Franz Schubert (1797 - 1828) http://millie.furman.edu/whisnant/dieromantik/images/musikers/schubert.gif
Geboren: * 31. Januar 1797 am Himmelpfortgrund (Im Bezirk Wiens) Gestorben: † 19. November 1828 in Wien
Symphonie Nr. 9 (8) "Die große C-Dur Symphonie" D.944
" DerReichtum, der hier aufgehäuft lag, machte mich freudenschauernd; wo zuerst hingreifen, wo zuerst aufhören? Die Symphonie kam in Leibzig an, wurde gehört, verstanden, wieder gehört und freudig, beinahe allgemein bewundert "
" Sag' ich es gleich offen: wer diese Symphonie nicht kennt, kennt noch wenig von Schubert..... Bei der Symphonie von Schubert, dem hellen, blühenden, romantischen Leben darin, taucht mir heute die Stadt Wien deutlicher als je wieder auf...... Hier ist, außer meisterlicher musikalischer technik der Komposition, noch Leben in allen Fasern, Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall, schärfster Ausdruck des Einzelnen, und über das Ganze endlich eine Romantik ausgegossen, wie man sie schon anderswoher an Franz Schubert kennt. Und diese himmlische Länge der Symphonie, wie ein dicker Roman in vier Bänden etwa von Jean Paul.....; man müsste die ganze Symphonie abschreiben, um vom novellistischen Charakter, der sie durchweht, einen Begriff zu geben. Nur vom zweiten Satze, der mit so gar rührenden Stimmen zu uns spricht, mag ich nicht ohne ein Wort scheiden. In ihm findet sich eine Stelle, da, wo ein Horn wie aus der Ferne ruft, das scheint mir aus anderer Sphäre herabgekommen zu sein. Hier lauscht alles, als ob ein himmlischer Gast im Orchester herumschliche. Die Symphonie hat denn unter uns gewirkt, wie nach den Beethovschen keine noch...."
(Robert Schumann über "die Große C-Dur Symphonie")
Wahrlich! Schubert steht mit seinen beiden letzten Symphonien hinter denen Beethovens nicht zurrück! Was wäre bloß noch gekommen wenn...... Aber auch so hat er uns in seinem kurzen Leben ein Meisterwerk nach dem anderen hinterlassen. Manchmal glaube ich, dass diese jungen Herren Schubert und Mozart schon im Hinblickauf Ihren frühen Tod vorgearbeitet haben. Bach, Haydn und Beethoven wussten dagegen wohl um ihre Zeit. :D
Da die Symphonie Nr. 6 (kleine C-Dur Symphonie) ebenfalls in C-dur steht, jedoch nicht dieses Außmaß einer Symphonie wie die 9. besitzt wurde die letzte Symphonie Schuberts mit dem Beinahmen "große C-Dur" ausgestattet.
??? Was ich mich immerzu gefragt habe ist: Welche Nummer trägt die Symphonie jetzt eigentlich? 7, 8, oder doch 9? Bei meinen Recherchen bin ich auf folgende Ergebnisse gekommen.
Nach heutigen Ergebnissen, ist die "große C-Dur" - Symphonie Schuberts, die 8.Symphonie. 1849 wurde die "Große C-Dur Symphonie"zum ersten mal gedruckt. In der Nummerierung erhielt sie die Nr 7, da zu der Zeit die "Unvollendete" (heute als die 8. Symphonie Schuberts bekannt) noch nicht gefunden wurde. Diese "Unvollendete" erhielt daher die Nr. 8. Da berichten zufolge jedoch die "Große C-Dur" nach der "Unvollendetet" entstand musste man sich was einfallen lassen. Man gab Ihr später dann die Nr. 9 und stellte an die Stelle 7, die E-Dur Symphonie (D 729), von der jedoch wiederum nur Skizzen vorhanden waren. Ich hoffe Ihr könnt folgen! So, letztendlich nach der neusten Auflage des Deutschverzeichnisses (abgekürzt mit D.) von 1978 wurde dem Verwirrspiel ein ENDE gesetzt. Demnach verschwindet die "Skizzensymphonie" auch genannt "Gmunder-Gasteiner Symphonie" (ehemals Nr. 7) aus dem Zählverzeichnis. An die Stelle der Nr. 7 tritt jetzt die "Unvollendete". An Nr. 8 steht jetzt entgültig die "große C-Dur Symphonie". jedoch wird auch heute noch diese "große C-Dur Symphonie" auf der CD als Nr. 9 angegeben! Desswegen, um Verwirrungen zu umgehen bin ich bei Nr. 9 für "die Große" geblieben. Und ehrlich gesagt: Diese Symphonie wird bei mir immer die 9 bleiben, solange es auf meinen CD's draufsteht! Ich hoffe ich konnte es verständlich erklären.
??? Zu welcher Zeit ist diese Symphonie entstanden ____________________________________________ (Hierzu ein interessanter Auszug aus Wikipedia, welcher ebenfalls unter folgendem link einzusehen ist Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Sinfonie_in_C-Dur_(Schubert) )
Die Entstehungszeit der Großen C-Dur-Sinfonie lag lange Zeit im Dunkeln. Auf der Titelseite des Manuskripts ist die Jahreszahl „1828“ angegeben, Schuberts Todesjahr. Bereits im Jahr 1825 hat Schubert nachweislich in der Sommerfrische in Gmunden und später in Bad Gastein an einer Sinfonie in C-Dur gearbeitet. Diese, auch als „Gmunden-Gasteiner“ bezeichnete Sinfonie, blieb allerdings auch nach jahrzehntelangem Forschen verschollen, so dass sich bald Mythen um das Werk rankten. Erst in den 1970er konnte nachgewiesen werden, dass die Datierung des Autographen ursprünglich 1825 lautete, dann aber auf 1828 geänderte wurde, wohl um die Wiener Gesellschaft der Musikfreunde zu einer Aufführung des neuen Werkes zu bewegen. Diese Aufführung kam allerdings nicht zustande. ____________________________________________
Schuberts Arbeit an der großen C-Dur Symphonie zog sich also über drei Jahre hin (1825 - 1828) und wurde zum Glück noch vor seinem Tode vollendet.
