Cosima (07.07.2006, 15:47): Original von Zelenka Gimpel (nie gehoert)
1) Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff oder Blutfink genannt, ist eine Vogelart, die zur Familie der Finken (Fringillidae) und dort zur Unterfamilie der Stieglitzartigen gehört. (Wikipedia)
(Ich habe den Namen dieses Geigers auch nie zuvor gehört.)
Gruß, Cosima :)
Zelenka (07.07.2006, 16:48): Original von Cosima Original von Zelenka Gimpel (nie gehoert)
1) Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff oder Blutfink genannt, ist eine Vogelart, die zur Familie der Finken (Fringillidae) und dort zur Unterfamilie der Stieglitzartigen gehört. (Wikipedia)
(Ich habe den Namen dieses Geigers auch nie zuvor gehört.)
Gruß, Cosima :)
Danke, liebe Cosima! Jetzt weiss ich Bescheid! Ornithologisch bin ich ein wenig unterbelichtet ...
:engel,
Zelenka
Engelbert (08.07.2006, 19:23): @Zelenka Bronislaw Gimpel und Misha Elman waren Geiger der frühen 50er Jahre, hatten aber keinen Kultstatus.
@Cosima Über den Gimpel hast Du uns aber nicht alles erzählt. Das Männchen ist viel schöner als das Weibchen. Es hat eine rostrote Unterseite und einen weißen Bürzel, während das Weibchen ein verwaschenes grau/braun zur Schau stellt.(Kosmos Naturführer VÖGEL Seite 264. Die Heimat ist Nordrussland und Nordfinnland. Wenn dort oben Winter ist kommen die Vögel zu uns. Ich habe schon einmal einen gesehen.
:wink
Warum schaust Du, liebe Cosima bei Wikipeda und nicht bei Olivier Messiaen im "Catalogue d'Oiseaux" nach. Leider hat meine Uralteinspielung mit Jocy de Oliveira-Carvalho kein Textheft, so dass ich nicht kontrollieren kann. Ich weiß auch nicht wieviele Vogelarten Messiaen beschreibt und ob in anderen Klavierstücken auch Vögel vorkommen. Messiaen war Vogelkundler.
:engel
Cosima (08.07.2006, 20:35): Hallo Engelbert,
Über den Gimpel hast Du uns aber nicht alles erzählt. Das Männchen ist viel schöner als das Weibchen.
Es ist doch in der Vogel- bzw. Tierwelt fast immer so, dass das Männchen schöner ist als das Weibchen. :)
Warum schaust Du, liebe Cosima bei Wikipeda und nicht bei Olivier Messiaen im "Catalogue d'Oiseaux" nach. l
Ich wusste gar nichts von diesem Klavierzyklus. Eben las ich, dass in jedem Satz eine bestimmte Vogelart vorgestellt wird, wohl mitsamt seiner natürlichen Umgebung. Es existieren nur wenige Aufnahmen, aber jene von Anatol Ugorski soll sehr gut sein. Kann das jemand bestätigen? Mich würde dieses Werk nämlich interessieren.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/8877930.jpg
Das Cover finde ich schon sehr putzig. :rofl
Gruß, Cosima
Zelenka (10.07.2006, 13:11): Original von Cosima Hallo Engelbert,
Ich wusste gar nichts von diesem Klavierzyklus. Eben las ich, dass in jedem Satz eine bestimmte Vogelart vorgestellt wird, wohl mitsamt seiner natürlichen Umgebung. Es existieren nur wenige Aufnahmen, aber jene von Anatol Ugorski soll sehr gut sein. Kann das jemand bestätigen? Mich würde dieses Werk nämlich interessieren.
Das Cover finde ich schon sehr putzig. :rofl
Gruß, Cosima
Liebe Cosima:
Ich bestaetige hiermit, dass die Ugorski-Aufnahme sehr gut ist. Sie ist allerdings auch die einzige Aufnahme des Zyklus, die ich kenne. Mehr dazu z.B. bei www.classicstoday.com/review.asp?ReviewNum=6706, wo auch die Naxos-Aufnahme geschaetzt wird.
Gruss,
Zelenka
Cosima (10.07.2006, 18:27): Lieber Zelenka,
danke für den Link. Engelbert hat übrigens inzwischen einen Vogel-Thread eingerichtet. Vielleicht könntest Du - nach Deiner Rückkehr - dort etwas zu der Ugorski-Aufnahme und Deinen eigenen Eindrücken bzgl. des Werkes schreiben. Es eilt ja nicht, derzeit kümmere ich mich sowieso etwas mehr um Mozart.
