Heike (04.08.2010, 09:39): Steven Osborne (geboren 1971) ist ein schottischer Pianist. Allzuviel weiß ich nicht über ihn, aber 2 Cds habe ich mit ihm und die mag ich beide sehr:
Sergej Rachmaninoff - 24 Preludes Eine Aufnahme, die ohne Schmalz und Süßlichkeit die Rafinesse und Schönheit dieser Miniaturen aufzeigt.
Ich habe aber diesen Thread auch eröffnet, um die neue Beethoven-CD vorzustellen (und hoffentlich zu diskutieren):
Ludwig van Beethoven - Klaviersonaten Nr. 8, 14, 21, 25 Mir gefällt diese Aufnahme sehr. Osborne spielt hier mit sehr wenig Pedal, oft mit einer sehr frischen Leichtigkeit, aber sehr konzentriert. Eine unromantische Interpretation, die besonders der Mondscheinsonate sehr gut bekommt. Sein nuancenreiches Spiel ist unaufdringlich, hat aber in seinem Fluss eine große Suggestionswirkung auf mich. Sehr spannende Interpretation von großer Intensität.
Heike
P.s das Cover weckt bei mir eine etwas gruselige Assoziation, die sich beim Hören verstärkt: Beethoven reckt seine Hände aus dem Grab und sagt "spiel diese Sonaten nur für mich allein, außerhalb dieser Welt"
Gamaheh (05.08.2010, 01:11): Original von Heike
P.s das Cover weckt bei mir eine etwas gruselige Assoziation, die sich beim Hören verstärkt: Beethoven reckt seine Hände aus dem Grab und sagt "spiel diese Sonaten nur für mich allein, außerhalb dieser Welt"
Vor allem scheint es zwei linke Hände zu zeigen - sehr merkwürdig, wo es doch beim Klavierspielen um etwas geht, wo das durchaus hinderlich sein dürfte.
Gamaheh
Rachmaninov (10.08.2010, 18:10): Hallo Heike,
danke für den Thread, der längst überfällig war.
S. Osborne gehört für mich persönlich schlicht zu den größten Pianisten der Gegenwart. Ohne jeglichen Medialen Hype und mit einer Konzentration auf sein Schaffen hat er sich in diesem Bereich positioniert.
Meine erste S. Osborne Aufnahme stellt auch gleichzeitig meine erste Empfehlung dar. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von Franz Liszt Harmonies poetiques et religieuses.
Dieses Werk ist ohnehin eher sehr selten gänzlich eingespielt worden und ist eher durch Funérailles frakmentarisch bekannt.
Zwar gibt es sicherlich was insb. Funérailles angeht einzelne Einspielungen, wie jene von K. Zimerman, die man durchaus als "besser" einstufen kann, dennoch ist die Gesamteinspielung des gesamten Werks durch S. Osborne ohne wenn und aber eine :times10.
Warum? Nun, weil diese Aufnahme von einem großen gesamtheitlichen Verständnis des Werk geprägt ist, weil hier das Werk und nicht die Eigenarten des Pianisten dargetsellt werden und dadurch dieser Zyklus in dieser Einspielung einen schlüssigen Eindruck hinterlät. Mit großem Sinn für das Werk, die Meldien, die Stimmung und dem feindosierten Gleichgewicht zwischen Klangschönheit, Farben und Kraft gestalltet Osborne hier. Und eben das ist die Kunst eines S. Osborne. Seine Aufnahmen entziehen sich der beliebigen Erkennbarkeit. Bei Osborne hört man immer erst das Werk und dann den Pianisten. Eine Fähigkeit die anderen sehr großen nicht gegeben ist.
Jeremias (14.08.2010, 08:33): Ich hörte Steven Osborne bisweilen sogar 2x live! Einmal bot er den 2. Band der preludes von Debussy sowie op.32 der Preludes von Rachmaninoff dar, beim 2. Mal war es im Rahmen des Klavierfestival Ruhr, u.a. mit der 1. Sonate von Tippett. Seine CDs sind stets absolute Highlights und soeben fand ich eine neue Kammermusikaufnahme mit ihm, die in einigen Tagen erscheinen wird:
Rachmaninov (14.08.2010, 14:10): Original von Jeremias Ich hörte Steven Osborne bisweilen sogar 2x live! Einmal bot er den 2. Band der preludes von Debussy sowie op.32 der Preludes von Rachmaninoff dar, beim 2. Mal war es im Rahmen des Klavierfestival Ruhr, u.a. mit der 1. Sonate von Tippett. Seine CDs sind stets absolute Highlights und soeben fand ich eine neue Kammermusikaufnahme mit ihm, die in einigen Tagen erscheinen wird:
die beiden live-recitals, die Jeremias erwähnte, haben wir zusammen erlebt. ja, bis heute fest im gedächtnis haftende eindrücke. der spätere klavierabend in bochum mit der tippett-sonate in der ersten hälfte hat für mich eine zusätzliche bedeutung: es war der letzte klavierabend, den ich mit einem sehr guten (damlas schon 86-jährig) freund und kollegen, den Jeremias selbstverständlich auch kennt, zusammen erleben durfte. an dem abend spielte osborne zwei werke in einer art, wie es mir bis heute nicht mehr begegnete: Beethovens Bagatellen op. 126 und Oscar Petersons 'Back Home in Indiana'. Sagenhaft !
Nicht unerwähnt bleiben sol seine recht aktuelle einspielung der werke für klavier und orchester (u.a. klavierkonzert und die Diversions) von Benjamin Britten:
IMO zweifellos einer der komplettesten pianisten unserer zeit.
LG, siamak
Heike (14.05.2011, 08:42): Eigentlich wollte ich hier nur Rachmaninov fragen, wie ihm die neue Ravel-CD gefällt...... (was ich hiermit tue)
Heike
Rachmaninov (15.05.2011, 06:11): Original von Heike Eigentlich wollte ich hier nur Rachmaninov fragen, wie ihm die neue Ravel-CD gefällt...... (was ich hiermit tue)