Wie Robert Schumann oben im Zitat bereits angesprochen hat, wurde die Symphonie am 21. März 1839 im Rahmen der Leipziger Gewandhauskonzerte, unter der Leitung Felix Mendelssohn Bartholdy's Uraufgeführt. Und das 11 Jahre nach seinem Tod! Und wie konnte diese Symphonie auf anhieb "Begeistern", auf Anhieb Annerkennung finden, wenn man bedenkt, dass sie in Schuberts letzten Jahren als "unspielbar" abgelehnt wurde? Wie kann das sein? Zudem muss ich sagen, dass ich in dem ein oder anderen Buch las, dass diese Symphonie erst nach und nach Begeisterung nach sich zog, eher langsam...... und an anderer Stelle liest man über "beispiellosen Enthusiasmus" welchen diese Symphonie bei der Uraufführung unter Mendelssohn ausgelöst haben soll. Dieses "letztere" stimmt genau mit Schumanns Worten (oben Zitat) überein.Wenn man seinen Worten glauben schenkt (und dass tu ich wohl eher), dann wurde diese Symphonie begeistert aufgenommen, nicht gerade Überschwänglich gefeiert, aber dennoch alles andere als ein Misserfolg, mit Wohlwollen!
Als Schubert starb und sein Vermögen geschätzt werden sollte, schrieb der Herr der das geschätzt hatte: "Außer einigen alten Noten im Wert von 10 Gulden, hat Schubert nichts hinterlassen". Vor diesem "Schätzer" lag die Große C-Dur Symphonie. Heute liegt die Symphonie in Schuberts Handschrift in einem Panzerschrank aufbewahrt und wird wie ein Schatz bewacht. Der Wert der Originalpartitur liegt Schätzungen zufolge, heute bei etwa einer million Euro. Die Musik ist aber noch viel Wertvoller!
Die Symphonie besteht aus 4. Sätzen
1. Andante - Allegro ma non troppo 2. Andante con moto 3. Scherzo. Allegro vivace - Trio 4. Finale. Allegro vivace
Hier dirigiert Karl Böhm die Wiener Philharmoniker mit der Neunten Symphonie Schuberts, 1973.
FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 1st. MOV. PART 1, BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 1st. MOV. PART 2, BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 2nd. MOV.PART 1 BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 2nd. MOV.PART 2 BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 3rd. MOV.PART 1 BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 3rd. MOV.PART 2 BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 4th. MOV. PART 1, BÖHM FRANZ SCHUBERT SYMPHONY 9 4th. MOV. PART 2, BÖHM
Ist das nicht eine wundervolle Symphonie ? Ich kann mich noch "blass" daran erinnern wann ich zum ersten mal mit dieser Symphonie in Berührung gekommen bin. Es war eine Kassette über Schubert aus der Reihe "Wir entdecken Komponisten", welche den älteren Mitgliedern hier im forum bestimmt bekannt ist, oder? Durch diese Reihe bin ich vielen Komponisten mit Ihrer Musik nahegekommen und bis heute habe ich keine vergleichbare Reihe gefunden, welche die Klassik so interessant gestaltete, besonders für Kinder! In dieser Reihe wurde "grob" über Komponisten und Ihre Werke gesprochen. Als Kind hab ich diese Kassettenreihe geliebt und auch heut hör ich noch gern rein. Unterstützt wurde dieses Hörspiel von Aufnahmen der "Deutschen Grammophon Gesellschaft", damals war es bei der Neunten Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker, 1969. Nochmal zurrück zu Schubert und seiner letzter Symphonie.
In intensiven Kontakt mit dieser Symphonie kam ich dann vor ca. 2 Jahren. Wie so oft in einer Sendung am Samstagabend, heute bekannt als Prisma Musik, auf NDR-Kultur. Mein Vater und ich hörten uns eher zufällig diese Sendung an. Ich kann mich aber noch gut erinnern, dass ich von dieser Musik sofort gefesselt war.
Ich besitze folgende Aufnahmen:
New Yorker Philharmoniker / Leonard Bernstein / 1967 Berliner Philharmoniker / Herbert von Karajan / 1969 Berliner Philharmoniker / Karl Böhm / 1963 Berliner Philharmoniker / Wilhelm Furtwängler / 1952 Cleveland Orchestra / George Szell / 1960
Ich hab an allen 5 Einspielungen nichts ernsthaftes auszusetzten, alle sind wirklich Gute Einspielungen, außer mit der Karajan-Aufnahme hab ich so meine Probleme. Zwei Aufnahmen möchte ich jedoch besonders herrvorheben. Die oben genannten Aufnahmen der Berliner Philharmoniker mit Karl Böhm und Wilhelm Furtwängler. Diese beiden Aufnahmen sind sich garnicht so verschieden. Es sind hauptsächlich die langsamen Tempi, die mich begeistern.
Außer in der Aufnahme mit Wilhelm Furtwängler habe ich die Bläsersolos nie schöner gehört, besonders im zweiten Satz. Sie sind so nahe, so direkt, so klar. Ebenfalls im zweiten Satz hört man stark herraus, dass das Orchester fehlerlos eine Einheit ist, alle spielen wie eine Person. Perfekt! Hier wird teilweise noch langsamer als beim Bömerl gespielt, was ich sehr mag, und wieder ists der zweite Satz. Mir erscheint die Symphonie durch das langsamere Vorgehen viel Intensiver und schöner.
Zu der Karl Böhm-Aufnahme wiederhole ich gern, was ich im Symphonien-Thread geschrieben habe:
Überhaupt klingt Böhms Schubert über alles erhaben: Böhm nimmt langsamere Tempi, ein wenig in die Breite gezogen, ein schwerwiegender Schubert, fern von Leichtigkeit, von überschwang, eher Tragisch. Der Gesamteindruck ist, dass hier ein würdevoller Schubert gespielt wird. Diese Interpretation kommt aus dem Herzen!
Sehr gut in Erinnerung habe ich noch die Neunte unter Sergiu Celibidache und den Münchener Philharmonikern von 1994.
@ teleton Danke für die Szell - Aufnahmen von Schuberts 8 & 9! Szell empfand ich recht zügig und wie von dir schon genannt, straff und streng. Es ist ebenfalls eine gute Alternative, welche ich jedoch den oben genannten (aufgrund des oben beschriebenen) nicht vorziehe.
