ich hatte lange einen Tread gesucht in dem ich Andrei Eshpai unterbringen kann. Einen separaten Thread für Eshpaiwollte ich wegen mangelnder erwarteter Resonanz nicht einstellen. Dieser Thread kann dann für weitere Russische Komponisten des 20.Jahrhunderts verwendet werden. Der Thread müßte sich im Laufe der Zeit interessant gestalten, weil die hier aufgeführten Komponisten in der Nachfolge Schostakowitsch´s zu sehen sind.
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In diesem Jahr hatte ich das erste mal "Hörkontakt" mit dem Komponisten Andrei Eshpai (geb.1925). Seine moderne und trotzdem mehr tonale Tonspache hatte mich schon zuvor bei der Sinfonie Nr.5 mit Fedossejev (Melodiya) sehr angesprochen und mehr als begeistert. Hier verwendet Eshpai ein fetziges Zitat aus Blachers Paganini-Variationen.
Meine neuste Eshpai-CD ist diese: Dazu kann man nur sagen: :thanks So macht russische Musik aus dem 20.Jahrhundert richtig Spaß.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/516LCuTIaGL._SS500_.jpg Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992) Klavierkonzert Nr.2 Sinfonie Nr.7 USSR Large Sinf.Orchestra Jewgenij Swetlanow ALBANY, 1992, ADD/DDD, Aufnahmen 1972/74/94
Bei Swetlanow ist Andrei Eshpai in besten Händen. Die sehr rhytmischen Kompositionen lasssen einen kaum ruhig auf dem Hörplatz sitzen und sind absolut fern jeder Langeweile, die Eshpai erst gar nicht aufkommen läßt. Mit einem Europäischen Orchester würden sich die Werke wie blanker Hohn anhören, da auch hier(wie bei Schostakowitsch) die russischen Bläser und der Gesamtsound unabdingbar sind.
Das "kleine" Label ALBANY scheint allerdings nicht so proffessioel zu arbeiten, wie andere große CD-Firmen. Der Klang ist gut, aber die räumliche Abbildung ist nicht so gut. So ist beim Konzert für Orchester ein sehr lingslastiger Raumeindruck vorhanden - erst wenn der Solo-Kontrabass einsetzt steht diesen ganz rechts. Auch mit dem Pegel haben sich die ALBANer verrechnet: So dreht Swetlanow am Schluß nochmal auf und entfacht ein Schlagzeugfeuerwerk, das in den Spitzen besonders über KH auffallend übersteuert ist. Das KK Nr.2 mit Eshpai selbst am Klavier ist LIVE in MONO aufgenommen (und das 1972). Die Sinfonie Nr.7 ist Studiomäßig gut aufgenommen. :cool Aber das tut der fantastischen Musik im Endeffekt keinen Abbruch und die CD macht vom ersten Takt bis zum letzten Tusch großen Hörspaß.
:W Ich bin gespannt auf weitere Eshpai-Werke, die in der Mehrzahl auf ALBANY zu bekommen sind. Leider sind die großen Melodiya-Aufnahmen mit Fedossejew u.a. leider gestrichen und auch bei Anbietern verschollen . Eine CD davon habe ich bereits. ?( Es stehen nur zwei ältere Melodiya-CD´s in meinem alten Bielefelder Katalog, die derzeit nicht greifbar sind. Die hätte ich gerne.
:hello Wer kann weitere INFO´s zu Eshpai geben und weitere russische Komponisten nennen, die ähnlich interessante Musik komponieren ?
Rachmaninov (13.11.2007, 11:15): Original von teleton
Dieser Thread kann dann für weitere Russische Komponisten des 20.Jahrhunderts verwendet werden. Der Thread müßte sich im Laufe der Zeit interessant gestalten, weil die hier aufgeführten Komponisten in der Nachfolge Schostakowitsch´s zu sehen sind.
@teleton, danke für diesen hochinteressanten Thread.
Muss gestehen auf diesem Gebiet bisher kaum auf Entdeckungstour gewesen zu sein.
Dürfte sich dann wohl hier deutlich entwickeln.
Wenn Du hier auf Komponisten in der Nachfolge zu Schostakowitsch eingehst reden wir dann aber doch im Schwerpunkt über Werke nach 1950/60 oder? Hier übrigends eine Übersicht Prokofiev sollten wir hier natürlich nicht besprechen wie ich meine :wink
Sofia Asgatowna Gubaidulina dürfte dann hier sicherlich besprochen werden. Das lag mir eh am Herzen, da
Während dieser Studien wurde ihre Musik als "pflichtvergessen" bezeichnet, aber Dmitri Schostakowitsch ermutigte sie, ihren "Irrweg" fortzusetzen. Quelle: Wikipedia.de
Das doch eine Art Visitenkarte ist
P.S.: Der Thread gehört natürlich zu den Persönlichkeiten :D
HenningKolf (13.11.2007, 16:01): zu diesem Thema fällt mir spontan ein:
Boris Tschaikowski (1925 - 1996),
von ihm kenne ich durch Ausleihe die e-moll Cellosonate von dieser CD
verlangt jetzt bitte nicht eine Musikbeschreibung aus der nicht frischen Erinnerung heraus. Jedenfalls nichts atonales oder ähnlich unverdauliches. Ich hatte vor, diese CD und diese mit der 1. Sinfonie
bei Gelegenheit bei emusic downzuloaden, weil ich den ersten Höreindruck durchaus interessant fand. Wenn ich dies irgendwann irgendeinmal mache, werde ich berichten.
Von den Daten gehört sicherlich Rodion Schtschedrin hierhin (geb. 1932, noch lebend). Das wenige, was ich durch Ausleihe oder Kauf von ihm kenne (ich glaube ausgeliehen eine Ballettmusik und dann noch das Stück "Stihira" mit Anne Sophie Mutter) fand/finde ich eher uninteressant.
Das zunächst einmal, mir fällt bestimmt noch mehr ein
Henning
satie (13.11.2007, 20:01): Lieber Henning, ich will mal hoffen, dass das unvorsichtig formuliert war... atonal ist nicht = unverdaulich!! X(
HenningKolf (13.11.2007, 22:33): nur keine Aufregung...
der Musikwissenschaftler bist Du und
mein "akustischer Verdauungstrakt" ist so wie er ist...
ein Blick ins wikipedia zeigt mir zudem dass ich durchaus mit Wegbereitern der Atonalität, etwa Berg und Webern, etwas anfangen kann....gleichwohl gibt es Musik, die für meinen akustischen Verdauungstrakt absolut unverdaulich ist. Ich könnte das mit ein oder zwei Namen verbinden, bin aber fast sicher, dass Du diesbezüglich anderer Meinung bist. Damit das nicht zu sehr off topic wird, lass ich nähere Ausführungen halt bleiben :B
Um beim Thema zu bleiben: Trotz der deutschen Wurzeln und des deutschen Namens gehört Alfred Schnittke in diesen thread (1934 - 1998). Er ist im Wolgagebiet geboren, wurde nicht nur in Wien, sondern auch in Moskau ausgebildet.
Eine Cellosonate von ihm befindet sich auf dieser CD, die ich als mp3-Datei habe
Eigentlich höre ich Schnittke ebenso wenig wie die auf der CD befindliche italienische Suite von Strawinski. Gelegentlich gerne höre ich Schostakowitschs Cello Sonate op.40, sicherlich tonal, nämlich in d-moll. Ob Schnittke und Strawinski nun atonal sind und ich möglicherweise deshalb keinen Zugang finde lasse ich jetzt einfach mal dahingestellt. Für mich ganz persönlich ist dieses Stück von Schnittke jedenfalls schwer verdaulich. Andere Kompositionen von Schnittke kenne ich übrigens nicht.
Ich gehe mal davon aus, dass mit "russisch" das heutige Russland gemeint sein soll. Wenn nämlich die Geburt in der ehemaligen UDSSR maßgeblich wäre, wären hier Pärt (Estland) und Silvestrov (Ukraine) zu nennen (letzteren schätze ich übrigens durchaus, und ich glaube er komponiert sogar atonal, bin aber nicht sicher). Aber ich glaube teleton meinte mit russisch die Grenzen des heutigen Russlands.
@teleton
albany scheint übrigens keineswegs ein allzu kleines label zu sein. Bei emusic sind immerhin ca. 850 Alben gelistet, ganz überwiegend mir recht unbekannte amerikanische Komponisten. Die Klangschnipsel die ich insoweit gehört habe klangen fast zur Hälfte wie x-beliebige Westernfilmmusik, aber klangtechnisch auf recht hohem Niveau. Da russische und osteuropäische Komponisten kaum vertreten waren, liegt der Verdacht nahe, dass die Albanyleute russische Bänder zur Bearbeitung hatten und mehr nicht möglich war ?(
Gruss Henning
teleton (14.11.2007, 08:15): Hallo Henning, Rachmaninov und Satie,
über Euer Interesse an russischer Musik aus dem 20.Jahrhundert habe ich mich gefreut und es sind schon weitere Namen gefallen.
1. Sofia Asgatowna Gubaidulina kenne nur dem Namen nach.
2. Boris Tschaikowski (1925 - 1996) muß wirklich interessante Musik komponiert haben, die auf tonaler Ebene bleibt und trotzdem Zeitgemäß ist
so etwas ist mir immer sympathisch. Ein name den ich in nächster Zeit auch kennenlernen muß.
3. Alfred Schnittke Sicher einer der wichtigsten "Neuerer". Mein Musikgeschmack ist so gestrickt, das ich nun wirklich gar nichts gegen atonale Kompositionen habe und sehr vieles davon schätze. So kann ich Satie auch zustimmen wen er schreibt: atonal ist nicht = unverdaulich. Schnittkes Sinfonien habe ich mir vor Jahren komplett auf BIS 5CD´s) zugelegt. Heute sehe ich es nur als einen kleinen Fehler an, diese wieder verkauft zu haben. Traurigbin ich darüber auch nicht, denn einen richtigen Zugang habe ich zu Schnittke nicht gefunden - der war mir zu extreem atonal und dabei noch streckenweise tödlich langweilig, was zum Verkauf an ein Forumsmitglied (anderes Forum) führte. Diem CD´s hatte ich dort angeboten. Normalerweise mache ich noch eine Siocherheitskopie für mich, aber die Werke, insbesondere die Sinfonien haben mich so wenig angesprochen, dass ich nichtmal dies gemacht hatte.
4. Strawinsky ist natürlich auch ein russ.Komponist des 20.Jhd. Dieser gehört IMO nicht in diesen Thread, weil man Strawinsky auch nicht in der Schostakowitsch-Nachfolge sehen kann. Für meinen hochgeschätzten Strawinsky sollte man separate Beiträge nehmen, genau wie für Prokofieff (Rachmaninov meinte dies auch schon).
Henning, Du schreibst Schnittke und Strawinsky zusammen (quasi in einen Topf geworfen). Beide könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Zu beiden hast Du offenbar keinen Zugang gefunden, was ich bei Schnittke klar nachvollziehen kann. Von Strawinsky habe und schätze ich hingegen fast alles (nur einige langweilige Kurzkomponsitionen weniger) - für mich ist das keine atonale Musik, auch wenn die Tonalität hier und da schonmal verlassen wird. :wink Du hast soeben den Anlass für einen neuen Strawinsky-Thread ausgelöst :D.
5. Pärt und Silvestrov kenne ich auch noch nicht ?!? Pärt ist glaube ich eine Supermoderner.
Zitat Henning zu ALBANY: Da russische und osteuropäische Komponisten kaum vertreten waren, liegt der Verdacht nahe, dass die Albanyleute russische Bänder zur Bearbeitung hatten und mehr nicht möglich war ?( Ja, so wird es wohl sein und ALBANY ist dann doch nicht so klein. Aber trotzdem ist die Eshpai CD wegen der tollen Werke ein lohnender Kauf.
HenningKolf (14.11.2007, 08:37): @ teleton
Wollte Strawinski und Schnittke keineswegs in denselben Topf werfen...meinte dies nur in Bezug auf die drei Cellostücke, die auf dieser CD, die ich genannt habe, sind. Das atonal war sicherlich etwas dahingeworfen, aber die musiktheoretischen Grundlagen sind halt auch nicht mein Feld.
Zu Strawinski, von dem ich auch andere Kompositionen kenne (kommt man ja beim CD-Kauf, soweit es Sampler betrifft, nicht dran vorbei), habe ich auch noch keinen wirklichen Zugang gefunden. Aber bei Strawinski schließe ich nicht aus, dass das passieren kann. Bei Schnittke rechne ich nach dem Ersteindruck eher nicht damit.
