Schweigt stille - Das leise Sommerrätsel 2012

Rideamus (29.06.2012, 17:16):
Obwohl die letzten Rätsel hier keine besonders große Beteiligung mehr hervorriefen, möchte ich doch den Ermunterungen einiger Ratefreunde nachgeben und auch in diesem Jahr wieder ein Sommerrätsel einstellen. Diesmal geht es aber nicht um Sommernächte, Reise- oder Badefreuden, sondern um etwas, das paradoxerweise genau das Gegenteil von Musik ist (Werke von John Cage u. ä. einmal ausgenommen), nämlich Stille, Ruhe, silence, silenzio… was auch immer zu diesem besonderen Zustand gehört, den wir heutzutage viel zu selten erleben können.

Gefragt sind also Werke des klassischen Kanons zum Lob der Stille. Das bezieht sich natürlich immer nur auf eine bestimmte Text- oder Titelzeile, die durch eine mehr oder weniger bekannte Musik illustriert wird. Der Zweck der Übung ist natürlich auch diesmal, Euch auf Musikstücke hinzuweisen, die manchmal nahe liegen, zuweilen auch ziemlich unbekannt, aber immer höchst lohnend sind, wie Ihr aus den YouTube-Beispielen erkennen werdet, die ich für meine Lösungen herausgesucht habe. Aber genug der Vorrede.

Die Spielregeln sind dieselben wie zuletzt immer: ich werde jeden Tag eine neue Frage einstellen, die in irgendeiner Form mit leisen Tönen oder vollkommener Stille zu tun hat. Die Lösung besteht, wo nicht anders spezifiziert, aus dem Namen des erfragten Werkes und seines bzw. seiner Komponisten. Diese Namen enthalten einen bestimmten Buchstaben, aus denen sich, richtig sortiert, das finale Lösungswort ergibt, das wiederum einen weisen Spruches zum Thema Stille beinhaltet.
Jede vollständig richtige Lösung bringt einen Punkt, ebenso jeder der ersten fünf Tipps pro Frage

Lösungen können während der Gesamtlaufzeit des Rätsels bis zur Veröffentlichung der ersten Antwort per PN oder Email an mich (rideamus@email.de) vorgeschlagen werden. Bitte stellt sie aber nicht in diesem Thread ein. Eure Mitrater und ich werden aber für jeden Tipp zur Lösung dankbar sein, den Ihr nach einer Bestätigung der richtigen Antwort durch mich hier einstellen dürft und solltet. Gleiches gilt auch für Rückfragen aller Art.

So. Und nun schweigt stille, plaudert nicht, und leset, was fortan in Sicht.
Das war noch keine Frage, hätte aber eine werden können.
Die erste richtige Frage ist diese hier:

Frage 1
Einer der kürzeren Texte dieses Rätsels ist auch einer der nächstliegenden Kandidaten dafür, schildert er doch ein Schweigen, das noch ruhiger ist als eine Schneelandschaft und selbst die entlegenen Sterne. Wüsste doch nur eine/r, wie wohl dem Erzähler bei dessen Schilderung ist.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistennachnamens

:hello Rideamus
Heike (29.06.2012, 17:30):
Tipp zu 1
Nahebei gibt es auch spukige Gespräche eines Mannes zu Pferde im Wald, aber es ist nicht der Erlkönig.
Heike
Rideamus (30.06.2012, 09:39):
Na, das fing doch schon mal gut an, und es freut mich, dass Ihr Euch auch im Kreis der Lieder und Dörfern mit Eichen statt Linden vor dem Tore so gut auskennt. Nun begeben wir uns aber doch zur Oper, und zwar mit der Frage 2 von 16 plus 1. Dazu passt, dass Ihr diesmal gleich zwei Werke und Komponisten erkennen sollt:

Frage 2

Alles hat zwei Seiten. Nicht nur Liebende, auch Verschwörer haben guten Grund, leise zu sein. Das wussten auch zwei sehr verschiedene Komponisten, die in ihrer jeweiligen Sprache in zwei sehr verschiedenen Werken dieselben Worte benutzten. Beide Male soll eine Frau verkuppelt werden. Beim einen in eine Mischehe, beim anderen in eine soziale Mesalliance.

Gesucht wird der mehrfach wiederholte Vokal der beiden Wörter, die in verschiedenen Sprachen das Gleiche bedeuten.

:hello Rideamus
Severina (30.06.2012, 19:21):
Mein Tipp:

Die eine Frau hat keinen Vater, die andere keine Mutter, und die verbleibenden Elternteile erweisen sich als nicht sonderlich hilfreich bei der Lebensbewältigung. Dafür dürsten sie nach Rache!

lg Severina :hello
Rideamus (01.07.2012, 09:44):
Ja, es ist heiß, aber ich freue mich mit denen, welche die überraschend schwere zweite Frage schon lösen konnten. Es werden aber bestimmt noch mehr, denn sie alle werden es ein wenig leichter mit dieser haben, die sich um dasselbe Wort dreht:

Der Ideenreichtum mancher Komponisten kennt keine Grenzen. So ist es auch bei diesem, der in zwei recht verschiedenen Libretti zweier Autoren fast genau dieselbe Aufforderung zu einem leisen Verhalten vorfand, darauf aber zwei durchaus verschiedene Ensembles komponierte.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistenvornamens

:hello Rideamus
Severina (01.07.2012, 13:28):
Mein Tipp:
Beide Helden benötigen zur Eroberung ihrer Traumfrau einen Helfer - beim einen ist's ein Schlitzohr, beim anderen ein Philosoph!
lg Severina :hello
Fairy Queen (01.07.2012, 15:33):
Ich habe im Vorübergehen Nummer 1 und 2 offenbar richtig gelöst und darf deshalb nun auch tippsen:

Bei der Nummmer 1 bin ich sozusagen Spezialistin udn musste die Frage nur überlesen um schon die Antwort zu wissen- solche Rätsel lob ich mir. Es war schon spät aber nicht kalt und eine wunderbare Sommernacht. In solchen Nâchten kommt in der Fremde und fern der Heimat Wehmut und Sehnscuht nach dem lieben deutschen Wald, den Burgen und dem Rhein aus den zwielicheitgen Tiefen der Seele nach oben.

Was die Nummer zwei angeht, hat mcih Sevis Supertipp sofort zur Lôsung gebracht: Zwei sehr bekannte Opern und zwei stille Situationen, die Beide fatal für die Schleciher bzw Lauscher enden. In der ersten Oper ist der Normalzuschauer eher froh über das fatale Ende der stillen Truppe in der Zweiten Oper leidet man dagegen mit den armen verratenen "Stillen" mit.
F.Q.

Bei der drei steh ich noch auf der Leitung und hoffe auf weitere Tipps.
Severina (01.07.2012, 15:36):
Liebe Fairy,
beim Komponisten aus Nr. 3 sollte Dir etwas schwanen! (nein, es ist nicht der aus Bayreuth :wink)
lg Sevi :hello
Fairy Queen (01.07.2012, 15:45):
Danke lieibe Sevi, und ja, mir schwant, das Flüster und Wegschlecihtrio des Nicht-Lohengrinfahrzeug-Komponisten hab ich erraten, aber ich verstehe nicht, was bzw wer der zweite Teil der Frage sein soll...... es ist doch von zwei Werken die rede oder ?
F.Q.
Heike (01.07.2012, 15:50):
Tipps:
Nr. 2 Beide Komponisten haben bekannte Requien geschrieben.
Nr. 3 Der eine Komponist aus Nr. 2 wollte eigentlich dem Komponisten aus Nr. 3 ein Requiem widmen.
Heike
Severina (01.07.2012, 15:54):
Liebe Fairy, So ist es, und der Held des zweiten Werkes desselben Komponisten startet mit beinahe den gleichen vier Wörtern zu seiner großen Arie, Du musst nur einen Vokal austauschen! (ach ja: Dem Helden ist eben seine Angebetete abhanden gekommen! (Und der Mezzo des zweiten Werkes singt eine Arie des Tenors aus dem ersten!)

lg Sevi :hello
Rideamus (02.07.2012, 08:41):
Wieder ein Gattungswechsel. Das Wetter orientiert sich anscheinend an diesem Rätsel


Und noch einmal geht es um zwei Werke zweier Komponisten. Diese haben nicht nur dieselbe zweiteilige Vorlage, sondern auch denselben, fast lautlosen Titel. Allerdings wird die eine Variante auch gesungen und die andere nur gespielt. Ein großes Orchester brauchen aber beide. Zu Beginn und am Ende herrscht dort tiefe Stille. Seltsamerweise fehlt diesmal der Sturm dazwischen.


Gesucht werden die beiden Komponisten, der Werktitel und insbesondere der einzige Konsonant, der im Titel viermal vorkommt.

:hello Rideamus
Heike (02.07.2012, 13:15):
Tipp zu 4
Ein berühmter englischer Komponist zitierte ein Thema aus dem gespielten Werk in seinen rätselhaften Variationen.
Heike
Severina (02.07.2012, 19:41):
Mein Tipp zu 4:

Der Komponist des "stimmlosen" Werks ist dafür glücklicher als der andere, und ich wäre überglücklich, könnte ich mich angesichts der in Wien herrschenden Tropentemperaturen dort aufhalten, wo diese Stille herrscht!

lg Sevi :hello
Fairy Queen (02.07.2012, 21:24):
Ich steh leider voll auf der Pipeline..... kein blasser Schimmer... warte also auf bessere Zeiten. Hier ist es übrigens nicht tropisch. Britisches Klima, angenehm im Sommer und sehr rosenfreundlich-- mein Garten ist der reine Rosen-Eden.
F.Q.
Heike (02.07.2012, 21:27):
Liebe Fairy,
ich glaube, du hast ein Faible für die Schwester des einen Komponisten, dessen Werk hier u.a. gesucht ist.
Heike
Severina (02.07.2012, 21:37):
Liebe Fairy,
der glückliche Komponist hat auch ein Stück geschrieben, zu dem gerade Du eine besondere Beziehung haben müsstest....

lg Sevi :hello, sich gerade auflösend (Wien war gestern die heißeste europäische Stadt, in Madrid z.B. war's mit 13 ° weniger vergleichsweise kalt)
Rideamus (03.07.2012, 07:50):
Das Rätsel ist wohl entschieden zu leicht. Gestern hat mir sogar schon jemand das richtige Lösungswort angeboten. Trotzdem kann noch jeder einsteigen, der will. Zur weiteren Ermutigung gebe ich hiermit die ersten vier Lösungsbuchstaben bekannt:

1. S
2. I
3. G
4. L

Und nun zur besonders leichten, fünften Frage:

In der Oper können die merkwürdigsten Dinge leise sein. Bei diesem, sonst eher für Lautes bekannten, Komponisten ist es zum Beispiel ein Ofen. Und das nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit.

Gesucht wird der erste Buchstabe des im Werktitel erwähnten Ortsnamens


:hello Rideamus
Billy Budd (03.07.2012, 11:37):
Mein Tipp:

Dem Komponisten ist es gelungen, die gesuchte Stadt unverwechselbar zu charakterisieren.

Billy :hello
Heike (03.07.2012, 11:37):
Nr. 5:
Jetzt ist Grillsaison. Das "Weltgenusserbe Bayern" wurde im Juli 2010 von der EU-Kommission als bundesweit einziges Absatzförderungsprogramm genehmigt. Ob die besagten "Städter" das nötig haben, dazuzugehören?
Severina (03.07.2012, 12:06):
Lieber als an die Oper denke ich in Zusammenhang mit der gesuchten Stadt an etwas Süßes!

lg Sevi :hello
Rideamus (03.07.2012, 12:46):
Original von Severina
Lieber als an die Oper denke ich in Zusammenhang mit der gesuchten Stadt an etwas Süßes!

lg Sevi :hello

Das aber wohl auch eher zur Winterszeit, denke ich.

Zur Zeit schmecken die nämlich noch gar nicht - oder har nicht mehr.

:hello Rideamus
Fairy Queen (04.07.2012, 08:59):
Also mir fällt auf Anhieb und beim ersten Lesen hier gar ncihts ein- von wegen zu leciht! :A Dabei ist Stille ein serh willkommenes Thema für mich.
Ich melde mich wieder wenn ich nochmal Erleuchtungen haben sollte und lese bis dahin weiter eure Tipps und Rideamus Fragen.

F.Q.
Rideamus (04.07.2012, 09:51):
Liebe Fairy,

lass es Dich nicht verdrießen. Schöne Musik gibt es halt auch bei ungeliebten Gattungen und Komponisten, wobei Ersteres eher für die Nr. 4 und Letzteres nur für die Nr. 5 zutreffen dürfte. Von Nr. 6 gibt es sogar eine Aufnahme mit Natalie Dessay

Nicht nur in der Oper wird gesungen. Auch der Gesang anderer Gattungen kann deutlich machen, dass Schweigsamkeit höchst beredt sein kann. Die heftigsten Stoßseufzer und die wirkungsvollsten Klagen sind eben nicht immer die lautesten.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens

:hello Rideamus
Heike (04.07.2012, 11:21):
Tipp zu 6
Neben der gesuchten Da-capo-Arie für Sopran werden in dem Werk zwar keine Bäche von Tränen vergossen, aber doch ziemlich viele.

Heike

P.s. Tipp zu 5 für Fairy:
Die aus der Stadt im Werktitel Gesuchten können etwas Bestimmtes genauso meisterlich wie Du!
Severina (04.07.2012, 16:48):
Tipp zu 6:

gestern das Meer, heute der ........., und das bei dieser Hitzewelle - Rideamus dürfte nicht ganz frei von sadistischen Anwandlungen sein :wink!

lg Severina :hello
Rideamus (04.07.2012, 17:38):
Rideamus mag zwar die FroSch, ist aber keiner und hatte deshalb keine Ahnung, wie das Wetter in Wien sein würde, als er die Fragen erdachte. Aber sei beruhigt. Auf's Wasser gehen wir nur noch einmal in diesem Rätsel. Kühl wird's da aber auch nicht sein.

:hello Rideamus
Rideamus (05.07.2012, 09:17):
Ein Ensemble des hier gesuchten Werkes schließt mit der Bemerkung ab, dass jemand einen Engel durch die Stille schweben fühlt. Gleich danach bricht allerdings die Hölle los, denn dann kommen Opernsänger.
Wir suchen jedoch den Schluss dieses sehr passend betitelten Werkes, in dem das Hohelied der Ruhe gesungen wird.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistennamens

:hello Rideamus
Heike (05.07.2012, 11:02):
Tipp zu 7.
Dieses Werk darf bei diesem Thema natürlich nicht fehlen.
Der Librettist war ein berühmter österreichischer Schriftsteller und ist heute vor allem für seine meist tragisch endenden Novellen bekannt.
Severina (05.07.2012, 17:38):
Tipp zu 7:

So hätten's manche Männer halt gerne, zumindest der von mir sehr ungeliebte Komponist!

lg Severina :hello
Rideamus (06.07.2012, 10:41):
Nini Rossos kitschiger Hit IL SILENZIO und Bert Kaempferts Oldie UNSER WUNDERLAND BEI NACHT nutzen eine Trompete zur Illustration einer ruhigen Nachtlandschaft. Inspiriert wurden sie vielleicht von einem Werk der modernen Klassik, dessen wiederum wohl eine unbeantwortete Frage eines Landsmannes im Kopf hatte, deren Nennung hier einen Extrapunkt bringt.

Gesucht werden der Komponist des modernen Klassikers, der Werktitel und insbesondere dessen fünfter Buchstabe

:hello Rideamus
Severina (06.07.2012, 13:20):
Hiiilfe! Bin zum ersten Mal ohne den schimmer einer Ahnung ?( ?( ?( (Und zum Denken ist es viel zu heiß.....)

lg Severina :hello
Heike (06.07.2012, 13:37):
für Sevi, leider aber noch unbestätigt:

http://www.youtube.com/watch?v=HvXYcQQD1Hc
Das ist nicht das gesuchte Werk, aber es führt in die Richtung seines Ursprunges.

P.s. jetzt auch bestätigt
Severina (06.07.2012, 13:52):
O Gott, das ist aber überhaupt nicht meine Spielwiese!!!
lg Sevi :hello
Rideamus (06.07.2012, 13:53):
Die Bestätigung kann erfolgen, aber wer den Tipp in Richtung Popmusik interpretierte, begäbe sich auf einen Holzweg.

Wir hatten den Komponisten schon früher mal. Da ging es um die Frage "Frühling" oder "Quelle"

:hello Rideamus
Heike (06.07.2012, 13:55):
Nein, nicht Poipmusik, aber man beachte, wo ein gewisses "Bläsersignal für den Normalbürger" ursprünglich herkommt.
Heike
Severina (06.07.2012, 14:02):
Das Verrückte ist, dass ich zwar glaube, den Extrapunkt zu haben, aber bei der hauptfrage stehe ich völlig auf der Leitung!

lg Sevi :hello, die jetzt einmal ein Eis löffelt, vielleicht bringt das dem Gehirn die nötige Kühlung....

PS: Schätze, das Eis hat geholfen - ich harre noch der Bestätigung!
Rideamus (06.07.2012, 16:08):
Inzwischen hat es Sevi bei dieser Frage ganz geschafft (vorbehaltlich ihres noch ausstehenden Tipps) und auch noch einen Fehler von mir aufgedeckt. Ganz ohne schaffe ich es halt nie. Der gesuchte Buchstabe, ist nämlich nicht der fünfte, sondern der vierte des Werktitels

Sorry :I Rideamus
Severina (06.07.2012, 17:27):
Tipp zu 8:

In Wien geht gerade ein Gewitter herunter, also ist es alles andere als das Gesuchte!

lg Sevi :hello
Rideamus (07.07.2012, 09:32):
Wie wir einer grandiosen Baritonarie entnehmen können, kann Stille nicht nur beruhigen, sondern auch das Gegenteil bewirken und in einem Maße beunruhigen, das zur Totenstille führt. Jedenfalls entnehmen wir das diesem Werk, das uns mitten in der Großstadt wieder einmal auf schwankenden Boden führt. Gesucht wird der zweifach aufscheinende Konsonant im Komponistennamen
:hello Rideamus
Fairy Queen (07.07.2012, 19:31):
Ich hinke zwar total hinterher, aber dank der Tipps hatte ich zwei Erleuchtungen zu Nummer 6 und 7. Falls jemand noch die Lösung suchen sollte: Beide Werke haben nciht das Geringste miteinander zu tun weder in Epochen, noch Genre noch Kompositions-Stil. Aber eine von mir hochverehrte frz. Sopranistin, deren Stern leider sinkt, hat in beiden Werken gesungen. Komponist Nummer 1 hat einen Logenplatz in meinem Komponistenhimmel und Komponist von Nummer 7 nichtmal einen Stehplatz (bin da wiedermal gazn mit Sevi konform).
Von 8 und 9 fehlt mir im Moment aber jeder Schimmer..... Gewittern tut's hier auch dauernd aber viel schlimmer ist die unerträgliche Schwüle dazwischen.
Grüsse aus der Ferne
F.Q.
Severina (07.07.2012, 19:39):
Liebe Fairy,

bei 9 bin ich auch völlig schimmerlos (und bei der Hitze auch zu faul zum Googeln), für 8 musst Du den Kontinent wechseln und dann noch einmal alle die inzwischen eingegangenen Tipps verinnerlichen. Thomas Hampson hat sich für diesen Komponisten sehr stark gemacht und eine CD aufgenommen, die auch den gesuchten Titel enthält!!

lg Sevi :hello
Heike (07.07.2012, 22:39):
Ich hab leider auch keine Ahnung zu 9. :(
Heike
Severina (07.07.2012, 23:06):
Bei mir schimmert es schon sehr stark, aber ich warte noch auf die Bestätigung unseres Rätselmeisters!

lg Sevi :hello
Rideamus (07.07.2012, 23:36):
Die ruhige Landschaft der 8 ist eine Stadt und ihr Komponist war schon mal in einem Rätsel dabei. Er hat was von Moses' Bruder und mit CH wäre er ein Fährmann.

9 sollte mindestens den Opernfreunden unter Euch eigentlich leichter fallen. aber ich decke lieber den Mantel des Schweigens über weitere Hinweise, sonst würde es zu leicht.

:hello Rideamus
Severina (08.07.2012, 00:00):
Es hat richtig geschimmert, also darf ich :D:

Unter Rideamus' Mantel des Schweigens sind alle Dinge 3!

lg Sevi :hello
Heike (08.07.2012, 00:12):
Zu 9
Man, da war ich aber blind wie ein Maulwurf! Zumal ich 1 von 3 dieses Jahr gesehen habe und den Rest mehrfach gehört.
Zwar noch unbestätigt, aber das ist ein tierischer Tip.
Heike

p.s. jetzt auch bestätigt
Rideamus (08.07.2012, 08:41):
Aus der lauten Großstadt im Westen wechseln wir in einen ruhigen Wald des Ostens. Jedenfalls behauptet das der ursprüngliche deutsche Titel, unter dem das Werk zunächst veröffentlicht wurde, obwohl der Originaltitel lediglich von Ruhe spricht. Der Komponist schrieb es zunächst als Teil eines Zyklus bewaldeter Impressionen für vierhändiges Klavier, fertigte später aber auch Fassungen für Cello mit Klavier- oder Orchesterbegleitung an.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des originalen Titels dieser Episode.

:hello Rideamus
Severina (08.07.2012, 11:34):
Mein Tipp zu 10:

Der gesuchte Komponist konnte auch dem Kontinent in Frage 9 einiges abgewinnen!

Und ein Spezialtipp für Mitleser aus Capriccio: Einer aus Euren Reihen hat das gesuchte Stück sogar schon auf CD eingespielt!

lg Sevi :hello
Heike (08.07.2012, 12:13):
10

Der Komponist schrieb noch eine andere, viel bekanntere Klaviermusik-Sammlung zu 4 Händen, die aber gar nichts von Ruhe in sich hat, sondern die geforderte Bewegung schon im Titel trägt. Das wurde übrigens ebenfalls später orchestriert.
Heike
Rideamus (09.07.2012, 09:19):
Wir bleiben inmitten grüner Landschaften, in denen es auch sehr unheimlich zugehen kann, wie an anderer Stelle des Werkes gezeigt wird. Hier aber gilt unsere Aufmerksamkeit einer fast lautlosen, frommen Melodie, die zum Himmel aufsteigt

Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Nachnamens des Komponisten

:hello Rideamus
Severina (09.07.2012, 10:54):
Mein Tipp zu 11:

Der arme Heinrich Heine fühlte sich vom Gassenhauer dieses Werkes regelrecht verfolgt!

lg Severina :hello
Fairy Queen (09.07.2012, 16:48):
Das ist ja mal eine Frage, die ich ganz ohne Tipps und auf Anhieb beantworten kann. :leb
Falls meine Lösung richtgi ist, gibt's auch Tipps die weniger literarisch und mehr "populär" sind als der von Sevi. Ich bin allerdings von Mittwoch bis Samstag in Bayern und kann solange nicht mehr mitraten. Hoffe, dass ihr so gute Tipps angeben werdet, dass es auch für Leute, die nicht lange per google suchen kônnen, machbar bleibt. Liebe Sommergrüsse an nah und fern

F.Q.
Rideamus (10.07.2012, 07:57):
Fairys Lösung war natürlich richtig, un d sicher hat sie auch mit dieser Frage kaum Probleme. Das sollte Euch anderen auch so gehen.