Gruß, Cosima :)
Zelenka (10.07.2006, 18:31): Original von Cosima Lieber Zelenka,
danke für den Link. Engelbert hat übrigens inzwischen einen Vogel-Thread eingerichtet. Vielleicht könntest Du - nach Deiner Rückkehr - dort etwas zu der Ugorski-Aufnahme und Deinen eigenen Eindrücken bzgl. des Werkes schreiben. Es eilt ja nicht, derzeit kümmere ich mich sowieso etwas mehr um Mozart.
Gruß, Cosima :)
Liebe Cosima:
Ja, Mozart ist ein Kontinent! Ich schreibe gerne etwas zu Messiaens lieblichen Voeglein.
um Deine Vorfreude anzuheizen und Zelenka zuvor zu kommen, hier nun eine Aufstellung, welche Vögel Messiaen vorgesehen hat und wie lange sie zwitschern dürfen.
1. Le chocard des Alpes, 8,17' 9. La Bouscarle, 10,14' 10. Le Merle de Roche, 19,10' 2. Le Loriot, 7,46' 6. L'Alouette Lulu, 7,36' 8, L'Alouette Calandrelle, 5,31' 7. La Rousserolle Efarvatte, 29,29 11. La Buse variable, 10,15 4. La Traquet Stapazin, 16,24 3. Le Merle bleu, 12,09 12 Le Traquet Rieur, 7,54 5 La Chouette Hulotte, 7,19
Es liegt nun im Ermessen der Pianisten, wie lange sie die Lerche piepsen lassen. Die Nachtigall ist nicht dazwischen, aber wahrscheinlich zwitschert sie in einem anderen Zyklus. In der Oper über den Heiligen Franziskus zischeln alle durcheinander, wenn sie sich über seine Predigt unterhalten.
X(
Es trifft sich gut, dass Du Dich gerade mit Mozart beschäftigst. Bei ihm kommen Singvögel vor, die Papageno einfängt. Bitte nicht vergessen: "Die Gans von Cairo."
:I
Ist das nicht ein tolles Thema: Die Komponisten und ihre Vögel? Ich zähle auf:
1. Wagner: Das Waldvöglein aus dem Siegfried 2. Leoncavallo: Vogellied der Nedda 3. Strauss J.: Der Dompfaff, der hat und getraut 4. Strawinsky: Die Nachtigall 5. Fauchhahn Williams: Die aufsteigende Lerche 6. Rimsly-Korssakow: Der goldene Hahn 7. Tschaikowsky: Schwanensee 8. Rossini: Die diebische Elster 9. Zeller: Der Vogelhändler 10. Puccini: La Rondine 11. Messager: Ballett "Le deux pigeon" 12. Mozart (wie erwähnt) die Gans von Cairo
Wenn Freund Zelenka im Bielefelder Katalog nachschaut finder er bestimmt noch mehr.
:J
Fische sind nicht so beliebt. Da fällt mir nur das Forellenquintett ein.
Gruß Engelbert :engel
Rachmaninov (10.07.2006, 21:45): @Engelbert,
warum setzt Du das nicht in den passenden Thread zum Thema?
Engelbert (11.07.2006, 11:10): Original von Cosima Original von Engelbert 5. Fauchhahn Williams: Die aufsteigende Lerche
Hallo Engelbert,
zwei Fragen beschäftigen mich:
1) Ist der Fauchhahn eine neue, von Dir entdeckte Gattung? :) 2) Warum ist die Liste der Messiaen-Vögel nicht ordentlich von 1-12 sortiert?
Gruß, Cosima
Hallo Cosima,
Frage 2 beantworte ich zuerst Die einzelnen Vogelbeschreibungen sind keine Miniaturen, sondern erstaunlich lang. Deshalb musste vom Produzenten auf den 4 LPs. mit dem Platz sorgfältig gewirtschaftet werden. Ich bin mit Platte eins angefangen und habe vom Etikett abgeschrieben, um kein Vögelchen zu vergessen. Ein Textheft lag nicht bei und der Rückendeckel ist kohlrabenschwarz. Dabei fällt mir ein, dass ein Rabe im Klavierzyklus nicht vorkommt. Weclhes Instrument würdest Du wählen, um diesen Vogel zu charakterisieren?
Feststellung 1 Das Violinstück von Vaughan Williams "The Lark Ascending" dauert 13 Minuten und ist ein richtiger Schmachtfetzen. Es gehört in den Bereich der Schmuseklassik, wird aber bei mir nicht von Herrn Rieu, sondern mit ausgesprochen süßem Violinton von Pinchas Zuckermann interpretiert.
Gruß Engelbert :engel
Zelenka (11.07.2006, 11:52): Original von Engelbert
Wenn Freund Zelenka im Bielefelder Katalog nachschaut, finder er bestimmt noch mehr.