??? Was für Aufnahmen besitzt Ihr von diesem Werk ??? Welches sind eure Lieblingsaufnahmen, was empfehlt Ihr ??? Wie steht Ihr zu dieser Symphonie ??? Könnt Ihr meine Begeisterung teilen ??? Habt Ihr dem Geschichtlichen Hintergrund etwas hinzuzufügen !!! Lasst alles raus
Mit freundlichem Gruß Daniel :beer
HenningKolf (30.03.2008, 19:29): Vielen Dank für die Fadeneröffnung.
Ich muss gestehen, dass ich mich mit den Schubert´schen Sinfonien (genauso wie mit den Schumann´schen), auch der 9. (bzw. 8.) kaum befasst habe. Szell liegt hier noch irgendwo folienverschweißt herum und Giulinis Einspielung auf (der japanischen) DG habe ich ein oder zweimal gehört. Dass der Funke nicht so recht herübergesprungen ist mag auch an der sicherlich suboptimalen Einspielung Giulinis liegen, gleichwohl drängt es mich nicht zu eiliger weiterer Beschäftigung - vielleicht später einmal. Immerhin weiß ich ja, dass ich dann hier wertvolle Anregungen finde.
vielen Dank für diesen engagierten Beitrag. Ich fürchte, dass ich mich hier Henning anschließen muss. Die Schubertsche Sinfonik steht nicht gerade im Mittelpunkt meines Hörrepertoires, um es mal vorsichtig auszudrücken. (Eine große Ausnahme ist die "Unvollendete".)
Original von daniel5993 ??? Was für Aufnahmen besitzt Ihr von diesem Werk
Ich besitze die von dir genannte Fürtwängler-Aufnahme und die von Roger Norrington mit den London Classical Players.
Original von daniel5993 ??? Welches sind eure Lieblingsaufnahmen, was empfehlt Ihr
Die allerorts als Referenz genannte Fürtwängler-Aufnahme hat sicher ihre Mertien, ich mag aber die dramatische Inszinierung - besonders deutlich z.B. am Ende des ersten Satzes - nicht so sehr (wieder im Gegensatz zur "Unvollendeten"). Wahrscheinlich bin ich hoffungslos HIP-verseucht und suche auch beim späten Schubert eher den durchsichtigen Orchesterklang und das prägnante Spiel (wenig Vibrato, wenig Legato). Deswegen sagt mir Norrington deutlich mehr zu, auch wenn Erbenszähler immer wieder darauf hinweisen, dass sich die London Classical Players einige Unsauberkeiten erlauben.
Original von daniel5993 ??? Wie steht Ihr zu dieser Symphonie ??? Könnt Ihr meine Begeisterung teilen
Leider Nein. Die Sinfonie hat ihren größten Moment im langsamen Satz, als sich Schubert immer mehr in hamonischen Verirrungen verstickt, bis das Ganze in einer dissonanten Ballung hängenbleibt um nach quälend langer Generalpause mit einer wehmütigen Melodie fortzusetzen. Das weist auf Bruckner voraus, aber bei Schubert dauert mir der Anlauf zu lange - meine Gedanken schweifen in der Regel vorher schon ab, die Musik vermag mich nicht zu fesseln. Die Themen im 3. Satz sind mir -mit Verlaub- zu banal und das Finale zu strahlend, auch wenn Konzertführer von "gefährlichen Eintrübungen" und "Doppelbödigkeiten" zu berichten wissen. Man respektiert sich, aber Liebe wird nicht daraus.
Viele Grüße Jochen
teleton (31.03.2008, 11:50): Hallo daniel,
ich muß gestehen das ich mal ähnliche Gedanken (das war aber in den 80er-Jahren) hatte wie sie Dox beschreibt. das lag an der relativen Langatmigkeit im Gesamtaufbau des Werkes, die durch meine damalige Jochum-DG-Platte noch verstärkt wurde.
Erst als ich auf CD Karajan (DG), die du weniger und als problematisch schätzt, hat mir diese Gedanken gehörig ausgetrieben und das war gut. Denn heute sehe ich auch, das Karajan (DG 1969) nicht den wienerischen Schubert - Klang liefert, sondern eine stahlharte straffe Sicht, bei Nichtbeachten der Wiederholungszeichen um den "himmlischen Längen" zu entgehen. Für meinen Geschmack voll angemessen, denn will ich den total wienerischen Schubert hörem??? Nein, ich will einen spannenden Schubert hören. Seltsam, dass Du die Karajan-Aufnahme immer noch als Problematisch empfindest, wo es doch in Deiner Schubert-Kennenlern-Kassette diese Aufnahe war. Die Sinfonie Nr.9 schätze ich inzwischen zusammen mit der Unvollendeten als Schuberts größte Meisterwerke ein.
In den letzten Tagen haben wir uns ja Beide viel mit Schubert und besonders seinen letzten beiden Sinfonien beschäftigt. Dabei ist mir auch aufgefallen, das Karajan in seiner späteren EMI-Aufnahme der Sinfonie nr.9 (in der GA-Box) weit weniger entschlossen ist, für viel bringt er hier sicher einen wienerischeren Ton ein, auch seine Spielzeiten sind ausgewalzter, was mir weniger liegt.
:beer Daher wird auch Szell (SONY) mein ewiger Favorit bleiben. Denn so will ich das Werk hören: Straff, wenig wienerisch, spannend, dramatisch besonders im Schlußsatz.
:) Deine Böhm-Aufnahme (DG1964) finde ich trotz des warmen, bielleicht sogar wienerischen Sounds, rundum voll gelungen. Sie bezieht alle genannten Vorteile mit ein und ist wunderbar präzise - glänzende Berliner PH, wie ich es bereits im Thread Schubert: Sinfonien Nr. 8 und 9 geschrieben habe. Es ist meine dritte TOP-Aufnahme der Sinfonie Nr.9 - Ja - und sie ist spannend !
:) Eine weitere Aufnahme wäre nach Szell, Karajan(beide) und nun Böhm eigendlich nicht mehr nötig. Da ich aber die Unvollendete unbedingt mit Bernstein auf CD haben will, erwarte ich täglich die SONY-Bernstien-CD mit den Sinfonien nr. 8 und 9.
