniale, dem sinne des altrömischen genius, ital. genio entsprechend, auch z. b. für gemütlich, sympathisch, wolthuend freundlich; ebenso engl. genial, das doch TH. CARLYLE sich auch im deutschen sinn erlaubt, wie ...
2) die anfangs gebrauchte form ist aber g e n i a l i s c h , d. h. in der endung auch wirklich deutsch gemacht, wie es anfangs hiesz idealisch, kolossalisch, sentimentalisch und noch jetzt theatralisch, moralisch, physicalisch, collegialisch, infernalisch, martialisch, die uns durchaus noch nicht zopfig anmuten, wie jene doch thun; genialisch gilt bis ins 19. jh. herein, z. b.: dieses gedicht war die frucht einiger genialischen stunden im jahre 1771. WIELAND vorbericht zu Kombabus, d. h. in denen ihn 'der genius' besuchte; da er jenem das genialische geheimnis, angenehm zu sein, niemals abzulernen vermag. SCHILLER X, 304, 25 (10. ästh. br.); obgleich genialische weiber meistens ungläubig sind, wie genialische männer gläubig. J. PAUL 24, 100" usw.

Grüße,
Gamaheh


Danke, Gamaheh, für die Korrektur.
Da war ich zu voreilig, nur weil ich es in wikipedia nicht fand.

So lehrreich kann ein Klassikforum sein, auch wenn es off topic ist.

Grüße
Jürgen
AcomA (12.07.2007, 13:44):
hallo,

derzeit:

gerhard oppitz - kraftvoll musikantisch, absolut stilsicher, universal
andras schiff - bach, scarlatti, haydn, rhythmusgefühl, transparent
boris berezovsky - universal, emotional, rhythmusgefühl, transparent
maurizio pollini - hat zur alten agilität zurückgefunden, universal
bernd glemser - universal, sonorer anschlag, transparent

das kann sich allerdings jederzeit etwas ändern. die reihenfolge ist beliebig.

gruß, siamak :engel
Amadé (12.07.2007, 15:22):
Hallo,

nur 5 (noch lebende) Top-Pianisten zu nennen ist doch ein Unterfangen, dann müsste man viele ungerechtfertigt zurücksetzen. Pianisten sollte man nicht nur nach bewältigtem Virtuosenfutter beurteilen, Prüfsteine sind immer noch die einschlägigen Werke von Bach, Mozart, Beethoven, Schubert und Schumann!
Hiermeine Favoriten:
ältere Pianisten: Rosen, Kuerti, Katin

Mittelalter: Pollini, Lupu, Pires, Gelber, Planès, Zacharias, P.Serkin, Sokolov, Schiff, Zimerman, El Bacha

jüngere: Vladar, Fellner, Schirmer (sie schafft es trotz schärfter Konkurrenz bei Schumann op.13 einen eigenen Zugang zu formulieren und präsentiert 2 neue, bisher nicht beachtete/bisher unbekannte? Etüden)

Gruß Amadé
Gamaheh (12.07.2007, 15:33):
Original von Jürgen
off topic

Sehr - ich bitte um Nachsicht! Also zurück zum Topos:

Mir kommt diese Einschränkung sehr entgegen, da ich ja vorzugsweise Musik im Konzertsaal erlebe. Daher mag ich solche, die ich nur von der Konserve kenne, eigentlich nicht beurteilen.

Grundsätzlich gebe ich Pianisten (und generell Musikern) den Vorzug, die sich in den Dienst der Musik, die sie spielen, stellen, anstatt ihre eigene Persönlichkeit machtvoll ins Spiel zu bringen (so berauschend solche Erlebnisse im Einzelfall sein mögen), und die in der Lage sind, diese Musik authentisch (aus ihrer jeweiligen Sicht) als organisches, strukturiertes Ganzes überzeugend und sinnhaltig darzustellen.

Meine Treue zu Maurizio Pollini geht fast zwanzig Jahre zurück, d.i. solange ich mich überhaupt speziell für Klaviermusik interessiere. Dies ist ein Musiker, der sich ständig erneuert, immer wieder für Überraschungen gut ist und mich überdies von seiner selbstlosen Herangehensweise an die Musik überzeugt – ein Pianist, mit dem man jedesmal die Musik neu entdecken kann.

Seit einigen Jahren ist – auch wenn ihn sonst niemand von Euch kennt – Philippe Bianconi mein Favorit. Seine Ernsthaftigkeit, seine absolute Hingabe an die Musik, die er spielt, als spielte er sie nur für sich, verströmen Optimismus, einen Glauben an das Ideelle, und Mut im Angesicht aller Widrigkeiten des Lebens; seine eher unscheinbare Bühnenpräsenz tut dem keinen Abbruch. Hier trifft das Wort Bruno Walters: „Der Komponist mag mittels der Musik von Leid erzählen, sie selbst flüstert gleichzeitig von Glück; und ihr Eigenlaut ist mächtiger als seine Schilderung – er mag sein lautestes Nein rufen, die Sprache, die er dazu verwendet, singt ein leises und doch machtvolleres Ja mit.“ Oder wie es ein Kritiker der Berliner Zeitung schrieb: „...eine Einladung zum Glücklichsein, so unaufdringlich vorgetragen, dass man sie vertrauensvoll annehmen konnte“.

Und dann Daniel Barenboim, weil ich seine natürliche Musikalität einfach bezwingend finde; ebenfalls ein Musiker, der sich immer wieder erneuert.

Darüber hinaus von der Platte sicherlich Maria João Pires, die ich allerdings noch nie im Konzert erleben konnte. Alle weiteren Nennungen fallen mir schwer, da sich das von Zeit zu Zeit ändern kann. Manche Pianisten höre ich einmal oder auch mehrmals, und sie erscheinen mir großartig; andere Male bin ich eher indifferent, oder der Glanz reibt sich mit der Zeit ab. Häufig ist es der, den ich gerade höre, und andere vergesse ich, weil sie gerade nicht präsent sind. Wieder andere betören im Konzert, lassen mich aber von der Platte eher kalt (Sokolov).

Grüße,
Gamaheh
AcomA (12.07.2007, 19:21):
hallo,

hier noch meine 'reservekiste':

zoltan kocsis
marc-andre hamelin
tzimon barto
peter donohoe
krystian zimerman
steven osborne
alexandre tharaud
abdel rahman el bacha
stephen kovacevich
boris bloch
ivan moravec
michail pletnev
yefim bronfman
christian zacharias
stephen hough
jean-yves thibaudet
nikolai lugansky

gruß, siamak :engel
Amadé (12.07.2007, 21:11):
Hallo Acoma,

was schätzest Du an Kovacevich so besonders? Auf meiner Liste würde er nie auftauchen.

