Schubert - Arpeggionesonate

ab (24.05.2006, 21:05):
Hier starte ich nur deshalb diese neue Rubrik, weil in einem anderen Forum dies einst Thema war und dort - wenn ich mich recht entsinne von Frank - die Frage aufgetaucht ist, ob es eine Aufnahme mit dem Originalinstrument gibt. Ich meinte mich damals zu erinnern, dass dem so wäre, konnte aber die Aufnahme nicht ausfindig machen. Heute bin ich dazu über folgendes gestolpert:

Komponist/Komponistin: Franz Schubert
Titel: Arpeggione-Sonate, DV 821: 2.&3.Satz
Solist/Solistin: Gerhart Darmstadt, Arpeggione; Egino Klepper, Hammerklavier
Label: Cavalli CCD 242

Er hat auch ein Buch dazu verfasst:
Gerhart Darmstadt: Auf der Suche nach einer neuen Klangwelt: Der Arpeggione und Franz Schubert.


Was hört ihr da gerne, bei diesem wunderschönen Stück Musik?
Rachmaninov (24.05.2006, 21:16):
Hallo ab,

schön das Du dieses Werk hier ansprichst!

Vor geraumer Zeit hatte ich mich mit der gleichen Fragestellung beschäftigt.
:D

Dieses Werk ist grandios und zeigt welch großartiger Komponist Schubert auch bei der Kammermusik war.

Höre sehr gerne die Aufnahme mit Gorokhov / Demidenko :engel
Jack Bristow (24.05.2006, 21:39):
Ich kenne keine Einspielung auf einem/r rekonstruierten Apreggione, sondern nur welche mit Cello. Das Stück ist meinem Eindruck nach schwer kaputtzukriegen...der "Klassiker" Britten/Rostropowitsch ist mir teils etwas zu getragen, ich bevorzuge eine etwas schlankere, zügigere Lesart, z.B. auf einer sehr guten CD mit Bylsma/Van Immerseel (HIP, gekoppelt mit dem Forellenquintett, auch eine sehr schöne Interpretation, scheint leider vergriffen?) oder einen der besten jüngeren Cellisten, Jan Vogler auf Berlin Classics (mit Brahms Sonate #1)

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8375894.jpg


viele Grüße

J. Bristow
ab (24.05.2006, 23:12):
Es gibt auch Einspielungen mit Bratsche:
Yuri Bashmet
Claude Lelong
Nobuko Imai
Paul Coletti

oder für Violine:
Michael Jelden

oder für Kontrabass:
Michael Rieber

oder auch für Klarinette:
Gervase De Peyer

oder für Flöte
Krisztina Parkai
Abbie de Quant


auch eine Cellokonzert-Fassung arrangiert von Gaspar Cassado
Jascha Horenstein (25.05.2006, 10:35):
Ich empfehle die Aufnahme mit Emanuel Feuermann.
ab (25.05.2006, 10:59):
Warum empfiehlst Du gerade diese?

Wie ist die? Mit wem spielt er sie? Wo ist sie erschienen und von wann ist sie?
Holger S. (26.05.2006, 13:50):
Wo hier schon mal die vielen unterschiedlichen Fassungen bzw. Bearbeitungen dieses (in der Tat wundervollen) Stückes angesprochen werden: ich besitze sogar eine Aufnahme für Violoncello und Gitarre und eine für zwei Gitarren. Von der Version für zwei Gitarren bin ich nicht so überzeugt, scheint mir dem Stück nicht so angemessen zu sein, aber die Bearbeitung für Cello und Gitarre (die hier selbstverständluch den Klavierpart übernimmt) ist nicht übel. Der kammermusikalisch-intime Charakter dieser Sonate kommt in dieser Version sehr stark zur Geltung.

Viele Grüße
Holger
ab (10.10.2006, 21:18):
Gerade neu ist die mit Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud herausgekommen.
http://images.amazon.com/images/P/B000H0MGZU.01._SCMZZZZZZZ_V59193901_.jpg

IIch muss aber gestehen, dass mich die Liedbearbeitungen und die Werke von Berg und Webern auf dieser CD deutlich mehr überzeugen. Jedenfalls ein ausnehmend vielseitiger Gestalter!
cellodil (12.10.2006, 00:01):
Original von ab
Gerade neu ist die mit Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud herausgekommen.
http://images.amazon.com/images/P/B000H0MGZU.01._SCMZZZZZZZ_V59193901_.jpg

IIch muss aber gestehen, dass mich die Liedbearbeitungen und die Werke von Berg und Webern auf dieser CD deutlich mehr überzeugen. Jedenfalls ein ausnehmend vielseitiger Gestalter!

Hi ab,

warum hat Dich denn die Arpeggione nicht überzeugt? Würdest Du die CD trotzdem empfehlen (habe eine Aufnahme des Dvorák-Konzerts mit Queyras und die mag ich sehr gern)?

Gruß

Cellodil
Rachmaninov (12.10.2006, 07:05):
@ab,

das würde mich auch interessieren! Bei Alexandre Tharaud bin ich skeptisch wobei ich Cellodil zustimme was Queyras angeht.
ab (12.10.2006, 08:49):
Die Lieder nimmt er unglaublich gesanglich mit innigem Ausdruck. Die 2. Wiener Schule erklingt in ungeheurer Ausdrucksintensität. Die Arpeggionesonate (aber auch die Sonatinenbearbeitung) hingegen - so mein Eindruck im Laden - wirkten etwas steriler. Vom Ausdruck kamen sie mir (im Gegensatz) fast etwas plakativ vor.
Ich halte sie dennoch für höchst empfehlenswert, insbesondere wegen seiner überragenden Gestaltung von Klangnuance! Deshalb kann auch die Sonate vollkommen faszinieren. Tharaud ist ihm ein ordentlicher Begleiter.
ab (14.10.2006, 11:19):
gerade dazu hier etwas gefunden!
cellodil (15.10.2006, 12:56):
Original von ab
Die Lieder nimmt er unglaublich gesanglich mit innigem Ausdruck. Die 2. Wiener Schule erklingt in ungeheurer Ausdrucksintensität. Die Arpeggionesonate (aber auch die Sonatinenbearbeitung) hingegen - so mein Eindruck im Laden - wirkten etwas steriler. Vom Ausdruck kamen sie mir (im Gegensatz) fast etwas plakativ vor.
Ich halte sie dennoch für höchst empfehlenswert, insbesondere wegen seiner überragenden Gestaltung von Klangnuance! Deshalb kann auch die Sonate vollkommen faszinieren. Tharaud ist ihm ein ordentlicher Begleiter.

@ab

Danke, klingt interessant - auch das, was Du verlinkt hast... Werde bei meinem nächsten Besuch bei "Einklang" mal reinhören, falls die Aufnahme da ist.

Gruß Cellodil
cellodil (16.10.2006, 18:24):
@ ab

Danke für die Einschätzung
... habe heute reingehört und musste sie einfach haben...

Gruß Cellodil
ab (16.10.2006, 20:42):
Hallo Cellodil,

würde mich freuen, bei Gelegenheit einmal von Dir hier berichtet zu hören, ob Du meine Einschätzung teilst oder nicht. (Ebenso hoffe ich auf Deine "Geheimtipps" in Sachen Celloliteraturinterpretationen...)
cellodil (17.10.2006, 09:30):
Original von ab
Hallo Cellodil,

würde mich freuen, bei Gelegenheit einmal von Dir hier berichtet zu hören, ob Du meine Einschätzung teilst oder nicht. (Ebenso hoffe ich auf Deine "Geheimtipps" in Sachen Celloliteraturinterpretationen...)

Hi ab,

dass ich Dir Geheimtipps geben kann, das wage ich doch zu bezweifeln... Denke, dass das eher umgekehrt sein wird...http://www.das-klassikforum.de/images/smiley36.gif

Deiner Einschätzung der Queyras/Tharaud CD kann ich jedenfalls auf ganzer Linie nur zustimmen. Mir ging es ganz genauso...