:J
Fische sind nicht so beliebt. Da fällt mir nur das Forellenquintett ein.
Gruß Engelbert :engel
:rofl :rofl :rofl :rofl :rofl - Fauchhahn Williams hat mir auch bestens gefallen! :J :J :J - Respighi hat auch etwas mit Voegeln gemacht. - Fische scheinen eher unmusikalisch zu sein, "Fisches Nachtgesang" (Morgenstern) wirkt etwas monoton ...
Gruss,
Freund Zelenka
Engelbert (11.07.2006, 15:07): Richtig Zelenka, Du hast das drauf!
Ottorino Respighi: Gli Ucelli
La Colomba (Taube) La Gallina (Gegenteil von Gallo) L'Usignuolo (?) Il Cucù (Kuckuck)
Wir addieren noch zu:
Zoltan Kodaly: Peacock Variations
:A
Ratestunde bei den Fischen:
Manntje! Manntje Timpe Te! Buttje! Buttje! in der See! Meine Frau, die Ilsebill, Will nicht so, als ich wohl will!
Wer hat die Kantate komponiert und um welchen Fische handelt es sich?
:engel
Zelenka (11.07.2006, 15:19): Original von Engelbert
Ratestunde bei den Fischen:
Manntje! Manntje Timpe Te! Buttje! Buttje! in der See! Meine Frau, die Ilsebill, Will nicht so, als ich wohl will!
Wer hat die Kantate komponiert und um welchen Fisch handelt es sich?
:engel
Lieber Engelbert:
Sicher eine Scherzfrage (Ist das eine Kantate?), aber ich gehe Dir ausnahmsweise gern auf den Leim: Ist das nicht aus dem Maerchen "Vom Fischer und seiner Frau" (Brueder Grimm)? Und von einer verzauberten Flunder ist wohl die Rede. Der Fisch scheint auch als "Butt" (Grass) bekannt zu sein, aber ich bin leider weder ornithologisch noch ichtyologisch beschlagen.
Gruss,
Freund Zelenka
Zelenka (11.07.2006, 15:25): Original von Engelbert Richtig Zelenka, Du hast das drauf!
Ottorino Respighi: Gli Ucelli
La Colomba (Taube) La Gallina (Gegenteil von Gallo) L'Usignuolo (?) Il Cucù (Kuckuck)
:engel
L'Usignuolo: Hier trapst die Nachtigall. Ich habe echt was drauf, gell?
Gruss,
Zelenka
Cosima (11.07.2006, 16:33): Original von Engelbert Ein Textheft lag nicht bei und der Rückendeckel ist kohlrabenschwarz. Dabei fällt mir ein, dass ein Rabe im Klavierzyklus nicht vorkommt. Weclhes Instrument würdest Du wählen, um diesen Vogel zu charakterisieren?
Hallo Engelbert,
der Kohlrabe ist ja bereits mit der kohlenrabenschwarzen Rückseite des Covers abgedeckt. Ich finde diese Vögel so hässlich, ich hätte sie – wie Messiaen – nicht weiter gewürdigt. Wenn es aber sein müsste: Mit einem Cello ließe sich wohl so ein unangenehmes Krächzen hinbekommen.
Gruß, Cosima :)
Engelbert (11.07.2006, 18:43): @ Cosima Bei einem Cello kommt der Rabe aber gut weg. Wie wird er in der Tierfabel eigentlich charakterisiert. Man hört manchmal von Rabenmüttern. "Rabenaas" benutze ich zuweilen als Schimpfwort. Ist eine Krähe und ein Rabe eigentlich das gleiche?
?(
@Zelenka Ich hatte gedacht, dass la Rossignol die Nachtigall ist. Ist sie auch, aber nicht im Italienischen.
@Zelenka Das Märchen der Gebrüder Grimm hat Philippe Otto Runge in Reime gesetzt und Othmar Schoeck hat daraus eine wunderschöne Kantate gemacht und in sein Werkverzeichnis als Op 43 eingetragen.
Es gab eine vorzügliche Einspielung aus dem Jahre 1977 bei Acanta. Der Fischer ist als Flunder (Kupferstich) abgebildet, wird im Personenverzeichnis als Butt angegeben. Er ist mit dem Bass-Bariton von Sigmund Nimsgern ausgestattet. Der gutmütige Fischer wird von Horst Laubenthal gesungen und seine ehrgeizige Frau von Kari Lövvas. Also vokal optimal besetzt und Rudolf Kempe dirigiert die Münchener Philharmoniker.
Beklagenswerter Weise wird der Text in hochdeutsch gesungen, obwohl eine plattdeutsche Version zur Verfügung stand. Diese ist ganz köstlich. Kleine Probe:
:rofl
"Ach fru, wat lett dat schön, wenn du nu Kaiser büst!"