Gruß Amadé
AcomA (13.07.2007, 00:29):
hallo Amadé,

was schätze ich an stephen kovacevich ?
ich hörte in erstmals mit seiner aufnahme der klavierkonzerte von schumann und grieg (philips) aus seinen jungen jahren. diese platte ist jetzt unter den originals wiederveröffentlicht worden und rangiert IMO in der ersten reihe. auch seine einspielung der diabelli-variationen beethovens (Philips) ist als vorzüglich zu bezeichnen. seine spätere platte mit den spätwerken brahms ist etwas ganz besonderes. so schwermütig abgetönt, kenne ich diese werke nur mit lupu. es läuft einem kalt den rücken herunter.

vor wenigen jahren durfte ich den schüler myra hess' auch in essen live erleben (mit meinem mittlerweile verstorbenen alten freund).
js bach: partita nr.4
beethoven: bagatellen op.126
schubert: sonate b-dur D 960
berg: sonate op. 1

dieser klavierabend gehört zum besten und eindringlichsten, was ich je hörte ! alleine schon der anschlag ist phantastisch sonor. mein alter freund, der seit mitte der dreißiger jahre alle bekannten pianisten live erlebte, war ebenfalls dieser ansicht. es war einer der glücklichsten momente in meinem leben. dieser pianist versteht es , wahrhaftig zu musizieren !

gruß, siamak :engel
Amadé (13.07.2007, 20:36):
Hallo Acoma,

ich habe bisher sehr viele Pianisten gehört, die Alten (Kempff, Serkin, Curzon,Arrau, Richter, Gilels...), von mittlerem Alter (Brendel-heute auch schon alt, Klien, Lupu, Gelber, Pollini, Ohlsson, P.Serkin, Sokolov, Kocsis, Zacharias, Zimerman, Schiff.... und jüngere (Hamelin, Berezowsky, Knauer, Fellner, Say, Gourari, Kosuge....).
Kovacevich war leider nicht dabei, ich kann ihn also nur von seinen Schallplatten her beurteilen. Ich kannte u.a. nur die Beethoven Sonaten-Gesamtaufnahme bei EMI, die mir bei vielen Sonaten ganz und gar missfällt, da er kein Gespür für Beethovens Feinheiten zu haben scheint. Sein Anschlag ist oft hart und die Musik wird heruntergedonnert.
Letztes Jahr lernte ich die älteren Philips-Aufnahmen kennen, ich habe den Eindruck gewonnen, dass er da mehr auf die Werke einging, sich Zeit lies, hier beeindrucken mich vor allem die Brahms-Einspielungen, auch das Schumann-Konzert.
Insgesamt bleibt mein Eindruck zwiespältig, zur ersten Garnitur zähle ich ihn nicht.

Gruß Amadé
AcomA (14.07.2007, 00:49):
hallo Amadé,

kovacevichs EMI-aufnahmen sind nicht optimal. es liegt hauptsächlich an den hart intonierten flügel. schuberts D 960 wird auch mit diesem manko geboten. dennoch bietet er auch hier großes klavierspiel. da für mich der live-eindruck ungeheuer wichtig ist und ich ihn doch über den platteneindruck stelle, gehört für mich dieser pianist in die champions league.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (17.07.2007, 07:32):
Original von AcomA
hallo Amadé,

kovacevichs EMI-aufnahmen sind nicht optimal. es liegt hauptsächlich an den hart intonierten flügel. schuberts D 960 wird auch mit diesem manko geboten. dennoch bietet er auch hier großes klavierspiel. da für mich der live-eindruck ungeheuer wichtig ist und ich ihn doch über den platteneindruck stelle, gehört für mich dieser pianist in die champions league.

gruß, siamak :engel

@Siamak,

wie schätzt Du seine Beethoven Aufnahmen ein?
Amadé (18.07.2007, 00:06):
@Acoma

Hallo Siamak,

Kovacevich hat seine EMI-CDs Beethoven 32; Schubert, Brahms alle auf hart intonierten Flügeln (bei Schubert A-dur D.959 steht im Booklet Steinway Flügel der Royal Festival Hall) aufgenommen, dann müssen diese doch seinem Klang-Ideal ziemlich nahe kommen. Ein Pianist seines Kalibers und Renommés lässt sich doch den flügel nicht aufzwingen.
Das gibt zu bedenken
Amadé
Rachmaninov (18.07.2007, 09:36):
Original von nikolaus
Gabriela Montero für ihr Fähigkeit zur Improvisation


Am letzten Freitag hörte ich sie auf Bayern 4 mit einer Improvisation zu einem Thema von J.S.Bach.
War sehr angetan von den gehörten Klängen und erst dannach hörte ich, dass es sich um Montero handelt!
Rachmaninov (19.07.2007, 18:15):
@El Bacha Freunde,

kennt einer seine Beethoven-Sonate und die Chopin Einspielungen?

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5242717.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6921281.jpg
AcomA (19.07.2007, 21:13):
lieber Sergejewitsch,

ich kenne die ersten beiden vol. aus seiner chopin-gesamteinspielung, die aufnahme des 1. chopin-konzertes und das andante spianato et grande polonaise brilliante. die interpretationen el-bachas sind 'grande et brilliante'.

gruß, siamak
Rachmaninov (26.08.2007, 19:35):
@Cosima,@ab,

mittlerweile höre ich bereits zu x-ten male die Schumann-Aufnahme mit El Bacha!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41C9KGB8NHL._SS500_.jpg

Also ich muss gestehen, daß ich durchaus verstehen kann warum ihr euch für ihn begeistert.
Ein Pianist, der etwas zu sagen hat, eine Botschaft und vor allem auch die Mittel um diese Botschaft zu vermittelt.

Kein wunder das Simak hier 'grande et brilliante' verwendet.

Hier bleibe ich "am Ball" und werde sicherlich weitere Aufnahmen erwerben...
ab (10.07.2007, 15:35):
Liebe Forianerinnen und Forianer,

ich habe soeben entdecken müssen, dass fast alle der genannten Pianistinnen und Piansiten in der Rubrik Pianisten: Eure "liebsten" 5 , die hier genannte wurden, gar nicht mehr aktiv sind, meist, weil schon verstorben. Daher die Frage hier einmal enger gestellt:

Welches sind eure "liebsten" 5 Pianisten, die heute noch aktiv im Konzertleben stehen?