Die Bearbeitungen der Schubert-Lieder sind wirklich großartig, die möchte ich gar nicht mehr anders hören... Und Queyras' Celloton (und -technik) ist einfach umwerfend.

Sehr gut gefallen haben mir auch die kurzen Stücke von Webern und Berg, bei denen auch eine Ahnung von Queyras' Spektrum als Cellist aufkommt.

Die Arpeggione (und auch die Sonatine D. 384) fand ich etwas eindimensional. Auch, wenn ich die Interpretation von Queyras und Tharaud insgesamt in sich schlüssig und homogen (und mit der durchgängig spürbaren Melancholie auch recht wienerisch) fand. Was mir ein bisschen fehlt, das ist der Spannungsbogen und die emotionale Fallhöhe, die Stimmungsumschwünge, der Ausschlag nach oben und unten. Bei Queyras/Tharaud ist schon in den eher fröhlichen Passagen am Anfang des ersten Satzes so viel Schwermut unterlegt, dass es im weiteren Verlauf dann kaum noch etwas wirklich Überraschendes geben kann. Den Adagio-Satz, der dann fast nahtlos in eine Art Apotheose am Anfang des 3. Satzes mündet, fand ich trotzdem sehr schön, ausdrucksvoll, schmerzhaft, ein sanfter Tod. Am Ende des dritten Satzes scheint dann alles durchgestanden, es wird fast ausgelassen, aber eben nur fast...

Was mich bei der Arpeggione auch ein bisschen gestört hat, das war das zum Teil sehr vordergründige Klavier.

Ich habe dann noch die beiden anderen Aufnahmen, die ich von der Arpeggione habe, angehört: Die von Ma/Ax und die von Vogler/Canino...

Ma/Ax fand ich im Vergleich deutlich akzentuierter. Der Ton des Cellos ist schärfer und nicht so satt (muss allerdings einschränkend anmerken, dass ich die CDs auf unterschiedlichen Anlagen gehört habe). Der erste Satz ist nicht so verhalten, deutlich temperamentvoller. Die emotionale Variationsbreite ist klarer herausgearbeitet (es wabert nicht überall die Melancholie, sondern es geht eher ein bisschen in Richtung "manisch-depressiv"). Der dritte Satz hat für mich in manchen Momenten fast furios-dämonische Anklänge (ein bisschen was von Hexensabbat).

Vogler/Canino war bislang mein favourite und wird es - auf jeden Fall einstweilen - auch bleiben. Der erste Satz öffnet die ganze emotionale Bandbreite des Stückes zwischen Leichtigkeit und Schwermut. Ganz wunderbar finde ich den zweiten Satz, der eher jenseitig-entrückt ist, als schwermütig, der mir ans Herz geht, der einlädt zum mitschwelgen (und mitsingen). Vogler lässt einen unter der Trauer eine Hoffnung spüren. Was sich dann im dritten Satz in einer Art sanften Heiterkeit fortsetzt. Die tänzerischen Passagen scheinen etwas zu sein, auf das zurückgeblickt wird, haben etwas von tempi passati. Was ich an der Aufnahme auch mag, das ist das sehr ausgewogene Zusammenspiel von Cello und Klavier.


Das gehört jetzt nicht mehr ganz hierher, aber...
Du hattest ja an anderer Stelle geschrieben, dass Du von Vogler noch nichts gehört hättest, was Dich überzeugen konnte... Falls Du dabei an die Beethoven-Einspielung gedacht hast, kann ich Dir nur zustimmen. Die finde ich eher flach und etwas spröde, was aber meiner Meinung nach auch ein bisschen daran liegt, dass Jan Vogler für die Beethoven-Sonaten vielleicht noch ein bisschen jung war (und vielleicht auch immer noch ist). So ähnlich sehe ich das übrigens auch beim Hagen-Quartett, das ich sehr schätze, dessen späte Beethoven-Quartette aber auch noch etwas an Tiefe vermissen lassen.

Freue mich sehr auf angeregte Diskussionen mit Dir.

Grüße Cellodil

P.S. @ Jack Bristow,
Du hast geschrieben: "Das Stück ist meinem Eindruck nach schwer kaputtzukriegen". Das stimmt nicht ganz. Ich habe es diesen Sommer von einer recht bekannten Cellistin ganz und gar verstümmelt zu hören bekommen. Mag aber sein, dass sie auch nur einen schlechten Tag hatte. So etwas gibt's ja auch.
Rachmaninov (17.10.2006, 09:45):
Original von cellodil

Vogler/Canino war bislang mein favourite und wird es - auf jeden Fall einstweilen - auch bleiben. Der erste Satz öffnet die ganze emotionale Bandbreite des Stückes zwischen Leichtigkeit und Schwermut. Ganz wunderbar finde ich den zweiten Satz, der eher jenseitig-entrückt ist, als schwermütig, der mir ans Herz geht, der einlädt zum mitschwelgen (und mitsingen). Vogler lässt einen unter der Trauer eine Hoffnung spüren. Was sich dann im dritten Satz in einer Art sanften Heiterkeit fortsetzt. Die tänzerischen Passagen scheinen etwas zu sein, auf das zurückgeblickt wird, haben etwas von tempi passati. Was ich an der Aufnahme auch mag, das ist das sehr ausgewogene Zusammenspiel von Cello und Klavier.

@cellodil,

Deine Beschreibung der Vogler/Canino Aufnahme liest sich sehr spannend und macht richtig Lust auf diese Aufnahme :)
ab (17.10.2006, 12:43):
Das klingt ja gerade so, als würdest Du die einzigartige (wenn auch romantische) Aufnahme Rostropovich/Britten noch gar nicht kennen!!!?
Dazu wurde viel im Klassikakzente-Forum geschrieben. Ich meinte damals:
So einfühlsam wie Britten hier Töne aus dem Klavier holt, so wünschte man sich, sämtliche Schubert-Klaviersonaten zu hören. Auch was Rostropovich (mit seinem sonst so oft „knödeligen“ Vibrato) hier leistet ist schlicht mit einem Wort zu beschreiben: ergreifend! (Ich wünschte, Rostropovich hätte die Beethoven Sonaten so inspiriert mit S. Richter aufgenommen (diese Doppel-CD , welche nach wie vor im engsten Kreis meiner Cello-Lieblingsaufnahmen steht, wiewohl es deutlich besser, wenn auch selten schönere gibt).

Deine Einschätzung des Hagen Quartetts teile ich übrigens gar nicht: ich halte es für das beste, eigenwilligste und auch tiefste, was es derzeit an Streichquartettformationen gibt - gerade bei Beethoven: man muss nur lernen, sie richtig - das heißt anders als mit den bisherigen Hörerwartungen - zu hören.

Eine weitere Kuriosität zu Schubert: Pieter Wispewey hat alle drei Sonatinen für Violine für Cello bearbeitet und bei ChannelClassics (gemeinsam mit der Arpeggionesonate) eingespielt.
cellodil (17.10.2006, 13:51):
Original von ab
Das klingt ja gerade so, als würdest Du die einzigartige (wenn auch romantische) Aufnahme Rostropovich/Britten noch gar nicht kennen!!!?

Das klingt nicht nur so... :I

Original von abDazu wurde viel im Klassikakzente-Forum geschrieben. Ich meinte damals:
So einfühlsam wie Britten hier Töne aus dem Klavier holt, so wünschte man sich, sämtliche Schubert-Klaviersonaten zu hören. Auch was Rostropovich (mit seinem sonst so oft „knödeligen“ Vibrato) hier leistet ist schlicht mit einem Wort zu beschreiben: ergreifend! (Ich wünschte, Rostropovich hätte die Beethoven Sonaten so inspiriert mit S. Richter aufgenommen (diese Doppel-CD , welche nach wie vor im engsten Kreis meiner Cello-Lieblingsaufnahmen steht, wiewohl es deutlich besser, wenn auch selten schönere gibt).