Ein Gott verspricht einem Künstler, dass er über einen Verlust hinweg kommt, wenn er sich schweigend fügt. Aber wir wissen ja schon, dass Stille beunruhigt und diese Unruhe schlimme Folgen haben kann. So auch hier.

Gesucht wird wieder einmal der Anfangsbuchstabe des Komponisten sowie der Titel der Arie, der sie in dieses Rätsel bringt.


:hello Rideamus
Fairy Queen (10.07.2012, 09:17):
Na dann kommt hier nun mein Tipps zur Nummer 11, die wirklich jeder deutsche Opernfreund kennen sollte; Es gibt sogar eine interessante frz. Version dieses Werks aber eigentlich zählt es als die Inkarnation deutschen Operngeistes schlechthin. Trotz einiger schöner Ohrwürmer bin ich froh, dass es Regietheater gibt, denn ohne dieses, das in den letzten Jahrzehnten serh spannende Versionen geliefert hat, würde ich mir das Werk eher ungern ansehen. Die gesuchte leise und fromme Arie ist allerdings auch für sich genommen immer ein Genuss. Die Frage von heute habe ich auch sofort gewusst, da ich das gesuchte Stück schon selbst gesungen habe. Die Antwort ist zwar noch nciht bestätigt, aber dieser Tipp sollte für die Mitrater zumindest die Stimmkategorie schon stark eingrenzen. :D

F.Q., die froh ist, dass in diesem Rätsel auch ein blindes Huhn seine Körnchen findet :engel
Fairy Queen (10.07.2012, 12:20):
Noch ein Tipp für Nummer 12, denn meine Lösung war richtig: der Held dieses Werkes, ist eine Personifizierung unserer liebsten Kunst geworden. Aber auch berühmte Vertreter anderer Künste haben sich seiner auf kunstvollste Weise angenommen und ihm Bilder, Sonette und andere Werke gewidmet. Das hier gesuchte Stück singt aber nicht er sondern einer dessen Schicksal wesentlich amüsanter ist. :engel

F.Q.

Ich hab von MrRiddel schon alle Fragen für die Reise bekommen :haha
und darf mir morgen abend im Flieger in aller Stille den Kopf zerbrechen. Eure Tipps werde ih aber gewiss brauchen, also lasst mich Samstag nciht im Stich!
Heike (10.07.2012, 18:29):
So, nachdem seit gestern nun mein Urlaub vorbei ist und die Arbeit sich wieder stapelt, kann ich endlich abends auch die noch fehlenden Tipps beisteuern:

11 in dem Werk dreht es sich um kleine Projektile und ob die ins Ziel treffen

12 der gesuchte Gott ist noch gar nicht erwachsen und kommt doch schon meist mit Waffen daher, aber mit anderen als in Nr. 11

Heike
Rideamus (11.07.2012, 09:25):

Dass Staaten ihre Bürger abhören wollen, hat bereits eine so lange Tradition, dass die Aufforderung, leise zu sein, weil man abgehört wird, schon in eine der großen Opern des Repertoires vielstimmigen Eingang gefunden hat.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Werktitels

:hello Rideamus
Heike (11.07.2012, 16:27):
Ich hab keine Ahnung heute und brauche wohl ein paar Holzhammertipps :-)
Heike
Severina (11.07.2012, 16:35):
Aber bitte, gern:

Tipp zu 13:

Ein eher unerfreulicher Typ in dieser Oper heißt genauso wie der ebenso unerfreuliche Eroberer einer südamerikanischen Hochkultur!

lg Sevi :hello
Heike (11.07.2012, 16:41):
*kopfklatsch* und danke!
Heike (12.07.2012, 08:13):
Nr. 13: Der große Komponist ist viel bekannter für seine bedeutenden Beiträge zu Genres ohne Gesang. Allerdings wird in seiner letzten Sinfonie auch gesungen.
Rideamus (12.07.2012, 08:45):
Ein Geliebter lässt nicht mehr von sich hören, schweigt. Liebe aber hört und weiß und bittet die Nacht, ihn leise aufzusuchen und zu streicheln. Ein großer Dichter und ein großer Komponist haben sich nach der Vorlage eines großen Malers zusammen getan um dieser Bitte Ausdruck zu geben.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistennamens

:hello Rideamus
peter337 (12.07.2012, 08:50):
Zu Nr. 12.

Lieber Severina

Das kann dann doch nur Christoph Columbus sein der den Indern zeigte wie man Paläste ruinieren kann, wenn sie aus Lego Steinen errichtet sind.

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :hello
Rideamus (12.07.2012, 13:24):
Wie ich befürchtet hatte, obwohl mir die Oper eigentlich sehr zugänglich vorkommt, war das die schwerste Frage. Deshalb einige Tipps:

Die Oper wurde in Venedig uraufgeführt, aber keiner der wesentlichen Mitwirkenden war Italienier. Auch Deutschsprachige finden sich kaum. Nur die Uraufführungssängerin der gesuchten Arie war Österreicherin, hat aber einen Engländer geheiratet und konnte sich deshalb später auch Dame nennen.

:hello Rideamus
Severina (12.07.2012, 13:56):
Tipp 14:

Auch auf die wahre Liebe fällt manchmal ein Schatten, im konkreten Fall ein englischer!

lg Sevi :hello
Heike (12.07.2012, 17:18):
Tipp zu 14
Und schließlich endet es im Irrenhaus.
Rideamus (13.07.2012, 08:53):
Ein Novize verweigert den Priestereid, weil er eine Frau heiraten möchte, in die er sich verliebt hat. Diese liebt ihn auch, hat aber ein Vorleben, das sie ihm verschweigt, als sie ihn von ihrer Vertrauten empfangen lässt. Wir interessieren uns für das Lied dieser Vertrauten, die ihren Gefährtinnen gebietet zu schweigen, weil das Schiff des Liebhabers ihrer Herrin naht.

Gesucht wird erneut der zweite Buchstabe des Komponistennamens

:hello Rideamus
Severina (13.07.2012, 10:03):
Tipp zu 15:

Man sollte eben nie die Katze im Sack kaufen - oder sich vorher den Stammbaum zeigen lassen!

lg Severina :hello
Heike (13.07.2012, 17:49):
15: Ich kenne kaum einen Komponisten, der mehr Opern geschrieben hat. Gut so, denn dann gehen die Fragen Riddleamus nicht aus, denn da der Komponist hier von einigen sehr geliebt wird, muss er in Riddles Rätseln immer dabei sein :-)
Heike
Rideamus (13.07.2012, 18:41):
Liebe Heike,

dem möchte ich aber doch hinzufügen, dass diese Wahl nicht ganz so beliebig war, wie sie klingt. Vielmehr war ich ganz überrascht, dass ich, soweit feststellbar, noch nie nach diesem Werk gefragt habe, obwohl ich es für mindestens eines der fünf besten dieses Komponisten halte - besonders in der Aufnahme der italienischen Version mit Pavarotti.

Mehr dazu anlässlich der Auflösungen.

:hello Rideamus
Rideamus (14.07.2012, 07:34):
... und damit sind wir schon wieder bei der letzten Frage angekommen. Morgen gibt es dann noch ein paar Hinweise zum Lösungswort, dann kommt (mindestens) eine Woche Pause, damit die Verreisten und alle anderen, die noch wollen, in Ruhe die von ihnen noch nicht gelösten Fragen angehen und ggf. um weitere Tipps nachsuchen können. In der letzten Juli-Woche fange ich dann voraussichtlich an, das Rätsel aufzulösen. Zunächst aber kommt die

Frage 16

Lautarm zagende Bittgesänge, die sogar von Vögeln aufgegriffen werden, leiten ein Werk ein, das nach einem ganz anderen Vogel benannt wurde, aber mit dieser letzten Frage sehr passend platziert ist.

Gesucht wird der Vokal, der in allen Worten der ersten Zeile des gesuchten Stückes vorkommt.

Um ein Missverständnis zu vermeiden: Die Bittgesänge leiten nicht etwa das Werk ein, in das sie gehören, sondern nur das Teilstück, um das es hier geht.

:hello Rideamus
Severina (14.07.2012, 15:08):
Sitze in geistiger Dunkelheit und sehne mich nach einem Lichtstrahl ?(!

lg Severina :hello
Rideamus (14.07.2012, 15:16):
Das wundert mich aber.

Fragen wir mal so: was haben Leda und Lohengrin gemeinsam, und wer komponierte Gesänge mit dem gleichen Bindeglied?

:ignore Rideamus
Heike (14.07.2012, 15:52):
16 Der Textdichter gab nach einer Bootsfahrt bei Mondschein auf dem Vierwaldstättersee einer Beethovensonate einen Namen, passend zu seinen Assoziationen.
Heike
Severina (14.07.2012, 19:02):
Liebe Heike,
vielen Dank!

Nachdem mein lautes Flehen erhört wurde, schwante mir endlich etwas! (DIes ist mein Tipp zu Frage 16!)

lg Sevi :hello
Heike (14.07.2012, 23:17):
Tipp zum Lösungswort: Diskretion ist was wert.
Rideamus (15.07.2012, 08:37):
Zwar haben die meisten Aktiven das Rätsel bereits gelöst und auch das Lösungswort gefunden, das diesmal wirklich nicht schwer zu finden ist, aber für alle anderen gebe ich der Vollständigkeit halber noch einen Hinweis und stelle alle gefundenen Lösungsbuchstaben zusammen:

Das Lösungswort wurde u. a. von einer amerikanischen Popgruppe komponiert und von einer englischen Gruppe zu einem einem Nummer 1 – Hit gemacht. Es ist aber auch der Titel eines großartigen Films über das goldene Zeitalter des Stummfilms.

Und hier die Buchstaben, die richtig zusammengesetzt werden müssen:

01.S

02.I

03.G

04.L

05.N

06.H

07.S

08.E

09.C

10.I

11.W

12. G

13. D

14. T

15. O

16. E

Euch allen wünsche ich einen möglichst sommerlichen Sonntag

:hello Rideamus
Heike (15.07.2012, 09:00):
Lieber Riddleamus,
ganz herzlichen Dank für das schöne Rätsel mit dem diesmal besonders schönen Thema! Ich habe mich jeden Tag schon auf die neue Frage gefreut und freue mich nun wieder auf die Auswertung mit Deinen interessanten Hintergrundinfos und den links!
:thanks
Heike
Severina (15.07.2012, 17:57):
Lieber Riddleamus,

dem kann ich mich nur anschließen! Es hat wieder großen Spaß gemacht, die tägliche Rätselnuss zu knacken, und nun freue ich mich auf den lehrreichen Teil!

lg Sevi :hello
Billy Budd (15.07.2012, 20:33):
Lieber Rideamus,
ich kann mich nur anschließen und möchte mich auch bei Dir für den riesigen Aufwand bedanken. Ich bin schon auf die Lösungen gespannt und hoffe, dass wir noch einige interessante Rätsel bekommen werden. :engel
Billy :hello
Fairy Queen (15.07.2012, 20:46):
Ich bin die Nachzüglerin und habe immerhin noch die Fragen 13 und 16 herausgefunden und liefere meine Tipps nach. Der Kompo,ist von Nummer 13 ist eher für lautere Töne bekannt obschon für ihn selbst Alles sehr leise war.
Nummer 16 ist mein Genre, mein Komponist und deshalb ien Spaziergang. Das bekannteste (und schönste) Stück des gesuchten Vogel-Zyklus.
Ansosnten weiss ich leider nix mehr :(

Mir hat das Thema dieses Rätsel auch serh gut gefallen, so gut, dass ich nach langer Pause mal wieder mitmachen wollte- wenn auch leider nur sporadisch.
Grzand merci unserem Rideamus.
Eigentlich hatte ich ja auch Sound of silence erwartet...... :engel
Rideamus (27.07.2012, 11:40):
Der Kern der Rätselgemeinde schmilzt zwar ersichtlich dahin, wie man der schwindenden Zahl der Tipps entnehmen kann, aber es freut mich, dass fast alle, die sich an das Rätsel gewagt haben, es über die gesamte Strecke haben lösen können. Vielleicht will ja die bzw. der eine oder andere noch hinzu stoßen oder Lücken füllen. Ich verlege daher wieder die Bekanntgabe der Gewinner an den Schluss dieses Lösungsthreads und beginne, mit einer Entschuldigung für die Verzögerung, die dem Rätsel der Fassungen von HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN geschuldet ist, mit den Auflösungen. Wie immer, wäre ich Euch dankbar, wenn Ihr nicht zuließet, dass dieser Thread von nun an ein Monolog wird. Ich bin sicher nicht der Einzige, der sich dafür interessiert, wie leicht oder schwer Euch die einzelnen Fragen gefallen sind, wie Ihr dennoch im letzteren Fall auf die Lösung gekommen seid und vor allem, ob Ihr weitere Empfehlungen von Aufnahmen der jeweils gefragten Werke geben könnt.

Frage 1

Einer der kürzeren Texte dieses Rätsels ist auch einer der nächstliegenden Kandidaten dafür, schildert er doch eine Stille, die noch ruhiger ist als eine Schneelandschaft und selbst die entlegenen Sterne. Wüsste doch nur eine/r, wie wohl dem Erzähler bei dessen Schilderung ist.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistennachnamens

Tipps

Nahebei gibt es auch spukige Gespräche eines Mannes zu Pferde im Wald, aber es ist nicht der Erlkönig – Heike

Kurz danach kommen sich Himmel und Erde in aller Stille sehr nahe. – Emotione

Wird da nicht sogar geküsst, wenn auch auf etwas unorthodoxe Weise? – Gurnemanz

Und nicht weit entfernt findet sich auch noch ein Berlioz-liebender Kollege ;) – Athene

Ich dachte, Zwielicht rätselt hier mit als Nummer 10 in unserem Kreis ... Dabei ist's der andere Bernd... :D- Amelia Grimaldi

Also, dass das keiner raten soll, kann ich nicht glauben! – Quasimodo

Es war schon spät (aber gar nicht kalt) als ich diese Rätselfrage in der schönen Fremde entdeckte. Der Mond steht zwar nur halb am Himmel, aber was für eine Sommernacht! Da kommt die Wehmut nach meinen deutschen Wäldern und Burgen ins Herz und ich konnte gar nciht anders als diese Frage beantworten! – Fairy Queen

Das fing doch schon mal gut an, und es freut mich, dass Ihr Euch auch im Kreis der Lieder und Dörfern mit Eichen statt Linden vor dem Tore so gut auskennt - Rideamus

Und ich dachte, es stehen immer 11 auf dem Platz im Kreis. Oder stehe ich bei 11 etwa Im Walde?
- Calisto

Lösung: Robert Schumann: DIE STILLE aus LIEDERKREIS op. 39

Beispiel: Elly Ameling: http://www.youtube.com/watch?v=o8KbAYFY7xQ

Bei dieser Frage erwies sich weniger die Frage selbst als der eine oder andere Tipp als Stolperstein, denn die gut gemeinten Hinweise auf Robert Schumanns berühmten Zyklus von Eichendorff-Liedern bezogen sich ja nicht nur auf dieses Lied, das mir wie für die Eröffnung dieses Rätsels geschaffen schien, sondern auch auf so berühmte Stücke und Gedichte wie die MONDNACHT mit den angesprochenen Zeilen „Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst“ oder das ebenfalls angesprochene ZWIELICHT. So galt denn der eine oder andere Lösungsversuch zunächst einmal diesen Liedern. Gefragt war aber natürlich nur das vierte Lied des Zyklus auf dieses wunderbare Gedicht auf die Stille von Joseph Freiherr von Eichendorff:

Es weiß und rät es doch keiner,
Wie mir so wohl ist, so wohl!
Ach, wüsst es nur einer, nur einer,
Kein Mensch es sonst wissen soll!

So still ist's nicht draußen im Schnee,
So stumm und verschwiegen sind
Die Sterne nicht in der Höh,
Als meine Gedanken sind.

Ich wünscht', es wäre schon Morgen,
Da fliegen zwei Lerchen auf,
Die überfliegen einander,
Mein Herz folgt ihrem Lauf.

Ich wünscht', ich wäre ein Vöglein
Und zöge über das Meer,
Wohl über das Meer und weiter,
Bis dass ich im Himmel wär!

Leider kam unsere Liedspezialistin Fairy Queen bislang nie dazu, etwas Ausführlicheres zu Schumanns LIEDERKREIS op. 39 zu schreiben, geschweige denn, einen Thread darüber zu starten, also kann ich nur hoffen, mit den paar oberflächlichen Informationen, die ich wegen meiner sträflichen Vernachlässigung des Liedrepertoires nur dazu beitragen kann, eine Initialzündung für eine intensivere Beschäftigung hier zu geben, denn dieser Liederkreis ist in meinen Ohren mehr als mancher noch berühmtere von Schubert geeignet, zumindest mich für diese Gattung zu erwärmen. Besonders die mühsam unterdrückte Bezeugung einer Liebe, von der keiner wissen soll, obwohl der Mann, der sie empfindet, sie so laut heraus posaunen möchte, dass sie über das Meer hallt, hat es mir angetan. Man erspare mir bitte eine Interpretation oder gar eine musikalische Analyse, für die es weit Berufenere gibt, von denen ich nur abschreiben könnte. Ich möchte mich hier mit dem Hinweis auf dieses besondere Lied begnügen, denn wie bei all meinen Rätselfragen geht es mir ja nicht primär darum, den eigenen oder gar Euren Bildungskanon anzureichern, sondern darum, einmal auf besondere Musikstücke hinzuweisen, die man kennen sollte. Da ich Lieder immer etwas zu sehr vernachlässigt habe, freute es mich besonders, hier einmal ein Musterbeispiel gefunden zu haben.

Soweit Wikipedia weiß (http://de.wikipedia.org/wiki/Liederkreis_op._39_%28Schumann%29) hat Robert Schumann insgesamt 21 Gedichte des 22 Jahre älteren Dichters vertont, den er über alles schätzte. Die Bewunderung war gegenseitig, denn Eichendorff soll gegenüber Schumanns Frau Clara geäußert haben, dass dieser seinen Gedichten erst Leben gegeben habe, was natürlich eine charmante Übertreibung war. 12 dieser Vertonungen, die in einem engen Zusammenhang mit seiner Werbung um Clara Schumann standen, fasste er 1840, dem Jahr, in dem fast die Hälfte seines gesamten Liedschaffens entstand, in seinem Zyklus op. 39 zusammen.

Wie das vorangehende Lied, WALDESGESPRÄCH, entstammt das Gedicht DIE STILLE Eichendorffs Debütroman „Ahnung und Gegenwart“ von 1812. Auch hierzu gibt es eine Menge mehr Informationen bei Wikipedia, als ich selbst generieren könnte, also begnüge ich mich auch hier mit einem Verweis darauf: http://de.wikipedia.org/wiki/Ahnung_und_Gegenwart.

Angesichts meiner begrenzten Kenntnis dieses Repertoires muss natürlich auch meine Empfehlung besonders gelungener Aufnahmen etwas zögerlich ausfallen. Hier hoffe ich auf Eure Mitwirkung. Neben der bereits oben angeklungenen Version mit Elly Ameling, die mir besonders gefällt, möchte ich aber noch zwei weitere nennen, die es mir besonders angetan haben. Obwohl das Lied eigentlich für eine männliche Stimme gedacht sein dürfte, ist die von Régine Crespin, die es ebenfalls auf YouTube gibt: http://www.youtube.com/watch?v=o8KbAYFY7xQ. Die andere stammt von Bryn Terfel, dessen Qualität als Liedersänger viel zu oft unterschätzt wird. Seine Aufnahme des Liederkreises mit Malcolm Martineau ziehe ich sogar der, für meinen Geschmack etwas zu sorgfältig verbalisierten, des ansonsten vorzüglichen Dietrich Fischer-Dieskau vor.

]

Eine Live-Version seiner Interpretation kann man zum Glück auch auf YouTube hören: http://www.youtube.com/watch?v=2al7oLAV7Hs

Nun seid aber erst einmal Ihr an der Reihe. Vielleicht könnt Ihr ja schon in diesem Thread meine Bildungslücken weiter füllen.

:wink : Rideamus
Heike (27.07.2012, 12:16):
Lieber Rideamus,
eine uneingeschränkt rundum empfehlenswerte Aufnahme der Eichendorf-Lieder op. 39 findet sich hier:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51JhZ2wV4xL._SL500_AA300_.jpg

außerdem noch drauf (und ebenso schön dargeboten)
Schumann: Melancholie op. 74 Nr. 6;
Lieder op. 40 Nr. 1-5;6
Gedichte aus dem Liederbuch eines Malers op. 36;
Gesänge des Harfners op. 98a Nr. 4, 6,8;
Tief im Herzen trag ich Pein op. 138 Nr. 2;
Der Einsiedler op. 83 Nr. 3
Heike
Rideamus (27.07.2012, 18:02):
Danke für die Ergänzung, Heike.

Wenn es Dir Recht ist, möchte ich aber auch Deinen Hinweis aus dem anderen Forum hier unterbringen, dass man Fairy Queens Faden zu Schumanns op. 39, in dem sie auch die Aufnahme von Bryn Terfel und Malcolm Martineau nachdrücklich empfiehlt, hier nachschlagen und natürlich auch gerne wieder aufnehmen kann:

http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1325

Den Beitrag zu dem Lied DIE STILLE findet man hier: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?postid=76724#post76724

Lest das mal nach. Es lohnt sich - zumal dann, wenn man dann auch die Lieder dazu hört.

:hello Rideamus
Heike (28.07.2012, 00:15):
Hallo Rideamus,
ich kenne den Thread ganz genau. denn durch diesen Thread hatte ich den Liederkreis erst kennen gelernt und mir dann die CD gekauft :-) Fairy hat mich sozusagen da mit dem Gerhaher-Virus infiziert...
Heike
Rideamus (28.07.2012, 09:58):
Danke für diesen Hinweis. Gut zu wissen, dass der damalige Thread doch nicht ganz verloren ist. Nun aber, nach einer grandiosen Olympiafeiuer, zur Lösung der

Frage 2.

Alles hat zwei Seiten. Nicht nur Liebende, auch Verschwörer haben guten Grund, leise zu sein. Das wussten auch zwei sehr verschiedene Komponisten, die in ihrer jeweiligen Sprache in zwei sehr verschiedenen Werken dieselben Worte benutzten. Beide Male soll eine Frau verkuppelt werden. Beim einen in eine Mischehe, beim anderen in eine soziale Mesalliance.