Ich bin gespannt was mich da bei Großen C-Dur erwartet. Das Bernstein mich nicht enttäuschen wird ist nach der bekannten Nr. 5 und 8 klar, aber wie und was, dazu dann nach der Hörsitzung der 9 mehr.
daniel5993 (31.03.2008, 15:14): Hallo teleton,
Seltsam, dass Du die Karajan-Aufnahme immer noch als Problematisch empfindest, wo es doch in Deiner Schubert-Kennenlern-Kassette diese Aufnahe war. ?( Ich weiß auch nicht! Es sind ja nur Kleinigkeiten, aber wenn man noch ein paar mehr Aufnahmen hat, werden diese Kleinigkeiten doch größer. Wenn ich schon die Wahl habe?!
Eine weitere Aufnahme wäre nach Szell, Karajan(beide) und nun Böhm eigendlich nicht mehr nötig. Da ich aber die Unvollendete unbedingt mit Bernstein auf CD haben will, erwarte ich täglich die SONY-Bernstien-CD mit den Sinfonien nr. 8 und 9.
So denk ich auch oft, aber.....aber. Diese Aufnahme von der du da sprichst habe ich auch, der New Yorker Klang ist toll! Eine gute Aufnahme (wie viele andere auch), aber sie ragt nicht in meinen Favouritenkreis rein.
Gruß Daniel
daniel5993 (31.03.2008, 15:25): Hallo Jochen,
Danke für deinen Beitrag!
Wenn wir uns schon nicht bei der Neuten einig sind, so aber bei der "Unvollendeten" :beer (Irgendwas findet man immer)
(Eine große Ausnahme ist die "Unvollendete".)
Man respektiert sich, aber Liebe wird nicht daraus. Na, immerhin! :wink
Gruß Daniel
teleton (06.04.2008, 11:32): Hallo daniel,
meine SONY-Bernstein-CD mit den New Yorker PH ist eingetroffen und ich möchte meine Einfrücke zu der Großen C-Dur, die für mich Branneu ist, wiedergeben:
Klanglich hervorragend ist die Bernstein-Aufnahme (SONY 1967) der Großen C-Dur, deren 20Bit-Remastering Digitalaufnahmenqualitäten aufweist.
Ich kann inzwischen daniels Meinung gut nachvollziehen, warum er die Bernstein-Aufnahme nicht so hoch einschätzt wie Böhm. Bernstein geht scheinbbar über viele Details, die bei Böhm (auch durch das langsamere Tempo) fast total selbstverständlich rüber kommen hinweg. Wer das Werk jedoch kennt, hört diese Details bei genauem hinhören aber auch bei Bernstein.
Beim Hören gefiel mir Bernstein von Satz zu Satz besser: Der erste Satz fängt ziemlich ruhig an, während sich bei Karajan hier schon etwas sagenhaftes andeutet, was einen erwartet, hier noch relative Ruhe. Was dann folgt ist schön durchdacht und hat Energie. Im Finale sind einige Details unterbelichtet und anders gedeutet, als Böhm, Karajan und Szell (hört sich jetzt in Worten schlimmer an als es ist): 13:27Min.
Der zweite Satz hat wunderschöne Momente und Bernstein läßt es auch nicht an Durcchschlagskraft missen (wo erforderlich), doch ist mir der Satz mit 15:13Min etwas zu ausgewalzt. Da ist mir Böhm mit 13:53Min angemessener, Szell mit 13:36 sympatischer und Karajan mit 12:16 perfekt.
Der dritte Satz Scherzo gerlingt Bernstein perfekt mit allem Feuer den er braucht. Die NewYorker Ph sind auch hier bestens disponiert: 10:06.
Genau wie beim vierten Satz, der mit Bernstein total zum Fußwippen anregt und absolut mitreißt: 10:07. Was auffällt ist, das Bernstein das Werk nicht mit der Strenge interprtiert wie Szell und die dramatischen Stellen, wie eine Parodie auf Beethoven klingen. Das dramatische Motiv bääää bääää bääää bääää vor dem Schlußfinale hat bei Bernstein ein anderes Timbre und enthält im Orchestergesamtklang mehr Blechbläser. Dadurch klingt es nicht ganz so dramatisch und streng... packend bleibt es damit und Power hat es trotzdem.
Fazit: :beer Viele Worte die sich Stellenweise schlimmer anhören als es gemeint ist. Eine weitere TOP-Aufnahme mit der alleine man auf ewig zurieden sein könnte. Ich glaube wenn ich Bernstein zuerst gehört hätte, hätte ich keine andere Aufnahme mehr gelten lassen. Sie hat prägende Eigenschaften. So hat die 9 bei mir einen anderen Weg beschritten, der auch nicht schlecht war.
Dr. Schön (20.12.2008, 21:20): Habe mir Schuberts 9te gerade mal wieder angehört, was ich vielleicht viel zu selten tue. Das Werk gehörte auch bei mir zu den frühesten Werken, die ich als Klassikanfänger kennengelernt hatte, nämlich mit einer Gesammtaufnahme der Schubert Sinfonien auf Naxos (ich glaube Michael Halacz?!) . Diese Anschaffung kam mir mit dem festen Vorsatz, mich jetzte mit Klassik befassen zu müssen, recht vernünftig vor. Ich erinnere mich auch noch gut daran. Es war eben die 9te, die zu einem ersten Aha Erlebnis führte, und sie war dann auch lange Zeit neben Beethovens 7ter meine erklärte Lieblingssinfonie. Und heute gehört sie natürlich immernoch in die engere Wahl für diesen Titel.
Dabei sind zwei recht gegensätzliche, historische Aufnahmen meine Favoriten.