Klingt schön.
Bei den Beethoven-Sonaten habe ich übrigens noch keine Interpretation gefunden, die mir wirklich gut gefallen hat.

Original von abDeine Einschätzung des Hagen Quartetts teile ich übrigens gar nicht: ich halte es für das beste, eigenwilligste und auch tiefste, was es derzeit an Streichquartettformationen gibt - gerade bei Beethoven: man muss nur lernen, sie richtig - das heißt anders als mit den bisherigen Hörerwartungen - zu hören.

Das habe ich mir - nach Deinen bisherigen Äußerungen zum Hagen-Quartett schon gedacht, dass Du diese Einschätzung nicht teilen kannst. Ich finde das Quartett - abgesehen von den späten Beethoven-Quartetten :J - auch wirklich famos. Und sie haben mir bislang auch schon ein paar schöne Konzertabende beschert.

Herzliche Grüße

Cellodil
cellodil (18.10.2006, 12:53):
Original von Rachmaninov

Deine Beschreibung der Vogler/Canino Aufnahme liest sich sehr spannend und macht richtig Lust auf diese Aufnahme :)

@ rachmaninov

Das freut mich. :W

Falls Du mal reinhören solltest: Würde mich interessieren, wie sie Dir gefällt.

Grüße

Cellodil
ab (16.11.2006, 21:10):
Soeben sehe ich, dass es in der Doppeldecca-Serie eine Aufnahme mit mit Clifford Curzon & Mstislav Rostropowitsch gibt. Wer kennt die? Wie ist die?

Mit drauf auf dieser Compilation ist die Fantasie für Klavier und Violine mit Benjamin Britten & Szymon Goldberg: Auch das höchst interessant, wo ich doch nur die mit Radu Lupur kenne (- und sehr empfehlen kann)!

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000024230.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
cellodil (17.11.2006, 16:55):
Lieber ab,

die Rostropovich-Aufnahme kommt mir irgendwie bekannt vor, aber wirklich erinnern kann ich mich an die nicht.

Ich habe heute die Arpeggione-Einspielung mit Anne Gastinel (cello), Claire Désert (piano) gekauft (naive, 2005).

Die Arpeggione-Version gefällt mir - zumindest beim ersten Hören - deutlich besser als die von Queyras - auch im Zusammenspiel von Cello und Klavier. Ist ein echtes Neuhören eines vertrauten Stücks.

Eigentlich hatte ich mir die CD allerdings wegen der Lied-Transkriptionen gekauft (derzeit meine Schwäche: Singende Celli):
- Ständchen
- An die Musik
- Litanei auf das Fest aller Seelen
- Die Forelle
- Der Doppelgänger
- Auf dem Wasser zu singen
- Täuschung
- Der Müller und der Bach

Grüße

Sabine
Jack Bristow (18.11.2006, 16:35):
Original von ab
Soeben sehe ich, dass es in der Doppeldecca-Serie eine Aufnahme mit mit Clifford Curzon & Mstislav Rostropowitsch gibt. Wer kennt die? Wie ist die?

Mit drauf auf dieser Compilation ist die Fantasie für Klavier und Violine mit Benjamin Britten & Szymon Goldberg: Auch das höchst interessant, wo ich doch nur die mit Radu Lupur kenne (- und sehr empfehlen kann)!

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000024230.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

Ich bin mir eigentlich sicher, dass genau Deine Aufnahme der Fantasie dort enthalten ist. Curzon dürfte der Solist im Forellenquintett sein, die Arpeggione ist mit Rostropowisch/Britten (auch einzeln erhältlich).

Gewiß habe ich nicht alle möglichen Aufnahmen, die die Arpeggione vielleicht doch kaputtkriegen gehört. Aber das Stück verträgt z.B sowohl die sehr breite "gemütliche" Lesart von Rostropowitsch/Britten als auch schlankere, drahtige Interpretationen (z.B. Bylsma/Immerseel).

viele Grüße

J. Bristow
cellodil (18.11.2006, 18:12):
Original von cellodil
die Rostropovich-Aufnahme kommt mir irgendwie bekannt vor, aber wirklich erinnern kann ich mich an die nicht.

Das hat mich jetzt doch nachhaltig ins Grübeln gebracht, dass ich mich zwar an das Cover, aber nicht daran erinnern konnte, die Rostropovich-Aufnahme jemals gehört zu haben (hatte ja auch weiter oben erwähnt, dass ich diese Einspielung nicht kennen würde). Erste Anflüge von Senilität? Oder Schlimmeres?

Tatsächlich hatte ich kürzlich mal in meinem CD-Laden in diese Aufnahme reingehört, sie aber sofort wieder verdrängt, weil sie mir nicht so wirklich zugesagt hatte und ich nicht unbedingt weitere Arpeggione-Aufnahmen, die mir nicht wirklich gefallen, haben wollte.

Die Arpeggione-Aufnahme mit Gastinel/Désert gefällt mir hingegen ausnehmend gut. Hatte bei dieser Einspielung fast das Gefühl, dieses Werk zum ersten Mal zu hören. Es war, als wenn sich eine neue Türe zu dieser Sonate, die ja manchmal auch recht trivial klingen kann, geöffnet hätte. Die Interpretation wirkt auf mich sehr differenziert und in jeder Hinsicht konsequent und schlüssig, ohne vordergründig oder manieriert zu sein. Sehr überzeugend finde ich auch das Zusammenspiel der beiden Damen, das sehr organisch wirkt. Und Madame Gastinels Ton... großartig.

Am wenigsten gefallen hat mir auf dieser CD die Violin-Sonatinen-Bearbeitung (D-Dur, op. 137, no. 1), die fand ich etwas oberflächlich. Grandios hingegen die Liedeinspielungen. Die haben eine ungeheure Kraft und Intensität, das ich immer wieder Gänsehaut bekommen habe.
:times10

Könnte die Vogler/Canino-Aufnahme, die bislang meine Lieblingseinspielung der Arpeggione war, doch vielleicht ablösen...

Grüße

Sabine
ab (19.11.2006, 13:51):
ah, deshalb! Ich hatte mich schon gewundert! Danke für den Hinweise, so brache ich nicht nach dieser Ausgabe zu suchen. Das Oktett finde ich von den Wienern ja weniger überzeugend, so wie auch das Forellenquintett mit Curzon.
Ganong (20.11.2006, 17:13):
Lieber ab ,

liebe Forumsmitglieder !

ich wollte eigentlich nach der sehr ausgiebigen Internet - Diskussion zwischen "ab" und mir und einem sachdienlichen Hinweis einer Leserin unserer Beiträge zwiwchen März und Oktober 2005 , nichts mehr schreiben . "ab " ist sicherlich auf diesem Gebiet von ganbz besonderer Kompetenz .

Ich habe das Werk in meien Top 10 Aufnahmen der Universal Group aufgenommen und in meine "100 definitiven CDs" ( 1. IX 2004 ff. ) .

Zu dem Instrument darf ich auf fiolgende Arbeit hinweisen :

" ARPEGGIONE " ; Discordia Music , Inc. ; 2003 .
Meine beiden Spitzenaufnahmen sind :
> Lupu , Klavier , und Goldberg , Violine , u n d

> Britten , Klavier , un d Rostropowitsch , Celoo .

Daeben sind s e h r empfehlenswert :

> Francais , pf , Gendron , vn ( 1952 )
> Duchable , pf , und Caussé , Bratsche (!)
> Foldes , pf , und P Fournier , Cello .

Grüsse ,

Frank
ab (08.01.2007, 20:43):
Habe in einem anderen Forum den Hinweise bekommen, dass es von Pérenyi und Schiff eine Viedeoaufnahme gibt, die kostenlos hier auf youtube anzuhören und -zuschauen ist.
Rachmaninov (17.01.2007, 07:40):
Anbei ein Link zur Berechung von Jean-Guihen Queyras (cello); Alexandre Tharaud (piano)

Gruß
cellodil (17.01.2007, 10:02):
Original von Rachmaninov
Anbei ein Link zur Berechung von Jean-Guihen Queyras (cello); Alexandre Tharaud (piano)

Gruß

Berechung???