"Mann, wat staist du doo? Ik bin nü Kaiser, Nu will ik awerst ook Paabst warden, Ga tom Butt!"
"Ach Fru, wat wulst du man nich? Paabst kannst du nich warden, Paabst is man eenmaal in der Kristenhait, det kan he doch nich maken."
"Mann, ik will Paabst warden! Ga glyk hen, Ik mutt hüüt noch Paabst warden."
"Ne fru, dat mag ik em nich seggen, Dat gait noch good, dat is to groff, Tom Paabst kann de Butt ja nich maken"
"Man, wat Snack! Kann he Kaiser maken, kann he ook Paabst maken. Wullst du wol hengan.?" usw.
:engel
Cosima (11.07.2006, 21:31): Original von Engelbert Ist eine Krähe und ein Rabe eigentlich das gleiche?
Keine Ahnung, Engelbert. Ich könnte ja erneut Wikipedia bemühen, aber dann schimpfst Du womöglich wieder mit mir. :rofl
Alternativ könnte man auch bei Konrad Lorenz nachschlagen. Sein "Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen" habe ich seinerzeit verschlungen. Ein köstliches Büchlein! Kann ich jedem empfehlen, der sich für Vögel und andere Tiere interessiert. :)
Gruß, Cosima
Zelenka (03.08.2006, 17:43): Und noch ein Vogel in der Musik, der in einem aktuellen Faden zugeflogen ist: "Vogel als Prophet" in Schumanns Waldszenen op. 82.
Gruß,
Zelenka
ab (03.08.2006, 20:48): Original von Engelbert @Zelenka Bronislaw Gimpel und Misha Elman waren Geiger der frühen 50er Jahre, hatten aber keinen Kultstatus.
Das ist nicht richtig: Misha Elman hatte in den 20ern einen absoluten Kultstatus, und - wie man dank Naxos nachhören kann - das ganz zu Recht. Die Platten Elmans waren geradezu bestseller, und das bei den gesalzenen Preisen der damaligen Zeit! Ein heißer Tipp, wer einmal einen wirklich wunderbaren Geigenton hören will.
In den 50ern war er dann bereits sehr alt und angeblich nur mehr ein Erahnen seiner Größe möglich: Aber das ist schon genug: Etwa das Mendelssohn Violinkonzert (mein persönlicher Favorite dieses Konzerts!) und das von Lalos Symponie Espagnol bei Vanguard ist höchst hörenswert!
satie (03.08.2006, 22:22): A propos Fisch:
Porichthys notatus ist tatsächlich ein singender Fisch. Er gibt Grunz- und Summlaute von sich, lebt in seichtem Gewässer, wo er sich tagsüber im Sand eingräbt. Angesichts der wahren Musikalität von Vögeln (ich selbst besitze Kanarienvögel (Gloster)) muss man sich fragen, ob die Komponisten (ausser Messiaen) den Tieren eigentlich mal richtig zugehört haben. Ok, das war etwas polemisch. Aber tatsächlich sind zum Beispiel Harzer Roller (die bekannten gelben Kanarien) hervorragende Sänger, die Pavarottis unter den Kanarien, sie beherrschen mitunter Dutzende von Melodien, die man ihnen auch antrainieren kann. Von Mozart wissen wir ja, dass er einen Star als musikalisches Diktiergerät hatte. Natürlich: nicht nur Mozart, sondern viele andere Komponisten haben offensichtlich einen Vogel, auch wenn sie keinen haben.
Satie
Jürgen (04.08.2006, 09:34): Erstmal zum Raben: Da gibts was von Edgar Allan Poe. Und vertont hat es Alan Parson.
Und Fische: Na ja, die Forelle halt. Von Mahler: Des Antonius von Padua Fischpredigt Ausserdem: "Wir rufen Flipper...." Den Butt gibt es m.E. noch nicht als Oper
Noch ein paar Vögel. Mahler: Ablösung im Sommer Orff: Da ist was mit einem Schwan in der Carmina Burana. Ein echter Appetizer !!
Jürgen
Engelbert (04.08.2006, 17:28): Ich sehe schon, dass es mit den Fischen nicht so recht weitergehen will. Jonas im Bauch des Fisches kann man nicht nehmen, weil der Wal ein Meeressäuger ist. (Oper von Anatol Vieru) Was ist mit Moby Dick? War das ein weißer Hai oder ein weißer Wal? Es gibt da eine monumentale Kantate for Male chorus, Solists und Orchestra von Bernard Herrmann.
Nun gehen wir einen Schritt weiter zu den Krebsen, Muscheln und und Kraken. Wer weiß da etwas? Mir fällt die "Allwissende Muschel" aus der "Ägyptischen Helena" ein. Wollen wir die Oper "Die Perlenfischer" auch dazu nehmen?