Gesucht wird der mehrfach wiederholte Vokal des Gleiches bedeutenden Wortes in beiden Sprachen

Tipps

Im Fall des ersten Komponisten (der auch schon mal die Sprache des zweiten vertonte) werden die Verschwörer erfolglos sein, und irgendwie weiß man das bei ihrem Auftreten kurz vor Schluss des Stückes auch schon. Im zweiten Fall geht die Tragödie da erst richtig los ... – Quasimodo

Die eine Frau hat keinen Vater, die andere keine Mutter, und die verbleibenden Elternteile erweisen sich als nicht sonderlich hilfreich bei der Lebensbewältigung. Dafür dürsten sie nach Rache! - Severina

Es handelt sich ja um zwei nicht ganz selten aufgeführte Werke. Hier im Forum soll sogar einer unterwegs sein, der bei Aufführungen des ersten Stücks ein- oder zweimal selber mitgewirkt hat! - Quasimodo

Bei der einen vielleicht einige paar Mal, die andere rein privat eingeübt… Bei beiden Opern kann man sagen: man kann nirgends seine Ruhe haben - immer soll man verschachert werden! – Oper 337

Während sich in der ersten Oper einer Herrscherin zu höchsten Tönen aufschwingt, darf sich in der zweiten ein König nicht amüsieren. ... Da es mir für einen Hugo zu früh ist, nehme ich erst mal wieder einen Kaffee... – Athene

Was die Nummer zwei angeht, hat mich Sevis Supertipp sofort zur Lösung gebracht: Zwei sehr bekannte Opern und zwei stille Situationen, die beide fatal für die Schleicher bzw. Lauscher enden. In der ersten Oper ist der Normalzuschauer eher froh über das fatale Ende der stillen Truppe. In der Zweiten Oper leidet man dagegen mit den armen verratenen "Stillen" mit – Fairy Queen

Beide Komponisten haben bekannte Requien geschrieben - Heike

Einmal sind es die bösen Hofschranzen, einmal lässt sich eine angeblich böse Königin persönlich herab - Calisto

Die Lösungen:
A) W. A. Mozart: DIE ZAUBERFLÖTE - Nur stille, stille stille
Natalie Dessay u.a.: http://www.youtube.com/watch?v=Z2vTNg5JB64

B) Giuseppe Verdi: RIGOLETTO – Zitti zitti
Zubin Mehta, RAI Orchester und Chor: http://www.youtube.com/watch?v=TekxuhTuCLo

Manchmal ist es schon verblüffend, wie stark die Lautmalerei oder, für Menschen, die gerne Eindruck schinden, die Onomatopoese grundverschiedene Sprachen dermaßen beeinflussen kann, dass Worte mit derselben Bedeutung trotz ganz verschiedener Sprachen dermaßen ähnlich klingen, dass man die gleichen Vokale an die gleichen Schlüsselpositionen setzt. Außer der Ähnlichkeit zwischen "stille" und "zitti" haben diese beiden Ensembles aber herzlich wenig gemeinsam. So ist es denn wohl kaum mehr als ein hübscher Zufall, dass Kenneth Branagh in seiner stark unterschätzten Verfilmung der ZAUBERFLÖTE sein Schurkenquintett ebenso die Mauern eines abgeschotteten Gebäudes erklimmen lässt, wie es die Schurken am Hofe des Herzogs von Mantua mit Hilfe des nichtsahnenden Besitzers dieses Hauses tun um dessen Tochter zu entführen, damit sie sie dem Herzog zuführen können.



Dass selbst der Opernpeter nicht sofort auf mindestens die erste Lösung kam, ist wohl nur damit zu erklären, dass er als Erster Knabe immer nur mit den Guten gesungen und in dieser Szene nichts zu tun hatte. Tatsächlich ist aber auch erstaunlich und bewundernswert, mit welcher Ökonomie sich Mozart und sein Librettist und Impresario Emmanuel Schikaneder, der es sichtlich eilig hatte, die Oper zu Ende zu bringen. In einem veritablen Spielfilm wäre diese Szene sicherlich der Ausgangspunkt einer großen Schlacht geworden, die uns zum Glück hier erspart bleibt.

Bemerkenswert ist jedoch, wie viel erfolgreicher der 35-jährige Mozart gegenüber dem zur Zeit seiner Komposition nur unwesentlich älteren Giuseppe Verdi in der Erzeugung einer bedrohlichen Atmosphäre war. Während die Bedrohlichkeit der Situation bei Mozart schon bei den ersten Tönen dieses Ensembles ganz präsent ist, kann ich mich bei dem Chor Verdis oft eines Schmunzelns nicht erwehren, wenn der Chor nach der hübsch plappernden Einleitung, die wohl noch aus seiner komischen Oper UN GIORNO DI REGNO übrig geblieben war, mit mindestens Mezzoforte sein „Stille, stille“ ansetzt, das er dann noch in der Lautstärke steigert. Der oben angeführte Clip aus der, insgesamt ziemlich missglückten, Aufführung im „authentischen“ Mantua unter der Leitung eines hörbar desinteressierten Zubin Mehta ist dafür ein Paradebeispiel. Für mich ist es immer der Lakmustest eines besonderen Dirigates dieser Oper, ob der Dirigent es schafft, diesen Chor von jedem Anflug von Lächerlichkeit frei zu halten. Unterstützt von Jean-Pierre Ponnelles vorzüglicher Filmregie, gelingt das Riccardo Chailly in dieser Version ziemlich gut:



Aber auch Georg Solti, dessen Audioaufnahme zu den besten der Oper zählt, derzeit leider aber nur gebraucht oder als mp3 verfügbar ist, gelang das immerhin Mögliche.



Machen wir uns aber nichts vor: dieser Chor gehört nicht zu den großen Würfen seines Komponisten – im Gegensatz zu fast dem gesamten Rest der Oper.

Damit für diesmal genug von mir. Ausführlichere Threads zu den beiden Werken gibt es hier:
http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/2008-mozart-die-zauberfloete-kommentierte-diskographie/
http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/1706-mozart-die-zauberfloete-%E2%80%93-lauter-unsympathen/
http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1577
http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1581
http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/222-verdi-rigoletto-%E2%80%93-welche-einspielungen-sind-die-besten/
http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=834

:hello Rideamus
Severina (28.07.2012, 11:25):
Lieber Rideamus,

diese Szene im "Rigoletto" ist generell ein Härtetest, was man als Opernfan punkto Unlogik ertragen muss, nicht nur musikalisch. Da trifft Rigoletto vor einem eigenen Haus auf die Höflinge, aber anstatt dass alle Alarmglocken läuten und er alles dran setzt, sie wegzulocken, lässt er sich bereitwillig auf ein albernes Spiel ein. Außerdem frage ich mich immer, wie es die Entführer schaffen, sowohl Gilda als auch Giovanna schlagartig verstummen zu lassen, sodass keine von beiden wenigstens einen einzigen verräterischen Schrei ausstoßen kann.

Als Gesamtpaket sehr gelungen finde ich die folgende DVD in der INszenierung von McVicar:



lg Severina :hello
Rideamus (29.07.2012, 09:39):
Der Ideenreichtum mancher Komponisten kennt keine Grenzen. So ist es auch bei diesem, der in zwei recht verschiedenen Libretti zweier Autoren fast genau dieselbe Aufforderung zu einem leisen Verhalten vorfand, daraus aber zwei durchaus verschiedene Ensembles komponierte.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistenvornamens

Tipps

Die gesuchten Stoffe sind jeweils mehrfach vertont worden. In den hier gefragten Fassungen passen sie meteorologisch gut zu diesem (gewittrigen) Wochenende – Athene

Viermal das gesuchte Wort und viermal ein Klavier! Oder hab' ich da was falsch verstanden? Für das Klavier hat der gesuchte Komponist auch geschrieben, aber erst nach dem Ende seines Berufslebens – Quasimodo

Quasimodos Tipp ist enorm zielführend. Man muss ihn nur richtig anwenden. Dann klingt es wie die englische Version von "Stadt Stadt Klavier Klavier". Allerdings ist Englisches hier noch nicht gefragt – Rideamus

Beide Helden benötigen zur Eroberung ihrer Traumfrau einen Helfer - beim einen ist's ein Schlitzohr, beim anderen ein Philosoph – Severina

Liebe Fairy, beim Komponisten aus Nr. 3 sollte Dir etwas schwanen! (nein, es ist nicht der aus Bayreuth ) – Severina

Der eine Komponist aus Nr. 2 wollte eigentlich dem Komponisten aus Nr. 3 ein Requiem widmen – Heike

Der Held des zweiten Werkes desselben Komponisten startet mit beinahe den gleichen vier Wörtern zu seiner großen Arie, Du musst nur einen Vokal austauschen! (ach ja: Dem Helden ist eben seine Angebetete abhanden gekommen! (Und der Mezzo des zweiten Werkes singt eine Arie des Tenors aus dem ersten!) – Severina

Weder Vormund noch Stiefvater gönnen dem Mezzosopran die angestrebte Hochzeit – Calisto

Soziale Mesalliancen! Die können aber auch nicht mal bei einer Linie bleiben, diese Librettoschreiberlinge! – Oper 337

Der Herr Papa mag sich eben keinen Geschirrspüler kaufen und der andere hat noch keine Pasteten, wie jetzt im Werbefernsehen, mag aber seinen Beruf, zumindest sagt er so – Oper 337

Die Lösung:

Gioachino Rossini: IL BARBIERE DI SIVIGLIA - Zitti zitti piano piano

DiDonato, Florez, Spagnoli:
http://www.youtube.com/watch?v=9L37BDvISLE (ab 6’ 20”)


Gioachino Rossini: LA CENERENTOLA - Zitto zitto piano piano

Araiza, Desderi:
http://www.youtube.com/watch?v=q3ZazDkxzk0

Lösungsbuchstabe G

Nachdem Giuseppe Verdi schon das passende Stichwort geliefert hatte, war diese Frage für die meisten eine besonders einfache. So dachte ich jedenfalls, aber manche taten sich doch überraschend schwer damit, diese köstlichen Ensembles zu identifizieren, die, zugegeben, nicht zu den größten Hits der beiden Werke gehören, denen sie entstammen, obwohl sie das durchaus verdient hätten.

Im BARBIERE schließt das Ensemble das Trio „Ah, qual colpo inaspettato“ ab, das fraglos den Höhepunkt dieses Aktes bildet, der ansonsten etwas gegenüber seinen Vorgängern zurück fällt. Rosina verdächtigt ihren geliebten Lindoro, nur im Auftrag des Grafen Almaviva zu handeln. Als dieser ihr eröffnet, dass er selbst Almaviva ist, bleibt Rosina nur grenzenloses Entzücken. Zum Entsetzen Figaros, der im Gegensatz zu den beiden Liebenden nicht vergessen hat, dass sie eigentlich durchbrennen wollen, ergeht sich das Paar in schier endlosen Liebesbezeugungen, die schließlich von Figaro nur noch durch eine fast bösartige Nachäffung ihrer Seligpreisungen kommentiert werden können. Diese Form der Parodie, die wir in einem weitaus ernsteren Kontext aus den Imitationen, beispielsweise der Wahnsinnsarie der Lucia di Lammermoor durch die Flöte, kennen, verfehlt niemals ihre Wirkung, und so trifft das abschließende Terzett, „Zitti zitti, piano, piano“ bereits auf eine maximal positive Aufnahmebereitschaft durch das Publikum, das es keineswegs so eilig hat wie die Beteiligten, zum Schluss zu kommen und den Abgang machen zu können.

Leider verbieten die – nachvollziehbaren – Grenzen des Copyright das Hochladen des gleichen Ausschnittes, den wir in dem oben angezeigten Clip von einer Rundfunkausstrahlung hören können, aus der offiziellen DVD der Londoner Aufführung. Sie würden nämlich erklären, warum sich das Publikum dieses Mitschnittes so maßlos amüsiert.



In diesem Fall würde ich aber ohnehin besonders dringend dazu raten, sich diese traumhafte DVD zu besorgen, denn es will schon sehr viel heißen, wenn in einem dichten Feld von fast unzähligen Aufnahmen dieser komischen Oper, vielleicht der populärsten überhaupt, eine ganz klare Entscheidung für diese Einspielung möglich ist. Die Regisseure Moshe Leiser und Patrice Caurier haben es tatsächlich verstanden, den fast zum Klischee gewordenen Standardsituationen des Werkes völlig überraschende Seiten und Gags abzugewinnen, und das, obwohl – vielleicht sogar weil – sie durch einen Unfall ihrer Hauptdarstellerin stark gehandicapt waren. Joyce DiDonato hatte sich nämlich kurz vor der Aufführung das Bein gebrochen und musste sie im Rollstuhl absolvieren. Wie ihr das gelingt, ist absolut frappant und führt zu jenen seltenen Momenten, in denen ich allein beim Ansehen einer DVD absolut hingerissen bin vor Begeisterung. Und das bei jedem Ansehen immer wieder. Dazu tragen natürlich auch die Leistungen von Juan Diego Florez und Antonio Pappano bei, um nur zwei weitere Mitwirkende in diesem großartigen Ensemble zu nennen.

Leider verdrängt hier das Beste wieder einmal viel Großartiges, denn gerade Rossinis beliebteste Oper ist wahrlich nicht arm an gelungenen (ebenso wie zahlreichen zwiespältigen) Einspielungen. Mindestens einige davon werden hier aufgeführt: ROSSINI: Il barbiere di Siviglia – Kommentierte Diskographie

Nähere Informationen zu den Barbieren Rossinis und Paisiellos sowie meine damaligen (2009) Lieblingsaufnahmen, die auch heute noch sehr empfehlenswert sind, findet man hier: Der Lösungsthread zum Geschwisterrätsel.

Wie Rossini das Ansinnen des Librettisten seiner Oper LA CENERENTOLA annahm, fast unmittelbar nach dem BARBIERE erneut ein Ensemble über die Worte „Stadt-Stadt-Klavier-Klavier“ zu komponieren, weiß ich nicht. Letztlich scheint er aber über diese Herausforderung recht glücklich gewesen zu sein, denn dieses Ensemble, welches das Finale zum ersten Akt der Oper einleitet, gehört zu seinen glücklichsten Eingebungen. Dies fand auch der Rossini-Verehrer und –Biograph Stendhal, der dem Ensemble bescheinigt, einer „Springflut der Fantasie“ gleichzukommen. Zu Glück fand auch dieses Ensemble in Jean-Pierre Ponnelle einen Regisseur, der seinen Witz in kongenialer Weise auf die Leinwand zu bringen vermochte, wie man dem oben verzeichneten Clip auf YouTube entnehmen kann. Wie ich schon wiederholt geschrieben habe, gehört die DVD mit Ponnelles Fernsehfilm ohnehin zu den unverzichtbaren Meisterwerken der Gattung.



Zuletzt schrieb ich das in diesem Thread, in dem man auch sehr viel Wissenswertes über Rossinis Version des Märchens vom Aschenputtel und weitere großartige Vertreterinnen der Titelrolle wie Cecilia Bartoli, Joyce Di Donato, Elina Garanca und last, but not least, Lucia Valentini Terrani erfahren kann: ROSSINI: LA CENERENTOLA – Der Triumph des Guten

Diese hier ausdrücklich hervorzuheben, überlasse ich aber gerne Euch.

:hello Rideamus

PS: Leider vergaß ich bei den ersten beiden Lösungen, den Lösungsbuchstaben zu erwähnen. Hier sind sie:
Lösungsbuchstabe 1 - S
Lösungsbuchstabe 2 - I
Fairy Queen (29.07.2012, 10:46):
Bevor ich nuin für zwei Wochen ohne Internet bin (ich habe weder Laptop noch I-Phone, wenn ich unterwegs bin)möchte ich mich nochmal fûr dieses schône Rätsel, dessen Thema mir serh gefällt, bedanken. Dass ich einige Fragen gazn ohne tipps lösen konnte hat mich immerhin motiviert für die anderen Fragen die sehr guten Tipps( besonderer dank an Severina!) gründlich zu lesen und dadurch zu einem guten Teil der Lösungen gekommen zu sein. Ich wundere mich immer wieder woher Ridemaus all diese Ideen nimmt und dass ihm die Rätsel offenbar nciht ausgehen.
Viel Spass hier beim wieteren Auflösen, ich bin erst am 13.8. wieder online.
Ich finde es gut, dass die Tipps aus dem Capriccio forum und dem klassikforum gebündelt werden und finde Rideamus forenverbindende Râtsel-Arbeit serh angenehm und kontaktstiftend. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch meinen eigenen Thread zum opus 39 von Schumann wiederentdeckt- Vieles sehe ich heute noch ganz genauso.
Liebe Sommergrüsse und schöne erholsame Urlaube oder Heimaufenthalte in nah und fern von Fairy Queen :engel :hello
Severina (29.07.2012, 11:16):
Lieber Rideamus,

Du hast die meine beiden Lieblings-DVDs zu Deinen Rätselopern nominiert, also bleibt mir nicht mehr viel zu ergänzen. Der Londoner Barbiere wird wohl auf immer und ewig meine Nr.1 bleiben, ich glaube kaum, dass diese kluge, liebevolle, nie ins Banale abgleitende Inszenierung und diese Besetzung je getoppt werden können. Flórez zählt ja zu den wenigen Tenören, die am Schluss noch die Luft für die meist gestrichene Arie "Cessa di piu resistere" (Die ja auch in der "Cenerentola" vorkommt!) haben. Ich wusste lange Zeit gar nicht, das es diese Arie im Barbiere gibt :S

Was die "Cenerentola" betrifft, so bedauere ich sehr, dass eine meiner liebsten Angelinas der Vergangenheit, Agnes Baltsa, nie zu DVD(oder damals Video)-Ehren gekommen ist.

lg Sevi :hello
Rideamus (30.07.2012, 09:10):
Original von Severina
Was die "Cenerentola" betrifft, so bedauere ich sehr, dass eine meiner liebsten Angelinas der Vergangenheit, Agnes Baltsa, nie zu DVD(oder damals Video)-Ehren gekommen ist.
lg Sevi :hello

Liebe Severina,
immerhin kann man ihre CENERENTOLA auf dieser vorzüglichen EInspielung mit Francisco Araiza und Roggero Raimondi unter der Leitung Neville Marriners hören, der auch die beste Audioaufnahme des BARBIERE mit der gleichen Besetzung verantwortete. Sie ist zwar derzeit vergriffen, für schnell Ent5schlossene aber noch einigermaßen günstig auf dem Marktplatz zu bekommen.



Nun aber zur Frage 4:

Und noch einmal geht es um zwei Werke zweier Komponisten. Diese haben nicht nur dieselbe zweiteilige Vorlage, sondern auch denselben, fast lautlosen Titel. Allerdings wird die eine Variante auch gesungen und die andere nur gespielt. Ein großes Orchester brauchen aber beide. Zu Beginn und am Ende herrscht dort tiefe Stille. Seltsamerweise fehlt diesmal der Sturm dazwischen.

Gesucht werden die beiden Komponisten, der Werktitel und insbesondere der einzige Konsonant, der im Titel viermal vorkommt.

TIPPS

Eine verhältnismäßig sehr kurze zweiteilige Vorlage. Am Ende ist Land in Sicht – Emotione

Die beiden gesuchten Komponisten sind nicht die einzigen, die diese Doppelvorlage vertont haben. Unter den weniger bekannten Vertonungen gibt es auch eine für Chor und Hörner von einem Komponisten, der sonst für magische Töne bekannt. Ist – Quasimodo

Ein berühmter englischer Komponist zitierte ein Thema aus dem gespielten Werk in seinen rätselhaften Variationen – Heike

Der Komponist des "stimmlosen" Werks ist dafür glücklicher als der andere, und ich wäre überglücklich, könnte ich mich angesichts der in Wien herrschenden Tropentemperaturen dort aufhalten, wo diese Stille herrscht! - Severina

Der erste Komponist muss ein echter Umzugsprofi gewesen sein, so viele an ihn erinnernde Häuser gibt es. Der zweite hatte eine komponierende Schwester – Pavel

Er hat halt net zuhören können, wenn das Wort Miete fiel. Bei den Wohnungspreisen – Oper 337

Dieser Meister war sicherlich auch kein angenehmer Mieter. Hat der zweite Meister nicht auch eine karierte Sinfonie geschrieben? - Calisto

In Wagners Holländer wird im ersten Akt vom Chor die gegenteilige Situation besungen – Athene

Liebe Fairy, der glückliche Komponist hat auch ein Stück geschrieben, zu dem gerade Du eine besondere Beziehung haben müsstest.... - Severina

Die Lösung:
Ludwig van Beethoven: Meeresstille und glückliche Fahrt - Kantata op. 112
Warszawski Chor http://www.youtube.com/watch?v=uXyE74VMf6g

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Meeresstille und Glückliche Fahrt – Konzertouvertüre op. 27
Hanover Band; Roy Goodman http://www.youtube.com/watch?v=td_K2actNek

Lösungsbuchstabe: L

Mir ist nicht bekannt, ob Johann Wolfgang von Goethe diese beiden mehrfach vertonten Gedichte wirklich als Paar erdacht hat, aber seit Friedrich Schiller sie 1796 als solches veröffentlichte, werden sie stets im Zusammenhang gesehen. Ihre Entstehung, die wohl zunächst unabhängig voneinander erfolgte, erklärt auch, warum das stürmische Intermezzo fehlt, das man normalerweise bei einer solchen Paarung erwarten würde. Allerdings sind auch die beiden Teile selbst längst nicht so friedlich, wie ihre Titel erwarten lassen, denn die Meeresstille, die sich weigert, den Wind aufkommen zu lassen, den ein Segelschiff der damaligen Zeit unweigerlich zum Fortkommen benötigte, wird hier nicht von ungefähr mit der Totenstille gleichgesetzt:

Meeresstille
Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sich der Schiffer
Glatte Fläche rings umher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.

Dies lässt in der Tat einen Sturm fast schon eher erhoffen als befürchten, aber zum Glück kommt dann wohl doch noch ein günstiger Wind auf, und so ist die glückliche Fahrt durch das Leben, für das diese poetischen Bilder hier stehen, gesichert.

Glückliche Fahrt
Die Nebel zerreißen,
Der Himmel ist helle,
Und Äolus löset
Das ängstliche Band.
Es säuseln die Winde,
Es rührt sich der Schiffer.
Geschwinde! Geschwinde!
Es teilt sich die Welle,
Es naht sich die Ferne;
Schon seh' ich das Land!

Ich gestehe, dass Gedichtinterpretationen bei mir nie den rechten Enthusiasmus entfachen wollten, und so verweise ich gerne auf diese Interpretation, nach deren Lektüre man sich die Frage stellen kann, wie viel den beiden Komponisten , nach denen hier gefragt war, davon wohl bewusst gewesen sein mag: http://logos.kulando.de/post/2009/06/25/…-interpretation.