Vewirrt

Sabine
satie (17.01.2007, 10:27):
Besprechung?
Rachmaninov (17.01.2007, 10:34):
Original von cellodil
Original von Rachmaninov
Anbei ein Link zur Berechung von Jean-Guihen Queyras (cello); Alexandre Tharaud (piano)

Gruß

Berechung???

Vewirrt

Sabine

War gedanklich bereits bei der nächsten Aktivität :I


Das Wort sollte Besprechnung heißen :engel

:thanks
cellodil (17.01.2007, 15:25):
Original von Rachmaninov
War gedanklich bereits bei der nächsten Aktivität :I


Das Wort sollte Besprechnung heißen :engel

:thanks

Lieber Rachmaninov,

das gibt schon ein bisschen Anlass zur Sorge... Vielleicht solltest Du es mal ein bisschen langsamer angehen lassen, sonst droht demnächst womöglich die Volksmusikphase... :haha

Die Besprechung fand ich aber interessant und kann das, was die Zusammenstellung der Queyras-Arpeggione-CD (und - selbstverständlich auch Queyras' cellistische Leistung) betrifft, durchaus unterschreiben.

Herzliche Grüße

Sabine
ab (18.07.2007, 10:36):
Was ist eigentlich von dern Aufnahme mit
Lluís Claret, vlc. und Alain Planès, piano zu halten.

(Ich hörte nämlich jüngst im Radio einen Ausschnitt der darauf enthaltenen: MENDELSSOHN. Sonates pour violoncelle et piano, die mir recht gut gefiel.)

http://www.harmoniamundi.com/Publish/album/695/1951383_P.jpg
Zelenka (12.10.2007, 19:48):
Original von ab
Was ist eigentlich von dern Aufnahme mit
Lluís Claret, vlc. und Alain Planès, piano zu halten.

(Ich hörte nämlich jüngst im Radio einen Ausschnitt der darauf enthaltenen: MENDELSSOHN. Sonates pour violoncelle et piano, die mir recht gut gefiel.)

http://www.harmoniamundi.com/Publish/album/695/1951383_P.jpg

Von Clarets und Planès Aufnahme der Arpeggione-Sonate ist nicht sehr viel zu halten, wie auch Planés' Sonaten für Soloklavier ist sie ein wenig farblos, um nicht zu sagen schlicht und einfach langweilig. Mehr halte ich von dieser Aufnahme, der ich einen Spitzenplatz einräumen würde:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61BVMYDFQXL._AA240_.jpg

Navarras Spiel ist ausdrucksstark, vermeidet aber, Gott sei Dank, Rostropovichs Manierismen. Der Ton seines Cellos ist sehr schön, die Aufnahmequalität (ADD) durchaus zufriedenstellend.

Gruß, Zelenka
ab (24.05.2006, 21:05):
Hier starte ich nur deshalb diese neue Rubrik, weil in einem anderen Forum dies einst Thema war und dort - wenn ich mich recht entsinne von Frank - die Frage aufgetaucht ist, ob es eine Aufnahme mit dem Originalinstrument gibt. Ich meinte mich damals zu erinnern, dass dem so wäre, konnte aber die Aufnahme nicht ausfindig machen. Heute bin ich dazu über folgendes gestolpert:

Komponist/Komponistin: Franz Schubert
Titel: Arpeggione-Sonate, DV 821: 2.&3.Satz
Solist/Solistin: Gerhart Darmstadt, Arpeggione; Egino Klepper, Hammerklavier
Label: Cavalli CCD 242

Er hat auch ein Buch dazu verfasst:
Gerhart Darmstadt: Auf der Suche nach einer neuen Klangwelt: Der Arpeggione und Franz Schubert.


Was hört ihr da gerne, bei diesem wunderschönen Stück Musik?
Rachmaninov (24.05.2006, 21:16):
Hallo ab,

schön das Du dieses Werk hier ansprichst!

Vor geraumer Zeit hatte ich mich mit der gleichen Fragestellung beschäftigt.
:D

Dieses Werk ist grandios und zeigt welch großartiger Komponist Schubert auch bei der Kammermusik war.

Höre sehr gerne die Aufnahme mit Gorokhov / Demidenko :engel
Jack Bristow (24.05.2006, 21:39):
Ich kenne keine Einspielung auf einem/r rekonstruierten Apreggione, sondern nur welche mit Cello. Das Stück ist meinem Eindruck nach schwer kaputtzukriegen...der "Klassiker" Britten/Rostropowitsch ist mir teils etwas zu getragen, ich bevorzuge eine etwas schlankere, zügigere Lesart, z.B. auf einer sehr guten CD mit Bylsma/Van Immerseel (HIP, gekoppelt mit dem Forellenquintett, auch eine sehr schöne Interpretation, scheint leider vergriffen?) oder einen der besten jüngeren Cellisten, Jan Vogler auf Berlin Classics (mit Brahms Sonate #1)

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8375894.jpg


viele Grüße

J. Bristow
ab (24.05.2006, 23:12):
Es gibt auch Einspielungen mit Bratsche:
Yuri Bashmet
Claude Lelong
Nobuko Imai
Paul Coletti

oder für Violine:
Michael Jelden

oder für Kontrabass:
Michael Rieber

oder auch für Klarinette:
Gervase De Peyer

oder für Flöte
Krisztina Parkai
Abbie de Quant


auch eine Cellokonzert-Fassung arrangiert von Gaspar Cassado
Jascha Horenstein (25.05.2006, 10:35):
Ich empfehle die Aufnahme mit Emanuel Feuermann.
ab (25.05.2006, 10:59):
Warum empfiehlst Du gerade diese?

Wie ist die? Mit wem spielt er sie? Wo ist sie erschienen und von wann ist sie?
Holger S. (26.05.2006, 13:50):
Wo hier schon mal die vielen unterschiedlichen Fassungen bzw. Bearbeitungen dieses (in der Tat wundervollen) Stückes angesprochen werden: ich besitze sogar eine Aufnahme für Violoncello und Gitarre und eine für zwei Gitarren. Von der Version für zwei Gitarren bin ich nicht so überzeugt, scheint mir dem Stück nicht so angemessen zu sein, aber die Bearbeitung für Cello und Gitarre (die hier selbstverständluch den Klavierpart übernimmt) ist nicht übel. Der kammermusikalisch-intime Charakter dieser Sonate kommt in dieser Version sehr stark zur Geltung.

Viele Grüße
Holger
ab (10.10.2006, 21:18):
Gerade neu ist die mit Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud herausgekommen.
http://images.amazon.com/images/P/B000H0MGZU.01._SCMZZZZZZZ_V59193901_.jpg

IIch muss aber gestehen, dass mich die Liedbearbeitungen und die Werke von Berg und Webern auf dieser CD deutlich mehr überzeugen. Jedenfalls ein ausnehmend vielseitiger Gestalter!
cellodil (12.10.2006, 00:01):
Original von ab
Gerade neu ist die mit Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud herausgekommen.
http://images.amazon.com/images/P/B000H0MGZU.01._SCMZZZZZZZ_V59193901_.jpg

IIch muss aber gestehen, dass mich die Liedbearbeitungen und die Werke von Berg und Webern auf dieser CD deutlich mehr überzeugen. Jedenfalls ein ausnehmend vielseitiger Gestalter!

Hi ab,

warum hat Dich denn die Arpeggione nicht überzeugt? Würdest Du die CD trotzdem empfehlen (habe eine Aufnahme des Dvorák-Konzerts mit Queyras und die mag ich sehr gern)?