Aus meiner Liste (zu der ich heute unbedingt auch noch den verstorbenen Estéban Sanchez hinzufügen wollte) blieben ja höchstens noch drei Damen übrig.

Meine derzeitige Liste wäre - ohne Reihung - wie folgt:

Uchida
Deyanova
Larrocha (noch aktiv?)

Afanassiev
Sokolov
Koroliov
El Bacha
Lubimov
Rachmaninov (10.07.2007, 16:14):
@ab,
in der Tat, die von Dir genannte Liste enthält viele verstorbene Größen. E. Sanchez ist leider auch verstorben und hat leider nur sehr wenige Aufnahmen hinterlassen.

Bevor ich antworte eine kleine Bitte:
Es wäre toll wenn jeder kurz begründen würde warum er gerade diese Pianisten nennt.

:hello
Cosima (10.07.2007, 16:37):
Okay, dann übernehme ich meine beiden Lieblinge aus der alten Liste auch in diese: (Begründungen habe ich hier und da schon geliefert, glaube ich)

Pollini
Koroliov

El Bacha gefällt mir auch immer besser. Seine Schumann- (die vor allem :down) und die Ravel-Platte mag ich sehr. Es gibt auch eine neue Aufnahme mit ihm - Rachmaninov, wenn ich mich recht erinnere. Kennt die jemand?
Tharaud (außer Ravel) nannte ich ja auch schon.

Über den Rest muss ich mir erst noch Gedanken machen. :hello
ab (10.07.2007, 16:56):
Original von Cosima
El Bacha gefällt mir auch immer besser. Seine Schumann- (die vor allem :down) und die Ravel-Platte mag ich sehr. Es gibt auch eine neue Aufnahme mit ihm - Rachmaninov, wenn ich mich recht erinnere. Kennt die jemand?


Den Ravel liebe auch ich ganz besonders! Ich habe von El Bacha nur noch Chopin gehört, der mir aber gar nicht gefallen hat. Die Schumann-CD will ich schon lange einmal in Händen bekommen. Auch wird sein Beethoven sehr gelobt. Von einer Rach-CD bei Forlane wusste ich noch gar nichts, sehe aber gerade, dss sie bereits seit Februar 06 erhältlich ist: Die Préludes von ihm dürften eigentlich meinem Geschmack besondes entgegen kommen. Gerne hätte ich einmal die Prokofiev-Konzerte mit dem Monnaie SO unter Kazushi Ono gehört, obwohl ich da sehr skeptich bin.
Rachmaninov (10.07.2007, 17:23):
@alle,
von den derzeit lebenden und aktiven würde ich folgende nennen:

Sudbin:
Der junge Russe ich für mich von den ganz jungen Pianisten, derjenige mit dem wohl größten Potential und seine bisherigen Aufnahmen (Scarlatti, Rachmaninov und Tchaikovsky/Medtner) zeigen ganz deutlich das hier technische Fähigkeiten und ein hohes intellektuelles Potential vorliegen.
Seinen Klavierton mag ich! So warm und farbig, aber ohne abdriften ins "Schmalzige"!

Demidenko:
Es ist einfach so, ich liebe fast alle seine Aufnahmen, seine Spielweise, seinen Klavierton, seine Eigenarten. Für mich einer der Größten überhaupt!

Sokolov:
Einer der ganz großen Pianisten, der nichtnur im Vergleich zu seinen derzeitigen Kollegen genannt werden muß. Dieser Mann setzt Maßstäbe!!!

Schepkin:
Seine Bach Aufnahmen sind gigantisch, so klar, so exakt artikuliert und jeder einzelne Anschlag wohl überlegt!

Soweit meine derzeitigen Top 4. Alles russische Pianisten übrigends!!!

Desweiteren schätze ich derzeit recht hoch ein:

Zimerman, Berezovsky, N. Cole (nochaktiv?), Pollini (immer mehr), S. Osborne.

Immer zu beachten:
Hamelin und Koroliov (sehr abhängig vom Repertoire).

Afanassiev hatte mich einst sehr begeistert, aber mittlerweile nur noch sein Schubert & Schumann!
Cosima (10.07.2007, 17:45):
Original von ab
Von einer Rach-CD bei Forlane wusste ich noch gar nichts, sehe aber gerade, dss sie bereits seit Februar 06 erhältlich ist: Die Préludes von ihm dürften eigentlich meinem Geschmack besondes entgegen kommen.

Nein, ich meine diese hier:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5589283.jpg

Rachmaninoffs Etudes-tableaux op. 33 Nr. 1-3, 5-9
+Scriabin: Klaviersonate Nr. 2
+Balakireff: Islamey
+Strawinsky: 3 Sätze aus "Petruschka"

Triton, veröffentlicht 22.6.2007

Seinen Prokofiev kenne ich leider auch nicht, aber ich glaube, dass Siamak sich schon einmal positiv dazu äußerte.

Gruß, Cosima
Cosima (10.07.2007, 17:59):
Original von ab
Welches sind eure "liebsten" 5 Pianisten, die heute noch aktiv im Konzertleben stehen?


Hamelin, Berezovsky, Osborne, Sudbin, Lugansky. Pletnev nicht zu vergessen! Dann noch Ashkenazy (die alten Aufnahmen) und Andreas Staier. Sokolov wird auch nominiert.

Und vor allem noch: Christian Zacharias (den ich für sehr unterschätzt halte, so selten wie er genannt wird!). Allein für seine Interpretation der Davidsbündlertänze verdient er einen Ehrenplatz! :down

Das sind nun mehr als fünf – macht aber nix…

Uchida kann ich überhaupt nicht leiden. Vor allem seit ich sie in einem Konzertmitschnitt nicht nur spielen hörte sondern auch spielen sah. Ende letzten Jahres, etwas von Mozart unter Rattle, glaube ich. Ehrlich gesagt: Meine Abneigung gegen beide – Uchida und Rattle – hat sich seitdem verstärkt.

Gruß, Cosima

P.S.: Ich habe noch einen wichtigen Künstler vergessen: Volodos.
nikolaus (10.07.2007, 19:53):
O.k., dann will ich mal:

Martha Argerich für ihre Energie, Leidenschaft, Zärtlichkeit (oh ja!)...