Zum einen Wilhelm Furtwängler. Ich liebe allein den Klang dieser Aufnahme sehr. Bei Furtwängler kommt mir das ganze immer vor, als würde er einen großen Teppich aufwerfen und das Orchester kommt mir wie ein Zahnradgetriebe vor, das alles schön hörbar parallel abarbeitet. Dabei wird immer stehts das große Ganze im Auge behalten. Der länderhafte dritte Satz ist in seiner Weitläufigkeit einfach phänomenal eingefangen. Und das Finale, mit seinem Fade-out Charakter, dass immer wenn man denkt, jetzte ist es vorbei sich alles nochmal fängt und die Maschine doch nochmal auf vollen Touren läuft, bis es am Ende fast etwas überreizt ist, ist bei Furtwängler auch wunderbar akzentuiert geraten. Das ist wirklich eine der ganz großen Aufnahmen.
Nicht minder gut gefällt mir Erich Kleibers Kölner Aufnahme. Er ist klassizistischer und dabei wahrscheinlich auch viel idiomatischer als Furtwängler. Neben der Geschlossenheit, die einen nie erdrückt, sind es hier die permanent fließenden Bögen, die einem ständig den Boden von den Füßen zu reisen scheinen, die besonders gut gelungen sind.
Ich höre das zu selten, aber auf der anderen Seite sind das die Hörerlebnisse, von denen ich wirklich lange Zeit zehren kann.
die genannten Aufnahmen von Furtwängler und Erich Kleiber, so gegensätzlich sie auch ausgefallen sind, halte ich auch für ganz wesentliche Beiträge der Diskographie dieser herrlichen Sinfonie. Kürzlich reihte ich folgende CD in meine Sammlung ein, die hier noch nicht erwähnt wurde: ?(
Es handelt sich um einen Konzertmitschnitt des Boston Symphony Orchestra unter Leitung von Pierre Monteux vom 09.09.1956 aus dem Konzertsaal des Tschaikowsky-Konseratoriums in Moskau. Beim Hören wird deutlich, dass Monteux eine genaue Vorstellung des Werkes hat, er vermittelt es als ganzes, er dirigiert nicht an Hand der Partitur von einem Kompostionsabschnitt zum anderen. Weiter wäre zu nennen: eine sehr schöne Einleitung, flexible Tempi, sehr lebendige Aufführung, im Klangbild erstaunlich durchsichtig. Das Moskauer Publikum ließ sich in den Bann von Monteux' Aufführungskunst ziehen und hörte sehr gespannt zu, deshalb nur sehr wenige Publikumsgeräusche, ganz im Gegensatz zu anderen Mitschnitten aus demselben Saal. Eine sehr erfreuliche Veröffentlichung, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Als Ergänzung enthält die CD den 2. Satz - Fetes - der Nocturnes von Debussy mit den New Yorker Philharmonikern, aufgenommen 1944.
Grüße Amadé
kreisler (17.01.2009, 14:38): Diese Symphonie ist mir eine der liebsten Symphonien überhapt. Ich kenne kaum etwas das ich allein schon mit der Einleitung auf einer Ebene setzten will (und das meine ich ganz ernst). Auch wenn ich die Unvollendete jetzt hier beiseite lassen will :)
Ich habe diese Symphonie (im vergleich zu der 8., die ich schon früh mit meinem Vater vierhändig gespielt habe) erst relativ "spät" so richtig für mich entdeckt. Und das ist hauptsächlich der Furtwängler-Aufnahme zu verdanken.
Ursprünglich war es nämlich so, dass ich die 8. immer (und immer noch) als sehr persönliches Meisterwerk betrachtet habe. Diese Symphonie seht mir, auch aufgrund des Klavierauszugs sehr nahe. Die 9. hingegen hatte ich nie richtig kapiert: Die ersten zwei Sätzte fand ich ohne Fage großartig und wiesen für mich auf Bruckner hin. Aber die letzten zwei Sätze passten auf meiner Celibidache Aufnahme (dershalb nicht zu empfehlen) einfach nicht mehr dazu!
Erst bei Frutwänglers flotten Tempi ist mir klar geworden, das Schubert hier nicht so sehr wie in der 8. seine Gefühlswelt ausdrückt, oder auf kommende Generationen schaut, sondern vielmehr sein Lebensziel erfüllt:
Einmal eine große Symphonie zu schreiben, so wie sein Vorbild Beethoven. Eine Symphonie in der er an das Leben und die anderen Menschen spricht. Ich finde in diesem Punkt steht si gar nicht weit von Beethovens 9. Symphonie entfernt. Doch beim Schubert ist halt letztendlich doch alles sehr traurig: Er hat nie eine Aufführung gehört...
teleton (13.10.2009, 12:24): Hallo Daniel,
ich spreche Dich als den Befürworter und Liebhaber der Böhm--DG-Aufnahme mit den Berliner PH direkt an, aber auch alle Anderen sind gefragt.
Ich habe gelesen, dass Böhms - DG- Aufnahme mit der Staatskapelle Dresden noch umwerfender, packender und grandioser sein soll, als die uns bekannte mit den Berliner PH. Sie soll furtwänglerischen Charakter haben.
:hello Kennst Du diese Aufnahme, oder wer kennt diese ?
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B00000E3GC.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg DG, lt.amazon CD von 1987, ADD
Amadé (13.10.2009, 14:48): Hallo teleton und Daniel,
verzeiht, dass ich mich einmische, aber 1987 konnte Böhm weder Noten lesen, noch hören und ganz und gar nicht dirigieren, er war da schon sechs Jahre tot. Die Dresdner Aufnahme der 9. entstand im Januar 1979 nach zwei Konzerten im dortigen Kulturpalast für VEB Deutsche Schallplatten. Auf dem Programm der Konzerte stand auch noch die Unvollendete, die jedoch nicht aufgezeichnet, bzw. bisher veröffentlicht wurde.
Grüße Amadé :hello
teleton (15.10.2009, 10:30): Hallo Amade,
das ist doch keine Einmischung, sondern eine willkommene Teilnahme am Thread. :thanks Danke für das richtige Datum. Ich wuste das tatsächliche Aufnahmedatum der Böhm - Aufnahme aus Dresden nicht und hatte nur die amazon-Angabe (das ist das Erscheinungsjahr der CD) angegeben.
daniel5993 (15.10.2009, 12:29): Original von teleton Hallo Daniel,
ich spreche Dich als den Befürworter und Liebhaber der Böhm--DG-Aufnahme mit den Berliner PH direkt an, aber auch alle Anderen sind gefragt.