Was Pärt und Silvestrov betrifft: Meinst Du, die gesamte ehemalige UDSSR sollte mit rein? Vielleicht nicht schlecht, dann würde der Faden noch lebendiger. Zu Silvestrov könnte Nikolaus am besten etwas beitragen, ich bin diesbezüglich Anfänger. Ich hatte zunächst auch noch an Wainberg gedacht, aber da dieser erstens in Polen geboren wurde und eher Weggefährte denn Nachfolger Schostakowitschs ist, hatte ich ihn nicht genannt.
So, das reicht erst mal, Arbeit ruft.
Henning
Jeremias (14.11.2007, 11:38): sagt mal, kennt jemand von Euch noch den Komponisten Khennikov? Ich habe eine CD mit Solokonzeren, gespielt von Kissin, Repin und Vengerov... gefällt mir sehr gut!
HenningKolf (14.11.2007, 18:19): Original von Jeremias sagt mal, kennt jemand von Euch noch den Komponisten Khennikov? Ich habe eine CD mit Solokonzeren, gespielt von Kissin, Repin und Vengerov... gefällt mir sehr gut!
nehme einfach mal an du meinst Tichon Chrennikow (angelsächsisch transkribiert müsste sich das dann Khrennikov schreiben)....na ja, kennen ist zuviel gesagt, auf einem Sampler habe ich ein kleines Schnipselchen, nämlich ein Adagio aus einem Husarenballet, welches mir durchaus gefällt
auf einer CD Wengerow und Repin? hört sich äußerst interessant an.. kannst Du vielleicht mal ein cover verlinken??
Gruß Henning
Amadé (14.11.2007, 20:49): @ Jeremias
Tichon Chrennikow (1913- ?) Er studierte am Moskauer Konservatorium, war musikalischer Berater des Zentraltheaters der Sowjetischen Armee und wurde 1948 Generalsekretär des Sowjetischen Komponistenverbands (Angaben laut Brockhaus-Riemann). In dieser Position nahm er erheblichen Anteil auf das Musikleben in der damaligen UdSSR, insbesondere auf die Musikausrichtung der Musikschaffenden, d.h Chrennikow war jahrzehntelang, auch noch nach Stalin, der oberste Zensor und unterdrückte missliebige, vor allem auch an westliche Musik angelehnte musikalische Strömungen (z.B. atonale Musik, Zwölftonmusik). Er veröffentlichte u.a. "Der sozialistische Realismus - unerschütterliche Grundlage der sowjetischen Musik". SEine Musik kenne ich nicht, habe auch auf Grund seiner Vita kein Interesse daran.
Gruß Bernd
Rachmaninov (15.11.2007, 20:58): Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
Rachmaninov (15.11.2007, 21:01): Original von teleton
2. Boris Tschaikowski (1925 - 1996) muß wirklich interessante Musik komponiert haben, die auf tonaler Ebene bleibt und trotzdem Zeitgemäß ist
so etwas ist mir immer sympathisch. Ein name den ich in nächster Zeit auch kennenlernen muß.
Meine mich zu erinnern, daß seine Klavierkonzerte durchaus eine Entdeckung wert sein sollen!?
HenningKolf (15.11.2007, 21:14): Original von Rachmaninov Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
btw...das zeigt mir dass ich Namen mit Fettdruck unterlegen sollte - na gut, ich hatte den Konstantinowitsch nicht genannt..............vielleicht sollte ich mit dem KK einen dritten Versuch wagen, bevor ich endgültig sage seine Musik sei nichts für mich....
:hello
Rachmaninov (15.11.2007, 21:18): Original von HenningKolf Original von Rachmaninov Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
btw...das zeigt mir dass ich Namen mit Fettdruck unterlegen sollte - na gut, ich hatte den Konstantinowitsch nicht genannt..............vielleicht sollte ich mit dem KK einen dritten Versuch wagen, bevor ich endgültig sage seine Musik sei nichts für mich....
:hello
@Henning,
entschuldige wenn ich bei dieser hohen Anzahl Beiträge bei Deinem Posting etwas überlesen habe :I
Rachmaninov (15.11.2007, 21:38): Nikolai Kapustin aknn mit seinem Geburtsjahr 1937 tatsächlich, zumindestens zeitlich, in der Nachfolge Schostakowitsch's gesehen werden.
Allerdings dürfte sie teleton hie reher weniger begeistern. Ich persönlich kenne jedenfalls nur Soloklavierwerke von ihm. Diese erinnern stellenweise wie eine Mischung aus "klassischer" Musik und Jazz. Jedenfalls scheinen "Grenzen" zu verschwimmen.
Ich kenne die Aufnahmen von S. Osborn udn M.A. Hamelin.
Hamelin geht IMO das spontane "jazzige" irgendwie ein wenig "ab" :tongue:
HenningKolf (15.11.2007, 21:47): jazzig angehaucht?? das könnte was für mich sein. Der Lottogewinn darf sich allmählich einstellen, die Liste wird immer länger. Und hyperion gibt es noch nicht mal über mein emusic-Abo. :I
teleton (16.11.2007, 08:10): Original von Rachmaninov Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
Volle Zustimmung ! Das Schtschedrin:Klavierkonzert Nr.2 habe ich auch durch diese Hyperion - SACD kennengelernt. Natürlich habe ich die CD wegen der ebenfalls hervorragenden Aufnahme der Schostakowitsch-Klavierkonzerte gekauft (die beste von den Neueren). :beer Das das Schtschedrin-Konzert mich dann mindestens genauso begeistern wird, war eine äußerst positive Überraschung. :thanksEin fantastisches Werk des 20.jahrhunderts mit allem was man sich an Spannung, Power, Verständnis (da nicht extrem atonal) und Farbgebung für heutige Kompositionen wünscht.
Zu Schtschedrin hatte ich ja den Thread zu seiner Carmen-Suite eingestellt, die mit ebenfalls SUPER gefällt.
Sonst kenne ich von ihm nur noch ein drittes Werk, das sich auf dieser NAXOS-CD befindet, die ist allerdings eine wesentich schwächere Einspielung der Carmen-Suite, als Roshdestwensky(Eurodisc). Es ist das Werk Konzert f. Orchester "Naughty Limericks, das als Filler auf dieser CD vorhanden ist. :tongue: Na ja, ganz nett, aber lange nicht so toll wie die beiden vorgenannten ! Die tonalen Räume werden hier total verlassen.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7197563.jpg Carmen-Suite f. Schlagzeug & StreicherCD Konzert f. Orchester "Naughty Limericks" Ukrainiane State SO, Kuchar Label: Naxos , DDD, 94
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Dieser Thread kommt ja richtig "in Fahrt", da bisher schon eine ganze Menge an interessanten russische Komponisten des 20.Jahrhunderts genannt wurden. :wink Jede Menge Kaufanreize.
uhlmann (16.11.2007, 08:40): interessante info zu shchedrin gibt es hier: www.shchedrin.de
noch vor einigen jahren gab es von melodiya eine shchedrin-edition. davon habe ich aufnahmen der 2. symphonie, stkhira und der carmen suite (rozh), sowie der suite aus anna karenina (swetlanov). außerdem (auch von melodiya) eine geniale aufnahme der oper "tote seelen" (nach gogol) unter temirkanov. die cd's sind toll, aber leider wohl im moment nicht erhältlich.
shchedrin ist ein äußerst vielseitiger komponist, er hat praktisch zu allen musikgattungen werke beigesteuert. seine musik empfinde ich als "behutsam modern". soll heißen, dass er ähnlich wie schostakowitsch noch in der tradition der großen russen steht (tschaikowsky etwa), die musik jedoch mit den mitteln des 20. jahrhunderts komponiert (einbindung von dodekaphonie, etc.). ich höre seine cd's immer wieder gerne.
Rachmaninov (16.11.2007, 08:44): Original von HenningKolf jazzig angehaucht?? das könnte was für mich sein. Der Lottogewinn darf sich allmählich einstellen, die Liste wird immer länger. Und hyperion gibt es noch nicht mal über mein emusic-Abo. :I
@Henning,
wenn Dir das "jazzige" liegt so kann ich Dir nur die S. Osborne Aufnahme mit Kapustin ans Herz legen.
Aber Du bist ja tapfer in 2007 :D
Rachmaninov (16.11.2007, 10:06): Original von teleton
Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992)
Interessant ist für mich, daß er wie Schostakowitsch ein Konzert mit Solo Trompete und KLavier komponiert hat. Auch wenn hier weitere Soloinstrumente wohl gespielt werden. Im Sinne von Weiterführung.
BTW, die Serie ist wohl bei Vol. 4 angekommen :W
Rachmaninov (19.11.2007, 17:03): Wurde Kabalevsky wirklich hier noch gar nicht genannt?
Natürlich kann man den 1904 geborenen Komponisten nicht in der "Nachfolge" von Schostakowitsch sehen aber hier sollte man ihn dennoch nennen.
Sein VK mit lediglich 16 Minuten in drei Sätzen ist wirklich hörenswert, auch wenn es nicht große Klasse eines Tchaikovsky Konzerts hat, oder gar so stürmisch ist wie das eines Kgachaturians. Aber es hat Feuer und Schmelz.
Eben hörte ich die Aufnahme mit Shaham / Pletnev
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8303391.jpg
Muss sagen der schlanke Ton und das ebenso wenig schmalzige Dirigat von Pletnev sagen mir sehr zu. :D
Rachmaninov (19.11.2007, 17:23): apropos,
in der FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe gibt es einen Artikel
"Rodion Schtschedrin Komponieren mit russischer Seele"
Hat den schon einer gelesen :hello
Gamaheh (19.11.2007, 17:47): Original von Rachmaninov apropos,
FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe
Lieber Richard,
Du mußt aber sehr gute Beziehungen haben, daß Du schon weißt, was die dann schreiben werden bzw. Du sie gar schon bestellen kannst.
Grüße, Gamaheh
Rachmaninov (19.11.2007, 17:57): Original von Gamaheh Original von Rachmaninov apropos,
FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe
Lieber Richard,
Du mußt aber sehr gute Beziehungen haben, daß Du schon weißt, was die dann schreiben werden bzw. Du sie gar schon bestellen kannst.
Grüße, Gamaheh
Bestellbar mit ausgewiesener Inhaltsangabe via JPC, allerdings die 2007 Ausgabe
HenningKolf (19.11.2007, 20:59): Original von Rachmaninov apropos,
in der FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe gibt es einen Artikel
"Rodion Schtschedrin Komponieren mit russischer Seele"
Hat den schon einer gelesen :hello
Es handelt sich um ein Interview, eine kurze Biographie und ein paar CD-Hinweise
Schtschedrin sagt, er denke beim Komponieren immer an das Publikum, er wolle nicht mit der Tradition brechen, sondern verstehe Komponieren als Prozess des Fortschreitens auf dem Weg der Tradition...vielleicht sollte ich mir doch noch mal das eine oder andere von ihm anhören!!...möglicherweise gibt es in der hiesigen Bibliothek ja noch die eine oder andere nicht ramponierte CD, die auch noch abspielbar ist (das ist immer Glückssache btw).
Schostakowitsch habe als Musiker, aber auch als moralische Instanz größte Bedeutung. Er habe ihn im Krieg kennengelernt, die Beziehung habe bis zu Schostakowitschs Tod Bestand gehabt. Mit Rostropowitsch habe eine tiefgehende Freundschaft bestanden.
Gruß Henning
Rachmaninov (19.11.2007, 21:09): Wie ich gerade gesehen habe hat Rodion Schtschedrin auch eigene Werke selber am Klavier eingespielt ..... mmmh! Interessant wie ich meine :wink
Rachmaninov (27.11.2007, 07:22): Interessantes zur Thematik findet sich auch auf dieser Seite, die sich der neuen russischen Musik widmet!
Cosima (27.11.2007, 12:42): Original von Rachmaninov Original von teleton
2. Boris Tschaikowski (1925 - 1996) muß wirklich interessante Musik komponiert haben, die auf tonaler Ebene bleibt und trotzdem Zeitgemäß ist
so etwas ist mir immer sympathisch. Ein name den ich in nächster Zeit auch kennenlernen muß.
Meine mich zu erinnern, daß seine Klavierkonzerte durchaus eine Entdeckung wert sein sollen!?