Gruß

Cellodil
Rachmaninov (12.10.2006, 07:05):
@ab,

das würde mich auch interessieren! Bei Alexandre Tharaud bin ich skeptisch wobei ich Cellodil zustimme was Queyras angeht.
ab (12.10.2006, 08:49):
Die Lieder nimmt er unglaublich gesanglich mit innigem Ausdruck. Die 2. Wiener Schule erklingt in ungeheurer Ausdrucksintensität. Die Arpeggionesonate (aber auch die Sonatinenbearbeitung) hingegen - so mein Eindruck im Laden - wirkten etwas steriler. Vom Ausdruck kamen sie mir (im Gegensatz) fast etwas plakativ vor.
Ich halte sie dennoch für höchst empfehlenswert, insbesondere wegen seiner überragenden Gestaltung von Klangnuance! Deshalb kann auch die Sonate vollkommen faszinieren. Tharaud ist ihm ein ordentlicher Begleiter.
ab (14.10.2006, 11:19):
gerade dazu hier etwas gefunden!
cellodil (15.10.2006, 12:56):
Original von ab
Die Lieder nimmt er unglaublich gesanglich mit innigem Ausdruck. Die 2. Wiener Schule erklingt in ungeheurer Ausdrucksintensität. Die Arpeggionesonate (aber auch die Sonatinenbearbeitung) hingegen - so mein Eindruck im Laden - wirkten etwas steriler. Vom Ausdruck kamen sie mir (im Gegensatz) fast etwas plakativ vor.
Ich halte sie dennoch für höchst empfehlenswert, insbesondere wegen seiner überragenden Gestaltung von Klangnuance! Deshalb kann auch die Sonate vollkommen faszinieren. Tharaud ist ihm ein ordentlicher Begleiter.

@ab

Danke, klingt interessant - auch das, was Du verlinkt hast... Werde bei meinem nächsten Besuch bei "Einklang" mal reinhören, falls die Aufnahme da ist.

Gruß Cellodil
cellodil (16.10.2006, 18:24):
@ ab

Danke für die Einschätzung
... habe heute reingehört und musste sie einfach haben...

Gruß Cellodil
ab (16.10.2006, 20:42):
Hallo Cellodil,

würde mich freuen, bei Gelegenheit einmal von Dir hier berichtet zu hören, ob Du meine Einschätzung teilst oder nicht. (Ebenso hoffe ich auf Deine "Geheimtipps" in Sachen Celloliteraturinterpretationen...)
cellodil (17.10.2006, 09:30):
Original von ab
Hallo Cellodil,

würde mich freuen, bei Gelegenheit einmal von Dir hier berichtet zu hören, ob Du meine Einschätzung teilst oder nicht. (Ebenso hoffe ich auf Deine "Geheimtipps" in Sachen Celloliteraturinterpretationen...)

Hi ab,

dass ich Dir Geheimtipps geben kann, das wage ich doch zu bezweifeln... Denke, dass das eher umgekehrt sein wird...http://www.das-klassikforum.de/images/smiley36.gif

Deiner Einschätzung der Queyras/Tharaud CD kann ich jedenfalls auf ganzer Linie nur zustimmen. Mir ging es ganz genauso...

Die Bearbeitungen der Schubert-Lieder sind wirklich großartig, die möchte ich gar nicht mehr anders hören... Und Queyras' Celloton (und -technik) ist einfach umwerfend.

Sehr gut gefallen haben mir auch die kurzen Stücke von Webern und Berg, bei denen auch eine Ahnung von Queyras' Spektrum als Cellist aufkommt.

Die Arpeggione (und auch die Sonatine D. 384) fand ich etwas eindimensional. Auch, wenn ich die Interpretation von Queyras und Tharaud insgesamt in sich schlüssig und homogen (und mit der durchgängig spürbaren Melancholie auch recht wienerisch) fand. Was mir ein bisschen fehlt, das ist der Spannungsbogen und die emotionale Fallhöhe, die Stimmungsumschwünge, der Ausschlag nach oben und unten. Bei Queyras/Tharaud ist schon in den eher fröhlichen Passagen am Anfang des ersten Satzes so viel Schwermut unterlegt, dass es im weiteren Verlauf dann kaum noch etwas wirklich Überraschendes geben kann. Den Adagio-Satz, der dann fast nahtlos in eine Art Apotheose am Anfang des 3. Satzes mündet, fand ich trotzdem sehr schön, ausdrucksvoll, schmerzhaft, ein sanfter Tod. Am Ende des dritten Satzes scheint dann alles durchgestanden, es wird fast ausgelassen, aber eben nur fast...

Was mich bei der Arpeggione auch ein bisschen gestört hat, das war das zum Teil sehr vordergründige Klavier.

Ich habe dann noch die beiden anderen Aufnahmen, die ich von der Arpeggione habe, angehört: Die von Ma/Ax und die von Vogler/Canino...

Ma/Ax fand ich im Vergleich deutlich akzentuierter. Der Ton des Cellos ist schärfer und nicht so satt (muss allerdings einschränkend anmerken, dass ich die CDs auf unterschiedlichen Anlagen gehört habe). Der erste Satz ist nicht so verhalten, deutlich temperamentvoller. Die emotionale Variationsbreite ist klarer herausgearbeitet (es wabert nicht überall die Melancholie, sondern es geht eher ein bisschen in Richtung "manisch-depressiv"). Der dritte Satz hat für mich in manchen Momenten fast furios-dämonische Anklänge (ein bisschen was von Hexensabbat).

Vogler/Canino war bislang mein favourite und wird es - auf jeden Fall einstweilen - auch bleiben. Der erste Satz öffnet die ganze emotionale Bandbreite des Stückes zwischen Leichtigkeit und Schwermut. Ganz wunderbar finde ich den zweiten Satz, der eher jenseitig-entrückt ist, als schwermütig, der mir ans Herz geht, der einlädt zum mitschwelgen (und mitsingen). Vogler lässt einen unter der Trauer eine Hoffnung spüren. Was sich dann im dritten Satz in einer Art sanften Heiterkeit fortsetzt. Die tänzerischen Passagen scheinen etwas zu sein, auf das zurückgeblickt wird, haben etwas von tempi passati. Was ich an der Aufnahme auch mag, das ist das sehr ausgewogene Zusammenspiel von Cello und Klavier.


Das gehört jetzt nicht mehr ganz hierher, aber...
Du hattest ja an anderer Stelle geschrieben, dass Du von Vogler noch nichts gehört hättest, was Dich überzeugen konnte... Falls Du dabei an die Beethoven-Einspielung gedacht hast, kann ich Dir nur zustimmen. Die finde ich eher flach und etwas spröde, was aber meiner Meinung nach auch ein bisschen daran liegt, dass Jan Vogler für die Beethoven-Sonaten vielleicht noch ein bisschen jung war (und vielleicht auch immer noch ist). So ähnlich sehe ich das übrigens auch beim Hagen-Quartett, das ich sehr schätze, dessen späte Beethoven-Quartette aber auch noch etwas an Tiefe vermissen lassen.

Freue mich sehr auf angeregte Diskussionen mit Dir.

Grüße Cellodil

P.S. @ Jack Bristow,
Du hast geschrieben: "Das Stück ist meinem Eindruck nach schwer kaputtzukriegen". Das stimmt nicht ganz. Ich habe es diesen Sommer von einer recht bekannten Cellistin ganz und gar verstümmelt zu hören bekommen. Mag aber sein, dass sie auch nur einen schlechten Tag hatte. So etwas gibt's ja auch.
Rachmaninov (17.10.2006, 09:45):
Original von cellodil

Vogler/Canino war bislang mein favourite und wird es - auf jeden Fall einstweilen - auch bleiben. Der erste Satz öffnet die ganze emotionale Bandbreite des Stückes zwischen Leichtigkeit und Schwermut. Ganz wunderbar finde ich den zweiten Satz, der eher jenseitig-entrückt ist, als schwermütig, der mir ans Herz geht, der einlädt zum mitschwelgen (und mitsingen). Vogler lässt einen unter der Trauer eine Hoffnung spüren. Was sich dann im dritten Satz in einer Art sanften Heiterkeit fortsetzt. Die tänzerischen Passagen scheinen etwas zu sein, auf das zurückgeblickt wird, haben etwas von tempi passati. Was ich an der Aufnahme auch mag, das ist das sehr ausgewogene Zusammenspiel von Cello und Klavier.