Die Kantate für Männerchor und vier Hörner von Karl (bzw. Károly) Goldmark, auf die der Tipp von Quasimodo wohl verweist, wäre mir übrigens als Frage zu schwer erschienen, zumal ich von Goldmark wenig mehr als seine KÖNIGIN VON SABA kenne und weder das Stück selbst noch davon jemals gehört habe. Ich bin bekanntlich kein großer Freund von Musiken für Männergesangvereine, und das Stück zumindest bislang auch noch nicht den Weg zu YouTube gefunden hat.

Meine Distanz zum blanken Chorgesang hat auch dazu geführt, dass mir Beethovens Kantate bis dato nur dem Namen nach bekannt war, aber als ich sie nunmehr im Zusammenhang mit dieser Frage hörte, war ich verblüfft, wie stark dieser Wechsel von Beklemmung und Erlösung in Beethovens Musik dominiert. Oder bin nur ich es, der beim Einsatz des zweiten Liedes unweigerlich an den Choreinsatz der Klavierfantasie op. 80 denken muss, die ihrerseits wiederum eine Vorstufe zu dem populären Finale von Beethovens Neunter Sinfonie gewesen sein dürfte, das ja wiederum auf einer Ode beruht, deren Vertonungen damals große Mode waren? Wen diese Verwandtschaft ebenso fasziniert wie mich, der kann ihr auf dieser Aufnahme weiter nachspüren:



Leider wurde mir erst bei der Recherche dieser Auflösung bewusst, dass das erste Gedicht, MEERESSTILLE, auch von Franz Schubert vertont wurde. Hier kann man sein Lied D216 von Brigitte Fassbaender gesungen hören: http://www.youtube.com/watch?v=Ow1nmQ4a-oQ. Ich gestehe: mir gefällt diese Meeresstille deutlich besser als die Komposition Beethovens, die mir etwas zu lautmalerisch an den Zeilen entlang läuft, während Schubert sich wirklich von der Totenstille des Gedichtes leiten lässt. Womöglich liegt das wirklich nur daran, dass ich gegenüber dem Chorgesang meine – zugestanden: völlig ungerechten - Sperren habe, vielleicht aber auch daran, dass der Warschauer Chor auf dem YouTube-Beispiel mit den hohen Anforderungen des Werkes nicht nur sprachlich zu kämpfen hat.

Es kommt aber wohl nicht von ungefähr, dass man heute bei diesem Titel vor allem an die rein orchestrale Vertonung Mendelssohns denkt, die mindestens im 19. Jahrhundert mit allein 39 Aufführungen im Leipziger Gewandhaus seine populärste Ouvertüre war, wenn nicht überhaupt seine populärste Komposition. Seine Vertonung geht weit über die musikalische Illustration der Gedichte hinaus, und das nicht nur in dem auftrumpfenden, emotionalen Gestus, der nicht nur auf das Land in Sicht abhebt, sondern auch die glückliche Ankunft im Hafen mit ein bezieht, wobei Mendelssohn geschickt das punktierte Motiv aufgreift, das schon die lastende Stille der Einleitung bestimmt hat. Heute hat wohl, neben dem Allzeithit der Ouvertüre zum SOMMERNACHTSTRAUM, die HEBRIDEN-OUVERTÜRE den Rang von Mendelssohns populärster Ouvertüre übernommen (s. auch dieses Ouvertürenranking: Die besten Ouvertüren aller Zeiten - Das Capriccio Ouvertürenranking 2012), aber das tut dem Rang von Mendelssohns Goethe-Vertonung natürlich keinen Abbruch.

Wer sie noch nicht hat, dem rate ich zu diesem besonderen Schnäppchen, das für den Preis, den man normalerweise für eine einzige Scheibe anlegen muss, gleich auch noch Mendelssohns komplettes Sinfonienwerk liefert, und das in den herausragenden Interpretationen Christoph von Dohnanyis mit den Wiener Philharmonikern:



Wie steht Ihr zu diesen Gedichtvertonungen, und welche Versionen sind Euch die liebsten?

:hello Rideamus
Rideamus (31.07.2012, 10:15):
In der Oper können die merkwürdigsten Dinge leise sein. Bei diesem, sonst eher für Lautes bekannten, Komponisten ist es zum Beispiel ein Ofen. Und das nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit.

Gesucht wird der erste Buchstabe des im Werktitel erwähnten Ortsnamens

TIPPS

Als es noch keine Fernseher gab, kam man viel mehr zum Lesen, auch wenn die guten Meister schon lange tot waren – Pavel

Da habe ich auch mitgemacht - aber so ziemlich am Schluss und es war dort wie auf der Sommerfrische in der Hauptsaison – Oper 337

Warum muss ich beim gesuchten Werk ausgerechnet an Markus Söder (den bayerischen Finanzminister) denken? – Athene

Der Tipp war eigentlich zum googlen gedacht - Söders Geburtsstadt ist die in der Frage gesuchte - Athene

Dem Komponisten ist es gelungen, die gesuchte Stadt unverwechselbar zu charakterisieren – Billy Budd

Jetzt ist Grillsaison. Das "Weltgenusserbe Bayern" wurde im Juli 2010 von der EU-Kommission als bundesweit einziges Absatzförderungsprogramm genehmigt. Ob die besagten "Städter" das nötig haben, dazuzugehören? – Heike

Lieber als an die Oper denke ich in Zusammenhang mit der gesuchten Stadt an etwas Süßes! – Severina

Das aber wohl auch eher zur Winterszeit, denke ich. Zur Zeit schmecken die nämlich noch gar nicht - oder gar nicht mehr – Rideamus

Da behauptet doch tatsächlich ein Herr, dass er die Sangeskunst von den Vögeln erlernt habe – Calisto

Dabei singen manchmal wie ein Martinigansl, knapp nach dem Abstechen – Oper 337

Die Lösung: Richard Wagner: DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG
– Am stillen Herd zur Winterzeit

Francisco Araiza
http://www.youtube.com/watch?v=RXZV57CHmn0

Lösungsbuchstabe: N

Wie ich ahnte, war das eine der leichtesten Fragen, und wer aus der Fraktion, die mit Wagner ihre Schwierigkeiten hat, es nicht gleich wusste, dem halfen die Tipps schnell weiter. Allerdings war zwar auch mir bekannt, wer Herr Söder ist, nicht aber sein Geburtsort. Bevor es für die Moderation zu politisch wird:

Die MEISTERSINGER sind bekanntlich die einzige Oper Richard Wagners, die ich durch und durch liebe, obwohl sie nicht gerade ein Muster an Ökonomie ist. Wenn man bedenkt, dass der ganze FALSTAFF in die Länge allein des dritten Aktes passt, dann kann man zumindest ahnen, warum ich Verdis Oper für noch gelungener halte. Dessen ungeachtet steckt diese Oper dermaßen voller Schönheiten, dass ich ihrem Textdichter ihretwegen alles verzeihe. Dazu gehören auch die drei langen Soloszenen des Junkers Walther von Stoltzing, nach deren erster ich hier gefragt habe. Mag das Preislied des dritten Aktes auch das beliebteste sein und das nachfolgende Bewerbungslied „Fanget an!“ das kühnste, so bekenne ich eine deutliche Schwäche für diese Vorstellung des Helden:

Am stillen Herd in Winterszeit,
wann Burg und Hof mir eingeschneit,
wie einst der Lenz so lieblich lacht',
und wie er bald wohl neu erwacht,
ein altes Buch, vom Ahn' vermacht,
gab das mir oft zu lesen:
Herr Walther von der Vogelweid',
der ist mein Meister gewesen.

Wann dann die Flur vom Frost befreit
und wiederkehrt die Sommerszeit;
was einst in langer Wintersnacht
das alte Buch mir kundgemacht,
das schallte laut in Waldes Pracht,
das hört' ich hell erklingen:
im Wald dort auf der Vogelweid'
da lernt' ich auch das Singen.

Natürlich hat Beckmesser mit seinem darauf folgenden Einwurf „Hoho, von Finken und Meisen, lerntet Ihr Meisterweisen. Das wird ja dann auch danach sein“ nicht ganz Unrecht, aber es ist schon bemerkenswert, diese Ironisierung der Arroganz von einem Komponisten zu vernehmen, der an Arroganz gegenüber seinen komponierenden Kollegen kaum zu übertreffen war. Das ausgerechnet von ihm hier gesungene Loblied der Schlichtheit verwundert umso mehr, als er in dem zu Recht berüchtigten Schlussmonolog den „welschen Dunst und welschen Tand“ denunziert, also die italienische und besonders französische Musik, die ihm gerade wegen ihrer fälschlich unterstellten Schlichtheit zuwider war. Aber was war Wagner, wenn nicht ein Mann extremer Widersprüche, den man um seines überragenden Könnens willen immerfort gegen sich selbst in Schutz nehmen muss.

Hier ist nicht der Ort für eine weitere Diskussion um die Person Richard Wagner, und eine Diskussion der MEISTERSINGER gibt es bereits in diesen Threads, die das Nachlesen lohnen, schon weil man dort die bis heute gültigen Einspielungsempfehlungen nachschlagen kann: WAGNER: Die Meistersinger von Nürnberg – Verachtet mir die Meister nicht!

Für heute kann und will ich es deshalb dabei bewenden lassen. Ihr müsst es mir aber nicht nachtun.

:hello Rideamus
Rideamus (01.08.2012, 09:34):
Nicht nur in der Oper wird gesungen. Auch der Gesang anderer Gattungen kann deutlich machen, dass Schweigsamkeit höchst beredt sein kann. Die heftigsten Stoßseufzer und die wirkungsvollsten Klagen sind eben nicht immer die lautesten.

Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens

TIPPS

Die Frage hätte in diesem Jahr erst am 19. August kommen sollen – Quasimodo

Ein Rechtsanwalt sollte sich das gesuchte Stück keinesfalls zum Vorbild nehmen, es sei denn, er legt es darauf an, dass sein Honorar nicht in Bächen fließt, sonden nur dahin tröpfelt – Athene

Neben der gesuchten Da-capo-Arie für Sopran werden in dem Werk zwar keine Bäche von Tränen vergossen, aber doch ziemlich viele - Heike

Ein nicht empfehlenswertes Kochrezept – Pavel

Es müssen nicht immer Innereien sein. Soweit ich weiß, essen die Franzosen gerne Enten in Blutsoße – Calisto

Schau Dir mal den Tipp von Quasimodo gut an. Ein Theologiestudent wie Du sollte mit dem mehr anfangen können - auch, wenn's ums evangelische Kirchenjahr geht – Rideamus

War's nicht der 12.8.? Der Tipp von Quasimodo wurde mit Herzblut geschrieben – Calisto

Das hast Du aber aus einem schlauen Buch über … (KOMPONIST), oder? Erzähl uns nicht, Du hättest das selber ausgerechnet! Aber es stimmt! Hab' ich nachgegurgelt! Ich hoffe nur, dass die das 1714 auch schon gewusst haben! – Quasimodo

Gestern das Meer, heute der ........., und das bei dieser Hitzewelle - Rideamus dürfte nicht ganz frei von sadistischen Anwandlungen sein – Severina

...sei beruhigt. Auf's Wasser gehen wir nur noch einmal in diesem Rätsel. Kühl wird's da aber auch nicht sein - Rideamus

Den ganzen Tag hat mich der Fluss verfolgt. Dabei habe ich Kantaten selber gesungen als ich noch ein jugendlicher Sopran war – Oper 337

Die Lösung: Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 199 – Stumme Seufzer, stille Klagen

Kozena, Gardiner http://www.youtube.com/watch?v=G0jJ8I7VKQ0&feature=results_video&playnext=1&list=PL193E3768D87521C9

Lösungsbuchstabe: H

Johann Sebastian Bach schrieb diese Kantate im Jahr 1714 für den elften Sonntag nach Trinitatis, der heuer auf den zwölften August fällt (daher die Datumsdiskussion zwischen Quasimodo und Calisto). So lange konnte und wollte ich mit dem Rätsel aber nicht warten, nachdem ich einmal damit angefangen hatte. Ohnehin war mir aber diese Datumsbezogenheit noch gar nicht bewusst. Deswegen liebe ich ja die Tipps, bei denen man noch so viel dazu lernen kann.

Ohnehin gibt es weit Berufenere als mich, die hier etwas zu den Bachkantaten erläutern könnten. Leider sind die vorbildlichen Vorstellungen der Bachkantaten, die MarcCologne vor Jahren verfasst hatte, in einem anderen Forum versenkt. Er verwies unter anderem darauf, dass die Lesungen dieses Sonntags der Geschichte von dem bußfertigen Zöllner und dem hoffärtigen Pharisäer galten, den Jesus für seine Überheblichkeit schalt, während er die Haltung des reuigen Sünders vorbildlich fand. Hier der Text dieser Arie von Georg Christian Lehms, den der damals 29-jährige Bach vertonte:

Aria für Sopran, Oboe, Continuo
Stumme Seufzer, stille Klagen,
Ihr mögt meine Schmerzen sagen,
Weil der Mund geschlossen ist.
Und ihr nassen Tränenquellen
Könnt ein sich’res Zeugnus stellen,
Wie mein sündlich Herz gebüßt.
Recitativ
Mein Herz ist itzt ein Tränenbrunn,
Die Augen heiße Quellen.
Ach Gott! wer wird dich doch zufriedenstellen?

Wer sich bei diesen Tipps über die Anspielungen auf das Kochrezept gewundert hat, weiß anscheinend nicht, dass die hier erfragte, wunderschöne Arie aus einer Kantate mit dem Titel MEIN HERZ SCHWIMMT IM BLUT stammt. Ich hätte es auch nicht gewusst, denn bis heute sind die Bach-Kantaten für mich ein weitgehend blinder bzw. stummer Fleck, von dessen Existenz ich zwar wusste, an dessen Eroberung ich mich jedoch nie wagte, weil mich schon die schiere Menge des Angebote überwältigte. Deswegen schlich ich auch ewig unentschlossen um die, eigentlich sehr schöne, Edition der Bach-Kantaten bei Brillant herum, als sie noch sehr preiswert im Ausverkauf zu haben war.



Wenn mich nicht alles täuscht, stammt der Clip mit Ruth Holton aus dieser Edition: http://www.youtube.com/watch?v=yHd2-l3mn2g. Schade, dass ich ihn nicht früher gehört habe, sonst stünde die Edition heute doch bei mir.

Aber es gibt noch zwei weitere Versionen dieser Kantate, die mir nicht weniger gefallen, und die ich schon deshalb hier gerne empfehle, auch wenn mir das Repertoire und damit auch weitere Vergleichsaufnahmen leider noch unbekannt sind. Es handelt sich um die oben verwiesene Aufnahme John Eliot Gardiners mit Magdalena Kozena



und diese nicht weniger berückende, Aufnahme mit Natalie Dessay, die unter der Leitung ihrer Lieblingsdirigentin Emmanuelle Haim einige der schönsten Bachkantaten eingesungen hat:



Habt Ihr noch weitere Empfehlungen? (Ich hoffe, Calisto erinnert jetzt an Lorraine Hunt Lieberson)

:hello Rideamus
Heike (01.08.2012, 20:32):
Lieber Rideamus,
ich bin zwar nicht Calisto, aber ich erinnere auch gern an Lorraine Hunt Lieberson. Ihr Mezzo ist nicht eigentlich schön zu nennen, aber ihr Gesang berührt mich sehr stark. Sie hat sowas bewegend natürliches im Ausdruck.



Ich habe etliche Aufnahmen von BWV 199, ich liebe die Kantate sehr. Aber am liebsten höre ich (und das hätte ich auch geschrieben, wenn du nicht an die Sängerin erinnert hättest) die o.g. CD.
Heike
Rideamus (02.08.2012, 09:47):
Ein Ensemble des hier gesuchten Werkes schließt mit der Bemerkung ab, dass jemand einen Engel durch die Stille schweben fühlt. Gleich danach bricht allerdings die Hölle los, denn dann kommen Opernsänger. Wir suchen jedoch den Schluss dieses sehr passend betitelten Werkes, in dem das Hohelied der Ruhe gesungen wird.

Gesucht wird der erste Buchstabe des Komponistennamens

TIPPS

Dieses Werk darf bei diesem Thema natürlich nicht fehlen. Der Librettist war ein berühmter österreichischer Schriftsteller und ist heute vor allem für seine meist tragisch endenden Novellen bekannt – Heike

So hätten's manche Männer halt gerne, zumindest der von mir sehr ungeliebte Komponist! – Severina

Am Ende des Stücks gibt es dann doch einen Friedenszweig für den empfindlichen Herrn – Calisto

Der Barbier von London – Pavel

Ein ähnlicher Opernstoff wurde schon von Donizetti vertont – Athene

Aber nicht nur dieser, sondern auch zwei andere sind ähnlich – Oper 337

Die Lösung: Richard Strauss: DIE SCHWEIGSAME FRAU – Wie schön ist doch die Musik

Kurt Moll http://www.youtube.com/watch?v=ciULt8X84Go

Lösungsbuchstabe: S

Man lasse sich durch die geringe Zahl der Tipps nicht täuschen. Obwohl der Komponist nicht überall beliebt ist, war die Frage nicht zu schwer, sondern offensichtlich für die meisten zu leicht um eines eigenen Tipps würdig zu sein. Mit ihrem ersten Tipp traf Heike nämlich direkt ins Schwarze.

Gemeint war neben dem herrlichen Ensemble des zweiten Aktes, das mit den Worten "Mir ist, als hörte ich einen Engel fliegen durch diese Stille" des Sir Morosus schließt (ich zitiere aus dem Gedächtnis), der weitaus bekanntere Schlussmonolog:

Wie schön ist doch die Musik
Aber wie schön erst, wenn sie vorbei ist
...
Wie schön ist doch das Leben,
Aber wie schön erst,
Wenn man kein Narr
ist
Und es zu leben weiss!

Ah, meine Guten, grossartig habt ihr mich
kuriert, noch nie hab ich so glücklich mich gefühlt. ..
Ach, ich fühle
mich unbeschreiblich wohl.
Nur Ruhe! Nur Ruhe! Aaah - - - Aaah - - - Aaah!

Bei dem Thema eines Rätsels von mir darf das Werk natürlich nicht fehlen. Das bedeutet natürlich auch, dass ich mich schon des Öfteren über diese herrliche Oper ausgebreitet habe, zuletzt und vor allem hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/3729-strauss-die-schweigsame-frau-big-ben-in-bayern und anlässlich dieses Rätsels mit den Gänsehautensembles: http://www.capriccio-kulturforum.de/raetselhaftes-und-spielerisches/1238-tipps-und-loesungen-zum-adventsraetsel-gaensehautensembles/index10.html#post51674

Leider gab es seither keine Neuaufnahme, so dass ich meinen damaligen Empfehlungen keine hinzu fügen kann. Immerhin wurden zwei historische Aufnahmen neu aufgelegt, die ich noch nicht kenne, zu denen mir aber Kommentare mehr als willkommen wären. Es handelt sich um diese aus dem Teatro Colon in Buenos Aires mit Kurt Böhme, Ingeborg Hallstein und Fritz Wunderlich:



Sowie diese jetzt sehr preiswerte Ausgabe der glanzvollen salzburger Aufführung von 1959, wiederum mit Fritz Wunderlich an der Seite der kaum übertrefflichen Hans Hotter und Hilde Güden unter der Leitung des Uraufführungsdirigenten Karl Böhm.


Wenn sie presstechnisch der alten Edition ähnlich ist, die einst bei DG erschien, heute aber gestrichen ist, dann wäre sie trotz des wahrscheinlich fehlenden Librettos meine erste Wahl für eine Neuanschaffung. Wer allerdings Wert auf eine auch tontechnisch zeitgemäße Aufnahme legt, die keineswegs zu verachten ist, sollte zu dieser greifen, welche die EMI endlich wieder aufgelegt hat:



Marek Janowski lieferte hier gemeinsam mit Theo Adam, Jeanette Scovotti, Wolfgang Schöne und der Staatskapelle Dresden eine vorzügliche Arbeit ab, die sich hinter ihren beachtlichen Vorgängern nicht zu verstecken braucht, obwohl die noch bessere Sänger haben.

Apropos achtbare Vorgänger: wer die Oper erst einmal kennen lernen möchte, der kann dies nach wie vor in dieser vollständigen Aufzeichnung aus der Bayerischen Staatsoper von 1972 tun: http://www.youtube.com/watch?v=skDZbMbl1JY. Der bei Strauss stets verlässliche Wolfgang Sawallisch unterstützt hier in vorbildlicher Weise unter anderen Kurt Moll, Reri Grist und Donald Grobe, die jeder Konkurrenz gewachsen sind. Man sollte sich allerdings beim Anhören vergegenwärtigen, dass gerade der erste Akt der Oper einigen Leerlauf beinhaltet, der durch die begrenzte Bild- und Tonqualität bei YT zuweilen zur Geduldsprobe wird.

Wie viele Opern gibt es aber, die ganz ohne Geduld auskommen?

:hello Rideamus
Rideamus (03.08.2012, 09:54):
Entgegen mancher Unterstellungen bin ich keineswegs bösartig und stelle auch heute keine Operetten- oder Musicalfrage, sondern interessiere mich für Instrumentalmusik.

Nini Rossos kitschiger Hit IL SILENZIO und Bert Kaempferts Oldie UNSER WUNDERLAND BEI NACHT nutzen eine Trompete zur Illustration einer ruhigen Nachtlandschaft. Inspiriert wurden sie vielleicht von einem Werk der modernen Klassik, dessen Komponist wiederum wohl eine unbeantwortete Frage eines Landsmannes im Kopf hatte, deren Nennung hier einen Extrapunkt bringt.