Ja, stimmt. Ich hatte schon an anderer Stelle auf die Aufnahme des Klavierkonzertes mit dem Komponisten selber am Klavier und Fedoseyev am Pult (Relief) hingewiesen. Überhaupt gefällt mir bislang alles von Boris Tschaikowskij, besonders die Sinfonietta, Sebastopol Symphony, The Wind of Siberia, Juvenile - der Halbstarke (Podrostok). Wirklich interessante, teilweise sehr melodiöse, auf jeden Fall gut "verdauliche" Musik. Alles sehr empfehlenswert!
Gruß, Cosima
Cosima (27.11.2007, 12:51): Original von teleton 1. Sofia Asgatowna Gubaidulina kenne nur dem Namen nach.
Sehr empfehlenswert, tief bewegend diese Aufnahme unter Gergiev - und das sage sogar ich, die ich ansonsten mit dieser Musikgattung nichts am Hut habe:
Außer dem hier: :down... erspare ich mir weitere eigene Kommentare (weil die wahrscheinlich eh niemanden interessieren :wink ), sondern zitiere statt dessen von der amazon-Seite:
Das Glockenläuten, mit dem Sofia Gubaidulinas Johannes-Passion eröffnet wird, verkündet gleich zu Beginn nicht nur, dass sich hier etwas Bedeutendes abspielen wird, sondern auch dass dies alles fest in der musikalischen Tradition Russlands verankert ist. In diesem Werk sind immer wieder feierliche, priesterliche Solopassagen und überschwängliche Chorgesänge zu finden, zu denen dann Anspielungen an russisch-orthodoxe Choräle hinzukommen. Gubaidulinas Text verbindet die Passionsgeschichte mit dem Jüngsten Gericht, indem er Auszüge aus dem Evangelium nach Johannes einsetzt und ausgewählte Passagen aus anderen Texten der Bibel einschließlich der Geheimen Offenbarung einstreut. Es ist ein düsteres Werk, immer und überall brillant und voller Fantasie, mit ganz individuellen Zügen wie bei dem Dialog zwischen dem Bariton und den Pauken und einem Dies irae, der mit bedrohlichem Schlagzeugwirbel und wahrlich Furcht erregenden Klagen und Grollen der Bläser dargestellt wird. Neben diesen und vielen anderen persönlichen Visionen gibt es Anlehnungen an Mussorgsky, aber ebenso an Stravinskys Les Noces. Gergiev leitet eine zutiefst bewegende Aufführung von intensiver Dramatik, die an keinem Punkt Engagement und Spannung vermissen lässt, und seine Solisten sind alle hervorragend. Wer zeitgenössische Musik liebt, die zugänglich und anspruchsvoll zugleich ist, muss sich dies anhören. Diese Aufnahme gehört zu einer Reihe von Oratorien über die Passionsgeschichte, die aus Anlass des Bachjahres in Auftrag gegeben wurde. Sie ist ein würdiger Beitrag zu Passionen von Bach, die die Inspiration hierzu lieferten. --Dan Davis
Gruß, Cosima
Rachmaninov (27.11.2007, 17:34): Original von teleton
Seine moderne und trotzdem mehr tonale Tonspache hatte mich schon zuvor bei der Sinfonie Nr.5 mit Fedossejev (Melodiya) sehr angesprochen und mehr als begeistert.
@teleton, danke für die Bereicherung durch den Hinweis auf Eshpai. Wie von Dir angesprochen handelt es sich um eine moderne, tonale Tonsprache!
Dazu kann man nur sagen: :thanks So macht russische Musik aus dem 20.Jahrhundert richtig Spaß. ... http://ecx.images-amazon.com/images/I/516LCuTIaGL._SS500_.jpg Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992)
Hier schließe ich mich an! Es ist unglaublich in welcher Verdichtung hier Themen aufgegriffen und eine Verflechtung erfahren. Zu Beginn des Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass könnte man fast glauben man höre die Anfangsmusik einer Krimiserie, aber Eshpai gestalltet ungemein, findet ganz eigene Wege und die Stimmung wandelt sich. Einfach klasse die Nutzung der unterschiedlichen Eigenschaften der Solo-Instrumente!
Bei Swetlanow ist Andrei Eshpai in besten Händen. Die sehr rhytmischen Kompositionen lasssen einen kaum ruhig auf dem Hörplatz sitzen und sind absolut fern jeder Langeweile, die Eshpai erst gar nicht aufkommen läßt. Mit einem Europäischen Orchester würden sich die Werke wie blanker Hohn anhören, da auch hier(wie bei Schostakowitsch) die russischen Bläser und der Gesamtsound unabdingbar sind.
Absolut zutreffend!!!!
Der Klang ist gut, aber die räumliche Abbildung ist nicht so gut. So ist beim Konzert für Orchester ein sehr lingslastiger Raumeindruck vorhanden - erst wenn der Solo-Kontrabass einsetzt steht diesen ganz rechts. Auch mit dem Pegel haben sich die ALBANer verrechnet: So dreht Swetlanow am Schluß nochmal auf und entfacht ein Schlagzeugfeuerwerk, das in den Spitzen besonders über KH auffallend übersteuert ist. Das KK Nr.2 mit Eshpai selbst am Klavier ist LIVE in MONO aufgenommen (und das 1972). Die Sinfonie Nr.7 ist Studiomäßig gut aufgenommen. :cool Aber das tut der fantastischen Musik im Endeffekt keinen Abbruch und die CD macht vom ersten Takt bis zum letzten Tusch großen Hörspaß.
In der Tat gibt es hier...sagen wir "Potential" :D
:W Ich bin gespannt auf weitere Eshpai-Werke, die in der Mehrzahl auf ALBANY zu bekommen sind.
Bin gespannt auf die Eindrücke des 2. Klako's und der Sinfonie #7
Übrigends war Sofronitsky einer seiner Lehrer!!!!!!
Cosima (27.11.2007, 17:37): Was ist denn ein Vibraphon? Und wie klingt es? ?(
satie (27.11.2007, 19:25): Ein Vibraphon ist ein Metallplatteninstrument in Form einer Marimba (sowas wie ein Xylophon von der Anordnung der Stäbe her). Das besondere daran ist, dass es einen Vibrator (nein, nichts schweinisches!!) hat, einen von einem Elektromotor angetriebenen Mechanismus mit rotierenden Metallscheiben, die die zur Resonanzverstärkung angebrachten Röhren also abwechselnd in regelbarer Geschwindigkeit verschließen und öffnen. Dadurch entsteht ein vibrierender Klang. Im Jazz ein sehr beliebtes Instrument. Bei Berg auch in Lulu stark eingesetzt. Aussehen tut es so: http://www.bruckmur.at/musikschule/images/Schlaginstrumente/vibraphon.jpg Mit dem Pedal (das lange Gestänge am Boden) können die Platten gedämpft werden, wie die Saiten beim Klavier. Wird das Pedal gedrückt, klingen die Metallplatten ziemlich lang, wird es nicht gedrückt, ist der Klang wie ein Staccato. Das Vibraphon wird wie auch die Marimba entweder melodisch mit zwei Schlegeln oder aber sehr oft mit vier Schlegeln gespielt (zwei in jeder Hand), wodurch auch Akkorde gespielt werden können. Das kann dann schon sehr virtuos und schwierig werden. Hat sich doch gelohnt, der Instrumentenkunde-Kurs... Ich habe den Klang allerdings nicht sonderlich gerne, es sei denn ohne Motor, wenn es wie ein Metallophon klingt. In neuerer Musik werden die Stäbe auch oft mit einem Bassbogen gestrichen, was einen Glasharmonika-Klang ergibt, der leider schon reichlich überstrapaziert wurde...
Cosima (27.11.2007, 19:40): Danke Dir, Satie! Ich glaube, ich mag das Instrument nicht. Dann lieber ein Virginal ... :)
Hat sich doch gelohnt, der Instrumentenkunde-Kurs...
Mach doch einen Thread zum Thema auf. :hello (Obwohl ich wahrscheinlich ein "Tastenmensch" bleiben werde.)
HenningKolf (28.11.2007, 20:33): da hier die Eschpai-Begeisterung ausgebrochen ist habe ich mir diese CD heruntergeladen
Symphonic Dances on Mari Themes (1952) All Union Radio and TV Symphony Orchestra Leonid Nikolaeyev (conductor) Recording: Moscow, 1980 Violin Concerto No. 4 (1993) St Petersburg Cappella Symphony Orchestra Vladislav Chernushenko (conductor) Jennifer Koh (violin) Recording: Moscow, 20 April 1994 Symphony No. 2 Praise To Light (1962) USSR Large Symphony Orchestra Konstantin Ivanov (conductor) Recording: Moscow, 1964
Die 2. Sinfonie würde ich mal freundlich als "nicht uninteressant und ganz nett" einordnen wollen.
Die sinfonischen Tänze nach marischen Themen gefallen mir da schon erheblich besser. Eine recht spannende Mischung russischer "Spätest"romantik a la Glasunow vermengt mit Versatzstücken Bernsteinscher Anmutung
Wahrhaft großartig finde ich das 4. Violinkonzert aus dem Jahre 1993. Eine kraftvolle, manchmal leicht bedrohlich klingende Komposition, die manchmal an Schostakowitsch, manchmal an Bartok, manchmal an Bernstein erinnert. Wobei ich mit den genannten Vergleichen keineswegs sagen will, es handele sich um eine bloße Kopie der vorgenannten Komponisten. Aber da ich Musik nicht so gut in Worte fassen kann wie DoxOrkh, schon gar nicht Musik, die ich noch nicht gut kenne (einmal gehört habe ich die CD bisher!), hoffe ich, dass sich anhand der Vergleiche ein wenig erschließt, was den Hörer erwartet. Der Klang ist übrigens nicht überwältigend, aber durchaus passabel.
Gruß Henning
Rachmaninov (28.11.2007, 20:37): Original von HenningKolf Wahrhaft großartig finde ich das 4. Violinkonzert aus dem Jahre 1993. Eine kraftvolle, manchmal leicht bedrohlich klingende Komposition, die manchmal an Schostakowitsch, manchmal an Bartok, manchmal an Bernstein erinnert. Wobei ich mit den genannten Vergleichen keineswegs sagen will, es handele sich um eine bloße Kopie der vorgenannten Komponisten. Aber da ich Musik nicht so gut in Worte fassen kann wie DoxOrkh, schon gar nicht Musik, die ich noch nicht gut kenne (einmal gehört habe ich die CD bisher!), hoffe ich, dass sich anhand der Vergleiche ein wenig erschließt, was den Hörer erwartet. Der Klang ist übrigens nicht überwältigend, aber durchaus passabel.
Gruß Henning
@Henning,
ist es nun das 4. Instrumentalkonzert oder tatsächlich das 4. Violinkonzert?
Danke für die Einschätzung! Das Werk war mir als ersters aufgefallen auf dem Cover!
HenningKolf (28.11.2007, 21:30): @ Rachmaninov
ich hab die CD ja als emusic-download und emusic ist zwar preislich nicht unverschämt, dafür gibt es aber nicht die Möglichkeit sich booklets runterzuladen..
Aber dieser
link hier
und
dieser
sprechen dafür, dass es sich um dass der Violinistin gewidmete Violinkonzert handelt, auch wenn beide links unterschiedliche Kompositionsjahre nennen. Hört sich auch recht eindeutig nach Violinkonzert an.
Vol. 4 der Serie hört sich auch vielversprechend an (bezogen auf Hörschnipsel, in die ich hören konnte), und da die downloads aufgrund der geringen trackanzahl billig sind, wird es wohl gleich die komplette Serie werden (6 € für alle CDs)
:hello
Rachmaninov (28.11.2007, 21:36): @Henning,
es scheint aber so zu sein, daß es das 4. Konzert ist, nicht das 4. VK!
R
HenningKolf (28.11.2007, 22:03): @ Rachmaninov
ich habe gerade noch mal in den zweiten link - das Werkverzeichnis - geschaut und frage mich, welches Konzert Du jetzt meinst. Sag mal die dort genannte Jahreszahl, dann weiß ich was Du meinen könntest
:hello
Rachmaninov (28.11.2007, 22:06): @Henning,
dieses:
Violin Concerto No. 4 (1994)
Dedicated to Jennifer Koh. In one movement. Duration: 20 min. Orchestra: 3(picc.).2.3.2. – 4.3.3.1. – trgl, tamb, whip, cymb, bass drum, chime-bells – harp – strings. CD Albany Troy 286: St. Petersburg Capella, V. Chernushenko (cond), J. Koh (violin)
Wie ich aber gerade sah hat er tatsächlich bereits eine geraume Anzahl VK geschrieben!