Sobald das Thema ausgeschöpft ist, kommen wir zu den Schlangen und Kriechtieren, da gibt es einiges.
:engel
satie (04.08.2006, 18:57): Da fällt mir ein, dass es von Satie noch den "Dreamy Fish" gibt. Der klingt wirklich wie Unterwasserballett. Und ein Chanson "Les Oiseaux" gibt es auch noch (Text nur "la lü la lü la lü...."). Hinzuweisen sei noch auf anderes Fliegendes wie den Schmetterling bei Grieg. Von Cage gibt es das selbstironische Stück BirdCage, bei dem Vögel tatsächlich frei im Saal herumfliegen. Cage sagte immer, er sei nicht für den Käfig (Cage) sondern für die Vögel... Bei Schubert hätten wir noch die Krähe, allerdings singt die da nicht selbst (bei manchen Sängern allerdings könnte man es schon annehmen...). Ich kenne auch ein Stück von Hans Wüthrich, in dem Hühner über die Bühne laufen. Überhaupt gibt es Hühner doch häufiger... Da fällt mir noch die Sonata representativa von Biber ein, in der wir es mit sehr naturalistisch dargestellten Fröschen, Hühnern, Katzen und Wachteln zu tun haben (Aufnahme mit Giardino Armonico ist sehr zu empfehlen).
Satie
Zelenka (06.08.2006, 18:53): Merkwürdigerweise immer noch nicht erwähnt in diesem Faden sind natürlich die Tiere in Saint-Saens "Carnaval des animaux": Löwe, Hühner und Hähne, wilde Esel, Schildkröten, Elefant, Känguruhs, Kuckuck, die Pianisten, Fossile und der Schwan.
Gruß,
Zelenka
Sfantu (02.09.2021, 21:53): Dieser Faden scheint mir noch lange nicht ausgeschöpft.
Hamilton Harty
With the Wild Geese - Sinfonische Dichtung (1910)
Die prachtvolle Tondichtung setzt diesem sympathischen Federvieh ein würdiges Denkmal. Nebenbei bemerkt: bin seit einiger Zeit dabei, das Fluchen zu unterlassen. Und wenn doch unumgänglich, dabei wenigstens die Verwendung von Tiernamen zu vermeiden. Denn: wieviel dümmer eine Gans, wieviel blöder eine Kuh, wieviel sturer ein Esel, um wieviel listiger eine Schlange, um wieviel prahlerischer ein Pfau, wieviel grauer eine Maus oder wieviel geiler ein Bock, wieviel schräger ein Vogel und wieviel nachtragender ein Elefant als das Säugetier Mensch ist, steht uns am Ende nicht zu, zu beurteilen.
Außer den Füchsen kommen noch - ein Dackel - ein Hahn und eine Henne - Grille, Heuschreck, Frosch und Fliege - Dachs - Eule - Eichelhäher Libelle, Igel, Eichhörnchen, Fliegen und andere Waldtiere vor
Sfantu (03.09.2021, 07:26): @tapeesa Na, da wird ja der halbe Wald mobilisiert.
Aristophanes hatte bekanntlich auch einen Tier-Spleen. Und davon ließ so mancher Komponist sich inspirieren. Z. B.
Walter Braunfels - Die Vögel
Sfantu (03.09.2021, 08:33): Aus Melodien Rossinis ist das beliebte Duetto buffo di due gatti zusammen geflickt. Die Stubentiger werden hier nicht bloß beschrieben - sie kommen sogar selbst zu Wort. Die mögliche Bedeutung der Worte müssen wir zwar selbst erahnen. Dafür gibt es aber endlich mal (das hat Seltenheitswert!) keine Hürden bei der Textverständlichkeit.
xarddam (04.09.2021, 05:28): mir fällt dazu spontan ein: Modest Mussorgsky: Ballett der Küken in ihren Eierschalen (aus Bilder einer Ausstellung)
Philidor (04.09.2021, 07:32): In den meisten Vertonungen der Ordinariums-Teile eines Requiems ist das Offertorium enthalten.
Darin heißt es:
libera eas de ore leonis, ne absorbeat eas tartarus,
(Befreie sie aus dem Rachen des Löwen, dass die Hölle sie nicht verschlinge)
Vertonungen des 100. Psalms (Schütz, Reger, ...) singen von den Schafen:
Schütz: Durch ihn sein Volk sind wir bereit, Gemacht zu Schafen seiner Weid.
Reger: Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
Fast jede Vertonung des Ordinariums einer Messe spricht schließlich vom Agnus Dei, vom Lamm Gottes.