Ich habe gelesen, dass Böhms - DG- Aufnahme mit der Staatskapelle Dresden noch umwerfender, packender und grandioser sein soll, als die uns bekannte mit den Berliner PH. Sie soll furtwänglerischen Charakter haben.
:hello Kennst Du diese Aufnahme, oder wer kennt diese ?
http://ec2.images-amazon.com/images/P/B00000E3GC.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg DG, lt.amazon CD von 1987, ADD
Guten Tag Wolfgang,
leider ist mir die Aufnahme nicht bekannt und ich wusste bisher nicht einmal von ihrem existieren. Aber gut zu wissen.......
In schöner Regelmäßigkeit legt Thomas Dausgaard mit dem Schwedischen Kammerorchester CDs mit Klassikern vor, die von der Musikwelt aufgrund ihrer Qualitäten geschätzt werden. Zuletzt waren es alle Schumann-Sinfonien, nun folgt eine CD mit Schuberts letzten beiden Sinfonien. Der erste Satz der 9. wird sehr schnell gespielt, ungefähr im doppelten Tempo wie die Einleitung. Er wirkt auf mich zu leichtgewichtig. Gerade bei den vielen Tonrepetitionen fühle ich mich immer wieder an Rossini erinnert, meine aber, Schubert habe mit seiner 6.Sinfonie nunmehr seine Rossini-Schwärmerei entgültig abgearbeitet und überwunden. Mir wird beim Abhören dieser neuen CD auch hörbar bewusst, dass die 9. keineswegs ein Spätwerk Schuberts ist, wie man jahrzehnte lang glaubte und was die falsche, weil zu späte, Nummerierung im Deutschverzeichnis belegt. Die späten Kammermusikwerke ca. ab dem Streichquartett G-dur D.887 und die späten Klavierwerke, die wahrscheinlich alle nach der Sinfonie entstanden, sprechen jeweils eine persönlichere Sprache, das sind andere Töne, die Schubert da anschlug, womit ich die 9.Sinfonie keineswegs in ihrem musikalischen Wert herabstufen möchte. Man kann den ersten Satz der 9. auch anders aufführen als Dausgaard, jedoch keiner vermag den definitiven Königsweg der Interpretation zu zeigen: Furtwängler – monumental, Klemperer – gemeiselt, B. Walter – liebevoll moduliert. Am anderen Ende steht da Erich Kleiber mit seiner rhythmisch pulsierenden Aufnahme mit den Kölner Rundfunk Sinfonie-Orchester. Die restlichen drei Sätze nähern sich eher bekannten Aufführungsmustern, im vierten flirren die sehr schnellen Achteltriolen der Streicher in der Begleitung und verwandeln sie zeitweise zu einer Klangfläche, ahnte Schubert da bereits den Impressionismus voraus? Schubert - der Fortschrittliche?
Grüße Amadé
CarUso (18.04.2012, 18:22): Hallo alle, dieser thread ist schon etwas betagt, und ich bin ganz neu hier. Ich höre gerade Schuberts 9. mit dem Failoni Orchestra, Michael Halász. Das war so ein Flohmarktschnäppchen für 1 Euro - und ich finde sie überraschend gut. Hat jemand eine Meinung dazu?
Wooster (20.04.2012, 23:47): Original von CarUso Hallo alle, dieser thread ist schon etwas betagt, und ich bin ganz neu hier. Ich höre gerade Schuberts 9. mit dem Failoni Orchestra, Michael Halász. Das war so ein Flohmarktschnäppchen für 1 Euro - und ich finde sie überraschend gut. Hat jemand eine Meinung dazu?
Das ist die Naxos-Aufahme, oder? Ich kenne die besagte CD nicht, besitze aber mit denselben Künstlern Schuberts 4. und das orchestrierte "Grand Duo" D 812, die finde ich auch überraschend gut, obwohl gerade bei Mainstream-Orchestermusik Naxos oft leicht von ähnlich preiswerten Majorlabel-Aufnahmen übertroffen wird.
ab (24.04.2012, 12:03): Original von Amadé http://ecx.images-amazon.com/images/I/61yObnWaFuL._SL500_AA300_.jpg
In schöner Regelmäßigkeit legt Thomas Dausgaard mit dem Schwedischen Kammerorchester CDs mit Klassikern vor, die von der Musikwelt aufgrund ihrer Qualitäten geschätzt werden. Zuletzt waren es alle Schumann-Sinfonien, nun folgt eine CD mit Schuberts letzten beiden Sinfonien. Der erste Satz der 9. wird sehr schnell gespielt, ungefähr im doppelten Tempo wie die Einleitung. Er wirkt auf mich zu leichtgewichtig. Gerade bei den vielen Tonrepetitionen fühle ich mich immer wieder an Rossini erinnert, meine aber, Schubert habe mit seiner 6.Sinfonie nunmehr seine Rossini-Schwärmerei entgültig abgearbeitet und überwunden. Mir wird beim Abhören dieser neuen CD auch hörbar bewusst, dass die 9. keineswegs ein Spätwerk Schuberts ist, wie man jahrzehnte lang glaubte und was die falsche, weil zu späte, Nummerierung im Deutschverzeichnis belegt. Die späten Kammermusikwerke ca. ab dem Streichquartett G-dur D.887 und die späten Klavierwerke, die wahrscheinlich alle nach der Sinfonie entstanden, sprechen jeweils eine persönlichere Sprache, das sind andere Töne, die Schubert da anschlug, womit ich die 9.Sinfonie keineswegs in ihrem musikalischen Wert herabstufen möchte. Man kann den ersten Satz der 9. auch anders aufführen als Dausgaard, jedoch keiner vermag den definitiven Königsweg der Interpretation zu zeigen: Furtwängler – monumental, Klemperer – gemeiselt, B. Walter – liebevoll moduliert. Am anderen Ende steht da Erich Kleiber mit seiner rhythmisch pulsierenden Aufnahme mit den Kölner Rundfunk Sinfonie-Orchester. Die restlichen drei Sätze nähern sich eher bekannten Aufführungsmustern, im vierten flirren die sehr schnellen Achteltriolen der Streicher in der Begleitung und verwandeln sie zeitweise zu einer Klangfläche, ahnte Schubert da bereits den Impressionismus voraus? Schubert - der Fortschrittliche?