Gesucht werden der Komponist des modernen Klassikers, der Werktitel und insbesondere dessen vierter Buchstabe

PS: und immer daran denken: hier geht es um Stille(s)

TIPPS

Heute ist es etwas schwieriger, daher die Übersetzung der bisher schon implizierten Tipps und ein neuer:
a) das tonangebende Instrument ist eine Trompete
b) das Stück ist noch nicht gemeinfrei
c) der Komponist kommt aus demselben Land wie der einer unbeantworteten Frage
und der neue: Die komponierte stille Landschaft ist höchst urban – Rideamus

Wenn er nicht höchst urbanes komponierte, beschäftigte sich der gesuchte Komponist auch schon mal mit staatsmännischem. Oder, ganz profan, mit Reitturnieren – C. Huth

Aber nicht mit Spring- oder Dressurreiten! Heute nennt sich das ganz offiziell "Westernreitsport". Dabei spielt sich die wohl bekannteste (und in Rideamus' Rätseln auch schon vorgekommene) Komposition des Gesuchten eher im Osten ab – Quasimodo

Na, ja, von Wien oder Köln aus gesehen ist das alles gaaanz weit im Westen! Vielleicht hilft Dir ja eine dortige Gebirgsquelle weiter (auch wenn nach der diesmal nicht gefragt ist) – Quasimodo

War da nicht früher einmal in einem Rätsel von einem Polizeistaat die Rede? – Pavel

Ja, und ich dachte damals ans Goldene Kalb – Calisto

"http://www.youtube.com/watch?v=HvXYcQQD1Hc" - Das ist nicht das gesuchte Werk, aber es führt in die Richtung seines Ursprunges – Heike

Wer den Tipp in Richtung Popmusik interpretierte, begäbe sich auf einen Holzweg. Wir hatten den Komponisten schon früher mal. Da ging es um die Frage "Frühling" oder "Quelle" – Rideamus

Nein, nicht Popmusik, aber man beachte, wo ein gewisses "Bläsersignal für den Normalbürger" ursprünglich herkommt – Heike

In Wien geht gerade ein Gewitter herunter, also ist es alles andere als das Gesuchte! – Severina

Für 8 musst Du den Kontinent wechseln und dann noch einmal alle die inzwischen eingegangenen Tipps verinnerlichen. Thomas Hampson hat sich für diesen Komponisten sehr stark gemacht und eine CD aufgenommen, die auch den gesuchten Titel enthält!! – Severina

Die ruhige Landschaft der 8 ist eine Stadt und ihr Komponist war schon mal in einem Rätsel dabei. Er hat was von Moses' Bruder und mit CH wäre er ein Fährmann – Rideamus

Die Lösung: Aaron Copland: QUIET CITY
Cincinnati Pops; Erich Kunzel http://www.youtube.com/watch?v=9r1l_9YurHA
Lösungsbuchstabe: E
Lösung der Zusatzaufgabe - Charles Ives: THE UNANSWERED QUESTION

Zahl und Art der Tipps machen es schon deutlich: trotz der Zusatzfrage, die eigentlich ein Tipp war, mit dem ich auf das Ursprungsland des gesuchten Titels hinweisen wollte, dauerte es ziemlich lange, bis die eurozentrische Rätselgemeinde auf die richtige Lösung kam. Lediglich C. Huth hatte sie sofort. Zugegeben: man musste das Werk oder zumindest von ihm einmal gehört haben um darauf zu kommen, denn ergoogeln ließ es sich nach der Frage nicht so einfach. Immerhin hoffte ich, dass die beiden sehr bekannten Trompetenstücke um stille nächte von Nini Rosso ("http://www.youtube.com/watch?v=ksjj8J4e2LA") und Bert Kaempfert ("http://www.youtube.com/watch?v=kt4FoMvNi1c") die Spur etwas sichtbarer machen würden, als sie es taten. Der qualitative Sprung von diesen beiden Nummern zu der wundervoll atmosphärischen Impression Aron Coplands, deren Eindruckskraft eigentlich erst wieder Leonard Bernstein in seiner Musik zu dem Film DIE FAUST IM NACKEN wieder erreicht hat, ist natürlich ein erheblicher. Umso mehr drängt es sich auf, dieses Stück einmal anzuhören, und der oben verwiesene YouTube-Link zu der Interpretation Erich Kunzels ist nicht der schlechteste Weg, zumal er den Weg zu einer sehr schönen Zusammenstellung der (mit Recht) populärsten Kompositionen Aaron Coplands auf cd weisen könnte.



Die Musik dieses Stückes war ursprünglich Teil der Schauspielmusik Coplands für ein gleichnamiges Drama von Irwin Shaw und symbolisierte den wiederholten Appell des, Trompete blasenden, Bruders des Helden, der sein Judentum verleugnen wollte. Nachdem Copland seine zehnminütige Konzertfassung für Trompete, Englischhorn und Streicher komponiert hatte, erwies sich deren Popularität jedoch als so stark, dass sie bald die ganz andere Bedeutung annahm, die ihr Titel suggeriert. Da es sich dabei um ein reines Instrumentalstück handelt, war ich erst über Severinas Tipp mit Thomas Hampson überrascht, entdeckte dann aber diese Zusammenstellung, die auch den hervorragenden Liederkomponisten Aaaron Copland würdigt, und die ich schon ihres Programms und ihrer Interpreten wegen auf meine eigene Wunschliste gesetzt habe:



Leider sind Aaron Coplands eigene Interpretationen seiner Stücke mit dem LSO fast nur noch über die USA zu beziehen, weil er nicht unbedingt der beste Interpret seiner Werke war, aber es lohnt sich doch, sie mindestens einmal gehört zu haben:



Da Bernsteins frühe Aufnahmen mit den New Yorker Philharmonikern derzeit leider auch nicht greifbar sind, würde ich ernsthaften Interessenten zu seiner späteren Aufnahme in der Kopplung mit der dritten Sinfonie Coplands raten, für den sich Bernstein zeitlebens eingesetzt hat.



Durchaus hörenswert ist aber auch dieser preiswerte Sampler amerikanischer Orchestermusik von Neville Marriner und seiner Academy of St. Martin in the Fields



Er enthält nämlich unter anderem auch die dritte Sinfonie von Charles Ives, dessen THE UNANSWERED QUESTION der Gegenstand meiner Zusatzfrage war. Diese epochale Komposition ruft mir immer sofort Leonard Bernsteins Interpretation ins Ohr, die man hier hören (und „sehen“) kann: http://www.youtube.com/watch?v=8zbZT2NmtcU

Wie gefällt Euch dieses Stück? Kanntet Ihr es schon?

:hello Rideamus
Rideamus (04.08.2012, 10:07):
Wie wir einer grandiosen Baritonarie entnehmen können, kann Stille nicht nur beruhigen, sondern auch das Gegenteil bewirken und in einem Maße beunruhigen, das zur Totenstille führt. Jedenfalls geschieht das diesem Werk, das uns mitten in der Großstadt wieder einmal auf schwankenden Boden führt.

Gesucht wird der zweifach aufscheinende Konsonant im Komponistennamen

TIPPS

Es schwankt aus dem gleichen Grund wie bei Nr. 4, nur spielt der Wind hier keine Rolle – Quasimodo

Spielen da nicht auch "Tiere" mit ? – Pavel

Natürlich, fast wie beim Dr. Doolttle, aber der ist nicht dabei, derweil! - Oper 337

9 sollte mindestens den Opernfreunden unter Euch eigentlich leichter fallen. aber ich decke lieber den Mantel des Schweigens über weitere Hinweise, sonst würde es zu leicht – Rideamus

Unter Rideamus' Mantel des Schweigens sind alle Dinge 3! – Severina

Rideamus wollte ja den Mantel des Schweigens über diese Frage breiten.
Dafür hat der Komponist sogar eine passende Arie geschrieben - die kommt
aber in einer früheren (und längeren) Oper vor! - Quasimodo

Mann, da war ich aber blind wie ein Maulwurf! Zumal ich 1 von 3
dieses Jahr gesehen habe und den Rest mehrfach gehört. Zwar noch
unbestätigt, aber das ist ein tierischer Tipp - Heike

Flussschiffahrt war schon immer mit Problemen verbunden - Athene

Die Lösung: Giacomo Puccini: IL TABARRO – Nulla. Silenzio

Piero Cappuccilli http://www.youtube.com/watch?v=8cbn-anukYo

Lösungsbuchstabe: C

Vorab: ob der Tipp mit den Tieren wirklich hilfreich war, sei dahin gestellt, aber tatsächlich gibt es in diesem veristischen Schauerdrama Tiere, denn alle drei Nebenfiguren dieses Sechspersonenstückes tragen Tiernamen, so die Schauerleute Tinca (Stockfisch) und Talpa (Maulwurf) sowie dessen Frau Frugola (Frettchen). Ansonsten aber haben weder Dr. Dolittle noch Alfred Brehm hier etwas zu suchen, denn dieser tiefschwarze Einakter, der sich in den Klagen des Liebhabers Luigi über das schwere Los der Hafenarbeiter sogar zu einem vorrevolutionären Gestus aufschwingt, den man bei Puccini als Letztes vermutet hätte, erzählt eine zutiefst menschliche Dreiecksgeschichte, wie sie in der einen oder anderen Form alle Tage vorkommt.

Der Lastkahnführer Michele und seine Frau Giorgetta haben vor einem Jahr ihr gemeinsames Kind verloren und sich seither gründlich auseinander gelebt. Michele ist immer mehr zum stumm brütenden Eigenbrötler geworden, und Giorgetta sehnt sich vergeblich nach dem bunten Leben, das ihr als eigentlich noch junger Frau zusteht. Da ist es nur natürlich, dass der kräftige Löscher Luigi gute Chancen bei der attraktiven Frau des Chefs hat. Soweit die vertraute Prämisse eines Eifersuchtsdramas, das in anderen Kostümen auch PAGLIACCI heißen könnte. Dann aber kommt etwas ganz Eigentümliches: ein Dialog, der erkennen lässt, dass beide einander eigentlich noch lieben und sich wünschen, dass die/der andere nur ein bisschen mehr wie früher sein könnte. Danach zieht sich Giorgetta zurück, und der Schweiger Michele macht sich Gedanken, wer der Mann sein könnte, mit dem ihn seine Frau betrügt. Dabei zündet er sich eine Pfeife an, nicht ahnend, dass das aufflammende Streichholz das vereinbarte Signal für das nächste Schäferstündchen zwischen Giorgetta und Luigi ist. Es kommt, wie es kommen muss. Als Giorgetta wieder ihre Kabine verlässt und Michele bittet, sie wieder unter seinen Mantel in die alte Vertrautheit zu lassen, fällt ihr daraus der tote Luigi entgegen.

Wohl kein anderer Komponist vor dem Expressionismus hat jemals eine derart düstere Geschichte von zugleich zutiefst menschlicher Dimension komponiert, und auch Puccini leistete sich diesen Luxus wohl nur, weil er mit den beiden anderen Einaktern seines TRITTICO die nötige Kompensation für das Publikum anbieten konnte. Dass ihm ausgerechnet bei diesem sicheren Publikumsverschrecker, der wohl nur in der kurzen Periode des Verismo denkbar war, dessen Abschluss und absoluter Höhepunkt Puccinis Kurzoper ist, sein größtes Meisterwerk gelang, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die musikalische Qualität hat Konrad Beikircher im zweiten Teil seines vorzüglichen Opernführers, „Bohème supreme“, in – zumindest von mir – so unübertrefflicher Weise geschildert, dass ich mir die Freiheit nehme, ihn etwas ausführlicher zu zitieren:

„Bitte geben Sie dem kleinen Orchestervorspiel eine Chance, indem Sie sich schon eine Minute vor Beginn des Stückes ein bisschen auf die Seine, Paris, Schleppkähne und alles in eher dunklen Farben einstimmen. Es lohnt sich. Solo-Cello, Bratschen, Geigen, Klarinetten und Bassklarinette beginnen über den Pizzicati von Celli und Kontrabässen eine Melodie zu spielen, die voller melancholisch-resignativer Sehnsucht ist. Es dreht einem das Herz um vom ersten Takt an. … Dann Wein und der Drehorgelspieler – und was dem Puccini auf die Walze komponiert hat, ist genial. Die „Drehorgel“ hat der Meister verstimmt. Die Melodie läuft in Oktaven, doch die Oktaven sind keine, es sind Septimen, d. h. der obere Ton ist einen halben Ton tiefer, als er sein müsste – du stirbst vor Sehnsucht. Was für eine Melodie – dieser Walzer ist das zweite Stück Puccinis, das ich mit auf die berühmte einsame Insel nehmen würde.“

Da wären wir schon zwei, und das erste ist für mich nicht das „Nessun dorma“ oder ein anderer Superhit Puccinis, so gerne ich auch die mag, sondern wäre ein Ensemblestück, vielleicht aber auch diese grüblerische Arie des Michele, die man zum Glück ab hier in einer mustergültigen Aufnahme aus der Scala mit Piero Cappuccilli und der großartigen Sylvia Sass hören und sehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=Wcm9o0NnHYY.

Besser wäre es aber, man besorgte sich gleich die DVD



Sie ist zwar noch immer hochpreisig, aber warum auch nicht. Eine bessere wird man auch in Zukunft kaum bekommen können. Oder kennt schon jemand diese neue DVD aus London und kann vergleichen?



Antonio Pappano würde ich zumindest ein konkurrenzfähiges Dirigat zutrauen, denn seine cd-Box des TRITTICO übertrifft rein orchestral sogar die Gesamtaufnahme von Lorin Maazel, mit der ich das Werk nach der leider nicht mehr angebotenen Einzelaufnahme Erich Leinsdorfs mit Sherill Milnes, Leontyne Price und Placido Domingo kennen gelernt habe.



Die Aufnahme Maazels ist allerdings schon vom Preis her, aber auch wegen ihrer Besetzung mit Tito Gobbi, Ileana Cotrubas und Placido Domingo die erste Empfehlung im Audiosektor.



Jedenfalls dann, wenn man sich nicht ganz auf Tito Gobbi zu seiner Bestzeit kaprizieren möchte.



Oder seht Ihr das anders?

:hello Rideamus
Heike (05.08.2012, 09:45):
Lieber Rideamus,
ich kenne die Oper von der CD (nachdem ich nach einer live-Aufführung von "Suor Angelica" neugierig auf die anderen beiden Teile war). Das lohnt sich in der Tat, sich damit zu beschäftigen. Ich würde die Trilogie so gerne mal auf einer der Berliner Bühnen sehen, ich frage mich, warum der Dreiteiler so selten gespielt wird. Zu aufwendig? an Puccini kann es ja nun nicht liegen, seine anderen Werke sind doch ständig präsent.
Heike
Rideamus (05.08.2012, 10:33):
Liebe Heike,

es ist schon etwas erstaunlich, dass Du ausgerechnet die SUOR ANGELICA in einer ausgekoppelten Aufführung zu sehen bekamst, denn dieses Stück erfreut sich ja eigentlich von allen Teilen des TRITTICO der geringsten Beliebtheit. Im Gegensatz zum GIANNI SCHICCHI, dem man immer wieder mal separat begegnen kann. Um so mehr Grund, sich einmal mit den beiden von mir angeführten DVD des gesamten Dreiteilers zu befassen.

Nun aber gleich zur

Lösung der Frage 10

Aus der lauten Großstadt im Westen wechseln wir in einen ruhigen Wald des Ostens. Jedenfalls behauptet das der ursprüngliche deutsche Titel, unter dem das Werk zunächst veröffentlicht wurde, obwohl der Originaltitel lediglich von Ruhe spricht. Der Komponist schrieb es zunächst als Teil eines Zyklus bewaldeter Impressionen für vierhändiges Klavier, fertigte später aber auch Fassungen für Cello mit Klavier- oder Orchesterbegleitung an.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des originalen Titels dieser Episode.

TIPPS

Über den aus dem hier musikalisch beschriebenen Wald entspringenden Fluss hat ein Landsmann des Komponisten ein sehr berühmtes Orchesterstück geschrieben – Quasimodo

Nach der Widmungsträgerin des Zyklus ist auch ein Konzertsaal in Graz benannt – Pavel

Ich hab's aber dass dieser der Frau Rudolf gewidmet war ist mir nicht bekannt gewesen. Die hat ja das heutige Ausland gar net mögen – Oper 337

Der gesuchte Komponist konnte auch dem Kontinent in Frage 9 einiges abgewinnen. Und ein Spezialtipp für Mitleser aus Capriccio: Einer aus Euren Reihen hat das gesuchte Stück sogar schon auf CD eingespielt! – Severina

Der Komponist schrieb noch eine andere, viel bekanntere Klaviermusik-Sammlung zu 4 Händen, die aber gar nichts von Ruhe in sich hat, sondern die geforderte Bewegung schon im Titel trägt. Das wurde übrigens ebenfalls später orchestriert - Heike

Ich verweise ich ausdrücklich auf meinen Tipp zu Nr. 11! Zur Not müsstest einen Werbepartner nach einem vierhändigen Pianisten fragen. Noch besser nach seiner Partnerin! – Quasimodo

Bei der Nummer 10 hilft es in der Tat, sich ein wenig in osteuropäischer Klaviermusik auszukennen. Es gibt auch ein bekanntes Lied über die Landschaft. Oder klimperte nur ein kleines Lid? – Rideamus

Diese Frage kam mir gleich so böhmisch vor – Calisto

Hier bleibt der Komponist noch in der alten Welt - Athene

Die Lösung: Antonin Dvorak: Ze Šumavy (Aus dem Böhmerwald) – Klid (Waldesruhe)

Peter Bruns http://www.youtube.com/watch?v=rCQIwBqRk5c

Lösungsbuchstabe: I

Der Begriff der Coverversionen war noch lange nicht erfunden, aber das Verfahren der (Re-)Instrumentierung eines Werkes war durchaus schon Usus, als Antonin Dvorak um die Jahreswende 1883/84 seinen Zyklus AUS DEM BÖHMERWALD op. 68 schrieb. Er war, nach den populären SLAWISCHEn TÄNZEn und den LEGENDEN bereits sein dritter Zyklus für die Besetzung mit zwei Pianisten, aber der erste, dessen Teilen er programmatische Titel gab, denen der Hörer entnehmen konnte, woran der Komponist gedacht hatte, als er die Stücke entwarf.

Das fünfte Stück dieses sechsteiligen Zyklus mit dem Titel KLID (Stille) steht in Des-Dur und hat die Satzbezeichnung Lento e molto cantabile. Zunächst war der Zyklus für seinen Auftraggeber, den Brahms-Verleger Fritz Simrock, auch sehr erfolgreich, weswegen Dvorak darauf verzichtete, ihn ebenso wie seine Vorgänger zu orchestrieren, aber zur Jahreswender 1891, kurz vor seinem Aufbruch in die Neue Welt, bearbeitete er den Satz für ein Abschiedskonzert, das er zusammen mit einem Geiger und einem Cellisten gab. Athenes Tipp hätte also auch lauten können, dass sich der Komponist hiermit von der alten Welt verabschiedete. Diese Bearbeitung wurde ebenfalls von Simrock herausgebracht, und da es zuerst in Deutschland publiziert wurde, erhielt das ursprünglich nur mit RUHE betitelte Stück den gemütvolleren Namen WALDESRUHE, der an ihm haften blieb.

Wie sein Titel suggeriert, ist es ein sehr ruhiges, fast elegisches Stück, das an die besten Kammermusiken von Johannes Brahms erinnert, aber doch eine ganz eigene Sprache spricht. Wer es in der Cellobearbeitung mag, auf die auch mein obiger Hörtipp verweist, und dazu eine originelle, aber sehr passende Kopplung mit Elgars Cellokonzert und kleineren Celloschmuckstücken von Elgar und Ottorino Respighi sowie die fetzige Zugabe „Gramata cellam“ von Petris Vasks hören will, dem sei Sol Gabettas Einspielung des Stückes empfohlen:



Für die vierhändige Originalversion gibt es aber natürlich nur eine Wahl, nämlich die von Christian Köhn und seiner Partnerin Silke-Thora Matthies auf dieser in jeder Hinsicht höchst preiswerten Scheibe, die auch noch Dvoraks Vorgängerzyklus, LEGENDEN op. 59, enthält:



:hello Rideamus
Billy Budd (05.08.2012, 11:36):
Original von Heike
Ich würde die Trilogie so gerne mal auf einer der Berliner Bühnen sehen, ich frage mich, warum der Dreiteiler so selten gespielt wird. Zu aufwendig? an Puccini kann es ja nun nicht liegen, seine anderen Werke sind doch ständig präsent.
Naja, ich vermute, es liegt daran, dass man alleine für die "Suor Angelina" viele gute Sängerinnen braucht. Und auch für den "Tabarro" ist ein erstklassiger Bariton und ein erstklassiger Sopran vonnöten. Und beim "Gianni Schicchi" sind auch zwei gute Sänger (Bariton, Tenor) nötig.
Zum Vergleich "Tosca": Ein Sopran, ein Tenor und ein Bariton.

Aber genau so wie Du bedaure ich es, dass diese Werke so selten gespielt werden.
Billy :hello
Rideamus (06.08.2012, 09:31):
Wir bleiben inmitten grüner Landschaften, in denen es auch sehr unheimlich zugehen kann, wie an anderer Stelle des Werkes gezeigt wird. Hier aber gilt unsere Aufmerksamkeit einer fast lautlosen, frommen Melodie, die zum Himmel aufsteigt

Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Nachnamens des Komponisten.

TIPPS

Ich denke ich habe es, aber die Gegend wurde im Schlagergut der 1950er Jahre verewigt, fast mit demselben Interieur und Design – Oper 337

Es handelt sich um exakt denselben Schauplatz wie in Nr. 10. Der Komponist sprach aber eine andere Sprache – Quasimodo

An anderer Stelle im gesuchten Stück wird jemand gar aufgefordert, still zu sein - was er in bestimmten beruflichen Situationen ohnehin sein muss -Athene

Heinrich Heine fühlte sich von einem anderen "Ohrwurm" aus dem Stück regelrecht verfolgt, schenkt man seinen Briefen aus Berlin Glauben – Emotione

Der arme Heinrich Heine fühlte sich vom Gassenhauer dieses Werkes regelrecht verfolgt! - Severina
Nicht nur im Parsifal spielt eine Taube mit – Pavel

Dafür aber Kränze obwohl gar nicht Advent ist – Oper 337

Da kann man sich als Jungfer nur noch winden – Calisto

Es gibt sogar eine interessante frz. Version dieses Werks, aber eigentlich zählt es als die Inkarnation deutschen Operngeistes schlechthin. Trotz einiger schöner Ohrwürmer bin ich froh, dass es Regietheater gibt, denn ohne dieses, das in den letzten Jahrzehnten sehr spannende Versionen geliefert hat, würde ich mir das Werk eher ungern ansehen. Die gesuchte leise und fromme Arie ist allerdings auch für sich genommen immer ein Genuss – Fairy Queen

In dem Werk dreht es sich um kleine Projektile und ob die ins Ziel treffen - Heike


Die Lösung: Carl Maria von Weber – Der Freischütz –
Wie nahte mir der Schlummer … Leise, leise, fromme Weise

Elisabeth Grümmer http://www.youtube.com/watch?v=iu81rus3mRM

Lösungsbuchstabe: W

Erneut kann ich mich kurz fassen, denn diese Frage war nicht nur ersichtlich eine der einfachsten des Rätsels, sondern galt auch einer der populärsten Opern überhaupt, und das war sie schon von ihrer Uraufführung im Jahre 1821 an. ENtsprfechend schnell kamen die richtigen Lösungen, so dass diesmal eigentlich gar keine Tipps vonnöten waren.