HenningKolf (28.11.2007, 22:18): genau, er hat zahlreiche Konzerte komponiert, und darunter 4 Violinkonzerte. Schade dass es nur wenig davon auf CD gibt.
Das Saxofonkonzert macht neugierig, aber von dem label habe ich noch nie etwas gehört und deren website ist in russisch. Bin aber über den Jahreswechsel vermutlich in Kiew, mal schauen ob die in den Geschäften ein CD-Angebot haben, das sich nicht gleich als Raubkopie outet. Vielleicht werde ich ja fündig.
Henning
Rachmaninov (28.11.2007, 22:20): Original von HenningKolf genau, er hat zahlreiche Konzerte komponiert, und darunter 4 Violinkonzerte. Schade dass es nur wenig davon auf CD gibt.
In der Tat, erstaulich das ein derartiges Schaffen diskographisch nahezu untergeht.... :I
teleton (29.11.2007, 09:09): Hallo Satie und Cosima,
ich möchte ich noch kurz auf das Vibraphon eingehen. Ich mag das Instrument, im Gegensatz zu Cosima, sehr, weil es doch unbedingt in neueren Werken wichtig ist, sich von dem klassischen Orchestersound zu entfernen um neue Klänge bieten zu können.
Schon als Kind hatte ich mein Metallophon erhalten. :down Das ist das Instrument auf dem ich meine ersten Kompositionen erstellte. Ein Orchesterwerk von mir wäre immer mit Vibraphon (mit ausgeschaltetem Motor) ausgestattet, gff.aiuch als Vibraphon-Konzert. Ich finde den Klang einfach toll. :beer Meine heutigen Kompositionen mit Synthesizer enthalten vielfach Vibraphonklänge. Den Wah-Wah-Effekt finde ich auch nicht so toll. Der wird aber auch eher bei Jazzmusikern genutzt
man braucht den Motor ja nicht einzuschalten ! Der Klang des Metallophons (Vibraphon) gefällt mir besser als Marimbaphon und Xylophon (mit Holzstäben).
Hallo Henning,
die ALBANY-CD Vol.1 werde ich mir heute auch bestellen. :hello Du hast mir den Mund wässerig gemacht. Leider ist, wie Du schreibst die Klangqualität nicht immer ganz perfekt. Das ist ja auf der von mir im ersten Beitrag vorgestellten auch nicht immer be allen Werken ganz perfekt - schade. Aber die Musik........
Rachmaninov (06.12.2007, 17:33): Original von teleton Seine moderne und trotzdem mehr tonale Tonspache hatte mich schon zuvor bei der Sinfonie Nr.5 mit Fedossejev (Melodiya) sehr angesprochen und mehr als begeistert. Hier verwendet Eshpai ein fetziges Zitat aus Blachers Paganini-Variationen.
Meine neuste Eshpai-CD ist diese: Dazu kann man nur sagen: :thanks So macht russische Musik aus dem 20.Jahrhundert richtig Spaß.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/516LCuTIaGL._SS500_.jpg Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992) Klavierkonzert Nr.2 Sinfonie Nr.7 USSR Large Sinf.Orchestra Jewgenij Swetlanow ALBANY, 1992, ADD/DDD, Aufnahmen 1972/74/94
Gerade höre ich, zum wiederholten male, Eshpai's Sinfonie #7. Wie teleton schrieb, er komponiert modern, aber hat eine tonale Tonsprache. In der Sinfonie gibt es kaum Ausbrüche, dennoch erzeugt Eshpai, durch geschickte Ausnutzung des Orchsters und der Instrumente, eine ungeheure Spannung. So macht neue Musik einfach spaß. Die CD bereitet mir mehr und mehr Freude! :D
ich hatte lange einen Tread gesucht in dem ich Andrei Eshpai unterbringen kann. Einen separaten Thread für Eshpaiwollte ich wegen mangelnder erwarteter Resonanz nicht einstellen. Dieser Thread kann dann für weitere Russische Komponisten des 20.Jahrhunderts verwendet werden. Der Thread müßte sich im Laufe der Zeit interessant gestalten, weil die hier aufgeführten Komponisten in der Nachfolge Schostakowitsch´s zu sehen sind.
-
In diesem Jahr hatte ich das erste mal "Hörkontakt" mit dem Komponisten Andrei Eshpai (geb.1925). Seine moderne und trotzdem mehr tonale Tonspache hatte mich schon zuvor bei der Sinfonie Nr.5 mit Fedossejev (Melodiya) sehr angesprochen und mehr als begeistert. Hier verwendet Eshpai ein fetziges Zitat aus Blachers Paganini-Variationen.
Meine neuste Eshpai-CD ist diese: Dazu kann man nur sagen: :thanks So macht russische Musik aus dem 20.Jahrhundert richtig Spaß.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/516LCuTIaGL._SS500_.jpg Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992) Klavierkonzert Nr.2 Sinfonie Nr.7 USSR Large Sinf.Orchestra Jewgenij Swetlanow ALBANY, 1992, ADD/DDD, Aufnahmen 1972/74/94
Bei Swetlanow ist Andrei Eshpai in besten Händen. Die sehr rhytmischen Kompositionen lasssen einen kaum ruhig auf dem Hörplatz sitzen und sind absolut fern jeder Langeweile, die Eshpai erst gar nicht aufkommen läßt. Mit einem Europäischen Orchester würden sich die Werke wie blanker Hohn anhören, da auch hier(wie bei Schostakowitsch) die russischen Bläser und der Gesamtsound unabdingbar sind.
Das "kleine" Label ALBANY scheint allerdings nicht so proffessioel zu arbeiten, wie andere große CD-Firmen. Der Klang ist gut, aber die räumliche Abbildung ist nicht so gut. So ist beim Konzert für Orchester ein sehr lingslastiger Raumeindruck vorhanden - erst wenn der Solo-Kontrabass einsetzt steht diesen ganz rechts. Auch mit dem Pegel haben sich die ALBANer verrechnet: So dreht Swetlanow am Schluß nochmal auf und entfacht ein Schlagzeugfeuerwerk, das in den Spitzen besonders über KH auffallend übersteuert ist. Das KK Nr.2 mit Eshpai selbst am Klavier ist LIVE in MONO aufgenommen (und das 1972). Die Sinfonie Nr.7 ist Studiomäßig gut aufgenommen. :cool Aber das tut der fantastischen Musik im Endeffekt keinen Abbruch und die CD macht vom ersten Takt bis zum letzten Tusch großen Hörspaß.
:W Ich bin gespannt auf weitere Eshpai-Werke, die in der Mehrzahl auf ALBANY zu bekommen sind. Leider sind die großen Melodiya-Aufnahmen mit Fedossejew u.a. leider gestrichen und auch bei Anbietern verschollen . Eine CD davon habe ich bereits. ?( Es stehen nur zwei ältere Melodiya-CD´s in meinem alten Bielefelder Katalog, die derzeit nicht greifbar sind. Die hätte ich gerne.
:hello Wer kann weitere INFO´s zu Eshpai geben und weitere russische Komponisten nennen, die ähnlich interessante Musik komponieren ?
Rachmaninov (13.11.2007, 11:15): Original von teleton
Dieser Thread kann dann für weitere Russische Komponisten des 20.Jahrhunderts verwendet werden. Der Thread müßte sich im Laufe der Zeit interessant gestalten, weil die hier aufgeführten Komponisten in der Nachfolge Schostakowitsch´s zu sehen sind.
@teleton, danke für diesen hochinteressanten Thread.
Muss gestehen auf diesem Gebiet bisher kaum auf Entdeckungstour gewesen zu sein.
Dürfte sich dann wohl hier deutlich entwickeln.
Wenn Du hier auf Komponisten in der Nachfolge zu Schostakowitsch eingehst reden wir dann aber doch im Schwerpunkt über Werke nach 1950/60 oder? Hier übrigends eine Übersicht Prokofiev sollten wir hier natürlich nicht besprechen wie ich meine :wink
Sofia Asgatowna Gubaidulina dürfte dann hier sicherlich besprochen werden. Das lag mir eh am Herzen, da
Während dieser Studien wurde ihre Musik als "pflichtvergessen" bezeichnet, aber Dmitri Schostakowitsch ermutigte sie, ihren "Irrweg" fortzusetzen. Quelle: Wikipedia.de
Das doch eine Art Visitenkarte ist
P.S.: Der Thread gehört natürlich zu den Persönlichkeiten :D
HenningKolf (13.11.2007, 16:01): zu diesem Thema fällt mir spontan ein:
Boris Tschaikowski (1925 - 1996),
von ihm kenne ich durch Ausleihe die e-moll Cellosonate von dieser CD
verlangt jetzt bitte nicht eine Musikbeschreibung aus der nicht frischen Erinnerung heraus. Jedenfalls nichts atonales oder ähnlich unverdauliches. Ich hatte vor, diese CD und diese mit der 1. Sinfonie
bei Gelegenheit bei emusic downzuloaden, weil ich den ersten Höreindruck durchaus interessant fand. Wenn ich dies irgendwann irgendeinmal mache, werde ich berichten.
Von den Daten gehört sicherlich Rodion Schtschedrin hierhin (geb. 1932, noch lebend). Das wenige, was ich durch Ausleihe oder Kauf von ihm kenne (ich glaube ausgeliehen eine Ballettmusik und dann noch das Stück "Stihira" mit Anne Sophie Mutter) fand/finde ich eher uninteressant.
Das zunächst einmal, mir fällt bestimmt noch mehr ein
Henning
satie (13.11.2007, 20:01): Lieber Henning, ich will mal hoffen, dass das unvorsichtig formuliert war... atonal ist nicht = unverdaulich!! X(
HenningKolf (13.11.2007, 22:33): nur keine Aufregung...
der Musikwissenschaftler bist Du und
mein "akustischer Verdauungstrakt" ist so wie er ist...
ein Blick ins wikipedia zeigt mir zudem dass ich durchaus mit Wegbereitern der Atonalität, etwa Berg und Webern, etwas anfangen kann....gleichwohl gibt es Musik, die für meinen akustischen Verdauungstrakt absolut unverdaulich ist. Ich könnte das mit ein oder zwei Namen verbinden, bin aber fast sicher, dass Du diesbezüglich anderer Meinung bist. Damit das nicht zu sehr off topic wird, lass ich nähere Ausführungen halt bleiben :B
Um beim Thema zu bleiben: Trotz der deutschen Wurzeln und des deutschen Namens gehört Alfred Schnittke in diesen thread (1934 - 1998). Er ist im Wolgagebiet geboren, wurde nicht nur in Wien, sondern auch in Moskau ausgebildet.
Eine Cellosonate von ihm befindet sich auf dieser CD, die ich als mp3-Datei habe
Eigentlich höre ich Schnittke ebenso wenig wie die auf der CD befindliche italienische Suite von Strawinski. Gelegentlich gerne höre ich Schostakowitschs Cello Sonate op.40, sicherlich tonal, nämlich in d-moll. Ob Schnittke und Strawinski nun atonal sind und ich möglicherweise deshalb keinen Zugang finde lasse ich jetzt einfach mal dahingestellt. Für mich ganz persönlich ist dieses Stück von Schnittke jedenfalls schwer verdaulich. Andere Kompositionen von Schnittke kenne ich übrigens nicht.
Ich gehe mal davon aus, dass mit "russisch" das heutige Russland gemeint sein soll. Wenn nämlich die Geburt in der ehemaligen UDSSR maßgeblich wäre, wären hier Pärt (Estland) und Silvestrov (Ukraine) zu nennen (letzteren schätze ich übrigens durchaus, und ich glaube er komponiert sogar atonal, bin aber nicht sicher). Aber ich glaube teleton meinte mit russisch die Grenzen des heutigen Russlands.
@teleton
albany scheint übrigens keineswegs ein allzu kleines label zu sein. Bei emusic sind immerhin ca. 850 Alben gelistet, ganz überwiegend mir recht unbekannte amerikanische Komponisten. Die Klangschnipsel die ich insoweit gehört habe klangen fast zur Hälfte wie x-beliebige Westernfilmmusik, aber klangtechnisch auf recht hohem Niveau. Da russische und osteuropäische Komponisten kaum vertreten waren, liegt der Verdacht nahe, dass die Albanyleute russische Bänder zur Bearbeitung hatten und mehr nicht möglich war ?(
Gruss Henning
teleton (14.11.2007, 08:15): Hallo Henning, Rachmaninov und Satie,
über Euer Interesse an russischer Musik aus dem 20.Jahrhundert habe ich mich gefreut und es sind schon weitere Namen gefallen.