Haydns Schöpfung zu erwähnen, ergäbe nun eine längere Aufzählung ...
Eine erwartbare Fundgrube ist die alttestamentarische Geschichte der Arche Noah. Benjamin Britten bevölkert die Bühne seiner Oper "Noye's Fludde" folglich mit allerlei Getier. Etwas vertrackt wird die Sache für mich allerdings durch zweierlei:
1.) Das Booklet zu der CD in meiner Sammlung (Hickox, Virgin) bietet nur den Originaltext. Da dieser aus dem mittelalterlichen Chester Mysterienspiel stammt, haben wir es mit präshakespeareschem Altenglisch zu tun - da stoßen die Wörterbücher schnell an Grenzen.
2.) Teils werden manche Spezies von verschiedenen Protagonisten durch andere Wortwahl doppelt genannt. Pretty tricky! Daher kommt folgende Liste ausdrücklich ohne Gewähr daher:
Soll man die Mitberücksichtigung des Ochsen nun komisch oder ironisch finden? Ich meine, auch wenn Noah ihm eine Kuh an die Seite stellt, wird es nichts mit der Fortpflanzung. Oder ist es als humane, quasi inkludierende Geste gemeint? Vielleicht egal - ich hätte ihn auch mitgenommen.
Philidor (04.09.2021, 11:18): Soll man die Mitberücksichtigung des Ochsen nun komisch oder ironisch finden? Ein Test für die geneigten Leser*innen ... ;)
im originalen Text ist von den einzelnen Arten wohl nicht die Rede. Auch nicht von denen, die man vor 3.000 Jahren noch gar nicht kannte.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (05.09.2021, 23:13): Etwas off topic, da kein Beitrag aus der klassischen Musik, aber immer wieder ulkig: diese Party-Nummer hier über die Frage, wie denn wohl der Fuchs sich anhört. Vollendeter Nonsense der Ylvis-Brüder aus Norwegen.
tapeesa (06.09.2021, 09:02): Bei Ravel findet sich auch Tierisches:
- L’enfant et les sortilèges (Das Kind und der Zauberspuk) In dieser Oper kommen >ein Baumfrosch eine Nachtigall eine Katze und ein Kater eine Eule eine Fledermaus sowie eine Libelle und ein Eichhörnchen< vor.
und - nicht ganz wörtlich zu nehmen, aber wunderbar: - Ma mère l'Oye (Mutter Gans) Zyklus nach Charles Perraults "Contes de ma mère l'oye" (Geschichten von meiner Mutter, der Gans) und anderen Märchen.
Dann die in den anderen Fäden schon aufgetauchten Schwalben nicht zu vergessen: - Eva Dell'Acqua: J'ai vu passer l'hirondelle dans le ciel pur du matin (~ Ich sah die Schwalbe durch den klaren Morgenhimmel ziehen), Villanelle - Charles Gounod - Mireille, Akt 1 - "O légère hirondelle" (~ Oh leichte Schwalbe)
Moritz Eggert "The Raven Nevermore"
Schon genannt? => Antonín Dvořák: Die Waldtaube, op. 110 (sinfonische Dichtung) Johann Strauss: Die Fledermaus (Operette)
Amonasro (09.09.2021, 22:53): Puccinis La rondine (Die Schwalbe) und Mascagnis Lodoletta (kleine Lerche), beide 1917 uraufgeführt. Die tierischen Titel sind jedoch rein metaphorisch, Tiere spielen in der Handlung keine Rolle.
Gruß Amonasro :hello
tapeesa (12.09.2021, 12:31): John Cage - Litany for the Whale
Sfantu (12.09.2021, 17:01): In Einojuhani Rautavaaras Orchesterwerk Cantus Arcticus op. 61 von 1972 kommen Tonbandzuspielungen der Stimmen von Ohrenlerche und Singschwan zum Einsatz.
Andréjo (12.09.2021, 19:05): In Einojuhani Rautavaaras Orchesterwerk Cantus Arcticus op. 61 von 1972 kommen Tonbandzuspielungen der Stimmen von Ohrenlerche und Singschwan zum Einsatz. Aber nicht ausschließlich, oder? Falls Du da mehr weißt, Meister Sfantu, würde mich das interessieren.
:) Wolfgang
Sfantu (13.09.2021, 23:02): Hola Andréjo, auf die Schnelle kann ich nur diese beiden Vögel dort dingfest machen. Meine LP mit dem Stück finde ich ominöserweise nicht und die Konzertführer, die bei mir stehen, halten Rautavaara nicht für erwähnenswert...
Sfantu (13.09.2021, 23:05): George Crumb - Vox Balaenae (Die Stimme der Wale) für elektrische Flöte, elektrisches Cello und elektrisch verstärktes Klavier (1971).