@cellodil,

Deine Beschreibung der Vogler/Canino Aufnahme liest sich sehr spannend und macht richtig Lust auf diese Aufnahme :)
ab (17.10.2006, 12:43):
Das klingt ja gerade so, als würdest Du die einzigartige (wenn auch romantische) Aufnahme Rostropovich/Britten noch gar nicht kennen!!!?
Dazu wurde viel im Klassikakzente-Forum geschrieben. Ich meinte damals:
So einfühlsam wie Britten hier Töne aus dem Klavier holt, so wünschte man sich, sämtliche Schubert-Klaviersonaten zu hören. Auch was Rostropovich (mit seinem sonst so oft „knödeligen“ Vibrato) hier leistet ist schlicht mit einem Wort zu beschreiben: ergreifend! (Ich wünschte, Rostropovich hätte die Beethoven Sonaten so inspiriert mit S. Richter aufgenommen (diese Doppel-CD , welche nach wie vor im engsten Kreis meiner Cello-Lieblingsaufnahmen steht, wiewohl es deutlich besser, wenn auch selten schönere gibt).

Deine Einschätzung des Hagen Quartetts teile ich übrigens gar nicht: ich halte es für das beste, eigenwilligste und auch tiefste, was es derzeit an Streichquartettformationen gibt - gerade bei Beethoven: man muss nur lernen, sie richtig - das heißt anders als mit den bisherigen Hörerwartungen - zu hören.

Eine weitere Kuriosität zu Schubert: Pieter Wispewey hat alle drei Sonatinen für Violine für Cello bearbeitet und bei ChannelClassics (gemeinsam mit der Arpeggionesonate) eingespielt.
cellodil (17.10.2006, 13:51):
Original von ab
Das klingt ja gerade so, als würdest Du die einzigartige (wenn auch romantische) Aufnahme Rostropovich/Britten noch gar nicht kennen!!!?

Das klingt nicht nur so... :I

Original von abDazu wurde viel im Klassikakzente-Forum geschrieben. Ich meinte damals:
So einfühlsam wie Britten hier Töne aus dem Klavier holt, so wünschte man sich, sämtliche Schubert-Klaviersonaten zu hören. Auch was Rostropovich (mit seinem sonst so oft „knödeligen“ Vibrato) hier leistet ist schlicht mit einem Wort zu beschreiben: ergreifend! (Ich wünschte, Rostropovich hätte die Beethoven Sonaten so inspiriert mit S. Richter aufgenommen (diese Doppel-CD , welche nach wie vor im engsten Kreis meiner Cello-Lieblingsaufnahmen steht, wiewohl es deutlich besser, wenn auch selten schönere gibt).

Klingt schön.
Bei den Beethoven-Sonaten habe ich übrigens noch keine Interpretation gefunden, die mir wirklich gut gefallen hat.

Original von abDeine Einschätzung des Hagen Quartetts teile ich übrigens gar nicht: ich halte es für das beste, eigenwilligste und auch tiefste, was es derzeit an Streichquartettformationen gibt - gerade bei Beethoven: man muss nur lernen, sie richtig - das heißt anders als mit den bisherigen Hörerwartungen - zu hören.

Das habe ich mir - nach Deinen bisherigen Äußerungen zum Hagen-Quartett schon gedacht, dass Du diese Einschätzung nicht teilen kannst. Ich finde das Quartett - abgesehen von den späten Beethoven-Quartetten :J - auch wirklich famos. Und sie haben mir bislang auch schon ein paar schöne Konzertabende beschert.

Herzliche Grüße

Cellodil
cellodil (18.10.2006, 12:53):
Original von Rachmaninov

Deine Beschreibung der Vogler/Canino Aufnahme liest sich sehr spannend und macht richtig Lust auf diese Aufnahme :)

@ rachmaninov

Das freut mich. :W

Falls Du mal reinhören solltest: Würde mich interessieren, wie sie Dir gefällt.

Grüße

Cellodil
ab (16.11.2006, 21:10):
Soeben sehe ich, dass es in der Doppeldecca-Serie eine Aufnahme mit mit Clifford Curzon & Mstislav Rostropowitsch gibt. Wer kennt die? Wie ist die?

Mit drauf auf dieser Compilation ist die Fantasie für Klavier und Violine mit Benjamin Britten & Szymon Goldberg: Auch das höchst interessant, wo ich doch nur die mit Radu Lupur kenne (- und sehr empfehlen kann)!

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000024230.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
cellodil (17.11.2006, 16:55):
Lieber ab,

die Rostropovich-Aufnahme kommt mir irgendwie bekannt vor, aber wirklich erinnern kann ich mich an die nicht.

Ich habe heute die Arpeggione-Einspielung mit Anne Gastinel (cello), Claire Désert (piano) gekauft (naive, 2005).

Die Arpeggione-Version gefällt mir - zumindest beim ersten Hören - deutlich besser als die von Queyras - auch im Zusammenspiel von Cello und Klavier. Ist ein echtes Neuhören eines vertrauten Stücks.

Eigentlich hatte ich mir die CD allerdings wegen der Lied-Transkriptionen gekauft (derzeit meine Schwäche: Singende Celli):
- Ständchen
- An die Musik
- Litanei auf das Fest aller Seelen
- Die Forelle
- Der Doppelgänger
- Auf dem Wasser zu singen
- Täuschung
- Der Müller und der Bach

Grüße

Sabine
Jack Bristow (18.11.2006, 16:35):
Original von ab
Soeben sehe ich, dass es in der Doppeldecca-Serie eine Aufnahme mit mit Clifford Curzon & Mstislav Rostropowitsch gibt. Wer kennt die? Wie ist die?

Mit drauf auf dieser Compilation ist die Fantasie für Klavier und Violine mit Benjamin Britten & Szymon Goldberg: Auch das höchst interessant, wo ich doch nur die mit Radu Lupur kenne (- und sehr empfehlen kann)!

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000024230.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg

Ich bin mir eigentlich sicher, dass genau Deine Aufnahme der Fantasie dort enthalten ist. Curzon dürfte der Solist im Forellenquintett sein, die Arpeggione ist mit Rostropowisch/Britten (auch einzeln erhältlich).

Gewiß habe ich nicht alle möglichen Aufnahmen, die die Arpeggione vielleicht doch kaputtkriegen gehört. Aber das Stück verträgt z.B sowohl die sehr breite "gemütliche" Lesart von Rostropowitsch/Britten als auch schlankere, drahtige Interpretationen (z.B. Bylsma/Immerseel).

viele Grüße

J. Bristow
cellodil (18.11.2006, 18:12):
Original von cellodil
die Rostropovich-Aufnahme kommt mir irgendwie bekannt vor, aber wirklich erinnern kann ich mich an die nicht.

Das hat mich jetzt doch nachhaltig ins Grübeln gebracht, dass ich mich zwar an das Cover, aber nicht daran erinnern konnte, die Rostropovich-Aufnahme jemals gehört zu haben (hatte ja auch weiter oben erwähnt, dass ich diese Einspielung nicht kennen würde). Erste Anflüge von Senilität? Oder Schlimmeres?

Tatsächlich hatte ich kürzlich mal in meinem CD-Laden in diese Aufnahme reingehört, sie aber sofort wieder verdrängt, weil sie mir nicht so wirklich zugesagt hatte und ich nicht unbedingt weitere Arpeggione-Aufnahmen, die mir nicht wirklich gefallen, haben wollte.