Yevgeni Sudbin für genau das, was unser Admin geschrieben hat

Krystian Zimerman für seinen Perfektionismus und Bedingungslosigkeit

Leif Ove Andsnes für seine "Normalität" und "Unaufgeregtheit"

und um den fünften Platz (nicht als Rangfolge gedacht!) streiten sich

Alexandre Tharaud für seine Eleganz und Feinsinnigkeit

Nicholas Angelich für seine Ernsthaftigkeit

Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Gabriela Montero für ihr Fähigkeit zur Improvisation

und da gibt es bestimmt noch viele, die ich sträflich vernachlässigt habe!

Nikolaus.
Rachmaninov (10.07.2007, 19:56):
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I
Rachmaninov (10.07.2007, 21:57):
Original von Cosima
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5589283.jpg

Rachmaninoffs Etudes-tableaux op. 33 Nr. 1-3, 5-9
+Scriabin: Klaviersonate Nr. 2
+Balakireff: Islamey
+Strawinsky: 3 Sätze aus "Petruschka"

Triton, veröffentlicht 22.6.2007

Seinen Prokofiev kenne ich leider auch nicht, aber ich glaube, dass Siamak sich schon einmal positiv dazu äußerte.

Gruß, Cosima

sträflicherweise habe ich um ihn bisher einen "Bogen" gemacht!
Wie wohl um so viele!!!!!

Die CD hat ein sehr interessantes Programm!
nikolaus (10.07.2007, 22:40):
Original von Rachmaninov
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I

Danke für den link! :J

Was seine Aktivität angeht, hast du wahrscheinlich nicht ganz unrecht. Gibt es eigentlich das von ihm geleitete Festival (Bad Wörrishofen, Bad Gastein oder wo war das gleich?) noch?

Gruß, Nikolaus.
Jürgen (11.07.2007, 14:47):
Original von Rachmaninov
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I

Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.

Phantasielose Menschen verwenden "genial".

:D

Jürgen
nikolaus (11.07.2007, 15:24):
Original von Jürgen
Original von Rachmaninov
Original von nikolaus
Ivo Pogorelich für seine genialische Exzentrizität (gibt's das Wort?)

Ja, das Wort gibt es! siehe hier!

Stellt sie die traurige Frage ob man ihn als "aktiven" Pianisten bezeichnen darf! :I

Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.

Phantasielose Menschen verwenden "genial".

:D

Jürgen

ad 1) Hoppla, das wußte ich nicht... :ignore

ad 2) Danke für das Kompliment :thanks

Nikolaus.
Gamaheh (11.07.2007, 16:03):
Original von Jürgen
Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.


Was heißt "offiziell"? Selbst der kleine Rechtschreib-Duden hat es ("nach Art eines Genies"), und "offiziell" ist es älter als genial - hier ein Auszug aus dem Grimm:

"GENIAL , GENIALISCH, adj. zu genie.
1) es gilt seit dem 18. jh., nicht wie genie nach dem franz. (es ist nicht franz.), sondern nach lat. genialis, aber nur der form nach, denn dieses hat ganz andern sinn, wie noch ital. geniale, dem sinne des altrömischen genius, ital. genio entsprechend, auch z. b. für gemütlich, sympathisch, wolthuend freundlich; ebenso engl. genial, das doch TH. CARLYLE sich auch im deutschen sinn erlaubt, wie ...
2) die anfangs gebrauchte form ist aber g e n i a l i s c h , d. h. in der endung auch wirklich deutsch gemacht, wie es anfangs hiesz idealisch, kolossalisch, sentimentalisch und noch jetzt theatralisch, moralisch, physicalisch, collegialisch, infernalisch, martialisch, die uns durchaus noch nicht zopfig anmuten, wie jene doch thun; genialisch gilt bis ins 19. jh. herein, z. b.: dieses gedicht war die frucht einiger genialischen stunden im jahre 1771. WIELAND vorbericht zu Kombabus, d. h. in denen ihn 'der genius' besuchte; da er jenem das genialische geheimnis, angenehm zu sein, niemals abzulernen vermag. SCHILLER X, 304, 25 (10. ästh. br.); obgleich genialische weiber meistens ungläubig sind, wie genialische männer gläubig. J. PAUL 24, 100" usw.

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (11.07.2007, 19:02):
@Cosima, @ab,

wie würdet ihr El Bacha charakterisieren und welche Aufnahmen kennt ihr / würdet ihr empfehlen?

R
Cosima (11.07.2007, 20:35):
El Bacha verfügt über ein fantastisches rhythmisches Gespür, spielt leidenschaftlich, aber transparent und klar. Sein Klavierspiel ist sehr schön ‚singend’, er erinnert mich ein wenig an Esteban Sanchez (aber dies nun nur aus der Erinnerung, ich müsste beide Pianisten mal direkt vergleichen).

Ich kenne seine Schumann-Platte, den Ravel und seinen Chopin. Gefällt mir alles ganz ausgezeichnet. Einsteigen würde ich vielleicht mit Ravel, es sei denn Du liebst Schumann so wie ich.

Die 2. Schumann-Klaviersonate hat mich trotz der großartigen Richter-Aufnahme (EMI) – die m.E. nicht zu toppen ist – sehr begeistert. Op. 14 spielt El Bacha brillant, differenziert und feinsinnig. In den Waldszenen verleiht Bacha jedem der Stücke gem. der Vortragsanweisungen den betreffenden Charakter und Rhythmus, in wundervoll klarer und inniger Art und Weise.

Gruß, Cosima :hello
Rachmaninov (11.07.2007, 20:58):
Original von Cosima
El Bacha verfügt über ein fantastisches rhythmisches Gespür, spielt leidenschaftlich, aber transparent und klar. Sein Klavierspiel ist sehr schön ‚singend’, er erinnert mich ein wenig an Esteban Sanchez (aber dies nun nur aus der Erinnerung, ich müsste beide Pianisten mal direkt vergleichen).

Ich kenne seine Schumann-Platte, den Ravel und seinen Chopin. Gefällt mir alles ganz ausgezeichnet. Einsteigen würde ich vielleicht mit Ravel, es sei denn Du liebst Schumann so wie ich.

Die 2. Schumann-Klaviersonate hat mich trotz der großartigen Richter-Aufnahme (EMI) – die m.E. nicht zu toppen ist – sehr begeistert. Op. 14 spielt El Bacha brillant, differenziert und feinsinnig. In den Waldszenen verleiht Bacha jedem der Stücke gem. der Vortragsanweisungen den betreffenden Charakter und Rhythmus, in wundervoll klarer und inniger Art und Weise.