1. Sofia Asgatowna Gubaidulina kenne nur dem Namen nach.
2. Boris Tschaikowski (1925 - 1996) muß wirklich interessante Musik komponiert haben, die auf tonaler Ebene bleibt und trotzdem Zeitgemäß ist
so etwas ist mir immer sympathisch. Ein name den ich in nächster Zeit auch kennenlernen muß.
3. Alfred Schnittke Sicher einer der wichtigsten "Neuerer". Mein Musikgeschmack ist so gestrickt, das ich nun wirklich gar nichts gegen atonale Kompositionen habe und sehr vieles davon schätze. So kann ich Satie auch zustimmen wen er schreibt: atonal ist nicht = unverdaulich. Schnittkes Sinfonien habe ich mir vor Jahren komplett auf BIS 5CD´s) zugelegt. Heute sehe ich es nur als einen kleinen Fehler an, diese wieder verkauft zu haben. Traurigbin ich darüber auch nicht, denn einen richtigen Zugang habe ich zu Schnittke nicht gefunden - der war mir zu extreem atonal und dabei noch streckenweise tödlich langweilig, was zum Verkauf an ein Forumsmitglied (anderes Forum) führte. Diem CD´s hatte ich dort angeboten. Normalerweise mache ich noch eine Siocherheitskopie für mich, aber die Werke, insbesondere die Sinfonien haben mich so wenig angesprochen, dass ich nichtmal dies gemacht hatte.
4. Strawinsky ist natürlich auch ein russ.Komponist des 20.Jhd. Dieser gehört IMO nicht in diesen Thread, weil man Strawinsky auch nicht in der Schostakowitsch-Nachfolge sehen kann. Für meinen hochgeschätzten Strawinsky sollte man separate Beiträge nehmen, genau wie für Prokofieff (Rachmaninov meinte dies auch schon).
Henning, Du schreibst Schnittke und Strawinsky zusammen (quasi in einen Topf geworfen). Beide könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Zu beiden hast Du offenbar keinen Zugang gefunden, was ich bei Schnittke klar nachvollziehen kann. Von Strawinsky habe und schätze ich hingegen fast alles (nur einige langweilige Kurzkomponsitionen weniger) - für mich ist das keine atonale Musik, auch wenn die Tonalität hier und da schonmal verlassen wird. :wink Du hast soeben den Anlass für einen neuen Strawinsky-Thread ausgelöst :D.
5. Pärt und Silvestrov kenne ich auch noch nicht ?!? Pärt ist glaube ich eine Supermoderner.
Zitat Henning zu ALBANY: Da russische und osteuropäische Komponisten kaum vertreten waren, liegt der Verdacht nahe, dass die Albanyleute russische Bänder zur Bearbeitung hatten und mehr nicht möglich war ?( Ja, so wird es wohl sein und ALBANY ist dann doch nicht so klein. Aber trotzdem ist die Eshpai CD wegen der tollen Werke ein lohnender Kauf.
HenningKolf (14.11.2007, 08:37): @ teleton
Wollte Strawinski und Schnittke keineswegs in denselben Topf werfen...meinte dies nur in Bezug auf die drei Cellostücke, die auf dieser CD, die ich genannt habe, sind. Das atonal war sicherlich etwas dahingeworfen, aber die musiktheoretischen Grundlagen sind halt auch nicht mein Feld.
Zu Strawinski, von dem ich auch andere Kompositionen kenne (kommt man ja beim CD-Kauf, soweit es Sampler betrifft, nicht dran vorbei), habe ich auch noch keinen wirklichen Zugang gefunden. Aber bei Strawinski schließe ich nicht aus, dass das passieren kann. Bei Schnittke rechne ich nach dem Ersteindruck eher nicht damit.
Was Pärt und Silvestrov betrifft: Meinst Du, die gesamte ehemalige UDSSR sollte mit rein? Vielleicht nicht schlecht, dann würde der Faden noch lebendiger. Zu Silvestrov könnte Nikolaus am besten etwas beitragen, ich bin diesbezüglich Anfänger. Ich hatte zunächst auch noch an Wainberg gedacht, aber da dieser erstens in Polen geboren wurde und eher Weggefährte denn Nachfolger Schostakowitschs ist, hatte ich ihn nicht genannt.
So, das reicht erst mal, Arbeit ruft.
Henning
Jeremias (14.11.2007, 11:38): sagt mal, kennt jemand von Euch noch den Komponisten Khennikov? Ich habe eine CD mit Solokonzeren, gespielt von Kissin, Repin und Vengerov... gefällt mir sehr gut!
HenningKolf (14.11.2007, 18:19): Original von Jeremias sagt mal, kennt jemand von Euch noch den Komponisten Khennikov? Ich habe eine CD mit Solokonzeren, gespielt von Kissin, Repin und Vengerov... gefällt mir sehr gut!
nehme einfach mal an du meinst Tichon Chrennikow (angelsächsisch transkribiert müsste sich das dann Khrennikov schreiben)....na ja, kennen ist zuviel gesagt, auf einem Sampler habe ich ein kleines Schnipselchen, nämlich ein Adagio aus einem Husarenballet, welches mir durchaus gefällt
auf einer CD Wengerow und Repin? hört sich äußerst interessant an.. kannst Du vielleicht mal ein cover verlinken??
Gruß Henning
Amadé (14.11.2007, 20:49): @ Jeremias
Tichon Chrennikow (1913- ?) Er studierte am Moskauer Konservatorium, war musikalischer Berater des Zentraltheaters der Sowjetischen Armee und wurde 1948 Generalsekretär des Sowjetischen Komponistenverbands (Angaben laut Brockhaus-Riemann). In dieser Position nahm er erheblichen Anteil auf das Musikleben in der damaligen UdSSR, insbesondere auf die Musikausrichtung der Musikschaffenden, d.h Chrennikow war jahrzehntelang, auch noch nach Stalin, der oberste Zensor und unterdrückte missliebige, vor allem auch an westliche Musik angelehnte musikalische Strömungen (z.B. atonale Musik, Zwölftonmusik). Er veröffentlichte u.a. "Der sozialistische Realismus - unerschütterliche Grundlage der sowjetischen Musik". SEine Musik kenne ich nicht, habe auch auf Grund seiner Vita kein Interesse daran.
Gruß Bernd
Rachmaninov (15.11.2007, 20:58): Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
Rachmaninov (15.11.2007, 21:01): Original von teleton
2. Boris Tschaikowski (1925 - 1996) muß wirklich interessante Musik komponiert haben, die auf tonaler Ebene bleibt und trotzdem Zeitgemäß ist
so etwas ist mir immer sympathisch. Ein name den ich in nächster Zeit auch kennenlernen muß.
Meine mich zu erinnern, daß seine Klavierkonzerte durchaus eine Entdeckung wert sein sollen!?
HenningKolf (15.11.2007, 21:14): Original von Rachmaninov Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
btw...das zeigt mir dass ich Namen mit Fettdruck unterlegen sollte - na gut, ich hatte den Konstantinowitsch nicht genannt..............vielleicht sollte ich mit dem KK einen dritten Versuch wagen, bevor ich endgültig sage seine Musik sei nichts für mich....
:hello
Rachmaninov (15.11.2007, 21:18): Original von HenningKolf Original von Rachmaninov Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
btw...das zeigt mir dass ich Namen mit Fettdruck unterlegen sollte - na gut, ich hatte den Konstantinowitsch nicht genannt..............vielleicht sollte ich mit dem KK einen dritten Versuch wagen, bevor ich endgültig sage seine Musik sei nichts für mich....
:hello
@Henning,
entschuldige wenn ich bei dieser hohen Anzahl Beiträge bei Deinem Posting etwas überlesen habe :I
Rachmaninov (15.11.2007, 21:38): Nikolai Kapustin aknn mit seinem Geburtsjahr 1937 tatsächlich, zumindestens zeitlich, in der Nachfolge Schostakowitsch's gesehen werden.
Allerdings dürfte sie teleton hie reher weniger begeistern. Ich persönlich kenne jedenfalls nur Soloklavierwerke von ihm. Diese erinnern stellenweise wie eine Mischung aus "klassischer" Musik und Jazz. Jedenfalls scheinen "Grenzen" zu verschwimmen.
Ich kenne die Aufnahmen von S. Osborn udn M.A. Hamelin.
Hamelin geht IMO das spontane "jazzige" irgendwie ein wenig "ab" :tongue:
HenningKolf (15.11.2007, 21:47): jazzig angehaucht?? das könnte was für mich sein. Der Lottogewinn darf sich allmählich einstellen, die Liste wird immer länger. Und hyperion gibt es noch nicht mal über mein emusic-Abo. :I
teleton (16.11.2007, 08:10): Original von Rachmaninov Nennen sollte man hier natürlich auch Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.
M.A. Hamelin hat eine brillinate Aufnahme seines 2. Klavierkonzerts eingespielt.
Das geht schon eine deutlich andere Richtung als die Kompositionen Schostakowitsch's und man mag es in der Nachfolge Schostakowitsch's sehen. Wahrscheinlich auch daher die Kopplung mit den beiden Schostakowitsch Klavierkonzerten. IMO eh eine sehr gute CD!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9589581.jpg
Volle Zustimmung ! Das Schtschedrin:Klavierkonzert Nr.2 habe ich auch durch diese Hyperion - SACD kennengelernt. Natürlich habe ich die CD wegen der ebenfalls hervorragenden Aufnahme der Schostakowitsch-Klavierkonzerte gekauft (die beste von den Neueren). :beer Das das Schtschedrin-Konzert mich dann mindestens genauso begeistern wird, war eine äußerst positive Überraschung. :thanksEin fantastisches Werk des 20.jahrhunderts mit allem was man sich an Spannung, Power, Verständnis (da nicht extrem atonal) und Farbgebung für heutige Kompositionen wünscht.
Zu Schtschedrin hatte ich ja den Thread zu seiner Carmen-Suite eingestellt, die mit ebenfalls SUPER gefällt.
Sonst kenne ich von ihm nur noch ein drittes Werk, das sich auf dieser NAXOS-CD befindet, die ist allerdings eine wesentich schwächere Einspielung der Carmen-Suite, als Roshdestwensky(Eurodisc). Es ist das Werk Konzert f. Orchester "Naughty Limericks, das als Filler auf dieser CD vorhanden ist. :tongue: Na ja, ganz nett, aber lange nicht so toll wie die beiden vorgenannten ! Die tonalen Räume werden hier total verlassen.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7197563.jpg Carmen-Suite f. Schlagzeug & StreicherCD Konzert f. Orchester "Naughty Limericks" Ukrainiane State SO, Kuchar Label: Naxos , DDD, 94
-
Dieser Thread kommt ja richtig "in Fahrt", da bisher schon eine ganze Menge an interessanten russische Komponisten des 20.Jahrhunderts genannt wurden. :wink Jede Menge Kaufanreize.
uhlmann (16.11.2007, 08:40): interessante info zu shchedrin gibt es hier: www.shchedrin.de
noch vor einigen jahren gab es von melodiya eine shchedrin-edition. davon habe ich aufnahmen der 2. symphonie, stkhira und der carmen suite (rozh), sowie der suite aus anna karenina (swetlanov). außerdem (auch von melodiya) eine geniale aufnahme der oper "tote seelen" (nach gogol) unter temirkanov. die cd's sind toll, aber leider wohl im moment nicht erhältlich.
shchedrin ist ein äußerst vielseitiger komponist, er hat praktisch zu allen musikgattungen werke beigesteuert. seine musik empfinde ich als "behutsam modern". soll heißen, dass er ähnlich wie schostakowitsch noch in der tradition der großen russen steht (tschaikowsky etwa), die musik jedoch mit den mitteln des 20. jahrhunderts komponiert (einbindung von dodekaphonie, etc.). ich höre seine cd's immer wieder gerne.
Rachmaninov (16.11.2007, 08:44): Original von HenningKolf jazzig angehaucht?? das könnte was für mich sein. Der Lottogewinn darf sich allmählich einstellen, die Liste wird immer länger. Und hyperion gibt es noch nicht mal über mein emusic-Abo. :I
@Henning,
wenn Dir das "jazzige" liegt so kann ich Dir nur die S. Osborne Aufnahme mit Kapustin ans Herz legen.