Als Weber im Jahr 1810 erstmals den ersten Band der Sammlung „Das Gespensterbuch“ von August Apel und Friedrich August Schulze zu lesen bekam, fiel ihm sofort die Eignung der Geschichte „Der Freischütz. Eine Volkssage“ auf, aber es sollte noch elf Jahre dauern, bis die Oper nach einem Libretto des Schriftstellers Johann Friedrich Kind in Berlin ihre glanzvolle Uraufführung erleben konnte. Da Kind einige Elemente aus einem seiner Texte mit dem Titel „Die Jägersbraut“ in das Libretto eingebaut hatte, planten Kind und Weber ursprünglich, der Oper diesen Titel zu geben, und im Sinne unserer Frage wäre es kein falscher gewesen. Der Titel der ursprünglichen Sage eignete sich aber natürlich viel besser für das gesamte Werk, das von Wagner und Berlioz gleichermaßen bewundert wurde. Letzterer schrieb sogar die von Fairy Queen ins Spiel gebrachte französische Fassung, der er nicht nur eine Orchestrierung der AUFFORDERUNG ZUM TANZ eingliederte, weil ein Ballett im dritten Akt an der Opéra Pflicht war, sondern die er auch um äußerst sensibel komponierte Rezitative erweiterte, die wie Peter Brixius einmal zu Recht anmerkte, die ewige Problematik der überkommenen Dialoge elegant lösen könnten, indem man diese einmal ins Deutsche übersetzt und zur Aufführung bringt. Das wäre doch einmal eine Aufgabe für die Komische Oper.

All das gehört aber, ebenso wie Heinrich Heines Stoßseufzer über den Bekanntheitsgrad des Liedchens vom Jungfernkranz, schon zur weithin bekannten Folklore um Webers epochales Werk. Sollte jemand die noch nicht kennen oder nachlesen wollen, findet er vieles davon in diesen beiden ausführlichen Threads von Peter Brixius, in denen natürlich auch die diversen Einspielungsfavoriten angesprochen werden.
WEBER: Der Freischütz – Der Wald oder die Menschen?
http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1327

Meine eigene Präferenz liegt im Audiobereich bei der Aufnahme unter Carlos Kleiber, weil ich da sowohl das Orchester als auch die Agathe der Gundula Janowitz vortrefflich finde – was die Leistung der oben verlinkten Elisabeth Grümmer in der klassischen Aufnahme Erich Kleibers keiner Weise schmälern soll.



Schwieriger wird die Wahl schon bei einer angemessenen DVD. Meine frühen Aufnahmen, Achim Freyers Stuttgarter Kaspartheater und die einst ganz liebenswerte von Loriot kann ich nicht mehr so recht ernst nehmen, schon gar nicht Robert Wilsons egomanische Version aus Baden Baden. So bleibt die Wiederbelebung der spannenden, aber auch höchst kontroversen Inszenierung von Ruth Berghaus, deren Musik Nikolaus Harnoncourt zuweilen fast unerträglich zerdehnt. Dabei ist ihm allerdings auch nicht abzusprechen, dass ihm auch zahlreiche Momente einer interessanten Sicht auf die allzu vertraute Partitur gelingen, zumal ihm mit Inga Nielsen, Malin Hartelius, Peter Seiffert und Matti Salminen auch ein sehr gutes Sängerensemble zur Verfügung stand.



Leider ist die Aufnahme nach wie vor ziemlich teuer, so dass manche – vor allem diejenigen, die ihren FREISCHÜTZ gerne „realistisch“ hätten – vielleicht doch lieber zu der DVD des neuesten Kinofilms greifen, den ich nur in Ausschnitten kenne, nach denen es mich nicht drängt, solange er nicht sehr günstig zu haben ist.



Was leider viel zu selten gewürdigt wird, weil Wagner und seine deutschnationalen Nachfolger in dem Werk partout die Überwindung der italienischen Oper erkennen wollten, ist die Nähe vieler Nummern des Werkes zum Belcanto, und es ist kein Zufall, dass Joan Sutherland die andere große Sopranarie des Werkes, „Und ob die Wolke sie verhülle“, in ihre Sammlung THE AGE OF BELCANTO aufnahm, die leider schon lange gestrichen, für Fans der Gattung aber höchst erstrebenswert ist (s.
http://www.amazon.com/The-Age-Canto-Joan…Age+of+Belcanto).

Schade, dass die italienische Version unter Vittorio Gui mit Sena Jurinac, von denen ich mir ein besonderes Gespür für den Belcanto in dieser Oper erhoffen würde, anscheinend nur in einer Version zu haben ist, die nicht nur sehr historisch klingt, der man aber darüber hinaus aber auch noch schwere technische Mängel bescheinigt hat.



Kann jemand das bestätigen oder dementieren? Preislich ist ja vor allem die Andromeda-Aufgabe recht attraktiv, zumindest für die Spezialisten, die einen italienischen FREISCHÜTZ goutieren können.

:hello Rideamus
Billy Budd (07.08.2012, 12:28):
Original von Rideamus
Meine eigene Präferenz liegt im Audiobereich bei der Aufnahme unter Carlos Kleiber, weil ich da sowohl das Orchester als auch die Agathe der Gundula Janowitz vortrefflich finde – was die Leistung der oben verlinkten Elisabeth Grümmer in der klassischen Aufnahme Erich Kleibers keiner Weise schmälern soll.



Genau dieser Freischütz wurde heute Nacht auf Ö1 ausgestrahlt. Wer mag, kann die Sendung noch sieben Tage hier kostenlos nachhören.
Ich möchte noch ergänzen, dass mit Franz Crass und Bernd Weikl auch in den Nebenrollen hervorragende Sänger aufgeboten werden.
Billy :hello
Rideamus (07.08.2012, 12:39):
Ein Gott verspricht einem Künstler, dass er über einen Verlust hinweg kommt, wenn er sich schweigend fügt. Aber wir wissen ja schon, dass Stille beunruhigt und diese Unruhe schlimme Folgen haben kann. So auch hier.

Gesucht wird wieder einmal der Anfangsbuchstabe des Komponisten sowie der Titel der Arie, der sie in dieses Rätsel bringt.

TIPPS

Das Thema ist über 60-mal "veropert" worden. Für das gesuchte Werk gibt es zwei Uraufführungsdaten – Pavel

Da sieht man wieder, bei den Librettis fallt kaum wem was ein - nur schaurig müssen sie sein, der Text ist aber net vom Platon - glaube ich – Oper 337

Klagende Fragen: Was werde ich tun? Wo werde ich hingehen? – Athene

Dazu fällt mir ein Wunsch von REINHARD MEY und eine Warnung von FALCO ein – Emotione

Die Frage von heute habe ich auch sofort gewusst, da ich das gesuchte Stück schon selbst gesungen habe. Dieser Tipp sollte für die Mitrater zumindest die Stimmkategorie schon stark eingrenzen. Der Held dieses Werkes, ist eine Personifizierung unserer liebsten Kunst geworden. Aber auch berühmte Vertreter anderer Künste haben sich seiner auf kunstvollste Weise angenommen und ihm Bilder, Sonette und andere Werke gewidmet. Das hier gesuchte Stück singt aber nicht er sondern einer dessen Schicksal wesentlich amüsanter ist – Fairy Queen

Der gesuchte Gott ist noch gar nicht erwachsen und kommt doch schon meist mit Waffen daher, aber mit anderen als in Nr. 11 - Heike

Französischkenntnisse sind hier von Vorteil – Calisto

(Zitat von Rideamus: Ein Gott verspricht einem Künstler ...) Was der schon verspricht! Na gut, ist ja noch ein Kind – Quasimodo

Die Lösung: Christoph Willibald Gluck: ORPHÉE ET EURYDICE – Soumis au silence
Patricia Petibon http://www.youtube.com/watch?v=ahCiJOON4o4

Lösungsbuchstabe: G

Noch eine Coverversion, und diese ist, bei uns zumindest, offenbar deutlich weniger bekannt als ihr Original, denn mit dieser Frage hatten doch manche Leute so ihre Schwierigkeiten, denen meine Fragen sonst eher leicht vorkommen. Ich gestehe aber gerne, dass ich bei der Fragestellung überhaupt nicht bedacht hatte, dass der Originaltext der Ariette des Amor nicht ebenfalls mit der Stille zu tun haben könnte, wie der direkte Vergleich belegt.

Italienisches Original:
Gli sguardi trattieni, affrena gli accenti,
Die Blicke halte zurück, zügle die Sprache,
Rammenta se peni, che pochi momenti hai più da penar.
Erinnere dich, wenn du leidest, wie wenige Augenblicke du nur noch zu leiden hast.
Sai pur che talora confusi, tremanti,
Beherzige, dass zuweilen den verwirrt, bebend
con chi gl’innamora, son ciechi gli amanti,
Liebenden die Liebe blind macht,
non sanno parlar.
Und sprachlos.

Hier ist die Stille nur in der Sprachlosigkeit der letzten Zeile impliziert, während Glucks Librettist Raniero de Calzabigi diese schwere Bürde in der französischen Fassung gleich mit der ersten Zeile anspricht. Aber auch sonst ist interessant, wo der Librettist in seiner neuen Fassung die Akzente anders setzt, denn das geht über die Übersetzungsprobleme deutlich hinaus:

Französische Version:
Soumis au silence, contrains ton désir,
Folge dem Schweigegebot, unterwirf Deine Sehnsucht
Fais-toi violence, bientôt à ce prix tes tourments vont finir.
Tu dir Gewalt an, und bald werden deine Qualen beendet sein
Tu sais qu'un amant discret et fidèle,
Wisse, dass ein zurückhaltender und treuer Liebender
Muet et tremblant auprès de sa belle,
Wenn er stumm bei seiner Schönen zittert
En est plus touchant.
Der Rührendste ist.

Nicht jede Bearbeitung übertrifft ihr Original, aber im Falle der französischen Fassung würde ich sowohl für diese kleine Arie als auch bei der gesamten Oper der späteren Fassung den Vorzug geben. Womöglich gilt das sogar für die noch spätere Bearbeitung durch Hector Berlioz, der bekanntlich eine enorme Hochachtung vor Gluck, aber auch ein starkes Gespür für dramatische, und dennoch nicht überzogene Wirkungen hatte. Man kann sie in dieser Aufnahme hören, die ich leider selbst nur einmal gehört habe, und das vor allzu langer Zeit:



Da sich die Dramatik des Werkes vor allem in der Musik ausdrückt, die sich jeder aufgesetzt actionbetonten Inszenierung widersetzt, finde ich ausnahmsweise die Regie Robert Wilsons am pariser Chatelet absolut adäquat, so dass es mir nicht schwer fällt, diese DVD vorrangig zu empfehlen:



Noch aufregender und in jeder Hinsicht vorbildlich finde ich allerdings die Audioaufnahme Marc Minkowskis, der hier sein ganzes Kennen und Können bei der Dramatisierung von Barockopern zur Geltung bringt:



Über kaum eine Oper und ihre Bedeutung für die Operngeschichte gibt es womöglich mehr Literatur als über Glucks Meilenstein der sogenannten Reformoper, und unser Gluck-Kenner Peter Brixius hat Einiges dazu beigetragen, etwa hier: GLUCK: Orfeo ed Euridice – Gegen den trügerischen Gott .

Ansonsten gibt es ja immer noch Google und Wikipedia. Ich muss mir hier nämlich ausführlichere Ausführungen zu dem Werk ersparen, weil es zu lange her ist, dass ich mich intensiver damit befasst habe, so dass ich in der für eine Rätselantwort zumutbaren Zeit kaum mehr tun kann als die genannten Quellen zu paraphrasieren. Dennoch kann ich es mir nicht verkneifen, wieder einmal wider den Stachel zu löcken und die Kenner mit meiner Vorliebe für diese völlig unauthentische Fassung zu konfrontieren, in der Georg Solti und Marilyn Horne, kräftig unterstützt von Pilar Lorengar und Helen Donath, ein Feuerwerk abbrennen, das geeignet ist, jeden Anspruch an Authentizität zweitrangig erscheinen zu lassen, solange die Wirkung so umwerfend ist wie hier:



Ich bin mir aber sicher, dass es gerade von dieser Oper in ihren beiden Fassungen noch weit mehr interessante Versionen gibt, als ich nennen konnte. So besitze ich auch diese faszinierende Aufnahme der französischen Fassung mit hohem Tenor aus Barcelona, in der kein Geringerer als Juan Diego Florez die Titelrolle gibt.



Wer bietet mehr?

:hello Rideamus
Rideamus (08.08.2012, 12:00):
Dass Staaten ihre Bürger abhören wollen, hat bereits eine so lange Tradition, dass die Aufforderung, leise zu sein, weil man abgehört wird, schon in eine der großen Opern des Repertoires vielstimmigen Eingang gefunden hat.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Werktitels

TIPPS

Amtsmissbrauch ist hier auch dabei – Athene

Schon wieder ein Werk mit mehreren Fassungen, aber alle wurden in der gleichen Stadt uraufgeführt - Pavel

Sogar am nämlichen Theater und auch immer mit derselben Sängerin. Kein Countertenor war zugegen – Oper 337

Ein eher unerfreulicher Typ in dieser Oper heißt genauso wie der ebenso unerfreuliche Eroberer einer südamerikanischen Hochkultur! – Severina

Der große Komponist ist viel bekannter für seine bedeutenden Beiträge zu Genres ohne Gesang. Allerdings wird in seiner letzten Sinfonie auch gesungen - Heike

Zum Ende hin verfallen fast alle in einen Freudentaumel. So etwa: ! - calisto

Gut, dass Du der Freude keinen Namen gegeben hast! - Quasimodo

Freude hin und Freude her - gut geplärrt das ist nicht schwer – Oper 337

Der Komponist von Nummer 13 ist eher für lautere Töne bekannt obschon für ihn selbst Alles sehr leise war – Fairy Queen


Die Lösung: Ludwig van Beethoven: FIDELIO – Oh welche Lust (Gefangenenchor)

Chor der Oper Berlin 1963 http://www.youtube.com/watch?v=3ffPtjrSw7k

Lösungsbuchstabe: D

Es gibt im gesamten Opernrepertoire wohl nur wenige Stücke, die so bekannt sind, dass ich es wagen konnte, eine Frage auf eine Zeile abzustellen, die erst zum Ende eines Chores vorkommt. Gemeint war natürlich diese:

Sprecht leise, haltet euch zurück
Wir sind belauscht mit Ohr und Blick

Über die Oper und ihre Vorgeschichte ist schon sehr viel geschrieben worden, unter anderem auch bei uns in diesen sehr empfehlenswerten Threads:

BEETHOVEN: Fidelio – Oper als Freiheitsapotheose und
BEETHOVEN: Leonore/Fidelio – Gott, welch’ Dunkel hier!

In meinem Weihnachtsrätsel von 2010 habe ich ebenfalls meinen Senf dazu gegeben, nämlich hier: Jauchzet! Frohlocket! - Der musikalische Rätselkalender zum Advent 2010 bzw. hier: http://www.das-klassikforum.de/thread.ph…91652#post91652

Ich möchte mich daher in meinem Kommentar auf diese eine Nummer beschränken, die viele schon kaum mehr hören können, weil sie seit Jahrzehnten in Chorplatten und Wunschkonzerten zum Ohrwurm geraten ist, den man kaum mehr mit seinem ursprünglichen Kontext in Verbindung bringt – jedenfalls nicht so weit, dass man seine revolutionäre Bedeutung zu erkennen vermag. Wie ist diese unglaubliche Popularität eines, für Beethovens Verhältnisse eher einfachen, Liedes, des von extremen Außenseitern der Gesellschaft vorgetragen wird, zu erklären? Liegt es wirklich nur an der fraglos sehr eingängigen Musik?

Fast zwanzig Jahre sind seit der Uraufführung von Mozart/Da Pontes LE NOZZE DI FIGARO vergangen, als am 13. November 1805 Beethovens Erstfassung der Oper LEONORE erstmals aufgeführt wurde. Man hatte ihr gegen seinen Willen den Namen FIDELIO gegeben um eine Verwechslung mit der, nur ein Jahr älteren und schon populären, Oper Ferdinando Paërs nach der gleichen Vorlage zu vermeiden. In dieser Woche saßen fast nur Soldaten Napoleons im Publikum, der gerade Wien erobert hatte, und der Erfolg der deutschsprachigen Opéra comique war entsprechend gering. Immerhin sorgte diese Entwicklung mit dafür, dass die Uraufführung im kaiserlichen Wien überhaupt stattfinden konnte, denn zwischen diesen beiden wiener Uraufführungen lag die schreckliche Dekade der französischen Revolution, in welcher übrigens der Autor der Vorlage, Jean Nicolas Bouilly, als Jurist eine zwiespältige Rolle gespielt hatte. Einerseits diente er nämlich der Revolution als Jurist und Amtmann, andererseits half er, einen adeligen Jugendfreund vor der Guillotine zu bewahren - ein Erlebnis, das den wahren Kern seines Dramas „Léonore ou l’amour conjugal“ abgab.

Die kaiserliche Zensur hatte naturgemäß keinerlei Sympathie für Stoffe, die revolutionären Bestrebungen Ausdruck gaben, und so mussten sowohl Mozarts Oper als auch die Beethovens etliche Eingriffe und Verharmlosungen ertragen. Dazu gehörte die Verlegung in ein weit früheres Spanien mit fiktiven Herrschern und Staatsbeamten, in denen allerdings ihre aktuellen Gegenstücke unschwer zu erkennen waren. Immerhin: einfaches Landvolk und Gefängnisinsassen gab es schon zu allen Zeiten. Beachtlich ist jedoch, wie unterschiedlich die Funktion der Chöre bei Mozart und Beethoven ist. Während er bei Mozart und noch bei fast allen zeitnahen Nachfolgern Beethovens kaum mehr als ein bunter Hintergrund für die Aktionen der Hauptpersonen ist, gerät der Auftritt des Chores bei Beethoven zu einem Fanal, das er im FInale der Oper, das sich zu einem regewlrechten Oratorium auswächst, noch weiter steigert.

Die Menge der Gefangenen bekommt unversehens einen eigenen Charakter, der nicht nur, wie bei den meisten sonstigen Chören, Sympathie für andere oder Schrecken über ein Geschehen auszudrücken hat, sondern ein ganz individuelles Bedürfnis nach Licht, Luft und Freiheit zum Tragen bringt. Fast unerhört sollte es noch lange in einer Oper bleiben, dass Beethoven mit dem ersten und zweiten Gefangenen, die jeweils eigene Gefühle ausrücken und Chorsätze anführen, ein eigenes Ensemble gestaltet, wie es sonst nur den Protagonisten eines Werkes, ggf. unter Mitwirkung eines Chores, ermöglicht wird. Dem entspricht auch die Zweisätzigkeit der Vorlage, die Beethoven geschickt zu einem Chor vereint:

Mais livrons-nous à l’esperance
Peut-être un jour la providence
Wir wollen mit Vertrauen auf Gottes Hilfe bauen (man beachte den Ersatz der Hoffnung durch Vertrauen und des Schicksals durch Gottes Hilfe)

Parlez plus bas … de la prudence
Sprecht leise … haltet Euch zurück (seid klug)

Es gibt in der Oper vor Berlioz wohl kaum andere Chöre, die über die Kraft ihrer einprägsamen Melodie hinaus, auf die sich - neben dem Text natürlich - noch Verdi im NABUCCO und in den LOMBARDI ausschließlich verlassen wird, so differenziert charakterisieren.

Neben der Tatsache, dass Bouilly auch der Autor der von Beethoven bewunderten Oper Cherubinis, LES DEUX JOURNÉES bzw. DER WASSERTRÄGER war, gehört die Tatsache, dass dieses Gemeinschaftsgefühl bereits in dem Drama zum Ausdruck kam, das er für einen guten Opernstoff hielt, bestimmt zu den Faktoren, die Beethoven diese Geschichte so sehr ans Herz wachsen ließen. Immerhin verbrachte er ungeachtet des ursprünglichen Misserfolges noch sechs weitere Jahre und brauchte drei zusätzliche Ouvertüren, bis seine Oper die endgültige Gestalt bekommen hatte, die - nach einer neuen Uraufführung im Main 1814 - erst mit der Wiederaufnahme im November 1822, bei der die erst 17-jährige Wilhelmine Schröder als Leonore debütierte, endgültig ihren triumphalen Durchbruch feiern konnte, den Beethoven nur noch um weitere fünf Jahre überlebte. Kein Wunder also, dass er nicht mehr die Kraft zu einer weiteren Oper aufbringen konnte oder wollte. Jedenfalls halte ich sein mehrfach vorgebrachtes Argument, er fände kein geeignetes Libretto, für eine Schutzbehauptung. Er hatte einfach vom Singspiel über die Opéra comique und die große Oper bis hin zum Oratorium bereits das ganze Spektrum der Gattung in einem einzigen Werk ausgelotet.

Vielleicht sollte man manche Wunschkonzerthits von Zeit zu Zeit darauf überprüfen, was wirklich in ihnen steckt. Es könnte sich lohnen.

Da ich mich an Beethovens Oper in frühen Jahren fast überhört habe, ist in jüngster Zeit noch keine Aufnahme zu meinen Favoriten unter Klemperer, Halasz, Bernstein und Dohnanyi, die ich alle in den Capriccio-Threads aufgeführt habe, keiner mehr hinzu getreten. Allerdings sollte ich mal etwas intensiver diese DVD beachten, die ich bislang nur stichprobenartig angesehen habe:



Ihr habt aber sicher noch andere Empfehlungen, oder?