Grüße Amadé
1828 hatte nahm Franz Schubert Unterricht im Kontrapunkt bei Simon Sechter. Sechter, später berühmt und bahnbrechend als Musiktheoretiker für seine dreibändige Abhandlung über Kompositionsprinzipien (1853 und 1854), der auch Rufinatscha und später Bruckner unterrichtet hat, hat vielleicht maßgeblich an dieser Entwicklung teilgehabt? Gibt es dazu Studien? Die Große C-Dur Symphnonie kommt mir in macherlei Hinsicht wie eine Vorwegnahme Bruckners vor. :hello
Meine Lieblingaufnahme stammt überigens von Ivan Kertesz http://ecx.images-amazon.com/images/I/413G7G63SZL._SL500_AA300_.jpg
denn leider gibt es keine von Fritz Busch, dessen Beethoven 9. mich erahnen lässt, was wir versäumen, das es nicht auch eine Große C-Dur Schubert von ihm gibt :I
Die 9. mit allen Wiederholungen referiert (62'00), kaum musiziert. Der Dirigent verwechselt Vollständigkeit mit lebendiger Interaktion. Eine der überflüssigsten Aufnahmen dieser großartigen Sinfonie. Im orchestralen Bereich jedoch hohes Niveau.
Gruß Amadé
teleton (14.12.2013, 19:02): Hallo Amade,
ich hätte mich gewundert wenn es anders wäre. In den 90ern hatten wird D.R.Davies als Chefdirigent in Bonn. Deine wenigen Zeilen spiegeln wieder was wir hier erleben musten. Alle waren froh (besonders wegen seinen verrückten Gehaltsvorderungen) als er weg war !
Deshalb sind mir weitere Worte dazu auch keinen Tastaturtipp mehr wert. Schluss von dem Ärgernis !
- Istvan Kertesz /Wiener PH (DEcca): Ich war voriges Jahr und Anfang 2013 für einigen Monaten im Kertesz-Fieber und habe mir wegen meiner Begeisterung für seinen Dvorak vieles weitere seines leider recht knappen Repertoires (wegen seinem frühen Tod) auf CD gegönnt. Dazu gehören Bruckner 4, Brahms-Sinf-GA , mit seinen TOP-Serenaden 1+2 und die von ab abgebildte Schubert-Sinf-GA (Decca).
Die Schubert 9 habe ich dabei auch als positive und sehr schöne augewogene Aufnahme empfunden (auch wenn ich hier anders Ticke als fast alle Anderen und die straffe kurzweilige stahlharte Aufnahme mit Karajan (DG) mein Favorit ist). Kertesz erweist sich auch hier als Vollblutmuisker und legt mit den Wioenern ein fabelhaft gespannte und straffe Int hin, die die sogenannten "himmlischen Länegn" nicht zu breit auszelebriert (was total nicht mein Fall ist !).
*** Eines fand ich ungewöhnlich; für die Gesamtbetrachtung natürlich nicht von Bedeutung): Im Finalschluss lässt er den Schlussakkord decrescendo abklingen, statt hier einen wuchtiges Ende zu zelebrieren, wie die meisten Anderen.
Man höre den präzisen Szell (SONY) dagegen, wie er die Blechbläser dort noch mal mit Schmackes aufspielen lässt - erhebend ... :engel von Karajan (DG) in seiner Hammeraufnahme (meine höchst subjektive Meinung) ganz zu schweigen.
Auch Bernstein mit den New Yorkern (SONY) lässt sich mit einem emotionalen Finalaufbau nicht lumpen und macht es am Ende kraftvoll (ohne decrescendo) knackig knapp.
abendroth (14.12.2013, 22:05): Gerne möchte ich, mit einigen Jahren Verspätung, einen Teil der Ausgangsfragen beantworten. Ich habe 30 Aufnahmen dieses Werks (manche nur in mp3). Man darf daraus schliessen, dass ich dieses Werk sehr schätze, dessen angebliche Längen mich keineswegs stören. Natürlich kann ich bei dieser Menge keine differenzierte Rangordnung aufstellen, aber an der Spitze steht wohl ein Trio gebildet aus Furtwängler 1942 Abendroth (Ende der 40-er oder Beginn der 50-er Jahre) Mengelberg 1942 Es ist mir klar, dass es wahrscheinlich einen etwas bescheuerten Eindruck macht, dass die Aufnahmen, die ich am eindrucksvollsten finde, alle recht alt sind. Die meines Erachtens herausragende Aufnahme ist selbst für 1942 klangtechnisch miserabel - ich meine die Furtwängleraufnahme, die ich der von 1951 deutlich vorziehe. Sie ist selbst für Furtwängler'sche Verhältnisse oft extrem in ihren manchmal sprunghaften Temporückungen an denen sich wohl nur solche Geister stören, die lieber Partituren lesen als Musik hören. Furtwängler ebenbürtig ist als Dirigent Hermann Abendroth, der heute zu Unrecht fast vergessen ist. Nur die französische Tarah scheint sich noch um ihn zu bemühen, nachdem der Versuch von Berlin classics ihn (wieder) im Bewusstsein der Klassikhörer zu etablieren anscheinend vergeblich war. Sehr am Herzen liegen mir auch die beiden Radiomitschnitte in den Thomas Zehetmair das niederländische Radiokamerorkest und das amerikanische St. Pauls Kammerorchester leitet. (Die CD-aufnahme mit der Northern Sinfonietta kenne ich nicht). Von ihm als Dirigenten werden wir hoffentlich noch viel hören. freundliche Grüsse abendroth
Florestan (16.12.2013, 08:42): Original von abendroth
Sie ist selbst für Furtwängler'sche Verhältnisse oft extrem in ihren manchmal sprunghaften Temporückungen an denen sich wohl nur solche Geister stören, die lieber Partituren lesen als Musik hören.
abendroth
Eine merkwürdige Feststellung dies. Als ob es da einen Widerspruch gäbe. Konnte Herr Furtwängler vielleicht ohne eine Partitur des Werkes auskommen? Um ein Werk richtig beurteilen zu können sollte man möglichst auch die Partitur kennen. Denn nur hier offenbart sich die Absicht des Komponisten. Was ein Interpret daraus macht ist eine andere Sache, und hier spielen meistens subjektive Gesichtspunkte beim Hörer eine grosse Rolle. Nur wenn dann z.B. statt eines Allegro ein Andante gespielt wird ist das auch objektiv nicht im Sinne des Komponisten, denn dann hätte er ja gleich Andante geschrieben (allgemeine Feststellung ohne Bezug auf die Furtwängler Einspielung). Mir sind jedenfalls Interpreten suspekt die meinen es besser zu wissen als der Komponist, und sich Freiheiten herausnehmen die dem Werk zuwiderlaufen.