Aber Du bist ja tapfer in 2007 :D
Rachmaninov (16.11.2007, 10:06): Original von teleton
Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992)
Interessant ist für mich, daß er wie Schostakowitsch ein Konzert mit Solo Trompete und KLavier komponiert hat. Auch wenn hier weitere Soloinstrumente wohl gespielt werden. Im Sinne von Weiterführung.
BTW, die Serie ist wohl bei Vol. 4 angekommen :W
Rachmaninov (19.11.2007, 17:03): Wurde Kabalevsky wirklich hier noch gar nicht genannt?
Natürlich kann man den 1904 geborenen Komponisten nicht in der "Nachfolge" von Schostakowitsch sehen aber hier sollte man ihn dennoch nennen.
Sein VK mit lediglich 16 Minuten in drei Sätzen ist wirklich hörenswert, auch wenn es nicht große Klasse eines Tchaikovsky Konzerts hat, oder gar so stürmisch ist wie das eines Kgachaturians. Aber es hat Feuer und Schmelz.
Eben hörte ich die Aufnahme mit Shaham / Pletnev
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8303391.jpg
Muss sagen der schlanke Ton und das ebenso wenig schmalzige Dirigat von Pletnev sagen mir sehr zu. :D
Rachmaninov (19.11.2007, 17:23): apropos,
in der FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe gibt es einen Artikel
"Rodion Schtschedrin Komponieren mit russischer Seele"
Hat den schon einer gelesen :hello
Gamaheh (19.11.2007, 17:47): Original von Rachmaninov apropos,
FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe
Lieber Richard,
Du mußt aber sehr gute Beziehungen haben, daß Du schon weißt, was die dann schreiben werden bzw. Du sie gar schon bestellen kannst.
Grüße, Gamaheh
Rachmaninov (19.11.2007, 17:57): Original von Gamaheh Original von Rachmaninov apropos,
FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe
Lieber Richard,
Du mußt aber sehr gute Beziehungen haben, daß Du schon weißt, was die dann schreiben werden bzw. Du sie gar schon bestellen kannst.
Grüße, Gamaheh
Bestellbar mit ausgewiesener Inhaltsangabe via JPC, allerdings die 2007 Ausgabe
HenningKolf (19.11.2007, 20:59): Original von Rachmaninov apropos,
in der FF Dez.2008, die ich mir eben bestellt habe gibt es einen Artikel
"Rodion Schtschedrin Komponieren mit russischer Seele"
Hat den schon einer gelesen :hello
Es handelt sich um ein Interview, eine kurze Biographie und ein paar CD-Hinweise
Schtschedrin sagt, er denke beim Komponieren immer an das Publikum, er wolle nicht mit der Tradition brechen, sondern verstehe Komponieren als Prozess des Fortschreitens auf dem Weg der Tradition...vielleicht sollte ich mir doch noch mal das eine oder andere von ihm anhören!!...möglicherweise gibt es in der hiesigen Bibliothek ja noch die eine oder andere nicht ramponierte CD, die auch noch abspielbar ist (das ist immer Glückssache btw).
Schostakowitsch habe als Musiker, aber auch als moralische Instanz größte Bedeutung. Er habe ihn im Krieg kennengelernt, die Beziehung habe bis zu Schostakowitschs Tod Bestand gehabt. Mit Rostropowitsch habe eine tiefgehende Freundschaft bestanden.
Gruß Henning
Rachmaninov (19.11.2007, 21:09): Wie ich gerade gesehen habe hat Rodion Schtschedrin auch eigene Werke selber am Klavier eingespielt ..... mmmh! Interessant wie ich meine :wink
Rachmaninov (27.11.2007, 07:22): Interessantes zur Thematik findet sich auch auf dieser Seite, die sich der neuen russischen Musik widmet!
Cosima (27.11.2007, 12:42): Original von Rachmaninov Original von teleton
2. Boris Tschaikowski (1925 - 1996) muß wirklich interessante Musik komponiert haben, die auf tonaler Ebene bleibt und trotzdem Zeitgemäß ist
so etwas ist mir immer sympathisch. Ein name den ich in nächster Zeit auch kennenlernen muß.
Meine mich zu erinnern, daß seine Klavierkonzerte durchaus eine Entdeckung wert sein sollen!?
Ja, stimmt. Ich hatte schon an anderer Stelle auf die Aufnahme des Klavierkonzertes mit dem Komponisten selber am Klavier und Fedoseyev am Pult (Relief) hingewiesen. Überhaupt gefällt mir bislang alles von Boris Tschaikowskij, besonders die Sinfonietta, Sebastopol Symphony, The Wind of Siberia, Juvenile - der Halbstarke (Podrostok). Wirklich interessante, teilweise sehr melodiöse, auf jeden Fall gut "verdauliche" Musik. Alles sehr empfehlenswert!
Gruß, Cosima
Cosima (27.11.2007, 12:51): Original von teleton 1. Sofia Asgatowna Gubaidulina kenne nur dem Namen nach.
Sehr empfehlenswert, tief bewegend diese Aufnahme unter Gergiev - und das sage sogar ich, die ich ansonsten mit dieser Musikgattung nichts am Hut habe:
Außer dem hier: :down... erspare ich mir weitere eigene Kommentare (weil die wahrscheinlich eh niemanden interessieren :wink ), sondern zitiere statt dessen von der amazon-Seite:
Das Glockenläuten, mit dem Sofia Gubaidulinas Johannes-Passion eröffnet wird, verkündet gleich zu Beginn nicht nur, dass sich hier etwas Bedeutendes abspielen wird, sondern auch dass dies alles fest in der musikalischen Tradition Russlands verankert ist. In diesem Werk sind immer wieder feierliche, priesterliche Solopassagen und überschwängliche Chorgesänge zu finden, zu denen dann Anspielungen an russisch-orthodoxe Choräle hinzukommen. Gubaidulinas Text verbindet die Passionsgeschichte mit dem Jüngsten Gericht, indem er Auszüge aus dem Evangelium nach Johannes einsetzt und ausgewählte Passagen aus anderen Texten der Bibel einschließlich der Geheimen Offenbarung einstreut. Es ist ein düsteres Werk, immer und überall brillant und voller Fantasie, mit ganz individuellen Zügen wie bei dem Dialog zwischen dem Bariton und den Pauken und einem Dies irae, der mit bedrohlichem Schlagzeugwirbel und wahrlich Furcht erregenden Klagen und Grollen der Bläser dargestellt wird. Neben diesen und vielen anderen persönlichen Visionen gibt es Anlehnungen an Mussorgsky, aber ebenso an Stravinskys Les Noces. Gergiev leitet eine zutiefst bewegende Aufführung von intensiver Dramatik, die an keinem Punkt Engagement und Spannung vermissen lässt, und seine Solisten sind alle hervorragend. Wer zeitgenössische Musik liebt, die zugänglich und anspruchsvoll zugleich ist, muss sich dies anhören. Diese Aufnahme gehört zu einer Reihe von Oratorien über die Passionsgeschichte, die aus Anlass des Bachjahres in Auftrag gegeben wurde. Sie ist ein würdiger Beitrag zu Passionen von Bach, die die Inspiration hierzu lieferten. --Dan Davis
Gruß, Cosima
Rachmaninov (27.11.2007, 17:34): Original von teleton
Seine moderne und trotzdem mehr tonale Tonspache hatte mich schon zuvor bei der Sinfonie Nr.5 mit Fedossejev (Melodiya) sehr angesprochen und mehr als begeistert.
@teleton, danke für die Bereicherung durch den Hinweis auf Eshpai. Wie von Dir angesprochen handelt es sich um eine moderne, tonale Tonsprache!
Dazu kann man nur sagen: :thanks So macht russische Musik aus dem 20.Jahrhundert richtig Spaß. ... http://ecx.images-amazon.com/images/I/516LCuTIaGL._SS500_.jpg Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992)
Hier schließe ich mich an! Es ist unglaublich in welcher Verdichtung hier Themen aufgegriffen und eine Verflechtung erfahren. Zu Beginn des Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass könnte man fast glauben man höre die Anfangsmusik einer Krimiserie, aber Eshpai gestalltet ungemein, findet ganz eigene Wege und die Stimmung wandelt sich. Einfach klasse die Nutzung der unterschiedlichen Eigenschaften der Solo-Instrumente!
Bei Swetlanow ist Andrei Eshpai in besten Händen. Die sehr rhytmischen Kompositionen lasssen einen kaum ruhig auf dem Hörplatz sitzen und sind absolut fern jeder Langeweile, die Eshpai erst gar nicht aufkommen läßt. Mit einem Europäischen Orchester würden sich die Werke wie blanker Hohn anhören, da auch hier(wie bei Schostakowitsch) die russischen Bläser und der Gesamtsound unabdingbar sind.
Absolut zutreffend!!!!
Der Klang ist gut, aber die räumliche Abbildung ist nicht so gut. So ist beim Konzert für Orchester ein sehr lingslastiger Raumeindruck vorhanden - erst wenn der Solo-Kontrabass einsetzt steht diesen ganz rechts. Auch mit dem Pegel haben sich die ALBANer verrechnet: So dreht Swetlanow am Schluß nochmal auf und entfacht ein Schlagzeugfeuerwerk, das in den Spitzen besonders über KH auffallend übersteuert ist. Das KK Nr.2 mit Eshpai selbst am Klavier ist LIVE in MONO aufgenommen (und das 1972). Die Sinfonie Nr.7 ist Studiomäßig gut aufgenommen. :cool Aber das tut der fantastischen Musik im Endeffekt keinen Abbruch und die CD macht vom ersten Takt bis zum letzten Tusch großen Hörspaß.
In der Tat gibt es hier...sagen wir "Potential" :D
:W Ich bin gespannt auf weitere Eshpai-Werke, die in der Mehrzahl auf ALBANY zu bekommen sind.
Bin gespannt auf die Eindrücke des 2. Klako's und der Sinfonie #7
Übrigends war Sofronitsky einer seiner Lehrer!!!!!!
Cosima (27.11.2007, 17:37): Was ist denn ein Vibraphon? Und wie klingt es? ?(
satie (27.11.2007, 19:25): Ein Vibraphon ist ein Metallplatteninstrument in Form einer Marimba (sowas wie ein Xylophon von der Anordnung der Stäbe her). Das besondere daran ist, dass es einen Vibrator (nein, nichts schweinisches!!) hat, einen von einem Elektromotor angetriebenen Mechanismus mit rotierenden Metallscheiben, die die zur Resonanzverstärkung angebrachten Röhren also abwechselnd in regelbarer Geschwindigkeit verschließen und öffnen. Dadurch entsteht ein vibrierender Klang. Im Jazz ein sehr beliebtes Instrument. Bei Berg auch in Lulu stark eingesetzt. Aussehen tut es so: http://www.bruckmur.at/musikschule/images/Schlaginstrumente/vibraphon.jpg Mit dem Pedal (das lange Gestänge am Boden) können die Platten gedämpft werden, wie die Saiten beim Klavier. Wird das Pedal gedrückt, klingen die Metallplatten ziemlich lang, wird es nicht gedrückt, ist der Klang wie ein Staccato. Das Vibraphon wird wie auch die Marimba entweder melodisch mit zwei Schlegeln oder aber sehr oft mit vier Schlegeln gespielt (zwei in jeder Hand), wodurch auch Akkorde gespielt werden können. Das kann dann schon sehr virtuos und schwierig werden. Hat sich doch gelohnt, der Instrumentenkunde-Kurs... Ich habe den Klang allerdings nicht sonderlich gerne, es sei denn ohne Motor, wenn es wie ein Metallophon klingt. In neuerer Musik werden die Stäbe auch oft mit einem Bassbogen gestrichen, was einen Glasharmonika-Klang ergibt, der leider schon reichlich überstrapaziert wurde...
Cosima (27.11.2007, 19:40): Danke Dir, Satie! Ich glaube, ich mag das Instrument nicht. Dann lieber ein Virginal ... :)
Hat sich doch gelohnt, der Instrumentenkunde-Kurs...
Mach doch einen Thread zum Thema auf. :hello (Obwohl ich wahrscheinlich ein "Tastenmensch" bleiben werde.)