:hello Rideamus
Rideamus (09.08.2012, 10:21):
Ein Geliebter lässt nicht mehr von sich hören, schweigt. Liebe aber hört und weiß und bittet die Nacht, ihn leise aufzusuchen und zu streicheln. Ein großer Dichter und ein großer Komponist haben sich nach der Vorlage eines großen Malers zusammen getan um dieser Bitte Ausdruck zu geben.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistennamens

TIPPS

Und hier der Tipp zur 14, obwohl ich die durch die Hinzufügung des Malers schon leichter gemacht habe als ursprünglich geplant, denn eigentlich enthält ja schon die Frage eine Übersetzung der ersten Zeile des gesuchten Stückes. Es handelt sich hier nicht um eine Veroperung von Eichendorff, aber ein berühmtes Werk von ihm hätte auch den Titel für dieses Werk abgeben können - Rideamus

Nicht jede Oper, die in Italien uraufgeführt wurde, hat ein italienisches Libretto – Pavel

Tatsächlich war keiner der Hauptbeteiligten Italiener, und nur die erste Sängerin der gesuchten Arie war deutschsprachig, hat dann aber einen Engländer geheiratet – Rideamus

Ein anderes Werk des Komponisten versursachte einen der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts – Emotione

Am Libretto war noch ein zweiter Dichter beteiligt. Beide waren gemeinsam u.a. auch für zwei Operntexte eines deutschen Komponisten verantwortlich (die allerdings beide in deutscher Übersetzung uraufgeführt wurden) – Quasimodo

Ich glaub' ich hab's. Habe an den Reserve Cavaradossi nicht gleich gedacht - Oper 337

Wenn man gerne um die Ecke denkt, so könnte man den bekanntesten Song aus "High Society" zur Ermittlung des Namens der weiblichen Hauptfigur heranziehen – Pavel

Mit einer die Haare nicht nur auf den Zähnen hat – Oper 337

Aber Peter, das gilt doch nicht für die wahre Liebe. Tsk Tsk Tsk – Rideamus

Auch auf die wahre Liebe fällt manchmal ein Schatten, im konkreten Fall ein englischer! – Severina

Und schließlich endet es im Irrenhaus - Heike

Ein halbes Jahrhundert vor 9/11 uraufgeführt .... Schwere Frage - Athene

Die Lösung: Igor Strawinsky: THE RAKE'S PROGRESS - Quietly, Night

Dawn Upshaw http://www.youtube.com/watch?v=idDNqXtgwas (ab 2‘33“)

Lösungsbuchstabe: T

Dass diese Frage neben der nach dem wenig bekannten Stück Aaron Coplands erwartungsgemäß die schwierigste dieses Rätsels war, liegt diesmal sicher nicht an einem mangelnden Bekanntheitsgrad des Komponisten. Wohl aber daran, dass seine abendfüllende Oper sich trotz sehr ansprechender Musik nie richtig durchsetzen konnte, obwohl zum Glück in den letzten zwei Dekaden die Aufführungszahlen immer häufiger – und die Kritiken immer besser werden. Leider w3issen nur noch wenige, dass Heike hier auch schon intensiv für diese Oper geworben hat: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1597&hilight=Rakes+Progress

Die Kritiken der 1951 in Venedig erfolgten Uraufführung, die unter einer viel zu kurzen Probezeit litt, und bei der sich einzig Elisabeth Schwarzkopf als Ann Trulove hervor tun konnte, waren nämlich überwiegend negativ. In einer Zeit, die von weit progressiveren Strömungen in der Musik bestimmt wurde, erschien Strawinskys letzte und beste neoklassizistische Schöpfung zu rückwärtsgewandt. Zudem bescheinigte man der Oper Sprödigkeit und Kunstlosigkeit. Den Vorwurf der Sprödigkeit kann ich bei diesem Werk, das sich bewusst von den durchkomponierten Vorgängern der Oper seit Berlioz und Wagner absetzt und vor allem an Mozart und den Nummerncharakter seiner moralischen Fabel DON GIOVANNI anknüpft, noch nachvollziehen, aber kunstlos ist es wahrhaftig nicht. Im Gegenteil: es ist eines der faszinierendsten Musikdramen der Neuzeit, deren zuweilen tatsächlich etwas fahler musikalischer Charakter seinem Thema vom trüben Leben eines Taugenichts perfekten Ausdruck gibt.

Weit eher als die Musik ist es wohl auch das Thema, das den Erfolg des Werkes behindert hat, denn die Geschichte vom Abstieg eines Wüstlings, zu der sich Strawinsky von einer achtteiligen Bilderserie des Malers William Hogarth (1697-1764) hat inspirieren lassen, die er kurz zuvor in einer Ausstellung in Chicago gesehen hatte, war zwar eine archetypische, wie die meisten moralischen Legenden aber als Drama nicht sehr stark. Der amerikanische Dichter W. H. Auden, der mit Hilfe des, in der Tat für die Verse zuständigen, Poeten Chester Kallmann das Libretto auf Wunsch Strawinskys einrichtete, war ein außerordentlich wortmächtiger Dichter, verfügte aber nicht über ein ausgeprägt dramatisches Talent, wie vor Strawinsky auch Benjamin Britten (PAUL BUNYAN) und nach ihm Hans Werner Henze (ELEGIE FÜR JUNGE LIEBENDE; DIE BASSARIDEN) erfahren mussten. So ist das dreiaktige Werk bei aller Einfallskraft, zu der schon Hogarth viel beisteuerte, letztlich nur eine Abfolge farbenfroher Tableaus, ein echtes Drama aber nur zu Beginn, wenn der teuflische Nick Shadow den Faulenzer Tom Rakewell mit großen Versprechungen von der Seite seiner Geliebten Ann Trulove nach London lockt um ihn dann ins Verderben zu stürzen, und gegen Ende, wenn der gescheiterte Tom in ein Irrenhaus eingeliefert wird.

Vor diesem Hintergrund ragt die großartig gebaute Arie der Ann deutlich heraus und wurde der Hit der Partitur, denn hier vereinen sich poetische und musikalische Rückgriffe auf klassische Zeiten zu einer meisterlichen Liebeserklärung:

Quietly, night
O find him and caress
And may thou quiet find his heart
Although it be unkind.

Finde, oh Nacht,
Ihn sanft und streichle ihn
Mögest Du leise sein Herz finden,
mag es auch abgeneigt sein.

Eine der Eigentümlichkeiten des Gedächtnissen, zumindest des meinen, ist die Festigkeit, mit der sich bestimmte, eigentlich marginale, Informationen eingraben. Bei mir gehört eine Szene aus einem Fernsehportrait Strawinskys des NDR von Richard Leacock und Rolf Liebermann (1966) dazu, in der er von Musikstudenten über Mozart befragt wird. „Was ich von Mozart halte? Ich bestehle ihn“, war seine unverblümte Antwort, und nirgendwo wird das so deutlich hörbar, wie in der Arie der Ann Trulove, die am Ende des ersten Aktes spürt, dass sich ihr geliebter Tom, der lange nichts hat von sich hören lassen, in großer Gefahr befindet. Der oben verwiesene YouTube-Clip mit der großartigen Dawn Upshaw, macht die Ähnlichkeiten dieser Arie mit den Bravourarien Mozarts hörbar. Er macht aber auch die Unterschiede deutlich, in denen sich die qualitative Differenz zwischen Plagiat und Inspiration manifestiert.

Qualitätsunterschiede gibt es natürlich auch in den Aufnahmen, wobei ich den Mitschnitt der seinerzeit stark kritisierten Uraufführung mit Robert Rounseville und Elisabeth Schwarzkopf leider nicht kenne



Dieser Mitschnitt ist aber mindestens von außerordentlichem historischem Interesse, denn wie viele Meilensteine des Opernrepertoires gibt es schon, die von ihren Komponisten dirigiert wurden? Wie sehr er selbst dieses Werk schätzte, belegt die Studioaufnahme mit Judith Raskin und John Reardon von 1964, mit der ich aber das Werk kennen und schätzen lernte, die aber leider nicht mehr greifbar zu sein scheint. Von den übrigen Audioaufnahmen kann ich die Einspielung John Eliot Gardiners von 1999 vorbehaltlos empfehlen, da er mit Ian Bostridge, Deborah York, Bryn Terfel und Anne Sofie von Otter ein ideales Ensemble versammeln konnte. Leider gehört sie auch zu den teuersten.



Eigentlich sollte man aber eine Oper nicht nur hören, sondern auch sehen, und da fällt es mir sehr schwer, mich zwischen zwei Aufnahmen zu entscheiden, die beide große Meriten haben. Da wäre zum einen Peter Mussbachs Salzburger Inszenierung von 1996 unter Sylvain Cambreling mit Dawn Upshaw und Jerry Hadley, der auch der oben verwiesene Videoclip entstammt.

Müsste ich mich aber wirklich nur für eine DVD entscheiden, so fiele meine Wahl auf die neueste aus Glyndebourne (2010), in der Vladimir Jurowski seinen Hauptdarstellern Miah Persson, Topi Lehtipuu, Clive Bayley Optimale Leistungen abgewinnt.



Schon wegen der weit besseren Bildqualität ist diese HD-Aufzeichnung der älteren Aufnahme Bernard Haitinks aus Glyndebourne (1975) vorzuziehen, obwohl die im Wesentlichen auf derselben Inszenierung von John Cox mit den kongenialen Bühnenbildern David Hockneys beruht und mit Felicity Lott , Leo Goeke, Richard Van Allan, Rosalind Elias und einem jungen Samuel Ramey eine Besetzung aufbietet, die sich vor keiner Konkurrenz zu verstecken braucht. Ann Truloves Arie aus dieser Inszenierung mit der großartigen Felitiy Lott kann man hier hören und sehen:"http://www.youtube.com/watch?v=mLmRVY-5QkY"

Traut Euch ruhig mal an diese besondere Oper heran. Ihr werdet es kaum bereuen.

:hello Rideamus
Rideamus (10.08.2012, 11:54):
Ein Novize verweigert den Priestereid, weil er eine Frau heiraten möchte, in die er sich verliebt hat. Diese liebt ihn auch, hat aber ein Vorleben, das sie ihm verschweigt, als sie ihn von ihrer Vertrauten empfangen lässt. Wir interessieren uns für das Lied dieser Vertrauten, die ihren Gefährtinnen gebietet zu schweigen, weil das Schiff des Liebhabers ihrer Herrin naht.

Gesucht wird erneut der zweite Buchstabe des Komponistennamens

TIPPS

Es handelt sich um eine Umarbeitung einer nicht aufgeführten Oper, von der auch keine Einspielung vorliegt. Aus Zensurgründen wurde die Handlung um 120 Jahre vorverlegt und der Schauplatz geändert – Pavel

Man sollte eben nie die Katze im Sack kaufen - oder sich vorher den Stammbaum zeigen lassen! - Severina

Der Schauplatz des Finales ist auch aktuell noch das Endziel vieler Menschen, die einer europäischen Kulturroute folgen – Emotione

Da kann man nur sagen "Das Wandern ist des Pilgers Lust" - altes Wahlfahrerlied, welches später abgewandelt wurde - Oper 337

1840 uraufgeführt und schon ein Jahr später in Kassel deutsch gegeben – Calisto

Ich kenne kaum einen Komponisten, der mehr Opern geschrieben hat. Gut so, denn dann gehen die Fragen Riddleamus nicht aus, denn da der Komponist hier von einigen sehr geliebt wird, muss er in Riddles Rätseln immer dabei sein :-) – Heike

Dem möchte ich aber doch hinzufügen, dass diese Wahl nicht ganz so beliebig war, wie sie klingt. Vielmehr war ich ganz überrascht, dass ich, soweit feststellbar, noch nie nach diesem Werk gefragt habe, obwohl ich es für mindestens eines der fünf besten dieses Komponisten halte - besonders in der Aufnahme der italienischen Version mit Pavarotti - Rideamus

Drei Rollennamen finden wir fast gleichlautend in Verdis Trovatore wieder – Athene

Das Stück kam schon öfter in diversen Rätseln vor. Ist wohl bei den Rätselmachern eine besondere, äh, wie sagt man, Günstlingin? – Quasimodo

Net einmal ein Priester kann heiraten wen er will, weil ihm immer wer dreinredet, das schon seit dem hl. Bernhard dem Schutzherrn der Bernhardiner mit dem Rumfassel – Oper 337

Die Lösung: Gaetano Donizetti: LA FAVORITE – Silence! Silence!

Genia Kühmeier http://www.youtube.com/watch?v=wtK8MixfrOE (ab 3‘ 20“)

Lösungsbuchstabe: O

Auch hier fragte ich nach einer Zeile, die mitten in einer relativ bekannten Arie liegt, aber diesmal kam es ohnehin weniger auf den Text als den Kontext an, der von den meisten doch recht zügig erraten wurde. Ich hoffe also, dass man mir nachsieht, dass ich eine relativ unbedeutende Stelle einer harmlosen, wiewohl hübschen Ariette mit Chor zum Anlass nahm, endlich einmal eine meiner Favoritinnen unter Donizettis Opern auch in einem meiner Rätsel zu berücksichtigen. Quasimodo hatte natürlich Recht: Teresa Cellini hat die Oper schon einmal in schöner Ausführlichkeit anlässlich eines ihrer Rätsel beschrieben. Wer sich also für die Oper interessiert, und das sollte jeder, dem der Belcanto und seine Folgen gefallen, sollte noch einmal diese Rätselauflösung nachlesen: Auflösungen: Unerfreuliche Hochzeitsvorfälle oder Was Bräute bei der Hochzeit erleben müssen

Einen ausführlicheren Inhalt gibt es natürlich auch in dem Opernführer unseres Streifenpeter hier: Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer

Was mich an der Oper am meisten fasziniert, ist ihre stilistische Geschlossenheit und Schönheit trotz einer chaotischen Entstehungsgeschichte, wie sie selbst für Donizetti ungewöhnlich war. Natürlich musste ein so fruchtbarer Komponist wie Donizetti für seine rund 70 Opern immer wieder mal auf vergangene Werke zurückgreifen, wenn er all seinen Verpflichtungen pünktlich nachgehen wollte. So war es auch im Jahr 1840, als er sehr kurzfristig der Pariser Opéra ein neues Werk liefern musste und die ursprünglich dafür vorgesehene Oper, LE DUC D’ALBA, auf Betreiben der Primadonna Rosine Stolz, die auch die Maitresse des damaligen Intendanten der Opéra war, abgelehnt wurde, weil keine angemessene Rolle für sie vorgesehen war.

Da fügte es sich als Glück im Unglück, dass Donizetti kurz zuvor eine Oper für das kurzlebige Opernensemble des damaligen Théatre Rénaissance komponiert hatte, das die Aufführung französischsprachiger Opern im italienischen Stil auf seine Fahnen geschrieben hatte, und in dem kurz zuvor die französische Fassung der LUCIE DE LAMMERMOOR mit Erfolg uraufgeführt worden war. Deren Erfolg hatte die Intendanz aber nicht davor bewahrt, knapp zwei Jahre danach pleite zu gehen und Donizetti auf einer von ihr in Auftrag gegebenen, unfertigen Oper namens L‘ANGE DE NISIDE sitzen zu lassen. Deren Geschichte, die von der Liebe eines Offiziers zu der Maitresse des Königs von Neapel handelte, bildete den Kern der neuen Oper, die aus Furcht vor Eingriffen der Zensur nach Santiago de Compostela, dem Zielpunkt des berüchtigten Jakobsweges, und in das Spanien des kastilianischen Königs Alfonso XI im frühen 14. Jahrhundert verlegt wurde.

Die Regeln der Opéra verlangten allerdings gravierende Änderungen in der Musik, und obwohl Donizetti so viel wie nur irgend möglich von seiner abgebrochenen Partitur übernahm, was erklärt, wie er den fast ganzen dritten Akt angeblich in drei bis vier Stunden vollenden konnte, musste er die beiden ersten Akte weitgehend neu schreiben. Dabei griff er auch auf Elemente des DUC D’ALBA zurück, darunter die in der italienischen Fassung berühmt gewordene Tenorarie „Favorita del re … Spirto gentil“. Eine zusätzliche Quelle war auch noch seine Partitur der, ebenfalls unvollendet gebliebenen, Oper ADELAIDE von 1834. Man kann sich vorstellen, dass aus diesem hastig zusammengestoppelten Werk ein wildes Mosaik aus stark divergierenden Einzelteilen resultierte.

Diese Vorstellung irrt. LA FAVORITE oder, LA FAVORITA, wie sie in der bekannteren italienischen Fassung heißt, ist ein ungewöhnlich einheitliches Werk, das eine erstaunliche Gelassenheit und Ruhe ausströmt, wie sie nur einem Menschen gegeben sein kann, der mit seinem aktuellen Leben im Reinen ist. Donizetti hatte damals aber auch allen Grund dazu. Nach dem frühen Tod seines Rivalen Bellini im Jahr 1835 war er der ungekrönte König der italienischen Oper und hatte alle Chancen, nach dem dominierenden Giacomo Meyerbeer auch Paris, die damalige Hauptstadt der Opernwelt zu erobern (was ihm mit LA FAVORITE auch gelang). Seine intime Freundin Zéline de Coussy, die Frau eines einflussreichen Bankiers, setzte zudem alles daran, ihn in Paris zu halten und ihm den Weg zu weiteren Erfolgen zu ebnen, und nicht zuletzt erwies sich auch das Libretto Alphonse Royers als tragfähige Stütze einer stringenten Tragödie, die weit weniger absurd war als viele andere Opern der Zeit. Das Resultat ist eine der besten Opern Donizettis, deren relativ geringere Popularität im Vergleich zur LUCIA, seinen Tudor-Opern oder selbst noch der LUCREZIA BORGIA mir wohl immer ein Rätsel bleiben wird. Vielleicht liegt es doch an den französischen Wurzeln?

Wie Teresa schon in dem zitierten Thread schrieb, enthält die Oper viele von Donizettis schönsten musikalischen Einfällen, und die wollen natürlich optimal dargeboten werden. Als ich mir vor langer Zeit die LP-Box dieser Aufnahme zulegte,



hörte ich sie sehr oft und gerne. Ich war ja nicht immer begeistert von Richard Bonynges Einspielungen, die für mich oft etwas leblos und studiohaft steril klangen. Das gilt mit Einschränkungen auch für diese Aufnahme, von der man nicht gerade dramatisch aufgeladene Theaterluft und subtile Charakterisierungen erwarten sollte, aber gerade bei dieser Oper ist nichts wichtiger als die möglichst vollkommene Darbietung der Musik, und die bekommt man hier. Alle vier Protagonisten, also auch Nicolai Ghiaurov und Gabriel Bacquier, aber besonders Fiorenza Cossotto und Luciano Pavarotti sind ideal besetzt und bestens bei Stimme, so dass kein Wunsch offen und gegen Ende auch kaum ein Auge trocken bleibt. Auch wenn es nicht die Originalfassung ist, sondern die italienische, so erfüllt die Aufnahme für mich doch annähernd alle Erwartungen, die ich an eine mustergültige Operneinspielung richte. Wie unterschiedlich Original und Rückübersetzung klingen, kann man übrigens anhand eines Vergleichs der berühmten Tenorarie "Ange si pur" bzw. "Spirto gentil" in diesen superben Darbietungen erahnen:

Ange si pur mit Juan Diego Florez: http://www.youtube.com/watch?v=UjTOAf0sS1E
Spirto gentil mit Luciano Pavarotti: http://www.youtube.com/watch?v=OPpGxiQhUcE

Heute ziehe ich aber diese Einspielung der französischen Originalfassung vor, die es leider nur noch als Download zu geben scheint:



Die unerklärlich geringe Beliebtheit dieser Oper schlägt sich leider auch in dem Mangel an verfügbaren DVDs nieder. Diese vorzüglich besetzte, ältere Aufnahme mit Sesto Bruscantini, Renata Cossotto, Alfredo Kraus Kraus und Ruggero Raimondi kenne ich leider nicht, dürfte sich aber zumindest vom Stimmpotenzial her lohnen, zumal Olivero de Fabritiis ein sehr zuverlässiger Dirigent war.



Daneben habe ich noch TV-Mitschnitte zweier spanischer Aufführungen mit Shirley Verrett und Alfredo Kraus bzw. Daniela Barcellona und Giuseppe Filianoti, die aber wohl nicht so leicht greifbar sind.

Nicht mehr als eine hübsche, wenn auch bemerkenswerte Kuriosität ist der Kinofilm Cesare Ballacchis von 1953 mit einer jungen Sophia Loren als Darstellerin der Leonora (gesungen wird sie von Palmira Vitali Marini). Diese Mischung aus Digest mit italienischen Kommentarüberleitungen und dem immerhin größten Teil der Partitur einschließlich des obligatorischen Ballettes kann man aber wenigstens auf YouTube sehen und hören, und zwar hier:http://www.youtube.com/watch?v=858yIMprH7E. Die erfragte Arie der Ines gibt es da übrigens bei 7‘50“.

Bin ich eigentlich der einzige, der hier ein deutliches Vorausecho von Verdis Arie der Eboli, „Nel giardin del bello“ hört, die natürlich viel besser und „spanischer“ ist?

:hello Rideamus
Karolus Minus (10.08.2012, 12:02):
Rideamus,

bei den nicht unbedingt greifbaren TV-Mitschnitten möchte ich noch einen aus dem Teatro Colón von 1995 mit Gloria Scalchi, Ramon Vargas und Dmitri Hvorostovsky hinzufügen.
Die von Dir genannte Version mit Barcellona und Filianoti ist übrigens meiner Erinnerung nach die einzig greifbare Video-Version im französischen Original.
Lg
Karolus Minus
stiffelio (10.08.2012, 12:33):
Original von Rideamus (zu FIDELIO)
Allerdings sollte ich mal etwas intensiver diese DVD beachten, die ich bislang nur stichprobenartig angesehen habe:...
Ihr habt aber sicher noch andere Empfehlungen, oder?

Lieber Rideamus,

ich wünsche mir zwar sehnlichst einen Fidelio mit Kaufmann, aber ganz sicher nicht diese Inszenierung: ich kann weder mit der Bühnengestaltung, noch mit Maske/Kostümen noch mit der Personenführung etwas Positives anfangen (Einzig und allein Polgar als Rocco sagt mir zu, Muff als Pizarro ist dafür umso schlimmer). Fast noch furchtbarer finde ich die Münchener Inszenierung mit Kaufmann, die also auch keine Alternative ist. Als lauter Verzweifelung habe ich mir gestern den Soundtrack einer Aufführung Luzern mit Kaufmann und Stemme heruntergeladen, von der es aber leider kein Video zu geben scheint.

Da ich mich an Beethovens Oper in frühen Jahren fast überhört habe, ist in jüngster Zeit noch keine Aufnahme zu meinen Favoriten unter Klemperer, Halasz, Bernstein und Dohnanyi, die ich alle in den Capriccio-Threads aufgeführt habe, keiner mehr hinzu getreten.
Dieses Problem betrifft auch mich und die von mir an sich heißgeliebte Bernstein-DVD (inklusive CD): in ihr hat meine Neigung eine bevorzugte Aufnahme wieder und wieder anzusehen einen fast schon unrühmlichen Höhepunkt erreicht. Sie ist mir derart vertraut, dass auch beim besten Willen keine Spannung mehr aufkommen kann, was diese Oper definitiv nicht verdient hat.
Bisher bin ich jedoch an allen Alternativen gescheitert (entweder waren sie selbst mir zu staubig oder zu modern und/oder die Personenführung hat mir nicht behagt - ich bin da beim FIDELIO sehr heikel), so dass der FIDELIO in den letzten 1-2 Jahren bei mir ziemlich in der Versenkung verschwunden ist.
Dein Rätsel hat ihn bis zu einem gewissen Grad wiederbelebt, so dass ich gestern und heute wie wild auf youtube gesurft und alle möglichen Inszenierungen wieder ausgebuddelt habe. Der beim FIDELIO relativ stark vertretenen Fraktion alter Opernfilme kann ich dabei allerdings überhaupt nicht abgewinnen - möglicherweise u.a. durch den Wechsel von Sprech- und Gesangsszenen, die ich in Filmen ziemlich schwer ertrage. Deine bevorzugte DVD mit Protschka und Benackova, die ich lange Zeit abgelehnt habe (Benackova als Leonore sagt mir nur sehr begrenzt zu und Florestan ist eine der relativ wenigen Rollen, in denen mich Übergewicht bei einem Sänger massiv stört) spielt relativ weit oben mit.
Seiffert und Meier aus Valencia wären eine weitere Alternative, in dieser Inszenierung kann ich freilich die Darstellung von Pizarro nicht leiden und bei der Personenführung bin ich zwiegespalten: an sich gefällt mir die relativ starke Stilisierung, aber die Kerkerszene gerät dadurch sowas von unnatürlich - selbst beim Duett "O namenlose Freude" dauert es ewig bis Leonore und Florestan es wagen, sich wenigstens die Hände zu reichen.
Ein wenig liebäugele ich auch noch mit der Züricher Aufnahme mit Sacca und Diener, aber die wurde im C-Forum ja nicht gerade enthusiastisch besprochen.