Gruß, Cosima :hello

@Cosima,
deine Charakterisierung klingt sehr interessant! Bitte überprüfe Deine Erinnerungen bzgl. E. Sanchez!!!!

Schumann wäre sicherlich reizvoll, wobei nach Deiner Beschreibung wohl die Ravel Aufnahme sehr interessant klingt.

Habe mal bei jpc.de nachgesehen, wohl die einzige ernsthaftzu nennende Quelle, und dort gibt es viele reizvolle Aufnahmen!

Beethoven - 32 Sonaten
Alles Chopin Werke
Rachmaninov Preludes
Prokofiev Klavierkonzerte

usw....

?(
ab (11.07.2007, 21:50):
Original von Cosima
er erinnert mich ein wenig an Esteban Sanchez (aber dies nun nur aus der Erinnerung, ich müsste beide Pianisten mal direkt vergleichen).


Sanchez zeichnet wohl eher ein überbordernder Klangfarbenreichtum aus, zudem ist dessen Musik kräftig-männlich bestimmt, sozusagen mit eisener Glut (also nicht-glühend). - El Bacha hingegen erinnert mich mehr an Uchida oder Koroliov in Bezug auf sein ebenmäßiges Flließen. Er hat aber einen helleren, durchsichtigen Ton als Uchida, schlanker aber (fast möchte ich sagen: ) athletisch-kräftiger; und anders als Koroliov ist er nicht vom Ausdruck lyrisch-rückwärtsgewandt, sondern leuchtender, auch bestimmter. Sein Rhythmusgefühl und Timing ist phantastisch.
Cosima (11.07.2007, 22:26):
Original von ab
Sanchez zeichnet wohl eher ein überbordernder Klangfarbenreichtum aus, zudem ist dessen Musik kräftig-männlich bestimmt, sozusagen mit eisener Glut (also nicht-glühend). -

Ja stimmt, ich hatte vor allem auch Sanchez' Rhythmusgefühl in Erinnerung.

Wenn ich die Charakterisierungen zusammenfasse, dann kommen wir schon fast auf einen Nenner:

ebenmäßiges Flließen – ich nannte es ‚singend’
helleren, durchsichtigen Ton – ich nannte es transparent und klar

„und anders als Koroliov ist er nicht vom Ausdruck lyrisch-rückwärtsgewandt, sondern leuchtender, auch bestimmter. Sein Rhythmusgefühl und Timing ist phantastisch.“

Ja, das unterschreibe ich auch so.

Gruß, Cosima
ab (11.07.2007, 23:01):
Sanchez spielt auch rhythmisierend, El BAche hingegen fließend: solches bedarf zweier verschiedener Arten von überragenden Rhythmusgefühlen.
Jürgen (12.07.2007, 09:54):
Original von Gamaheh
Original von Jürgen
Nun, Nikolaus meint doch sicherlich "genialisch".
Das wird zwar oft benutzt in jüngerer Zeit (Modewort?),
dennoch existiert es offiziell nicht.


Was heißt "offiziell"? Selbst der kleine Rechtschreib-Duden hat es ("nach Art eines Genies"), und "offiziell" ist es älter als genial - hier ein Auszug aus dem Grimm:

"GENIAL , GENIALISCH, adj. zu genie.
1) es gilt seit dem 18. jh., nicht wie genie nach dem franz. (es ist nicht franz.), sondern nach lat. genialis, aber nur der form nach, denn dieses hat ganz andern sinn, wie noch ital. geniale, dem sinne des altrömischen genius, ital. genio entsprechend, auch z. b. für gemütlich, sympathisch, wolthuend freundlich; ebenso engl. genial, das doch TH. CARLYLE sich auch im deutschen sinn erlaubt, wie ...
2) die anfangs gebrauchte form ist aber g e n i a l i s c h , d. h. in der endung auch wirklich deutsch gemacht, wie es anfangs hiesz idealisch, kolossalisch, sentimentalisch und noch jetzt theatralisch, moralisch, physicalisch, collegialisch, infernalisch, martialisch, die uns durchaus noch nicht zopfig anmuten, wie jene doch thun; genialisch gilt bis ins 19. jh. herein, z. b.: dieses gedicht war die frucht einiger genialischen stunden im jahre 1771. WIELAND vorbericht zu Kombabus, d. h. in denen ihn 'der genius' besuchte; da er jenem das genialische geheimnis, angenehm zu sein, niemals abzulernen vermag. SCHILLER X, 304, 25 (10. ästh. br.); obgleich genialische weiber meistens ungläubig sind, wie genialische männer gläubig. J. PAUL 24, 100" usw.

Grüße,
Gamaheh


Danke, Gamaheh, für die Korrektur.
Da war ich zu voreilig, nur weil ich es in wikipedia nicht fand.

So lehrreich kann ein Klassikforum sein, auch wenn es off topic ist.

Grüße
Jürgen
AcomA (12.07.2007, 13:44):
hallo,

derzeit:

gerhard oppitz - kraftvoll musikantisch, absolut stilsicher, universal
andras schiff - bach, scarlatti, haydn, rhythmusgefühl, transparent
boris berezovsky - universal, emotional, rhythmusgefühl, transparent
maurizio pollini - hat zur alten agilität zurückgefunden, universal
bernd glemser - universal, sonorer anschlag, transparent

das kann sich allerdings jederzeit etwas ändern. die reihenfolge ist beliebig.

gruß, siamak :engel
Amadé (12.07.2007, 15:22):
Hallo,

nur 5 (noch lebende) Top-Pianisten zu nennen ist doch ein Unterfangen, dann müsste man viele ungerechtfertigt zurücksetzen. Pianisten sollte man nicht nur nach bewältigtem Virtuosenfutter beurteilen, Prüfsteine sind immer noch die einschlägigen Werke von Bach, Mozart, Beethoven, Schubert und Schumann!
Hiermeine Favoriten:
ältere Pianisten: Rosen, Kuerti, Katin

Mittelalter: Pollini, Lupu, Pires, Gelber, Planès, Zacharias, P.Serkin, Sokolov, Schiff, Zimerman, El Bacha

jüngere: Vladar, Fellner, Schirmer (sie schafft es trotz schärfter Konkurrenz bei Schumann op.13 einen eigenen Zugang zu formulieren und präsentiert 2 neue, bisher nicht beachtete/bisher unbekannte? Etüden)

Gruß Amadé
Gamaheh (12.07.2007, 15:33):
Original von Jürgen
off topic

Sehr - ich bitte um Nachsicht! Also zurück zum Topos:

Mir kommt diese Einschränkung sehr entgegen, da ich ja vorzugsweise Musik im Konzertsaal erlebe. Daher mag ich solche, die ich nur von der Konserve kenne, eigentlich nicht beurteilen.