HenningKolf (28.11.2007, 20:33): da hier die Eschpai-Begeisterung ausgebrochen ist habe ich mir diese CD heruntergeladen
Symphonic Dances on Mari Themes (1952) All Union Radio and TV Symphony Orchestra Leonid Nikolaeyev (conductor) Recording: Moscow, 1980 Violin Concerto No. 4 (1993) St Petersburg Cappella Symphony Orchestra Vladislav Chernushenko (conductor) Jennifer Koh (violin) Recording: Moscow, 20 April 1994 Symphony No. 2 Praise To Light (1962) USSR Large Symphony Orchestra Konstantin Ivanov (conductor) Recording: Moscow, 1964
Die 2. Sinfonie würde ich mal freundlich als "nicht uninteressant und ganz nett" einordnen wollen.
Die sinfonischen Tänze nach marischen Themen gefallen mir da schon erheblich besser. Eine recht spannende Mischung russischer "Spätest"romantik a la Glasunow vermengt mit Versatzstücken Bernsteinscher Anmutung
Wahrhaft großartig finde ich das 4. Violinkonzert aus dem Jahre 1993. Eine kraftvolle, manchmal leicht bedrohlich klingende Komposition, die manchmal an Schostakowitsch, manchmal an Bartok, manchmal an Bernstein erinnert. Wobei ich mit den genannten Vergleichen keineswegs sagen will, es handele sich um eine bloße Kopie der vorgenannten Komponisten. Aber da ich Musik nicht so gut in Worte fassen kann wie DoxOrkh, schon gar nicht Musik, die ich noch nicht gut kenne (einmal gehört habe ich die CD bisher!), hoffe ich, dass sich anhand der Vergleiche ein wenig erschließt, was den Hörer erwartet. Der Klang ist übrigens nicht überwältigend, aber durchaus passabel.
Gruß Henning
Rachmaninov (28.11.2007, 20:37): Original von HenningKolf Wahrhaft großartig finde ich das 4. Violinkonzert aus dem Jahre 1993. Eine kraftvolle, manchmal leicht bedrohlich klingende Komposition, die manchmal an Schostakowitsch, manchmal an Bartok, manchmal an Bernstein erinnert. Wobei ich mit den genannten Vergleichen keineswegs sagen will, es handele sich um eine bloße Kopie der vorgenannten Komponisten. Aber da ich Musik nicht so gut in Worte fassen kann wie DoxOrkh, schon gar nicht Musik, die ich noch nicht gut kenne (einmal gehört habe ich die CD bisher!), hoffe ich, dass sich anhand der Vergleiche ein wenig erschließt, was den Hörer erwartet. Der Klang ist übrigens nicht überwältigend, aber durchaus passabel.
Gruß Henning
@Henning,
ist es nun das 4. Instrumentalkonzert oder tatsächlich das 4. Violinkonzert?
Danke für die Einschätzung! Das Werk war mir als ersters aufgefallen auf dem Cover!
HenningKolf (28.11.2007, 21:30): @ Rachmaninov
ich hab die CD ja als emusic-download und emusic ist zwar preislich nicht unverschämt, dafür gibt es aber nicht die Möglichkeit sich booklets runterzuladen..
Aber dieser
link hier
und
dieser
sprechen dafür, dass es sich um dass der Violinistin gewidmete Violinkonzert handelt, auch wenn beide links unterschiedliche Kompositionsjahre nennen. Hört sich auch recht eindeutig nach Violinkonzert an.
Vol. 4 der Serie hört sich auch vielversprechend an (bezogen auf Hörschnipsel, in die ich hören konnte), und da die downloads aufgrund der geringen trackanzahl billig sind, wird es wohl gleich die komplette Serie werden (6 € für alle CDs)
:hello
Rachmaninov (28.11.2007, 21:36): @Henning,
es scheint aber so zu sein, daß es das 4. Konzert ist, nicht das 4. VK!
R
HenningKolf (28.11.2007, 22:03): @ Rachmaninov
ich habe gerade noch mal in den zweiten link - das Werkverzeichnis - geschaut und frage mich, welches Konzert Du jetzt meinst. Sag mal die dort genannte Jahreszahl, dann weiß ich was Du meinen könntest
:hello
Rachmaninov (28.11.2007, 22:06): @Henning,
dieses:
Violin Concerto No. 4 (1994)
Dedicated to Jennifer Koh. In one movement. Duration: 20 min. Orchestra: 3(picc.).2.3.2. – 4.3.3.1. – trgl, tamb, whip, cymb, bass drum, chime-bells – harp – strings. CD Albany Troy 286: St. Petersburg Capella, V. Chernushenko (cond), J. Koh (violin)
Wie ich aber gerade sah hat er tatsächlich bereits eine geraume Anzahl VK geschrieben!
HenningKolf (28.11.2007, 22:18): genau, er hat zahlreiche Konzerte komponiert, und darunter 4 Violinkonzerte. Schade dass es nur wenig davon auf CD gibt.
Das Saxofonkonzert macht neugierig, aber von dem label habe ich noch nie etwas gehört und deren website ist in russisch. Bin aber über den Jahreswechsel vermutlich in Kiew, mal schauen ob die in den Geschäften ein CD-Angebot haben, das sich nicht gleich als Raubkopie outet. Vielleicht werde ich ja fündig.
Henning
Rachmaninov (28.11.2007, 22:20): Original von HenningKolf genau, er hat zahlreiche Konzerte komponiert, und darunter 4 Violinkonzerte. Schade dass es nur wenig davon auf CD gibt.
In der Tat, erstaulich das ein derartiges Schaffen diskographisch nahezu untergeht.... :I
teleton (29.11.2007, 09:09): Hallo Satie und Cosima,
ich möchte ich noch kurz auf das Vibraphon eingehen. Ich mag das Instrument, im Gegensatz zu Cosima, sehr, weil es doch unbedingt in neueren Werken wichtig ist, sich von dem klassischen Orchestersound zu entfernen um neue Klänge bieten zu können.
Schon als Kind hatte ich mein Metallophon erhalten. :down Das ist das Instrument auf dem ich meine ersten Kompositionen erstellte. Ein Orchesterwerk von mir wäre immer mit Vibraphon (mit ausgeschaltetem Motor) ausgestattet, gff.aiuch als Vibraphon-Konzert. Ich finde den Klang einfach toll. :beer Meine heutigen Kompositionen mit Synthesizer enthalten vielfach Vibraphonklänge. Den Wah-Wah-Effekt finde ich auch nicht so toll. Der wird aber auch eher bei Jazzmusikern genutzt
man braucht den Motor ja nicht einzuschalten ! Der Klang des Metallophons (Vibraphon) gefällt mir besser als Marimbaphon und Xylophon (mit Holzstäben).
Hallo Henning,
die ALBANY-CD Vol.1 werde ich mir heute auch bestellen. :hello Du hast mir den Mund wässerig gemacht. Leider ist, wie Du schreibst die Klangqualität nicht immer ganz perfekt. Das ist ja auf der von mir im ersten Beitrag vorgestellten auch nicht immer be allen Werken ganz perfekt - schade. Aber die Musik........
Rachmaninov (06.12.2007, 17:33): Original von teleton Seine moderne und trotzdem mehr tonale Tonspache hatte mich schon zuvor bei der Sinfonie Nr.5 mit Fedossejev (Melodiya) sehr angesprochen und mehr als begeistert. Hier verwendet Eshpai ein fetziges Zitat aus Blachers Paganini-Variationen.
Meine neuste Eshpai-CD ist diese: Dazu kann man nur sagen: :thanks So macht russische Musik aus dem 20.Jahrhundert richtig Spaß.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/516LCuTIaGL._SS500_.jpg Konzert für Orchester mit Solo Trompete, Klavier, Vibraphon und Kontrabass (1992) Klavierkonzert Nr.2 Sinfonie Nr.7 USSR Large Sinf.Orchestra Jewgenij Swetlanow ALBANY, 1992, ADD/DDD, Aufnahmen 1972/74/94
Gerade höre ich, zum wiederholten male, Eshpai's Sinfonie #7. Wie teleton schrieb, er komponiert modern, aber hat eine tonale Tonsprache. In der Sinfonie gibt es kaum Ausbrüche, dennoch erzeugt Eshpai, durch geschickte Ausnutzung des Orchsters und der Instrumente, eine ungeheure Spannung. So macht neue Musik einfach spaß. Die CD bereitet mir mehr und mehr Freude! :D
teleton (21.02.2008, 11:13): Aus Kostengrümdem habe ich mich was Andrei Eshpai angeht erstmal zurückgehalten. Die ALBANY-CD´s sind verdammt teuer.
:wink Aber siehe da
wenn man warten kann wird es doch mal billiger.
Meine "neuste Eshpai" ist die Albany-CD Folge 1: Auch diese CD enthält mit den Symphonischen Dances über Mari Themen (1952) Violinkonzert Nr.4 (1993) Sinfonie Nr.2 "Praise To Light" (1962)
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Bf0J8dfpL._AA240_.jpg USSR Large Symphony Orchestra, Konstantin Ivanov Jennifer Koh, violin/ Symphony Orchestra of St. Petersburg Cappella, Vladislav Chernushenko ALBANY, Aufnahmen 1963, 1980, 1994, ADD/DDD
:engel Wieder 3 äußerst hörenswerte Werke von Eshpai, die es in sich haben. Trotz der relativ neuen Kompositionen von 1962 und 1993 kann man wieder gestrost feststellen, dass auch moderne Orchesterwerke nicht aus geräuschhaften ungenießbaren Klangmassen bestehen müssen, sondern schon durch die Verwendung von Volksthemen der Mari fassliche ("anständige") Musik sein können - einfach Klasse ! :times10 Der rhytmische Drive, den Eshpai drauf hat, macht erneut Riesenhörspaß.
ich habe mir die abgebildeten 3CD´s als Boris Tschaikowsky-Grundstock angeschafft und gehört: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41jd67ns%2BkL._AA240_.jpg http://ecx.images-amazon.com/images/I/51FXH40JTVL._AA240_.jpg NAXOS, 2005-6, DDD
Boris Tschaikowsky (1925-1996) hat mich sehr beeidruckt. Was ihn so sympatisch macht ist das er auch Ende des 20.Jahrhunderts Werke präsentiert, die voll fasslich sind, weitgehend auf tonaler Basis ablaufen und trotzdem zeitgemäß rüberkommen (die Werke auf den CD´s liegen zwischen 1947 (Sinfonie Nr.1) und 1987 (Musik for Orchestra). Er verzichtet auf diesen ungenießbaren Bullschitt mancher Geräuschemacher unserer Zeit und präsentiert stattdessen tiefempfundene Musik. Sein Lehrer mitri Schostakowitsch fällt in den Werken eigendlich nur gelegentlich auf. Boris Tschaikowsky ist dabei höchst Eigenständig und ist keiner der abkupfert.
Kurz zu einigen Werken: Klavierkonzert (1971) Das Klavierkonzert enthält neben absolut minimalistischen rhytmischen monolythischen Klavierakkorden (erster Satz) hochvirtuose Abschnitte (3. und 4.Satz) bereit. Seltsamerweise stehen keine Satzbezeichnungen bei den 5 Sätzen. Diese könnten so lauten: I. Allegro (Toccata) II. Andantino III. Allegretto (in Sonatensatzform) IV.Rondo: Allegro vivace V.Moderato
:leb Auf jeden Fall bin ich gespannt auf die weiteren Konzerte, die ich noch nicht kenne: Violinkonzert (1969) und Cellokonzert (1964), das Rostropowitsch auf seiner Liste seiner wichtigsten Cellokonzerte hatte.
Die Sinfonie Nr.1 (1947) hat einige interessante Momente zu bieten, besonders der rhythmusgeprägte 2.Satz. Ich würde Boris hier und da noch mehr Emotion gewünscht haben, wie der Erstling von Schostakowitsch, an den diese Sinfonie und vieles von ihm einfach nicht heranreicht. Wäre er nicht sonst auch bekannter ?
Die Sebastopol Sinfonie (1980) in einem großen Satz ist seine Dritte Sinfonie (von 4 Sinfonien). Interessant ist hier, dass er Themen aufstellt und diese im Verlauf unverarbeitet unter den Tisch kehrt. Sie kehren nicht wieder. Damit enthält er sich allem Formalissmus und gestaltet den Satz quasi in Episoden. Sie schildert eine Füle optischer Eindrücke der Krim-Hafenstadt Sebastopol am scharzen Meer...... Am Ende steht eine hochinteressante Komposition.
