Swjatoslaw Richter & Benjamin Britten: Schubert für 4

ab (12.06.2006, 22:56):
Swjatoslaw Richter und Benjamin Britten gaben Mitte der 60er bei Brittens Festival in Aldeburgh Konzerte für Klavier zu vier Händen. Insbesondere ist eine CD mit Musik von Schubert bei der DECCA erschienen: Die Fantasie D 940 f-moll, die Variationen D 813 As-dur sowie das Grand Duo C-dur D 812.
Es ist wohl nicht zu leugenen, was ein Rezensent auf der Amazon-Seite über diese Aufanhme schrieb: „Nach den ersten Takten kann man sich dem Bann dieser Aufnahme kaum mehr entziehen.“ Ein Vermächtnis der besonderen musikalischen Art!

Kennt ihr jemanden, die diese Aufnahmen nicht bewundert?

Im Begleitheft der CD ist zu lesen, dass nicht überliefert sei, wer welchen Part übernahm. Dennoch vermute ich, dass die Liebhaber Richters Musikalität und Anschlag womöglich erkennen können, wer bei welchem Stück wo gesessen ist. Was ist denn eure Vermutung?
Zelenka (15.06.2006, 13:01):
Lieber ab:

Dein Hinweis auf die Schubert-CD mit Britten und Richter an einem Flügel ist willkommen, sie ist sicher zuwenig bekannt, wiederum ein Grund, daß sie leider nicht hinreichend bewundert wird.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00004T2FW.01.LZZZZZZZ.jpg

Der Penguin Guide verrät schon seit längerem, daß Britten secondo gespielt hat bei den Aufnahmen aus den Jahren 1964/5, er berichtet ferner von Britten, daß er sich durch Richter, der an vierhändiges Spiel nicht gewöhnt war, etwas behindert fühlte. Seine rechte Hand wude wohl ständig von Richters linkem Ellenbogen bedroht.

Aber vielleicht sollte man ohnehin hier das metaphorische Sezierbesteck einen Moment beiseitelegen und einfach diese musikalische Sternstunde in großen Zügen unbeschwert genießen.

Gruß,

Zelenka
Cosima (16.06.2006, 21:57):
Gelöscht!
AcomA (16.06.2006, 22:04):
hallo,

ich ecke an: ich finde diese interpretationen sehr 'hölern' bis hausbacken. das pianistische gefälle ist einfach zu groß ! man höre mal das duo perahia/lupu oder selbst eschenbach/frantz !

ich hatte diese DECCA-cd während einer schweren zeit geschenkt bekommen. beim hören wurde mir noch schlechter.

gruß, siamak :)
ab (16.06.2006, 22:41):
Original von AcomA
das pianistische gefälle ist einfach zu groß !

Da sieht man wieder einmal, wie sehr doch die Wertschätzung divergieren kann, je nach dem, ob man das Ohrenmerk mehr auf Technisches oder aber auf Ausdrucksmäßiges lenkt...
Cosima (01.09.2006, 15:24):
http://www.wom.de/image/cover/front/0/7566170.jpg

Es mag ja sein, dass Richter/Britten schneller spielen, auch „härter“, wie Jeremias an anderer Stelle schrieb, aber so inniges und spontanes Musizieren wie bei Richter und Britten finde ich weder in der o.g. Aufnahme noch in der Perahia/Lupu-Aufnahme. Ich bleibe dabei: Richter und Britten sollte man mit dieser großartigen Schubert-Fantasie einfach mal gehört haben. Nach wie vor m.E. eine Sternstunde, was die spontane Musizierfreude zweier Künstler anbelangt.

Sehr schön ist die Koroliov-Aufnahme allerdings auch, ebenso wie jene mit Lupu und Perahia. Ich empfehle beide und alternativ Richter/Britten.

Gruß, Cosima
ab (12.06.2006, 22:56):
Swjatoslaw Richter und Benjamin Britten gaben Mitte der 60er bei Brittens Festival in Aldeburgh Konzerte für Klavier zu vier Händen. Insbesondere ist eine CD mit Musik von Schubert bei der DECCA erschienen: Die Fantasie D 940 f-moll, die Variationen D 813 As-dur sowie das Grand Duo C-dur D 812.
Es ist wohl nicht zu leugenen, was ein Rezensent auf der Amazon-Seite über diese Aufanhme schrieb: „Nach den ersten Takten kann man sich dem Bann dieser Aufnahme kaum mehr entziehen.“ Ein Vermächtnis der besonderen musikalischen Art!

Kennt ihr jemanden, die diese Aufnahmen nicht bewundert?

Im Begleitheft der CD ist zu lesen, dass nicht überliefert sei, wer welchen Part übernahm. Dennoch vermute ich, dass die Liebhaber Richters Musikalität und Anschlag womöglich erkennen können, wer bei welchem Stück wo gesessen ist. Was ist denn eure Vermutung?
Zelenka (15.06.2006, 13:01):
Lieber ab:

Dein Hinweis auf die Schubert-CD mit Britten und Richter an einem Flügel ist willkommen, sie ist sicher zuwenig bekannt, wiederum ein Grund, daß sie leider nicht hinreichend bewundert wird.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00004T2FW.01.LZZZZZZZ.jpg

Der Penguin Guide verrät schon seit längerem, daß Britten secondo gespielt hat bei den Aufnahmen aus den Jahren 1964/5, er berichtet ferner von Britten, daß er sich durch Richter, der an vierhändiges Spiel nicht gewöhnt war, etwas behindert fühlte. Seine rechte Hand wude wohl ständig von Richters linkem Ellenbogen bedroht.

Aber vielleicht sollte man ohnehin hier das metaphorische Sezierbesteck einen Moment beiseitelegen und einfach diese musikalische Sternstunde in großen Zügen unbeschwert genießen.

Gruß,

Zelenka
Cosima (16.06.2006, 21:57):
Gelöscht!
AcomA (16.06.2006, 22:04):
hallo,

ich ecke an: ich finde diese interpretationen sehr 'hölern' bis hausbacken. das pianistische gefälle ist einfach zu groß ! man höre mal das duo perahia/lupu oder selbst eschenbach/frantz !

ich hatte diese DECCA-cd während einer schweren zeit geschenkt bekommen. beim hören wurde mir noch schlechter.

gruß, siamak :)
ab (16.06.2006, 22:41):
Original von AcomA
das pianistische gefälle ist einfach zu groß !

Da sieht man wieder einmal, wie sehr doch die Wertschätzung divergieren kann, je nach dem, ob man das Ohrenmerk mehr auf Technisches oder aber auf Ausdrucksmäßiges lenkt...
Cosima (01.09.2006, 15:24):
http://www.wom.de/image/cover/front/0/7566170.jpg

Es mag ja sein, dass Richter/Britten schneller spielen, auch „härter“, wie Jeremias an anderer Stelle schrieb, aber so inniges und spontanes Musizieren wie bei Richter und Britten finde ich weder in der o.g. Aufnahme noch in der Perahia/Lupu-Aufnahme. Ich bleibe dabei: Richter und Britten sollte man mit dieser großartigen Schubert-Fantasie einfach mal gehört haben. Nach wie vor m.E. eine Sternstunde, was die spontane Musizierfreude zweier Künstler anbelangt.

Sehr schön ist die Koroliov-Aufnahme allerdings auch, ebenso wie jene mit Lupu und Perahia. Ich empfehle beide und alternativ Richter/Britten.

Gruß, Cosima