Grundsätzlich gebe ich Pianisten (und generell Musikern) den Vorzug, die sich in den Dienst der Musik, die sie spielen, stellen, anstatt ihre eigene Persönlichkeit machtvoll ins Spiel zu bringen (so berauschend solche Erlebnisse im Einzelfall sein mögen), und die in der Lage sind, diese Musik authentisch (aus ihrer jeweiligen Sicht) als organisches, strukturiertes Ganzes überzeugend und sinnhaltig darzustellen.

Meine Treue zu Maurizio Pollini geht fast zwanzig Jahre zurück, d.i. solange ich mich überhaupt speziell für Klaviermusik interessiere. Dies ist ein Musiker, der sich ständig erneuert, immer wieder für Überraschungen gut ist und mich überdies von seiner selbstlosen Herangehensweise an die Musik überzeugt – ein Pianist, mit dem man jedesmal die Musik neu entdecken kann.

Seit einigen Jahren ist – auch wenn ihn sonst niemand von Euch kennt – Philippe Bianconi mein Favorit. Seine Ernsthaftigkeit, seine absolute Hingabe an die Musik, die er spielt, als spielte er sie nur für sich, verströmen Optimismus, einen Glauben an das Ideelle, und Mut im Angesicht aller Widrigkeiten des Lebens; seine eher unscheinbare Bühnenpräsenz tut dem keinen Abbruch. Hier trifft das Wort Bruno Walters: „Der Komponist mag mittels der Musik von Leid erzählen, sie selbst flüstert gleichzeitig von Glück; und ihr Eigenlaut ist mächtiger als seine Schilderung – er mag sein lautestes Nein rufen, die Sprache, die er dazu verwendet, singt ein leises und doch machtvolleres Ja mit.“ Oder wie es ein Kritiker der Berliner Zeitung schrieb: „...eine Einladung zum Glücklichsein, so unaufdringlich vorgetragen, dass man sie vertrauensvoll annehmen konnte“.

Und dann Daniel Barenboim, weil ich seine natürliche Musikalität einfach bezwingend finde; ebenfalls ein Musiker, der sich immer wieder erneuert.

Darüber hinaus von der Platte sicherlich Maria João Pires, die ich allerdings noch nie im Konzert erleben konnte. Alle weiteren Nennungen fallen mir schwer, da sich das von Zeit zu Zeit ändern kann. Manche Pianisten höre ich einmal oder auch mehrmals, und sie erscheinen mir großartig; andere Male bin ich eher indifferent, oder der Glanz reibt sich mit der Zeit ab. Häufig ist es der, den ich gerade höre, und andere vergesse ich, weil sie gerade nicht präsent sind. Wieder andere betören im Konzert, lassen mich aber von der Platte eher kalt (Sokolov).

Grüße,
Gamaheh
AcomA (12.07.2007, 19:21):
hallo,

hier noch meine 'reservekiste':

zoltan kocsis
marc-andre hamelin
tzimon barto
peter donohoe
krystian zimerman
steven osborne
alexandre tharaud
abdel rahman el bacha
stephen kovacevich
boris bloch
ivan moravec
michail pletnev
yefim bronfman
christian zacharias
stephen hough
jean-yves thibaudet
nikolai lugansky

gruß, siamak :engel
Amadé (12.07.2007, 21:11):
Hallo Acoma,

was schätzest Du an Kovacevich so besonders? Auf meiner Liste würde er nie auftauchen.

Gruß Amadé
AcomA (13.07.2007, 00:29):
hallo Amadé,

was schätze ich an stephen kovacevich ?
ich hörte in erstmals mit seiner aufnahme der klavierkonzerte von schumann und grieg (philips) aus seinen jungen jahren. diese platte ist jetzt unter den originals wiederveröffentlicht worden und rangiert IMO in der ersten reihe. auch seine einspielung der diabelli-variationen beethovens (Philips) ist als vorzüglich zu bezeichnen. seine spätere platte mit den spätwerken brahms ist etwas ganz besonderes. so schwermütig abgetönt, kenne ich diese werke nur mit lupu. es läuft einem kalt den rücken herunter.

vor wenigen jahren durfte ich den schüler myra hess' auch in essen live erleben (mit meinem mittlerweile verstorbenen alten freund).
js bach: partita nr.4
beethoven: bagatellen op.126
schubert: sonate b-dur D 960
berg: sonate op. 1

dieser klavierabend gehört zum besten und eindringlichsten, was ich je hörte ! alleine schon der anschlag ist phantastisch sonor. mein alter freund, der seit mitte der dreißiger jahre alle bekannten pianisten live erlebte, war ebenfalls dieser ansicht. es war einer der glücklichsten momente in meinem leben. dieser pianist versteht es , wahrhaftig zu musizieren !

gruß, siamak :engel
Amadé (13.07.2007, 20:36):
Hallo Acoma,

ich habe bisher sehr viele Pianisten gehört, die Alten (Kempff, Serkin, Curzon,Arrau, Richter, Gilels...), von mittlerem Alter (Brendel-heute auch schon alt, Klien, Lupu, Gelber, Pollini, Ohlsson, P.Serkin, Sokolov, Kocsis, Zacharias, Zimerman, Schiff.... und jüngere (Hamelin, Berezowsky, Knauer, Fellner, Say, Gourari, Kosuge....).
Kovacevich war leider nicht dabei, ich kann ihn also nur von seinen Schallplatten her beurteilen. Ich kannte u.a. nur die Beethoven Sonaten-Gesamtaufnahme bei EMI, die mir bei vielen Sonaten ganz und gar missfällt, da er kein Gespür für Beethovens Feinheiten zu haben scheint. Sein Anschlag ist oft hart und die Musik wird heruntergedonnert.
Letztes Jahr lernte ich die älteren Philips-Aufnahmen kennen, ich habe den Eindruck gewonnen, dass er da mehr auf die Werke einging, sich Zeit lies, hier beeindrucken mich vor allem die Brahms-Einspielungen, auch das Schumann-Konzert.
Insgesamt bleibt mein Eindruck zwiespältig, zur ersten Garnitur zähle ich ihn nicht.