Sfantu (17.09.2021, 23:38): In "I bought me a cat" aus den Old American Songs von Aaron Copland berichtet ein Farmer von den Eigenschaften resp. den lautsprachlichen Äußerungen verschiedener Tiere, die er sich zugelegt hat. Dies sind: Katze Ente Huhn Schwein Pferd Gans Kuh
Sfantu (07.02.2022, 22:47): Paul Dessau - Grasmückenstücke für Mücke Gras für Flöte (1974)
Liselotte und Fritz Gras waren ein mit Ruth Berghaus und ihrem Partner Paul Dessau befreundetes Ehepaar. Liselotte und Ruth besuchten gemeinsam die Dresdner Schule der Ausdruckstänzerin Gret Palucca, Fritz war Architekt aus dem Bauhaus-Umfeld. Ihre erstgeborene Tochter erhielt den Spitznamen Mücke. Ihr widmete Dessau die kleine Flöten-Suite. Musik, die ganz sicher auch Kindern Spaß macht. Hier kongenial (weil erzählend) dargeboten durch Ralf Mielke. Thematisch wie auch musiksprachlich eine reizvolle Ergänzung zu Brittens Insect Pieces. Nur nebenbei : das Booklet erwähnt den bemerkenswerten Umstand, daß die enge Freundschaft der Paare auch nach der Republikflucht der Grasens nach Westdeutschland bestehen blieb. Waren doch Berghaus und Dessau überzeugt linientreu. So befürwortete Ruth Berghaus seinerzeit bspw. die Ausweisung Wolf Biermanns.
Diese spannende Dessau-CD des Ensemble Avantgard (Dabringhaus und Grimm, 2020) flatterte heute frisch ins Haus und erweist sich beim Ersthören gerade als Glücksgriff.
Sfantu (17.02.2022, 23:34): Die folgenden Beispiele können mit gleichem Recht hier wie auch in diesem Faden einen Platz behaupten. Weshalb ich sie nun an beiden Orten poste.
Mit Elisabetta Brusa hatte ich mich lang nicht mehr beschäftigt. Nachdem ich anfangs schnell dem Charme ihres Stils erlag, kehrte sich das recht bald in eine Art Überdruß, da sie nunmal hemmungs-und hoffnungslos ekletizistisch komponiert. Nun versuche ich unter dem Setzen neuer Vorzeichen auch Brusas aus der Zeit gefallener Musik eine zweite Chance zu geben. So oder so -hier die Satztitel ihrer Orchesterkomposition "Favole" (= Märchen"):
"Der Esel im Löwenpelz" "Die echte und die mechanische Nachtigall" "Die Ameise und die Heuschrecke" "Der Wolf und das Lamm" "Das häßliche Entlein" "Die philosophische Fliege" "Der gestiefelte Kater"
Elisabetta Brusa - Orchesterwerke vol. 2
Національний симфонічний оркестр України (=Nationales Ukrainisches Sinfonieorchester Kiew) - Fabio Mastrangelo (CD, Naxos, 2002)
Philidor (18.02.2022, 07:16):
Das Cover finde ich schon sehr putzig. :rofl
Gruß, Cosima Das ist mit diesem verwandt:
... wobei der Covertausch das Thema "Triplicity" unterstreichen könnte ...
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (26.02.2022, 18:38): In Donald Erbs Symphony of Overtures trägt der Schlußsatz den Titel
"Rhinoceros"
Er bezieht sich auf das gleichnamige Theaterstück von Eugen Ionescu. Darin wird der Ende der 1950er Jahre in Frankreich verbreitete Jubel-Patriotismus angesichts des Algerien-Krieges kritisiert.
Sfantu (17.05.2022, 19:11): Paul Hindemiths früher Klavierzyklus "In einer Nacht" op. 15 enthält einen Satz mit dem Titel
"Kuckuck und Uhu"
Sfantu (24.05.2022, 18:29): Unter Bohuslav Martinůs Klavierwerken finden sich auch die drei Stücke unter dem Titel motýly a rajky (= Schmetterlinge und Paradiesvögel).
Joe Dvorak (25.05.2022, 09:02): Bei Schmetterlingen kommt mir Isang Yun in den Sinn. Der Mittelsatz des 2. Violinkonzerts ist überschrieben mit "Dialog zwischen Schmetterling und Atombombe" - fuer mich ein Kandidat mit guten Siegchancen beim Wettbewerb Plakativster Titel eines klassischen Werks. :P
Sfantu (11.11.2025, 22:20): Hermann Schäfer, komponierender Hochschullehrer in Heidelberg und Mannheim (Professor für Komposition, Analyse und Musiktheorie) schuf mit seinem "Bestiarium" eine Liederreihe von expressionistisch-aphoristischem Charakter. Die Musik ist atonal, Gesangsstimme und Klavier wirken wiederholt wie sich aneinander vorbei bewegend. Sobald sie sich aber kreuzen, entstehen prägnante Farbmischungen, ja -ballungen. Lautmalerisch wird das Spiel der Delphine mit kurzen, leichten Pinselstrichen dahin geworfen, ansonsten vermeidet die Musik greifbare Konnotationen zum Text. Köstlich "Der Pfau"! Er hält augenblicklich Einzug in mein Gedichte-Repertoire.