Gruß Florestan
abendroth (16.12.2013, 10:56): Hallo Florestan, nein, natürlich meine ich nicht, Dr. Furtwängler hätte das Werk aufführen können ohne einen Blick in die Partitur zu werfen. Was mich manchmal stört ist ein Hinweis, dies oder jenes stehe nicht in der Partitur. Ich denke dabei u.a. an rubati. Rubati sind der Atem der Musik. Häufig kommt es vor, dass ein Tempo, etwa bei einem melodischen Seitenthema zurückgenommen wird und später wieder etwas Gas gegeben wird. So etwas halten viele Leute heute für verpönt, weil es halt nicht in der Partitur steht. Ich glaube nicht, dass daraus folgt, der Komponist wolle es keinesfalls so aufgeführt haben. Mahler war z.B. mit Mengelbergs Aufführungen seiner Werke sehr zufrieden. Wenn Mengelberg die 4. spielt, dann beginnt das aussergewöhnlich zögerlich, wie wenn eine schwere Person aus einem tiefen Sessel aufsteht und erst nach ein paar Sekunden ein konstantes Schritttempo findet. Das steht gewiss nicht in der Partitur. ähnliches gilt für die Zurücknahme des Tempos am Ende eines Werkes, portamenti, etc. Aufführungen, bei denen an den Tempi strikt metronomisch festgehalten wird, wirken auf mich häufig seelenlos.
Florestan (16.12.2013, 18:17): Original von abendroth
Aufführungen, bei denen an den Tempi strikt metronomisch festgehalten wird, wirken auf mich häufig seelenlos.
Hallo Abendroth
Da sind wir einer Meinung. Der Komponist lässt ja häufig Spielräume für den Interpreten offen. Es gibt ja auch genügend Beispiele, wo ein Komponist das Werk nach öffentlicher Aufführung umgearbeitet hat. Das ständige herumfeilen eines Bruckner ist ja in dieser Hinsicht legendär. Mahler hat seine Sinfonien auch nachträglich verändert. Insofern kann es schon sein, dass er eine Version (z.B. von Mengelberg) gut fand in welcher der Interpret einen teilweise anderen Ansatz gewählt hat, obwohl er ja ansonsten sehr akribische Anweisungen in die Partitur geschrieben hat. Aber so ein Schöpfungsprozess ist ja etwas lebendiges. Schubert hat seine grosse C-Dur Sinfonie leider nie öffentlich gehört, war aber auch nicht dafür bekannt, nachträgliche Änderungen vorgenommen zu haben. Insbesondere in seinen letzten beiden Lebensjahren hat er ja wie im Rausch komponiert, das aber perfekt, so dass man eingentlich nichts hinzufügen müsste. So lange eine Interpretation in sich schlüssig und nicht beliebig wirkt ist auch gegen einen unkonventionellen Interpretationsansatz nichts einzuwenden. Das ist häufig eine Frage der Stilsicherheit, und die besitzen eigentlich alle grossen Dirigenten.
Die Aufnahme der 9. Sinfonie mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Joseph Krips stammt aus dem Jahre 1958, ich besaß sie einst auch als LP. Krips' Auffassung ist genau das Gegenteil von Szell, Furtwängler und Kleiber. Obwohl die Dramatik nicht zu kurz kommt, wird hier doch bewusst nuanciert musiziert, was vor allem den Holzbläsern sehr entgegenkommt. Nicht nur als Alternative zu den Genannten ist sie sehr zu empfehlen.
Gruß Amadé
palestrina (05.03.2016, 13:33): Heute das erstemal gehört ,bin ich sehr beeindruckt von Immerseels Lesart der Großen C Dur ,
das ganze ist eine sehr flüssige Angelegenheit von Satz 1-4 und natürlich mit allen Wiederholungen eine Rundum sehr gelungene Einspielung , die mir mehr als nur gefällt ,aber man sollte alte Hörgewohnheiten auch versuchen abzulegen ! Sie stösst aber nicht meine Lieblings Aufnahme vom Podest ,das ist die Aufnahme von J.Tate und den Dresdnern !!!
Ich höre mir auch keine 8 (9) mehr an in der die Wiederholungen ausgelassen sind ,das ist für mich mittlerweile zur Manie geworden ,denn das gehört einfach dazu ,sonst ist die Sinfonie nicht vollständig ! Teleton und andere werden mich jetzt bestimmt steinigen,aber die Karajan 8te s.o. ist für mich sowas von unerträglich ,das es in meinen Ohren nur Lärm ist (und auch noch ohne Wiederholungen ) X( !
LG palestrina
xarddam (01.12.2020, 16:15): Hallo zusammen, ich möchte das thema mal wieder aufleben lassen. Per Zufall bin ich bei youtube auf ein ganz neues Konzert gestossen, wo diese Sinfonie gespielt wurde.
www.youtube.com/watch?v=4TJMT8v-8lc
Das Konzert ist vom letzten Samstag (28. November 2020) Es spielte das Konzerthausorchester Berlin, unter der Leitung der Dirigentin Joana Mallwitz.
Was mir besonders gut gefallen hat, war die ca. 1/2 stündige Einführung der Dirigentin in das Werk. Das war richting informativ und auch sehr sympathisch und anschaulich rübergebracht. Gerade für Menschen wie mich, die jetzt nicht so viele Sinfonien "auswendig" kennen; sehr hilfreich.
Und dann die Sinfonie an sich gespielt. Ich bin jetzt nicht der Spezialist, der beurteilen kann, ob alle Tempi auf den Punkt waren, oder sonst irgendwelche kleine oder grössere Schnitzer drinne waren.