Gruß Amadé
AcomA (14.07.2007, 00:49):
hallo Amadé,

kovacevichs EMI-aufnahmen sind nicht optimal. es liegt hauptsächlich an den hart intonierten flügel. schuberts D 960 wird auch mit diesem manko geboten. dennoch bietet er auch hier großes klavierspiel. da für mich der live-eindruck ungeheuer wichtig ist und ich ihn doch über den platteneindruck stelle, gehört für mich dieser pianist in die champions league.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (17.07.2007, 07:32):
Original von AcomA
hallo Amadé,

kovacevichs EMI-aufnahmen sind nicht optimal. es liegt hauptsächlich an den hart intonierten flügel. schuberts D 960 wird auch mit diesem manko geboten. dennoch bietet er auch hier großes klavierspiel. da für mich der live-eindruck ungeheuer wichtig ist und ich ihn doch über den platteneindruck stelle, gehört für mich dieser pianist in die champions league.

gruß, siamak :engel

@Siamak,

wie schätzt Du seine Beethoven Aufnahmen ein?
Amadé (18.07.2007, 00:06):
@Acoma

Hallo Siamak,

Kovacevich hat seine EMI-CDs Beethoven 32; Schubert, Brahms alle auf hart intonierten Flügeln (bei Schubert A-dur D.959 steht im Booklet Steinway Flügel der Royal Festival Hall) aufgenommen, dann müssen diese doch seinem Klang-Ideal ziemlich nahe kommen. Ein Pianist seines Kalibers und Renommés lässt sich doch den flügel nicht aufzwingen.
Das gibt zu bedenken
Amadé
Rachmaninov (18.07.2007, 09:36):
Original von nikolaus
Gabriela Montero für ihr Fähigkeit zur Improvisation


Am letzten Freitag hörte ich sie auf Bayern 4 mit einer Improvisation zu einem Thema von J.S.Bach.
War sehr angetan von den gehörten Klängen und erst dannach hörte ich, dass es sich um Montero handelt!
Rachmaninov (19.07.2007, 18:15):
@El Bacha Freunde,

kennt einer seine Beethoven-Sonate und die Chopin Einspielungen?

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5242717.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6921281.jpg
AcomA (19.07.2007, 21:13):
lieber Sergejewitsch,

ich kenne die ersten beiden vol. aus seiner chopin-gesamteinspielung, die aufnahme des 1. chopin-konzertes und das andante spianato et grande polonaise brilliante. die interpretationen el-bachas sind 'grande et brilliante'.

gruß, siamak
Rachmaninov (26.08.2007, 19:35):
@Cosima,@ab,

mittlerweile höre ich bereits zu x-ten male die Schumann-Aufnahme mit El Bacha!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41C9KGB8NHL._SS500_.jpg

Also ich muss gestehen, daß ich durchaus verstehen kann warum ihr euch für ihn begeistert.
Ein Pianist, der etwas zu sagen hat, eine Botschaft und vor allem auch die Mittel um diese Botschaft zu vermittelt.

Kein wunder das Simak hier 'grande et brilliante' verwendet.

Hier bleibe ich "am Ball" und werde sicherlich weitere Aufnahmen erwerben...
kreisler (11.01.2009, 13:55):
Nun darf ich meine Top 5 auch zum besten geben. Tut mir leid wenn ich dazu neige immer nur von mir zu reden und nicht auf vorige beiträge Antworte. Ich werde mich bessern. Allerdings kann ich leider weder bei el bacha noch bei kovacevic mitreden.
Außerdem muss ich noch erwähnen: Das sind die Pianisten die mir nahestehen. Mir ist klar, dass es da noch ganz andere meister (brendel, Pollini etc.) gibt.

In alphabetischer Reihendolge:

Dinu Lipatti
Ivo Progorelich
Jewgeni Kissin
Mahrta Argerich
Rudolf Serkin

Eigendlich gehören da noch so viele rein (Barenboim, Gould, Kempff, Arturo Benedetti Michelangeli...
kreisler (17.01.2009, 14:47):
Oh ich habe gerade gesehen, das die Pianisten aktiv sein müssen?

Dann muss ich ja nochmehr rausshmeißen:

Fazil Say (den hatte ich sowieso vergessen!)
Ivo Pogorelich (gibt wieder Konzerte)
Jewgeni Kissin
Martha Argerich
Daniel Barenboim
Heike (29.01.2010, 18:28):
Ich weiß auch nicht, warum ich diesen Thread bsiher übersehen habe!

meine TOP 5 (heute, wer weiß, wie sich das demnächst ändert!)

Sokolov - seit ich ihn live gehört habe, ist dieser Zauber seiner unbeschreiblichen Poesie bei mir bis in alle Ewigkeit konserviert.

Pogorelich - ich liebe seine extremen rhythmischen und Tempo-Abschweifungen und es ist mir egal, ob das noch werktreu ist. Meine Favoriten sind seine Bilder, der Scarlatti und die Chopin-Scherzi.

Perahia - der kriegt die Trophäe für seinen Bach, Händel und Scarlatti; für den gefühlvollen Klangreichtum und die saubere Polyphonie, die sich mit geistreicher Dramatik paart

Demidenko - hier hat mich Rachmaninov ehemals mit seiner Begeisterung angesteckt und nach den Chopin-Preludes war ich ihm auch verfallen. Der hat was radikales, das sich in die Farbigkeit seines Spiels mischt.

Bei Platz 5 kann ich mich nicht entscheiden zwischen Anderszewski (der mich in seiner Innigkeit immer unglaublich anrührt, aber von dem ich noch zu wenig kenne), Barenboim (eigentlich fast nur aufgrund wirklich toller Konzerte, die ich mit ihm als Solist gehört habe - er ist so treffsicher im Vermitteln von Stimmungen, aber wahrscheinlich übt er zu wenig) und Pollini (der ist stark im Aufholen!!!!)

Heike
Heike (28.10.2012, 13:18):
nach 2 1/2 Jahren ist es allerhöchste Zeit für ein update, da hat sich viel getan - meine derzeitigen Top 5 unter den Aktiven:

G. Sokolov
M. Perahia
A. Schiff
A. Melnikov
A. Tharaud

unter strenger Beobachtung: K. Bezuidenhout

P.s. der Thread müsste eigentlich ins Spielzimmer verschoben werden, da ranking!
nikolaus (28.10.2012, 19:39):
Hoppla, meine Liste ist fünf Jahre alt!

Dieses Mal will ich mich wirklich auf fünf Pianisten beschränken:

Martha Argerich

Piotr Anderszewski

Alexei Lubimov

Andrei Korobeinikov

Krystian Zimerman

Auf der Reservebank sitzen vorübergehend Leif Ove Andsnes und David Fray, nachrücken könnte auch noch David Kadouch....