VG, stiffelio
stiffelio (10.08.2012, 13:10):
Lieber Karolus, lieber Rideamus

Original von Karolus Minus
Die von Dir genannte Version mit Barcellona und Filianoti ist übrigens meiner Erinnerung nach die einzig greifbare Video-Version im französischen Original.

Da darf ich ganz schüchtern widersprechen: derzeit sogar noch aktiv auf youtube ist diese Aufnahme mit Jose Bros und Dolora Zajick http://www.youtube.com/watch?v=4cuBgh41xoM
Zumindest wird auf französisch gesungen :wink.
Deine Aufnahme mit Vargas würde mich aber auch durchaus interessieren.

Rideamus,
ich hatte zur Favoritin auch noch etwas im Poliuto-Thread geschrieben. Wo hast du denn das Cover mit Bruscantini her? Gibt es diese DVD irgendwo zu kaufen? Und Kraus als Fernando kenne ich nur aus einer Aufnahme mit Stefania Toczyska und Giorgio Zancanaro, die auf youtube zum Ende hin leider mal wieder desynchron ist http://www.youtube.com/watch?v=ApESpYxY2J0 .

Die Aufnahme mit Filianoti gibt es derzeit auch komplett auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=QNSTnawG70M . Im Gegenatz zu den anderen Aufnahmen, die ich kenne (inklusive meines frisch erworbenen Librettos von der italienischen Fassung), endet sie nicht mit Fernands "Sie ist tot!", sondern es folgt noch ein kurzer Dialog zwischen Fernand und Baldassare, von dem ich leider kein Wort verstehen kann. Könnt ihr mir sagen, was da gesungen wird?

VG, stiffelio
Karolus Minus (10.08.2012, 13:12):
Wirklich empfehlenswert finde ich eine Fidelio-DVD, die jetzt offiziell herausgekommen ist: eine Produktion der Deutschen Oper Berlin von 1963 unter Arthur Rother. Natürlich schwarz/Weiß und szenisch dem damaligen Stil verpflichtet (aber nicht bombastisch oder kitschig) und mit Christa Ludwig, James King, Walter Berry und Josef Greindl hochkarätig besetzt.
Es handelt sich allerdings nicht um einen Aufführungs-Mitschnitt sondern eine TV-Produktion.
Lg
Karolus Minus
Karolus Minus (10.08.2012, 13:37):
Original von stiffelio
Lieber Karolus, lieber Rideamus

Original von Karolus Minus
Die von Dir genannte Version mit Barcellona und Filianoti ist übrigens meiner Erinnerung nach die einzig greifbare Video-Version im französischen Original.

Da darf ich ganz schüchtern widersprechen: derzeit sogar noch aktiv auf youtube ist diese Aufnahme mit Jose Bros und Dolora Zajick http://www.youtube.com/watch?v=4cuBgh41xoM
Zumindest wird auf französisch gesungen :wink.
VG, stiffelio

Liebe Stiffelio,
Du "darst" widersprechen - und "ganz schüchtern" muß es auch nicht sein :wink
Die Aufnahme kannte ich nicht, danke für den Tip.

Noch als Ergänzung zum Fidelio: ebenfalls DOB und ebenfalls im Studio gedreht (ich glaube ZDF), etwa 1970 unter Böhm mit Jones/King/Neidlinger/Greindl und Talvela als Minister.
Rideamus (10.08.2012, 13:44):
Na, das sieht ja wirklich so aus, als lohnte es sich, noch einmal tief in die FAVORITIN einzusteigen. Leider muss sie sich hinter Lieschen Müller und Simon Boccanegra anstellen.

Liebe Stiffelio
Die verwiesene Aufnahme habe ich von der Website von jpc: http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Gaetano-Donizetti-1797-1848-La-Favorita/hnum/8153247

Sie müsste also greifbar sein, und wenn Du sie Dir zulegen solltest, wäre ich natürlich daran interessiert zu erfahren, was Du davon hältst. Stockkonservativ wird sie sicher sein, aber musikalisch... ???

@ Fidelio:
Der von mir verwiesene Ausschnitt mit dem gefangenenchor stammt aus der Aufzeichnung aus Berlin unter der Leituing von Arthur Rother. Wer sie vor dem Kauf erst einmal überprüfen will, kann sie ab hier sehen: http://www.youtube.com/watch?v=uhuLcSmexYY&list=UUNRpQkqbWXLL0B_JjeLbbXA&index=4&feature=plcp
:hello Rideamus
Karolus Minus (10.08.2012, 14:49):
Lieber Rideamus,

die Favorita aus Tokio kann ich akustisch leider nur mit zwei Einschränkungen empfehlen; die eine betrifft Raimondi, der in der Tiefe z.T. regelrecht eingeht, die wichtigere den Dirigenten, der 1970 halt schon ein alter Herr war und für meine Ohren zum einschlafen fad dirigiert.

Lg
Karolus Minus
Rideamus (11.08.2012, 11:07):
Lautarm zagende Bittgesänge, die sogar von Vögeln aufgegriffen werden, leiten ein Werk ein, das nach einem ganz anderen Vogel benannt wurde, aber mit dieser letzten Frage sehr passend platziert ist.

Gesucht wird der Vokal, der in allen Worten der ersten Zeile des gesuchten Stückes vorkommt.

TIPPS

Ein Sperlingsvogel ist kein hässliches Entlein – Athene

Im Grunde sind es zwei Zyklen mit einem Fremdkörper. Der erste Film eines bekannten Regisseurs hat den Titel der gesuchten Zeile des Teilstücks – Emotione

Jetzt fällt mir ein Werk ein. Und es ist es denke ich, wo sich Haus- und Nutztiere derschlagen – Oper 337

Angeblich stimmt dieser Wasservogel vor dem Tode noch einmal ein letztes Lied an – Calisto

Im Mittelpunkt des erwähnten Filmes steht der gesuchte Komponist. Der Regisseur war selbst ein erfolgreicher Filmschauspieler

Er hatte de Regie in einem Film wo es sich um junge Damen handelt, die besonders schön sein sollen – Oper 337

Fragen wir mal so: was haben Leda und Lohengrin gemeinsam, und wer komponierte Gesänge mit dem gleichen Bindeglied? - Rideamus

Bei der Nummer 16 wusste ich überhaupt nicht zufällig und im Gegensatz zu etlichen anderen von mir ungelösten Fragen sofort die richtige Antwort. Für mich war das eine superleichte Frage. Erstens ist es mein Lieblingsgenre, zweitens mein Lieblingskomponist in nicht nur diesem Genre und drittens ein wirklich bekanntes Stück. Der Vogel sollte dich nicht täuschen, in dem gesuchten Stück kommt der überhaupt nicht vor und mit Film hat das gesuchte Stück selbst auch null zu tun. Eins kann ich dir sagen: wer unter meinem Fenster sowas darbringen würde, bekäme die Leiter gratis dazu! – Fairy Queen

Der Textdichter gab nach einer Bootsfahrt bei Mondschein auf dem Vierwaldstättersee einer Beethovensonate einen Namen, passend zu seinen Assoziationen – Heike

Nachdem mein lautes Flehen erhört wurde, schwante mir endlich etwas! – Severina

Nummer 16 ist mein Genre, mein Komponist und deshalb ein Spaziergang. Das bekannteste (und schönste) Stück des gesuchten Vogel-Zyklus – Fairy Queen

Der Film, der so heißt wie die gesuchte Liedzeile, stammt und handelt nicht von einem Forstmeister, sondern von Willi Forst und hat als Alternativtitel (sowie zum Thema) ein unvollendetes sinfonisches Werk des gesuchten Komponisten, der von Hans Jaray gespielt wurde. Luise Ulrich und Hans Moser waren auch dabei. Der gesuchte Liedtitel war übrigens auch der Arbeitstitel eines Films, der schließlich WER ZULETZT LACHT, LACHT AM BESTEN hieß. Unter der Regie von Harald Reinl spielten da Roy Black, Uschi Glas und Ilya Richter. Der zog sogar dem Bertl die Schuhe aus - Rideamus

Die Lösung: Franz Schubert: Schwanengesang (D 957) – Leise flehen meine Lieder

Jussi Björling http://www.youtube.com/watch?v=73Vwaxr2lp0

Lösungsbuchstabe: E

Selten war die Frage, welche der in Frage kommenden Kompositionen ich an das Ende eines Rätsels stellen sollte, leichter zu beantworten als diesmal, zumal ich es schon mit einem stillen Lied eines anderen großen Liederkomponisten der Romantik eröffnet hatte. Das STÄNDCHEN ist fraglos eines der populärsten Lieder Schuberts. Es ist leider auch eines seiner letzten, das er selbst gar nicht mehr zur Veröffentlichung geben konnte. Das tat erst sein Verleger Tobias Haslinger, der 13 nachgelassene Lieder Schuberts unter dem Titel SCHWANENGESANG zu einer Sammlung bündelte, die allerdings an Stringenz und Geschlossenheit wenig mit den beiden großen Liederzyklen Schuberts gemeinsam hat. Auch wenn die Lieder kurz hintereinander verfasst wurden, bestehen doch erhebliche Zweifel, ob Schubert sie jemals im Zusammenhang gesehen hat – sieht man von den sechs eher herben Liedern auf Gedichte von Heinrich Heine ab, die Schubert zuvor vergeblich einem anderen Verleger angeboten hatte. So ist deren Kopplung mit sechs Liedern nach Gedichten Ludwig Rellstabs sowie dem Fremdkörper DIE TAUBENPOST nach einem Gedicht von Johann Gabriel Seidl eher als geschickter Schachzug des Verlegers zu sehen, der damit auch das Ziel eines erhöhten Absatzes von Schuberts „letztem Liederzyklus“ erreichte.

Unabhängig von der Frage nach der Einheitlichkeit der Sammlung, die zwar alle um das Thema des Trennungsschmerzes kreisen, aber schon von der Texten des gefühlsintensiven Rellstab und des, seinen Trennungsschmerz ironisch brechenden Heinrich Heine, her kaum stärker divergieren könnten, ist das hohe Niveau von Schuberts Musik unbestreitbar. Da Schubert zudem Heines Ironie entweder nicht sah oder ignorierte, wirkt die Sammlung wenigstens beim ersten Hören weit weniger unausgeglichen, als die Qualität ihrer Texte vermuten lässt, selbst wenn man den Fremdkörper der – immer noch eminent schubertschen - TAUBENPOST als integralen Teil der Sammlung akzeptiert, obwohl sie von Haslinger wohl nur deshalb in die Sammlung aufgenommen wurde, weil er sonst nichts damit hätte anfangen können.

Das vierte Lied des Zyklus, das „Ständchen“ LEISE FLEHEN MEINE LIEDER, stützt sich auf eine von Schuberts populärsten Melodien überhaupt. Nicht von ungefähr wählte der erfolgreiche Schauspieler Willi Forst es als Titel seiner biografischen Fantasie über Franz Schubert, obwohl die sich eher mit seiner „unvollendeten“ Sinfonie als mit seinen letzten Liedern beschäftigt (
http://de.wikipedia.org/wiki/Leise_flehen_meine_Lieder). Seine Popularität in Haus- und Wunschkonzerten machte das Lied leider zu einem ziemlich abgenutzten Bestandteil pseudoromantisch schwülstiger Liedtradition, in der die ursprünglich ehrliche Innigkeit des Originals nur noch schwer auszumachen war. Interpreten, die das Lied gebührend ernst nehmen, haben also mit der zusätzlichen Schwierigkeit zu kämpfen, den Ballast dieser Tradition abzuschütteln. Daran ist der Text Ludwig Rellstabs sicher nicht ganz unschuldig:

Leise flehen meine Lieder
Durch die Nacht zu Dir;
In den stillen Hain hernieder,
Liebchen, komm’ zu mir!

Flüsternd schlanke Wipfel rauschen
In des Mondes Licht;
Des Verräters feindlich Lauschen
Fürchte, Holde, nicht.

Hörst die Nachtigallen schlagen?
Ach! sie flehen Dich,
Mit der Töne süßen Klagen
Flehen sie für mich.

Sie versteh‘n des Busens Sehnen,
Kennen Liebesschmerz,
Rühren mit den Silbertönen
Jedes weiche Herz.

Lass auch Dir das Herz bewegen,
Liebchen, höre mich!
Bebend harr’ ich Dir entgegen!
Komm’, beglücke mich!

Aber vielleicht fällt es einem, nicht zuletzt dank des Missbrauchs in Richtung Kitsch, in unserer, ach so nüchternen, Zeit nicht mehr so leicht, solche Texte für bare Münze zu nehmen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich mit dem Kunstlied oft schwerer tue als mit der Oper, deren durchschnittliche Texte sicher nicht von höherer Qualität sind, im gesamten musikalischen Geschehen aber eher als zweitrangig wahrgenommen werden. Nicht von ungefähr gefällt mir das Lied besonders in dem Klavierarrangement Franz Liszts (s. z. B. http://www.youtube.com/watch?v=COckTSk1CuE%E2%80%9), während ich von dem Original nur zwei Aufnahmen besitze. Die mag ich aber sehr.

Die eine kaufte ich im Zuge meiner Entdeckung von Bryn Terfels, mich zunächst überraschenden, Qualität als Liedersänger:



Von der Flexibilität, der Einfühlungsgabe und, wo nötig, auch von der Zurückhaltung dieses großen Opernsängers bin ich immer wieder überrascht. In Malcolm Martineau hat er auch einen der besten aktiven Begleiter.

Am besten gefällt mir aber nach wie vor die so leichtfüßige wie einfühlsame Interpretation Peter Schreiers, dank dem ich erstmals diese Lieder wirklich schätzen lernte, nachdem mich anfängliche Erfahrungen mit Dietrich Fischer-Dieskau, die einfach zu früh kamen, um von mir gebührend gewürdigt zu werden, ähnlich desinteressiert ließen wie seinerzeit Gedichtinterpretationen im Deutschunterricht. Schreiers Interpretation, die zudem in Andras Schiff einen optimalen Klavierbegleiter aufbietet, hat heute auch noch den Vorteil, dass sie im Paket mit den beiden echten Liederzyklen Schuberts relativ preisgünstig zu haben ist:



Aber die Spezialisten und Liedenthusiasten unter Euch haben bestimmt noch weitere Alternativen vorzuschlagen – oder nicht?

:hello Rideamus
Severina (11.08.2012, 11:21):
Lieber Rideamus,

bei dieser Frage stand ich ganz schön auf der Leitung, das war eine der schwierigsten Nüsse in Deinem Sommerrätsel!
In meiner bescheidenen CD-Sammlung befindet sich noch folgende Einspielung:



Außerdem ist der Zyklus "Schwanengesang" noch auf meiner Schubertbox mit Gerard Souzay enthalten.

lg Sevi :hello
Karolus Minus (11.08.2012, 12:30):
Ich weiß jetzt nicht. ob es eine CD-Einspielung davon gibt, aber es ist auf jeden Fall als Rundfunkmitschnitt existent: Christian Gerhaher/Gerold Huber sind unbedingt zu empfehlen, vor allem schon deshalb, weil sie die tradierte aber nicht von Schubert stammende Zusammenstellung aufbrechen, d.h. es gibt erst die Lieder auf Texte von Rellstab, danach anderes (im Konzert aus Paris, das ich besitze 3 Texte von Carl Gottfried von Leitner), dann die Heine-Lieder, und am Ende neben der Taubenpost noch ein weiterer Text von Seidl (wobei die Taubenpost in der üblichen Version offenbar irgendwann hinzugenommen wurde, damit die Sache nicht so trostlos mit dem Doppelgänger endet, denn sie findet sich nicht im "originalen" Schwanengesang", unter dem der Verleger posthum nur die Rellstab- und Heine-Lieder zusammenfasste.
Lg
Karolus Minus
Rideamus (12.08.2012, 11:39):
Nach der Auflösung der 16 Fragen bleibt mir nur noch, das Lösungswort zu verraten, soweit das überhaupt nötig ist, denn diesmal habe ich wohl das am leichtesten zu erratende Lösungswort aufgegeben, das je in einem meiner Rätsel zu finden war. Deshalb habe ich zu Beginn auch gezögert, die Zahl der Buchstaben zu verraten, denn, wie ich gefürchtet hatte, kaum dass sie bekannt war trafen die ersten richtigen Lösungen ein, obwohl erst sehr wenige Buchstaben dieser Reihe bekannt waren, mit denen man den Spruch sicher noch nicht erraten konnte:

S - I - G - L - N - H - S - E - C - I - W - G - D - T - O - E

Richtig sortiert, ergeben die nichts anderes, als die bewährte Weisheit, die natürlich nicht unbedingt für die Teilnahme an diesem Forum gilt SCHWEIGEN IST GOLD

Die folgenden Tipps waren eigentlich kaum mehr nötig, als sie gepostet wurden, aber ich wiederhole sie trotzdem gerne:

Das hätte ich schon öfter machen sollen, aber es geht nicht immer - Oper 337

Selbst wenns immer ginge: ob´s dann wirklich in den Taschen fein klingelt und rolllt? - Athene

Tipp zum Lösungswort: Diskretion ist was wert - Heike

Das Lösungswort wurde u. a. von einer amerikanischen Popgruppe
komponiert und von einer englischen Gruppe zu einem einem Nummer 1 – Hit
gemacht. Es ist aber auch der Titel eines großartigen Films über das
goldene Zeitalter des Stummfilms - Rideamus

Zum Lösungswort fallen mir noch die letzten Worte eines tragischen Helden aus einem Schauspiel von Herrn Schüttelbirne ein - Calisto

oratio est argentum at.....noch etwas - oder so ähnlich halt - Oper 337

Und nun zur überfälligen Siegerehrung:

Einschließlich des Lösungswortes haben insgesamt neun Ratefreunde das gesamte Rätsel gelöst und damit gleichauf den Anspruch erworben, sich Sieger dieses Rätsels nennen zu lassen. Da die Fragen in der Regel zu Zeiten gestellt wurden, an denen nicht jeder sofort reagieren konnte, wäre es ungerecht, sie nach dem Zieleinlauf zu trennen, denn fast alle haben ihre komplette Lösung binnen 24 Stunden eingereicht. Ich kann also nur nach den erworbenen Zusatzpunkten für die Tipps sortieren, und selbst da gibt es noch drei Ratefreunde, die mit immerhin 30 von maximal 35 erreichbaren Punkten gleichauf eine Goldmedaille verdient haben. Es sind dies, in alphabetischer Reihenfolge:

ATHENE PAVEL undSEVERINA

Ihnen folgen, in der Reihenfolge der von ihnen erreichten Punktzahl

HEIKE (29)QUASIMODO (28)CALISTO und EMOTIONE (je 26)OPER 337 (25).AMELIA GRIMALDI (18)
konnte leider erst später einsteigen und deshalb nur einen Extrapunkt erwerben.

Die zweite Siegergruppe konnte leider aus Zeitgründen und das Rätsel nicht vollständig lösen, hat aber nicht wenioger Grund, sich als Gewinner zu fühlen. In der Reihenfolge ihrer erzielten Punktezahl sind dies:

FAIRY QUEEN (13)TERESA CELLINI und BILLY BUDD (6)sowieGURNEMANZ und C. HUTH (2)

die jeweils nur eine Frage lösen konnten, Euch aber auch einen Tipp zur richtigen Lösung gönnten.

Allen derart erfolgreichen Teilnehmern, aber auch allen, die sich versuchsweise an diese leisen
Aufgaben gewagt haben, ohne ihre Ergebnisse zu veröffentlichen, sei mit aufrechter
Bewunderung ganz herzlich gratuliert.

:down :down :down :leb :leb :times10 :times10 :times10 :leb :leb :down :down :down

Damit ist auch mein diesjähriges Sommerrätsel abgeschlossen. Eine Zeit lang hat es sich so angefühlt, als würde es auch mein Schwanengesang als Rätselsteller sein, aber vielleicht fällt mir ja doch noch ein Thema ein - wenn das überhaupt noch jemand will.

Herzlichen Dank für Eure Teilnahme und allen Mitlesern für ihre Treue.

:hello Rideamus
Severina (12.08.2012, 12:25):
Lieber Riddleamus,

na, und ob das jemand will! Deine Rätsel sind das Salz in der ansonsten natürlich auch so sehr schmackhaften Forumssuppe!!
Und ich hege nicht die geingsten Zweifel, dass Dir noch viele tolle Themen einfallen werden.

Auf jeden Fall danke ich Dir noch einmal für dieses wie immer anregende Gehirntraining, verbunden mit einer Menge Spaß, und die detailierten Auflösungen, wo ich nur immer wieder über Dein profundes Wissen staunen kann. :thanks
Leider hast Du immer just die Aufnahmen eingestellt, die ich auch besitze, sodass ich Deinen Bitten um zusätzliche Nennungen kaum nachkommen konnte.

lg Sevi :hello

PS: Hast Du Dich auch sicher nicht verrechnet? Ich tatsächlich unter den ersten 3, noch vor Emotione??? :leb
Rideamus (12.08.2012, 12:42):
Original von Severina

PS: Hast Du Dich auch sicher nicht verrechnet? Ich tatsächlich unter den ersten 3, noch vor Emotione??? :leb

Danke für die netten Worte.

Nein, verrechnet habe ich mich nicht - jedenfalls nicht hierbei. Emotione, die natürlich wieder ganz vorne mit dabei war, ist halt manchmal etwas zurückhaltend mit Tipps, während Du immer welche gegeben hat. Das brachte die Extrapunkte.

:hello Rideamus
Heike (18.08.2012, 09:33):
aber vielleicht fällt mir ja doch noch ein Thema ein - wenn das überhaupt noch jemand will.
Lieber Riddleamus,
Ich hoffe inständig, dass dir noch ein Thema einfällt - nein, ich bin überzeugt davon!!!!!
Ehrlich gesagt hoffe ich ganz besonders wieder auf einen Adventskalender mit täglichen Fragen, der uns die Zeit im dunklen Dezember wieder etwas versüßt!
Heike
Severina (18.08.2012, 12:02):
Diesem Wunsch kann ich mich nur anschließen!

lg Sevi :hello