Die Arpeggione-Aufnahme mit Gastinel/Désert gefällt mir hingegen ausnehmend gut. Hatte bei dieser Einspielung fast das Gefühl, dieses Werk zum ersten Mal zu hören. Es war, als wenn sich eine neue Türe zu dieser Sonate, die ja manchmal auch recht trivial klingen kann, geöffnet hätte. Die Interpretation wirkt auf mich sehr differenziert und in jeder Hinsicht konsequent und schlüssig, ohne vordergründig oder manieriert zu sein. Sehr überzeugend finde ich auch das Zusammenspiel der beiden Damen, das sehr organisch wirkt. Und Madame Gastinels Ton... großartig.

Am wenigsten gefallen hat mir auf dieser CD die Violin-Sonatinen-Bearbeitung (D-Dur, op. 137, no. 1), die fand ich etwas oberflächlich. Grandios hingegen die Liedeinspielungen. Die haben eine ungeheure Kraft und Intensität, das ich immer wieder Gänsehaut bekommen habe.
:times10

Könnte die Vogler/Canino-Aufnahme, die bislang meine Lieblingseinspielung der Arpeggione war, doch vielleicht ablösen...

Grüße

Sabine
ab (19.11.2006, 13:51):
ah, deshalb! Ich hatte mich schon gewundert! Danke für den Hinweise, so brache ich nicht nach dieser Ausgabe zu suchen. Das Oktett finde ich von den Wienern ja weniger überzeugend, so wie auch das Forellenquintett mit Curzon.
Ganong (20.11.2006, 17:13):
Lieber ab ,

liebe Forumsmitglieder !

ich wollte eigentlich nach der sehr ausgiebigen Internet - Diskussion zwischen "ab" und mir und einem sachdienlichen Hinweis einer Leserin unserer Beiträge zwiwchen März und Oktober 2005 , nichts mehr schreiben . "ab " ist sicherlich auf diesem Gebiet von ganbz besonderer Kompetenz .

Ich habe das Werk in meien Top 10 Aufnahmen der Universal Group aufgenommen und in meine "100 definitiven CDs" ( 1. IX 2004 ff. ) .

Zu dem Instrument darf ich auf fiolgende Arbeit hinweisen :

" ARPEGGIONE " ; Discordia Music , Inc. ; 2003 .
Meine beiden Spitzenaufnahmen sind :
> Lupu , Klavier , und Goldberg , Violine , u n d

> Britten , Klavier , un d Rostropowitsch , Celoo .

Daeben sind s e h r empfehlenswert :

> Francais , pf , Gendron , vn ( 1952 )
> Duchable , pf , und Caussé , Bratsche (!)
> Foldes , pf , und P Fournier , Cello .

Grüsse ,

Frank
ab (08.01.2007, 20:43):
Habe in einem anderen Forum den Hinweise bekommen, dass es von Pérenyi und Schiff eine Viedeoaufnahme gibt, die kostenlos hier auf youtube anzuhören und -zuschauen ist.
Rachmaninov (17.01.2007, 07:40):
Anbei ein Link zur Berechung von Jean-Guihen Queyras (cello); Alexandre Tharaud (piano)

Gruß
cellodil (17.01.2007, 10:02):
Original von Rachmaninov
Anbei ein Link zur Berechung von Jean-Guihen Queyras (cello); Alexandre Tharaud (piano)

Gruß

Berechung???

Vewirrt

Sabine
satie (17.01.2007, 10:27):
Besprechung?
Rachmaninov (17.01.2007, 10:34):
Original von cellodil
Original von Rachmaninov
Anbei ein Link zur Berechung von Jean-Guihen Queyras (cello); Alexandre Tharaud (piano)

Gruß

Berechung???

Vewirrt

Sabine

War gedanklich bereits bei der nächsten Aktivität :I


Das Wort sollte Besprechnung heißen :engel

:thanks
cellodil (17.01.2007, 15:25):
Original von Rachmaninov
War gedanklich bereits bei der nächsten Aktivität :I


Das Wort sollte Besprechnung heißen :engel

:thanks

Lieber Rachmaninov,

das gibt schon ein bisschen Anlass zur Sorge... Vielleicht solltest Du es mal ein bisschen langsamer angehen lassen, sonst droht demnächst womöglich die Volksmusikphase... :haha

Die Besprechung fand ich aber interessant und kann das, was die Zusammenstellung der Queyras-Arpeggione-CD (und - selbstverständlich auch Queyras' cellistische Leistung) betrifft, durchaus unterschreiben.

Herzliche Grüße

Sabine
ab (18.07.2007, 10:36):
Was ist eigentlich von dern Aufnahme mit
Lluís Claret, vlc. und Alain Planès, piano zu halten.

(Ich hörte nämlich jüngst im Radio einen Ausschnitt der darauf enthaltenen: MENDELSSOHN. Sonates pour violoncelle et piano, die mir recht gut gefiel.)

http://www.harmoniamundi.com/Publish/album/695/1951383_P.jpg
Zelenka (12.10.2007, 19:48):
Original von ab
Was ist eigentlich von dern Aufnahme mit
Lluís Claret, vlc. und Alain Planès, piano zu halten.

(Ich hörte nämlich jüngst im Radio einen Ausschnitt der darauf enthaltenen: MENDELSSOHN. Sonates pour violoncelle et piano, die mir recht gut gefiel.)

http://www.harmoniamundi.com/Publish/album/695/1951383_P.jpg

Von Clarets und Planès Aufnahme der Arpeggione-Sonate ist nicht sehr viel zu halten, wie auch Planés' Sonaten für Soloklavier ist sie ein wenig farblos, um nicht zu sagen schlicht und einfach langweilig. Mehr halte ich von dieser Aufnahme, der ich einen Spitzenplatz einräumen würde:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61BVMYDFQXL._AA240_.jpg

Navarras Spiel ist ausdrucksstark, vermeidet aber, Gott sei Dank, Rostropovichs Manierismen. Der Ton seines Cellos ist sehr schön, die Aufnahmequalität (ADD) durchaus zufriedenstellend.

Gruß, Zelenka
Fuff (26.04.2008, 15:09):
A propos "Arpeggione" mit Arpeggione (rekonstruirt)!

Ich habe mir vor zirka drei Wochen folgende Aufnahme zugelegt. Ich interessierte mich für die "Arpeggione", nachdem ich Zygel, auf seiner rezenten Schubert-DVD eloquent darüber konferieren sah. Und nachdem mir dann bewusst wurde, dass Deletaille und Badura-Skoda hier einen rekonstruirten Arpeggione benutzen, da konnte ich einfach nicht mehr widerstehen.
Ausserdem gibts das D956 Streichquintett als "Zugabe". Diese Mischung reizte mich auch besonders.
Hier das, von mir auch schon unter "Was höre ich gerade", erwähnte Corpus :

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/5425005575295.jpg

Die Einspielung gefällt mir sehr gut. Es fällt mir aber schwer zu vergleichen, da ich eben erst dabei bin die "Arpeggione" richtig kennenzulernen. Ich habe bestimmt einige Einspielungen versteckt unter meinen zig CD's, aber bis jetzt blieb das Werk nie bei mir hängen!
Das D956 Streichquintett mit Badura-Skoda und dem Quatuor Rosamonde hat mich jedenfalls überzeugt. Und, natürlich nicht Badura-Skoda, sondern Deletaille (die fettgedruckten Stellen wurden, Dank Amadé - siehe unten - zwecks Korrektur hinzugesetzt! Meinen Dank an Amadé :wink) ist das Bindeglied (erst Arpeggione, dann Cello im Quintett) zwischen den beiden Einspielungen.

A propos Instrument Arpeggione :
Nicolas Deletaille bietet weiterführende Informationen auf seiner Webseite Arpeggione - Deletaille an. seit 2002 haben einige Komponisten auch einige Werke für Ihn und den Arpeggione komponiert.


Schönen sonnigen Samstag noch,

Patrick Leclerc, Luxemburg.
Amadé (26.04.2008, 15:20):
@ Fuff

Spielt Paul das 2.Cello?