Die vorliegende Einspielung läßt unmittelbar spüren, wie unangenehm, beinahe schmerzhaft hoch die Tessitura für einen Bariton liegt. Auch, wenn Beilharz die Höhen freilich ausnahmslos meistert. Ein andermal gern mit einem Tenor!
Hermann Schäfer (1927 - 2009)
"Bestiarium" 10 Lieder für Bariton und Klavier nach Gedichten von Guillaume Apollinaire - deutsch von Richard Beilharz (1971)
Richard Beilharz, Bariton Hermann Schäfer, Klavier (LP, RBM, 1987)
Die Katze 1'19 Das Dromedar 1'31 Die Raupe 2'14 Die Heuschrecke 1'25 Der Pfau 2'04 Der Tintenfisch 1'48 Der Karpfen 1'17 Der Delphin 1'54 Die Angoraziege 1'20 Der Floh 1'05
Die Katze
Für meine Wohnung wünsch' ich mir Ein Weib, das niemals närrisch schreit, Aufs Bücherbrett ein Katzentier, das schnurrt - Und Freunde jederzeit. Denn sonst ist mir das Leben leid.
Das Dromedar
Mit den vier Dromedaren eilte Um zu bestaunen Länder, Städte Dom Pedro von Alfarubeira. Er tat es, was ich gerne täte, Wenn ich vier Dromedare hätte.
Die Raupe
Die Arbeit bringt uns Reichtum ein. Ihr armen Dichter, geht ans Singen! Die Müh' der Raupen ist nicht klein, macht sie zu prächtigen Schmetterlingen!
Die Heuschrecke
Seht ihr das Heupferd dünn und fein, Das einst Sankt Johanns Gaumen freute. Ach, könnten meine Verse sein Doch auch der Festschmaus bess'rer Leute!
Der Pfau
Am Boden schleppt sein Kleid der Pfau. Wenn er es stellt als Rad zur Schau, Erscheint er zwar viel schöner noch, Entblößt sein Hinterteil jedoch.
Der Tintenfisch
Er spritzt die Tinte himmelwärts, Greift, was er liebt, mit Wonne sich Und saugt das Blut: er hat kein Herz. Dies Ungeheuer, ach, bin ich!
Der Karpfen
In eurem Teich und im Behälter, Wie langsam werdet ihr doch älter! Hat euch der Tod vergessen, wie? Euch, Fische der Melancholie.
Der Delphin
Delphine, gern spielt ihr im Meer, Doch ist die Flut von Bittrem schwer. Will Freude manchmal sich erheben? Grausam ist immer noch das Leben.
Die Angoraziege
Ihr Fell - ja, selbst das ganz berühmte Das Goldene, um das sich mühte Einst Jason - glanzlos ist es neben Der Haarpracht, die mich läßt erbeben.
Der Floh
Floh, Freund, Maîtresse selbst: es gibt Sich grausam, ach! das, was uns liebt. All unser Blut fließt ja für sie. Geliebt zu sein macht glücklich nie.
Sfantu (04.12.2025, 12:15): Mitte der 1980er schrieb Rodion Schtschedrin sein Ballett
Die Dame mit dem Schoßhündchen
Unschwer zu erraten, daß ihm Tschechows berühmte Erzählung "Die Dame mit dem Hündchen" zugrunde liegt. Ungewöhnlich für Schtschedrin fehlt dieser Musik alles Quirlig-Plakative. Es gibt keine wilden Hakenschläge und verblüffenden Kontraste. Alles ist lyrisches Fließen, ist mehr Innenschau als Handlung. Und doch fehlt es nicht an intensiven Stimmungen. Die grundsätzliche Melancholie der Vorlage wird vom Komponisten sehr spürbar transportiert, es vermitteln sich Emotionen wie Sehnsucht, Trostlosigkeit, Hoffnung und Depression unmittelbar.
Die Besetzung: Streicher, 2 Oboen, Englischhorn, 2 Waldhörner, Pauken und Glockenspiel.
Philidor (04.12.2025, 14:53): Felix Mendelssohn Bartholdy: "Wie der Hirsch schreit" op. 42