Nikolaus.
AcomA (22.03.2014, 14:24):
Hallo,

mein Update mit beliebiger Reihenfolge:

Krystian Zimerman
Grigory Sokolov
Vladimir Ashkenazy
Stephen Hough
Andreas Staier

LG, Siamak
nikolaus (22.03.2014, 21:13):
Dann will ich auch mal aktualisieren.

Martha Argerich (wird immer in der Liste bleiben; in ihren späten Jahren gewinnt sie an Innigkeit, ohne ihre Lebendigkeit zu verlieren)

Leif Ove Andsnes (zuletzt überzeugte er mich mit seiner "entschlackten", filigranen, musikalischen Sicht auf Beethoven)

Piotr Anderszewski (stets individuell, unerhört seine Schumann-Fantasie!)

Daniil Trifonov (insbesondere live einfach genial!)

Krystian Zimmermann (wie immer für seinen Perfektionismus, der mich sprachlos lässt)


Auf der Reservebank:

Cédric Pescia (kraftvoller als Andsnes, ähnlich unaufgeregt)

Polina Leschenko (für ihre übersprudelnde Vitalität und Spontaneität)

David Fray (für seine "Hypersensibilität", die er für mich v.a. im Konzert ausstrahlt)

Adam Laloum (auch so ein Poet am Flügel, irgendwo zwischen Trifonov und Fray)
...

Nikolaus.
Florestan (23.03.2014, 13:28):
Hallo zusammen

Da sich die Rankings hier grosser Belibtheit erfreuen möchte ich mich gern daran beteiligen und einen kleinen Kontrapunkt setzen. Aus der Fülle der wirklich singulären Pianisten 5 auszuwählen ist allerdings unmöglich, und daher setzt sich meine Liste aus spontanen Nennungen zusammen. Hierbei habe ich mich davon leiten lassen, wie ich die genannten Pianisten während ihrer Karriere erlebt habe, d.h. ob das Niveau gleichmäßig hoch war.

Marc-André Hamelin

Für mich der bedeutendste lebende Pianist, nicht nur wegen seiner Vielseitigkeit sondern vor allem wegen seiner Musikalität. Ich habe noch nie ein mittelmäßiges Konzert mit ihm gehört. Er kann alles spielen, hat keine technischen Begrenzungen und ist in der Lage jedem Werk welches er interpretiert eine gültige Fassung zu verleihen.

Martha Argerich

Die "Grand old Lady of Pianism" Als junge Frau hat sie mit grosser Hingabe und feurigem Temperament alle an die Wand gespielt. In den letzten ca. 12 Jahren tritt sie als Förderin und kongeniale Kammermusikpartnerin auf, und wird immer intensiver in ihrer Vermittlung von Musik.

Stephen Hough

Leider auf dem Kontinent wenig präsent und bekannt. Ein Vollblutmusiker, der alles was er spielt zu Gold macht. Dabei ungeheuer vielseitig mit seinen fantasievollen CD-Programmen.

Boris Berezovsky

Früher ein junger Wilder, mittlerweile gereift. Ich werde nie ein Konzert vergessen, wo er mit seiner mittlerweile verstorbenen Klavierpartnerin Brigitte Engerer die Liebeslieder Walzer von Brahms gespielt hat.

Leon Fleisher

Wegen seiner Verletzung konnten wir diesen Ausnahmepianisten in seiner wichtigsten Lebenszeit nicht in voller Form erleben. Seine frühen Aufnahmen von Brahms oder Beethoven gehören zum wertvollsten was bei diesem Repertoire (und das speilt ja praktisch jeder) zu haben ist. Das d-moll Konzert von Brahms begleitet mich schon ein Leben lang.

Wie gesagt, eine spontane Zusammenstellung, wobei sich an dieser Liste kaum etwas ändern wird. Wenn man auf etwa 2 Dutzend erhöht, dann kämen wohl häufiger andere Namen zum Vorschein.
Darüber hinaus entdeckt man ja ständig wieder neue Talente. Während der Klavierraritäten in Husum haben wir schon eine ganze Reihe von grossartigen Pianisten kennengelernt, die relativ unbekannt waren. Es ist immer wieder wundervoll zu erleben, wie vielseitig die Szene ist, und welche unglaubliche Fülle junger und älterer Talente es auf der Welt gibt.

Wie die jeweiligen Listen zeigen, hängt die Beurteilung über einen Künstler sehr vom persönlichen Geschmack und den Präferenzen ab. Eine letztgültige Rangfolge wird es also nie geben, und muß es ja auch nicht.

LG Florestan
AcomA (23.03.2014, 22:41):
Lieber Florestan,

danke fuer Deine genauen Ausfuehrungen. Obwohl ich außer Hough aktuell andere Pianisten nannte, koennte ich alle von Dir genannten ebenfalls ausführen. Das ist das Kreuz mit der numerischen Limitierung.

LG, Siamak
Hörbert (11.05.2014, 09:48):
Hallo!

Ja eine schwierige Entscheidung.

Eigentlich habe ich recht lange gebraucht um hier wirklich fünf obere Plätze zu besetzen.

Als erstes möchte ich da mal Markus Becker nennen der mir Max Regers Klavierwerk in einem völlig neuen Licht gezeigt hat.

Als zweites käme da Rolf Plagge der sich insbesondere um den nicht-Mainsteam wie z.B. Hans WQerner Henzes zweites Klavierkonzert verdient gemacht hat.

An dritter Stelle möchte ich Michael Korstick nennen dessen phantastische Aufnahmen von Beethovens späten Klaviersonaten und Franz Liszs H-moll-Sonate mir stets in Erinnerung bleiben werden.

Beethoven letzte Sonaten sowie die Späten Schubert-Sonaten bringen mich dann auch gleich zu meinem vierten Favoriten nämlich Mauricio Pollini ohne den ich zu den genannten Werken wohl nur sehr schwer Zugang gefunden hätte.

Der fünfte Platz bereitet mir einiges Kopfzerbrechen da es so viele ausgezeichnete Pianisten gibt, aber ich entscheide mich schlußendlich für Volker Banfield dessen Aufnahmen bei Wergo einen weiten Bereich meiner Interessen abdecken.

Es gäbe hier noch eine ganze Reihe von ausgezeichneten


Pianisten die sicher mit den genannzten gleichauf sind aber dann wäre die Liste schier endlos.

MFG Günther