Gruß Amadé
Fuff (26.04.2008, 15:38):
Danke für den Wink mit dem Zaunpfahl, Amadé!
Da habe ich mir ja einen schönen Lapsus geleistet.
Lacan hätte nicht besser "Zäsur" rufen können! :wink
Und Freud hätte sich genüsslich eine neue Zigarre angesteckt!
Amadé (26.04.2008, 20:45):
@ Fuff

Errare humanum est.

Gruß Amadé
:hello
Fuff (29.04.2008, 08:01):
Hat schon jemand anderer sich Deletaille's "Arpeggione" angehört?
Wenn ja, wie sind denn eure Eindrücke?

Patrick.
HenningKolf (06.05.2008, 18:15):
Original von Fuff
Hat schon jemand anderer sich Deletaille's "Arpeggione" angehört?
Wenn ja, wie sind denn eure Eindrücke?

Patrick.

Die CD war heute in der Post...als einzige Vergleichseinspielung eigne ich Queyras/Tharaud.

Sehr beseeltes Spiel von Deletaille, sehr "schöner" Instrumentenklang, den Klavierklang dazu finde sogar ich sehr passend, obwohl ich eigentlich kein Freund historischer Tasteninstrumente bin. Tharaud/Queyras wirken im Vergleich dazu nahezu steril, sowohl was den Instrumentenklang als auch die Spielweise betrifft (überraschenderweise gefällt mir Tharauds Spiel besser als dasjenige Queyras´)

Gruß
Henning
cellodil (27.02.2009, 13:40):
Original von ab
Habe in einem anderen Forum den Hinweise bekommen, dass es von Pérenyi und Schiff eine Viedeoaufnahme gibt, die kostenlos hier auf youtube anzuhören und -zuschauen ist.

Lieber ab,

habe heute morgen einen Satz aus der Einspielung gehört, eigentlich in meinem Nebenbei-Aufwachprogramm im Radio und war plötzlich ganz Ohr. Habe mich dann geärgert, dass nur ein Satz lief. Dann werde ich jetzt mal youtuben... Dein Hinweis war mir ganz entgangen (vielleicht war das aber auch während einer meiner Forums-Abstinenzphasen).

Liebe Grüße

Sabine
cellodil (27.02.2009, 13:53):
... leider auch nur ein Satz auf youtube.

Habe gerade nachgeschaut, ob es die Arpeggione von Perényi und Schiff auf CD gibt. Gibt es, aber leider nur in Verbindung mit einem Wust an Werken, die ich nicht unbedingt haben möchte.

Naja.

Schön isses trotzdem.

Liebe Grüße

Sabine
Heike (14.03.2009, 21:41):
Diese Sonate ist morgen, 15.3.2009, Thema bei DRadio Kultur, "Interpretationen"
Heike
Poztupimi (15.03.2009, 18:04):
Original von Hebre
Diese Sonate ist morgen, 15.3.2009, Thema bei DRadio Kultur, "Interpretationen"
Heike

Liebe Heike,
vielen Dank für den Tip!



http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028941223029.jpg
Franz Schubert (1797-1828)
Sonate für Arpeggione und Klavier a-moll D 821
Mischa Maisky / Martha Argerich

Und danach im Radio, Deutschlandradio Kultur:

Asyl für fremde Klänge – Franz Schuberts Arpeggione-Sonate


Nicht erst nach der Sendung habe ich einmal mehr das Gefühl, daß mit Maiskys Spiel nicht so sonderlich zusagt. Mit Ausnahme der Gitarren/Streichorchester-Fassung und der Aufnahme mit Darmstadt/Klepper – ich fand den Klang des Arpeggione hier etwas sehr fahl und dabei irgendwie zu nasal – haben mir die drei anderen in der Sendung gespielten Aufnahmen (Deletaille(Arpeggione)/Badura-Skoda, Rose/Hambro (?), Queyras/Tharaud, Mönkemeyer(Viola)/Rimmer) um Längen besser gefallen. Hier wird wohl der Kauf einer weiteren Aufnahme anstehen. Ich hoffe ich habe mal wieder die Möglichkeit, in Berlin in mehrere reinzuhören.

Grüße,
Wolfgang
Poztupimi (16.03.2009, 22:28):
Original von cellodil
... leider auch nur ein Satz auf youtube.

Habe gerade nachgeschaut, ob es die Arpeggione von Perényi und Schiff auf CD gibt. Gibt es, aber leider nur in Verbindung mit einem Wust an Werken, die ich nicht unbedingt haben möchte.

Naja.

Schön isses trotzdem.

Liebe Grüße

Sabine

Liebe Sabine,

wenn ich das jetzt nicht völlig falsch sehe, ist sie komplett, allerdings auf 1, 2, 3, 4 Teile (5:44/5:16/8:09/4:50) aufgeteilt.

Viele Grüße,
Wolfgang
Fairy Queen (18.02.2010, 18:45):
Ich habe dieser Tage auf musique 3 zum ersten Mal die Version mit Britten/Rostropovich gehört- das ist wirklich eine Sonderklasse und für mich unvergleichlich- man weiss sofort, warum das zwei Musik- Superstars waren :down :down :down

Musique 3 hat auch eine Version mit Viola statt Cello gebracht. Ich habe leider den Namen des Bratschisten vergessen. Er hat auch eine Platte zusammen mit Sandrine Piau aufgenommen(oder das ist auf derselben Cd, wurde jedenfalls in ienem Atemzug genannt) wo er mit der Viola die Klarinette in "Der Hirt auf dem Felsen" ersetzt. Das klang serh interessant.
F.Q.
Gamaheh (18.02.2010, 22:29):
Original von Fairy Queen
Musique 3 hat auch eine Version mit Viola statt Cello gebracht. Ich habe leider den Namen des Bratschisten vergessen. Er hat auch eine Platte zusammen mit Sandrine Piau aufgenommen(oder das ist auf derselben Cd, wurde jedenfalls in ienem Atemzug genannt) wo er mit der Viola die Klarinette in "Der Hirt auf dem Felsen" ersetzt. Das klang serh interessant.
F.Q.

Wahrscheinlich ist es Antoine Tamestit - das ist ja im Moment, zumindest im frankophonen Raum, der Bratschen-"Star".

Grüße,
Gamaheh

P.S.: Schnell gefunden (und das ist auf derselben CD):

http://ecx.images-amazon.com/images/I/515MmUuSjlL._SL500_AA240_.jpg
Fairy Queen (19.02.2010, 07:48):
Danke! Das muss es sein. Kommt sofort auf meine Liste, die Besetzung ist sehr interessant! :thanks
F.Q.
Katka (09.10.2015, 08:52):
Die Sonate gefällt mir, obwohl sie ja in einer für Schubert gesundheitlich schwierigen Zeit entstanden ist. Schubert war es wohl auch, der den Namen "Arpeggione" kreiert hat, und als die Sonate in Schuberts Nachlass gefunden wurde, war deshalb zunächst nicht klar, welches Instrument eigentlich gemeint war.

Ich selbst besitze zwei Aufnahmen dieser Sonate mit einem echten Arpeggione, die mit Gerhart Darmstadt (Arpeggione) und Egino Klepper (Hammerklavier) sowie eine mit Alfred Lessing (Arpeggione) und Jozef de Beenhower (Hammerflügel). Auf beiden CD's finden sich auch einige Stücke, bei denen Arpeggione und (romantische) Gitarre zusammen spielen. Diese beweisen m. E., dass auch diese Instrumente gut zusammen passen.

Mein Freund kann die Sonate sowohl auf dem Cello als auch auf dem Arpeggione spielen, zieht aber den Arpeggione vor. Die Sonate gehört eben quasi zum Repertoire dazu, wenn man diese Instrumente gut spielt.

Zusätzlich besitze ich zwei Aufnahmen, bei denen der Arpeggionepart auf einem Cello gespielt wird: Eine mit Gautier Capucon (Cello) und Frank Braley (Klavier) sowie die mit Jean-Guihen Queyras (Cello) und Alexandre Tharaud.