Schostakowitsch hat im Jahre 1974 Gedichte von Michelangelo vertont und zu einer Suite zusammengestellt. Zunächst nur mit Klavierbegleitung gedacht, wurde die Suite op. 145 im gleichen Jahr noch orchestriert. Der Solist der Orchesterfassung war Ewgenij Nesterenko. Der Komponist hatte eine Affinät zu Mussorgsky und lehnte sich an seinen Spätstil an.
Die elf Gedichte Michelangelos, die Verwendung fanden, tragen folgende Titel:
01. WAHRHEIT (Sonett Nr. 3 für Papst Julius II.) 5,50' 02. MORGEN (Sonett 20) 3,12' 03. LIEBE (Sonett 25) 3,52' 04. TRENNUNG (Madrigal) 2,36' 05. WUT (Sonnet 4) zum Ponitfikat Julius II, 1,33' 06. DANTE (Sonnet 1), 07. AN DEN VERBANNTEN (Sonnet 2) 7,33' für Nr. 6 u. 7 08. SCHÖPFERKRAFT (Sonnett 61) auf den Tod von Vottoria Colonna 2,44' 09. NACHT - Dialog 4,43' 10. Tod (Sonnet 69) 5,25' 11. Unsterblichkeit 3,21'
Mir liegt die Decca-LP von 1978 vor. Es singt der englische Bass-Bariton John Shirley-Quirk und wird begleitet von Vladimir Ashkenazy.
Ich könnte mir denken, dass die Orchesterfassung so ähnlich klingt wie seine 14. Sinfonie op. 135, der auch elf Gedichte zugrunde liegen und eher ein Liederzyklus ist.
Die 14. Sinfonie unter Eugene Ormandy (Gesangsolist: Simon Estes) war meine erste nicht unproblematische Bekanntschaft mit Schostakowitsch. Inzwischen ist das Bild geradegerückt und ich besitze seine Sinfonien natürlich komplett, aber nur wenig Kammermusik.
Gruß Engelbert :engel
Rachmaninov (14.07.2006, 07:34): Original von Engelbert
Schostakowitsch hat im Jahre 1974 Gedichte von Michelangelo vertont und zu einer Suite zusammengestellt. Zunächst nur mit Klavierbegleitung gedacht, wurde die Suite op. 145 im gleichen Jahr noch orchestriert. Der Solist der Orchesterfassung war Ewgenij Nesterenko. Der Komponist hatte eine Affinät zu Mussorgsky und lehnte sich an seinen Spätstil an.
@Engelbert,
da ich nicht der große Vokalmusikfreund bin, haben ich mich, trotz Bewunderung Schostakowitsch's, noch nicht mit op.145 und 145a beschäftigt. Wobei mir wahrscheinlich zunächst eine Beschäftigung mit der später entstandenen Orchesterfassung wahrscheinlich erscheint.
Die elf Gedichte Michelangelos, die Verwendung fanden, tragen folgende Titel:
01. WAHRHEIT (Sonett Nr. 3 für Papst Julius II.) 5,50' 02. MORGEN (Sonett 20) 3,12' 03. LIEBE (Sonett 25) 3,52' 04. TRENNUNG (Madrigal) 2,36' 05. WUT (Sonnet 4) zum Ponitfikat Julius II, 1,33' 06. DANTE (Sonnet 1), 07. AN DEN VERBANNTEN (Sonnet 2) 7,33' für Nr. 6 u. 7 08. SCHÖPFERKRAFT (Sonnett 61) auf den Tod von Vottoria Colonna 2,44' 09. NACHT - Dialog 4,43' 10. Tod (Sonnet 69) 5,25' 11. Unsterblichkeit 3,21'
Mir liegt die Decca-LP von 1978 vor. Es singt der englische Bass-Bariton John Shirley-Quirk und wird begleitet von Vladimir Ashkenazy.
Frage: Singt Shirley-Quirk in Italienisch oder in einer anderen Sprache?
Ich könnte mir denken, dass die Orchesterfassung so ähnlich klingt wie seine 14. Sinfonie op. 135, der auch elf Gedichte zugrunde liegen und eher ein Liederzyklus ist.
Nun, die 14. Sinfonie ist immerhin gute 6 Jahre vorher entstanden und die dort verwendeten Textvorlagen stammen von unterschiedlichen Autoren und beinhalten allesamt die Todesthematik. Denke alleine dadurch werden sich deutliche Unterschiede zu op.145 / op.145a aufzeigen.
Soweit mir bekannt singt Hermann Polster in deutscher Sprache! Kannst Du das bestätigen?
Wahrscheinlich bekomme ich heute die Sanderling Aufnahme der 5. Sinfonie. Lieder hat er ja keinen vollständigen Zyklus aufgenommen, so daß die 14. Sinfonie nicht vorliegt. Mal sehen, vielleicht kaufe ich mir ja schon bald op.145a :hello
Wie sich das gehört, singt John Shirley-Quirk die Lieder in russischer Sprache und so weit ich das beurteilen kann, macht er seine Sache sehr gut. Mal gibt er Power, mal geht er in die Kopfstimme. Die Klavierbegleitung Ashkenazys klingt bedrohlich und geht emonional nahe. Der Text ist in englisch und in russischer Lautschrift beigegeben, so dass Du schön mitlesen kannst. Irgendwann wird die CD-Einspielung kommen oder sie war schon mal da.