Toll auch auf gleicher Chandos - CD die Sinfonische Dichtung "Der Wind Sibiriens" (1984) in eisiger Kälte. Er erzielt durch die orchestrale Zusammensetzung vollig neue Klangfarben.
Die Musik für Orchester (1987) ist Boris T.´s letzte Werk, das aus 7 ineinander übergehenden Sätzen besteht, die in ihren Satzbezeichnungen (Motive, Far Road, The Wires Sing, Four Notes, Thods and Quarts, Shadows, Epilog) gekennzeichnet werden.
Boris Tschaikowsky hatte Glück den von ihm hochgeschätzten Dirigenten Vladimir Fedossejew zur Seite zu haben, dem er sehr viele Werke widmete und der sie auch autentisch aufführte, wie auf der TOP-Chandos CD mit
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41XBT9KMTEL._AA240_.jpg Sebastopol Symphony für großes Orchester (1980) The wind of Siberia (Sinfonische Dichtung) (gewidmet Vladimir Ivanovich Fedoseyev) (1984) Music for Orchestra (1987) Chandos, 2005, DDD
:) Boris Tschaikowski ist übrigens nicht mit dem großen Peter Tschaikowsky verwand.
kreisler (21.01.2009, 19:56): Ich greife diesen Thread mal wieder auf, da ich zufällig letzten Donnerstag in einem Konzert war, in dem auch die 4. Symphonie von B. Tschaikowsky gespielt wurde.
Original von teleton
Was ihn so sympatisch macht ist das er auch Ende des 20.Jahrhunderts Werke präsentiert, die voll fasslich sind, weitgehend auf tonaler Basis ablaufen und trotzdem zeitgemäß rüberkommen :) Boris Tschaikowski ist übrigens nicht mit dem großen Peter Tschaikowsky verwand.
genau hier liegt wohl mein Problem mit Tschaikowsky: Es soll halt zeitgemäß "rüberkommen". Richtig modern ist es aber nicht. Seine neue Symphonie wirkte auf mich auch eben kompositorisch nicht wirklich interessant. Und was das Anhören angeht, so gab es durchaus "schöne Stellen" aber mir kam es so vor, als hätte ich das alles schon mal gehört. Nur halt irgendwie "besser". Vielleicht kann ich auch einfach mit diesem "Neo-Romantischen" Stil nichts anfangen (allerdings: Alban Berg z.b ist ja in gewissem Sinn auch romantisch, aber eben auf eine moderne, eigene und geniale Art)
Jetzt aber genug der bösen Worte.:) (übrigens hat sein Klavierkonzert viel positiver auf mich gewirkt und da ich sonst nichts von ihm kenne, sollte ich nicht so über ihn sprechen :ignore)
Warum ich aber ganz ursprünglich diesen Thread geöffnet habe, ist dieser russische Komponist:
Arthur Lourié
zu dem ich fast nur diesen Wikipedia-Artikel gefunden habe:Arthur Lourié
Er scheint ziemlich vergessen zu sein. kennt ihn jemand von euch?
Ich muss (oder besser gesagt: wurde darum gebeten:D) sein Klavierstück "Formen in der Luft" an einem Konzert zu moderner Klaviermusik an unserer Schule vorzuspielen. Und da mir die Musik eigentlich ganz gut gefallen hat (wenn sie auch nicht ganz leicht -ich meine jetzt nicht technisch sondern eher musikalisch - zu spielen ist) mach ich das doch einfach :) Weiß jemand ob und wenn: bei welchem Label es eine Auhname dieses Werkes gibt?
schon mal :thanks für Antworten, auch wenn er auch hier vergessen ist...
Grüße
kreisler
Gamaheh (22.01.2009, 01:42): Hallo Kreisler,
ich habe leider von Lourié noch nie gehört und auf die Schnelle auch nur zwei Aufnahmen gefunden (gemischt mit denen anderer), und zwar hier - aber Dein Stück scheint nicht dabei zu sein ...
Grüße, Gamaheh
kreisler (22.01.2009, 14:55): :thanks jedenfalls schon mal! :)
Ich schaue mal ob ich noch etwas finde. Im Wikipedia-Artikel steht immerhin, dass "Formen in der Luft" sein berühmtestes Stück sei.
Grüße
kreisler
teleton (24.01.2009, 12:41): Hallo Amadeus,
das ist eben Geschmackssache. Du empfindest es so: Und was das Anhören angeht, so gab es durchaus "schöne Stellen" aber mir kam es so vor, als hätte ich das alles schon mal gehört. Nur halt irgendwie "besser". Vielleicht kann ich auch einfach mit diesem "Neo-Romantischen" Stil nichts anfangen (allerdings: Alban Berg z.b ist ja in gewissem Sinn auch romantisch, aber eben auf eine moderne, eigene und geniale Art)
Ich sage: Ich höre gerne moderne Musik, auch atonal, oder 12Ton-Technik, wenn es gut komponiert ist. Sobald die Sache ungeniesbar wird, finde ich es abstoßend. Die meisten Werke der Wiener Schule finde ich für mich eher ungeniesbar bis absolut langweilig - die geben mir absolut gar nichts !
Boris Tschaikowsky hat wirklich einige sehr gute und trotz seiner weitgehenden Tonalität zeitgemäße Werke geschrieben. Ein Wichtiges ist das Klavierkonzert, das Du auch erwähnst; sowie die fabelhafte Musik Sinfonische Dichtung "Der Wind Sibiriens" (1984)......
:) Ein weiteres Beispiel für zeitgemäße, hier auch atonale, aber damit nicht nervende und keineswegs ungeniesbare, sondern spannungsgeladene russische Musik des 20.Jahrhunderts bietet der Komponist, den ich in diesem Thread vorher nannte: Andrei Eshpai.
kreisler (24.01.2009, 17:05): Ja klar, das ist natürlich geschmackssache :)
Da du sagst du hörst gerne "gut komponierte" moderne Musik: Also das kannst du den meisten Werken der (zweiten) Wiener Schule nicht wirklich vorwerfen. Ich würde allerdings sagen, das nur "gut komponiert" eben nicht reicht, da hast du recht, es kann ungeniesbar werden, was man auch an einigen Stücken besonders von Schönberg merkt.
Bei der neuen Symphonie von Tschaikowsky hat mir aber diese Kompositorische Idee und Durchdachtheit der Komposition gefehlt. Ich habe halt immer das Gefühl, das dieser "Stil" etwas willkürlich ist.
Naja das ist beim Klavierkonzert nicht so und jetzt hast du mir natürlich auch noch neugirig auf die dichtung gemacht;)
kreisler
Sully (09.05.2011, 12:32): Hallo, ich bin neu hier und habe diese Diskusion jetzt entdeckt. Mich interessieren russischen Komponisten sehr, vor allem die aus der Soviet-Ära (ca. 1918-1990). Ich bin kein Fachmann, für mich muss Musik gut klingen.
Ich möchten hier Nikolai Rakov (1908-1990) nennen. Seine Konzerte sind wirklich hörenswert. Er studierte Violine bei Reinhold Gliere. Er gabe Konterte als Dirigent und Geiger.
Werke die ich habe sind: Rakov - Piano Concerto No.1 & 2 Rakov - Sinfonietta Rakov - Symphony No.1 - 3 Rakov - Violin Concerto No.1 & 2 Rakov - Concerto Fantasy for Clarinet and Orchestra Rakov - Romance for Cello and Piano
Ich möchte seine Musik nicht missen. Ich hoffe euer Interesse geweckt zu haben.
Mehr Infos in Wiki. http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Petrowitsch_Rakow
Gruss Sully
Sfantu (10.05.2011, 22:15): Hallo Sully,
ganz herzlich willkommen hier! :hello
Sympathisch ist mir Deine Haltung, Musik müsse vor allem gut klingen - auch für mich ist das ein wichtiger Punkt. Das, was da ertönt, muss mich auf irgendeine Art für sich einnehmen, mich berühren. Ohne das ist alle Fachkenntnis wertlos > siehe (höre) "Der Musikkritiker" von Georg Kreisler! Dank Deines Anstosses legte ich heute seit langem mal wieder meine einzige Rakov-Platte auf den Teller, die Sinfonie Nr. 2 F-dur "Für die Jugend" mit dem Grossen Sinfonieorchester des Rundfunks und Fernsehens der UdSSR unter der Leitung des Komponisten, 1980, Melodya.
Nun meine Frage an Dich: Ist alles von ihm in diesem Stil gehalten?
Mein Fazit vorab: Mal schmissig, packend, mal lyrisch und anrührend, dabei glänzend und gekonnt instrumentiert - dass das gut klingt: ausser Frage, aber: Musik des 20. Jahrhunderts? Wohl nur bedingt... Ohne Lebensdaten des Komponisten und Entstehungszeit (1957) zu kennen, hätte ich das Ganze locker 60 bis 80 Jahre rückdatiert und es als ein Werk Glasunows, Balakirews oder Kallinnikows vermutet, segelt es doch so ungebrochen im Fahrwasser des mächtigen Häufleins. Das ist klingende (verordnete?) Nostalgie eines gefeierten Staatskünstlers der Sowjetunion, stand im Dienste der Volkserziehung, ignoriert aber mehr als ein halbes Jahrhundert musikalischer Entwicklung. Immerhin fällt das kurze quasi Scherzo, der mit Vivo überschriebene 2. Satz, formal fast kühn aus, indem das erwartete Trio und ein folgendes da capo des 1. Teils einfach ausbleiben, sodass das konditionierte Hirn sich verdattert umschaut und fragt: "Das war's schon??".
Lichtjahre entfernt jedenfalls die Nöte, der Zweifel, die Kämpfe, der selbstzerstörerische Spagat, den Zeitgenossen wie bspw. Schostakowitsch oder Prokofiew durchlitten, ausfochten, erduldeten. Mein Herz schlägt links! Und der Sozialismus bleibt für mich die Gesellschaftsform, die Idee meines Herzens! Funktioniert hat das aber leider bisher nie, wurde vom Menschen pervertiert und instrumentalisiert. So gesehen wird womöglich sogar eine Verknüpfungslinie sichtbar - im Grunde genommen nie unterbrochen über Jahrhunderte und Jahrzehnte: das russische Volk stand und steht unter der Knute - lediglich unter verschobenen Vorzeichen: erst dem zaristischen, dann dem kommunistischen, schliesslich unter demrjenigen eines Urwaldkapitalismus mit totalitärer Prägung: da war und ist freie künstlerische Weiterentwicklung nicht erwünscht.
Solcher Betrachtungen ungeachtet kann man diese Musik möglicherweise aber auch ganz einfach nur: geniessen! Und an den Titel "An die Jugend" gemahnend steckt hier tatsächlich vieles von dem drin, was 16jährige so beneidenswert beflügelt: da wachsen noch alle Bäume in den Himmel, die Zukunft bietet unbegrenzte Möglichkeiten, das Verliebtsein beflügelt, er/sie ist von Hormonen angefüllt so herrlich bedingungslos...für mich als unverbesserlichen Romantiker wäre das die Musik meiner Jugend gewesen (hätte ich sie damals schon gekannt... :wink).
Somit bleibt zumindest der Rakov der 2. Sinfonie (lasse mich gerne eines besseren belehren) für mich ein liebenswerter Anachronismus.
Lieben Gruss
Sfantu
Sully (11.05.2011, 12:09): Hallo Sfantu,
herzlichen Dank für das Willkommen.
Wie schon gesagt, Musik muss für mich gut klingen, ich kann Musik nicht ''zerlegen'' für eine Beurteilung. Rakov hat für mich seinen Stil gefunden, der mich sehr angesprochen hat. Seine Symphonien No1 und No.3 klingen ähnlich, aber doch anders. Was ich von ihm habe steht in meinem Beitrag, Davon höre ich besonders gerne seine Violin-Konzerte. Wenn Du mehr über seine Werke erfahren willst, empfehle ich Dir diese Webseite. http://home.wanadoo.nl
Der Betreiber dieser Webseite ist der Holländer Onno van Rijen. Er betreibt auch ein Forum für russische Komponisten aus der Soviet-Ära (ca. 1918-1990), Es sind Komponisten, die in dieser Zeit gelebt oder gearbeitet haben. Ich bin dort Mitglied.
Meine Empfehlung: Schau in youtube nach Nikolai Rakov, dort kannst Du Die in Ruhe Piano- und Violin Konzerte von ihm anhören