:A
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Polster nicht russisch singt, weil er in den neuen Bundesländern beheimatet und Sanderling, wenn es der Sohn vom Kurt ist, ein russischer Dirigent ist. Ich habe von der Aufnahme eine zwei-Minuten-Probe genommen und es ist, wie Du sagst.
Also vergessen und nicht zum schönen Cover, sondern zu den beiden Alternativen greifen.
:cool
Die vierzehnte Sinfonie ist monströs und verlässt das klassische Schema. Die Texte sind von: Garcia Lorca 2 x, Apollinaire 6 x, Kuchelbecker (ein Deutsch-Russe) 1 x und von Rilke: Der Tod des Poeten und Der Tod ist groß. Simon Estes und Phyllis Curtin singen ebenfalls russisch. Aufnahme 1971, Philadelphia-Orchester, Eugene Ormandy. Text in russischer Lautschrift und in Englisch liegt bei. Der Zyklus enthält die berüchtigte Ballade von "Die Antwort der Zaporother Kosaken an den Sultan von Konstantinopel".
Für Dich als Schostakowitsch-Fan ist die Vierzehnte Pflichtübung.
Gruß Engelbert :engel
Rachmaninov (14.07.2006, 11:39): Original von nubar Du meinst bei der 5. bestimmt die Aufnahme aus der BerlinClassics-Box mit Kurt Sanderling.
natürlich :D
Rachmaninov (14.07.2006, 14:25): @Engelbert,
denke so hatten wir beide das auch verstanden, also nubar und ich.
Sind die Gedichte Michelangelos im booklet des Thomas Sanderling Aufnahme gedruckt?
Rachmaninov (14.07.2006, 14:56): Original von Engelbert
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Polster nicht russisch singt, weil er in den neuen Bundesländern beheimatet und Sanderling, wenn es der Sohn vom Kurt ist, ein russischer Dirigent ist. Ich habe von der Aufnahme eine zwei-Minuten-Probe genommen und es ist, wie Du sagst.
@Engelbert,
es ist durchaus möglich, daß Schostakowitsch, wie bei anderen Werken auch, weitere Sprachen 'legitimiert' hat für die Aufführung seiner Werke!
Engelbert (14.07.2006, 17:00): @Rachmaninoff
Ich weiß nicht, ob das Booklet die Gedichte mitliefert, weil ich die Orchesterfassung nicht besitze.
Es ist schon richtig, was Du sagst, dass Russisch für russische Komponisten nicht selbstverständlich ist.
Schnittke bringt seinen Doktor Faustus in deutsch und Arensky seinen Raffaelo in italienisch.
Gruß Engelbert
Rachmaninov (14.07.2006, 17:15): Original von Engelbert @Rachmaninoff
Ich weiß nicht, ob das Booklet die Gedichte mitliefert, weil ich die Orchesterfassung nicht besitze.
Es ist schon richtig, was Du sagst, dass Russisch für russische Komponisten nicht selbstverständlich ist.
Schnittke bringt seinen Doktor Faustus in deutsch und Arensky seinen Raffaelo in italienisch.
Gruß Engelbert
Deutsch war halt zur Zeit Rachmaninov's in Russland die Sprache der "kulivierten" und "Intelektuellen" Oberschicht. :wink
ab (17.07.2006, 18:38): Original von nubar Thomas ist einer seiner drei Söhne, zwei sind dem Vater gefolgt und der drtite betätigt sich, glaube ich, kirchenmusikalisch. Thomas ist übrigens der bekannteste Sohn, er soll u.a eine beachtliche Aufnahme der Brahmssymphonien dirigiert haben, ich kenne sie aber nicht.
Ich fand diese Brahms-Box ganz grauenhaft und verstehe diese hymnische Rezension überhaupt nicht. Das Label RS (realsound) aus Italien hat aber durchaus empfehlenswertes!
nubar (17.07.2006, 18:43): Ich fand diese Brahms-Box ganz grauenhaft und verstehe diese hymnische Rezension überhaupt nicht. Das Label RS (realsound) aus Italien hat aber durchaus empfehlenswertes!
Ja, da sollte ich wohl mich lieber auf meine eigenen Eindrücke verlassen. Der Vater hat dagegen zwei wirklich interessante Zyklen vorgelegt.
ab (17.07.2006, 19:11): Original von nubar Ja, da sollte ich wohl mich lieber auf meine eigenen Eindrücke verlassen. Der Vater hat dagegen zwei wirklich interessante Zyklen vorgelegt.
so ist es!
nubar (14.07.2006, 11:00): @ Rachmaninov:
Du meinst bei der 5. bestimmt die Aufnahme aus der BerlinClassics-Box mit Kurt Sanderling. Thomas ist einer seiner drei Söhne, zwei sind dem Vater gefolgt und der drtite betätigt sich, glaube ich, kirchenmusikalisch. Thomas ist übrigens der bekannteste Sohn, er soll u.a eine beachtliche Aufnahme der Brahmssymphonien dirigiert haben, ich kenne sie aber nicht.
Grüße nubar
Engelbert (14.07.2006, 14:13): @Rachmaninoff und Nubar
Anmerkung:
Ich hatte mich nicht auf die Sinfonien-Kassette bezogen, von der ich weiß, dass sie Kurt Sanderling dirigiert, weil sie bei 2001 im Regal steht, sondern auf den Liederzyklus, der gemäß Cover von Thomas Sanderling betreut wird.